Mitglieder des Fanfarenzuges am Demetriusbrunnen, 2000

Aus der Festschrift »25 Jahre Fanfarenzug Löffingen«

Vom 30. September bis 1. Oktober 2000 feiert der Fanfarenzug sein 25-jähriges Gründungsjubiläum. Die Festschrift, die zu diesem Anlass herausgegeben wird, zeigt auf ihrer Titelseite ein Gruppenfoto der Mitglieder, die vor dem Demetriusbrunnen stehen.

Kaum vorstellbar, dass bei der Vereinsgründung am 1. Juli 1975 im Clubhaus des SV Göschweiler nur 14 Bläser und acht Trommler dabei waren!

Standort des Fotografen: 47.883725, 8.343734

Idealisierte Ansicht des Unteren Rathausplatzes, ca. 1960-1965

Sammlung Familie Waßmer

Diese Radierung zeigt den Unteren Rathausplatz.  Zu sehen ist am rechten Bildrand das Rathaus mit dem Kriegerdenkmal, in der Platzmitte der neue Demetriusbrunnen von 1954 und am linken Bildrand der Straßenzug der Demetriusstraße. Die Häuser wurden nach dem Großbrand 1921 entsprechend der Plänen der Wiederaufbaukommission neu erbaut. Das Mailänder Tor mit seinem Türmchen und die aufragenden Staffelgiebel wirken in den Augen des unkundigen Betrachters fast mittelalterlich. Vorne links ragt das Wirtshausschild des Gasthauses »zum Adler« ins Bild, was in der Realität in diesem Blickwinkel gar nicht möglich ist.

So schön die Radierung ist, so sehr ist ihr historischer Wert gering. Sie zeigt eine idealisierte Ansicht der 1960er Jahre. Der Platz war zu dieser Zeit bereits lange asphaltiert. Die Radierung erweckt aber den Eindruck, dass er gepflastert war. Realität in den 1960er Jahren war auch, dass der Platz von Autos zugeparkt war und dass durch das Städtchen der gesamte Verkehr der Bundesstraße 31 floss. In der Radierung fährt aber gerade eine Pferdekutsche durch das Bild. Man meint das Geklapper der Hufen und das Rattern der Holzräder auf dem Kopfsteinpflaster zu hören.

Heute wird die Ansicht vor allem als Motiv für die Werbung benutzt, sei es für den »Städtlesekt«, sei es für den »Städtlekaffee«. Sie dient dem Stadtmarketing.

Wer weiß, wer die Radierung geschaffen hat?

Standort des Künstlers: 47.883761, 8.343641

Mailänder Tor, ca. 1950-1955

Stadtarchiv

Durch das Mailänder Tor bewegt sich gerade ein Ochsengespann, auf dem Holzbretter transportiert werden. Über dem Torborgen hängt die Madonna mit Jesuskind, von einem Strahlenkranz eingerahmt. Die Plastik wurde 1930 geschaffen und gehört zu den beiden Gedentaktafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges, die über den kleinen Törchen links und rechts angebracht sind. Die Dacheindeckung zeigt, dass das Foto in der Nachkriegszeit aufgenommen wurde, deutlich sind noch die reparierten Kriegsschäden zu erkennen.

Links neben dem Mailänder Tor steht das Haus von Mechanikermeister Karl Müller, der es 1950 von der Stadtgemeinde erworben hat. Motorräder und Fahrräder sind vor dem Haus und im Schaufenster zu erkennen. »Mechanische Rep[aratur] Werkstätte«, steht an der Hausfassade.

Standort des Fotografen: 47.883751, 8.343863

Umzug beim Volksturnfest, 24. Juli 1921

Sammlung Familie Waßmer

Wenn die Beschriftung auf der Rückseite dieser Fotografie stimmt, dann entstand diese Aufnahme am Sonntag, den 24. Juli 1921, nur vier Tage vor dem Großbrand, der das halbe Städtchen in Schutt und Asche legte. Zu sehen ist ein Festumzug anlässlich des Volksturnfestes. Gerade geht der Schnitter-Reigen mit seinen glänzenden Sensen durch das Bild. Alles ist friedlich. Unvorstellbar in diesem Moment, welche Brandkatastrophe die Einwohner kurze Zeit später heimsuchen wird.

Der Festumzug bahnt sich seinen Weg durch die Tordurchfahrt des Mailänder Tores und biegt dann neben dem Haus von Schmiedemeister Emil Fürst (Rathausplatz 5) in die Landstraße ein. An der Seitenmauer des Hauses sind zwei Wegweiser angebracht: Rechts geht es nach Donaueschingen, links geht es nach Neustadt. Neben dem Mailänder Tor sind die Häuser von Flaschnermeister Ferdinand Wilmann (Demetriusstr. 13) und von Korbmacher August Egle (Demetriusstr. 14) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883935, 8.344102

Fasnachtsumzug mit den Dittishauser Geißen, ca. 1968-1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rene Egle zur Verfügung.

Kleine und große Fasnachtsnarren säumen den Weg des Fasnachtsumzuges. Die Geißenzunft Dittishausen, 1968 gegründet, marschiert gerade die Untere Hauptstraße entlang. Hinter den Geißen ist die Einzelfigur des »Geißentöter« zu erkennen, der den kalten Ostwind symbolisiert.

Im Hintergrund ist neben dem Mailänder Tor das Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13) zu sehen. Die alte hölzerne Gaube ist durch eine moderne Schleppgaube ersetzt. Kurze Zeit später brannte das Haus ab. An seiner Stelle wurde 1970 ein Neubau der Bezirkssparkasse Neustadt erbaut.

Standort des Fotografen: 47.883742, 8.343976

Mailänder Tor beim Hochwasser, 10. Juli 1975

Sammlung Familie Waßmer

Durch das Mailänder Tor hindurch fließen Wassermassen in das Städtchen hinein. Am Donnerstag, den 10. Juli 1975 tobte ein kräftiges Sommergewitter über Löffingen. Innerhalb von drei Stunden wurde ein Niederschlag von 86 Liter pro m² gemessen. Der Stadtbach, der ab dem Maienland eingedohlt ist und normalerweise ruhig unter der Altstadt durchfließt, konnte die Wassermassen nicht mehr fassen. Die Fluten ergossen sich über die Straßen und bahnten sich ihren Weg.

Standort des Fotografen: 47.883950, 8.343891

Blick vom Rathausturm in Richtung Bahnhof und Sägewerk, 1977

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.

Der Rathausturm ist zur Zeit für Renovierungsarbeiten eingerüstet. Eine ideale Gelegenheit, um hinaufzuklettern und aus ungewöhnlicher Perspektive einen Blick auf das Städtchen zu erhaschen.

Hier fällt der Blick auf den Stadtring in der Demetriusstraße. Neben dem Neubau der Sparkasse (Demetriusstr. 13) stehen das Wohn- und Geschäftshaus »Mode-Egle« (Demetriusstr. 14) und die Metzgerei Butsch (Demetriusstr. 15). Am linken Bildrand ist zu erkennen, dass sich daran noch die alte »Adler«-Scheune anschließt. Sie wird 1980 abgerissen und weicht einem Neubau.

In der außerhalb der Altstadt liegenden Ringstraße steht das Mehrfamilienhaus Ringstr. 8, das seit seiner Erbauung in den 1920er Jahren »neuer Benzbau« genannt wird. Es diente ursprünglich vor allem für Beschäftigte der Holzindustriewerke Josef Benz AG als Werkswohnungen. Hinter dem Bahnhofsgebäude und der Bahnlinie ist das Areal des früheren Sägewerks zu erkennen, das zu diesem Zeitpunkt bereits stillgelegt ist. 1972 schloß es seine Pforten. Noch erinnert aber der Benz-Kamin unübersehbar an diesen wichtigen Industriebetrieb, der für mehrere Generationen Arbeitsplatz vieler Menschen in Löffingen und Umgebung war.

Standort des Fotografen: 47.883852, 8.344345

Parcours beim Demetriusbrunnen am »Tag des Sports«, 1975

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christel Wehrle zur Verfügung.

Im Städtchen wird der »Tag des Sports« veranstaltet. Am Demetriusbrunnen ist ein Parcours aufgebaut. Hier ist gerade die Frauenmannschaft des Volleyball-Clubs in Aktion. Christel Wehrle balanciert einen Schubkarren auf einem Balken, der zum Schwebebalken wird.

Im Hintergrund sind das neu gebaute Haus der Sparkasse (Demetriusstr. 13) und das Modegeschäft Egle (Demetriusstr. 14) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883664, 8.343750

Unterer Rathausplatz mit Mailänder Tor, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 15 ist mit »Unterer Platz, Mailänder Tor und Laden A. Egle« betitelt. Zu sehen ist die Häuserzeile am Unteren Rathausplatz mit dem Mailänder Tor, das nach dem Großbrand 1921 abgerissen wurde, um Platz für eine breitere Tordurchfahrt zu schaffen. Links daneben stehen die Häuser des Flaschnermeisters Ferdinand Willmann, des Korbmachers August Egle und die Metzgerei Werne.

Wingenroth beschreibt die Ansicht mit den Worten: »Ebenso aber erfüllt uns die andere Seite des Platzes neben dem Mailänder Tor mit Genugtuung; wie hier die Läden eingebaut sind, kann als gutes Gegenbeispiel gegen die vorhin erwähnten gelten.«

Standort des Fotografen: 47.883675, 8.344068

Hochzeitszug vom Ehepaar Heiler durch das Städtchen, 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luzia Heiler zur Verfügung.

Ein Hochzeitszug bewegt sich von der Trauung in der Kirche kommend durch das Städtchen. Ernst Heiler (1923-1990) und Rosa Laufer (1928-2013) haben sich soeben das Ja-Wort gegeben. Die Braut trägt traditionell ein weißes Brautkleid, der Bräutigam einen schwarzen Anzug und einen Zylinder. Eine große Schar von Kindern begleitet die Jungvermählten und ihre Verwandtschaft. Vor dem Betreten der Gaststätte werden sie den Weg mit gespannten Seilen versperren bis der Bräutigam ihnen Münzen zuwirft und so den Weg freimacht.

Im Bildhintergrund klafft auf dem unteren Rathausplatz eine ungewohnte Lücke, denn der alte Demetriusbrunnen wurde bei einem Fliegerangriff 1945 zerstört. Der neue Brunnen wird erst 1954 errichtet.

Standort des Fotografen: 47.883681, 8.344112

Blick auf den unteren Rathausplatz mit dem Demetriusbrunnen, ca. 1912/13

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Theo Walz zur Verfügung.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg entstand diese Aufnahme des unteren Rathausplatzes. Sie ist die älteste überlieferte Fotografie dieses Straßenzuges und zeigt die Gebäude, bevor in den folgenden Jahren starke bauliche Veränderungen stattfanden. Die Häuser wurden umgebaut, abgerissen oder brannten ab, der Platz und die Straßenfläche wurden gepflastert und geteert.

Das alte Mailänder Tor stammte aus dem Jahre 1580. Streng genommen war es ein Wohnhaus mit Tordurchfahrt. In dem Haus wohnten die beiden ledigen Brüder Brugger: Der Landwirt Ernst Brugger (1884-1917), der im Ersten Weltkrieg in der Schlacht bei Arras 1917 fiel, und der Pflästerer Wilhelm Brugger (1887-1955). Nach dem Großbrand 1921 wurde das Mailänder Tor abgerissen und durch ein größeres Torgebäude ersetzt.

Das Nebengebäude gehörte Flaschnermeister Ferdinand Willmann (1849-1928). Es verfügte über ein kleines Schaufenster und eine Dachgaube mit Lastenaufzug. Das Gebäude brannte viele Jahre später 1970 ab. An seiner Stelle entstand ein Neubau der Bezirkssparkasse Neustadt.

Das Haus Egle war damals noch ein landwirtschaftliches Gebäude, dessen großes Scheunentor ins Auge sticht. Der Zugang zu der kleinen Wohnung befand sich seitlich. 1918 baute der Korbmacher August Egle (1886-1946) das Gebäude zu einem Ladengeschäft um, in dem seine Frau Klara geb. Wintermantel (1889-1964) Damenmode verkaufte.

Die Fassade des Gebäudes auf der linken Seite ist bis heute weitgehend unverändert geblieben. Bis 1913 betrieb darin der Kaufmann Heinrich Walz (?-?) ein Geschäft, auf das er mit großer Werbereklame hinwies.

Der Anlass für die Aufnahme dieses Bildes war vermutlich der neue Brunnen in der Mitte des Platzes: Der 1912 geschaffene, schmuckvolle Demetriusbrunnen ersetzte einen einfachen Laufbrunnen. Auch er diente vor allem als Viehtränke, avancierte aber im Laufe der Zeit auch zu einem beliebten Fotomotiv. Er wurde 1945 durch einen Bombentreffer zerstört und 1954 durch einen neuen Brunnen ersetzt.

Neben dem Pferd, das am Brunnen trinkt, ist eine Gaslaterne zu erkennen. Die Elektrifizierung erfolgte in Löffingen erst einige Jahre später während des Ersten Weltkrieges.

Standort des Fotografen: 47.883802, 8.343881