Holzhauer im Wald, 1927

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Für einen Moment ruht die Arbeit im Stadtwald. Die Holzhauer haben sich zwischen den gefällten Stämmen aufgestellt und präsentieren sich dem Fotografen mit ihren Werkzeugen. Äxte, Beile und lange Sägen bestimmen das Bild. Einer der Männer hält ein Sägeblatt in die Kamera. Zwei andere Männer geben gerade vor, zu sägen. Auf ihrem Sägeblatt ist mit heller Farbe zu lesen: »Holzhauer G.W. Löffingen 1927«.

Ganz offensichtlich ist die Szene arrangiert. Die Männer stehen und sitzen so verteilt, dass möglichst jeder gut zu sehen ist. Einige lehnen auf ihren Werkzeugen, andere haben sich auf Baumstämmen niedergelassen. Im Vordergrund kniet ein Waldarbeiter an einer kleinen Kochstelle. Vielleicht wird dort gerade Kaffee gekocht oder eine Mahlzeit warm gemacht – auch die Pause gehört schließlich zum langen Arbeitstag im Wald.

Der Fotograf hat die Umgebung bewusst mit ins Bild genommen. Links ragt ein mächtiger Baum ins Foto, in dessen Stamm ein Beil eingeschlagen ist. Überall liegen Holzreste, Äste und bereits gefällte Stämme. So entsteht nicht nur ein Gruppenporträt der Männer, sondern zugleich ein anschauliches Bild ihres Arbeitsplatzes. Die Aufnahme zeigt eine Arbeitswelt, in der fast alles mit Muskelkraft geschieht. Motorsägen gibt es noch nicht; gefällt, entastet und zerteilt wird mit Axt und Handsäge. Umso stolzer wirken die Holzhauer, als sie für einen Augenblick die Arbeit niederlegen und sich mit ihrem Handwerkszeug ablichten lassen.

1.Reihe: 1 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???
4.Reihe: 1 ???

Standort des Fotografen: ???

Hochzeitsgesellschaft Meßmer / Kaier, 22. November 1927

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Heute wird im Gasthaus »Linde« Hochzeit gefeiert – und diesmal ist der Wirt selbst der Bräutigam. Ernst Meßmer jr. (1897-1950), Sohn der Wirtsleute Ernst Meßmer sen. (1869-1943) und Josephine Meßmer (geb. Benitz, 1867-1932), heiratet Paula Kaier (1903-1984). Für das Erinnerungsfoto versammelt sich die Hochzeitsgesellschaft auf dem heutigen »Linden«-Parkplatz.

Braut und Bräutigam stehen in der Mitte der großen Gruppe. Die Braut trägt ein helles Brautkleid mit Schleier und hält einen üppigen Blumenstrauß in den Händen. Der Bräutigam ist in einen dunklen Anzug gekleidet. Um sie herum haben sich Angehörige beider Familien aufgestellt. Unter den Gästen befindet sich auch Stadtpfarrer Josef Schlitter (1877-1942), der das Paar in der Pfarrkirche getraut hat. Zwei weitere Geistliche sind ebenfalls auf dem Foto zu sehen. Ihre Anwesenheit verweist auf die enge Bindung der Familie Meßmer an die katholische Kirche und das katholische Milieu.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 »Linden«-Wirt Ernst Meßmer sen. (1869-1943), 4 ???, 5 ???, 6 »Linden«-Wirtin Josephine Meßmer (geb. Benitz. 1867-1932), 7 Stadtpfarrer Josef Schlitter (1877-1942), 8 ???, 9 ???, 10 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Braut Paula Meßmer (geb. Kaier, 1903-1984), 5 Bräutigam Ernst Meßmer jr. (1897-1950), 6 Joseph Benitz (1897-1981), 7 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 8 ???, 9 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Vikar ???, 2 Vikar ???, 3 ???, 4 Paul Benitz (1899-1979), 5 ???, 6 Albert Benitz (1905-1996), 7 ???, 8 ???, 9 Franz Benitz (1908-1944), 10 ???

Standort des Fotografen: 47.884299, 8.346942

Kinder des Jahrgangs 1921/22 bei einem Ausflug, ca. 1928

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Heute bleibt die Schulbank leer. Die Kinder des Jahrgangs 1921/22 sind zu einem Ausflug ins Grüne aufgebrochen und versammeln sich für ein Erinnerungsfoto auf einer Wiese. In drei Reihen sitzen und stehen sie dicht beieinander. Dabei ist die Geschlechtertrennung kaum zu übersehen: Vorne haben ausschließlich die Mädchen Platz genommen, während die Jungen in den beiden hinteren Reihen stehen und sitzen. Einzige Ausnahme ist ein Mädchen, das in der Mitte der dritten Reihe steht.

Auch die Kleidung erzählt von ihrer Zeit. Gleich mehrere Jungen tragen Matrosenanzüge mit dem charakteristischen breiten Kragen. Diese Kindermode ist im Kaiserreich außerordentlich beliebt, hält sich aber noch lange darüber hinaus. Die Mädchen tragen Kleider und Schürzen, manche mit großen weißen Kragen oder Schleifen im Haar.

Ein besonders schönes Detail trägt der Junge ganz links in der hinteren Reihe bei sich: An einem Riemen hängt ihm eine kleine Blechdose vor dem Bauch. Vermutlich steckt darin sein Proviant für unterwegs. Schließlich macht ein Wandertag hungrig.

Wo der Ausflug hinführt, ist nicht bekannt. Dichter Wald und Gebüsch bilden die Kulisse. Für die Kinder dürfte es ein kleines Abenteuer sein – und das Gruppenfoto hält einen jener besonderen Schultage fest, an denen einmal nicht Lesen, Schreiben und Rechnen auf dem Stundenplan stehen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Hedwig Egle (1921-1929), 4 ???, 5 Agathe Köpfler (verh. Jordan, 1922-1982), 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Mathilde Wider (verh. Schwörer, 1921-2015), 4 Karl Benz (1921-2010), 5 ???

Zum Jahrgang gehören auch: Gertrud Brugger (verh. Heitzmann, 1921-2005), Elisabeth Gebert (verh. Keller, 1921-2006), Hildegard Heizmann (verh. Pfeifer, 1922-2008), Maria Honold. (verh. Göhry, 1921-1997), Hedwig Thoma (1921-2006), Hans Geisinger (1921-1993), Karl Heiler (1921-2007), Martin Mayer (1922-2008), Fritz Straub (1921-2007), Fritz Fritsche (1922-1968)

Standort des Fotografen: ???

Männergruppe im Gasthaus XXX, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Eng zusammengerückt sitzt eine Männergesellschaft an einem langen Tisch. Ob es sich um einen regelmäßigen Stammtisch, eine gesellige Runde oder vielleicht doch um eine Arbeitsbesprechung handelt, ist nicht bekannt. Auffällig ist jedenfalls, dass mit Bürgermeister Adolf Kuster (1874-1946) und den Lehrern Eugen Steidlinger (1873-1939) und Alfred Zwingert (1880-1938) mehrere bekannte Persönlichkeiten des Städtchens vertreten sind. Auch ein uniformierter Mann sitzt mit am Tisch. Zu welcher Organisation er gehört, lässt sich auf dem Foto nicht sicher erkennen. Denkbar wäre etwa ein Beschäftigter der Reichsbahn.

Der Aufnahmeort bleibt also vorerst ein Rätsel. Dabei bietet die Wirtsstube zahlreiche Hinweise. Der untere Teil der Wände ist mit Holz vertäfelt, links steht ein aufwendig verzierter Kachelofen. An den Wänden hängen Reklametafeln für »Fürstenberg Bier« und »Stern-Brezel«, außerdem ein Werbeplakat des Löffinger Maschinenhändlers Christian Faller. Rechts ist ein Fahrplan der Reichsbahn angebracht. Ob die Aufnahme deshalb im Bahnhofslokal entsteht? Dagegen spricht, dass die Fenster nicht recht zu bekannten Ansichten des 1945 zerstörten Bahnhofsgebäudes passen.

Schade ist, dass auch die an der Wand befestigte Zeitung nicht besser zu erkennen ist. Wären Schlagzeilen oder Erscheinungsdatum lesbar, ließe sich die Aufnahme genau datieren. Adolf Kuster ist von 1920 bis 1933 Bürgermeister in Löffingen. Alfred Zwingert wird 1932 zum Oberlehrer in Bühlertal ernannt und verlässt das Städtchen. Das Foto muss also davor entstanden sein. Es bleibt nur die Einordnung zwischen 1925 und 1930 – und die Hoffnung, dass vielleicht jemand die Wirtsstube oder weitere Männer der Runde erkennt.

V.l.n.r.: 1 Lehrer Eugen Steidlinger (1873-1939), 2 ???, 3 ???, 4 ??? (verwackelt), 5 ???, 6 Lehrer Alfred Zwingert (1880-1938), 7 ???, 8 ???, 9 Bürgermeister Adolf Kuster (1874-1946), 10 ???

Standort des Fotografen: ???

Haus Benitz in der Alenbergstraße, ca. 1923-1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Noch ist das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9) ein Neubau. Nach dem verheerenden Großbrand vom 28. Juli 1921, bei dem Familie Benitz gleich drei Häuser verliert, entsteht das stattliche Doppelhaus nach Plänen der Wiederaufbaukommission unter Leitung des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938). Anfang 1923 werden die Wohn- und Geschäftsräume nach und nach bezogen.

Das Gebäude überragt die benachbarten Häuser der Alenbergstraße deutlich. Für den Fotografen ist die Familie auf beide Balkone getreten. Unten stehen mehrere Angehörige um Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), oben haben die beiden erwachsenen Söhne Joseph Benitz und Paul Benitz Platz genommen. So wird aus der Aufnahme zugleich ein Familienfoto und ein stolzes Bild des gerade erst wiederaufgebauten Hauses.

Unterer Balkon, v.l.n.r.: 1 Albert Benitz (1905-1996), 2 ???, 3 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 4 ???
Oberes Balkon, v.l.n.r.:
1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Paul Benitz (1899-1979)

Besonders interessant ist eine handschriftliche Ergänzung auf dem Abzug. Quer über die Fassade steht in blauer Schrift: »Weinkellerei – Joseph Hogg – Branntweine«. Offenbar dient das Foto als eine Art Entwurf: Familie Benitz plant, mit einer großen Werbeschrift auf die im Haus betriebene Weinhandlung aufmerksam zu machen. Noch existiert die Beschriftung nur auf dem Foto – auf Aufnahmen von 1927 ist sie dann tatsächlich an der Fassade angebracht.

Standort des Fotografen: 47.885040, 8.344570

Stadtmusik beim Umzug in der Bahnhofstraße anlässlich des Sängerfestes, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Die Bahnhofstraße ist festlich herausgeputzt. Girlanden aus Reisig sind entlang der Straße gespannt, an hohen Masten wehen Fahnen. Zwei Radfahrer sind am Straßenrand stehen geblieben und schauen dem herannahenden Festzug entgegen. Die Stadtmusik ist im Anmarsch. Vorneweg wird der Schellenbaum getragen, dahinter folgen die Musiker.

Anlass ist das große Sängerfest des Schwarzwaldgau-Sängerbundes, das drei Tage lang in Löffingen gefeiert wird. Zahlreiche Gesangvereine reisen dafür an. Beim großen Festumzug am 31. Juli 1927 ziehen schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Teilnehmer*innen durch das Städtchen – für Löffingen ein außergewöhnliches Großereignis. Für drei Tage wird Löffingen damit zum Treffpunkt zahlreicher Sänger und Vereine aus der Region.

Die Aufnahme entsteht in der Bahnhofstraße beim Bahnübergang. Am rechten Bildrand ist ein Teil des katholischen Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) angeschnitten. Weiter hinten ist der sogenannte »neue Benzbau« (Ringstr. 8) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882438, 8.343013

Verkaufsausstellung des Sägewerk Benz, August 1929

Stadtarchiv

Ein sorgfältig gestalteter Messestand präsentiert die Erzeugnisse des Sägewerks Benz. Rechts steht ein großes Ausstellungszelt, davor weist ein Schild weithin sichtbar auf die »Holzindustriewerke Josef Benz Aktiengesellschaft« hin. Daneben ist eine pavillonartige Holzkonstruktion aufgebaut. Im Vordergrund sind junge Bäume, Pfähle und verschiedene Holzprodukte arrangiert, die das Sortiment des Unternehmens veranschaulichen.

Vom 23. bis 28. August 1929 beteiligt sich das Sägewerk Benz als Aussteller an einer Messe. Wo diese Verkaufsausstellung stattfindet, ist heute nicht bekannt.

Der Messeauftritt kontrastiert jedoch mit der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. Erst im Vorjahr war das Sägewerk bei einem Großbrand fast vollständig eingeäschert worden. Auch finanziell befindet sich die Firma in schwierigem Fahrwasser: Im Geschäftsjahr 1928 verzeichnete sie einen Verlust von 116.000 Reichsmark, nachdem im Vorjahr noch ein Reingewinn von 26.700 Reichsmark erzielt worden war. Umso mehr dürfte die Ausstellung der Versuch sein, Kunden zu gewinnen und Zuversicht auszustrahlen.

Standort des Fotografen: ???

Rückseite von Benz-Villa in der Bonndorfer Straße, ca. 1925-1930

Stadtarchiv

Die Villa wurde in den 1920er Jahren vom Sägewerksbesitzer Josef Benz (1882-1932) erbaut. Es handelt sich um zwei nahezu identische Villen, die nebeneinander stehen. Zu sehen ist hier nicht die Straßenfront, sondern die Rückseite der Villa Bonndorfer Straße 8, die (später) dem Sohn Hans Benz (1914-1957) gehört.

Der Bau zeichnet sich durch ein breit gelagertes, leicht geschwungenes Walmdach aus, das dem Haus eine weiche, fast organische Form verleiht. Aus dem Dach treten mehrere Gauben mit steilen Giebeln hervor, die zusätzlichen Wohnraum im Dachgeschoss schaffen und die Dachfläche gliedern. Zwei helle Kamine durchstoßen die Dachfläche und setzen vertikale Akzente.

Die Fassade ist zweigeteilt: Während das Erdgeschoss hell verputzt ist, ist das Obergeschoss mit Holzschindeln verkleidet – ein Gestaltungselement, das auch die Nähe zur Holzindustrie widerspiegelt. Die regelmäßig angeordneten Fenster sind mit Klappläden versehen. Auffällig sind zudem zwei spitz zulaufende Fenster, die dem Bau einen leicht historisierenden Charakter verleiht.

Im Hintergrund ist das Schrankenwärterhaus an der Seppenhofer Straße zu erkennen. Die Bonndorfer Straße existiert zu diesem Zeitpunkt noch nicht; der Verkehr verläuft stattdessen über die Seppenhofer Straße in Richtung Seppenhofen.

Standort des Fotografen: 47.880013, 8.345410

2 Fotos: Sofie Jonner im Fasnachtskostüm, 1928

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Sofie Jonner (verh. Hepting, 1909-1995) hat sich für die Fasnacht als Teufel verkleidet – allerdings als ein recht freundlicher. Hörner trägt sie zwar, auch einen weit fallenden Umhang. Öffnet sie ihn, kommen Flammen zum Vorschein: In der Hölle geht es schließlich heiß zu! Doch ihr Gesichtsausdruck wirkt eher verschmitzt als furchteinflößend.

Die beiden Aufnahmen entstehen im Innenraum einer Wohnung, vermutlich im Wohnhaus der Familie Jonner (Alemannenstr. 1). Die Einrichtung ist schlicht: ein Sofa, darüber ein gerahmtes Porträtfoto, an der Wand eine Uhr, daneben ein ausgestopfter Waldkauz, der beinahe so wirkt, als gehöre er zum Kostüm dazu.

Das Haus Jonner ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht alt. Es wurde nach dem verheerenden Großbrand von 1921 wieder aufgebaut.

Standort des Fotografen: 47.886809, 8.343453

Albert und Katharina Jonner, ca. 1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Der Landwirt Albert Jonner (ca. 1873-1926) lässt sich zusammen mit seiner Ehefrau Katharina Jonner (geb. Thoma, 1875-1955) fotografieren. Die beiden stehen nebeneinander im Freien, ernst und aufrecht, wie es für solche Aufnahmen der Zeit typisch ist. Vermutlich ist das Foto in der Nähe ihres Anwesens am Alenberg entstanden.

Um 1905 heirateten Albert und Katharina Jonner und übernahmen das Elternhaus der Ehefrau (Alemannenstr. 1). Das landwirtschaftliche Anwesen wird beim Großbrand am 28. Juli 1921 zerstört, anschließend jedoch am selben Standort wieder aufgebaut. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das 1901 angelegte Wasserreservoir auf dem Alenberg – möglicherweise wird hier das Foto des Ehepaares aufgenommen.

Katharina Jonner wurde am 25. Oktober 1875 als Tochter des Maurers Albert Thoma und dessen Ehefrau Maria Thoma (geb. Gromann) in Löffingen geboren. Ihr Ehemann stirbt am 25. Mai 1926 im Alter von nur 53 Jahren. Katharina Jonner überlebt ihn um fast drei Jahrzehnte und stirbt am 16. Februar 1955.

Standort des Fotografen: 47.886368, 8.344709

Musikkapelle im »Gebertsaal«, ca. 1926-1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Die Musikkapelle hat ihren großen Auftritt. Auf einer provisorisch wirkenden Bühne haben die Musiker Platz genommen – dicht nebeneinander, die Instrumente bereit. Einige heben ihre Gläser, als wäre der Auftritt bereits zu Ende. Vor der Bühne stehen Tische und Stühle, auf denen Flaschen und Gläser stehen. Menschen im Publikum sind in diesem fotografischen Moment aber nicht zu sehen.

Wo genau die Aufnahme entstanden ist, lässt sich nicht sicher sagen. Vieles spricht jedoch dafür, dass sie im 1925/26 neu erbauten »Gebertsaal« aufgenommen wurde. In den Jahren vor der Fertigstellung der Festhalle diente er als zentraler Veranstaltungsort des Städtchens – für Fasnacht, Theater und Konzerte. Ab 1927 verlagern sich größere Veranstaltungen dann zunehmend in die Festhalle.

V.l.n.r.: 1 August Strobel, 2 Franz Zepf, 3 Heinrich Thoma, 4 Karl Sibold, 5 Johann Maier, 6 Karl Hepting, 7 Rupert Hepting

Standort des Fotografen: vermutlich 47.884497, 8.347049

Turnerbund beim Jugendturntag in Bräunlingen, 19. Juni 1921

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Streng aufgereiht stehen sie da, die Turner des 1905 gegründeten Turnerbundes Löffingen. Weiße Turnkleidung, verschränkte Arme, ernste Blicke – ein Gruppenfoto, das Disziplin und Gemeinschaft ausstrahlt. Einige der Jüngeren haben sich im Vordergrund ins Gras gesetzt oder gelegt, während die Älteren im Hintergrund stehen. In der Mitte im Anzug ist der Vorsitzende Julius Fehrenbach (1877-1967) und rechts neben ihm der Turnwart Fritz Adrion zu sehen, der einen Lorbeerkranz in den Händen hält.

Aufgenommen wird das Bild beim Jugendturntag in Bräunlingen am 19. Juni 1921. Links neben dem Vorsitzenden hält ein Turner ein Schild mit der Aufschrift »Turnverein Löffingen« – ein sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit und des Stolzes auf den eigenen Verein. Solche Jugendturntage sind Höhepunkte im Jahreskalender: Wettkämpfe, Begegnungen und das Messen mit anderen Vereinen aus der Region.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ??? (mit Urkunde), 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Otto Schweizer???, 7 Fritz Strobel (1906-1997), 8 ???, 9 Albert Rebholz (1907-1962)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Rupert Hepting (1905-1990), 4 ???, 5 ???, 6 Vorsitzender Julius Fehrenbach (1877-1967), 7 Turnwart Fritz Adrion, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 August Fehrenbach (1906-2000), 13 ???

In der unteren linken Ecke ist das Monogramm des Fotografen zu erkennen: »H.F.«.

Standort des Fotografen: Bräunlingen