Blick von der Kirchstraße zur Unteren Hauptstraße, 1973

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Brigitte und Günter Leber zur Verfügung.

Warum der alte Pfarrbrunnen in der Kirchstraße Anfang der 1970er Jahre entfernt wurde, ist auf diesem Foto leicht zu erraten: des zunehmenden Autoverkehrs wegen! Auf der Unteren Hauptstraße herrscht bereits starker Durchgangsverkehr. Vor dem neu gebauten »Gottlieb Markt« (Demetriusstr. 18) parken die Autos. Auch vor dem Gasthaus »zur Sonne« werden die Parkplätze knapp. Der Brunnen, gekrönt von der Figur der Heiligen Elisabeth, und deswegen auch Elisabethbrunnen genannt, ist zum Verkehrshindernis geworden.

Auf diesem Farbfoto, das im Sommer aufgenommen wurde, wie der Blumenschmuck an der Brunnensäule zeigt, plätscherte schon kein Wasser mehr in dem Brunnenbecken. Der Brunnen war bereits stillgelegt. Wenig später wurde er entfernt. 1975 stiftete die Hexengruppe einen neuen Brunnen: Der »Hexenbrunnen« wurde zurückgesetzt in der Kirchstraße errichtet.

Standort des Fotografen: 47.883020, 8.344090

Bombenschaden am Haus Fehrenbach in der Ringstraße, Februar 1945

Dieses Foto wurde uns dankenswerterweise von Lore und Walter Ratzer zur Verfügung gestellt.

Familie Fehrenbach, die in der heutigen Demetriusstraße 18 lebte, wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges von zwei Schicksalsschlägen schwer getroffen. Zum einen wurde ihr Anwesen bei einem der Fliegerangriffe, die dem Nahe gelegenen Bahnhof galten, stark beschädigt. Das Foto zeigt die Rückseite des Anwesens, von der heutigen Ringstraße aus gesehen. Das Dach ist komplett abgedeckt.

Schlimmer als der materielle Schaden wog aber der Verlust eines Familienangehörigen: Der Landwirt und Fuhrmann Josef Fehrenbach (1900-1945) kam beim Fliegerangriff am 19. Februar 1945 in der Rötenbacher Straße zu Tode. Er war nur 44 Jahre alt. Auch sein 16 Jahre altes Pferd wurde getötet. Der katholische Geistliche notierte im Totenbuch der Pfarrgemeinde: »Durch Bombenwurf beim Mistfahren getroffen in Hinterkopf und in Rücken, lag tot auf der Straße«. Fehrenbach hinterließ eine Witwe, Maria geb. Spehl (1902-?), mit der er seit 1931 verheiratet war, und zwei minderjährige Kinder (Johann und Annemarie). 

Die Beerdigung fand drei Tage später statt. Mit Josef Fehrenbach wurden zwei weitere Tote zur letzten Ruhe gebettet, die ebenfalls beim Fliegerangriff gestorben waren: der 8-jährige Siegfried Schiele (1936-1945) und der 2-jährige Lothar Heinz Maier (1942-1945), die beide im Maienland verschüttet worden waren.

Standort des Fotografen: 47°53’00.3″N 8°20’34.7″E

Johann Fehrenbach mit einem Schwein, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anni Zumstein zur Verfügung.

Der Landwirt Johann Fehrenbach (1871-1943) hat hinter seinem Anwesen in der Ringstraße die Tür zum Schweinestall geöffnet und das Schwein herausgelassen. Metzger Adam Leitold (1869-1959) blickt abwägend auf das Tier. In der Hand hält er ein Bolzenschussgerät.

Standort des Fotografen: 47°52’59.9″N 8°20’35.1″E

Familie Fehrenbach mit einem Pferd, Ringstraße, vor 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anni Zumstein zur Verfügung.

Hinter ihrem Haus, in der Ringstraße, haben Johann Fehrenbach (1871-1943) und seine Frau Anna geb. Schropp (1872-1939) ihren Enkel Johann (geb. 1932) auf ein Pferd gesetzt. Der Junge schaut etwas ängstlich, weshalb seine Oma im Begriff ist, ihn wieder vom Pferd herunterzuholen.

Standort des Fotografen: 47°52’59.9″N 8°20’35.1″E

Blick auf die Ringstraße aus der Vogelperspektive, ca. 1925-1929

Unten im Bild ist das Dach des Bahnhofsgebäudes und des WC-Häuschens zu erkennen. Zwei Fußweg führen von der Ringstraße zum Bahnhof hinauf. Rechts erscheint im Bild der Garagenschuppen von Sägewerksbesitzer Josef Benz, dahinter der große Baukörper des »alten Benzbaus«. Von der Rückfront der Häuser in der Demetriusstraße sticht einmal der langgezogene Bau des Wagners Johann Fehrenbach hervor, bestehend aus einem zweigeteilten Wohnhaus und einer großen Scheune. Daran anschließend erhebt sich das schmale Wohnhaus von Gottlieb Mayer über das Nachbarhaus. Es schließt sich an die riesige Scheune des Gasthauses Adler.

Das Foto ist ein Ausschnitt aus einem Luftbild. Das gesamte Foto sehen Sie hier.

Familie Johann Fehrenbach, 9. November 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anni Zumstein zur Verfügung.

Dieses Gruppenfoto zeigt die Angehörigen der Familie Fehrenbach, die in der Demetriusstraße 18 zu Hause waren. Sie stellten sich vor dem benachbarten Garten der Bäckerei Straub für das Erinnerungsfoto auf.  Alle tragen schwarze Kleidung und blicken ernst in die Kamera. Der Anlass war kein fröhlicher, sondern die Beerdigung von Anna Fehrenbach geb. Schropp, der Ehefrau und zehnfachen Mutter. Geboren 1872 in Löffingen, war sie am 6. November 1939 im Alter von 67 Jahren verstorben und drei Tage später beerdigt worden. Im Totenbuch der Pfarrgemeinde notierte Stadtpfarrer Robert Winkel, dass sie »sehr fromm und betend« gewesen sei.

Vordere Reihe von links nach rechts: Marie Federer geb. Fehrenbach, der Witwer Johann Fehrenbach I und Rosa Schwan geb. Fehrenbach. Hintere Reihe von links nach rechts: Emma Stricker geb. Fehrenbach, Ernst Fehrenbach, Anna Schropp geb. Fehrenbach, August Fehrenbach, Johanna Bernauer geb. Fehrenbach, Josef Fehrenbach und Frieda Müller geb. Fehrenbach.

Standort des Fotografen: 47.883315, 8.343655

Hochzeitszug in der Unteren Haupstraße, 1938

Der Totengräber Adolf Heizmann (1909-1960) heiratet. Die Braut, Luise Siebler (1914-1970), aus Dillendorf stammend, schreitet mit dem Brautführer voran. Hinter dem Brautführer geht der Bräutigam, daneben der Ehrengesell. Dahinter folgen die Väter des Brautpaares. Die Braut trägt einen weißen Schleier, alle Männer auf dem Foto schwarze Zylinder.

An dem Platz, an dem Demetriusstraße und Ringstraße in die Untere Hauptstraße einmünden, sind das Anwesen von dem Landwirt und Gipser Max Zumstein,  das Haus von Gottlieb Mayer und der Seitengiebel des Hauses der Witwe von Bäckermeister Ernst Straub zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883248, 8.343747

Fastnachtsgruppe in der Kirchstraße, ca. 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Faller zur Verfügung.

Die Teilnehmer des Fasnachtsumzugs biegen von der Unteren Hauptstraße in die Kirchstraße. Dahinter marschiert die weibliche Narrenpolizei, die statt Röcke Hosen trägt. Zuschauer säumen die Straße. Auf dem Platz im Hintergrund sieht man von links die Häuser von Josef Benz, Max Zumstein und Gottlieb Mayer.

Standort des Fotografen: 47.883075, 8.343844

Musikkapelle vor dem Haus Fehrenbach, ca. 1970-1972

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl-Heinz Maier zur Verfügung.

Eine Musikkapelle hat sich anlässlich eines Festes auf dem Platz aufgestellt, wo die Demetriusstraße in die Untere Hauptstraße einmündet. Ansonsten ist der Platz zugeparkt mit Autos. Im Hintergrund erkennt man rechts die Giebelwand vom Haus Straub. Daneben ist das mit Girlanden geschmückte Haus von Gottlieb Mayer und links das Haus Fehrenbach mit zwei Scheunentoren zu sehen. Vermutliche entstand das Foto Anfang der 1970er Jahre, kurze Zeit vor dem Abbruch der beiden Häuser 1972.

Standort des Fotografen: 47.883143, 8.343705