Gruppenfoto der Narrenvereine in der Demetriusstraße, 1987

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

1989 feiern die Laternenbrüder unter Leitung ihres Narrenvaters Josef (Jupp) Hoitz ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum. Zu diesem Anlass erscheint eine Festschrift, in der dieses Gruppenfoto abgedruckt wird. Das Foto mutet nicht besonders winterlich an, da es bereits im Sommer 1987 aufgenommen wird. Es zeigt die Laternenbrüder, eingerahmt von den anderen Narrenfiguren: Den Hexen, den Hansele, dem Reichburgmali, der männlichen und weiblichen Narrenpolizei.

Um Nachwuchs müssen sich die Narren und Närrinen jedenfalls keine Sorgen machen: Der »Narrensamen« der Hexen, Hansele und Narrenpolizei ist zahlreich vertreten.

Standort des Fotografen: 47.883960, 8.343821

Hanselegruppe in der Demetriusstraße, 1987

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Hanselegruppe lässt sich in der Demetriusstraße fotografieren. Noch ist Sommer und die Geranien am Haus Spiegel (Demetriusstr. 11) und am Haus Kopp (Demetriusstr. 10) stehen in voller Blüte. Aber 1989 feiern die Laternenbrüder ihr 100-jähriges Jubiläum und für die Festschrift benötigt man von den verschiedenen Narrenvereinen Gruppenfotos.

Das Hansele gehört zu den Baaremer Weißnarren. Sein Leinengewand ist mit unterschiedlichen Motiven bemalt. Bei der Maske fällt die hohe, gefurchte Stirn mit dem schmucklosen Rosshaarkranz auf. Und außerdem darf natürlich der Fuchsschwanz nicht fehlen. Um das Häs hängt ein Geschellriemen mit 11 Glocken und – ganz wichtig für die Kinder – ein roter Sack, der die von ihnen heiß begehrten Bonbons enthält.

Standort des Fotografen: 47.883971, 8.343837

Jugendliche mit Kind in der Demetriusstraße, Fasnacht 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

An Fasnacht 1963 steht Gudrun Fuß (verh. Wörner) als kleiner Fliegenpilz kostümiert in der Demetriusstraße. Neben ihr kniet Irene Mürb (geb. 1949) und beugt sich zu ihr hinunter. Es ist Fasnacht und die Demetriusstraße ist tief verschneit. Im Hintergrund sind das Schuhgeschäft Hasenfratz (Demetriusstr. 9) und das Haus Thoma (Demetriusstr. 8) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884087, 8.344008

Blick zum Mailänder Tor, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Maier zur Verfügung.

Mit »Strassenpartie« ist diese Ansichtskarte betitelt, die 1943 postalisch versandt wird. Die Ansicht, die darauf abgebildet ist, ist freilich schon ein paar Jahre älter und stammt aus den späten 1920er Jahren.

Der Blick fällt von der Unteren Hauptstraße in Richtung Rathausplatz, vorbei am Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) mit seinem schmiedeeisernen Wirtshausschild auf der linken und vorbei am Haus des Kaufmanns Paul Guth (Rathausplatz 6) auf der rechten Straßenseite. Dahinter öffnet sich die Straße zum Platz und der Blick fällt auf das Mailänder Tor und seine Nachbarhäuser. Der gesamte Straßenzug der Demetriusstraße wurde nur wenige Jahre zuvor, nach dem Großbrand 1921 wiederaufgebaut. Charakteristisch für die Neubauten sind die Staffelgiebel. Im Türmchen des Mailänder Tores fehlt noch das Glöckchen und über dem Torbogen klafft noch eine weitere Lücke: Die Madonna mit dem Jesuskind wird zusammen mit den Gedenktafeln zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges im Jahr 1930 angebracht. Damit ist die Datierung des Fotos ziemlich klar.

Standort des Fotografen: 47.883455, 8.343800

Umzugswagen »Frühling« in der Demetriusstraße, Fasnacht 1929

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vier Paare mit landwirtschaftlichem Gerät, Rechen und Mistgabeln, stehen an Fasnacht vor einem liebevoll dekorierten Umzugswagen. Die Gruppe stellt den »Frühling« dar und ihr Wagen reiht sich in weitere Themenwagen ein, die sich den vier Jahreszeiten widmen.

Noch liegt Schnee in der Demetriusstraße und bis zum Frühling ist es noch ein bisschen hin. Nur gut, dass die Sonne an diesem »Fasnet Mändig« scheint und die Narren und Närrinnen in ihren Kostümen etwas wärmt.

V.l.n.r.: Klara Zepf geb. Fehrenbach (1902-?), August Zepf (1900-?), ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???

Standort des Fotografen: 47.883956, 8.343866

Umzugswagen des Turnerbundes in der Demetriusstraße, Fasnacht 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Auch in diesem Jahr beteiligen sich die Turner des Turnerbunds am Fasnachtsumzug. Trotz der kalten Temperaturen sind sie in der Demetriusstraße in ihrer Sportkleidung angetreten, nur bekleidet mit Kniestrümpfen, kurzen Hosen und Sporttrikots. Die Häuser, die auf dem Foto zu sehen sind, wurden alle wenige Jahre zuvor nach dem Großbrand von 1921 neu gebaut.

Auf dem Wagen, der von vier Pferden gezogen wird, thront ein Mann mit weißem wallenden Bart. Er wirkt auf den ersten Blick fast wie der Weihnachtsmann, soll aber Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) darstellen. Er wird als »Turnvater Jahn« verehrt, da er als Begründer der deutschen Turnbewegung gilt. Das Motto des Umzugswagens lautet: »Der Ruf ist erklungen«. Im folgenden Jahr wird der Turnerbund in der »Hasle« das Jahn-Denkmal errichten.

Standort des Fotografen: 47.883972, 8.343841

Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1978/79

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.

Ein Beitrag zur Fasnacht oder schon fast eine politische Demonstration? Diese Narrengruppe hat sich als Personal des Städtischen Krankenhauses verkleidet. Im Hintergrund winkt Bauhofchef Rudi Jordan, der Frauenkleider und eine Damenperücke trägt. Offensichtlich persifliert er die baden-württembergische Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung, Annemarie Griesinger (1924-2012), die von 1972 bis 1980 in der CDU-Landesregierung amtiert.

Die Narren machen sie für (mit)verantwortlich, dass Löffingen um die Existenz seines seit 1871 bestehenden Krankenhauses fürchtet. »Annemarie gibt dem Krankenhaus den Todeskuss«, steht auf dem kleinen Plakat links. Und auf dem großen Plakat heißt es, adressiert an die Ministerin persönlich: »Frau Grießinger – Unser Krankenhaus muß erhalten werden – Wir verfügen über gut geschultes Personal u. einwandfreies Gerät, Behandlung u. Service inklusive. Über 150 Jahre durch Qualität bewährt.«

Die Sorge muss die Existenz des Krankenhauses führt sogar wenig später zur Gründung einer Bürgerinitiative. Doch der Protest nützt nichts und das Krankenhaus muss 1983 seine Pforten schließen.

Standort des Fotografen: 47.884035, 8.343919

Wehrmachtsfahrzeuge im Städtchen, Juli 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

Die siegreiche Wehrmacht kehrt von ihrem »Blitzkrieg« im Westen zurück. Am 10. Mai 1940 hatte sie die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg überfallen. Am Ende der erfolgreichen Offensive stand die Besetzung großer Teile Frankreichs und der Waffenstillstand von Compiègne am 25. Juni 1940.

Im Juli 1940 fahren Wehrmachtsfahrzeuge mit Soldaten durch das Städtchen. Die Häuser sind mit Hakenkreuzfahnen geschmückt. Eine Menschenmenge hat sich auf dem Unteren Rathausplatz eingefunden, um die durchfahrenden Soldaten zu grüßen.

Der Landwirt Ernst Bader (1883-1960) und seine Ehefrau Marie geb. Engesser ist nicht nach Jubeln zumute. Ihr Sohn Eugen Bader (1913-1940) ist am 11. Juni 1940 im Alter von 27 Jahren gefallen. Er gehörte einer Granatwerfer-Kompagnie an und starb in Autheuil-L’Allier bei Meaux (Frankreich).

Standort des Fotografen: 47.883492, 8.343760

Walter und Ingeborg Fuß vor dem Schuhgeschäft Hasenfratz, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

Vor dem Schuhgeschäft Hasenfratz in der Demetriusstraße stehen der Bäckermeister Walter Fuß (1933-1999) und seine Ehefrau Ingeborg geb. Horn (1932-1999). Beide tragen Arbeitskleidung und scheinen nur für einen kurzen Augenblick aus ihrer Bäckerei und dem Café herausgetreten zu sein.

Walter Fuß hat das Geschäft von seinen Eltern übernommen. Sein Vater Viktor Fuß (1900-1959) war wenige Jahre zuvor verstorben.

Standort des Fotografen: 47.884142, 8.344137

Blick in die Demetriusstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Schneeberge türmen sich in der Demetriusstraße. Auf den Dächern und den Staffelgiebeln liegt die weiße Pracht. Eiszapfen hängen vom Dach der Molkerei (Demetriusstr. 6) hinunter. Der Buchbinder Albert Rebholz (1907-1962) zieht mit seinem Fotoapparat los und fotografiert das Städtchen, das sich in eine traumhafte Winterlandschaft verwandelt hat.

Standort des Fotografen: 47.884385, 8.344585

Blick auf den Unteren Rathausplatz, ca. 1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Demetriusbrunnen fehlt auf diesem Foto. Noch ist der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Brunnen nicht durch einen neuen ersetzt worden. Die Häuser der Demetriusstraße mit dem Mailänder Tor stehen indes wie eh und je. Der Schnee auf den Staffelgiebeln, der wie Puderzucker wirkt, verschönert die Ansicht. Ein Lastwagen, der Holz geladen hat, biegt gerade an der Kreuzung in Richtung Donaueschingen ab.

Standort des Fotografen: 47.883631, 8.343535

Unterer Rathausplatz mit Demetriusbrunnen, 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zu den beliebtesten Fotomotiven im Städtchen gehört zweifelsohne diese Ansicht. Vor allem seit dem Wiederaufbau infolge des Großbrandes 1921 wird der Untere Rathausplatz mit dem Mailänder Tor und der Häuserzeile der Demetriusstraße mit ihren Staffelgiebeln immer und immer wieder fotografiert. Der Demetriusbrunnen im Vordergrund und der Staffelgiebel vom Café Fuss (Rathausplatz 5) im Hintergrund darf auf den Fotos nie fehlen. Am Dach des Mailänder Tores sind noch deutlich die Spuren des Kriegsschadens vom Zweiten Weltkrieg zu erkennen. Zunehmend parken Autos im Straßenraum. Vor dem Geschäft von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13) stehen Fahrräder, Mopeds und Kinderroller.

Standort des Fotografen: 47.883676, 8.343515