Unterer Rathausplatz mit Demetriusbrunnen, 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zu den beliebtesten Fotomotiven im Städtchen gehört zweifelsohne diese Ansicht. Vor allem seit dem Wiederaufbau infolge des Großbrandes 1921 wird der Untere Rathausplatz mit dem Mailänder Tor und der Häuserzeile der Demetriusstraße mit ihren Staffelgiebeln immer und immer wieder fotografiert. Der Demetriusbrunnen im Vordergrund und der Staffelgiebel vom Café Fuss (Rathausplatz 5) im Hintergrund darf auf den Fotos nie fehlen. Am Dach des Mailänder Tores sind noch deutlich die Spuren des Kriegsschadens vom Zweiten Weltkrieg zu erkennen. Zunehmend parken Autos im Straßenraum. Vor dem Geschäft von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13) stehen Fahrräder, Mopeds und Kinderroller.

Standort des Fotografen: 47.883676, 8.343515

Laternenbrüder und Bürgermeister Laufer vor dem Café Fuss, Fasnacht 1970

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auf dem Rathausplatz vor dem Café Fuss haben die Laternenbrüder Position bezogen. Narrenvater Hermann Geisinger (1926-1989) hält eine Schriftrolle in Händen und verliest eine Proklamation an das närrische Volk. Er ist das neue Stadtoberhaupt, denn Bürgermeister Edmund Laufer (1922-1990) wurde soeben entmachtet. Schließlich regieren am Schmutzigen Dunschdig die Narren.

V.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.883943, 8.343919

Blick auf den Unteren Rathausplatz, 1960

Verlag A. Rebholz
Sammlung Familie Waßmer

Keine Menschenseele ist auf diesem Farbfoto zu sehen. Fast gespenstisch leer mutet das Bild an. Der Fotograf wollte offenbar die gesamte Aufmerksamkeit auf die Häuser am Unteren Rathausplatz und in der Demetriusstraße lenken, und da hätten Menschen seiner Meinung nach eher gestört. Vom Rathaus mit dem Kriegerdenkmal wandert der Blick hinüber zur Bäckerei von Viktor Fuss (Rathausplatz 5), entlang des Straßenzuges der Demetriusstraße mit den Staffelgiebeln, hin zum Mailänder Tor. Deutlich sind an der Dacheindeckung des Tores noch die Spuren des Zweiten Weltkrieges zu erkennen. In der Mitte des Platzes steht der 1954 neu eingeweihte Demetriusbrunnen. Daneben parkt ein blauer VW Käfer, dem Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders der 1950er Jahre. Das Foto fand als Ansichtskarte Verbreitung.

Standort des Fotografen: 47.883717, 8.343686

Unterer Rathausplatz mit Mailänder Tor, ca. 1930-1935

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ralf Gauger zur Verfügung.

Gekonnt fotografiert der Buchbindermeister und Fotograf Anton Rebholz (1875-1946) das Städtchen. Er wählt einen Blick von der Unteren Hauptstraße in Richtung des unteren Rathausplatzes und des Mailänder Tores. Der leere Vordergrund wirkt durch das Licht-Schatten-Spiel auf der Straßenoberfläche belebt. Der diagnonal verlaufende Schattenwurf führt geradewegs auf das Mailänder Tor mit seinem Glockentürmchen hin. Noch im dunklen Schatten steht der Demetriusbrunnen, aber die Brunnensäule mit der Statue des heiligen Demetrius wird vom Sonnenlicht angestrahlt. Zu sehen sind die Häuser der Demetriusstraße, die nach dem Großbrand 1921 entsprechend der Pläne der Wiederaufbaukommission errichtet wurden.  Am Giebel vom Haus Ritter (Rathausplatz 5) steht über dem Eingang geschrieben, dass sich darin eine »Bäckerei« und ein »Kaffee« befindet. Auch der Himmel wirkt belebt. Links wird er durch das schmiedeeiserne Wirtshausschild vom Gasthaus »Adler« begrenzt, das in das Foto hineinragt. Außerdem retuschierte Rebholz über den Staffelgiebeln der Demetriusstraße ein paar Wolken in das Bild.

Das Foto wurde in den frühen 1930er Jahren aufgenommen. Denn nicht schon bei der Erbauung des Mailänder Tores 1923, sondern erst 1930 wurden die Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges zusammen mit der Madonna mit dem Jesuskind neben dem Torbogen angebracht. Das Motiv war auf einer Ansichtspostkarte abgedruckt, das im Laden von Anton Rebholz vertrieben wurde. Diese Karte wurde am 29. Juli 1938 nach Karlsruhe geschickt.

Standort des Fotografen: 47.883509, 8.343757

Unterer Rathausplatz mit Demetriusbrunnen, ca. 1955-1960

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Scharf ragt sie in den Himmel hoch, die Speerspitze des heiligen Demetrius. 1953/54 wurde der neue Brunnen geschaffen, nachdem der alte Brunnen im Frühjahr 1945 durch einen Bombenvolltreffer zerstört worden war. »Sankt Demetrius beschütze uns«, steht als Inschrift auf der Brunnensäule. Der umgebende Platz ist noch nicht gepflastert oder geteert.

Malerisch ist der Altstadtring, der den Demetriusbrunnen einrahmt: Das Mailänder Tor und die angrenzenden Häuser der Demetriusstraße, die alle nach dem Großbrand 1921 mit Staffelgiebeln neu erbaut wurden. Die Bäckerei und das Café im Haus Rathausplatz 5 ist seit 1935 im Besitz von Viktor Fuss und seiner Ehefrau Ottilie geb. Meßmer. Mitte der 1960er Jahre übergeben sie das Geschäft an ihren Sohn Walter Fuss.

Standort des Fotografen: 47.883727, 8.343706

Demetriusbrunnen auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Zu den ersten farbigen Ansichtskarten, die nicht nachträglich coloriert wurden, zählt diese Ansicht des unteren Rathausplatzes mit dem Demetriusbrunnen, dem Mailänder Tor und den Häusern in der Demetriusstraße mit ihren charakteristischen Staffelgiebeln. Mal ehrlich: ein buntes Städtchen ist schon auch schön, verglichen mit den alten Schwarz-Weiß-Fotografien, oder? Dabei waren die Fassaden damals längst nicht so bunt gestrichen wie heute. Aber nicht zuletzt der Blumenschmuck am Demetriusbrunnen kommt hübscher zur Geltung.

Standort des Fotografen: 47.883736, 8.343711

Fasnachtsgruppe vor dem Kriegerdenkmal, ca. 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Matthias Frank und Olga Streit zur Verfügung.

Wie aus »Tausendundeiner Nacht« muten die Männer in ihren Gewändern und mit ihren Turbanen an, die auf dem unteren Rathausplatz stehen. Sie führen einen Wagen mit sich, von Pferden gezogen, auf dem mehrere Frauen stehen. Der Wagen ist mit einem Halbmond geschmückt. Nur das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Feldzug 1870/71 mit dem Reichsadler stört die Illusion, man sei im Orient.

Wer weiß, wer die Närrinnen und Narren sind?

  1. Reihe, v.l.n.r.: Willy Mayer (1907-1994) im weißen Gewand, ???, ???, ???, Anton Geisinger (1911-1978), ???, ???, ???.
    2. Reihe, v.l.n.r.: evtl. Olga Geisinger geb. Schmutz (1919-1996), ???, ???.

Standort des Fotografen: 47.883795, 8.344026

Automobil beim Fasnachtsumzug, ca. 1975

Sammlung Familie Waßmer

Wäre das Foto nicht farbig, sondern schwarz-weiß, und wären da nicht Girlanden mit bunten Fransen über die Straße gespannt und andere, modernere Autos im Hintergrund erkennbar, dann könnte man meinen, das Foto sei um die Jahrhundertwende entstanden. Auf dem Automobil haben u.a. Josef Bayer (1930-2005) und Hedwig Bayer geb. Schmid (1924-1996) sowie Karl Krieg (geb. 1927) und Marianne Krieg Platz genommen.

Standort des Fotografen: 47.883812, 8.343854

Narrenbaum vor dem Café Fuß, ca. 1961

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Vor der Bäckerei und dem Café von Viktor Fuss (Rathausplatz 5) wird am Schmutigen Dunschdig der Narrenbaum aufgestellt. Seit 1914 ist es das Vorrecht der Zwanzigjährigen, den über 20 Meter hohen Baum aufzustellen. Anschließend werden sie auf die Laterne der Laternenbrüder vereidigt und schwören ihre Treue zur Löffinger Fasnacht.

Das Haus Fuss ist nicht nur alljährliche Kulisse dieser Zeremonie, sondern es kommt auch in einem der bekannteren Fasnachtssprüche vor: »’S isch en Beck am Rothuus-Eck, / ma sait im nu de Fuessebeck. / Er streckt de A… zum Fenster us und sait es isch ein Weck. / ‘S isch kon Weck , ‘s isch kon Weck, / ‘s isch de A… vom Fuessebeck.«

Standort des Fotografen: 47.883910, 8.343825

Unterer Rathausplatz im Winter, ca. 1960

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Eine Winterlandschaft wie aus dem Bilderbuch! So präsentiert sich der untere Rathausplatz auf diesem Foto. Es hat frisch geschneit. Die Schneeberge türmen sich. Die Demetriusstatue auf dem Brunnen und der Adler auf dem Kriegerdenkmal tragen eine weiße Haube. Malerisch schön wirkt die weiße Pracht auf den Dächern und den Staffelgiebeln in der Demetriusstraße und auf dem Haus Fuß (Rathausplatz 5). Auch die Fahrbahn der B31, die durch das Städtchen führt, ist noch ganz weiß. Ein Fahrradfahrer versucht gerade sein Glück und bahnt sich auf dem rutschigen Untergrund seinen Weg. Ihm folgt ein Auto.

Standort des Fotografen: 47.883715, 8.343649

2 Fotos: Hochzeitszug auf dem unteren Rathausplatz, 1. Oktober 1946

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Die beiden Fotos von einem Hochzeitszug durch das Städtchen haben zweifelsohne Seltenheitswert. Aufgenommen wurden sie aus einem Fenster des Hauses Limb (Untere Hauptstr. 4). Der Blick fällt in Richtung des unteren Rathausplatzes.

Besonders ist zunächst, dass eine Doppelhochzeit gefeiert wird. Deutlich zu erkennen ist, dass zwei Bräute in weißen Brautkleidern und zwei Bräutigame im schwarzen Frack und mit Zylinder die Untere Hauptstraße entlang marschieren. Familienangehörige, Freunde und Bekannte folgen ihnen. Auf dem einen Bild bewegt sich der Zug in Richtung »alte Sonne«, wo im Saal der evangelischen Kirchengemeinde die kirchliche Trauung stattfindet. Auf dem zweiten Foto bewegt sich der Zug zur Hochzeitsfeier im Gasthaus »Traube« in Seppenhofen. Das eine Brautpaar ist der Landwirt Gottlieb Mayer (1920-2008) und seine Ehefrau Luise geb. Schopferer (1923-2012). Das andere Brautpaar ist der Tapeziermeister Emil Döschle und seine Ehefrau Marie. 

Seltenheitswert haben die beiden Aufnahmen aber vor allem, da die Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges noch deutlich im Städtchen zu erkennen sind. Auf dem Rathausplatz steht ein Holzmast, um die elektrische Leitung provisorisch abzustützen. Am linken Bildrand ist ein Bombentrichter zu sehen, der durch ein Holzgeländer abgesperrt ist, damit niemand hinein fällt. Bei dem Bombenangriff im April 1945 war der Demetriusbrunnen durch einen Volltreffer zerstört und weite Teile der Bachüberdeckung aufgerissen worden. Eineinhalb Jahre nach Kriegsende und der Befreiung vom NS-Regime sind die Spuren des Krieges noch unübersehbar.

Standort des Fotografen: 47.883467, 8.343731

Mann am neuen Demetriusbrunnen, ca. 1954-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Neun Jahre klaffte Mitten im Städtchen eine Lücke: der 1912 geschaffene Demetriusbrunnen war im Frühjahr 1945 bei einem Fliegerangriff getroffen und zerstört worden. Nur die Statue des Demetrius blieb unbeschädigt. Neun Jahre später war es schließlich soweit und die Figur fand einen neuen Standort: 1954 wurde der neue Demetriusbrunnen geschaffen.

Dieses Foto ist kurze Zeit später aufgenommen worden. Wie schon der alte Brunnen, so ist auch der neue ein beliebtes Fotomotiv. Zwar ist der Demetrius aus dieser Perspektive nur von hinten zu sehen, dafür hat man aber einen schönen Blick auf den Giebel des Hauses Fuß und auf die Häuserzeile in der Demetriusstraße mit den Staffelgiebeln.

Karl Bank aus der Dittishausstraße lässt sich vor dem neuen Brunnen fotografieren.

Standort des Fotografen: 47.883731, 8.343681