2 Fotos: Lagerschuppen in der Bahnhofstraße, 2009

Sammlung Familie Waßmer

Die Tage des hölzernen Lagerschuppens in der Bahnhofstraße sind gezählt. Jahrzehntelang diente er als Kohlenlager für den Brennstoffhandel von Theo Walz (1927-2015). Jetzt wird er abgerissen. Der Blick fällt von der Güterstraße über die Bahnlinie hinweg zur Bahnhofstraße und dem Kohlenlagerschuppen. Es ist ein sonniger Herbsttag.

Standort des Fotografen: 47.884668, 8.340797

2 Fotos: Familie Sibold am Bahnhof, 1958

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Laut Zeiger der Bahnhofsuhr ist es gleich 9.40 Uhr. Hinter dem neu erbauten Bahnhof steht Familie Sibold versammelt. Es heißt Abschied nehmen, denn gleich werden Familienmitglieder verreisen. Wann man sich wiedersehen wird, ist völlig ungewiss, denn die Reise geht nach Australien, wohin die Tochter Agnes Vahldieck geb. Sibold mit ihrem Ehemann Hans J. Vahldieck und ihrem kleinen Sohn auswandern. Die Fahrkarte ist bereits am Schalter gekauft. Zu einem Abschiedsfoto stellt man sich auf dem Bahnsteig auf. Und da nicht alle beim ersten Foto in die Kamera blicken, wird gleich noch ein zweites Foto aufgenommen.

V.ln.r.: Hanspeter Sibold (geb. 1946), Josef Sibold (?-1972), Agnes Vahldieck geb. Sibold und Hans J. Vahldieck (?-2014), Leonie Sibold geb. Krause (1918-2006) mit Thomas Sibold (geb. 1954), Theresia Sibold, Regina Sibold (geb. 1946), Klara Kreischer geb. Sibold

Im Kinderwagen liegt Volker Vahldieck.

Von Bremerhaven schiffen sich die Vahldiecks an Bord der M.S. Skaubryn ein. Australischen Boden werden sie am 17. Januar 1958 in Fremantle betreten.

Standort des Fotografen: 47.883510, 8.342029

Kommunionkind Alfons Schlenker mit Familie, ca. 1946

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Vor dem Haus Schlenker (Bahnhofstr. 14) hat sich die Familie zu einem Gruppenfoto aufgestellt. Ganz vorne steht derjenige, der heute im Mittelpunkt steht: Denn man feiert die Erstkommunion von Alfons Schlenker (1937-1998).

V.l.n.r.: [Franz?] Schlenker, Karolina Vogelbacher geb. Fehrenbach (1906-1993), Gottfried Vogelbacher (1933-2008), Mathilde Schlenker geb. Fehrenbach (1907-1980), Kommunionkind Alfons Schlenker (1937-1998), Fritz Schlenker, Sophie Schlenker geb. Dreher (1879-1961), Karl Schlenker (1874-1960), ???

Standort des Fotografen: 47.886049, 8.340330

Blick vom Alenberg nach dem Großbrand, 1921

Fotograf: Georg Jung, Lenzkirch / Stadtarchiv
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Vom Alenberg aus zeigt sich das ganze Ausmaß der Zerstörung, das der Großbrand am 28. Juli 1921 verursacht hat. Ein ganzer Stadtteil liegt in Trümmern. 36 Häuser mit Nebengebäuden wurden ein Raub der Flammen. 200 Menschen wurden obdachlos. Um Spendengelder für die Brandgeschädigten einzutreiben, werden Ansichtskarten vertrieben. Der Erlös geht an den Hilfsausschuss.

Dieselbe Ansicht wird mit zwei unterschiedlichen Beschriftungen vertrieben. Auf der oberen Karte heißt es »Grohsfeuer in Löffingen vom 28.7.21«, auf der unteren »Häuser Brand in Löffingen vom 28.7.21«. Ansonsten sind die Bilder identisch, nur das Panorama des oberen Fotos ist ein bisschen breiter, sodass am rechten Bildrand auch noch der Kamin des Sägewerk Benz zu sehen ist. Beim unteren Bild ist der Schornstein weggeschnitten.

Im Vordergrund des Fotos ist das Öknomiegebäude (Alenbergstr. 8) und das Wohnhaus (Alenbergstr. 7-9) von Familie Benitz zu sehen. Den Hang hinunter ist eine Schneise der Verwüstung zu sehen. Die Ringstraße, die Demetriusstraße und ein Teil des unteren Rathausplatzes ist in einer Trümmerlandschaft verwandelt. Das Mailänder Tor, im Jahr 1580 erbaut, konnte vor den Flammen gerettet werden. Dadurch, dass es der Feuerwehr gelang, auch das massive Rathausgebäude zu halten, konnte ein Übergreifen des Feuers auf die dahinterliegenden Straßenzüge verhindert werden.

Standort des Fotografen: 47.885809, 8.344505

Luftbild auf das Städtchen, ca. 1960

Foto: Cramer, Kunstanstalt K.G., Dortmund / Stadtarchiv

Aus ungewohnter Perspektive zeigt dieses Luftbild das Städtchen. Das Flugzeug, aus dem das Foto aufgenommen wird, kreist über dem Maienland. Der Blick fällt aus westlicher Richtung auf die Häuser am Alenberg, in der Maienland- und in der Bahnhofstraße. Der 1957 fertiggestellte neue Bahnhof steht bereits. Aber das Anfang der 1960er Jahre im Pfarrweg neu erbaute katholische Pfarrhaus ist noch nicht gebaut, wodurch sich das Foto recht genau datieren lässt. Auch der Kirchturm ist noch nicht verputzt.

Im Hintergrund ist der Altstadtring zu erkennen. Vor der »Hasle« stechen die Festhalle und Schule sowie die 1954 geweihte evangelische Kirche ins Auge.

7 Fotos: Dreschmaschine und Schrotmühle im Haus Fehrenbach in der Bahnhofstraße, 1993

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Noch einmal stellen sich Frieda Fehrenbach (geb. Blattert) und Willi Fehrenbach (1941-2018) vor ihrer alten Dreschmaschine und Schrotmühle für ein Erinnerungsfoto auf. Jahrzehntelang taten die landwirtschaftlichen Geräte gute Dienste in der Scheune des Hauses Fehrenbach (Bahnhofstr. 2) und überdauerten dort die Zeit.

Jetzt gehen sie auf eine letzte Reise, denn sie werden nach München transportiert, wo sie künftig im Deutschen Museum eine neue Bleibe finden werden.

Standort des Fotografen: 47.884199, 8.342121

Kommunionkind Willi Fehrenbach, 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Vor seinem Elternhaus in der Bahnhofstraße hat sich der Erstkommunionkant Willi Fehrenbach (1941-2018) mit seinen Festgästen zu einem Erinnerungsfoto aufgestellt. Er wird von seiner Familie in die Mitte genommen. Sein Vater fehlt, weil er 1943 als Soldat gefallen ist. In seiner linken Hand hält das Kommunionkind die Kommunionkerze, in seiner rechten das Magnificat und den Rosenkranz.

1.Reihe, v.l.n.r.: ???, Josef Fehrenbach (genannt »Postseppel«, 1868-1950), Willi Fehrenbach, Frieda Fehrenbach geb. Blattert
2.Reihe, v.l.n.r.: Else Bader (geb. Fehrenbach, 1915-?) mit Tochter Rosemarie Bader (geb. 1949), ???, ???, ???, ???, ???, ein »Kriegshelfer«
3.Reihe, vl.n.r.: ???, ??? mit Monika Bader, ???, ???

Standort des Fotografen: 47.884085, 8.342043

Kinder im Kindergarten, ca. 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

»Tschu tschu tschu die Eisenbahn, wer will mit in die Kita fahr’n…« Dieses beliebte Kinderlied gibt es Mitte der 1950er Jahre noch nicht. Die Kinder, die den Kindergarten in der Bahnhofstraße besuchen, formieren sich selber als Eisenbahn. Ganz vorne ist die Lokomotive, an ihrem schwarzen Schornstein zu erkennen. Dahinter befinden sich die Waggons, gut gefüllt mit Fahrgästen und jeder Menge Gepäck.

V.l.n.r.: Bernhard Adrion, Walter Hauser (mit Paket), Alex Rogg, Werner Mayer (1951-2019), Ernst Effinger, Klaus Effinger, Ottmar Heiler, ???, Manfred Kienzler, ??? (mit Paket)

Im Hintergrund bei den Zuschauern ist u.a. Walter Pfeifer zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.885596, 8.341060

Kinder an der Böschung zur Bahnhofstraße, 1942

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Am Ende der Rötengasse sitzen fünf Kinder im Gras an der Böschung zur Bahnhofstraße. Es sind Spielkameraden aus der Nachbarschaft, die zusammen tagein tagaus in der Gegend herumstromern. Hinter ihnen verläuft die Bahnlinie. Auf der anderen Seite befindet sich das Holzlager vom Sägewerk Benz. Darüber ragt halb verdeckt der Giebel vom Haus Trenkle (Hohlgasse 1) empor.

V.l.n.r.: Helga Stöhr (geb. 1938), Josef Hörtner, Alfons Schlenker (1937-1998), Martin Stöhr (geb. 1935), Franz Schweizer (geb. 1938)

Standort des Fotografen: 47.885170, 8.341091

Blick vom Kirchturm in Richtung Bahnhof und Maienland, ca. 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Bildmitte sticht der strahlend weiß gestrichene »neue Benzbau« (Ringstr. 8) ins Auge. Das Mehrfamilienhaus wurde 1922/23 von der Firma Benz erbaut, um darin Werksangehörige mit ihren Familien unterzubringen. Bei einem Fliegerangriff 1945 beschädigt, sind die Spuren des Krieges bereits beseitigt. Auf dem Grundstück davor hängt frisch gewaschene Wäsche auf der Leine.

Neu erbaut ist auch das Bahnhofsgebäude: Der alte Bahnhof war von einer Bombe komplett zerstört worden. Lange Zeit diente daraufhin eine hölzerne Behelfsbaracke als Bahnhof. doch damit ist jetzt Schluss, denn 1957 wurde das neue Stationsgebäude eingeweiht.

Im Vordergrund sind die Häuser des Altstadtrings zu sehen, besonders schön die Häuserzeile der Demetriusstraße bis zum Mailänder Tor. Dahinter öffnet sich der Blick zum Maienland hin. In der Ferne ist die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882603, 8.343920

Mitglieder des Jugendrotkreuz, 1984

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Sein 75. Gründungsjubiläum feiert der Ortsverein des Deutschen Rotes Kreuz im August 1984. Ganz so alt ist die Jugendrotkreuzgruppe noch nicht, denn sie wurde erst am 6. April 1967 ins Leben gerufen. Seit 1977 ist Gabi Münzer verantwortlich für die Gruppenarbeit. Breiten Raum nimmt die Ausbildung in der Ersten Hilfe ein. Aber auch Freizeitaktivitäten kommen nicht zu kurz, seien es gemeinsame Radtouren oder Zeltlager. Noch ist das DRK-Haus (Bei der Kirche 3) nicht gebaut, man trifft sich deshalb in der Sonderschule (Untere Hauptstr. 10).

1.Reihe, v.l.n.r.: Gerald Münzer, Gabi Münzer geb. Stoffel, Heiko Ludwig, Martin Beha, Georg Becher

2.Reihe, v.l.n.r.: Gabi Senn, Joachim Schmidt, Susanne ???, Edeltraut Ganter, Markus Wehrle, Matthias Kirner

Standort des Fotografen: 47.882550, 8.343173

2 Fotos: Hexenwagen mit Kindern in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1967

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Mehrfach hat die »große Hexe« auf dem Hexenwagen in den vergangenen Jahrzehnten ihr Aussehen verändert. Seit der Einführung des heutigen »Häs« trägt auch die »große Hexe« einen dunkelgrünen Kittel und ein rotes Halstuch.

Auf den Fotos fährt sie gerade – bei schönstem Frühlingswetter – durch die Bahnhofstraße. Kinder sind zu ihr auf den Wagen geklettert. Zu erkennen sind u.a. Anette Bayer, Andrea Jonner, Doris Meier, ??? Müller und Susanne Obergfell.

Auf dem Traktor, der den Hexenwagen zieht, sitzen die Hexen Albert Jonner (1929-2014) und Gottfried Vogelbacher (1933-2008).

Standort des Fotografen: 47.883981, 8.341979