Umzugswagen »Hamburg« auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Zu welchem Anlass das Schiff »Hamburg« hier über den unteren Rathausplatz fährt, ist unbekannt. Sicher ist nur, dass gerade ein Festumzug stattfindet – und kein Fasnachtsumzug wie 1929, als die »Hamburg« schon einmal durch das Städtchen kreuzte. Fest steht auch, dass das Foto in der NS-Zeit aufgenommen wird, wie an den Hakenkreuzfahnen zu erkennen ist, die an den geschmückten Häusern wehen.

Im Vordergrund rechts ist eine Schar Kinder zu sehen, mehrere tragen die Uniformen der Hitlerjugend und des Bund deutscher Mädel. Da manche Kinder mit wärmeren Jacken gekleidet sind und das Bäumchen vor dem Café Ritter (Rathausplatz 5) noch kahl ist, scheint es sich um das Frühjahr zu handeln. Denkbar wäre ein Festumzug am 1. Mai, dem zum Feiertag erhobenen »Tag der nationalen Arbeit«.

Standort des Fotografen: 47.883831, 8.343929

Umzugswagen in der Unteren Hauptstraße, Fasnacht 1958

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Nanu!? Warum führt denn plötzlich die Bahnlinie mitten durch das Städtchen? Und warum hält die »Badische Staatsbahn« neben der Bäckerei Willmann in der Unteren Hauptstraße? Warum? – Darum! Es ist Fasnacht und die 20-Jährigen haben sich einen ganz besonderen Umzugswagen einfallen lassen. Schließlich lautet das diesjährige Motto: »Ein Durchschnitt durch das 20. Jahrhundert mit Sensationen, Fortschritten und Errungenschaften«.

Und genau das war die hintere Höllentalbahn, als sie am 20. August 1901 eröffnet wurde. Und 57 Jahre später geht es deshalb mit einer dampfenden Lokomotive, die die Waggons hinter sich herzieht, quer durch das Städtchen. »Einsteigen bitte!«

Doch die Straßen sind wie leer gefegt. Es herrscht Schmuddelwetter mit Schneeregen und die Narren und Zuschauer sind in die umliegenden Gasthäuser geflüchtet.

Standort des Fotografen: 47.883184, 8.343703

Große Hexe vor dem Mailänder Tor, Fasnacht ca. 1960-1964

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Die Zuschauer stehen dicht gerdrängt auf dem unteren Rathausplatz. Und auch auf dem Balkon vom Haus Kopp (Demetriusstr. 10) recken die Zuschauer ihre Köpfe. Der Narrenumzug bewegt sich am »Fasnet Mändig« vom Maienland kommend in das Städtchen. Wie jedes Jahr ist auch die Hexengruppe mit dabei. Die Hexen tragen bereits ihr erstes einheitliches Häs, das sich freilich noch vom heutigen unterscheidet. Mit dabei ist auch bereits seit 1958 der Hexenwagen mit der großen Hexe. Im ersten Jahr war sie mit ihren 5,80 Meter so groß, dass sie zunächst nicht durch das Mailänder Tor passte.

Standort des Fotografen: 47.883971, 8.343728

Narrengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1936

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Was mag das für eine selbstgebastelte Maschine sein, die diese Narren mit sich führen? Auf die Räder eines Kinderwagens montiert, schieben sie das Ding über den unteren Rathausplatz und liefern eine Show ab. Die Lacher der umstehenden Schaulustigen sind ihnen sicher. Es ist »Fasnet Mändig«, der 24. Februar 1936, wie oben rechts auf das Foto gestempelt ist. »Sagen und Märchen des deutschen Volkes« lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht.

Im Hintergrund sind die Bäckerei und das Café Ritter (Rathausplatz 5) zu sehen und die Häuser Fürst und Hasenfratz in der Demetriusstraße.

Standort des Fotografen: 47.883836, 8.343912

Unterer Rathausplatz, ca. 1968

Sammlung Familie Waßmer

Dieser Blick zählt alle Jahrzehnte hindurch zu den beliebtesten Motiven für Ansichtskarten: Von der Unteren Hauptstraße fällt der Blick zum unteren Rathausplatz in Richtung Mailänder Tor. Die Perspektive ist so gewählt, dass am linken Bildrand das schmiedeeiserne Wirtshausschild vom Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) in das Foto ragt. Darunter hängen weitaus weniger schmuckvolle Werbeschilder, die für »Fürstenberg«-Bier und »Fremdenzimmer« werben. Auch die »Bezirks-Sparkasse« wirbt für ihre Filiale, die sich im Erdgeschoss des »Adlers« befindet. Am rechten Bildrand schließt das Foto mit dem Giebel vom Café Fuß (Rathausplatz 5) ab, das markant am Platz aufragt.

Im Mittelpunkt des Bildes steht das Mailänder Tor mit seinem Glockentürmchen und Staffelgiebeln sowie die angrenzenden Häuser der Demetriusstraße, die den Stadtring bilden. Obgleich die Staffelgiebel auf dem Foto erst im Rahmen des Wiederaufbauprogramms nach dem Großbrand 1921 erbaut wurden, geben sie dem Straßenzug ein mittelalterliches Gepräge. Und der Demetriusbrunnen im Vordergrund sorgt dafür, dass auch der Platz für die Ansichtskarte belebt ist.

Das Foto wird in den späten 1960er Jahre aufgenommen. Denn das Haus des Mechanikermeisters Karl Müller (Demetriusstr. 13) steht noch: Es brennt am 17. Oktober 1969 ab. Auf der Verkehrsinsel auf der Platzmitte ist ein Wegweiser zum 1968 eröffneten »Wildpark« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883553, 8.343779

20-Jährige auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Es ist »Schmutziger Dunschdig«. Die 20-Jährigen hatten soeben ihren großen Auftritt. Ihr Werk ist vollbracht: Denn der Narrenbaum steht vor der Bäckerei und dem Café Fuß (Rathausplatz 5). Und die 20-Jährigen selbst sind bereits »auf die Laterne« – und damit die Löffinger Fasnacht – vereidigt worden.

Jetzt wird nur noch ein Gruppenfoto zur Erinnerung aufgenommen. Auf dem Foto sind in alphabetischer Reihenfolge zu sehen: Hedwig Egle (verh. Hepting, 1932-2020), Kurt Egle, Alice Faller (verh. Schilling), Alfred Fehrenbach, Johann Fehrenbach (»Molker Johann«), Richard Funk, Magdalena Fürst (verh. Kopp, 1932-2015), Walter Fuß, Hedwig Hasenfratz (verh. Berger), Ewald Hepting, Johanna Geisinger (verh. Nägele), Kurt Jonner, Edmund Jordan, Emil Kopp, Christa Krauss (verh. Welte), Anneliese Laufer (verh. Lös), Helmut Laufer, Joachim Laufer, Christine Ritter (verh. Walz, 1932-2020), Edeltraud Rohrer (verh. Nickel), Friedhilde Rosenstiel (verh. Wörner), Otto Schwanz, Bernd Studer, Gottfried Vogelbacher, Margarete Zepf (verh. Senn), Eugen Zimmermann.

Standort des Fotografen: 47.883830, 8.343880

Trauerfeier auf dem unteren Rathausplatz, 1. August 1951

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Schnell machte die schreckliche Nachricht von dem Verkehrsunfall im Städtchen die Runde: Hans Egle (1926-1951) und Erna Wider (1926-1951) verunglückten bei einem Verkehrsunfall und erlitten beide Schädelbrüche. Die beiden starben am 30. Juli 1951 im Städtischen Krankenhaus in Lörrach.

Hans Egle war der Sohn von Korbmacher August Egle und dessen Ehefrau Klara geb. Wintermantel. Er war Schreiner von Beruf. Erna Wider aus Seppenhofen war die Tochter von Postbetriebsassistent Ernst Wider und dessen Ehefrau Frieda geb. Schopferer. Beide wurden nur 25 Jahre alt.

Die Leichen werden nach Löffingen überführt und am 1. August 1951 findet auf dem unteren Rathausplatz, direkt vor dem Elternhaus von Hans Egle, eine Trauerfeier statt, bei der die Einwohner Löffingens in großer Zahl Abschied nehmen. Anschließend zelebriert Stadtpfarrer Karl Weickhardt die Beerdigung auf dem Friedhof.

Standort des Fotografen: 47.883824, 8.343725

Umzugswagen »Herbst« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1929

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sabine Hornstein sowie Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Noch liegt Schnee auf dem unteren Rathausplatz und bis zum Frühling ist es noch ein bisschen hin. Wer mag da schon wieder an den nächsten Herbst denken? Diese Fasnachtsnarren tun genau dies. Vor dem Café und der Bäckerei Ritter (Rathausplatz 5) posieren sie mit ihrem Umzugswagen, der den »Herbst« darstellt. Sie reihen sich damit in die insgesamt vier Themenwagen ein, die sich den vier Jahreszeiten widmen. Der geschmückte Wagen wird von vier Pferden gezogen.

Standort des Fotografen: 47.883915, 8.343819

Umzugswagen »Die Fürsten vom Rhein« in der Demetriusstraße, Fasnacht 1927

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

In der Demetriusstraße steht an Fasnacht ein Umzugswagen, der von zwei Pferden gezogen wird, und einen kleinen Palast mit Säulen darstellt. Sein Motto lautet: »Die Fürsten vom Rhein«. Am dreieckigen Giebel ist das Stadtwappen von Worms, einer der ältesten Städten Deutschlands, angebracht. Es zeigt einen Schlüssel und einen fünfzackigen Stern. Daneben steht »Worms 1495«. In diesem Jahr fand in der am Oberrhein gelegenen Stadt ein Reichstag statt, auf dem die Reichssteuer, das Reichskammergericht und das Fehdeverbot des Ewigen Landfriedens eingeführt wurden.

Auf dem Wagen stehen einige Männer in historischen Kostümen. Vor dem Wagen steht ganz links Fritz Adrion sen. Neben ihm stehen Frauen, auf deren Kostümen der Reichsadler zu sehen ist. Sie gehören vermutlich der Damenriege des Turnerbunds an. Zu sehen ist u.a. Elise Braun.

Standort des Fotografen: 47.883968, 8.343816

Schneeberge auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1960-1969

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Das Foto des verschneiten Rathausplatzes sieht nicht nur so aus, wie eine hübsche Ansichtskarte, sondern es ist auch eine. Löffingen empfiehlt sich als Reiseziel im Winter. Rings um den Demetriusbrunnen türmen sich die Schneeberge. Es muss die ganze Nacht geschneit haben, denn die Dächer und Staffelgiebel der Häuser des Altstadtrings sind alle weiß. Auch die beiden Bäumchen links und rechts des Eingangs zur Bäckerei und zum Café Fuß (Rathausplatz 5) wirken wie mit Puderzucker bestäubt.

Standort des Fotografen: 47.883723, 8.343686

Gruppenfoto der Narrenvereine in der Demetriusstraße, 1987

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

1989 feiern die Laternenbrüder unter Leitung ihres Narrenvaters Josef (Jupp) Hoitz ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum. Zu diesem Anlass erscheint eine Festschrift, in der dieses Gruppenfoto abgedruckt wird. Das Foto mutet nicht besonders winterlich an, da es bereits im Sommer 1987 aufgenommen wird. Es zeigt die Laternenbrüder, eingerahmt von den anderen Narrenfiguren: Den Hexen, den Hansele, dem »Reichburgmali «, der männlichen und weiblichen Narrenpolizei.

Um Nachwuchs müssen sich die Narren und Närrinen jedenfalls keine Sorgen machen: Der »Narrensamen« der Hexen, Hansele und Narrenpolizei ist zahlreich vertreten.

Standort des Fotografen: 47.883960, 8.343821

Hanselegruppe in der Demetriusstraße, 1987

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Hanselegruppe lässt sich in der Demetriusstraße fotografieren. Noch ist Sommer und die Geranien am Haus Spiegel (Demetriusstr. 11) und am Haus Kopp (Demetriusstr. 10) stehen in voller Blüte. Aber 1989 feiern die Laternenbrüder ihr 100-jähriges Jubiläum und für die Festschrift benötigt man von den verschiedenen Narrenvereinen Gruppenfotos.

Das Hansele gehört zu den Baaremer Weißnarren. Sein Leinengewand ist mit unterschiedlichen Motiven bemalt. Bei der Maske fällt die hohe, gefurchte Stirn mit dem schmucklosen Rosshaarkranz auf. Und außerdem darf natürlich der Fuchsschwanz nicht fehlen. Um das Häs hängt ein Geschellriemen mit 11 Glocken und – ganz wichtig für die Kinder – ein roter Sack, der die von ihnen heiß begehrten Bonbons enthält.

Standort des Fotografen: 47.883971, 8.343837