Unterer Rathausplatz, ca. 1970/71

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Es ist Dezember 1970 oder Januar 1971. Es ist Winter, am rechten Bildrand ist ein Weihnachtsbaum zu erkennen. Auf dem Farbfoto ist ein stimmungsvolles Winterbild des unteren Rathausplatzes eingefangen. Eine dünne Schneedecke liegt auf dem Platz, auf den Dächern und den Staffelgiebeln der Häuser.

Der Fotograf steht vor dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2), in dem sich auch eine Filiale der »Bezirks-Sparkasse« befindet. Das schmiedeeiserne Wirtshausschild hängt hier wie eh und je in luftiger Höhe, darunter ein eher schmuckloses Werbeschild für »Fürstenberg Bier«. Alle Häuser, die auf dem Foto zu sehen sind, sind erst knappe 50 Jahre alt, denn sie wurden allesamt nach dem Großbrand 1921 erbaut.

Das Foto lässt sich so präzise datieren, weil am linken Bildrand das Haus Müller (Demetriusstr. 13) fehlt. Zu sehen ist die Brandwand des Mailänder Tores, das Haus selbst fehlt und ist auch abgeschnitten, weil es die Idylle auf dem Foto stören würde. Denn das Haus Müller brannte am 17. Oktober 1969 ab. Die Ruine wurde im Laufe des Jahres 1970 abgetragen. Eine hässliche Lücke würde auf dem Foto klaffen, hätte der Fotograf eine leicht andere Perspektive gewählt.

Standort des Fotografen: 47.883567, 8.343771

2 Fotos: Fanfarenzug beim Demetriusbrunnen, 1977

Zwei Jahre ist er alt, der Fanfarenzug, als dieses Foto seiner Mitglieder aufgenommen wird. Die Vereinsgründung war am 1. Juli 1975 im Clubhaus des SV Göschweiler erfolgt. Anfangs gehörten ihm 14 Bläser und acht Trommler an.

Für das Gruppenfoto posiert man auf dem unteren Rathausplatz beim Demetriusbrunnen. Als Kulisse im Hintergrund dienen die mittelalterlich anmutenden Häuser des Stadtrings mit dem Mailänder Tor und den Staffelgiebeln der Demetriusstraße. Dabei wurden alle diese Häuser erst nach dem Großbrand 1921 errichtet.

1.Reihe, v.l.n.r.:
2.Reihe, v.l.n.r.:
3.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.883725, 8.343734

Umzugswagen auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1927

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor der Bäckerei und dem Café Ritter (Rathausplatz 5) hat sich diese Narrengruppe aufgestellt. Es handelt sich um den Turnerbund. Ein paar Musikinstrumente werden mitgeführt: eine Pauke, eine Tuba und ein Akkordeon sind zu erkennen. Dahinter steht ein Umzugswagen, auf dem sich ebenfalls einige Narren tummeln. Außerdem ist an ihm eine Schnitzelbank angebracht. So heißt die Schautafel, auf der eine Moritat szenisch dargestellt wird, die bei einem Bänkelgesang zum Besten gegeben wird.

1.Reihe, v.l.n.r.: Otto Schweizer (?), ???, ???, ???, ???, ???, ???, ??? (Pauke), Anselm Zepf, ??? (Tuba), ???, ???, ???, ???, August Fehrenbach (?), Fritz Strobel (?), ???
2.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.883939, 8.343895

Umzugswagen »Hamburg« auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Zu welchem Anlass das Schiff »Hamburg« hier über den unteren Rathausplatz fährt, ist unbekannt. Sicher ist nur, dass gerade ein Festumzug stattfindet – und kein Fasnachtsumzug wie 1929, als die »Hamburg« schon einmal durch das Städtchen kreuzte. Fest steht auch, dass das Foto in der NS-Zeit aufgenommen wird, wie an den Hakenkreuzfahnen zu erkennen ist, die an den geschmückten Häusern wehen. Die Matrosen und Belegschaft an Bord gehören dem Turnerbund an.

Im Vordergrund rechts ist eine Schar Kinder zu sehen, mehrere tragen die Uniformen der Hitlerjugend und des Bund deutscher Mädel. Da manche Kinder mit wärmeren Jacken gekleidet sind und das Bäumchen vor dem Café Ritter (Rathausplatz 5) noch kahl ist, scheint es sich um das Frühjahr zu handeln. Denkbar wäre ein Festumzug am 1. Mai, dem zum Feiertag erhobenen »Tag der nationalen Arbeit«.

Auf dem Schiff stehen:
1.Reihe, v.l.n.r.: Engelbert Müller, ???, ???, ???, Hilde Schultheiß (verh. Schulz), Alma Egle, Elise Schultheiß (verh. Würzburger), Anna Beha, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, August Fehrenbach, ???
2.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.883831, 8.343929

Blick vom Kirchturm in Richtung Rathaus, ca. 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Kirchturm eröffnet sich ein grandioser Blick auf das Städtchen. Zu sehen sind im Vordergrund die Häuser der Kirchstraße mit dem Haus Kuster (Kirchstr. 14) und dem Haus Benz (Kirchstr. 12). Über ihre Dächer ragen knapp die Häuser der Eggertenstraße. Das »Eckeret«, wie der Winkel genannt wird, ist das am dichtesten bebaute Gebiet innerhalb des Altstadtrings.

Dahinter sind die Häuser am Rathausplatz zu sehen, dominiert vom Rathaus und der »alten Sonne« (Rathausplatz 9-10), die 1972 abgerissen wird. Der Platz daneben diente bis 1936 als Schulhof. Schön zu erkennen ist auch der untere Rathausplatz mit dem Mailänder Tor und dem 1954 neu erbauten Demetriusbrunnen.

Standort des Fotografen: 47.882615, 8.343904

Verkleidetes Kind mit Narrenbaum, Fasnacht 1966

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Narrenbaum liegt quer auf dem unteren Rathausplatz und wartet darauf, gleich vor dem Café »Fuß« aufgestellt zu werden. Daneben posiert ein kleiner Fasnachtsnarr: Doris Bader (geb. 1962) hat sich als Kaminfeger verkleidet. Bis sie sich bei den 20-Jährigen einreiht, werden allerdings noch 16 Jahre vergehen, denn erst 1982 wird sie beim Aufstellen des Narrenbaums selbst beteiligt sein.

Standort des Fotografen: 47.883828, 8.343711

2 Fotos: Hexen mit kleinem Clown, Fasnacht 1967

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Man muss wohl den eigenen Vater in der Hexengruppe haben, um sich als kleines Kind nicht vor den Hexen mit ihren selbst geschnitzten Holzmasken zu fürchten. Die kleine Doris Bader, die sich als Clown verkleidet hat, hat keine Berührungsängste, kennt sie doch die Hexen mit und ohne Maske.

Vor dem Café »Fuß« (Rathausplatz 5) haben sich die Hexen zu einem Verschnaufspäuschen niedergelassen, denn Fasnacht macht müde. Sie haben einen Bierkasten bei sich. Also zumindest den Durst können sie löschen.

Standort des Fotografen: 47.883957, 8.343886

2 Fotos: Kanone auf der Fasnachtsbühne vor dem Rathaus, Fasnacht 1937

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Michael und Dorothea Kasprowicz zur Verfügung.

Bei einem »Schützengildenfest im 15. Jahrhundert« darf offensichtlich eine Kanone nicht fehlen. Denn so lautet das Motto der Fasnacht 1937 und unübersehbar in der Mitte der Fasnachtsbühne steht ein riesiges Geschütz. Es ist »Fasnetmändig«, der 8. Februar 1937. Eine große Menschenmenge hat sich auf dem Rathausplatz eingefunden, um dem närrischen Treiben zuzuschauen.

Standort des Fotografen: 47.883962, 8.344886

Entmachtung von Bürgermeister Laufer, Fasnacht 1974

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Dem Bürgermeister Edmund Laufer (1922-1990) sind Handschellen angelegt. Es ist »Schmutziger Dunschdig« und er wurde gerade auf dem Rathaus verhaftet und von der weiblichen Narrenpolizei abgeführt. Jetzt muss er sich auf dem unteren Rathausplatz vor dem Narrenvolk verantworten und sich von den »Laternenbrüdern« die Leviten lesen lassen.

V.l.n.r.: Helga Hensler (verh. Nick, Göschweiler), Jupp Hoitz, Hermann Geisinger, Helmut Pacher, Rolf Meßmer (verdeckt), Edmund Laufer, Peter Kaiser (1941-2018), Ingrid Agostini (verh. Willmann), Marlene Ganter (verh. Vogt, Göschweiler), Karola Körner (verh. Reichenbach), Regina Carpenelli (Göschweiler)

Standort des Fotografen: 47.883934, 8.343861

20-Jährige im Café »Fuß«, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Der »Fasnetfunken« ist abgebrannt. Durchgefroren versammeln sich die 20-Jährigen danach im Café »Fuß«, um sich aufzuwärmen und sich selbst zu feiern. Man musiziert, trinkt Alkohol und lacht miteinander. Das Café ist mit einer Girlande geschmückt.

Auf dem Foto sind in alphabetischer Reihenfolge zu sehen: Hedwig Egle (verh. Hepting, 1932-2020), Kurt Egle, Alice Faller (verh. Schilling), Alfred Fehrenbach, Johann Fehrenbach (»Molker Johann«), Richard Funk, Magdalena Fürst (verh. Kopp, 1932-2015), Walter Fuß, Hedwig Hasenfratz (verh. Berger), Ewald Hepting, Johanna Geisinger (verh. Nägele), Helmut Gromann (1932-1996), Kurt Jonner, Edmund Jordan, Emil Kopp, Christa Krauss (verh. Welte), Anneliese Laufer (verh. Lös), Helmut Laufer, Joachim Laufer, Christine Ritter (verh. Walz, 1932-2020), Edeltraud Rohrer (verh. Nickel), Friedhilde Rosenstiel (verh. Wörner), Otto Schwanz, Bernd Studer, Gottfried Vogelbacher (1933-2008), Margarete Zepf (verh. Senn), Eugen Zimmermann.

Standort des Fotografen: 47.884005, 8.344074

2 Fotos: Blick vom Kirchturm zum Alenberg, ca. 1926

Verlag A. Rebholz
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor wenigen Jahren wütete ein Großbrand und legte das halbe Städtchen in Schutt und Asche. Mittlerweile ist der Wiederaufbau abgeschlossen. Der Schrecken ist verblasst und alles wirkt wieder friedlich. Vom Kirchturm aus hat man einen imposanten Blick in Richtung Alenberg. Man sieht gleich mehrere neugebaute Häuser am unteren Rathausplatz, in der Demetriusstraße, der Ringstraße und der Alenbergstraße, an den Staffelgiebeln zu erkennen. Blickt man auf das massive Rathausgebäude, dann überrascht es nicht, dass die Feuerwehr 1921 alles daran setzte, um dieses Gebäude zu erhalten. Ein brennendes Rathaus hätte ganz sicher ein Übergreifen des Feuers auf weitere Straßenzüge und deren Untergang bedeutet.

Ähnlich massiv wie das Rathaus ist das ehemalige Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9-10), dessen Rückseite zur Eggertenstraße hin zu sehen ist. Die unbebaute Fläche zu seiner Linken dient als Schulhof, denn noch befindet sich die Volksschule im Rathausgebäude. Außerhalb des Stadtrings sind die Häuser der Vorstadtstraße und der Oberen Hauptstraße zu erkennen. Im Hintergrund sieht man den Friedhof mit der Kapelle.

Standort des Fotografen: 47.882612, 8.344053

Narrengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1936

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Was mag das für eine selbstgebastelte Maschine sein, die diese Narren mit sich führen? Auf die Räder eines Kinderwagens montiert, schieben sie das Ding über den unteren Rathausplatz und liefern eine Show ab. Die Lacher der umstehenden Schaulustigen sind ihnen sicher. Es ist »Fasnet Mändig«, der 24. Februar 1936, wie oben rechts auf das Foto gestempelt ist. »Sagen und Märchen des deutschen Volkes« lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht.

Im Hintergrund sind die Bäckerei und das Café Ritter (Rathausplatz 5) zu sehen und die Häuser Fürst und Hasenfratz in der Demetriusstraße.

Standort des Fotografen: 47.883836, 8.343912