Stadtmusik beim Umzug in der Bahnhofstraße anlässlich des Sängerfestes, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Die Bahnhofstraße ist festlich herausgeputzt. Girlanden aus Reisig sind entlang der Straße gespannt, an hohen Masten wehen Fahnen. Zwei Radfahrer sind am Straßenrand stehen geblieben und schauen dem herannahenden Festzug entgegen. Die Stadtmusik ist im Anmarsch. Vorneweg wird der Schellenbaum getragen, dahinter folgen die Musiker.

Anlass ist das große Sängerfest des Schwarzwaldgau-Sängerbundes, das drei Tage lang in Löffingen gefeiert wird. Zahlreiche Gesangvereine reisen dafür an. Beim großen Festumzug am 31. Juli 1927 ziehen schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Teilnehmer*innen durch das Städtchen – für Löffingen ein außergewöhnliches Großereignis. Für drei Tage wird Löffingen damit zum Treffpunkt zahlreicher Sänger und Vereine aus der Region.

Die Aufnahme entsteht in der Bahnhofstraße beim Bahnübergang. Am rechten Bildrand ist ein Teil des katholischen Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) angeschnitten. Weiter hinten ist der sogenannte »neue Benzbau« (Ringstr. 8) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882438, 8.343013

Umzugswagen »Römerwache« in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Mitten durch die Bahnhofstraße verläuft plötzlich der Limes. Zwei Ochsen ziehen einen Umzugswagen, auf dem sich ein römischer Wachturm erhebt. Oben hat eine ganze »Römerwache« Aufstellung genommen. Männer und Frauen in antik anmutenden Kostümen blicken von der Plattform herab, einer der Wächter steht unten am Wagen und hält die Stellung. Hinter dem Wagen folgt der weitere Narrenumzug in der verschneiten Straße.

1.Reihe: 1 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???

Die Fasnacht steht in diesem Jahr unter dem Motto »Als die Römer frech geworden«. Dazu passt die »Römerwache« natürlich bestens. Ganz neu ist die Gruppe allerdings nicht. Kostüme und Wagen kommen bereits im Vorjahr beim Festumzug zur Stadterhebung 1951 zum Einsatz. Es wäre auch zu schade, wenn die aufwendigen Verkleidungen und der mächtige Wagen nach nur einem einzigen Auftritt wieder in der Versenkung verschwänden. So erhält das Ganze 1952 ein närrisches zweites Leben.

Der Wagen stellt einen römischen Wachturm aus dem 3. Jahrhundert dar. Für einen Augenblick wird die Bahnhofstraße damit zur Grenze des Römischen Reiches umgedeutet. Im Hintergrund ist der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) zu erkennen, ein Mehrfamilienhaus für Arbeiter des Sägewerks Benz und ihre Familien. Daneben steht das Haus des Revierförsters Franz Rappenegger und seiner Ehefrau Josefa Rappenegger (geb. Roth) (Ringstr. 6).

Standort des Fotografen: 47.883316, 8.342488

Rupert Hepting (?) und Hermann ??? am Bahnhof, ca. 1940-1945

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Es sieht nach einem Abschied aus. Rupert Hepting (?) steht vor dem Löffinger Bahnhofsgebäude und unterhält sich mit Hermann ???. Dieser trägt einen langen Mantel, Feldmütze und militärische Ausrüstung – unübersehbar ist, dass die Aufnahme während des Zweiten Weltkrieges entsteht.

Vermutlich ist Hermann ??? für einige Tage auf Heimaturlaub in Löffingen und muss nun wieder zu seiner Einheit zurückkehren. In Kriegszeiten bekommen Abschiede am Bahnhof eine besondere Bedeutung: Niemand kann wissen, wann – und ob – man sich wiedersehen wird. Möglicherweise lässt es sich Rupert Hepting (?) deshalb nicht nehmen, den Urlauber bis zum Zug zu begleiten.

Auch am linken Bildrand herrscht Aufbruchsstimmung. Ein Junge läuft mit einer Ledertasche und einem verschnürten Paket am Bahnhof entlang. Hinter den beiden Männern steht ein Auto. Der Bahnhof ist ein Ort des Kommens und Gehens, der Abreise und der Rückkehr.

Das Foto erhält noch aus einem anderen Grund dokumentarischen Wert. Das Bahnhofsgebäude, vor dem die beiden Männer stehen, existiert nicht mehr lange: Bei einem Luftangriff am 22. Februar 1945 wird es vollständig zerstört.

Standort des Fotografen: 47.883783, 8.342082

4 Fotos: Umzugswagen »Santa Maria« in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1961

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Mit voller Kraft voraus steuert die »Santa Maria« durch die Bahnhofstraße. Der Umzugswagen des Fußballclubs ist als Dampfschiff gestaltet, mit Bullaugen, Anker, Schornstein, Mast und bunten Wimpeln. Gezogen wird das Narrenschiff von einem Traktor, an dessen Steuer Franz Isele (1933-2014) sitzt. Neben dem Wagen läuft »Kapitän« Hans Müller (1926-2014) und navigiert seine ungewöhnliche Besatzung durch das Städtchen.

An Bord sind u.a. zu sehen: Ernst Wehrle (»Wehrli Schniider«), Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), Anton Maier, Bruno Schwanz, Erich Riedlinger (1936-1997), Hans Küßner (1937-2020), Emil Kopp (1932-2022)

An Bord herrscht ausgelassene Stimmung. Einige der Fußballer haben sich als Frauen verkleidet, andere geben mit breitkrempigen Hüten und dunklen Bärten finstere Seemänner oder Piraten. Gleich zwei Akkordeons sorgen für die passende musikalische Begleitung. Welche Lieder erklingen, wissen wir nicht – Seemannsromantik liegt Anfang der 1960er-Jahre jedenfalls im Trend. Freddy Quinn besingt seit Jahren die Ferne und das Meer, und mit »Seemann (Deine Heimat ist das Meer)« landet Lolita 1960 einen großen Schlagererfolg.

So verwandelt sich die Bahnhofstraße für einige Minuten in eine Hafenstraße. Die Fußballer gehen auf große Fahrt – auch wenn ihre »Santa Maria« das Baarstädtchen vermutlich nicht weiter verlässt als bis zum Ende der Umzugsstrecke.

Standort des Fotografen: 47.884009, 8.341860

Luftbild des Städtchens von Südwesten aus, 1961

Photo Moser | Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

»Löffingen vom Flugzeug aus« lautet die Bildunterschrift der Ansichtskarte. Das Flugzeug befindet sich über dem noch unbebauten Gewann »Breiten«, das schon bald als Neubaugebiet erschlossen wird. Von hier öffnet sich ein weiter Blick über das Städtchen und seine Umgebung.

Viele markante Gebäude sind aus der Luft gut zu erkennen: die katholische Pfarrkirche St. Michael, das Rathaus und die Gasthäuser »Ochse«, »Löwe« und »Linde« sowie die »alte Sonne«. Am Rand des historischen Stadtkerns stehen die Festhalle und die Volksschule. Diesseits und jenseits der Bahnlinie befinden sich der Bahnhof und das weitläufige Sägewerk Benz. Auch neuere Gebäude prägen inzwischen das Ortsbild, darunter das mit einem Neubau erweiterte städtische Krankenhaus, die evangelische Kirche sowie der Farrenstall und der Bauhof. Die neue Trasse der Bundesstraße 31 führt den Durchgangsverkehr bereits am Städtchen vorbei.

Das Luftbild lässt sich anhand mehrerer baulicher Veränderungen recht genau datieren. Der Turm der katholischen Pfarrkirche ist frisch verputzt und gestrichen – diese Renovierungsarbeiten finden 1961 statt. Das neue katholische Pfarrhaus im Pfarrweg steht noch im Rohbau und wird erst 1962/63 bezogen. Der Kindergarten im Schulweg, dessen Bau 1964 folgt, fehlt hingegen noch.

Auch die Rückseite der Ansichtskarte liefert einen Hinweis: Sie trägt eine 15-Pfennig-Briefmarke mit dem Bild Martin Luthers aus der Serie »Bedeutende Deutsche«, die am 18. September 1961 erscheint. Die Marke belegt zwar nur, dass die Karte frühestens von diesem Zeitpunkt an verschickt werden kann. Zusammen mit dem frisch renovierten Kirchturm spricht jedoch alles dafür, dass die Luftaufnahme im Jahr 1961 entsteht.

Luftbild des Städtchens von der »Hasle« aus, ca. 1957

Verlag Cramers Kunstanstalt KG, Dortmund | Stadtarchiv

Ein Flugzeug zieht seine Kreise über Löffingen. An Bord befindet sich ein Fotograf im Auftrag der Cramers Kunstanstalt aus Dortmund. Der Verlag vertreibt unter der Bezeichnung »Cekade« Ansichtskarten mit Luftaufnahmen aus Städten und Gemeinden in ganz Deutschland. Vermutlich entsteht das Bild während eines größeren Rundfluges, bei dem mehrere Orte der Region aus unterschiedlichen Richtungen fotografiert werden. Aus einem der Negative wird später diese Ansichtskarte.

Aus luftiger Höhe öffnet sich der Blick über das Städtchen. Der mittelalterliche Stadtring mit seinen dicht gedrängten Häusern ist noch deutlich zu erkennen. In seiner Mitte steht das Rathaus, während die katholische Pfarrkirche St. Michael außerhalb der alten Stadtbefestigung liegt.

Doch Löffingen wächst längst über seinen historischen Kern hinaus. Entlang der Ausfallstraßen entstehen immer mehr Häuser und neue Siedlungen. Das Gewann »Breiten« ist hingegen noch vollständig unbebaut; Wiesen und Felder reichen bis an die bewaldeten Höhenzüge am Horizont.

In der Bittengasse stehen der nach dem Krieg neu errichtete Farrenstall und der städtische Bauhof. Daneben befindet sich das Schlachthaus, unmittelbar dort, wo der unterirdisch verlaufende Stettbach als Bittenbach wieder ans Tageslicht tritt. Das Gebäude wird 1968 abgerissen. Auch der Kindergarten im Schulweg ist noch nicht gebaut; er entsteht erst 1964. Wo später die Realschule ihren Platz findet, erstreckt sich noch die »Linden«-Wiese, die zum gleichnamigen Gasthaus gehört.

Der 1957 eingeweihte Bahnhof ist zu erkennen. Der Neubau ersetzte die provisorische Bahnhofsbaracke, die seit dem Zweiten Weltkrieg als Bahnhofsgebäude diente. Jenseits der Bahnlinie nimmt das Sägewerk Benz ein weitläufiges Areal ein. Der hohe Fabrikschornstein und der markante Späneturm an der Rötenbacher Straße ragen weithin sichtbar aus den Werkhallen heraus.

Hinter dem Städtchen öffnet sich ein weites Panorama. Am Horizont zeichnen sich verschiedene Höhenzüge des Hochschwarzwaldes ab. Besonders markant sind der 1.493 Meter hohe Feldberg und der Hochfirst mit 1.192 Metern. Weiter rechts erhebt sich die 1.190 Meter hohe Weißtannenhöhe.

Luftbilder müssen damals behördlich freigegeben werden; entsprechende Vermerke finden sich auf zahlreichen »Cekade« Ansichtskarten. Die Genehmigungspflicht für Luftaufnahmen besteht in der Bundesrepublik noch bis 1990.

Mehrbildkarte von der Bahnhofgaststätte, ca. 1960

Sammlung Familie Waßmer

Eine Ansichtskarte zeigt die »Bahnhof-Gaststätte« im 1957 neu eingeweihten Bahnhofsgebäude. Der alte Bahnhof war bei einem Bombenangriff 1945 komplett zerstört worden. 12 Jahre diente eine Holzbaracke als provisorisches Bahnhofsgebäude, bis der Neubau fertiggestellt war.

Im Erdgeschoss befindet sich die Gaststätte, die wie die Mehrbildkarte zeigt, auch über ein »Nebenzimmer« verfügt. Die Einrichtung wirkt funktional und nüchtern. Die Tische sind mit karierten Wachstischdecken bedeckt, auf denen Aschenbecher bereitstehen. Schlichte Holzstühle stehen um die Tische herum. Einer der Tische ist mit einem blauen Punkt markiert. Eine weitere Markierung auf der Karte findet sich auf der Außenaufnahme des Bahnhofsgebäudes. Ein × im ersten Obergeschoss markiert eines der Gästezimmer.

Die Mehrbildkarte wird am 30. März 1963 von Löffingen ins thüringische Leimbach versendet. Adressiert ist sie an die Witwe Meta Noack. Ihr Bruder Paul schreibt: »Diese Karte ist wo ich wohne, Stammtisch wo der Punkt ist«. Frankiert ist die Ansichtskarte mit einer 15-Pfennig-Briefmarke aus der Bundespost-Serie »Bedeutende Deutsche«, die Martin Luther zeigt. Für eine Inlands-Postkarte der Bundesrepublik beträgt das Porto 15 Pfennig vom März 1963 bis März 1966 – auch im Postverkehr von der Bundesrepublik in die DDR, da sie nicht als Ausland anerkannt wird.

Die vierte Ansicht auf der Mehrbildkarte zeigt die Festhalle, aufgenommen vom Schulweg aus. Betitelt ist das Foto mit »Stadthalle und Museum«. Der Kindergarten ist noch nicht gebaut.

Standorte des Fotografen: 47.883496, 8.342212, 47.883413, 8.342429 und 47.883280, 8.346340

Begrüßung von Staatspräsident Wohleb bei der Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Hoher Besuch in Löffingen – beinahe ein Staatsbesuch: Dr. Leo Wohleb (1888-1955), Staatspräsident des Landes Baden, reist aus Freiburg im Breisgau an, um an den Feierlichkeiten zur Wiederverleihung der Stadtrechte persönlich teilzunehmen.

Denn es geht um mehr als ein Fest: Mit der badischen Gemeindeordnung von 1921 war Löffingen zur »Stadtgemeinde« erhoben worden. 1935 wurden diese Rechte im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung aufgehoben. Nun, in der Nachkriegszeit, wird die Gemeindeordnung wieder in Kraft gesetzt – und Löffingen erhält das Recht zurück, sich »Stadt« zu nennen. Der entsprechende Erlass stammt vom badischen Innenministerium unter Innenminister Alfred Schühly (1889-1977). Überreicht wird die Urkunde jedoch durch Staatspräsident Wohleb selbst.

Das Wetter meint es an diesem Tag allerdings nicht gut mit den Feiernden. Der Staatsakt kann nicht wie geplant auf dem Rathausplatz stattfinden und wird kurzerhand in die Festhalle verlegt. Dort hält Wohleb auch seine Ansprache. Die Aufnahme zeigt vermutlich seine Ankunft am Bahnhof. Begrüßt wird der Staatspräsident von Josef Benitz. Regenschirme sind aufgespannt, und im Hintergrund trotzt die Stadtmusik dem regnerischen Wetter.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Benitz, 2 Staatspräsident Dr. Leo Wohleb
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karl Sibold, 2 Walter Willig, 3 Ewald Hepting

Standort des Fotografen: 47.883483, 8.342366

3 Fotos: Sommerfest im Kindergarten in der Bahnhofstraße, 1974

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Dicht an dicht sitzen die Kinder auf kleinen Holzstühlen. Die Beine baumeln, die Hände liegen im Schoß oder spielen nervös mit Kleidern und Knöpfen. Einige schauen aufmerksam nach vorne – dorthin, wo gleich ein Theaterstück aufgeführt wird. Andere haben den Fotografen entdeckt und blicken neugierig direkt in die Kamera. Die Kinder tragen bunte Sommerkleider, karierte Hemden, Kniestrümpfe und Sandalen. Im Kindergarten in der Bahnhofstraße wird an diesem Tag ein Sommerfest gefeiert. Ein Theaterstück gehört dazu, und während ein Teil der Kinder auf der kleinen Bühne steht, bildet der Rest das Publikum – aufmerksam, neugierig und doch nicht immer ganz still.

Dass hier überhaupt noch gefeiert wird, ist keine Selbstverständlichkeit. Eigentlich sollte der alte Kindergarten längst geschlossen sein. Doch die geburtenstarken Jahrgänge machen eine weitere Nutzung notwendig. Seit 1967 ist das 1908 eingeweihte Gebäude wieder in Betrieb. Vor allem Kinder aus Stettholz, dem Maienland, der Hohlgasse und der Bahnhofstraße kommen hierher – aber auch aus Dittishausen, wo erst im selben Jahr ein eigener Kindergarten eröffnet.

oberes Foto
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 Matthias von Dungen, 2 Manfred Braunigger, 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Gertrud Benz, 2 Annette Benz, 3 Birgit Zimmermann, 4 Petra Vetter (Dittishausen), 5 ???, 6 Birgit Merk (Dittishausen), 7 ???

mittleres Foto
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 Christian Isele, 4 Martina Knöpfle
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Andreas Isele, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???

unteres Foto
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 Eric Albiez (Dittishausen), 2 Carsten Prause, 3 ???, 4 Karin Fritsche, 5 Ruth Maier (Dittishausen), 6 Rita Maier (Dittishausen), 7 Helga Fritsche
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? (verdeckt), 4 Kurt Fehrenbach, 5 Karin Fehrenbach (verh. Klausmann), 6 Silvia Mayer, 7 ???, 8 ???

Standort des Fotografen: 47.885581, 8.341117

Frühjahrsfest im Kindergarten, ca. 1957

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Im Kindergarten (Bahnhofstr. 9) wird ein Frühlingsfest gefeiert. Die Tische sind liebevoll dekoriert: Kleine bemalte Ostereier, aus denen zarte Zweige mit ersten Blüten herausragen, schmücken die Mitte. Alles deutet darauf hin, dass Ostern kurz bevorsteht.

Die Kinder sitzen dicht an den Tischen und tragen verschiedene Kostüme – vielleicht führten sie zuvor ein kleines Theaterstück auf. Zu den Kindern hinunter beugt sich Schwester Ediltrudis (1914–2004). Die Ordensfrau ist an ihrer Spitzhaube gut zu erkennen. Sie gehört dem Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul an, den sogenannten Vinzentinerinnen.

Schwester Ediltrudis wurde am 26. Mai 1954 nach Löffingen versetzt und arbeitet seitdem im Kindergarten in der Bahnhofstraße. Für zahlreiche Kinder des Städtchens gehört sie zum festen Bestandteil ihrer frühen Kindheit.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Karin Empel, 4 ???, 5 Renate Adrion (verh. Schelb, geb. 1952), 6 Schwester Ediltrudis (1914-2004), 7 Anni Kühn (verh. Hauger, geb. 1952), 8 Otmar Heiler (geb.1952)

Standort des Fotografen: 47.885578, 8.341115

2 Fotos: Kleider- und Wäschefabrik »Sultan Konfektion« in der Bahnhofstraße, 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

In den ehemaligen Prause-Gebäuden in der Bahnhofstraße eröffnet der Unternehmer Ahmad Waseem die deutsche Filiale seiner Firma »Sultan Konfektion«. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Izmir in der Türkei. Waseem, ein gebürtiger Pakistani, der in Deutschland aufgewachsen ist, betreibt dort bereits seit den 1970er Jahren ein Textilunternehmen. Der Kontakt nach Löffingen kommt eher zufällig zustande. Während eines Aufenthalts in Deutschland trifft Waseem auf Ekkehard Marx (1928-2026), den stellvertretenden Ortsvorsteher von Unadingen. Aus diesem Gespräch entwickelt sich schließlich die Idee, einen Betrieb im Städtchen anzusiedeln.

Zum Zeitpunkt der Eröffnung arbeiten zunächst acht Beschäftigte in der Löffinger Filiale, mittelfristig sollen bis zu 15 Arbeitsplätze entstehen. In der Werkstatt werden Modelle entworfen und Stoffe zugeschnitten. Die eigentliche Produktion erfolgt anschließend in der Türkei. Die fertigen Kleidungsstücke kommen danach zurück nach Löffingen, wo sie gebügelt, verpackt und für den Versand vorbereitet werden. Hergestellt wird Oberbekleidung für Damen, Herren und Kinder. Die Produkte sind vor allem für Versandhäuser bestimmt.

oberes Foto
V.l.n.r.:
1 Doris Schneider, 2 ???, 3 Charlotte Weißer, 4 Ahmad Waseem, 5 ???

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 Charlotte Weißer, 2 Ahmad Waseem, 3 Senta Ritzi

Standort des Fotografen: 47.886030, 8.340842

Hexengruppe beim Umzug in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1966

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Mitten auf der Bahnhofstraße haben es sich zwei Hexen auf dem Asphalt gemütlich gemacht – oder besser: sie lauern. Die eine liegt flach auf dem Bauch, den Besen quer vor sich, die andere hockt daneben, den Reisigbesen fest in beiden Händen, bereit zum nächsten Streich. Ihre geschnitzten Holzmasken mit den weit aufgerissenen Augen und den markanten Nasen wirken unheimlich.

Im Hintergrund naht der Rest der Hexengruppe mit dem Hexenwagen. Der Rhythmus des Umzugs scheint fast hörbar: das Schaben der Besen auf dem Asphalt, das Rufen, das Lachen der Zuschauer*innen am Straßenrand. Zwei Männer stehen etwas abseits auf dem Gehweg und beobachten das närrische Treiben mit verschränkten Armen – vielleicht schmunzelnd, vielleicht schon auf der Hut vor dem nächsten Besenstreich.

Standort des Fotografen: 47.882416, 8.343145