
Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Käthe Kaufmann zur Verfügung.
Noch ist der Meiler nicht fertig: Überall liegen weitere Holzstücke und Äste bereit, die nach und nach verbaut werden. Im Hintergrund steht die einfache Köhlerhütte, daneben wartet ein Pferdefuhrwerk auf seinen Einsatz. Beim Aufbau werden die Holzstücke schräg gegen die Mitte auf der sogenannten »Bruck« geschichtet. So entsteht Lage für Lage der Meiler, der schließlich bis zu 80 Kubikmeter Holz umfassen kann. Erst wenn die Form vollständig aufgebaut ist, wird sie mit Reisig, Erde und Rasensoden abgedeckt. Dann beginnt der eigentliche Verkohlungsprozess, bei dem das Holz unter möglichst geringer Luftzufuhr langsam zu Holzkohle wird.
Die Familie Nägele betreibt dieses Handwerk über mehrere Generationen und ist deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Der Platz, an dem ihre Köhlerhütte steht und die Meiler abgebrannt werden, heißt bis heute »Kohlplatz«. Für die Familie ist dies der Arbeitsplatz – ein Ort voller Holzstaub, Rauch, Hitze und schwerer körperlicher Arbeit.
Das Foto gehört zu einer ganzen Serie, die der Löffinger Buchbinder Anton Rebholz 1911 aufnimmt. Seine Bilder dokumentieren ungewöhnlich anschaulich die verschiedenen Arbeitsschritte der Köhlerei – vom Aufbau des Meilers über das kontrollierte Abbrennen bis zum Abtransport der fertigen Holzkohle.
Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702