Brautpaar Hepting / Jonner, ca. 1932

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich stehen Rupert Hepting (1905-1990) und Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) für ihr Hochzeitsfoto beisammen. Die Braut trägt ein dunkles, langes Kleid, dazu einen weißen Schleier und einen üppigen Brautstrauß. Der Bräutigam hat sich im dunklen Anzug mit Fliege herausgeputzt und hält seinen Zylinder in der Hand. Vermutlich entsteht die Aufnahme beim Alenbergwäldchen.

Dass die Braut nicht in Weiß heiratet, ist zu dieser Zeit nichts Ungewöhnliches. Ein dunkles Festkleid ist praktischer und lässt sich auch nach der Hochzeit noch zu besonderen Anlässen tragen. Der helle Schleier und der Brautstrauß machen dennoch auf den ersten Blick deutlich, dass hier Hochzeit gefeiert wird.

Rupert Hepting ist Landwirt und Drechsler von Beruf. Gemeinsam mit seiner Ehefrau übernimmt er das elterliche Anwesen Haus Nr. 251 (Dittishauser Str. 7). Dort gründen die beiden ihre Familie und verbringen viele Jahrzehnte miteinander. Was an diesem Tag als gemeinsamer Lebensweg beginnt, hält mehr als ein halbes Jahrhundert: 50 Jahre später können Rupert und Sofie Hepting gemeinsam das Fest der Goldenen Hochzeit feiern.

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Abtransport der Holzkohle im Stadtwald, 1911

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Meiler ist abgebrannt, die Holzkohle ausgekühlt – nun beginnt der Abtransport. Männer stehen auf den hoch beladenen Fuhrwerken und schichten die schwarzen, unregelmäßig gebrochenen Holzkohlestücke möglichst platzsparend auf. Mit Körben wird weiteres Material hinaufgereicht. Die hohen hölzernen Aufbauten der Wagen sorgen dafür, dass von der leichten, aber sperrigen Ladung möglichst viel mitgenommen werden kann.

Nach Tagen der Arbeit am rauchenden Kohlenmeiler ist damit der letzte Abschnitt erreicht. Die Holzkohle staubt und färbt Hände und Kleidung schwarz; beim Umladen knirschen und brechen die spröden Stücke. Vom Kohlplatz im Stadtwald geht es mit den Fuhrwerken zum Löffinger Bahnhof. Dort wird die Ladung erneut umgeschlagen und in Eisenbahnwaggons verladen, um weitertransportiert zu werden.

Über mehrere Generationen betreibt Familie Nägele das Köhlerhandwerk und ist deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Konrad Nägele (1885-1960) gilt als letzter Köhler der Familie. Die beiden Fotos gehören zu einer ganzen Serie, die der Löffinger Buchbinder Anton Rebholz 1911 von der Köhlerei im Stadtwald aufnimmt. Auf den Abzügen sind sie handschriftlich mit den Nummern XIV und XVI bezeichnet. Gerade durch diese Bildfolge lässt sich anschaulich nachvollziehen, wie viel Arbeitsschritte nötig sind, bis aus Holz schließlich verkaufsfertige Holzkohle wird.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702

13 Fotos: Feuerwehreinsatz beim Flugzeugabsturz in Bachheim, Juli 1988

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Dichter schwarzer Rauch steigt über dem alten Sportplatz in Bachheim auf. Ein Kleinflugzeug liegt zerbrochen auf der Wiese, Tragflächen und andere Wrackteile sind weit verstreut. Die Feuerwehr rückt mit Blaulicht an, Schläuche werden ausgerollt und Wasser und Löschschaum auf das qualmende Wrack gespritzt. Was wie ein schweres Flugzeugunglück aussieht, ist allerdings sorgfältig inszeniert: In Bachheim finden Dreharbeiten für die ZDF-Fernsehserie »Schwarzwaldklinik« statt.

Für die Szene wird einiges aufgefahren. Ein Pyrotechniker sorgt auf Kommando für Rauch und Feuer, ein künstlich aufgeschütteter Erdhaufen stellt die Spur des abgestürzten Flugzeugs dar, sogar umgeknickte Bäume gehören zur Kulisse. Fahrzeuge der Löffinger Feuerwehr, ein Krankenwagen und ein Polizeiauto rasen mit Sirene und Blaulicht über das Gelände. Die Feuerwehrleute spielen dabei gewissermaßen sich selbst. Immer wieder wird die Szene wiederholt, bis Bewegungen, Löscharbeiten und Kameraperspektiven stimmen. Schließlich liegt das Wrack unter einer dicken Schicht Löschschaum.

In sicherem Abstand verfolgen Regisseur Hans-Jürgen Tögel (1941-2026) und sein Team das Geschehen. Die Dreharbeiten locken aber auch zahlreiche Schaulustige an. Der ungewöhnliche Einsatz wird auch Kreisbrandmeister Fritz Isele (1940-2024) lange in Erinnerung bleiben. Auf einem der Fotos steht Feuerwehrmann Rudolf (Rudi) Jordan (1942-2024) mit Helm vor dem ausgebrannten Wrack und blickt direkt in die Kamera.

Dass eine Folge der erfolgreichen Fernsehserie ausgerechnet hier entsteht, ist für Bachheim und Löffingen etwas Besonderes. In den 1980er-Jahren ist die »Schwarzwaldklinik« ein Publikumsliebling und macht den Schwarzwald weit über Deutschland hinaus bekannt. Entsprechend groß ist in vielen Gemeinden das Interesse, selbst einmal als Drehort aufzutauchen. Ein paar Minuten Fernsehzeit versprechen Aufmerksamkeit – und so wird auch der fingierte Flugzeugabsturz zu einem kleinen lokalen Ereignis.

Standort des Fotografen: 47.856530, 8.406805

Joseph Benitz beim Angeln an der Gauchach, August 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Mitten im flachen Wasser der Gauchach steht Weinhändler Joseph Benitz (1897-1981) und hält konzentriert seine lange Angelrute über den Bach. Damit er trockenen Fußes im Wasser stehen kann, trägt er hohe Watistiefel. Jackett und Hut wirken für einen Angelausflug beinahe elegant – offenbar muss man auch beim Fischen nicht auf eine gewisse Form verzichten.

In seiner Freizeit zieht es Joseph Benitz immer wieder an die Gauchach. Er lässt Weinfässer und Geschäftskorrespondenz hinter sich und steht mitten im Bach. Zwischen bewaldeten Hängen und Wiesen sucht er sich einen ruhigen Platz und versucht sein Glück. Das Wasser ist klar und flach. Ob an diesem Augusttag tatsächlich ein Fisch anbeißt, verrät das Foto allerdings nicht.

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Frauengruppe beim brennenden Kohlenmeiler im Stadtwald, 1911

Fotograf: Carl Gehl, Neustadt | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Dieter Vierlinger zur Verfügung.

Dichter Rauch steigt aus dem Kohlenmeiler auf und zieht zwischen den Tannen hindurch. Auf dem mit Erde und Rasensoden abgedeckten Meiler steht Konrad Nägele (1885-1960) und überwacht den Brand. Eine Leiter führt hinauf auf den mächtigen Hügel. Das Holz im Innern darf nicht offen verbrennen, sondern muss langsam und unter möglichst geringer Luftzufuhr verkohlen. Immer wieder muss der Köhler deshalb kontrollieren, ob der Meiler gleichmäßig glimmt und gegebenenfalls Öffnungen regulieren.

In der Luft liegt der schwere, beißende Geruch von Rauch, glimmendem Holz und frischer Holzkohle. Der Rauch setzt sich in Kleidung und Haaren fest. Dazu kommen die Hitze des Meilers und das Knacken des Holzes im Innern. Für Konrad Nägele ist dies Arbeitsalltag. Die Familie betreibt das Köhlerhandwerk bereits seit mehreren Generationen und ist deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Konrad Nägele gilt als letzter Köhler der Familie.

Einen auffälligen Kontrast zur rußigen Arbeit bilden die drei Frauen, die sich für den Fotografen vor dem Meiler aufgestellt haben. Sie tragen keine Arbeitskleidung, sondern lange, elegante dunkle Kleider und wirken für den Besuch im Wald regelrecht herausgeputzt. Offenbar ist der brennende Meiler selbst eine Sehenswürdigkeit, die man sich anschaut und bei der man sich fotografieren lässt.

Im Hintergrund steht ein Pferdefuhrwerk, das für die schwere Arbeit im Wald unverzichtbar ist. Damit werden Holz und Arbeitsgerät herangeschafft und später die fertige Holzkohle abtransportiert.

Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702

Haus »Sonnhalde« von Familie Bugger, ca. 1980

Müller-Fotokarten, Freudenstadt | Sammlung Familie Waßmer

Als Haus »Sonnhalde« wird das Haus Bugger (Beim Schneekreuz 3) auf dieser Ansichtskarte bezeichnet. Es gehört Lockführer Paul Bugger (1916-1990) und seiner Ehefrau Maria Bugger (geb. Mayer, 1921-1992). Das freistehende Wohnhaus liegt direkt neben der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz inmitten eines großen Gartens und wird von hohen Bäumen und Sträuchern eingerahmt.

Für die Ansichtskarte ist die Szene sorgfältig arrangiert. Im Vordergrund stehen Gartentisch und Stühle bereit, darüber spendet ein geblümter Sonnenschirm Schatten. Gleich daneben ist auf einem Holzpfosten ein kleines Vogelhäuschen angebracht, hinter der Sitzgruppe steht eine Holzbank. Nichts wirkt zufällig: Die Gartenmöbel sollen den Eindruck vermitteln, als könne man sich jederzeit hinsetzen und die Ruhe genießen. Der kurz gemähte Rasen und die üppige Bepflanzung verstärken den Eindruck einer gepflegten Idylle.

Das Haus wird schräg von der Gartenseite aufgenommen, sodass sowohl die lange Balkonfront als auch der Giebel sichtbar sind. Große Bäume rahmen die Aufnahme an beiden Seiten ein, während der blaue Himmel und die sonnige Wiese das Gebäude hell hervortreten lassen.

Paul Bugger wurde 1916 in Busenbach bei Karlsruhe geboren. Mit 14 Jahren ging er in die Schweiz und arbeitete später in Rheinfelden in einer Holz- und Kohlehandlung, bis er 1933 arbeitslos wurde. In den folgenden Jahren hielt er sich mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten über Wasser. 1937 kam er mit einem Bauzug der Eisenbahn nach Löffingen. Im März 1942 heiratete er Maria Mayer, die 1921 in Löffingen geboren worden war und aus dem benachbarten Gasthaus »Engel« stammte. Das Ehepaar bekam drei Töchter. Während des Zweiten Weltkriegs war Paul Bugger Soldat. Nach mehreren Lazarettaufenthalten wurde er im Frühjahr 1944 schwer an Ruhr erkrankt aus dem Militärdienst entlassen. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Heizer bei der Bahn in Neustadt und später als Lokführer. Paul Bugger stirbt am 14. November 1990, seine Witwe Maria am 2. Februar 1992.

Standort des Fotografen: 47.892267, 8.336902

3 Fotos: Prozession mit Primizant Franz Benitz vom Bahnhof zur Pfarrkirche, 6. April 1935

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein »großer Bahnhof« wird Franz Benitz (1908-1944) bei seiner Ankunft in Löffingen bereitet. Ministranten, Geistliche, Familienangehörige und zahlreiche Gemeindemitglieder holen den Neupriester am Bahnhof ab und begleiten ihn in feierlicher Prozession zur katholischen Pfarrkirche St. Michael. Franz Benitz ist erst wenige Tage zuvor, am 31. März 1935, durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht worden. Am folgenden Tag wird er in seiner Heimatgemeinde die Primiz feiern.

Obwohl es bereits April ist, liegt noch Schneematsch auf dem Boden. Die Häuser entlang des Weges sind festlich herausgeputzt: Reisiggirlanden und Fahnen schmücken die Fassaden. Kurz vor der Pfarrkirche entstehen mehrere Aufnahmen. Zu sehen sind das katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) und der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8). Am rechten Bildrand fällt der Blick auf die weniger repräsentative Rückseite der Ökonomie des Gasthauses »Sonne« (Kirchstr. 29). Vor dieser Kulisse ziehen Ministranten und Geistliche vorüber – ein feierlicher kirchlicher Zug mitten durch das vertraute Straßenbild.

Am Vorabend der eigentlichen Primiz findet in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zunächst eine Andacht statt. Erst am nächsten Tag steht Franz Benitz selbst am Altar, zelebriert erstmals in seiner Heimatgemeinde die Messe und erteilt den Primizsegen. Nicht nur für ihn, sondern auch für seine Familie und die katholische Gemeinde ist dies ein besonderes Ereignis – und die große Beteiligung beim Einzug zeigt, welche Bedeutung eine Heimatprimiz besitzt.

Bei den Zuschauer*innen am Straßenrand sind u.a. zu erkennen: Hilda Schultheiß (verh. Vögtle), Josefa Roth (verh. Rappenegger)

Standort des Fotografen: 47.882660, 8.343996

Sterbebildchen für Kriegsgefallenen Hermann Nägele, 1942

Verlag Rombach & Co, Freiburg im Breisgau | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Michael Guth zur Verfügung.

Nur 28 Jahre alt wird Hermann Nägele (1914-1942). Sein Sterbebildchen zeigt ihn in Wehrmachtsuniform mit Stahlhelm, den Blick seitlich gerichtet. Daneben stehen die nüchternen Lebensdaten: geboren am 9. Februar 1914, »gefallen am 11. März 1942 im Osten«. Die Innenseiten verbinden das Porträt mit religiösen Gebeten und Trostworten. Auf der Vorderseite ist Christus bei einem verwundeten Soldaten dargestellt; darunter heißt es: »Christus unser Glaube / Sterben unser Los / Wiedersehen unsere Hoffnung.«

Hermann Nägele wuchs als Sohn des Schotterwerkbesitzers Konrad Nägele und dessen Ehefrau Sofie Nägele (geb. Eckert) in der Oberen Hauptstraße auf. Zu seinen Geschwistern gehört seine Zwillingsschwester Mathilde Nägele (verh. Gottschalk, 1914-2006). Nach dem Besuch der Volksschule erlernte Hermann Nägele einen Beruf und arbeitete als Schmied im väterlichen Schotterwerk in Detzeln bei Waldshut.

Am 11. November 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und kam zunächst zu einem Infanterieregiment nach Konstanz. Später wurde er in Frankreich eingesetzt. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 nahm er ab dem folgenden Tag am Krieg im Osten teil. Dieser Feldzug war von Beginn an nicht nur ein militärischer Eroberungskrieg, sondern zugleich ein nationalsozialistischer Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung. Hermann Nägele wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Am 11. März 1942 starb er bei einem Gefecht bei Gruzdevo (russisch Груздево). Das Sterbebildchen spricht, wie üblich, vom »Gefallenen« und versucht, den Tod religiös zu deuten und den Angehörigen Trost zu geben. Gerade solche kleinen Erinnerungsbilder zeigen, wie der Krieg bis in die einzelnen Löffinger Familien hineinwirkt – und wie ein junger Mann mit 28 Jahren weit entfernt von seiner Heimat ums Leben kommt.

Hochzeitsgesellschaft Meßmer / Kaier, 22. November 1927

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Heute wird im Gasthaus »Linde« Hochzeit gefeiert – und diesmal ist der Wirt selbst der Bräutigam. Ernst Meßmer jr. (1897-1950), Sohn der Wirtsleute Ernst Meßmer sen. (1869-1943) und Josephine Meßmer (geb. Benitz, 1867-1932), heiratet Paula Kaier (1903-1984). Für das Erinnerungsfoto versammelt sich die Hochzeitsgesellschaft auf dem heutigen »Linden«-Parkplatz.

Braut und Bräutigam stehen in der Mitte der großen Gruppe. Die Braut trägt ein helles Brautkleid mit Schleier und hält einen üppigen Blumenstrauß in den Händen. Der Bräutigam ist in einen dunklen Anzug gekleidet. Um sie herum haben sich Angehörige beider Familien aufgestellt. Unter den Gästen befindet sich auch Stadtpfarrer Josef Schlitter (1877-1942), der das Paar in der Pfarrkirche getraut hat. Zwei weitere Geistliche sind ebenfalls auf dem Foto zu sehen. Ihre Anwesenheit verweist auf die enge Bindung der Familie Meßmer an die katholische Kirche und das katholische Milieu.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 »Linden«-Wirt Ernst Meßmer sen. (1869-1943), 4 ???, 5 ???, 6 »Linden«-Wirtin Josephine Meßmer (geb. Benitz. 1867-1932), 7 Stadtpfarrer Josef Schlitter (1877-1942), 8 ???, 9 ???, 10 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Braut Paula Meßmer (geb. Kaier, 1903-1984), 5 Bräutigam Ernst Meßmer jr. (1897-1950), 6 Joseph Benitz (1897-1981), 7 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 8 ???, 9 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Vikar ???, 2 Vikar ???, 3 ???, 4 Paul Benitz (1899-1979), 5 ???, 6 Albert Benitz (1905-1996), 7 ???, 8 ???, 9 Franz Benitz (1908-1944), 10 ???

Standort des Fotografen: 47.884299, 8.346942

Gläubige vor der Kirche Witterschneekreuz, 19. September 1937

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Dicht gedrängt stehen die Gläubigen vor der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz. So viele Menschen sind gekommen, dass längst nicht alle im Kircheninneren Platz finden. Vor allem Männer und »Jungmänner« aus Löffingen und der Umgebung nehmen an der Wallfahrt teil, dazwischen sind auch einige Frauen zu erkennen. Am rechten Bildrand steht eine große Limousine – mit ihr ist Erzbischof Conrad Gröber (1872-1948) zur Kirche gefahren.

Der Freiburger Erzbischof ist an diesem Sonntag zu Gast in Löffingen. Am Vormittag spendete er in der Pfarrkirche St. Michael das Sakrament der Firmung. Am Nachmittag begann um 14.30 Uhr eine weitere große kirchliche Veranstaltung: die Wallfahrt der Männer und »Jungmänner« zum Witterschneekreuz. Gröber hielt zunächst in der Pfarrkirche die Wallfahrtspredigt. Anschließend setzte sich die Prozession in Bewegung. Während die Gläubigen zu Fuß durch das Städtchen und das Maienland hinauszogen, legte der Erzbischof den Weg mit dem Auto zurück.

An der Wallfahrtskirche angekommen, kann die Menschenmenge nicht vollständig aufgenommen werden. Es findet aber ohnehin nur eine kurze Segensandacht statt. Das Foto vermittelt eindrucksvoll, welche Anziehungskraft das Witterschneekreuz als Wallfahrtsort besitzt und welche Bedeutung der Besuch eines Erzbischofs für die katholische Gemeinde hat.

Stadtpfarrer Robert Winkel (1897-1972) mahnte seine Pfarrangehörigen vor dem Besuch des Erzbischofs ausdrücklich: »Nicht öhmden!« Mit »Öhmd« ist der zweite Grasschnitt des Jahres gemeint. Er forderte sie auf, an diesem besonderen Sonntag die Feldarbeit ruhen zu lassen. Wenn der Erzbischof durch Löffingen zieht, soll sich die Pfarrgemeinde offenbar von ihrer besten katholischen Seite zeigen – arbeitende Bauern auf den Wiesen hätten da ein denkbar schlechtes Bild abgegeben.

Standort des Fotografen: 47.893117, 8.337014

Hochzeitsgesellschaft Hasenfratz / Münzer vor dem Gasthaus in Unadingen, 27. März 1965

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hans-Peter Hepting und Christa Egle zur Verfügung.

Kein Zweifel: Hier wird Hochzeit gefeiert. In der Mitte steht die Braut Ursula Hasenfratz (geb. Münzer) mit einem großen Blumenstrauß im Arm. Bei dem jungen Mann im schwarzen Anzug neben ihr hat sie sich untergehakt – Kurt Hasenfratz ist der Bräutigam. Auch viele der Hochzeitsgäste haben sich mit kleinen Blumen oder Festabzeichen am Revers für den besonderen Tag herausgeputzt.

Ursula Hasenfratz wurde in Heidelberg geboren und kam im Alter von sechs Jahren nach Hüfingen, wo sie aufwuchs. Kurt Hasenfratz wurde in Oberndorf geboren und wuchs bei Adoptiveltern in Unadingen auf. Das Paar gibt sich in der Konvikt-Kapelle in Donaueschingen das Ja-Wort. Die Braut ist zu diesem Zeitpunkt schwanger. In der konservativ-katholisch geprägten Zeit wird von einer schwangeren Braut erwartet, nicht in Weiß zu heiraten. Entsprechend trägt Ursula Hasenfratz ein dunkles festliches Kleid.

Für das Gruppenfoto hat sich die Hochzeitsgesellschaft vor dem Gasthaus »Ochsen« in Unadingen versammelt. Der Eingang ist mit einer Reisiggirlande geschmückt, aus der geöffneten Tür schauen weitere Gäste heraus. Rechts und links rahmen Fenster mit hölzernen Fensterläden den Eingang ein. An der Fassade hängt ein rundes Werbeschild »Trink Coca-Cola« – ein kleines zeittypisches Detail, das die Aufnahme in die Nachkriegsjahrzehnte verweist. Links ragt ein VW Käfer ins Bild. Gut möglich, dass er an diesem Tag eine besondere Aufgabe übernimmt und als Hochzeitsauto dient.

Im Jahr 2025 können Ursula Hasenfratz und Kurt Hasenfratz das Fest ihrer Diamantenen Hochzeit feiern.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Braut Ursula Hasenfratz (geb. Münzer, geb. 1946), 5 Bräutigam Kurt Hasenfratz, 6 ???, 7 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), 5 ???, 6 ???, 7 ???, 9 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???
6.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Standort des Fotografen: Unadingen

4 Fotos: Schulhof der Realschule, 1979

Archiv der Realschule

Große Pause in der Realschule: Überall stehen, sitzen und laufen Schüler*innen auf dem Schulhof. Manche haben sich in kleinen Gruppen auf den Bänken niedergelassen, andere lehnen an den neu gepflanzten Bäumen oder ziehen über den weitläufigen Platz. Es herrscht ein buntes Gewimmel – genau so, wie man sich einen Pausenhof vorstellt.

Der Schulhof präsentiert sich gerade frisch neugestaltet. Nach einem Entwurf der Lehrerin Brigitte Schweinfurth (verh. Leber) wurden im Sommer 1979 die grauen Betonsteine mit farbigen Flächen und geschwungenen Formen bemalt. Auch die Sitzgelegenheiten entstehen unter Beteiligung der Schüler*innen. Rund um die jungen Bäume werden hölzerne Bänke gebaut, die offensichtlich sofort gut angenommen werden. Statt einer kahlen Betonfläche entsteht so ein farbenfroher Aufenthaltsort.

Auch die Architektur der erst wenige Jahre zuvor eröffneten Realschule prägt das Bild. Der große Schulbau mit seinen langen Fensterbändern begrenzt den Hof auf der einen Seite, gegenüber liegt die Sporthalle. Noch sind die neu gepflanzten Bäume klein und spenden kaum Schatten. Doch die Fotos zeigen bereits, was mit der Umgestaltung erreicht werden soll: Der Schulhof ist nicht nur Durchgangsfläche, sondern wird zum Treffpunkt, an dem die Schüler*innen ihre Pausen gemeinsam verbringen.

Standort des Fotografen: 47.884271, 8.347609