Nachwuchs der Trachtengruppe am Reichberg, ca. 1962

Verlag St. Michaels-Drogerie Rosa Pacher, Löffingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Auf der Wiese am Fuße des Reichbergs stellt sich der Nachwuchs der Trachtengruppe zum Gruppenfoto auf. Die Mädchen tragen ihre farbenfrohen Trachten, die Jungen Lederhosen mit Hosenträgern. Einige knien im Gras, die anderen stehen dahinter. Zwischen ihnen blühen die ersten Löwenzähne – ein frühlingshaftes Bild vor der Kulisse des Städtchens.

Im Hintergrund lässt sich gut erkennen, wie Löffingen über seinen alten Ortskern hinauswächst. In der Gartenstraße entsteht ein Neubaugebiet, dahinter ziehen sich die Häuser der Seppenhofer Straße entlang. Deutlich zu sehen ist das Städtische Krankenhaus mit seinem 1957 eingeweihten Erweiterungsbau. Über den Dächern ragt der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael empor und beherrscht wie seit Generationen die Silhouette.

Die Aufnahme verbindet damit Tradition und Fortschritt: Im Vordergrund präsentiert sich der Nachwuchs in Tracht, während sich hinter ihm das moderne Löffingen der Nachkriegszeit ausbreitet.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Werner Kienzler (geb. 1948), 3 Helmut Pacher, 4 Willi Geisinger (1949-2024)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Angela Reichenbach (geb. 1948), 2 Marianne Zepf (verh. Grieshaber, geb. 1948), 3 Gretel Jordan
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ursula Rieck (verh. Kramer), 2 Anita Greuter, 3 Annemarie Vierlinger (geb. 1946)

Das Gruppenfoto findet als kolorierte Ansichtskarte Verbreitung. Herausgegeben bzw. vertrieben wird sie von der St. Michaels-Drogerie von Rosa Pacher. So reisen die jungen Trachtenträger*innen samt Löffinger Panorama als Gruß aus dem Schwarzwald weit über das Städtchen hinaus.

Standort des Fotografen: 47.879693, 8.343186

Klasse 10a der Realschule mit Lehrer Jarvers, 1993

Archiv der Realschule

Für das Klassenfoto rücken die Schüler*innen der Klasse 10a im Schulhof zusammen. Vorne wird auf Stühlen Platz genommen, dahinter stehen die Mitschüler*innen in mehreren Reihen. Ganz rechts hat sich Klassenlehrer Wolfgang Jarvers dazugestellt. Der Schulfotograf ist vor Ort und arbeitet sich Klasse für Klasse durch die Realschule.

19 Schüler*innen sind hier versammelt. Für die Jugendlichen ist das letzte Schuljahr an der Realschule angebrochen. Bald werden sich ihre Wege trennen: Einige beginnen eine Ausbildung, andere besuchen weiterführende Schulen. Das Klassenfoto hält noch einmal die Gemeinschaft fest, bevor für alle ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Klassenlehrer Wolfgang Jarvers
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Zum Jahrgang gehören: Frank Benz, Harald Benz, Roland Benz, Michael Blume, Tobias Bretzke, Sven Duri, Rainer Hasenfratz, Patric Kaltenbacher, Stefan Kramer, Harald Kuttruff, Christoph Rappenegger, Tobias Vogt, Claudia Bausch, Ulrike Frey, Ulrike Fürderer, Birgit Ganter, Katrin Kaltenbach, Tanja Sättele, Sandra Willmann

Standort des Fotografen: 47.883703, 8.347317

Luftbild des Städtchens von Südwesten aus, 1961

Photo Moser | Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

»Löffingen vom Flugzeug aus« lautet die Bildunterschrift der Ansichtskarte. Das Flugzeug befindet sich über dem noch unbebauten Gewann »Breiten«, das schon bald als Neubaugebiet erschlossen wird. Von hier öffnet sich ein weiter Blick über das Städtchen und seine Umgebung.

Viele markante Gebäude sind aus der Luft gut zu erkennen: die katholische Pfarrkirche St. Michael, das Rathaus und die Gasthäuser »Ochse«, »Löwe« und »Linde« sowie die »alte Sonne«. Am Rand des historischen Stadtkerns stehen die Festhalle und die Volksschule. Diesseits und jenseits der Bahnlinie befinden sich der Bahnhof und das weitläufige Sägewerk Benz. Auch neuere Gebäude prägen inzwischen das Ortsbild, darunter das mit einem Neubau erweiterte städtische Krankenhaus, die evangelische Kirche sowie der Farrenstall und der Bauhof. Die neue Trasse der Bundesstraße 31 führt den Durchgangsverkehr bereits am Städtchen vorbei.

Das Luftbild lässt sich anhand mehrerer baulicher Veränderungen recht genau datieren. Der Turm der katholischen Pfarrkirche ist frisch verputzt und gestrichen – diese Renovierungsarbeiten finden 1961 statt. Das neue katholische Pfarrhaus im Pfarrweg steht noch im Rohbau und wird erst 1962/63 bezogen. Der Kindergarten im Schulweg, dessen Bau 1964 folgt, fehlt hingegen noch.

Auch die Rückseite der Ansichtskarte liefert einen Hinweis: Sie trägt eine 15-Pfennig-Briefmarke mit dem Bild Martin Luthers aus der Serie »Bedeutende Deutsche«, die am 18. September 1961 erscheint. Die Marke belegt zwar nur, dass die Karte frühestens von diesem Zeitpunkt an verschickt werden kann. Zusammen mit dem frisch renovierten Kirchturm spricht jedoch alles dafür, dass die Luftaufnahme im Jahr 1961 entsteht.

Luftbild des Städtchens von der »Hasle« aus, ca. 1957

Verlag Cramers Kunstanstalt KG, Dortmund | Stadtarchiv

Ein Flugzeug zieht seine Kreise über Löffingen. An Bord befindet sich ein Fotograf im Auftrag der Cramers Kunstanstalt aus Dortmund. Der Verlag vertreibt unter der Bezeichnung »Cekade« Ansichtskarten mit Luftaufnahmen aus Städten und Gemeinden in ganz Deutschland. Vermutlich entsteht das Bild während eines größeren Rundfluges, bei dem mehrere Orte der Region aus unterschiedlichen Richtungen fotografiert werden. Aus einem der Negative wird später diese Ansichtskarte.

Aus luftiger Höhe öffnet sich der Blick über das Städtchen. Der mittelalterliche Stadtring mit seinen dicht gedrängten Häusern ist noch deutlich zu erkennen. In seiner Mitte steht das Rathaus, während die katholische Pfarrkirche St. Michael außerhalb der alten Stadtbefestigung liegt.

Doch Löffingen wächst längst über seinen historischen Kern hinaus. Entlang der Ausfallstraßen entstehen immer mehr Häuser und neue Siedlungen. Das Gewann »Breiten« ist hingegen noch vollständig unbebaut; Wiesen und Felder reichen bis an die bewaldeten Höhenzüge am Horizont.

In der Bittengasse stehen der nach dem Krieg neu errichtete Farrenstall und der städtische Bauhof. Daneben befindet sich das Schlachthaus, unmittelbar dort, wo der unterirdisch verlaufende Stettbach als Bittenbach wieder ans Tageslicht tritt. Das Gebäude wird 1968 abgerissen. Auch der Kindergarten im Schulweg ist noch nicht gebaut; er entsteht erst 1964. Wo später die Realschule ihren Platz findet, erstreckt sich noch die »Linden«-Wiese, die zum gleichnamigen Gasthaus gehört.

Der 1957 eingeweihte Bahnhof ist zu erkennen. Der Neubau ersetzte die provisorische Bahnhofsbaracke, die seit dem Zweiten Weltkrieg als Bahnhofsgebäude diente. Jenseits der Bahnlinie nimmt das Sägewerk Benz ein weitläufiges Areal ein. Der hohe Fabrikschornstein und der markante Späneturm an der Rötenbacher Straße ragen weithin sichtbar aus den Werkhallen heraus.

Hinter dem Städtchen öffnet sich ein weites Panorama. Am Horizont zeichnen sich verschiedene Höhenzüge des Hochschwarzwaldes ab. Besonders markant sind der 1.493 Meter hohe Feldberg und der Hochfirst mit 1.192 Metern. Weiter rechts erhebt sich die 1.190 Meter hohe Weißtannenhöhe.

Luftbilder müssen damals behördlich freigegeben werden; entsprechende Vermerke finden sich auf zahlreichen »Cekade« Ansichtskarten. Die Genehmigungspflicht für Luftaufnahmen besteht in der Bundesrepublik noch bis 1990.

Hochwasser in der Kirchstraße, 10. Juli 1975

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Am Donnerstag, dem 10. Juli 1975, geht über Löffingen ein heftiges Sommergewitter nieder. Innerhalb von nur drei Stunden fallen rund 86 Liter Regen pro Quadratmeter – zu viel für den eingedolten Stettbach. Die Wassermassen können nicht mehr gefasst werden und suchen sich ihren Weg oberirdisch durch das Städtchen. Auch die Kirchstraße steht unter Wasser. Keller laufen voll, die braune Brühe schiebt sich durch die Straße. Nur die höher gelegenen Gebäude, wie etwa das Haus Schelling (Kirchstr. 11), bleiben verschont.

Das Foto entsteht aus erhöhter Position, vermutlich von der alten »Zehntscheuer« (Kirchstr. 9) aus. Von hier aus wird sichtbar, wie stark die Straße überflutet ist.

Standort des Fotografen: 47.883613, 8.345315

Haus Ganter in der Seppenhofer Straße mit Pfarrkirche, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Der Blick fällt über eine Wiese hinweg auf das Haus Ganter (Seppenhofer Str. 1). Aufgenommen ist das Foto aus dem Bereich des heutigen Pfarrwegs – damals noch kein ausgebauter Straßenzug, sondern eher ein Wiesenrand, an dem sogar noch Bretter lagern. Das Haus gehört dem Schneidermeister Edmund Ganter (1879-1956) und seiner Ehefrau Maria Ganter (geb. Bader, 1881-1962). Auffällig ist der Giebel im Dachgeschoss: Er wurde erst nachträglich im Zuge eines Dachausbaus ergänzt und fehlt auf älteren Aufnahmen um die Jahrhundertwende noch.

Rechts schließt sich die katholische Kaplanei (Seppenhofer Str. 3) an. Im Erdgeschoss ist noch das große Scheunentor zu sehen, das erst später durch Fenster ersetzt wird. Im Hintergrund erhebt sich der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Der rund 57 Meter hohe Kirchturm zeigt hier noch sein unverputztes Mauerwerk – ein Zustand, der sich erst 1961 im Zuge einer Renovierung ändert. Auch die freie Fläche im Vordergrund bleibt nicht lange unbebaut: Ab 1949 entstehen hier nach und nach neue Gebäude, darunter das Haus Gwinner (Seppenhofer Str. 2) und um 1960 das neue katholische Pfarrhaus (Pfarrweg 3).

Standort des Fotografen: 47.881570, 8.343957

Hilde Selb auf dem Alenberg, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Hilde Selb (geb. Laufer, 1887-1969) steht auf dem Alenberg und blickt hinunter auf das Städtchen. Neben ihr breitet eine Fichte ihre Äste aus, während sich unterhalb des Hanges die dicht gedrängten Häuser der Altstadt ausbreiten. In ihrer Hand hält sie eine kleine Handtasche; ihr dunkles Kleid wirkt schlicht und elegant – vielleicht ist sie gerade auf einem Sonntagsspaziergang unterwegs.

Aus dem Dächergewirr ragt der Rathausturm hervor. Dahinter erhebt sich der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael, der das Stadtbild prägt und weithin sichtbar ist. Jenseits des Städtchens öffnet sich die Landschaft mit Feldern und sanften Hügeln der Baar.

Der Blick vom Alenberg gehört zu den schönsten Aussichtspunkten auf Löffingen. Spaziergänger*innen kommen hierher, um kurz innezuhalten und über das Städtchen zu schauen – so wie Hilde Selb an diesem Tag.

Standort des Fotografen: 47.885624, 8.344861

Mehrbildansicht mit Haus Heiler im Pfarrweg, ca. 1923-1925

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Luzia Heiler zur Verfügung.

Mitte der 1920er Jahre fotografiert ein unbekannter Fotograf mehrere Häuser im Städtchen und verkauft die Aufnahmen zusammen mit einer Gesamtansicht in Form von Mehrbildkarten. Mehrere Hausbesitzer*innen erwerben diese Ansichten – so auch Familie Heiler, die im heutigen Pfarrweg wohnt, der damals noch einen anderen Namen trägt. Das landwirtschaftliche Anwesen auf der »Härte« gehört dem Landwirt und Schreiner Viktor Heiler (1868–1947) und seiner Ehefrau Franziska Heiler (geb. Laiz, 1868–1960). Die Aufnahme entsteht im Winter, Schnee liegt auf den Dächern und Feldern.

Die Gesamtansicht zeigt das Städtchen vom Gewann »Breiten« aus. Über eine verschneite Fläche hinweg sind die Häuser der Rötenbacher Straße mit dem Forstamt zu erkennen, ebenso die Bebauung der Seppenhofer Straße. Vor dem Wäldchen »Hasle« heben sich die neu errichtete Festhalle und die Volksschule ab. Der Gebäudekomplex befindet sich noch im Rohbau. Aufgrund der finanziellen Notlage der Stadtgemeinde infolge der Inflation und des Wiederaufbaus nach dem Großbrand von 1921 verzögert sich die Fertigstellung des Bauwerks um mehrere Jahre.

Standorte des Fotografen: 47.881954, 8.338886 | 47.882001, 8.344320

Umzug beim Sängerfest in der Unteren Hauptstraße, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Die Untere Hauptstraße ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Menschen drängen sich am Straßenrand, stehen Schulter an Schulter, blicken erwartungsvoll in die Straße. Zwischen ihnen zieht der Festumzug vorbei, Schritt für Schritt, begleitet von Musik, Gesang und dem Stimmengewirr der Zuschauer*innen.

Anlass ist das Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest, das an diesem Wochenende im Städtchen gefeiert wird. Rund 3.000 Sänger aus nah und fern sind angereist, dazu kommen viele Hundert Besucher*innen. Der Festumzug am Sonntag bildet einen der Höhepunkte der drei Festtage. Schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Teilnehmer*innen reihen sich in den Zug ein – eine Zahl, die zeigt, welche Bedeutung das Sängerwesen und das gemeinschaftliche Feiern haben.

Der Umzug bewegt sich durch die Untere Hauptstraße in Richtung Unterer Rathausplatz. Die Häuser sind festlich geschmückt: Girlanden, Kränze und Fahnen hängen an den Fassaden, aus den Fenstern schauen Neugierige herab. Die Straße selbst wird zur Bühne, das Städtchen zum Gastgeber für Gäste aus der ganzen Region.

Am oberen Bildrand ist handschriftlich das Datum 31. August 1927 vermerkt – ein Irrtum. Der Umzug findet am 31. Juli statt. Solche kleinen Ungenauigkeiten gehören zu historischen Fotografien dazu und erinnern daran, dass sie nicht nur Zeitzeugnisse, sondern auch persönliche Erinnerungsstücke sind – und dass das menschliche Gedächtnis eben manchmal irrt.

Standort des Fotografen: 47.883740, 8.343724

Blick vom Stationenweg zum Städtchen, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Regina Hasenfratz zur Verfügung.

Vor rund 50 Jahren wurde der Stationenweg zur Wallfahrtskirche Witterschneekreuz angelegt. Die 14 Bildstöckle mit Keramikreliefs, die 1895 eingeweiht wurden, erzählen den Leidensweg Jesu. Der Weg ist von Obstbäumen gesäumt und eröffnet einen besonders pittoresken Blick auf das Städtchen.

In der Ferne ragt der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael auf. Näher liegen die ersten Häuser im Maienland, darunter auf der linken Straßenseite das Haus Schiehle (Maienlandstr. 32) und das Haus Fehrenbach (Maienlandstr. 30). Auf der rechten Straßenseite sind das Haus des Obersägers Karl Fehrenbach (Maienlandstr. 57?) sowie das Anwesen des Polizeisekretärs Karl Walz (Maienlandstr. 47) zu erkennen.

Der hintere Alenberg ist noch unbebaut; das dortige Neubaugebiet wird im Laufe der 1950er Jahre erschlossen.

Standort des Fotografen: 47.893099, 8.336652

Sanierung des Kirchturms der katholischen Pfarrkirche, Sommer 1990

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Kirchturm verschwindet im Sommer 1990 fast vollständig hinter einem Gerüst. Die Uhr ist abmontiert, ganz oben auf der Kirchturmspitze befindet sich ein kleines Häuschen – ein provisorischer Arbeitsplatz in schwindelerregender Höhe. Hier oben wird gerade am höchsten Punkt der katholischen Pfarrkirche St. Michael gearbeitet, sichtbar für alle, die durch das Städtchen gehen und den Blick nach oben richten.

Vier Jahrzehnte sind seit der letzten großen Turmrenovierung vergangen, nun steht wieder eine umfassende Sanierung an. Die Fassade erhält einen neuen Anstrich, das Dach neue Ziegel, und auch der Kirchturm wird renoviert. In dem kleinen Häuschen an der Spitze ist der Restaurator Klaus Sigwart (1935-2018, Hüfingen) beschäftigt: Er reinigt das Turmkreuz und vergoldet es neu.

Der Turm selbst blickt zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Errichtet wurde er zwischen 1855 und 1857 am Westgiebel des Langhauses. Ein älterer Turm an der Südseite des Kirchenschiffes war nach einem Blitzeinschlag im Jahr 1834 so stark beschädigt, dass er abgetragen wurde. Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ deutliche Spuren: Luftangriffe beschädigten die Kirche, Fenster zerbrachen, das Dach musste nach Kriegsende notdürftig repariert werden.

In den 1950er Jahen und 1961 folgten schrittweise Erneuerungen. Neue Glocken ersetzten 1951 die im Krieg eingeschmolzenen, Dach, Putz und schließlich auch der Turm wurden instand gesetzt. 1955 wurde das Kirchendach neu eingedeckt. 1958 wurden Chor und Schiff neu verputzt. Im Sommer 1961 wurde der Kirchturm renoviert: Die Verputzarbeiten übernahm Gipsermeister Franz Schweizer, die Zimmerarbeiten führten Eugen Fehrenbach und Fritz Sibold aus. Der Turmhelm wurde mit neuem Kupferblech durch die Blechnermeister Anton Geisinger und Josef Heiler sowie Hubert Fuß (Reiselfingen) eingedeckt. Die Reinigung der Uhrenzifferblätter verantwortete Malermeister Karl Sibold. Die Reinigung und Vergoldung des Turmkreuzes übernahm damals Malermeister Karl Hepting.

Jetzt, im Jahr 1990, schließt sich dieser Kreis erneut. Noch ist der Turm verhüllt, doch bald wird das Gerüst verschwinden und das Kreuz auf der Turmspitze wieder von weitem zu sehen sein.

Standort des Fotografen: 47.882175, 8.344133

2 Fotos: Vergolden des Kreuzes auf der Kirchturmspitze, 1990

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.

Das Blattgold schimmert warm im gedämpften Licht unter der Plane. Hoch oben auf dem eingerüsteten Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael arbeitet der Hüfinger Restaurator Klaus Sigwart (1935-2018) mit ruhiger Hand am Kreuz der Kirchturmspitze. Jeder Handgriff muss sitzen, denn hier, 51 Meter über dem Boden, ist kein Platz für Hast.

Der zwischen 1855 und 1857 errichtete Kirchturm wird gerade umfassend renoviert und ist vollständig eingerüstet. Kreuz und Kugel an der Spitze werden neu vergoldet. Rund 6.000 hauchdünne Blättchen reinen Blattgolds werden einzeln aufgetragen. Was hier oben entsteht, soll Wind und Wetter viele Jahre standhalten. Noch ist alles hinter Planen verborgen. Doch bald wird das Gerüst verschwinden, und das frisch vergoldete Kreuz wieder über Löffingen leuchten.

Standort des Fotografen: 47.882524, 8.344101