Rupert Hepting als Soldat, 1890

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Der Unteroffizier Rupert Hepting (1864-1932) lässt sich im Fotostudio in Konstanz in seiner Soldatenuniform ablichten. Seine Pickelhaube liegt neben ihm. Vermutlich dient er im 6. Badischen Infanterie-Regiment »Kaiser Friedrich III. Nr. 114 «, einem Infanterieverband der Preußischen Armee, der in Konstanz stationiert ist. Er ist zu diesem Zeitpunkt etwa 26 Jahre alt. In seinem zivilen Leben ist er Drechslermeister von Beruf und mit Agathe Hepting (geb. Bader, 1865-1939) verheiratet. Er stirbt am 30. Oktober 1932 im Alter von 68 Jahren.

Rupert Hepting hat insofern Glück, als dass er nur in Friedenszeiten im Militär dient. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ist er noch ein Kind und im Ersten Weltkrieg ist er bereits zu alt, um Kriegsdienst zu leisten.

Standort des Fotografen: Konstanz

Konrad Bader, 1890

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Eine Pfeife schmauchend posiert der 82-jährige Konrad Bader (1808-1893) für den Fotografen. Geboren wurde er am 14. November 1808 als erstes Kind des Sattlers Johann Bader (1779-1870) und dessen Ehefrau Maria Josefa Bader geb. Fürst (1781-1853). Sein Elternhaus war das Haus Nr. 167 (heute Obere Hauptstr. 6), am »Scharfen Eck« gelegen. Er wuchs an der Seite von zehn Geschwistern auf. 1848, als Konrad Bader bereits 40 Jahre alt war, bauten seine Eltern ein neues Anwesen (Obere Hauptstr. 17). Vermutlich wohnte er auch weiterhin bei ihnen, da er Junggeselle geblieben war. Er stirbt am 5. Februar 1893.

Standort des Fotografen: ???

Zwei Kinder auf dem Schulhof beim Rathaus, ca. 1890

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Michael Jakubaszek zur Verfügung.

Als dieses Foto aufgenommen wird, befindet sich im ersten Obergeschoss des Rathauses noch die Volksschule. Und die Freifläche zwischen dem Haus Sibold (Rathausplatz 8) und dem Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9-10) wird als Schulhof genutzt. Auf dem kleinen Grundstück sind Bäume gepflanzt, die in den Pausen Schatten spenden. Zwei Kinder lassen sich hier fotografieren. Das Mädchen ist vermutlich Johanna Brugger (1881-1982) und der Junge ihr jüngerer Bruder Wilhelm Brugger (1887-1955).

Das Foto stammt aus dem Nachlass ihres gemeinsamen Bruders Josef Brugger (1883-1970), der in die USA ausgewandert ist.

Standort des Fotografen: 47.883600, 8.344334

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit drei Ansichten, ca. 1895-1900

Verlag J. A. Binder Nachfolger, Bonndorf
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

August Limb schreibt diese lithografische Ansichtskarte offenbar an seinen Bruder Julius Limb. Abgebildet sind auf der Mehrbildkarte drei Ansichten des Städtchens.

Über die gesamte Breite der Karte erstreckt sich im oberen Teil eine Gesamtansicht, wie sie sich dem Betrachter vom Gewann »Im kleinen Brühl« aus darbietet. Zu sehen ist die katholische Pfarrkirche St. Michael und die Häuser in der Altstadt sowie im Maienland und auf dem Alenberg. Im Vordergrund ist die Bahnlinie zu sehen, auf der eine Eisenbahn fährt, obwohl die Strecke erst 1901 in Betrieb genommen wird. Auch das Bahnhofsgebäude ist zu erkennen.

In einem runden Passpartout ist darunter der obere Rathausplatz abgebildet. Zu sehen sind das Rathaus und die drei Gasthäuser »Sonne« (Rathausplatz 9-10), »Löwe« (Rathausplatz 11) und »Ochsen« (Rathausplatz 12). Über den Platz fahren gerade eine Pferdekutsche und ein Fahrradfahrer. 

In dem rechteckigen Passpartout daneben ist das neu geschaffene Kriegerdenkmal zu sehen. Es wurde 1894 zum Gedenken an die Soldaten des deutsch-französischen Krieges 1870/71 eingeweiht. Die lithografische Darstellung ist in idealisierter Form wiedergegeben: Das Denkmal erscheint größer als in Wirklichkeit und es scheint frei in einer Grünanlage zu stehen. 

In der Mitte der Ansichtskarte ist der Schriftzug »Gruss aus Löffingen« zu lesen, von Blumen eingerahmt. 

Mehrbildkarte mit zwei Ansichten vom Witterschneekreuz, ca. 1898

Verlag Carl Zanger, Freiburg / Lithografie von L. Zorn, Freiburg
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Großer Beliebtheit erfreut sich diese colorierte Ansichtspostkarte von der »Schneekreuz-Kirche bei Löffingen« um die Jahrhundertwende. Sie zeigt eine Außenansicht der ab 1894 im neoromanischen Stil neu erbauten Wallfahrtskirche Witterschneekreuz und eine Innenansicht des Gotteshauses mit den beiden Seitenaltären und dem Hochaltar. Der linke Seitenaltar zeigt die Schmerzensmutter, der rechte den thronenden Christus. Der 1897 geschaffene Hochaltar integriert das alte Kruzifix, das dem Schneekreuz seinen Namen gibt.

Am 15. Juli 1894 war die feierliche Grundsteinlegung erfolgt. Die Konsekration des Gotteshauses erfolgte schließlich am 31. August 1901 durch den Freiburger Erzbischof Thomas Nörber. Doch diese Ansichtspostkarte war bereits ab 1898 im Umlauf.

Standort: 47.893276, 8.336123

Brautpaar Konrad Bader und Anna Selb, 1899

Fotograf: X. Schönbucher, Donaueschingen
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elke Moser und Gisela Obert zur Verfügung.

Konrad Bader und Anna Maria Selb heiraten am 25. Mai 1899 und lassen sich zur Feier des Tages im Fotostudio in Donaueschingen fotografieren.

Der Landwirt Konrad Bader (1868-1958) wurde am 16. November 1868 geboren. Er übernahm den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern. Anna Maria geb. Selb (1876-1918) ist die Tochter von Hermann und Sophie Selb geb. Fischer. Das Ehepaar Bader bekommt acht Kinder. Doch die Ehe wärt nur 19 Jahre, denn Anna Maria Bader stirbt am 23. Oktober 1918 im Alter von nur 42 Jahren an einer Lungenentzündung, vermutlich infolge der Spanischen Grippe.

Konrad Bader engagiert sich auf vielfältige Weise für seine Heimatgemeinde: Er ist Mitbegründer des Vorschussvereins, als dessen Rechner er Jahrelang amtiert. Ab 1907 ist er Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. In seine Amtszeit fällt nicht nur der Großbrand von 1907, der die Häuser in der Demetriusstraße zerstört, sondern auch der Großbrand von 1921, der das halbe Städtchen einäschert. 12 Jahre lang gehört er dem Gemeinderat an und über 60 Jahre lang singt er im Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde. Konrad Bader überlebt seine Frau um 40 Jahre. Er stirbt am 6. April 1958 im Alter von 89 Jahren an Altersschwäche.

Standort des Fotografen: Donaueschingen

Militärparade in der »Breiten« nach dem Manöver, 30. August 1894

F.F. Archiv, Donaueschingen

Vom 30. August bis zum 10. September 1894 findet bei Löffingen ein großes Manöver einer gemischten Kavalleriedivision statt. Daran teil nehmen vier badische Dragoner-Regimenter und zwei württembergische Ulanen-Regimenter. Am 30. August 1894 beginnt die Militärübung in Gegenwart des badischen Großherzogs Friedrich I. (1856-1907). Bevor er Löffingen am Abend verlässt, um nach Donaueschingen und von dort weiter nach Metz zu reisen, findet eine Parade im Gewann »Breiten« statt. In der Lokalzeitung heißt es, die Parade sei der »Glanzpunkt« des gesamten Manövers gewesen.

Das Foto ist eine von zwei Aufnahmen, die die Militärparade zeigt. Die Regimenter sind auf ihren Pferden zu sehen. Zeithistorisch besonders interessant ist der Hintergrund der beiden Fotos, ist doch das Städtchen in einer der ältesten Gesamtansichten zu sehen. Der Blick fällt von der »Breiten« in Richtung »Härte«, also in die heutige Seppenhofer Straße und den heutigen Pfarrweg. Die Bahnlinie existiert noch nicht, sie wird erst einige Jahre später gebaut. Daher ist das Gelände noch nicht zerschnitten und die Regimenter haben genügend Platz, um sich zu versammeln.

Die katholische Pfarrkirche St. Michael ist auf dem Foto deutlich zu sehen. Rechts daneben stehen das Haus von Briefträger Heinrich Fahrer (Seppenhofer Str. 1), die katholische Kaplanei und das Haus von Tapezierer Michael Baader (Seppenhofer Str. 5). Im heutigen Pfarrweg schließen sich die Anwesen von Schreiner Josef Victor Heiler (Pfarrweg 1) und von Waldhüter Anton Maier (Pfarrweg 2) an.

Standort des Fotografen: 47.881748, 8.341259

Militärparade in der »Breiten« nach dem Manöver, 30. August 1894

F.F. Archiv, Donaueschingen

Vom 30. August bis zum 10. September 1894 findet bei Löffingen ein großes Manöver einer gemischten Kavalleriedivision statt. Daran teil nehmn vier badische Dragoner-Regimenter und zwei württembergische Ulanen-Regimenter. Am 30. August 1894 beginnt die Militärübung in Gegenwart des badischen Großherzogs Friedrich I. (1856-1907). Bevor er Löffingen am Abend verlässt, um nach Donaueschingen und von dort weiter nach Metz zu reisen, findet eine Parade im Gewann »Breiten« statt. In der Lokalzeitung heißt es, die Parade sei der »Glanzpunkt« des gesamten Manövers gewesen.

Das Foto ist eine von zwei Aufnahmen, die die Militärparade zeigt. Die Regimenter sind auf ihren Pferden zu sehen. Zeithistorisch besonders interessant ist der Hintergrund der beiden Fotos, ist doch das Städtchen in einer der ältesten Gesamtansichten zu sehen.  Der Blick fällt von der »Breiten« in Richtung Rötenbacher Straße, die von Bäumen gesäumt ist. Die Bahnlinie existiert noch nicht, sie wird erst einige Jahre später gebaut. Es schließt sich der Altstadtring mit einem Gewirr an Häusern und Dächern an, nur der Rathausturm ragt heraus. Ein Teil der Gebäude, die auf dem Foto zu erkennen sind, fällt später 1921 dem Großbrand zum Opfer. Im Hintergrund erhebt sich der Alenberg, der noch ziemlich kahl ist und noch nicht von Bäumen gekrönt wird.

Standort des Fotografen: 47.881748, 8.341259

2 Fotos: Großherzog Friedrich I. beim Manöver am Ochsenberg, 30. August 1894

F.F. Archiv, Donaueschingen

»Ein seltenes militärisches Schauspiel bot sich gestern den Bewohnern von Löffingen und den benachbarten Orten dar. Vier Dragoner- und zwei Ulanenregimenter, welche in der Umgegend einquartiert waren, hatten sich in der Gegend zwischen Göschweiler, Röthenbach und Löffingen eingefunden.« So berichtete die Lokalzeitung über das Manöver, das vom 30. August bis zum 10. September 1894 in Löffingen stattfand.

Der badische Großherzog Friedrich I. (1826-1907) war eigens nach Löffingen gekommen, um an der Militärübung teilzunehmen. Auch sein Sohn, der Erbgroßherzog Friedrich (1857-1928), der spätere Großherzog Friedrich II. von Baden, nahm an dem Manöver teil. Auf den beiden Fotos muss auch General Sigismund von Schlichting (1829-1909) zu sehen sein. »Mit sichtlichem Interesse verfolgten sie die einzelnen Bewegungen der verschiedenen Regimenter.«

Auch die Einwohner*innen beobachteten das Schauspiel auf dem »Ochsenberg«, zumindest aus der Ferne, wie die Zeitung nicht unerwähnt ließ: »Natürlich hatte sich eine größere Anzahl Neugieriger eingefunden. Obwohl dieselben oftmals genöthigt wurden, Laufschritt zu machen oder hinten Bäumen und Buschwerk Schutz zu suchen, so verließen doch sämmtliche das Manöverfeld mit großer Befriedigung.«

Standort des Fotografen: 47.885939, 8.331236

Soldaten im Garten Selb in der Maienlandstraße, September 1894

Generallandesarchiv Karlsruhe, 69 Baden, Sammlung 1995 F I Nr. 1588

Das Original dieses Fotos befindet sich im Generallandesarchiv Karlsruhe. Sein offizieller Titel lautet: »Auf Dorfplatz versammelte Uniformierte«. Datiert wird das Foto in das Jahr 1898, wie auch handschriftlich auf dem Untersatzkarton notiert ist. Als Urheber wird der Fotograf P. Fromberg angegeben.

Dabei scheinen sich gleich mehrere Fehler eingeschlichen zu haben. Zunächst hieß der Fotograf Fromherz und nicht Fromberg. Auch die Datierung scheint falsch zu sein, denn es gibt weitere Aufnahmen vom selben Fotografen, die beim Manöver in Löffingen im Jahr 1894 aufgenommen wurden. Dass eine solch große Anzahl an Soldaten auch 1898 im Baarstädtchen einquartiert war, ist hingegen nicht überliefert. Die Soldaten sind auch auf keinem »Dorfplatz« angetreten, sondern stehen im Garten der Familie Selb in der Maienlandstraße, der offenbar zum Exerzierplatz umfunktioniert wurde. 

Für das Manöver, das vom 30. August bis 10. September 1894 in Löffingen stattfand, waren vier Dragoner- und zwei Ulanenregimenter einquartiert. Der badische Großherzog Friedrich I. kam am 30. August 1894 zu Besuch und wohnte der Militärübung bei. Es gibt eine Fotoserie zu dem Ereignis. Eine Sensation stellt jedoch dieses Foto dar: Zu sehen ist im Hintergrund nicht nur das Doppelhaus Guth und Kopp in der Rötengasse, das am 30. Januar 1907 abbrannte. Im Vordergrund ist der Stadtbach zu erkennen, der noch in einem offenen Bachbett durch die Maienlandstraße in Richtung Städtchen fließt.

Das Foto finden Sie durch einen Klick hier auf der Webseite des Generallandesarchivs Karlsruhe.  

Standort des Fotografen: 47.884994, 8.342834

Arbeiterfortbildungsverein, 1893

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Conrad Bader zur Verfügung.
Sammlung Familie Waßmer

Das Gruppenfoto trägt den handschriftlichen Titel: »Arbeider-Vorbildungs-Verein Löffingen 1893«. Die zwei Rechtschreibfehler zeigen deutlich, dass der Schreiber keine höhere Schulbildung genossen, sondern nur die Volksschule besucht hatte.

Der Arbeiterfortbildungsverein Löffingen war 1868 ins Leben gerufen worden. Ihm gehörten nicht nur Arbeiter, sondern auch Handwerker und Gesellen sowie Bauernsöhne an. Über die Aktivitäten des Vereins ist kaum etwas bekannt. Das Gruppenfoto dürfte anlässlich des 25. Vereinsjubiläums aufgenommen worden sein. Stolz präsentieren sich die 34 Männer mit ihrer Vereinsfahne. »Seid einig…« ist darauf zu lesen.

Wo das Foto entstanden ist, ist unklar. Eventuell ist das Haus, das hinter den Bäumen durchscheint, das Haus von Weinhändler Joseph Benitz, das beim Großbrand 1921 zerstört wurde. Dann wäre das Foto im Bereich der Rötengasse aufgenommen worden.

Wer weiß, wer die Männer sind?

1.Reihe (liegend) vl.n.r.:
2.Reihe v.l.n.r.: Karl Benz (1875-1916)
3.Reihe v.l.n.r.: Konrad Bader (1868-1958)
4.Reihe v.l.n.r.:
5.Reihe v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: ???

Brautpaar Karl Benz und Anna Bader, 1896

Fotograf: A. Dilger & Sohn, Freiburg
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Conrad Bader zur Verfügung.

Der Landwirt Karl Benz (1875-1916) und Anna Bader (1870-1951) heiraten. Sie geben sich am 20. Oktober 1896 das Ja-Wort. Der Bräutigam ist 21 Jahre alt, die Braut 26. In dem Photoatelier A. Dilger & Sohn in Freiburg lassen sich die beiden anlässlich ihrer Eheschließung fotografieren.

Karl Benz stirbt am 29. März 1916 in Freiburg im Alter von nur 41 Jahren. Die Witwe Anna Benz überlebt ihren Mann um 34 Jahre und stirbt am 3. Februar 1951 im Alter von 80 Jahren.

Standort des Fotografen: Freiburg