Drei Mädchen mit Hund in der Unteren Hauptstraße, 1923

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Vor dem Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) haben sich drei Mädchen auf einer Sitzbank niedergelassen. In der Mitte sitzt die 10-jährige Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005), die Tochter von Schreinermeister August Limb und dessen Ehefrau Anna Limb geb. Gebert. Sie hält ihren Hund an der Leine, der vor den Mädchen auf dem Straßenpflaster liegt. Das von einem Zaun eingehegte Gärtchen im Hintergrund gehört zum Haus ihres Onkels, des Friseurmeisters Julius Limb.

Wer weiß, wer die beiden anderen Mädchen sind?

Standort des Fotografen: 47.883494, 8.343777

Blick zum Mailänder Tor, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Maier zur Verfügung.

Mit »Strassenpartie« ist diese Ansichtskarte betitelt, die 1943 postalisch versandt wird. Die Ansicht, die darauf abgebildet ist, ist freilich schon ein paar Jahre älter und stammt aus den späten 1920er Jahren.

Der Blick fällt von der Unteren Hauptstraße in Richtung Rathausplatz, vorbei am Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) mit seinem schmiedeeisernen Wirtshausschild auf der linken und vorbei am Haus des Kaufmanns Paul Guth (Rathausplatz 6) auf der rechten Straßenseite. Dahinter öffnet sich die Straße zum Platz und der Blick fällt auf das Mailänder Tor und seine Nachbarhäuser. Der gesamte Straßenzug der Demetriusstraße wurde nur wenige Jahre zuvor, nach dem Großbrand 1921 wiederaufgebaut. Charakteristisch für die Neubauten sind die Staffelgiebel. Im Türmchen des Mailänder Tores fehlt noch das Glöckchen und über dem Torbogen klafft noch eine weitere Lücke: Die Madonna mit dem Jesuskind wird zusammen mit den Gedenktafeln zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges im Jahr 1930 angebracht. Damit ist die Datierung des Fotos ziemlich klar.

Standort des Fotografen: 47.883455, 8.343800

Narrengruppe auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1929

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Auf den ersten Blick scheint die Frage, wo dieses Gruppenfoto mit der fröhlichen Schar Fasnachtsnarren aufgenommen wurde, schier unlösbar. Doch zwei Details, die im Hintergrund zu erkennen sind, geben dann doch Aufschluss:

Am oberen Bildrand ist in der Mitte das in Stein gemeißelte Wappen von Löffingen zu erkennen. Es befindet sich an der Gewerbeschule (Demetriusstr. 1) unterhalb des Erkers, der auf den oberen Rathausplatz ragt. Dazu passen die Bäume, die vor der Freitreppe stehen.

Am rechten Bildrand ist ein Schild zu erkennen, das zu einem Geschäft gehört: »Wilhelm«, ist da zu lesen, dann endet das Foto leider. Wäre es nicht abgeschnitten, dann könnte man auf dem Schild auch noch »Vogt« lesen. Denn es handelt sich um das Wohn- und Geschäftshaus vom »Zigarren-Vogt« (Rathausplatz 13).

Für immer ein Geheimnis wird aber wohl bleiben, als was sich die Narren und Närrinnen auf dem Foto kostümiert haben und was sie darstellen.

Standort des Fotografen: 47.884160, 8.345064

Klassenfoto des Jahrgangs 1916 mit Lehrer Steidlinger, ca. 1928

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.

Eine Schulklasse versammelt sich mit ihrem Lehrer Eugen Steidlinger (1873-1939) zu einem Klassenfoto. Man wählt als Ort das künftige Schulgebäude an der »Hasle«, das sich noch im Rohbau befindet. Genauer gesagt, stellt man sich auf die Treppe, die zum Mitteltrakt zwischen Festhalle und Schule gehört, da dieser Gebäudeteil bereits weitgehend fertiggestellt ist.

Wer kennt die Schüler*innen?
1. Reihe, v.l.n.r.: Eugen Steidlinger, Anna Maier (verh. Geschwill), ???, ???, ???, ???, Wilhelm Bader, Christel Schweizer, ???
2. Reihe, v.l.n.r.: ???, Franz Faller (1916-?), ???, Karl Kuster
3. Reihe, v.l.n.r.: Maria Geisinger (verh. Rösch), Else Bader, Alma Egle

Standort des Fotografen: 47.882600, 8.347596

Umzugswagen »Sommer« vor dem Haus Vogt, Fasnacht 1929

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Diese Narrengruppe stellt den »Sommer« dar. Ihr Wagen reiht sich in weitere Themenwagen ein, die sich den vier Jahreszeiten widmen. Geschmückt ist der Wagen mit Getreideähren und die Narren tragen Sensen und Dreschflegel bei sich, als ob sie zur Ernte ausrücken. Auf dem Schild ist der Reim zu lesen: »Arbeite gerne / sei nicht faul / die gebratenen Gänse / fliegen Niemand ins Maul.«

Noch ist der Sommer fern. Auf dem unteren Rathausplatz liegt noch Schnee. Im Hintergrund ist das Haus von Kaufmann Wilhelm Vogt (Rathausplatz 13) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884125, 8.345211

Umzugswagen »Frühling« in der Demetriusstraße, Fasnacht 1929

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vier Paare mit landwirtschaftlichem Gerät, Rechen und Mistgabeln, stehen an Fasnacht vor einem liebevoll dekorierten Umzugswagen. Die Gruppe stellt den »Frühling« dar und ihr Wagen reiht sich in weitere Themenwagen ein, die sich den vier Jahreszeiten widmen.

Noch liegt Schnee in der Demetriusstraße und bis zum Frühling ist es noch ein bisschen hin. Nur gut, dass die Sonne an diesem »Fasnet Mändig« scheint und die Narren und Närrinnen in ihren Kostümen etwas wärmt.

Standort des Fotografen: 47.883956, 8.343866

Narrengruppe am Rathausbrunnen, Fasnacht 1924

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Am Rathausbrunnen ist die Fasnachtsbühne aufgebaut. Eine Gruppe Narren hat sich für ein Gruppenfoto auf den Brunnenrand gesetzt und auf die Bühnenbretter gestellt. Die Brunnenfigur der »Schnitterin« blickt auf sie hinab. Mit zwei Kreuzchen sind »Narrenvater Jos Benitz« und »Kassierer Meßmer« markiert. Weinhändler Josef Benitz (1897-1981) gehört den Laternenbrüdern von 1919 bis 1927 an. Ernst Meßmer (1898-1951) ist Land- und Gastwirt und wird von seinen Eltern die »Linde« übernehmen.

Im Hintergrund ist das Postamt (Rathausplatz 3) zu sehen. Das zur Rechten angebaute Haus Nägele (Rathausplatz 2) ist nur schemenhaft zu erkennen ist, weil die Fassade auf dem Foto überstrahlt ist.

Standort des Fotografen: 47.883884, 8.344714

Narrengruppe vor dem Haus Guth am Rathausplatz, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Wie der Hahn im Korb steht dieser Fasnachtsnarr mit Strohhut inmitten der zehn närrischen Frauen. Die Frauengruppe nennt sich »schwere Batterie«. Sie hat sich auf der Treppe vor dem Haus Guth (Rathausplatz 6) aufgestellt.

Das Haus gehört dem Kaufmann Paul Guth und seiner Ehefrau Maria geb. Sibold. Die Schilder an der Hauswand zeigen an, dass Guth den Kraftstoff »BV-Aral« vertreibt, ein Benzin-Benzol-Gemisch, das 1924 auf den Markt kam.

1. Reihe, v.l.n.r.: Ida Schultheiß (1909-2001), Elise Schultheiß (1911-?), ???, ???
2. Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???

Standort des Fotografen: 47.883672, 8.343947

Umzugswagen »Rosenstock Holderblüh« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

»Rosenstock« steht auf dem Schild, das auf dem Pferdefuhrwerk angebracht ist. Der Wagen ist mit Ästen, Zweigen und Papierblumen dekoriert. Auf dem Karren sitzen junge Mädchen, die mit weißen Kleidern kostümiert sind. Das Motto des Fasnachtswagens nimmt Bezug auf ein bekanntes Volkslied: »Rosenstock Holderblüh«. Laut Liedtext haben die Mädchen »G’sichterl wie Milch und Blut«, »Armerl so kugelrund, / Lippe so frisch und gesund, / Füßerl so hurtig geschwind«.

Der Wagen steht vor dem Haus von Landwirt Konrad Bader (Obere Hauptstr. 17) und wartet darauf, sich in den Fasnachtsumzug durch das Städtchen einzureihen.

Standort des Fotografen: 47.884942, 8.349234

Umzugswagen »Wir sitzen so fröhlich beisammen« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Im »Schlempental« vor dem Haus von Landwirt Konrad Bader (Obere Hauptstr. 17) stellen sich die verschiedenen Narrengruppen für den Fasnachtsumzug auf. Auch dieser Wagen, von vier Pferden gezogen, ist nach einem bekannten Volkslied benannt: »Wir sitzen so fröhlich beisammen«.

Es ist ein sonniger Tag, die Schneereste, die noch am Straßenrand und im Garten liegen, sind weitgehend weggeschmolzen. Die ganze Szene wirkt frühlingshaft, dabei muss der Winter ja erst noch vertrieben werden.

Standort des Fotografen: 47.884793, 8.348823

Umzugswagen »Die Fürsten vom Rhein« in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Es ist Fasnacht. Auf der Kreuzung von Obere Hauptstraße, Vorstadtstraße und Dittishauser Straße steht ein Umzugswagen. Sein Motto lautet: »Die Fürsten vom Rhein«.

Auf dem Karren, der von zwei Pferden gezogen wird, ist ein kleiner Palast mit Säulen dargestellt. Am dreieckigen Giebel ist das Stadtwappen von Worms, einer der ältesten Städten Deutschlands, angebracht. Es zeigt einen Schlüssel und einen fünfzackigen Stern. Daneben steht »Worms 1495«. In diesem Jahr fand in der am Oberrhein gelegenen Stadt ein Reichstag statt, auf dem die Reichssteuer, das Reichskammergericht und das Fehdeverbot des Ewigen Landfriedens eingeführt wurden. Auf dem Fasnachtswagen stehen einige Männer in historischen Kostümen. Davor stehen Frauen, auf deren Kostümen der Reichsadler zu sehen ist.

Leider steht der Fasnachtswagen gerade vor dem Haus von Landwirt Emil Wölfle (Vorstadtstr. 15), dessen Fassade er größtenteils verdeckt. Links stehen Schaulustige vor dem Haus von Landwirt Franz Heizmann (Obere Hauptstr. 15), um sich den Narrenumzug anzuschauen. Auf einem Straßenschild steht: »Auto u[nd] Radfahrer langsam fahren«. Die Notwendigkeit dieser frühen Geschwindigkeitsbegrenzung weist auf das erhöhte Verkehrsaufkommen im Städtchen hin.

Standort des Fotografen: 47.884665, 8.348265

Umzugswagen »Ich schieß den Hirsch« in der Demetriusstraße, Fasnacht 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vor der Metzgerei von Wilhelm Werne (Demetriusstr. 11) steht ein Fasnachtswagen, der von Pferden gezogen wird. Auf dem Fuhrwerk ist eine Blockhütte aufgebaut. Vor ihr steht eine Schar Jäger mit gezückten Gewehren. Das Motto des Wagens ist denn auch ein bekanntes Jägerlied: »Ich schieß den Hirsch«.

Am linken Bildrand ist das Mailänder Tor zu sehen, das nach dem Großbrand 1921 wiederaufgebaut wurde. Zu sehen ist nicht der große Torbogen, sondern nur einer der beiden kleinen Bögen, die für Fußgänger bestimmt sind. Darüber hängt eine Tafel, die 1930 als Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges 1914-1918 gestaltet wird. Noch sind keine Namen in die Tafel gemeißelt.

Standort des Fotografen: 47.883953, 8.343877