4 Fotos: Umzugswagen »Santa Maria« in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1961

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Mit voller Kraft voraus steuert die »Santa Maria« durch die Bahnhofstraße. Der Umzugswagen des Fußballclubs ist als Dampfschiff gestaltet, mit Bullaugen, Anker, Schornstein, Mast und bunten Wimpeln. Gezogen wird das Narrenschiff von einem Traktor, an dessen Steuer Franz Isele (1933-2014) sitzt. Neben dem Wagen läuft »Kapitän« Hans Müller (1926-2014) und navigiert seine ungewöhnliche Besatzung durch das Städtchen.

An Bord sind u.a. zu sehen: Ernst Wehrle (»Wehrli Schniider«), Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), Anton Maier, Bruno Schwanz, Erich Riedlinger (1936-1997), Hans Küßner (1937-2020), Emil Kopp (1932-2022)

An Bord herrscht ausgelassene Stimmung. Einige der Fußballer haben sich als Frauen verkleidet, andere geben mit breitkrempigen Hüten und dunklen Bärten finstere Seemänner oder Piraten. Gleich zwei Akkordeons sorgen für die passende musikalische Begleitung. Welche Lieder erklingen, wissen wir nicht – Seemannsromantik liegt Anfang der 1960er-Jahre jedenfalls im Trend. Freddy Quinn besingt seit Jahren die Ferne und das Meer, und mit »Seemann (Deine Heimat ist das Meer)« landet Lolita 1960 einen großen Schlagererfolg.

So verwandelt sich die Bahnhofstraße für einige Minuten in eine Hafenstraße. Die Fußballer gehen auf große Fahrt – auch wenn ihre »Santa Maria« das Baarstädtchen vermutlich nicht weiter verlässt als bis zum Ende der Umzugsstrecke.

Standort des Fotografen: 47.884009, 8.341860

Umzugswagen »Santa Maria« in der Unteren Hauptstraße, Fasnacht 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Müller zur Verfügung.

Bei strahlendem Sonnenschein liegt plötzlich das Schiff »Santa Maria« in der Unteren Hauptstraße vor Anker. Der Umzugswagen, von einem Traktor gezogen, ist mit Bullaugen, Anker, Schornstein, Mast und bunten Wimpeln als Dampfschiff gestaltet. Ob er gerade langsam durch die Straße fährt oder vor dem Geschäft »Konsum« (Untere Hauptstr. 7) einen kurzen Halt einlegt, lässt sich nicht erkennen.

An Bord drängt sich eine Schar Narren. Es sind Mitglieder des Fußballclubs, die für ihren Auftritt in Frauenkleider geschlüpft sind. Einer sitzt auf der Reling und lässt die Beine über die Bordwand baumeln, die anderen stehen dicht gedrängt dahinter. Auch der Mann vor dem Wagen gehört zur Inszenierung und gibt sich mit seiner Schirmmütze als Kapitän zu erkennen. Es ist  Kapitän ist Hans Müller (1926-2014).

Die Untere Hauptstraße bildet die Kulisse für das närrische Spektakel. Zu sehen sind der »Konsum«, das Gasthaus »Sonne«, die Brunnenstube und der Seitengiebel vom Kaufhaus Henzler – und mitten hindurch zieht das ungewöhnliche Narrenschiff. Welches Motto die Fußballer ihrem Wagen geben und wohin die närrische Seereise führen soll, ist leider nicht überliefert.

Standort des Fotografen: 47.883254, 8.343815

Luftbild des Städtchens von Südwesten aus, 1961

Photo Moser | Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

»Löffingen vom Flugzeug aus« lautet die Bildunterschrift der Ansichtskarte. Das Flugzeug befindet sich über dem noch unbebauten Gewann »Breiten«, das schon bald als Neubaugebiet erschlossen wird. Von hier öffnet sich ein weiter Blick über das Städtchen und seine Umgebung.

Viele markante Gebäude sind aus der Luft gut zu erkennen: die katholische Pfarrkirche St. Michael, das Rathaus und die Gasthäuser »Ochse«, »Löwe« und »Linde« sowie die »alte Sonne«. Am Rand des historischen Stadtkerns stehen die Festhalle und die Volksschule. Diesseits und jenseits der Bahnlinie befinden sich der Bahnhof und das weitläufige Sägewerk Benz. Auch neuere Gebäude prägen inzwischen das Ortsbild, darunter das mit einem Neubau erweiterte städtische Krankenhaus, die evangelische Kirche sowie der Farrenstall und der Bauhof. Die neue Trasse der Bundesstraße 31 führt den Durchgangsverkehr bereits am Städtchen vorbei.

Das Luftbild lässt sich anhand mehrerer baulicher Veränderungen recht genau datieren. Der Turm der katholischen Pfarrkirche ist frisch verputzt und gestrichen – diese Renovierungsarbeiten finden 1961 statt. Das neue katholische Pfarrhaus im Pfarrweg steht noch im Rohbau und wird erst 1962/63 bezogen. Der Kindergarten im Schulweg, dessen Bau 1964 folgt, fehlt hingegen noch.

Auch die Rückseite der Ansichtskarte liefert einen Hinweis: Sie trägt eine 15-Pfennig-Briefmarke mit dem Bild Martin Luthers aus der Serie »Bedeutende Deutsche«, die am 18. September 1961 erscheint. Die Marke belegt zwar nur, dass die Karte frühestens von diesem Zeitpunkt an verschickt werden kann. Zusammen mit dem frisch renovierten Kirchturm spricht jedoch alles dafür, dass die Luftaufnahme im Jahr 1961 entsteht.

Narrengruppe »Schneewittchen und die 7 Zwerge«, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Beim Narrenumzug zieht eine fröhliche Narrengruppe in bunten Kostümen über den oberen Rathausplatz. Vorneweg marschieren kleine Zwerge mit bemalten Gesichtern, wallenden Bärten, Zipfelmützen und Schürzen. Einer trägt sogar einen Werkzeugkasten – ganz wie es sich für einen fleißigen Zwerg gehört. Hinter ihnen wird ein Leiterwagen gezogen, auf dem weitere Zwerge eng beisammen sitzen. Dahinter schreitet Schneewittchen in weißem Kleid.

Die Häuserkulisse mit dem charakteristischen Eckerker vom Stadtbau (Demetriusstr. 1) im Hintergrund verrät: Die Szene spielt sich auf dem oberen Rathausplatz ab, wo sich Jahr für Jahr das närrische Treiben sammelt. Das Foto wird vermutlich an Fasnacht 1961 aufgenommen. Das Motto in diesem Jahr lautet: »Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken«.

Standort des Fotografen: 47.884106, 8.345051

Narrengruppe »Schotten« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht ca. 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Eine Gruppe Fasnachtsnarren zieht als »Schotten« verkleidet beim Narrenumzug über den unteren Rathausplatz. Unter dem Motto »Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken« marschieren die kostümierten Männer im Kilt und mit karierten Kniestrümpfen durch die Stadt. Der vorderste Teilnehmer trägt einen langen Stecken als Zeichen der Anführung. Es sind Mitglieder des Männergesangsvereins »Eintracht«, die sich hier als Narrengruppe zusammengefunden haben. Willy Siefert (1898-1968), der vorneweg marschiert, ist Vorsitzender des Vereins.

V.l.n.r.: 1 Karl Beha (1901-?), 2 ???, 3 Ernst Göhry, 4 ???, 5 ???, 6 Fitz Strobel (1906-1997), 7 Hermann Schilling (1914-1998), 8 ???, 9 Willy Siefert (1898-1968)

Im Hintergrund erkennt man das Mailänder Tor und das Haus Müller (Demetriusstr. 13) mit der Aufschrift »Mechanische Rep. Werkstätte« sowie das Haus Egle (Demetriusstr. 14), an dessen Fassade »K. Egle Modewaren« zu lesen ist. Trotz des ungemütlichen Wetters – die Straße ist nass, am Rand liegt noch etwas Schneematsch – säumen viele neugierige Zuschauer*innen die Straße. Erwachsene und Kinder stehen dicht gedrängt, warm eingepackt in Mäntel. Sie beobachten die fantasievoll verkleideten Narren mit sichtlicher Freude.

Standort des Fotografen: 47.883866, 8.344088

Narrengruppe vor dem Haus Guth, Fasnacht 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

»Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken«, so lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Diese Närrinnen und Narren haben sich zusammengetan und beteiligen sich als Gruppe an der Straßenfasnacht. Da die Frauen bauchfreie Kostüme tragen, handelt es sich vermutlich um Bauchtänzerinnen, die ganz im Sinne des Orientalismus exotisiert sind. Die Männer könnten Sultane oder »Haremswächter« darstellen.

Mitte der 1950er ist der Orientalische Tanz, der häufig als Bauchtanz bezeichnet wird, von den USA kommend in Westdeutschland angekommen. 1958 war er bereits so populär, dass er Eingang in die Schlagerwelt fand: Der Schlager »Zuckerpuppe (aus der Bauchtanz-Truppe)« von Bill Ramsey (1931-2021) feierte große Erfolge.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Edith Guth (verh. Ehinger, 1936-2020), 2 Josef Guth (1907-?), 3 ???, 4 Irmgard Guth (verh. Zepf)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hildegard Münzer, 2 Wilhelm Ehinger (1933-2020), 3 Gisela Fehrenbach (verh. Knöpfle)

Standort des Fotografen: 47.879789, 8.345708

Silvesterfeier bei Familie Zepf, Dezember 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Lydia Zepf zur Verfügung.

Die Zepf-Geschwister Elisabeth (1930-2012), Margaret (1932-2021), Albin (1934-2009) und Irma (geb. 1937) feiern zusammen mit ihren Familien Silvester. Man sitzt zusammen, hat schon gegessen und wartet jetzt, dass es Mitternacht schlägt und das Jahr 1962 beginnt. Selbst die Kinder sind noch nicht im Bett. Eines von ihnen hält einen Luftballon mit dem Werbeaufdruck »Kadus für’s Haar« in den Händen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Theo Hasenfratz (1934-2005)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elisabeth Isele (geb. Zepf), 2 Irma Hasenfratz (geb. Zepf), 3 Margaret Senn (geb. Zepf), 4 Zita Senn, 5 Josef Senn (1932-2013), 6 Lydia Zepf, 7 Marion Isele (mit Ballon), 8 Albin Zepf, 9 Andrea Senn

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Narrengruppe vor dem Bauhof, Fasnacht ca. 1961

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Das Schild, dass diese Narrengruppe mit sich führt, ist nur schwer zu entziffern. Darauf zu lesen ist wohl: »Internationales Sängerfest Vereinte Nationen«. Dazu passt, dass die Kostüme signalisieren, dass hier Menschen aus unterschiedlichen Ländern, ja Kontinenten versammelt sind. Schottenröcke stechen genauso ins Auge wie (vermeintlich) traditionelle Kleidung aus Fernost. Vermutlich sind es Narren des Männergesangsverein »Eintracht«, die sich mit Familienangehörigen vor dem neu erbauten Bauhof in der Bittengasse fotografieren lassen. Es könnte Fasnacht 1961 sein. Das Motto lautet: »Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken«.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anita Greuter, 2 Lucia Bader (geb. 1946), 3 Cäcilia Bader (geb. 1946)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franz Vogt, 2 Franz Maier (1923-2006), 3 Klaus Tschiggfrei (geb. 1942), 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Willy Siefert (1898-1968)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Engelbert Straetker, 3 ???, 4 Alfred Bader, 5 Hermann Schelling, 6 Dietmar Klose

Der Kindergarten (Schulweg) ist noch nicht gebaut, sodass im Hintergrund der Blick bis zu den Häusern in der Haslachstraße fällt.

Standort des Fotografen: 47.882750, 8.345444

Blick vom Kirchturm in Richtung Reichberg, 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael fällt der Blick in Richtung Reichberg. Aus einer Höhe von 57 Meter bietet sich eine gute Aussicht. Das katholische Pfarrhaus (Pfarrweg 3) steht noch nicht, es wird erst 1963 gebaut. Der Blick schweift über die Bahnlinie zu den Häusern in der Bonndorfer Straße und dann die Göschweiler Straße entlang. Noch sind die Conradin-Kreutzer-Straße und die Hebelstraße nicht angelegt. Das dortige Neubaugebiet entsteht wenige Jahre später Mitte der 1960er Jahre. In der Gartenstraße stehen bereits die Mehrfamilienhäuser Nr. 2 und Nr. 4. Alte Bäume säumen die Göschweiler Straße.

In der Straße Am Reichberg ist bereits der erste Neubau (Am Reicherg 2a) errichtet. Das Wohnhaus gehört Dr. Otto Geiss (1920-1972), der seit 1. September 1958 als Chefarzt am Städtischen Krankenhaus tätig ist. Er wohnt dort zusammen mit seiner Frau Hildegard und seinen Kindern Elisabeth, Monika, Bernd und Martin. Einige Meter neben dem Neubau ist ein altes Anwesen zu erkennen. Das Haus Wehrle (Am Reichberg 6a) trägt den Hausnamen »D’Usländers«, weil es seit altersher außerhalb der Altstadt steht.

Standort des Fotografen: 47.882622, 8.344048

Männer beim Anschieben eines Busses in der Bittengasse, 1961

Sammlung Familie Waßmer

12 Kegelbrüder aus Karlsruhe unternehmen einen mehrtägigen Ausflug in den Schwarzwald und machen dabei auch Station in Löffingen. Sie reisen mit einem kleinen Bus an und übernachten in der Pension Koch (Kirchstr. 21). Bei der Abreise streikt der Bus. Da heißt es wohl oder übel mit Anpacken und das Fahrzeug in der Bittengasse anschieben. Im Fotoalbum der Kegelbrüder ist das Foto beschriftet: »Wir müssen schieben – der ‚Alte‘ will nicht mehr«.

Rechts ist das Trafohäuschen zu sehen, das an der Ecke zum Schulweg steht.

Standort des Fotografen: 47.883333, 8.345556

Narrengruppe »Hexen« vor dem Café Fuß, Fasnacht 1961

Dieses Foto stellten dankenwerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

»Kleine Gruppen – viel Grund zum Gucken«, so lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Eine Gruppe Hexen steht vor dem Café Fuß (Rathausplatz 5). Sie tragen Masken – aber keine selbstgeschnitzten Holzmasken, wie es die »echten« Löffinger Hexen tun, sondern industriell gefertigte Masken. Die Hexen führen auch Reisigbesen mit sich. Eine hält einen Teppichklopfer in den Händen. Ob man mit dem auch fliegen kann?

V.l.n.r.: 1 ??? Biethinger, 2 Helga Stöhr (verh. Küßner), 3 Friedhilde Rosenstiel (verh. Wörner, 1932-2004), 4 Hedwig Egle (verh. Hepting, 1932-2020), 5 Erna Kuhlmann (1917-?), 6 Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule)

Rechts daneben der Junge ist Michael Kasprowicz (geb. 1951).

Standort des Fotografen: 47.883977, 8.343952

3 Fotos: Turnerbund beim Landesturnfest in Offenburg, August 1961

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Vom 3. bis 6. August 1961 nimmt der Turnerbund am 32. Landesturnfest in Offenburg teil. In ihrer weißen Turnerkleidung und mit ihrer Vereinsfahne posieren die Teilnehmer in unterschiedlichen Aufstellungen für den Fotografen.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Georg Willmann, 2 Robert Rosenstiel, 3 Rudi Selb, 4 Peter Gauger (»Schoscho«), 5 Norbert Brugger
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hans Jordan, 2 Richard Zepf, 3 Rolf Fehrenbach, 4 Willi Fehrenbach, 5 Hans Schneider, 6 Ernst Göhry, 7 Oberturnwart Anselm Zepf
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Dieter Butsch, 2 Walter Egle, 3 Andreas Nobs (»Pan«), 4 Wolfgang Zepf, 5 Hans Streit, 6 August Fehrenbach, 7 Josef Heiler III, 8 Klaus Wider

Oder sind die Fotos schon von 1958, als der Turnerbund zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte am Deutschen Turnfest in München teilnimmt?

Standort des Fotografen: Offenburg