2 Fotos: Abtransport der Holzkohle im Stadtwald, 1911

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Meiler ist abgebrannt, die Holzkohle ausgekühlt – nun beginnt der Abtransport. Männer stehen auf den hoch beladenen Fuhrwerken und schichten die schwarzen, unregelmäßig gebrochenen Holzkohlestücke möglichst platzsparend auf. Mit Körben wird weiteres Material hinaufgereicht. Die hohen hölzernen Aufbauten der Wagen sorgen dafür, dass von der leichten, aber sperrigen Ladung möglichst viel mitgenommen werden kann.

Nach Tagen der Arbeit am rauchenden Kohlenmeiler ist damit der letzte Abschnitt erreicht. Die Holzkohle staubt und färbt Hände und Kleidung schwarz; beim Umladen knirschen und brechen die spröden Stücke. Vom Kohlplatz im Stadtwald geht es mit den Fuhrwerken zum Löffinger Bahnhof. Dort wird die Ladung erneut umgeschlagen und in Eisenbahnwaggons verladen, um weitertransportiert zu werden.

Über mehrere Generationen betreibt Familie Nägele das Köhlerhandwerk und ist deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Konrad Nägele (1885-1960) gilt als letzter Köhler der Familie. Die beiden Fotos gehören zu einer ganzen Serie, die der Löffinger Buchbinder Anton Rebholz 1911 von der Köhlerei im Stadtwald aufnimmt. Auf den Abzügen sind sie handschriftlich mit den Nummern XIV und XVI bezeichnet. Gerade durch diese Bildfolge lässt sich anschaulich nachvollziehen, wie viel Arbeitsschritte nötig sind, bis aus Holz schließlich verkaufsfertige Holzkohle wird.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702

2 Fotos: Frauengruppe beim brennenden Kohlenmeiler im Stadtwald, 1911

Fotograf: Carl Gehl, Neustadt | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Dieter Vierlinger zur Verfügung.

Dichter Rauch steigt aus dem Kohlenmeiler auf und zieht zwischen den Tannen hindurch. Auf dem mit Erde und Rasensoden abgedeckten Meiler steht Konrad Nägele (1885-1960) und überwacht den Brand. Eine Leiter führt hinauf auf den mächtigen Hügel. Das Holz im Innern darf nicht offen verbrennen, sondern muss langsam und unter möglichst geringer Luftzufuhr verkohlen. Immer wieder muss der Köhler deshalb kontrollieren, ob der Meiler gleichmäßig glimmt und gegebenenfalls Öffnungen regulieren.

In der Luft liegt der schwere, beißende Geruch von Rauch, glimmendem Holz und frischer Holzkohle. Der Rauch setzt sich in Kleidung und Haaren fest. Dazu kommen die Hitze des Meilers und das Knacken des Holzes im Innern. Für Konrad Nägele ist dies Arbeitsalltag. Die Familie betreibt das Köhlerhandwerk bereits seit mehreren Generationen und ist deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Konrad Nägele gilt als letzter Köhler der Familie.

Einen auffälligen Kontrast zur rußigen Arbeit bilden die drei Frauen, die sich für den Fotografen vor dem Meiler aufgestellt haben. Sie tragen keine Arbeitskleidung, sondern lange, elegante dunkle Kleider und wirken für den Besuch im Wald regelrecht herausgeputzt. Offenbar ist der brennende Meiler selbst eine Sehenswürdigkeit, die man sich anschaut und bei der man sich fotografieren lässt.

Im Hintergrund steht ein Pferdefuhrwerk, das für die schwere Arbeit im Wald unverzichtbar ist. Damit werden Holz und Arbeitsgerät herangeschafft und später die fertige Holzkohle abtransportiert.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702

Narrengruppe beim Rathausbrunnen, Fasnacht 1913

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein bunter Haufen hat sich rund um den Rathausbrunnen zum Erinnerungsfoto versammelt. Kaum ein Kostüm gleicht dem anderen: Zu sehen sind phantasievoll Verkleidete. Manche Kostüme wirken aufwendig, andere offensichtlich improvisiert. Über der närrischen Gesellschaft wacht die »Schnitterin« auf der Brunnensäule.

1913 wird in Löffingen besonders ausgiebig Fasnacht gefeiert. Die »Laternenbrüder« begehen ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum und veranstalten einen großen Narrenumzug. Im Jahr zuvor und auch 1914 hält man sich dagegen mit größeren närrischen Aktivitäten zurück. Umso mehr scheint 1913 alles auf die Straße zu drängen, was sich irgendwie verkleiden lässt.

Die Aufnahme vermittelt schön, wie Fasnacht funktioniert. Fertige Kostüme lassen sich nicht einfach in großer Auswahl kaufen. Stoffe, alte Kleidungsstücke und vorhandene Accessoires werden wiederverwendet, umgearbeitet und neu kombiniert. Gerade aus diesen begrenzten Möglichkeiten entsteht eine erstaunliche Vielfalt – der Phantasie sind offenbar kaum Grenzen.

Im Hintergrund steht das frühere Fürstenbergische Amtshaus (Rathausplatz 2/3). Zu diesem Zeitpunkt ist das Gebäude bereits seit rund einem halben Jahrhundert in zwei Haushälften geteilt, deren Fassaden sich deutlich voneinander unterscheiden. In der linken Hälfte befindet sich das Postamt.

Standort des Fotografen: 47.883877, 8.344703

Anton Beha als Soldat, ca. 1914-1918

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Der junge Anton Beha steht in Uniform vor der Kamera. Er ist Musketier im Infanterie-Regiment Nr. 170. Geboren am 1. April 1899 als Sohn des Landwirts Johann Beha und seiner Ehefrau Wilhelmine Beha (geb. Schultheiß), wächst er in der Vorstadtstraße im Haus Nr. 10 auf. Seine Kriegsstammrolle vermerkt seinen Einsatz an der Westfront: Vom 27. Mai bis 9. Juni 1918 nimmt er an den Kämpfen bei Soissons und Reims teil.

Am 28. Oktober 1918, nur wenige Tage vor dem Ende des Ersten Weltkriegs, wird Anton Beha in den Argonnen an beiden Beinen schwer verwundet. Er erliegt seinen Verletzungen im Alter von nur 19 Jahren, 7 Monaten und 3 Tagen. 1919 wird sein Leichnam geborgen und am 6. November 1919 auf dem Soldatenfriedhof in Froidos (Département Meuse) beigesetzt. Sein Name ist auf dem 1930 eingeweihten Gefallenendenkmal am Mailänder Tor verzeichnet.

Standort des Fotografen: ???

Männergruppe bei einem Ausflug, ca. 1910

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine große Schar Männer hat sich vor einem Gebäude zu einem Gruppenfoto versammelt. In fünf Reihen liegen und stehen sie dicht beieinander, geschniegelt in Anzügen und mit Hüten – einheitlich im Auftreten und doch individuell in Haltung und Ausdruck. Einige rauchen, andere halten Spazierstöcke in den Händen. Ein Mann in der zweiten Reihe hat ein Buch aufgeschlagen, als wolle er dem Moment eine besondere Bedeutung verleihen.

Auffällig ist, dass das Foto nur fragmentarisch überliefert ist: Die Anordnung der Gruppe deutet auf eine ursprünglich ausgewogene, wohl symmetrische Komposition hin. Am rechten Bildrand bricht diese jedoch ab – mehrere Personen sind angeschnitten, sodass anzunehmen ist, dass dort mindestens eine Handvoll Personen verloren gegangen ist.

Im Hintergrund sind an den Fenstern weitere Personen zu sehen, darunter auch Frauen und Kinder, die sich neugierig zum Fotografen wenden. Das Gebäude selbst wirkt wie ein Ausflugslokal. Vielleicht entsteht die Aufnahme bei einem Vereinsausflug, möglicherweise zum Titisee?

Wer weiß, wo das Foto aufgenommen wird? Wer erkennt die Männer? Sind sie Mitglieder der 1846 gegründeten Museumsgesellschaft?

1.Reihe, liegend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 [Eugen Hepting (1891-1915)], 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 [Hans Scheuregger], 8 ???, 9 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Pfarrer ???, 4 [??? Thoma], 5 Alfred Köpfler (1880-1939) (mit Buch), 6 ???, 7 [Ferdinand Eggert], 8 ???, 9 ???, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Konrad Bader (1868-1958), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Rupert Hepting (1866-1932), 9 ???, 10 ???, 11 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 [Karl Ritter (1850-1927)], 5 [Johann Preuß???], 6 ???, 7 ???, 8 Leo Münzer (1871-1952), 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: ???

Zwei Narren, Fasnacht 1914

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zwei Narren stehen nebeneinander, eng beieinander, fast kumpelhaft. Der linke trägt ein schillerndes, aus Taft gefertigtes Kostüm mit weiten Ärmeln und Flickenapplikationen. Dazu eine hohe, spitze Mütze. Sein Gefährte daneben gibt sich eleganter: kariertes Jackett mit großen Knöpfen, dunkle Weste, helle Hose mit seitlichem Streifen. Am Revers eine große Stoffblume, auf dem Kopf ein kleiner Hut mit auffälliger Feder. Unter dem Arm trägt er einen geschlossenen Regenschirm.

Die beiden Narren ergeben zusammen ein eingespieltes Duo – vielleicht Freunde, vielleicht Brüder, vielleicht einfach zwei, die wissen, dass Fasnacht der richtige Moment ist, um für die Kamera eine kleine Rolle zu spielen.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???

Und während sie hier lachend posieren, beginnt im selben Jahr der Erste Weltkrieg. Dieses Bild hält einen unbeschwerten Moment fest – Fasnacht, Humor, Freundschaft – unmittelbar vor einer Zeitenwende.

Standort des Fotografen: ???

Maria und Emma Winterhalder im Fotostudio, ca. 1916-1920

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hilde Adrion und Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Die beiden Schwestern Maria Winterhalder (?-?) und Emma Winterhalder (verh. Hasenfratz, 1898-?) lassen sich im Fotostudio in Neustadt fotografieren. Eine steht neben dem kleinen Tisch, die andere sitzt auf dem Stuhl, die Hände sorgfältig abgelegt. Der gemalte Hintergrund, der Blumenstrauß in der Vase, die bewusst gewählte Haltung – alles folgt den Regeln der Atelierfotografie. Ein solcher Besuch ist nichts Alltägliches. Man kleidet sich gut, nimmt sich Zeit und weiß, dass dieses Bild bleiben wird.

Die beiden jungen Frauen sind Töchter des Landwirts Robert Winterhalder und dessen Ehefrau Sophie Winterhalder (geb. Wittmann). Die Familie wohnt im »Schlempental« (Obere Hauptstr. 45). Maria Winterhalder kam ??? zur Welt. Emma Winterhalder wurde am 23. Juni 1898 geboren. Sie heiratet 1921 Karl Hasenfratz von Dittishausen

Oder sind es gar nicht die Winterhalder-Schwestern? Sind es vielleicht Agathe Jonner und Rosa Rosenstiel?

Standort des Fotografen: Neustadt

Haus Roth in der Ringstraße, ca. 1910-1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Emma Kienzle zur Verfügung.

Das Haus Roth in (Ringstr. 6) ist ein zweigeschossiges Wohnhaus mit angebauter Scheune und Stall. Mehrere Spalierbäume wachsen an der Fassade hoch. Vor dem Haus liegen Holzbiegen ordentlich aufgeschichtet. Über eine kleine Treppe gelangt man zur Haustür im Erdgeschoss.

Aufgenommen wird die Szene wohl zwischen 1910 und 1920. Wenige Jahre später brennen die Häuser im Hintergrund beim Großbrand von 1921 ab.

Das Anwesen befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Besitz von Theresia Roth (geb. Strobel, 1880-1956). Sie hatte es von ihren Eltern, dem Zimmermann Johann Baptist Strobel und seiner Ehefrau Sabina Strobel (geb. Welte), geerbt. Theresia Roth ist mit dem aus Dittishausen stammenden Landwirt und Maurer Josef Roth (1884-1948) verheiratet, der das Anwesen mit ihr bewirtschaftet. Deshalb hält sich viele Jahrzehnte lang der Hausname »s’Rothe«.

Standort des Fotografen: 47.883972, 8.343054

Ehepaar mit Kind, ca. 1914-1918

Fotograf: Richard Marth vorm. Ohlenschläger, Donaueschingen
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Vor einem Atelierhintergrund steht eine Familie – Vater, Mutter und Sohn – und blickt ernst in die Kamera. Der Vater trägt die Uniform eines Soldaten des Ersten Weltkriegs, mit Stehkragen, Knopfreihe und Schirmmütze. Seine Haltung ist aufrecht, die Hand ruht auf der Koppel und Uniformjacke. Neben ihm steht die Ehefrau in einem dunklen, hochgeschlossenen Kleid mit Spitzenbesatz und Kreuzanhänger. Zwischen den beiden Eltern steht der Sohn, schlicht gekleidet in Jacke, Knickerbockerhose und Stiefel.

Das Foto zeigt eine Familie, die in den Kriegsjahren zusammenhält, während der Vater vermutlich kurz vor dem Fronteinsatz steht oder sich im Heimaturlaub befindet. Solche Atelieraufnahmen werden häufig als Erinnerung für die Daheimgebliebenen oder als Andenken für den Soldaten selbst angefertigt.

Wer erkennt die Familie?

Standort des Fotografen: Donaueschingen

Karl Glunk als Soldat, 1917

Fotograf: Eduard Heid, Rastatt
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Glunk zur Verfügung.

Drei Tage nach seinem 19. Geburtstag wurde Karl Glunk (1897-1980) zum Militär eingezogen. Er kam nach Rastatt zum badischen Infanterie-Regiment 111. Dort lässt sich der Landsturmmann in seiner Uniform in einem Fotoatelier ablichten.

Das Porträt zeigt ihn in feldgrauer Uniform: ein hochgeschlossener Waffenrock mit blanken Knöpfen, dazu die Mütze mit Reichs- und Landeskokarde. Mit ernster Miene steht der junge Soldat vor einem gemalten Atelierhintergrund, der einen idyllischen Wald zeigt und dem Foto einen friedlicheren Rahmen verleiht. Seine rechte Hand ruht auf einem Holzpodest.

Geboren wurde Karl Glunk am 12. Oktober 1897 als Sohn des Landwirts Johann Glunk und dessen Ehefrau Maria Glunk (geb. Bader). In seiner Kriegsstammrolle ist als Beruf ebenfalls »Landwirt« eingetragen. Er ist noch nicht volljährig und muss schon in den Krieg ziehen.

Standort des Fotografen: Rastatt

Hochzeitsgesellschaft im Gasthaus »Ochsen«, ca. 1915

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Es ist ein besonderer Tag, einer, den man festhalten möchte – und dafür hat sich die ganze Hochzeitsgesellschaft ordentlich herausgeputzt. In einem Gasthaus versammeln sich Braut und Bräutigam mit Familie und Freund*innen zum Gruppenfoto. In der Mitte des Bildes stehen Braut und Bräutigam. Die Braut, ganz in Schwarz – das weiße Hochzeitskleid setzt sich erst später durch – mit einem weißen Schleier und Blumenstrauß, die etwas Helligkeit in die ernste Festkleidung bringen. Neben ihr steht der Bräutigam im dunklen Anzug. Um die beiden gruppieren sich die Gäste: Frauen in feinen Kleidern, mit Broschen, Rüschen und sorgsam frisierten Haaren, Männer mit Krawatten und Weste. Man ahnt die Aufregung, die diesem Moment vorausging: das Aufstellen, das Zurechtrücken der Stühle, das Rascheln der Kleider. Dann der Moment der Stille – »Jetzt bitte alle stillhalten!« – und der Fotograf Leo Molitor aus Neustadt drückt ab. Der Prägestempel unten rechts weist ihn als Urheber der Fotografie aus.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Johanna Straub (geb. Faller, 1885-?), 2 Anna Sibold, 3 ???, 4 Emma Hirt (verh. Münzer), 5 ???, 6 Josefa Sibold (geb. Faller), 7 Karl Sibold (1867-1917), 8 Maria Hummel, 9 Anna Hummel (geb. Sibold), 10 Josef Egle (1890-1970), 11 Karl Egle (1885-1940)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Braut ???, 5 Bräutigam ???, 6 Konrad Sibold, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 August Egle (1886-1946), 11 Anna Heizmann (geb. Faller)
3.Reihe, v.l.n.r.: Julius Zepf (1889-?), 2 Theresia Zepf (verh. Hurle, 1891-?), 3 Karl Zepf (1892-?), 4 Maria Zepf (verh. Rogg, 1887-1972), 5 ???, 6 Johann Preuß (1884-1943), 7 Agathe Preuß (geb. Sibold, 1882-1967)

Das Brautpaar ist bislang namentlich unbekannt. Die Hochzeitsfeier findet im Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) statt. Es scheint sich nicht um die Wirtsstube zu handeln, sondern um den Saal. Der Raum ist reich dekoriert mit gemusterten Tapeten und gerahmten Bildern. Ein Rohr ist unter der Decke eingezogen.

Standort des Fotografen: 47.884005, 8.345292

Josef Schweizer als Soldat, ca. 1914-1916

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Die Uniform sitzt straff, die Haltung ist aufrecht, fast steif – so, wie es sich für ein Soldatenporträt gehört. Josef Schweizer (1897-1916) schaut ernst in die Kamera, die Hand lässig auf die Lehne gestützt. Er ist noch sehr jung, nicht einmal volljährig. Geboren wurde er am 17. März 1897 als Sohn des Gipsers Franz Schweizer und dessen Ehefrau Anna Schweizer (geb. Götz). Er wirkt fast ein wenig unsicher, als würde er sich erst an den Gedanken gewöhnen, in Soldatenuniform abgelichtet zu werden. Darüber kann auch das glänzende Koppelschloss, die Knopfreihe und die Schirmmütze mit Kokarde nicht hinwegtäuschen.

Josef Schweizer stirbt am 21. Oktober 1916. Er wird nur 19 Jahre alt.

Standort des Fotografen: ???