Haus Benitz in der Alenbergstraße, ca. 1923-1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Noch ist das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9) ein Neubau. Nach dem verheerenden Großbrand vom 28. Juli 1921, bei dem Familie Benitz gleich drei Häuser verliert, entsteht das stattliche Doppelhaus nach Plänen der Wiederaufbaukommission unter Leitung des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938). Anfang 1923 werden die Wohn- und Geschäftsräume nach und nach bezogen.

Das Gebäude überragt die benachbarten Häuser der Alenbergstraße deutlich. Für den Fotografen ist die Familie auf beide Balkone getreten. Unten stehen mehrere Angehörige um Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), oben haben die beiden erwachsenen Söhne Joseph Benitz und Paul Benitz Platz genommen. So wird aus der Aufnahme zugleich ein Familienfoto und ein stolzes Bild des gerade erst wiederaufgebauten Hauses.

Unterer Balkon, v.l.n.r.: 1 Albert Benitz (1905-1996), 2 ???, 3 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 4 ???
Oberes Balkon, v.l.n.r.:
1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Paul Benitz (1899-1979)

Besonders interessant ist eine handschriftliche Ergänzung auf dem Abzug. Quer über die Fassade steht in blauer Schrift: »Weinkellerei – Joseph Hogg – Branntweine«. Offenbar dient das Foto als eine Art Entwurf: Familie Benitz plant, mit einer großen Werbeschrift auf die im Haus betriebene Weinhandlung aufmerksam zu machen. Noch existiert die Beschriftung nur auf dem Foto – auf Aufnahmen von 1927 ist sie dann tatsächlich an der Fassade angebracht.

Standort des Fotografen: 47.885040, 8.344570

Kinder im Hof vom Haus Benitz in der Alenbergstraße, 1942

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Fünf Kinder haben sich im gepflasterten Hof des Hauses Benitz zum Erinnerungsfoto aufgestellt. Zwei der Mädchen halten ihre Puppen fest im Arm – natürlich müssen auch sie mit aufs Bild. Die Kinder stehen fein säuberlich nebeneinander und blicken gut gelaunt in die Kamera. Zu sehen sind die Benitz-Geschwister Elisabeth Benitz, Joseph Benitz und Lioba Benitz sowie ihr Cousin Klaus Benitz und ein weiteres, bislang nicht identifiziertes Kind. Die Aufnahme entsteht mitten im Zweiten Weltkrieg. Davon ist in diesem Augenblick nichts zu spüren: Für einen kurzen Moment bestimmen Kindheit, Spielzeug und familiäre Nähe die Szene.

V.l.n.r.: 1 Lioba Benitz (verh. Andritzke, geb. 1936), 2 Anna Benitz (1934-2021), 3 Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019), 4 Joseph Benitz jun. (1928-2012), 5 Klaus Benitz (1938-2015)

Rechts hinter den Kindern steht das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9). Es wurde nach dem Großbrand von 1921 als Doppelhaus neu errichtet. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind die ebenfalls nach dem Brand entstandene Ökonomie Benitz (Alenbergstr. 8) und das Haus Kienzle (Alenbergstr. 6) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.885256, 8.344184

Blick zum Haus Benitz mit der Weinhandlung Hogg, ca. 1940-1950

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Mächtig erhebt sich das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9) über die umstehenden Häuser und den Gärten am Hang. Nicht nur wegen seiner exponierten Lage trägt das Doppelhaus den Beinamen »Hohes Haus«. Nach dem Großbrand von 1921 wurde es nach Plänen der Wiederaufbaukommission neu errichtet. Unübersehbar wirbt die große Aufschrift an der linken Gebäudehälfte für »Joseph Hogg / Weingrosshandlung / Branntweinbrennerei«.

Die Weinhandlung kann zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken. Sie besteht seit 1824 und wurde von dem Gastwirt Joseph Hogg (1796-1857) gegründet. Nach seinem Tod verkaufte seine Witwe das Geschäft an ihren Neffen, den Weinhändler Josef Eggert (1831-1888). Da dieser kinderlos war, übernahmen 1895 der Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919) und Josef Paul Thoma (1868-?) die Firma. Thoma schied 1902 wieder aus, die Weinhandlung blieb bei Familie Benitz – der traditionsreiche Name Hogg wird jedoch weitergeführt.

Im Vordergrund erstreckt sich eine Streuobstwiese der Familie Benitz entlang der Maienlandstraße. Zwischen den Obstbäumen sind ganz links noch Mauerreste zu erkennen. Sie gehören zum früheren Wohnhaus Thoma (Rötengasse), das ebenfalls beim Großbrand von 1921 zerstört wurde. Unmittelbar daneben steht die Mitte der 1930er-Jahre errichtete Villa des Arztes Dr. Gugelberger (Maienlandstr. 6), von der am linken Bildrand nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen ist.

Noch prägen Obstbäume und Gärten den Hang unterhalb des »Hohen Hauses«. Doch auch dieses Bild wird sich verändern: Etwa 1960 wird die Streuobstwiese bebaut. An ihrer Stelle entsteht das Wohn- und Geschäftshaus des Malermeisters Karl Sibold (Maienlandstr. 4).

Standort des Fotografen: 47.884563, 8.343059

Familie Benitz vor ihrem Haus, April 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Familie Benitz hat sich vor ihrem Haus in der Alenbergstraße zum Gruppenfoto versammelt. Im Mittelpunkt sitzt Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), umgeben von ihren Kindern, Schwiegertöchtern und Enkelkindern. Die Haustür hinter ihnen ist mit Reisiggirlanden und weißen Papierblumen geschmückt, zwei Tännchen rahmen den Eingang ein. Der Anlass ist ein besonderer: Franz Benitz (1908-1944), rechts in der hinteren Reihe, feiert seine Heimatprimiz. Am 31. März 1935 wurde der 27-Jährige durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Eine Woche später, am 7. April, zelebriert er in seiner Heimatgemeinde Löffingen erstmals die Messe. Familie und katholische Kirchengemeinde feiern den Neupriester, und auch das Elternhaus wird für diesen Tag festlich geschmückt.

Für Anna Benitz ist es ein Familienfest nach Jahren, in denen sie bereits schwere Schicksalsschläge hinnehmen musste. Seit 1919 ist sie Witwe. Mit ihrem Mann, dem Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919), hatte sie sieben Kinder. Zwei von ihnen leben 1935 nicht mehr: Friedrich Benitz (1902-1908) starb bereits als Kind, die Tochter Anna (1896-1922) im Alter von 26 Jahren. Beim Großbrand von 1921 traf es die Familie besonders hart: Gleich vier ihrer Häuser wurden zerstört. Das Wohn- und Geschäftshaus in der Alenbergstraße, vor dem die Familie sich nun versammelt, entstand beim anschließenden Wiederaufbau.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1928-2012), 2 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 3 Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019), 4 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 5 Josefine Benitz (geb. Klaus, 1903-1991), 6 Anna Maria Benitz (1934-2021), 7 Maria Benitz (verh. Wiedemann, 1911-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Albert Benitz (1905-1996), 3 Paul Benitz (1899-1979), 4 Franz Benitz (1908-1944)

Franz Benitz ist der einzige der Söhne, der Priester wird, doch die gesamte Familie ist sehr religiös und tief im katholischen Milieu verwurzelt. Familienmitglieder engagieren sich im kirchlichen Leben, etwa im Kirchenchor und im Stiftungsrat, und politisch in der Zentrumspartei. Gerade deshalb geraten sie nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ins Visier der örtlichen Nationalsozialisten. Joseph Benitz (1897-1981) wurde im August 1933 für zwei Tage in sogenannte »Schutzhaft« genommen – eine willkürliche Inhaftierung, die der Einschüchterung politischer Gegner dient.

Als das Foto aufgenommen wird, ist es noch keine zehn Monate her, dass Stadtpfarrer Guido Andris am 23. Juni 1934 gewaltsam aus Löffingen vertrieben wurde. Joseph Benitz und Albert Benitz gehörten zu den mutigen Männern, die offen gegen das Vorgehen der Nationalsozialisten protestieren. Beide wurden daraufhin verhaftet. Vor diesem Hintergrund ist die Primiz von Franz Benitz im Frühjahr 1935 nicht nur ein Familienfest. Sie ist zugleich ein sichtbares Bekenntnis zum Katholizismus, der vom NS-Regime zunehmend unter Druck gesetzt wird.

Standort des Fotografen: 47.885270, 8.344131

Johanna Ganter mit drei Mädchen in der Alenbergstraße, Fronleichnam 1943

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Festlich gekleidet stehen Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003) und drei Mädchen in der Alenbergstraße. Hinter ihnen ist der Blumenteppich zu erkennen, der anlässlich der Fronleichnamsfeier gelegt wird. Für das Erinnerungsfoto haben sich die vier am Straßenrand aufgestellt.

Die Mädchen tragen helle Kleider. Bei den beiden älteren könnte es sich um Erstkommunikantinnen handeln, die an der Prozession teilnehmen. Es sind Kinder aus der Nachbarschaft.

V.l.n.r.: 1 Luise Vogelbacher (verh. Winkler, 1930-2010) mit 2 ???, 3 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), 4 Maria Vogelbacher (verh. Kaufmann, 1931-2022)

Standort des Fotografen: 47.885877, 8.343557

Fronleichnamsschmuck vor dem Haus Adrion in der Alenbergstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Vor dem Haus Adrion (Alenbergstr. 21) ist zur Fronleichnamsprozession ein besonders aufwändiger Schmuck aufgebaut. Vor Birkenzweigen erhebt sich ein großes Kreuz, an das sich eine menschliche Figur klammert. Fast scheint es, als halte sich ein Schiffbrüchiger an einem rettenden Felsen fest. Das Kreuz erscheint hier nicht nur als religiöses Symbol, sondern als letzter Halt und Rettung in existenzieller Not.

Rund um die Figur sind zahlreiche Kalk- und Tuffsteine aufgebaut, die wie eine felsige Landschaft wirken. Dahinter hängt an der Hausfassade ein Sinnspruch, eingerahmt von einer Reisiggirlande. Der Text ist nur teilweise lesbar: »Wer ist Gott – außer Go[tt] / Fels und Rettung ohne Kre[uz] / Dein Name sei gepriesen in E[wigkeit]«. Vermutlich handelt es sich um eine freie religiöse Dichtung, die das Motiv von Gott als »Fels« und »Rettung« aufgreift.

Die Prozession selbst macht hier keinen Halt. Es handelt sich nicht um einen offiziellen Stationenaltar, sondern um eine private, mit großer Mühe gestaltete Dekoration entlang der Prozessionsstrecke.

Standort des Fotografen: 47.886485, 8.343054

Geschwister Rebholz in der Alenbergstraße, Fronleichnam 1958

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Es ist Fronleichnam. Ein kunstvoll gelegter Blumenteppich zieht sich scheinbar endlos die Prozessionsstrecke entlang. Auch durch die Alenbergstraße verläuft das bunte Band aus Blütenblättern, die zu Ornamenten und Mustern gelegt sind. Am Straßenrand stecken junge Zweige im Pflaster. Sie rahmen den Weg der Prozession ein und verdecken zugleich manches, was man dem »Herrgott« lieber nicht zeigen will – etwa Misthaufen oder unaufgeräumte Hofecken.

Auch das Haus Rebholz (Alenbergstr. 14) ist festlich geschmückt. An der Fassade hängt eine selbstgebundene Reisiggirlande, darüber flattert eine Kirchenfahne in den Farben Weiß und Gelb im Wind. Die ganze Straße scheint sich für den hohen Feiertag herausgeputzt zu haben.

Neben dem Blumenteppich stehen die Geschwister Klemens Rebholz (geb. 1949) und Cäcilie Rebholz (verh. Runge, geb. 1953). Die beiden rücken eng zusammen und posieren stolz für die Kamera. Klemens trägt einen dunklen Anzug, vermutlich denselben, den er zu seiner Erstkommunion getragen hat. Cäcilie erscheint dagegen ganz in Weiß: Sommerkleid, Kniestrümpfe, helle Schuhe und ein Kranz im Haar. In der Hand hält sie ein kleines Körbchen mit Blütenblättern, die sie während der Prozession auf den Weg streut.

Die Aufnahme zeigt nicht nur zwei Kinder an einem Sommertag, sondern auch, wie viel Mühe und Gemeinschaftssinn in die Vorbereitung des Fronleichnamsfestes gesteckt wird. Stundenlang werden Blüten gesammelt, Zweige geschnitten und Girlanden gebunden, damit sich die Straßen des Städtchens für einen Tag in einen festlichen Prozessionsweg verwandeln.

Standort des Fotografen: 47.885696, 8.343741

2 Fotos: Johanna Ganter mit Katzen im Garten, 7. Juni 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Pfingsten 1935. Im Garten der Familie Ganter herrscht eine beinahe sommerliche Ruhe. Unter einem Baum sitzt Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003) auf einer einfachen Holzbank. Das steil ansteigende Gartengrundstück reicht von der Alenbergstraße hinauf bis zur Alemannenstraße und ist in mehrere Terrassen gegliedert. Zwischen Blumen- und Gemüsebeeten sowie Obstbäumen findet sich ein schattiges Plätzchen, das an diesem Tag ganz Johanna Ganter und zwei Katzen gehört.

Eine der beiden Katzen hat es sich auf ihrem Schoß gemütlich gemacht und lässt sich geduldig halten. Die andere liegt entspannt auf der Bank daneben. Über der Momentaufnahme liegt die ruhige Atmosphäre eines Feiertages – und das zufriedene Gefühl, einfach einmal im Garten sitzen zu können, mit zwei schnurrenden Katzen.

Standort des Fotografen: 47.885879, 8.343993

Kindergruppe vor dem Haus Rebholz in der Alenbergstraße, Juni 1958

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Fünf Jahre ist sie alt, die kleine Cäcilie Rebholz (verh. Runge, geb. 1953). Zur Feier des Tages darf sie eine Schar Kinder zu ihrem Kindergeburtstag einladen. Zusammen mit ihrem Bruder Klemens Rebholz und sieben Kindern aus der Verwandtschaft, dem Kindergarten und der Nachbarschaft versammelt sich die fröhliche Runde vor der Haustür des Elternhauses (Alenbergstr. 14) zum Gruppenfoto.

Die kleine Jubilarin sitzt in der Mitte, gut sichtbar auf der Türschwelle. Sie trägt ein Sommerkleid mit Kniestrümpfen und lächelt stolz in die Kamera. Um sie herum drängen sich die anderen Kinder – einige etwas verlegen, andere ganz in ihr eigenes Tun vertieft.

Das Kopfsteinpflaster vor dem Haus, die schlichte Hauswand im Hintergrund und die Haustür rahmen die Szene ein. Ein alltäglicher Moment – und doch ein besonderer: ein Kindergeburtstag im Sommer 1958.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Klemens Rebholz (geb. 1949), 2 Walter Hauser (geb. 1951)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Angela Kuster (verh. Höcklin), 2 ???, 3 Cäcilie Rebholz (verh. Runge), 4 [Jutta Adrion (verh. Knöpfle)?]
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rosemarie Hauser (verh. Metzger, geb. 1949), 2 Ulrika Winkler (verh. Andris, geb. 1952), 3 Renate Adrion (verh. Schelb, geb. 1952)

Standort des Fotografen: 47.885698, 8.343793

2 Fotos: Geschwister bei der Ostereiersuche am Alenberg, 1958

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Große Aufregung liegt in der Frühlingsluft: Im Garten der Familie Rebholz am Alenberg sind zwei Kinder eifrig auf der Suche nach den versteckten Überraschungen des Osterfestes. Klemens Rebholz (geb. 1949) und seine kleine Schwester Cäcilie Rebholz (geb. 1953) durchstreifen den Garten zwischen Grasbüscheln und ersten Blüten.

Auf dem ersten Bild hockt Cäcilie mit einem kleinen Weidenkörbchen im Gras und schaut neugierig zur Kamera, während ihr Bruder neben ihr konzentriert den Boden absucht. Überall zwischen den Gänseblümchen könnten sich bunte Eier oder kleine Süßigkeiten verbergen.

Einige Augenblicke später ist die Suche bereits erfolgreich: Stolz zeigt Cäcilie ihre Beute, während Klemens lächelnd danebensteht. Auf einer Holzbank liegt das Körbchen, schon teilweise gefüllt. Was gefunden wird, bleibt nicht lange unberührt – genascht wird sofort.

Standort des Fotografen: 47.885863, 8.344068

2 Fotos: Tropfsteinhöhle in der Alenbergstraße, 22. Juni 1989

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Nein, das ist kein Aprilscherz! In der Alenbergstraße verbirgt sich tatsächlich eine kleine Tropfsteinhöhle mit Stalaktiten – und vielleicht auch Stalagmiten. Die Höhle ist nicht zugänglich. Sie ist im Sommer 1989 nur für kurze Zeit sichtbar.

Als in der Alenbergstraße die Gasleitung verlegt wird, kommt bei den Bauarbeiten völlig Unerwartetes zum Vorschein: In der aufgegrabenen Straße öffnet sich ein Hohlraum mit Tropfsteinbildungen. Anwohner*innen greifen kurzerhand zum Fotoapparat und halten den ungewöhnlichen Fund fest, bevor der Leitungsschacht wieder verfüllt wird.

Standort des Fotografen: 47.885833, 8.343611

Konstantin Ganter als alter Mann, ca. 1925-1931

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Der alte Mann steht ruhig im Gras, den Blick dem Fotografen zugewandt. Der Anzug sitzt ordentlich, der Bart ist weiß und voll, die Haltung aufrecht. Neben ihm ein kleiner Tisch, mit einem gemusterten Tuch bedeckt, darauf ein Blumentopf. Vermutlich wird die Aufnahme im Garten hinter dem Haus am Alenberg aufgenommen.

Konstantin Ganter wurde am 20. Mai 1852 als Sohn des Landwirts Fidel Ganter und dessen Ehefrau Maria Ganter (geb. Benz) geboren. Das Elternhaus steht in der Vorstadt (Alenbergstr. 2). Er wuchs gemeinsam mit seinen Brüdern Adolf Ganter (1847-?), Karl Ganter (1848-1917), Pius Ganter (1850-?), Ferdinand Ganter (1855-?) und Heinrich Ganter (1862-?) auf. Später übernahm Konstantin Ganter das elterliche Anwesen und führt die dazugehörige Landwirtschaft weiter. Am 24. März 1892 heiratete er Kreszentia Ganter (geb. Marx). Die Ehe blieb kinderlos (?). Im Jahr 1927 stirbt seine Ehefrau.

Konstantin Ganter selbst stirbt am 2. Mai 1931 im Alter von 79 Jahren an Altersschwäche. In einem Nachruf heißt es über ihn: »Der Entschlafene gehörte zu jenen alten sturmerprobten Zentrumsveteranen, die in den Zeiten des heißesten Kulturkampfes der katholischen Weltanschauung eine Gasse bahnten. Er ist nun der letzte der vier Brüder Ganter, die aus einem Guß, in jeder Zeit ihren Mann stellten, im aufrichtigen und redlichen Willen auch dem politischen Gegner Achtung einflößten.«

Standort des Fotografen: 47.885077, 8.345060