Blick vom Rathausturm zum Alenberg, ca. 1914-1921

Sammlung Familie Waßmer

Vom Rathausturm fällt der Blick über die Dächer des Altstadtrings in Richtung Alenberg. Im Vordergrund sind die Häuser der Demetriusstraße zu erkennen, die beim Großbrand 1921 alle ein Raub der Flammen werden. Ein Umspannmast befindet sich auf einem der Dächer, d.h. das Foto wurde aufgenommen, nachdem Löffingen an die Elektrizitätsversorgung angeschlossen wurde. Gut zu erkennen ist, wie eng bebaut die Altstadt war, was das rasche Ausbreiten des Großfeuers am 28. Juli 1921 erklärbar macht.

Im Mittelpunkt des Bildes steht das Doppelhaus Alenbergstr. 7/9, das wegen seiner Größe und seiner exponierten Lage auf dem Alenberg auch das »Hohe Haus« genannt wird. Erbaut wurde es 1823 von dem Gastwirt Joseph Hogg (1796-1857). Er errichtete es auf einem älteren Weinkeller und eröffnete darin im darauffolgenden Jahr seine Weinhandlung Joseph Hogg. Sie bestand unter diesem Namen bis zum Jahr 2007. Hogg starb 1857. Seine Witwe Elisabeth Hogg geb. Waldvogel (1800-1869) verkaufte 1862 das Haus mit der Weinhandlung an ihren Neffen, den Weinhändler Josef Eggert (1831-1888). Das Anwesen bestand aus zwei zweistöckigen Wohnhäusern, die aneinandergebaut waren, aus einem Branntweinkeller, einem Gewölbekeller, einem Pumpbrunnen, einem Ökonomiegebäude mit Scheuer, Stall und Schopf, einer Küferwerkstatt und einem Waschhaus sowie einem Schweinestall. Eggert war mit Carolina Theresia geb. Löw (1841-1876) verheiratet, die aus Heiligenberg stammte, aber kurz nach der Eheschließung starb, sodass die Ehe kinderlos blieb. 1895 wurden der Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919) und der Josef Paul Thoma (1868-?) neue Eigentümer des Geschäfts und des Gebäudekomplexes. Thoma schied bereits 1902 aus dem Geschäft aus. Seitdem ist es das Haus Benitz, das da über dem Städtchen thront. 1921 beim Großbrand ebenfalls zerstört, wurde an gleicher Stelle wieder ein Doppelhaus errichtet. 

Standort des Fotografen: 47.883855, 8.344314

Blick von der »Hasle« in Richtung Städtchen, 1918

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv

Auf dem Weg durch die »Hasle« nach Seppenhofen blickt der Fotograf zurück in Richtung Städtchen. Friedlich liegt es da. Kaum vorstellbar, dass in den zurückliegenden vier Jahren der Erste Weltkrieg tobte und etwa 17 Millionen Menschen ihr Leben verloren. Auch 43 Einwohner aus Löffingen fielen auf den Schlachtfeldern, gingen in den Lazaretten zugrunde oder erlagen zu Hause ihren Kriegsverletzungen.  Sie hinterließen Witwen und Halbwaisen.

Der idyllische Blick wird eingerahmt von den Nadelbäumen, die allerdings auch viele Gebäude zumindest teilweise verdecken. Die katholische Pfarrkirche St. Michael sticht heraus. Das Rathaustürmchen und auch die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz am Horizont sind hingegen erst auf den zweiten Blick zu entdecken. Im Bildvordergrund ist der Bahndamm der 1901 eröffneten Bahnlinie zu sehen, ein Zeichen des Fortschritts, weshalb vermutlich auch diese Perspektive gewählt wurde. In der Seppenhofer Straße stehen nur wenige Häuser: Das Haus Schreiber (Seppenhofer Str. 19) wird beispielsweise erst nach dem Großbrand 1921 erbaut und fehlt daher noch auf diesem Foto. Rechts neben der katholischen Pfarrkirche sind die Rückseiten der Häuser in der Hafnergasse (Kirchstraße) zu erkennen, die beim Brand 1929 eingeäschert werden. Auch der alte Farrenstall, der bei den Fliegerangriffen im Zweiten Weltkrieg zerstört wird, ist zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.877944, 8.350162

Julius Limb auf seinem Hundeschlitten in der Oberen Hauptstraße, 1915

Dieses Foto stelle uns dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

Hundeschlitten werden im Polargebiet wie z. B. Alaska, Grönland und der Arktis verwendet – aber auch in der Oberen Hauptstraße! Wir schreiben das Jahr 1915 und der Freiseurmeister Julius Limb (1883-1968) hatte eine Idee, die er prompt in die Tat umsetzte. Statt eines richtigen Schlittenhundes bindet er kurzerhand seinen Hund, eine Dogge, vor den Schlitten. Ob das große, kräftige Tier tatsächlich sein »Herrchen« gezogen oder sich geweigert hat, geht aus dem Foto nicht hervor.

Im Hintergrund sind auf der rechten Straßenseite die Häuser von Konrad Bader (Obere Hauptstr. 17), von Johann Bader (Obere Hauptstr. 19) und von Ida Jordan geb. Schlatter (Obere Hauptstr. 21) zu sehen.  Die Elektrisierung scheint gerade Einzug gehalten zu haben, dann entlang der Straße sind Strommasten zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.885217, 8.350382

Hochzeitsgesellschaft von Karl Gebert und Elisabeth Benz, 1919

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Conrad Bader zur Verfügung.

Der Gast- und Landwirt Karl Gebert (1888-1961) und Elisabeth Benz (1897-1958) heiraten. Das Brautpaar versammelt sich mit den Hochzeitsgästen zu einem Gruppenfoto vor dem Gasthaus »zur Linde«, das vis-à-vis vom »Gebert« liegt. Die Männer tragen Anzug, vier der Frauen tragen Tracht.

1. Reihe v.l.n.r.: Maria Glunk geb. Bader (1866-1956), Anna Strobel geb. Benz (1906-1986), Agathe Benz geb. Benz (1899-?), Anna Benz geb. Bader (1870-1951), Emma Binder geb. Limb (1913-2005), Emma Gebert geb. Rosenstiel (1865-1936), ??? Rosenstiel, ??? Albert geb. Benz, Josefa Beha geb. Benz (1905-?).

2. Reihe v.l.n.r.: Therese Meier geb. Benz, ???, Johann Glunk (1865-1921), ???, Konrad Bader (1868-1958), Braut Elisabeth Gebert geb. Benz (1897-1958), Bräutigam Karl Gebert (1888-1961), Anna Limb geb. Gebert (1890-1960), August Limb (1884-1976), Robert Rosenstiel (1900-?), Maria Kopp geb. Benz, ??? Albert aus Hüfingen.

Standort des Fotografen: 47.884337, 8.346542

 

Erinnerungsblatt von Eugen Fehrenbach zur Erstkommunion, 30. März 1913

Dieses Dokument stellte uns dankenswerterweise Olga Streit zur Verfügung.

Zum »Andenken an die erste hl. Kommunion« erhielt der 11-jährige Eugen Fehrenbach dieses Erinnerungsblatt. Es ist illustriert mit einer Bibelszene, als Jesus von Nazareth das letzte Abendmahl mit seinen Aposteln feiert. Eugen Fehrenbach, Jahrgang 1901, feierte seine Erstkommunion am 30. März 1913. Die Eucharistie und auch dieses Erinnerungsblatt empfing er aus den Händen von Pfarrverweser August Hermann (1882-1933), der nur vier Jahre in Löffingen wirkte.

Erstkommunionkanten am Weißen Sonntag, 1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Olga Streit zur Verfügung.

Die Geschlechtertrennung wird bei der Erstkommunion 1910 streng eingehalten. Jungen und Mädchen werden getrennt voneinander vor der Pfarrkirche St. Michael fotografiert. Im Hintergrund ist das Langhaus zu sehen. Deutlich zu erkennen ist, dass die Glasfenster mit Bildern und Mustern verziert waren, die heute nicht mehr vorhanden sind.

49 Erstkommunionkanten sind auf dem Gruppenfoto versammelt. Ihre vier Lehrer rahmen sie ein: Franz Merk und ??? auf der linken Seite, Ferdinand Eggert und Eugen Steidlinger auf der rechten. In der Mitte stehen zwei Geistliche, einer von ihnen ist Stadtpfarrer Franz Jakob Müller, der von 1901 bis 1912 als Seelsorger in Löffingen wirkte.

1. Reihe, v.l.n.r.:  Nr. 8: Josef Sibold (*1901), Nr. 12: Karl Bader (*1902).
2. Reihe, v.l.n.r.: Nr. 1: Eugen Fehrenbach (*1901), Nr. 2: August Zepf (*1900).
3. Reihe, v.l.n.r.: Nr. 3: Karl Beha (*1901).
4. Reihe, v.l.n.r.:
5. Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.882787, 8.344624

Erstkommunionkantinnen am Weißen Sonntag, 1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Olga Streit zur Verfügung.

Die Geschlechtertrennung wird bei der Erstkommunion 1910 streng eingehalten. Mädchen und Jungen werden getrennt voneinander vor der Pfarrkirche St. Michael fotografiert. Im Hintergrund ist das Langhaus zu sehen. Deutlich zu erkennen ist, dass die Glasfenster mit Bildern und Mustern verziert waren, die heute nicht mehr vorhanden sind.

46 Erstkommunikantinnen sind auf dem Gruppenfoto versammelt. Ihre vier Lehrer rahmen sie ein: Franz Merk und ??? auf der linken Seite, Ferdinand Eggert und Eugen Steidlinger auf der rechten. In der Mitte stehen zwei Geistliche, einer von ihnen ist Stadtpfarrer Franz Jakob Müller, der von 1901 bis 1912 als Seelsorger in Löffingen wirkte.

1. Reihe, v.l.n.r.: Nr. 8: Franziska Bieler (*1900, verh. Fehrenbach), Nr. 9: Klara Bieler (*1900), Nr. 11: ??? Kaufmann.
2. Reihe, v.l.n.r.:
3. Reihe, v.l.n.r.:
4. Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.882787, 8.344624

Innenraum der Pfarrkirche St. Michael, nach 1917

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Willman und Franz Isele zur Verfügung.

Diese Aufnahme entstand in der Advents- oder Weihnachtszeit. Der Kirchenraum der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist mit Tannenbäumen geschmückt, die die beiden Seitenaltäre einrahmen.

1917 wurde die Kirche an das seit 1916 in Löffingen bestehende elektrische Leitungsnetz angeschlossen. Im Kirchenraum hängen mehrere einfache elektrische Lampen. Der mit Kerzen bestückte Kronleuchter hängt weiterhin im Chorraum. Seit 1881 sind die Wände bemalt, bei einer späteren Innenrenovation wurden sie 1936/37 weiß übertüncht. Das Wandgemälde, das links im Chorbogen zu sehen ist, wurde bei der Kirchenrenovierung in den Jahren 1993-1996 wieder freigelegt, renoviert und sichtbar gelassen.

Standort des Fotografen: 47.882588, 8.344173

Köhlerfamilie Nägele bei der Arbeit im Stadtwald, 1911

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Käthe Kaufmann und Rita Willmann zur Verfügung.

Die Nägeles waren über mehrere Generationen Köhler, weshalb sie als »s’Kohle Nägeles« bekannt waren. Bis heute heißt der Platz im Stadtwald, an dem ihre Köhlerhütte stand und die Meiler abgebrannt wurden, »Kohlplatz«. Auf dem Foto ist der Aufbau des Holzkohlen-Meilers zu sehen. Der Meiler ist fast fertiggestellt. Die Hohlräume werden noch mit kleinen Holzstücken aufgefüllt.

Das Foto ist Teil einer Serie, die der Fotograf Anton Rebholz aufnahm.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702

Köhlerfamilie Nägele bei der Arbeit im Stadtwald, 1911

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Käthe Kaufmann zur Verfügung.

Die Nägeles waren über mehrere Generationen Köhler, weshalb sie als »s’Kohle Nägeles« bekannt waren. Bis heute heißt der Platz im Stadtwald, an dem ihre Köhlerhütte stand und die Meiler abgebrannt wurden, »Kohlplatz«. Auf dem Foto ist der Aufbau des Holzkohlen-Meilers zu sehen. Die Holzstücke wurden schräg gegen die Mitte auf der »Bruck« geschichtet. Der fertige Meiler konnte bis zu 80 m³ umfassen.

Das Foto ist Teil einer Serie, die der Fotograf Anton Rebholz aufnahm.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702

2 Fotos: Köhlerfamilie Nägele bei der Arbeit im Stadtwald, 1911

Verlag A. Rebholz
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Käthe Kaufmann zur Verfügung.

Die Nägeles waren über mehrere Generationen Köhler, weshalb sie als »s’Kohle Nägeles« bekannt waren. Bis heute heißt der Platz im Stadtwald, an dem ihre Köhlerhütte stand und die Meiler abgebrannt wurden, »Kohlplatz«. Auf dem Foto ist Konrad Nägele (1885-1960) zu sehen, der letzte Köhler. Er legt gerade den so genannten »Bruck«. Die Holzstücke werden zu einem Holzkohlen-Meiler aufgeschichtet, der bis zu 80 m³ umfassen kann.

Die Fotos sind Teil einer Serie, die der Fotograf Anton Rebholz aufnahm.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702

Haus Heizmann in der Festhallenstraße, ca. 1911

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl Heizmann zur Verfügung.

Für das Foto hat sich Familie Heizmann vor ihrem holzverschindelten Wohnhaus aufgestellt. Drei Generationen sind zu erkennen. Der Landwirt Leopold Heizmann (1844-1920) kaufte 1868 das Anwesen »An der Haslach« in der heutigen Festhallenstraße. 1910 übergab er es an seinen Sohn Anton Heizmann (1879-1929), der ebenfalls Landwirt war und im selben Jahr seine Frau Anna geb. Faller (1884-1960) heiratete. Ein Jahr später wurde ihr erstgeborener Sohn Karl Heizmann (1911-1947) geboren, der auf dem Foto auf dem Arm seiner Mutter zu sehen ist.

Standort des Fotografen: 47.884063, 8.348065