Familie Brugger vor ihrem Haus in der Maienlandstraße, ca. 1928-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Heitzmann zur Verfügung.

Familie Brugger sitzt vor ihrem Haus im Maienland auf einem Bänkchen. Karl Brugger (1890-1947) hatte das Haus 1917 gekauft. Er ist Schreiner von Beruf und verdient sich ein Zubrot als Rechner des Elektrizitätswerkes. Auf dem Foto trägt er seine Schreinerschürze. Zweimal ist er verheiratet, doch beide Ehefrauen sterben bereits in jungen Jahren. Die erste Ehefrau Karolina Brugger geb. Burkard (1890-1923) starb im Alter von 32 Jahren. 1924 heiratete der Witwer daraufhin Maria Brugger geb. Mayer (1890-1935), die auf dem Foto links zu sehen ist.

Zwischen dem Ehepaar sitzen die beiden Töchter aus der ersten Ehe: Martha Brugger (verh. Trenkle, 1919-2013), die später das Elternhaus übernehmen wird, und Gertrud Brugger (verh. Heitzmann, 1921-2006), die später im Haus gegenüber wohnen wird. Der Junge im Bildvordergrund ist unbekannt. Er trägt ein Matrosenhemd und hält ein großes Kuscheltier im Arm.

Standort des Fotografen: 47.885894, 8.341759

Hermann Ganter mit Festjungfrauen beim Sängerfest, Juli 1927

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) ist der Hahn im Korb. Im schwarzen Anzug und mit Fliege steht er, mit verschränkten Armen vor der Brust, in der Mitte des Bildes. Umgeben ist er von den Festjungfrauen. Ganter gehört dem Ehren- und Festausschuss an, der das Schwarzwaldgau-Sängerfest 1927 organisiert. Die Festjungfrauen beteiligen sich auch an dem Festumzug am Sonntag, den 30. Juli 1927, an dem sich insgesamt 4.000 bis 5.000 Personen beteiligen.

  1. Reihe, v.l.n.r.: Monika Wehrle geb. Baader
  2. Reihe, v.l.n.r.: ???, Hermann Ganter, Sofie Hepting, Ida Schultheiß, Elise Schultheiß
  3. Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, ???, Bertel Schmid

Standort des Fotografen: 47.883330, 8.348506

Flugzeug »Mailand« in der Demetriusstraße, Fasnacht 1929

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Hilda Hepting und Alexandra Scholl zur Verfügung.

An Fasnacht 1929 kreuzt nicht nur das Dampfschiff »Hamburg« durch die Straßen des Städtchens und fesche Matrosen im Matrosenanzug schlendern herum. Auch das Flugzeug »Mailand« startet in der Demetriusstraße und nimmt Kurs in Richtung Nordpol. Die beiden Piloten tragen Kopfbedeckung und Fliegerjacken aus Leder. Unter ihren Pilotenbrillen sind sie kaum zu erkennen.

V.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, Otto Schweizer (1906-1992).

Im Hintergrund ist das Haus von Wilhelm Werne (Demetriusstr. 11) zu sehen, das nach dem Großbrand 1921 erbaut wurde. In dem Laden unterhält der Vorschuss-Verein Löffingen GmbH Räumlichkeiten.

Standort des Fotografen: 47.884001, 8.343942

Erstkommunionkanten vor dem Kirchenportal, 1926

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.

Vor dem Kirchenportal der katholischen Pfarrkirche St. Michael haben sich die Erstkommunionkinder des Geburtsjahrgangs 1916 zu einem Gruppenfoto versammelt. Die Mädchen in der ersten Reihe sitzen auf Kirchenbänken, die für das Foto herausgetragen wurden. Die Bänke sind so hoch, dass die Beine der meisten Mädchen in der Luft baumeln. Die Mädchen tragen weiße Kleider, die Jungs schwarze Anzüge. Alle halten ihre Kommunionkerzen in den Händen. Links steht ein Geistlicher. Es handelt sich nicht um den damaligen Stadtpfarrer Richard Thoma (1888-1949), sondern um einen Vikar.

  1. Reihe, v.l.n.r.: Rosa Rappenegger (1.v.l.)
    2. Reihe, v.l.n.r.: Wilhelm Bader (1916-2014) (3.v.r.)
    3. Reihe, v.l.n.r.: Franz Faller (1916-1986) (3.v.l.)

Standort des Fotografen: 47.882727, 8.344233

Franz Faller auf dem Pferd reitend, ca. 1928-1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.

Stolz sitzt der etwa 14-jährige Franz Faller (1916-1986) auf einem Pferd. Er ist der Sohn des Landwirts Ernst Faller (1889-1961) und dessen Ehefrau Agathe geb. Benz (1890-1971). Die Familie wohnt in der Oberen Hauptstraße am »scharfen Eck«. Das Foto entsteht auf der »Bittenwiese«, etwa im Bereich des heutigen Schulwegs. Das Pferd gehört seinen Eltern, es wird in der Landwirtschaft verwendet, wenn es nicht gerade fotografiert wird.

Standort des Fotografen: 47.883016, 8.346446

Abgebranntes Sägewerk Benz nach dem Großfeuer, 8. Juli 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vollkommen zerstört ist das Werksgelände der Holzindustriewerke Josef Benz AG. Nur die beiden Schornsteine ragen noch in den Himmel. Bei dem Großfeuer am 8. Juli 1928 wurden drei Maschinenhäuser, die Sägerei, das Hobelwerk, die Schlosserei, die Kistenmacherei, die Kantine und mehrere Schuppen mit zugeschnittenen Brettern sowie insgesamt große Holzvorräte vernichtet. Durch den Brand entstand eine solch große Hitze, dass die Gleisanlagen, die von der Bahnlinie aus ins Werk führen, verbogen wurden. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehrere Millionen Reichsmark.  

Der Wiederaufbau wird schnell in Angriff genommen. 1928/29 wird das Sägewerk nach modernsten technischen Erkenntnissen neu gebaut.

Standort des Fotografen: 47.884207, 8.341591

Rückseite der Häuser der Demetriusstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Noch existiert die Ringstraße in diesem Bereich nicht. Die Häuser der Demetriusstraße bilden den äußeren Stadtring. An die Rückseite der Häuser mit ihren schiefen Dächern schließen sich Gärten und Wiesen an. Es folgt der Bahndamm. Der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) wird erst einige Jahre später gebaut und wird dann links ins Bild ragen. Über die Dächer spickelt der Rathausturm. Darüber türmen sich Wolken dramatisch auf. Ob es ein Gewitter geben wird?

Der Künstler Guido Schreiber (1886-1979), der ab 1917 in Villingen wohnhaft war, malte diese Ansicht. Sie wurde 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht. Damals erschien ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens, Fotografien, aber auch gemalten Bildern illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben.  

Standort des Malers: 47.883543, 8.342473

Blick vom Mailänder Tor in die Demetriusstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

»Hintergasse« heißt damals die enge Straße, die vom Mailänder Tor entlang des Altstadtrings führt. Die Häuser sind alt, schmal und größtenteils mit Holzschindeln gedeckt. Die Gasse mündet in den »Süßen Winkel«, der im Hintergrund zu sehen ist. Die enge Bebauung wird 1921 zum Verhängnis, als im Haus des Landwirts Julius Heer (Demetriusstr. 10) ein Brand ausbricht, der sich in rasender Geschwindigkeit ausbreitet. Das Feuer frisst sich die Gasse hinauf bis zum Haus von Schmiedemeister Viktor Fürst (Demetriusstr. 5). Ein mit Stockholz beladener Wagen, der in der Gasse steht, kann nicht mehr rechtzeitig weggefahren werden, auch er fängt Feuer. Da die Gasse nur drei Meter breit ist,  springt das Feuer auch auf die Häuser am Rathausplatz über. Innerhalb weniger Stunden werden insgesamt 36 Gebäude eingeäschert.       

Der Künstler Guido Schreiber (1886-1979), der ab 1917 in Villingen wohnhaft war, malte diese Ansicht. Sie wurde 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht. Damals erschien ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens, Fotografien, aber auch gemalten Bildern illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben.  

Standort des Malers: 47.884021, 8.343908

Fasnachtsgruppe in der Oberen Hauptstraße, Februar 1927

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emma Binder zur Verfügung.

Eine Gruppe kostümierter Narren stellt sich zu einem Erinnerungsfoto auf. V.l. Ernst Meßmer, Julius Limb, Dr. Richard Straub, Josef Benitz, Alfred Zwingert, Konrad Bader, Wilhelm Krauß. Im Hintergrund hängt an einem Scheunentor ein Plakat. Darauf ist zu lesen: »Am Sonntag, den 20. Febr. veranst[altet] der Turnerb[und] Löffingen im Saal Gebert einen Bunten Abend.« Weiter ist der Eintrittspreis genannt (»50 Pfennig«) und es wird bekannt gegeben, dass es anschließend Tanz gibt.  

Das Foto muss 1927 entstanden sein, da der 20. Februar in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel. Das Scheunentor gehört zum Gasthaus »zur Linde«  in der Oberen Hauptstraße. 

Standort des Fotografen: 47.884398, 8.346370

Gesamtansicht mit Sägewerk Benz, ca. 1923-1928

Stadtarchiv

Bevor das Sägewerk Benz 1928 bei gleich zwei Großbränden zerstört und das Werksgelände anschließend modernisiert wieder aufgebaut wird, entsteht Mitte der 1920er Jahre dieses Foto. Aufgenommen wird es vom Gewann »Hundsrücken«, oberhalb der »Breiten«, die noch unbebaut ist. Von dieser erhöhten Position fällt der Blick auf das Städtchen mit den Holzindustriewerken Josef Benz A.G. im Vordergrund. Zwei Schornsteine ragen in den Himmel. Aus einem steigt dunkler Rauch auf.

Am linken Bildrand sind auf dem Alenberg die nach dem Großbrand 1921 neu erbauten Häuser zu sehen. Am rechten Bildrand ist neben dem Kirchturm der Rohbau der Festhalle an der »Hasle« zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884357, 8.330896

Musterriege des Turnerbunds beim Deutschen Turnfest in München, Juli 1923

Sammlung Familie Waßmer

Neun Turner des Turnerbundes Löffingen haben sich der Größe nach in einer Reihe von links nach rechts aufgestellt. Sie tragen ihre weiße Sportkleidung mit Hosenträgern und weiße Sportschuhe. Alle halten Stäbe in der Hand. Das Foto wird nicht in Löffingen aufgenommen, sondern in München, denn die Turner nehmen dort am 13. Deutschen Turnfest teil, dem ersten Turnfest seit dem Ersten Weltkrieg. 250.000 Turnerinnen und Turner sind nach München gekommen. Für ihre Stabübung erhalten die Turner aus Löffingen die Note »sehr gut«. Mit stolz geschwellter Brust präsentieren sie sich dem Fotografen. Ganz rechts steht der Sportwart Fritz Adrion, der braune Lederschuhe trägt.

V.l.n.r.: Jakob Schreiber (?-?), Anselm Zepf (1898-1989), Konrad Sibold (1900-1979), Willi Faller (?-?), Ernst Fehrenbach (?-?), Karl Sibold (?-?), Rupert Hepting (1905-1990), Emil Fürst (1898-1944), Albert Rebholz (?-?), Fritz Adrion (1897-1971).

Standort des Fotografen: München.

Schauturnen auf dem Turnplatz beim Friedhof, ca. 1925

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Franz und Elisabeth Isele zur Verfügung.

Auf dem Turnplatz beim Friedhof zeigen 13 Turner ihr Können im Boden- und Geräteturnen. Sie haben sich in einer symmetrischen Anordnung in Position gebracht und blicken zum Fotografen. Die Turner gehören dem 1905 gegründeten Turnerbund Löffingen an. Wer weiß, wie sie heißen?

Der Hausgiebel, der zwischen den Bäumen zu erkennen ist, gehört zum Feuerwehrhaus (Florianweg 1).

Standort des Fotografen: 47.885408, 8.348163