Mehrbildkarte vom Café »Alenberg« in der Alenbergstraße, ca. 1970-1980

Schwarzwald-Verlag GmbH, Offenburg / Sammlung Familie Waßmer

Im Haus Alenbergstr. 28 betreiben Hans Jordan und Agathe Jordan geb. Köpfler das Café »Alenberg«, zu dem auch eine Pension gehört. Auf der Werbepostkarte sind zwei Ansichten abgebildet. Oben ist der Garten hinter dem Haus zu sehen, auf dem Sitzbänke und Sommerliegen zum Verweilen einladen. Für die kleinen Gäste gibt es einen Sandkasten. Unten ist ein Blick in den Cafébereich zu sehen. Ein modernes Fernsehgerät hängt im Hintergrund an der Wand.

Standort des Fotografen: 47.887612, 8.342031

Aufräumungsarbeiten nach dem Großbrand am Alenberg, August 1921

Verlag A. Rebholz

Die Aufräumungsarbeiten nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 dauerten nur bis Mitte September 1921. Die Gruppenpolizei V aus Mülheim leistete große Arbeit: Sie richtete das Trümmerfeld für den Wiederaufbau in nur 34 Arbeitstagen her.

Das Foto entstand auf dem Alenberg. Durch Funkenflug verursacht brannten dort die Häuser von Bürgermeister Adolf Kuster, Schreinermeister August Limb, Schreinermeister Leo Münzer und die beiden Häuser der Witwe Morath und von Landwirt Albert Jonner ab.

Standort des Fotografen: 47.886650, 8.343239

Brennende Häuser am Alenberg beim Großbrand, 28. Juli 1921

Verlag A. Rebholz

Am 28. Juli 1921 wehte ein verhängnisvoller Südwestwind, der das Mitten im Städtchen ausgebrochene Feuer anfachte. Durch Funkenflug breitete sich das Feuer rasend schnell bis hinauf zum Alenberg aus. Die Häuser von Otto Ganter, Hermann Fehrenbach und Antonie Münzer übersprang es. Sie blieben verschont. Aber die Häuser von Bürgermeister Adolf Kuster, von Schreinermeister August Limb, von Schreinermeister Leo Münzer sowie die beiden Häuser der Witwe Morath und von Landwirt Albert Jonner wurden ein Raub der Flammen. Karl Bader, der Sohn des Feuerwehrkommandanten, erinnerte sich 1971: »Das Wäldchen auf der Kuppe des Alenberges war damit auch in Gefahr gekommen, und hatte auch schon zu brennen begonnen, doch die Wehr von Bräunlingen bannte diese Gefahr des Verderbens.«

Das Foto entstand in der Alenbergstraße, während das Foto wütet. Feuerwehrmänner und Helfer sind zu erkennen. Insbesondere auf dem Alenberg war die Wasserversorgung so schlecht, dass sie dem Feuer weitgehend hilflos gegenüber standen. Zwei Männer haben ein Möbelstück vor den Flammen gerettet und tragen es über die Straße, um es in Sicherheit zu bringen.

Standort des Fotografen: 47.886157, 8.343366

Blick auf das brennende Haus von Bürgermeister Kuster, 28. Juli 1921

Verlag A. Rebholz

Nur wenige Fotos sind während des Großbrandes vom 28. Juli 1921 aufgenommen worden. Zu sehr waren die Menschen mit den Löscharbeiten und dem Retten von Hab und Gut beschäftigt. Erst in den Tagen nach dem Brand wurde das Ausmaß der Zerstörung dokumentiert. Anders bei diesem Foto, das während des Brandes aufgenommen wurde: Zu sehen ist das Haus von Bürgermeister Adolf Kuster oben auf dem Alenberg.  Durch Funkenflug war das Gebäude in Brand geraten. Festgehalten wurde der Augenblick, als sich der Dachstuhl hob und lichterloh brannte. Der aufsteigende Rauch zeigt, wie stark der Wind an diesem Tag war.

Standort des Fotografen: 47.886180, 8.343484

Familie Kuster am Tisch in der Stube, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Konrad Kuster zur Verfügung.

Familie Kuster sitzt in der Stube zu Tisch. Am oberen Tischende sitzt der Ehemann und Familienvater Adolf Kuster (1874-1946). Der Landwirt amtierte von 1920 bis zu seiner Absetzung 1933 durch die Nationalsozialisten als Bürgermeister. Bis heute trägt das Haus Kuster auf dem Alenberg den Hausnamen »s’Bürgermoasters«.

V.ln.r. ???, ???. Adolf Kuster, Maria Kuster, Rosa Kuster

Kuster wurde 1874 als Sohn des Landwirts Karl Kuster und dessen Ehefrau Karoline geb. Bader geboren. Schon sein Vater war von 1890 bis 1920 Bürgermeister des Baarstädtchens. Adolf Kuster heiratete 1906 Maria geb Ehrath (1883-1961) aus Seppenhofen. Das Ehepaar bekam mehrere Kinder: Maria (geb. 1907), Franz (1913-1943), Rosa, Agathe, Anna und Konrad (geb. 1921). Beim Großbrand 1921 brannte das Anwesen der Familie auf dem Alenberg ab und wurde danach neu erbaut. Die Absetzung durch die NSDAP-Ortsgruppe im Zuge der »Gleichschaltung« kränkte den gläubigen Katholiken Adolf Kuster Zeit seines Lebens sehr.  Ein weiterer schwerer Schlag ereilte die Kusters 1943, als ihr Sohn Franz an der Ostfront in der Sowjetunion fiel. Adolf Kuster selbst starb am 23. Juli 1946 im Alter von 71 Jahren.  Die Witwe des Alt-Bürgermeisters starb 1961.

Standort des Fotografen: 47.886337, 8.343333