Narrengruppe am Demetriusbrunnen, Fasnacht ca. 1934

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Fest steht eigentlich nur, wo das Foto aufgenommen wurde: Die Narrengruppe im Automobil hat auf dem unteren Rathausplatz geparkt. Rechts ist der (alte) Demetriusbrunnen zu sehen, der beim Bombenangriff 1945 zerstört wird. Im Hintergrund ist das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) und die ehemalige »Adler«-Scheune (Demetriusstr. 16-17) zu erkennen. Aber was stellen die Narren dar? Was für eine Bekanntmachung verliest wohl der Mann mit dem Zylinder?

Standort des Fotografen: 47.883794, 8.343753

Umzugswagen vor dem Haus Guth, Fasnacht 1936

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

In der unteren rechten Ecke ist das Datum gestempelt, an dem das Foto aufgenommen wurde. Der 24. Februar 1936 ist ein Montag, genauer gesagt der »Fasnet Mändig«. Der Umzug durch das Städtchen ist in vollem Gange. Gerade fährt eine Pferdekutsche über den Unteren Rathausplatz, vorbei am Haus Guth (Rathausplatz 6), in dem sich eine »Gottlieb«-Filiale befindet. Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Sagen und Märchen des Deutschen Volkes.« Um zu erraten, welche Geschichte hier dargestellt werden könnte, braucht es viel Phantasie. Vielleicht der »König Drosselbart«?

Standort des Fotografen: 47.883774, 8.343999

Narrengruppe vor der Bäckerei und Café Ritter, Fasnacht ca. 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vor der Bäckerei und dem Café Ritter (Rathausplatz 5) lässt sich eine Narrengruppe… pardon, eine Närrinnengruppe fotografieren. Die Damen stehen auf den Treppenstufen in weißen Sommerkleidern und tragen weiße Sommerhüte auf dem Kopf. Sie sind in der Überzahl. Ein einzelner Mann hat sich in die Gruppe verirrt, der als Clown verkleidet ist und auf der obersten Treppenstufe steht.

Wer erkennt die Mitglieder der Gruppe?
V.l.n.r.:

Flankiert wird die Gruppe von zwei Reiterinnen auf der linken Seite und einem Reiter zu Pferd auf der rechten. Der Rathausplatz ist weder asphaltiert noch gepflastert. Aufgrund der Witterung ist der Boden aufgeweicht und hat sich in ein matschiges Feld verwandelt.

Das Foto wird vermutlich Mitte der 1930er Jahre aufgenommen. Im rechten Schaufenster von Ritters hängt eine Hakenkreuz-Fahne als Dekoration.

Standort des Fotografen: 47.883953, 8.343882

Brautpaar Sevecke / Adrion mit der Hochzeitsgesellschaft, 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Genoveva Adrion (geb. 1935), genannt »Veva«, heiratet Walter Sevecke aus Hamburg. Im Garten ihres Elternhauses in der Alenbergstraße wird ein Gruppenfoto des Brautpaares mit der Hochzeitsgesellschaft aufgenommen. Die Kinder stellen sich in die erste Reihe, damit man sie auch ja sehen kann.

Links vom Brautpaar sitzen die Brauteltern. Daneben stehen Ernst Heiler und Rosa Heiler (geb. Adrion). Ganz rechts stehen Margarete und Fritz Adrion Jr., daneben Martha Adrion (geb. Fehrenbach) und Irma Adrion (geb. Schmid). Die Kinder sind v.l.n.r.: Werner Adrion, Luzia Heiler?, Ingrid Adrion, Jutta Adrion (verh. Knöpfle), Renate Adrion (verh. Schelb), Bernhard Adrion, Ilse Heiler, ???, Ottmar Heiler, Edgar Adrion.

Walter und Genoveva Sevecke bekommen drei Kinder. Doch Walter Sevecke stirbt bereits mit 38 Jahren. Die Witwe steht mit den Kindern allein da, und übernimmt die Hausmeisterstelle ihres verstorbenen Mannes für die Festhalle und die Schule. Später betreibt sie die städtische Minigolfanlage.

Standort des Fotografen: 47.886335, 8.343016

Klassentreffen des Jahrgangs 1907 im Kurpark, ca. 1967

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Die ehemaligen Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 1907 sind zu einem Klassentreffen zusammengekommen. Sie stellen sich zu einem Gruppenfoto im Kurpark auf. Möglicherweise hat man zuvor der verstorbenen Klassenkameraden auf dem Friedhof bei einem gemeinsamen Gräberbesuch gedacht.

Auf dem Foto sind u.a. in alphabetischer Reihenfolge zu sehen: Caroline Auer, Hermine Baumgart geb. Zürcher (1907-1998), Johann Beha (1907-1991), Clara Bromberger, Schreinermeister Josef Guth, Anna Jordan, Karl Jordan, Edmund Jordan (1907-1970), Willy Mayer, Emil Schlenker (1907-1999), Mathilde Schlenker geb. Fehrenbach, Hermine Schreiber.

Standort des Fotografen: 47.885279, 8.346520

Ehemaliger Bierkeller am Reichberg, 1998

Sammlung Familie Waßmer

Schon im Feuerversicherungsbuch von 1866 wird ein Bierkeller am Reichberg erwähnt. 1898 wurde er mit einem Schopf überbaut. Viele Jahrzehnte lang gehörte er der Familie Faller, die das Gasthaus »Lamm« (ab 1932: Gasthaus »Sonne«) in der Kirchstraße betrieb. Längst sind die Zeiten des Bierbrauens vorbei. Aber den ehemaligen Bierkeller und den Schopf gibt es bis heute, zugewachsen und versteckt hinter den Bäumen.

Standort des Fotografen: 47.879216, 8.343355

Blick von der »Bittenwiese« zur Schule und Festhalle, 1969

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Hinter dem Farrenstall und dem Bauhof öffnet sich die »Bittenwiese«. Auf dem Foto ist einer der Gärten zu sehen, der mit einem hölzernen Zaun eingefasst ist. Am linken Bildrand ist der 1964 gebaute Kindergarten (Schulweg 3) zu erkennen. Davor ist bereits ein kleiner Bolzplatz angelegt. Am rechten Bildrand stehen die Festhalle und die Grundschule. Dahinter ragen die Bäume der »Hasle« empor.

Standort des Fotografen: 47.882545, 8.346139

Blick vom »Schlempental« zur Haslachstraße, 1955

Sammlung Familie Waßmer

Über Gärten mit knorrigen Obstbäumen fällt der Blick zu den neu gebauten Häusern in der Haslachstraße. Doch nicht alle Gebäude auf dem Foto sind Neubauten. Am rechten Bildrand ist die Rückseite des Hauses vom Schotterwerksbesitzer Franz Bader (Stadionstr. 1) zu sehen. Links daneben schließt sich das Haus von Landwirt Anton Rappenegger (Talstr. 3) an, dessen holzverschindelter Seitengiebel zu sehen ist.

Die übrigen (meist kleinen) Einfamilienhäuser wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, um die Wohnungsnot zu bekämpfen. Ein Teil der Siedlung wurde von der »Neuen Heimat« erbaut, um Vertriebenen und Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten ein neues zu Hause zu geben. Vor dem Wäldchen »Hasle« ist das Dach vom Café Schönblick (Stadionstr. 6) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884927, 8.350491

Blick auf das Städtchen und den eingerüsteten Kirchturm, 1961

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Vom Haus von Dr. med. Lüdemann-Ravit in der Bonndorfer Straße fällt der Blick über die Bahnlinie hinweg in Richtung Städtchen. Zu sehen sind die beiden Häuser im Pfarrweg: Das Haus von Landwirt Ernst Heiler (Pfarrweg 1) und das Haus von Witwe Emma Butsch (Pfarrweg 2). Das katholische Pfarrhaus ist noch nicht erbaut, sodass der Blick über Gärten hinweg ungehindert bis zum 1949 erbauten Haus von Zahnarzt Paul Gwinner (Seppenhofer Str. 2) fällt.

Ins Auge sticht aber vor allem der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Der 57 Meter hohe Kirchturm ist gerade eingerüstet, denn er wird renoviert. Bislang war das Mauerwerk des Turmes sichtbar, jetzt wird er verputzt.

Standort des Fotografen: 47.880836, 8.343981

Narrengruppe vor dem Haus Wölfle in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vor dem Haus Wölfle (Obere Hauptstr. 23/25) hat sich eine Narrengruppe mit ihrem Umzugswagen aufgestellt. Ein Pferd ist vor einen Planwagen gespannt. Außerdem führen die Narren mehrere Kinderwagen mit sich. Sie stellen das »fahrende Volk« dar und bedienen mit ihrer Verkleidung und ihrem Auftreten mehrere Stereotypen in Bezug auf Sinti und Roma.

Das Bild wird am 8. Februar 1937 aufgenommen, wie durch den Stempel auf dem Foto vermerkt ist. Seit zwei Jahren gelten die Nürnberger Rassengesetze, durch die – neben den Juden – auch die »Zigeuner« diskriminiert und entrechtet werden. Und im darauffolgenden Jahr gründet die nationalsozialistische Regierung die »Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens«, die die rassistische Verfolgung dieser ethnischen Minderheit vorantreibt.

Das Haus Wölfle wurde von dem Landwirt Karl Wölfle nach dem Großbrand 1921 außerhalb des Städtchens erbaut. Am rechten Bildrand ist der holzverschindelte Seitengiebel des Nachbarhauses (Obere Hauptstr. 29) zu erkennen, das den beiden ledigen Schwestern Maria Meßmer (1877-1960) und Josefine Meßmer (1885-1960) gehört. Sie sind Töchter der »Linde«-Wirtsleute Karl und Pauline Meßmer.

Standort des Fotografen: 47.885198, 8.350123

Blick in die Kirchstraße zum Haus Koch, 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Anfang der 1960er Jahre sind Farbfotos noch eine echte Rarität. Hier fällt der Blick von der Unteren Hauptstraße in die Kirchstraße. Vorne rechts ist das Wirtshausschild vom Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) zu sehen. Mitten auf dem Platz vor der Kirche steht der Elisabethbrunnen. Er wird wenige Jahre später entfernt, weil er zum Verkehrshindernis geworden ist. Doch noch kann davon keine Rede sein, denn kein einziges Auto, weder fahrend noch geparkt, ist auf dem Foto zu sehen.

Links hinter dem Brunnen geraten die Häuser Sibold (Kirchstr. 19) und Koch (Kirchstr. 21) in den Blick. Beide Häuser wurden nach dem Großbrand 1929 mit Staffelgiebeln erbaut. Karl Koch verkauft u.a. »Teppiche« und »Gardinen«, wie auf der Fassade geschrieben steht. Vor dem Seitengiebel des Hauses Koch befindet sich ein kleines Gärtchen, das von einem Holzzaun eingefasst wird. Geht man daran vorbei, gelangt man zur Bittengasse, wo am Bittenbach das Schlachthaus steht, das rechts hinten zu erkennen ist. 1968 wird das kleine Gebäude abgerissen. In der Ferne grüßt vor der »Hasle« die 1953 erbaute evangelische Kirche.

Standort des Fotografen: 47.883099, 8.343753

Blick zum Haus Maier in der Unteren Hauptstraße, ca. 1940-1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Über den Holzzaun ragt im Hintergrund das Haus von Uhrmachermeister und Optiker Wilhelm Maier (1889-1954). 1919 hatte der aus Rötenbach stammende Maier sein Geschäft mit Werkstatt in der Unteren Hauptstraße eröffnet. Er stirbt am 30. Januar 1954 im Alter von nur 63 Jahren. Seine Witwe Luise Maier geb. Manock (1893-?) führt das Geschäft weiter.

Es wird 1959 modernisiert und im Erdgeschoss eine breite Schaufensterfront eingebaut. 1962 erfolgt die Übergabe an die Tochter Emilie Albrecht geb. Maier (1922-?) und ihren 1958 geheirateten Ehemann Heinz Albrecht. Die beiden führen das Geschäft bis zur Aufgabe 1991.

Im Vordergrund ist der kleine Garten zu sehen, der zum Haus Willmann (Untere Hauptstr. 4) gehört. Im Kinderwagen sitzt ein Kind von Bäckermeister Wilhelm Willmann (1910-1999) und seiner Ehefrau Maria Willmann geb. Straub (1911-2001).

Standort des Fotografen: 47.883269, 8.343618