Luftbild in Richtung Schule, Festhalle und evangelische Kirche, ca. 1955-1960

Sammlung Familie Waßmer

Vom Flugzeug aus fällt der Blick über die Bittenwiesen hinweg in Richtung »Hasle«. Davor steht das Gebäude der Festhalle und Volksschule, dessen Bau 1923 begonnen, aber infolge der Inflation und Wirtschaftskrise erst 1936 vollendet und eingeweiht werden konnte. Im Mitteltrakt befindet sich das Heimatmuseum. Rechts neben dem Schulgebäude steht die Evangelische Johanneskirche, die 1953 gebaut und am 27. Mai 1954 geweiht wurde.

Das evangelische Pfarrhaus (Lärchenweg 1) fehlt noch auf dem Foto, da es erst 1969 gebaut wird. Ebenso fehlt der Kindergarten, der 1964 am Schulweg gebaut wird. Noch befinden sich dort ausschließlich Gärten. Der Spielplatz existiert noch nicht und das Café »Naschwerk« (Bei der Kirche 8) wird freilich erst viele Jahre später gebaut.

Richtfest der Evangelischen Johanneskirche, Herbst 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Manfred Lauble zur Verfügung.

Am 19. Juli 1953 war die Grundsteinlegung für die neue Evangelische Kirche an der »Hasle« erfolgt. Schnell schritten die Bauarbeiten voran. Im Spätherbst 1953 kann bereits Richtfest gefeiert werden. Ernst Wider steht auf der Spitze des Turmdachs und verkündet den Richtspruch.

Standort des Fotografen: 47.881840, 8.348561

Zimmerleute beim Bau der Evangelischen Kirche, Herbst 1953

aus: Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der Johanneskirche, 2004

Nachdem am 19. Juli 1953 die feierliche Grundsteinlegung für den Bau der evangelischen Johannes-Kirche an der »Hasle« erfolgte, schreiten die Bauarbeiten zügig voran. Die Zimmerleute unter Julius Wider (Seppenhofen) leisten ganze Arbeit: Sie bauen den Dachstuhl, was aufgrund der sich verjüngenden Form kein leichtes Unterfangen ist. Doch Julius Wider und seine drei Söhne Hermann, Ernst und Fritz stellen ihr handwerkliches Können unter Beweis. Der Sohn Ernst benutzt das Dach sogar als Modell für seine Gesellenprüfung. Auf dem Foto sind v.l.n.r. Fritz Sibold, Willi Göpper, Hermann Wider, Fritz Wider, Heini Scholl und Klemens Duttlinger zu sehen. Ein halbes Jahr später wird der Kirchenbau am 27. Mai 1954 feierlich eingeweiht.

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Manfred Lauble zur Verfügung.

Standort des Fotografen: 47.881503, 8.348698

Bau der Evangelischen Kirche, Herbst 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Manfred Lauble zur Verfügung.

Die Pläne zum Bau einer Evangelischen Kirche reichen bis in die 1920er Jahre zurück. Schon damals bestand der Bedarf, zählte die evangelische Kirchengemeinde doch bereits 130 Mitglieder. Der Gemeinderat erklärte 1929 seine Bereitschaft, einen Bauplatz auf dem Alenberg zur Verfügung zu stellen. 1934 wurde in einem Bericht des Evangelischen Oberkirchenrates an das Badische Kultusministeriums der Bau einer Kirche als vordringliche Aufgabe bezeichnet. Vorläufig mussten die evangelischen Gläubigen ihre Gottesdientste weiterhin in einem Raum im alten Gasthaus »zur Sonne« und später im »Stadtbau« feiern. Diese Situation war untragbar.

Durch den Zuzug von evangelischen Flüchtlingen und Vertriebenen am Ende des Zweiten Weltkrieges wuchs die Anzahl der Gemeindemitglieder auf 500 (1947) an. Der Ruf nach einem eigenen Kirchenbau wurde immer dringender. Schließlich wurde ein Bauplatz an der »Hasle« erworben. Die Stadtgemeinde Löffingen stellte Bauholz zur Verfügung. Die Evangelische Landeskirche und das Gustav-Adolf-Werk unterstützten das Bauvorhaben finanziell. Am 19. Juli 1953 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Die Planung und die Bauaufsicht lagen in den Händen des Lenzkircher Architekten Quarz und dem Evangelischen Kirchenbauamt in Karlsruhe. Die Bauarbeiten wurden fast ausnahmslos von Löffinger Handwerkern durchgeführt, allen voran vom Baugeschäft Wider unter Leitung von Heinrich Wider.

Im Herbst 1953 war der Bau schon weit fortgeschritten. Der Rohbau stand. Der Dachstuhl war von Zimmerleuten unter Julius Wider (Seppenhofen) errichtet worden. Nur der Kirchturm war noch nicht gebaut. Kurze Zeit später konnte das Richtfest gefeiert werden.

Auch das Evangelische Pfarrhaus fehlt noch auf dem Foto, denn es wurde erst 1969/70 erbaut.

Standort des Fotografen: 47.881097, 8.348206

Hermann Ganter mit Festjungfrauen vor dem Jahn-Denkmal, ca. August 1931

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Else Egle, Gertrud Faller und Bärbel Rendina geb. Benz zur Verfügung.

Sieben Festjungfrauen und in der Mitte, quasi als Hahn im Korb, der Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957). Sie haben sich zu einem Gruppenfoto vor dem Jahn-Denkmal in der Hasle versammelt. Die Aufnahme entstand vermutlich anlässlich des Gau-Turnfestes am 1./2. August 1931.

Wer weiß, wie die Festjungfrauen heißen?

Unten rechts im Bild: Mathilde Keller, Schwester von Ernst Keller.

Standort des Fotografen: 47.879838, 8.349970

Errichtung des Jahn-Denkmals in der Hasle, 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nachdem der Gemeinderat am 15. März 1928 die Genehmigung zum Bau des Jahn-Denkmals in der Hasle erteilt hatte, konnte der Turnerbund loslegen. Mitglieder des 1905 gegründeten Vereins errichteten in ehrenamtlicher Arbeit das 3,40 Meter hohe Denkmal aus Tuffstein. Am 12. August 1928 konnte es durch die Bezirksturner der Bezirksvereinigung Hochschwarzwald feierlich enthüllt werden.

Die Enthüllung fand einen Tag nach dem 150. Geburtstag des als »Turnvater« bekannt gewordenen Pädagogen Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) statt. Der Begründer der deutschen Turnbewegung ist auch ein wichtiger Vertreter der frühen deutschen Nationalbewegung und als solcher heute nicht unumstritten.

Standort des Fotografen: 47.879838, 8.349970

Jahn-Denkmal nach der Fertigstellung, 1928

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Es ist geschafft! Das 3,40 Meter hohe Jahn-Denkmal in der Hasle ist fertiggestellt. Sechs Männer versammeln sich zu einem Gruppenfoto, ein Junge im Matrosenhemd gesellt sich dazu. Die Inschrift des Denkmals, auf diesem Foto kaum zu entziffern, weil der weiße Stein so überstrahlt ist, lautet: »Unserm Turnvater Jahn / Unsern Gefallenen 1914-18 / Turnerbund Löffingen / 1928«.

Hintergrund der Denkmalsetzung war der 150. Geburtstag des als »Turnvater« bekannt gewordenen Pädagogen Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852). Der Begründer der deutschen Turnbewegung ist auch als Protagonist der frühen deutschen Nationalbewegung bedeutsam. Das Turnen diente für Jahn dazu, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besatzung und für die Rettung Preußens und Deutschlands vorzubereiten. Er ist heute als Vertreter eines völkischen Nationalismus nicht unumstritten.

Der Turnernbund Löffingen setzte das Denkmal auch, um den im Ersten Weltkrieg gefallenen Turnern zu gedenken. Damals gab es das Gefallenendenkmal am Mailänder Tor noch nicht. Dieses wurde erst 1930 eingeweiht.

Standort des Fotografen: 47.879838, 8.349970

Transport eines Tuffsteines für das Jahn-Denkmal, 1928

Sammlung Familie Waßmer

Elf junge Männer, alle vermutlich Mitglied des Turnerbunds, transportieren einen Tuffstein, der für das Jahn-Denkmal in der Hasle bestimmt ist. 

v.l.n.r.: ???, Otto Schweizer (1906-1992)

Am 15. März 1928 hatte der Gemeinderat die Genehmigung zum Bau des 3,40 Meter hohen Denkmals erteilt. Fünf Monate später konnte am 12. August 1928 die feierliche Enthüllung durch die Bezirksturner der Bezirksvereinigung Hochschwarzwald stattfinden.

Standort des Fotografen: 47.880215, 8.349393