Pferdewagen vor dem Gasthaus Fritsche in der Oberen Hauptstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Der Pferdewagen steht am »scharfen Eck« neben dem Scheunentor vom Haus Fritsche (Obere Hauptstr. 4). Auf einem Schild, das an dem Karren befestigt ist, steht geschrieben: »Josef Fritsche Löffingen«. Der Gast- und Landwirt Josef Fritsche (1891-1939) ist zu diesem Zeitpunkt (vermutlich) bereits tot. Seine Witwe Maria Fritsche (geb. Ganter, 1893-1965) führt die Gastwirtschaft und Landwirtschaft – zusammen mit ihren drei Kindern.

V.l.n.r: ???, ???, Maria Fehrenbach geb. Ganter (1920-1998), ???

Standort des Fotografen: 47.884443, 8.345648

Narrengruppe in der Maienlandstraße, Fasnacht 1974

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Durch die Maienlandstraße zieht diese Narrengruppe. Auf Höhe des Hauses von Paul und Margarete Maier (Maienlandstr. 9) präsentiert sie sich dem Fotografen. Das Lachen ist nicht nur für die Kamera bestimmt. Die Sieben scheinen auch sonst viel Spaß zu haben!

Die Närrinnen gehören der katholischen Frauengemeinschaft an.

1.Reihe, v.l.n.r.: Hannelore Egle und Elisabeth Ratzer
2.Reihe, v.l.n.r.: Petra Beha, Martin Beha?, Renate Hepting
3.Reihe, v.l.n.r.: Agnes Beha (1931-1993) und Claudia Beha

Standort des Fotografen: 47.885714, 8.342409

Weinscheune in der Kirchstraße beim Scheunenfest, 1977

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Das Scheunentor steht weit offen. Es gehört zum Ökonomiebereich des Hauses von Witwe Lina Fehrenbach geb. Hasenfratz (1901-1991) in der Kirchstraße. Sie führt die Landwirtschaft schon eine ganze Weile nicht mehr – nicht erst seit dem Tod ihres Ehemannes Franz Fehrenbach (1897-1976) im Vorjahr.

Heute verwandelt sich die Scheune in eine »Weinscheune« und lädt zum Verweilen ein. Denn die Hexengruppe veranstaltet zum wiederholten Mal ihr Scheunenfest. Anlässlich der Einweihung des Hexenbrunnens 1975 hatten die Hexen kurzerhand drei Scheunen festlich hergerichtet, um die Gäste bei ungünstiger Witterung im Trockenen bewirten zu können. Zwei Jahre später ist das Scheunenfest schon zur Tradition geworden. Als Hingucker steht vor der »Weinscheune« auf der Straße ein Holzkarren, auf dem alte Weinfässer liegen. Na, dann Prost und zum Wohl!

Standort des Fotografen: 47.883300, 8.344894

Haus Mayer beim Schneekreuz, 1943

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Erika und Norbert Freudenberg zur Verfügung.

Bereits 1934 wurde der Schankbetrieb beim Gasthaus »Engel« (Beim Schneekreuz 1) eingestellt. Das Haus gehört dem Landwirt Heinrich Mayer und dessen Ehefrau Maria Mayer geb. Markstahler.

In dem Anwesen wohnt auch Familie Bugger. Paul Bugger (1916-1990) ist Lokführer von Beruf. 1937 war er mit einem Bauzug der Eisenbahn nach Löffingen gekommen. 1942 heiratete er dann die Haustochter Maria Mayer. Sie ist auf dem Foto zu erkennen, unter der Haustür ihres Elternhauses stehend, die gemeinsame Tochter Erika Bugger (verh. Freudenberg, 1942-2017) auf dem Arm haltend. Bugger macht sich später als Kommunalpolitiker im Gemeinderat und im Kreisrat einen Namen.

Standort des Fotografen: 47.891649, 8.336313

Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Sein Markenzeichen sind die blonden Haare und die schwarze Sonnenbrille! Kein Zweifel: Der Schlagersänger Heino (geb. 1938) gibt im Städtchen am »Schmutzigen Dunschdig« ein Konzert, genauer gesagt: sieben Heinos treten vor dem Haus Kopp (Demetriusstr. 10) in Aktion.

Die Sänger gehören zum »Wodan-Club«, der seit 1982 jedes Jahr an Fasnacht unterwegs ist und mit seinen Darbietungen das närrische Treiben bereichert. Welches Lied sie wohl zum Besten geben? Ob ein Geburtstagsständchen für die »Laternenbrüder« dabei ist, die ihr 100. Jubiläum feiern?

Wer erkennt die Heinos?
1.Reihe, v.l.n.r.: ???, Achim Gauger
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, Gerd Burger, Rudolf Lasson, [Manfred Münzer?], [Jürgen Zepf?]

Standort des Fotografen: 47.884028, 8.343964

Haus Welte in der Kirchstraße, ca. 1987

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Dieses Haus in der Kirchstraße ist unter dem Namen »Haus Welte« kaum jemandem bekannt, weitaus mehr kennen es als »Ergele-Haus«. Dabei gehört es seit 1964 Christiane Welte geb. Krauß, die es von ihrem Vater, dem Sattlermester Ernst Krauß, übertragen bekommen hat. Sie selbst wohnt aber nicht hier, sondern in Überlingen. Bewohnt wird das sanierungsbedürftige Haus bis zu seinem Abbruch 1987/88 hingegen von dem Junggesellen Albert Ergele (1937-2021).

Das Gemäuer sieht nicht nur altehrwürdig aus, sondern ist es auch: Erbaut wurde es vermutlich nach dem Stadtbrand im Jahre 1571. 1982 erwirbt die Stadtgemeinde das Gebäude. Nachdem der Denkmalschutz 1987 grünes Licht gibt, wird es abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. 1989 öffnet hier das neue Kultur- und Fremdenverkehrszentrum (KFZ) seine Pforten.

Standort des Fotografen: 47.883925, 8.345439

Familie Fehrenbach, ca. 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

Am 4. Juni 1903 hatten der Landwirt Julius Fehrenbach (1877-1967) und seine Frau Luise geb. Jordan (1879-1945) geheiratet. Sechs Kinder bekam das Ehepaar, der Erstgeborene ist Fritz Fehrenbach (1904-1973), der am 25. Oktober 1904 geboren wurde. Gemeinsam betreiben die Fehrenbachs ihre Landwirtschaft in der Maienlandstraße. Das Familienfoto wird vermutlich anlässlich der Silbernen Hochzeit aufgenommen.

1.Reihe, sitzend: Luise Fehrenbach geb. Jordan, Julius Fehrenbach
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, Sofie Fehrenbach (geb. Guth, 1909-1999) und Fritz Fehrenbach (1904-1973)

Standort des Fotografen: 47.888675, 8.341901

Haus Ganter und Kaplanei in der Seppenhofer Straße, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Links ragt der schlanke Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael in den Himmel empor. Das Gemäuer ist noch nicht verputzt. Rechts daneben stehen in der Seppenhofer Straße das Haus von Schneidermeister Edmund Ganter (1879-1956) und seiner Ehefrau Maria Ganter geb. Bader (1881-1962) sowie die katholische Kaplanei. Seit der Zerstörung des alten Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) im Zweiten Weltkrieg und bis zum Neubau des neuen Pfarrhauses (Pfarrweg 3) dient das Gebäude auch als Pfarrhaus.

Aufgenommen wird das Foto vom heutigen Pfarrweg aus, der allerdings noch nicht so heißt, weil das neue Pfarrhaus erst 1963 erbaut wird. Der Schnee türmt sich in die Höhe. Auf dem Zaun liegt eine dicke Schneeschicht.

Standort des Fotografen: 47.881876, 8.344360

Kirchstraße mit viel Schnee, 1979

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Beim Schelling (Kirchstr. 11) herrscht dieser Tage bestimmt Hochbetrieb. »Ski Schelling Wagnerei« steht über der Werkstatt. In den beiden schmalen Schaufenstern präsentiert Wagnermeister Hermann Schelling (1914-1998) einige Skier. Wer noch keine hat oder alte reparieren lassen muss, kommt in den nächsten Tagen bestimmt vorbei, denn es herrschen zur Zeit ideale Bedingungen für den Wintersport. Die Kirchstraße hat sich in eine Winterlandschaft verwandelt und die Schneeberge ragen auf.

Vor der Bäckerei Zahn (Kirchstr. 13) und dem Eisenwarengeschäft Walz (Kirchstr. 15) ist der Schnee geräumt, damit die Kunden den Laden betreten können. Das Haus von Bäckermeister Hermann Zahn und seiner Ehefrau Elisabeth Zahn geb. Hirt (1937-2019) ist bereits modernisiert. Aber das »Postbögle« existiert noch nicht. An seiner Stelle befindet sich noch der frühere Ökonomiebereich des Hauses Schelling, wie am Scheunentor zu erkennen ist.

Standort des Fotografen: 47.883570, 8.345166

Mädchen vor dem Haus Zepf in der Unteren Hauptstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

Aus der Perspektve, die der Fotograf wählt, wirkt das Mädchen fast so groß, wie das zweistöckige Haus im Hintergrund. Elisabeth Zepf (verh. Isele, 1930-2012) steht vor ihrem Elternhaus. Es ist ein sonniger Wintertag, die Bäume, die am Weg zur Kirche stehen, sind kahl. Elisabeth Zepf trägt einen Rock mit warmer Strumpfhose und eine Strickjacke, die mit Blümchen verziert ist, und lächelt in die Kamera.

Bei einem Bombenangriff der Alliierten am 24. Februar 1945 wird das Haus Zepf zerstört. Die 15-jährige Elisabeth Zepf verliert damit ihr zu Hause. Später baut die Familie ein neues landwirtschaftliches Anwesen in der Dittishauser Straße.

Standort des Fotografen: 47.882549, 8.343337

Rückseite der Häuser Sibold und Laufer in der Bittengasse, 1976

Stadtarchiv

Der Fotograf ist auf das Mäuerchen bei der katholischen Pfarrkirche St. Michael geklettert und fotografiert in die Bittengasse hinein. Im Vordergrund rechts ragt das Dach des »Farrenstalles« ins Bild.

Das Interesse des Fotografen gilt den beiden Häusern auf der linken Straßenseite, die nach dem Großbrand 1929 errichtet wurden, aber seit altersher die äußere Begrenzung des Stadtrings bilden: links das Haus von Landwirt Adolf Sibold (Kirchstr. 19) und rechts das Haus von Alt-Bürgermeister Edmund Laufer (Kirchstr. 17). Letzteres ist kaum mehr als Begrenzung des Altstadtrings zu erkennen, da diverse einstöckige Anbauten mit der Zeit ergänzt wurden. Da der Fotograf vermutlich von der Denkmalschutzbehörde beauftragt wurde, das Städtchen fotografisch zu dokumentieren, mag ihn genau dies zu dem Foto veranlasst haben.

Wenige Jahre später wird sich die Ansicht weiter verändern. Das Haus Sibold wird bei einem Brand 1982 zerstört. Damit verschwindet eines der letzten landwirtschaftlichen Anwesen aus dem Städtchen.

Standort des Fotografen: 47.882723, 8.344873

Elisabeth Hepting vor dem Haus Hepting in der Alemannenstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Die 1921 gegründete Baugenossenschaft baute in den beiden ersten Jahren auf Anhieb acht Häuser, um die akute Wohnungsnot zu bekämpfen. Zu den Neubauten zählt das Haus Hepting (Alemannenst. 19). Der Maler und Tapezierer Karl Hepting (1893-?) wohnt hier mit seiner Ehefrau Elisabeth geb. Münzer (1897-?), anfangs zur Miete. Erst 1933 wird ihm das Haus zum Kauf angeboten und er wird Eigentümer.

Das Haus trägt die Hausnummer »240« und wird der »Friedhofstraße« zugeschlagen. Unter der Haustür steht Elisabeth Hepting, mit verschränkten Armen, und schaut zum Fotografen. Über das Tor ist in geschwungener Schrift »Malergeschäft Hepting« geschrieben – und daneben stellt Karl Hepting sein Können mit einer Fassadenmalerei unter Beweis.

Rechts lehnt ein Fahrrad an der Wand und ein Spalierbaum wächst in die Höhe.

Standort des Fotografen: 47.886235, 8.349482