Narrengruppe auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1972

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Dietmar Vogt zur Verfügung.

Eine Narrengruppe hat sich auf dem Rathausplatz zu einem Gruppenfoto versammelt. Der Haufen ist bunt zusammengewürfelt, neben mehreren »Indianern« gibt es u.a. kleine Cowboys und Clowns. Laut geht es zu. Es wird gelacht, es wird gesungen, ein Akkordeon wird gespielt. Im Hintergrund ist das Rathaus zu sehen, neben dessen Eingang ein gelbes Telefonhäuschen steht. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite parkt ein VW-Käfer mit Neustädter KFZ-Kennzeichen. Dahinter ist der kleine Gemüseladen von Monika Wehrle und der Seitengiebel der »alten Sonne« zu sehen. Das baufällige Gebäude wird wenige Monate später abgerissen.

  1. Reihe, v.l.n.r.: Ursula Geisinger, ???, ???, Elisabeth Ratzer, Dietmar Vogt, Markus Frei.
    2. Reihe, v.l.n.r.: ???, Inge Maier, Helene Krauß, Mathilde Schmid, Georg Mayer, Maria Hall, ???, Lotte Ratzer.

Standort des Fotografen: 47.883703, 8.344250

Kind am Rathausbrunnen, ca. 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ulrike Rheiner zur Verfügung.

Ein kleines Mädchen steht auf dem Rand des Rathausbrunnens. Während des Balanceaktes hält es sich an den Brunnenröhren fest. Bei dem Mädchen handelt es sich um Bärbel Zahn (1954-1957), die Tochter von Bäckermeister Jakob Zahn und dessen Ehefrau von Anna geb. Brilisauer, die am 19. September 1957 im Alter von drei Jahren stirbt.

Im Hintergrund ist das kleine Gemischwarengeschäft von Viktor Heinrich und das Eingangsportal des Postamtes zu erkennen. Der Post steht bis zu seinem Tod der Postassistent Wilhelm Jester (1894-1955) vor. 1958 zieht das Postamt wenige Meter weiter in die rechte Gebäudehälfte desselben Doppelhauses (Rathausplatz 2). Die Räumlichkeiten des kleinen Gemischtwarengeschäft und der Post werden zusammengelegt und die Firma L. Gottlieb GmbH eröffnet darin einen Supermarkt.

Standort des Fotografen: 47.883899, 8.344744

Blick auf den Unteren Rathausplatz, 1960

Verlag A. Rebholz
Sammlung Familie Waßmer

Keine Menschenseele ist auf diesem Farbfoto zu sehen. Fast gespenstisch leer mutet das Bild an. Der Fotograf wollte offenbar die gesamte Aufmerksamkeit auf die Häuser am Unteren Rathausplatz und in der Demetriusstraße lenken, und da hätten Menschen seiner Meinung nach eher gestört. Vom Rathaus mit dem Kriegerdenkmal wandert der Blick hinüber zur Bäckerei von Viktor Fuss (Rathausplatz 5), entlang des Straßenzuges der Demetriusstraße mit den Staffelgiebeln, hin zum Mailänder Tor. Deutlich sind an der Dacheindeckung des Tores noch die Spuren des Zweiten Weltkrieges zu erkennen. In der Mitte des Platzes steht der 1954 neu eingeweihte Demetriusbrunnen. Daneben parkt ein blauer VW Käfer, dem Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders der 1950er Jahre. Das Foto fand als Ansichtskarte Verbreitung.

Standort des Fotografen: 47.883717, 8.343686

Rosenmontagsumzug mit dem Hexenwagen auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gaby Vogt zu Verfügung.

Einen regelrechten Logenplatz hat Familie Vogt an Fasnacht: Sie kann vom Balkon ihres Wohn- und Geschäftshauses (Rathausplatz 13) das närrische Treiben auf dem oberen Rathausplatz überblicken. Hunderte Fasnachtsnarren bevölkern den Platz bei strahlendem Sonnenschein. Eben fährt der Hexenwagen mit der Riesenhexe am Rathaus und am Postamt vorüber. Aus sicherer Entfernung können die Vogts das Treiben der Hexen unten auf der Straße beobachten, ohne fürchten zu müssen, dass der Fotograf von den Hexen überrascht und gestört werden könnte. 

Im Rathaus befindet sich im Erdgeschoss noch die Filiale der Volksbank, wie die Inschrift über dem Eingang verrät. Noch ist der Neubau der Volksbank (Rathausplatz 10) offenbar noch nicht gebaut.

Standort des Fotografen: 47.884159, 8.345337

Festzug beim Rathaus anlässlich der Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luise Trescher zur Verfügung.

Löffingen feiert die Wiederverleihung der Stadtrechte. Die Teilnehmer des Festumzuges ziehen am Rathaus vorüber. Vorneweg marschiert Bürgermeister Paul Benitz (1899-1979), gefolgt von den Gemeinderäten und von den Mitgliedern des Männergesangsvereins. Sie sind alle in schwarze Anzüge gekleidet und tragen Zylinder. Ihre Vereinsfahne wird mitgeführt.

Im Hintergrund ist der Eingang zum Rathaus zu erkennen, der bis in die 1930er Jahre zugleich als Eingang zur Volksschule diente. Seit dem Rathausumbau 1906 ist das Portal umrahmt von einer geschnitzten Holzkonstruktion, die auch als Vordach dient, stilistisch aber nicht zu dem Bauwerk von 1831 passt. Am rechten Bildrand ist das Gasthaus »zum Ochsen« (Rathausplatz 12) zu sehen, das wie die übrigen Häuser festlich geschmückt ist.

Standort des Fotografen: 47.883706, 8.344146

Kinder auf dem ehemaligen Schulhof beim Rathaus, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Kinder spielen mit ihrem Hund auf dem ehemaligen Schulhof, auf dem die Bäume als Schattenspender in  schnurgeraden Reihen stehen. Viele Jahrzehnte lang wurde der kleine Platz als Schulhof genutzt, als das Rathaus zugleich als Schulhaus diente. 

Die Baulücke entstand nach dem Brand 1834, bei dem mehrere Häuser am Rathausplatz eingeäschert wurden. 1973 wird die angrenzende »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10), deren Seitengiebel am rechten Bildrand zu sehen ist, abgerissen. Der Platz wird mit einem Wohn- und Geschäftshaus bebaut und der ehemalige Schulhof verschwindet.

Standort des Fotografen: 47.883622, 8.344443

Fasnachtsgruppe vor dem Kriegerdenkmal, ca. 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Matthias Frank und Olga Streit zur Verfügung.

Wie aus »Tausendundeiner Nacht« muten die Männer in ihren Gewändern und mit ihren Turbanen an, die auf dem unteren Rathausplatz stehen. Sie führen einen Wagen mit sich, von Pferden gezogen, auf dem mehrere Frauen stehen. Der Wagen ist mit einem Halbmond geschmückt. Nur das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Feldzug 1870/71 mit dem Reichsadler stört die Illusion, man sei im Orient.

Wer weiß, wer die Närrinnen und Narren sind?

  1. Reihe, v.l.n.r.: Willy Mayer (1907-1994) im weißen Gewand, ???, ???, ???, Anton Geisinger (1911-1978), ???, ???, ???.
    2. Reihe, v.l.n.r.: evtl. Olga Geisinger geb. Schmutz (1919-1996), ???, ???.

Standort des Fotografen: 47.883795, 8.344026

Schulklasse mit Lehrer Kunzmann vor dem Rathaus, ca. 1919

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl Guth zur Verfügung.

Der junge Hilfslehrer Alfred Kunzmann (1897-?), der in der Bildmitte zu sehen ist, war nur für kurze Zeit in Löffingen als Pädagoge tätig. Dadurch lässt sich das Entstehungsdatum dieses Fotos auf den Zeitraum Januar bis November 1919 eingrenzen. Er lässt sich zusammen mit seinen 42 Schülerinnen und Schülern vor der Schule im Rathaus fotografieren.

Wer erkennt die Schüler*innen? Sie sind ca. 1910 geboren.

  1. Reihe, v.l.n.r.:
    2. Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, Else Häusle (geb. 1911), ???, ???, ???, ???.
    3. Reihe, v.l.n.r.:
    4. Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.883825, 8.344118

Renovierung des Rathausturmes, 1977

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Der Rathausturm ist eingerüstet und wird renoviert. Rudi van den Heuvel fertigte die neuen Kupferblechverkleidung mit den schönen Verzierungen an. Die Bleche lieferte er von seiner Werkstatt an und musste sie dann die vielen Treppenstufen hinauftragen bis zum Dach des Rathauses. Es steht kein Kran zur Verfügung. Auf dem Foto turnt er auf dem Gerüst herum und bringt die Kupferbleche an.

Standort des Fotografen: 47.883851, 8.344319

Fronleichnamsaltar vor der alten »Sonne«, ca. 1960-1963

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Man bekommt fast den Eindruck, das ganze Städtchen ist auf den Beinen – zumindest der katholische Teil. Es ist Fronleichnam, die Sonne scheint, die Kastanie zwischen Gasthaus »zum Löwen« und der »alten Sonne« blüht. Auf dem oberen Rathausplatz ist ein Fronleichnamsaltar aufgebaut. Eine Schar Ministranten steht davor. Fahnen und Flambeaux sind zu erkennen. Vor allem neben dem Rathausbrunnen stehen die Gläubigen dicht gedrängt. Mit größerem Abstand stehen weitere Zuschauer*innen am Straßenrand.

Standort des Fotografen: 47.884158, 8.344972

2 Fotos: Hochzeitszug auf dem unteren Rathausplatz, 1. Oktober 1946

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Die beiden Fotos von einem Hochzeitszug durch das Städtchen haben zweifelsohne Seltenheitswert. Aufgenommen wurden sie aus einem Fenster des Hauses Limb (Untere Hauptstr. 4). Der Blick fällt in Richtung des unteren Rathausplatzes.

Besonders ist zunächst, dass eine Doppelhochzeit gefeiert wird. Deutlich zu erkennen ist, dass zwei Bräute in weißen Brautkleidern und zwei Bräutigame im schwarzen Frack und mit Zylinder die Untere Hauptstraße entlang marschieren. Familienangehörige, Freunde und Bekannte folgen ihnen. Auf dem einen Bild bewegt sich der Zug in Richtung »alte Sonne«, wo im Saal der evangelischen Kirchengemeinde die kirchliche Trauung stattfindet. Auf dem zweiten Foto bewegt sich der Zug zur Hochzeitsfeier im Gasthaus »Traube« in Seppenhofen. Das eine Brautpaar ist der Landwirt Gottlieb Mayer (1920-2008) und seine Ehefrau Luise geb. Schopferer (1923-2012). Das andere Brautpaar ist der Tapeziermeister Emil Döschle und seine Ehefrau Marie. 

Seltenheitswert haben die beiden Aufnahmen aber vor allem, da die Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges noch deutlich im Städtchen zu erkennen sind. Auf dem Rathausplatz steht ein Holzmast, um die elektrische Leitung provisorisch abzustützen. Am linken Bildrand ist ein Bombentrichter zu sehen, der durch ein Holzgeländer abgesperrt ist, damit niemand hinein fällt. Bei dem Bombenangriff im April 1945 war der Demetriusbrunnen durch einen Volltreffer zerstört und weite Teile der Bachüberdeckung aufgerissen worden. Eineinhalb Jahre nach Kriegsende und der Befreiung vom NS-Regime sind die Spuren des Krieges noch unübersehbar.

Standort des Fotografen: 47.883467, 8.343731

Fasnachtsgruppe vor dem Rathaus, 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Man braucht schon einige Phantasie, um zu erahnen, was diese Närrinnen und Narren an Fasnacht darstellen. Offenbar sind sie in antike Toga-Gewänder gekleidet, wahrscheinlich sollen es Römerinnen und Römer sein, die zwei Sklavinnen in ihrer Mitte haben. Das Fasnachtsmotto 1952 lautet, nach dem gleichnamigen Volkslied: »Als die Römer frecht geworden«.

V.l.n.r.: Gertrud Schmid, Karoline Auer (*1907), Otto Schweizer (*1906), Ernst Keller (*1912), Anna Jordan (*1907), Käthe Kaufmann, Adolf Kaufmann, Hilde Keller (*1920), Mariele Honold (*1921), Mariele Schweizer, Franz Maier, Olga Geisinger (*1919), Fritz Straub (*1921), ??? Strobel, Elke Duttlinger, Walter Maier (*1927), Josef Kaltenbrunner (*1930).

Im Hintergrund ist am Rathaus eine geschnitzte Holzkonstruktion zu erkennen, die das Eingangsportal einrahmt. Am rechten Bildrand sind der Seitengiebel der »alten Sonne« und weiter hinten das Gasthaus »zum Löwen« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883701, 8.344069