Familie Hepting mit Verwandten vor dem Haus Benz in der Oberen Hauptstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Hepting zur Verfügung.

Für das Familienfoto rücken mehrere Generationen zusammen. Rupert und Sofie Hepting stehen mit ihren Kindern Ewald und Inge vor dem Haus Benz in der Oberen Hauptstraße. Mit dabei sind Sofies Mutter Katharina Jonner sowie weitere Verwandte.

Dass inzwischen Krieg herrscht, ist auf dem Familienbild unübersehbar. Rupert Hepting (links) trägt ebenso wie der rechts stehende Hermann ??? Wehrmachtsuniform. Zwischen den beiden Soldaten stehen die Frauen und Kinder in ihrer Alltags- und Sonntagskleidung – eine familiäre Momentaufnahme, in die der Zweite Weltkrieg hineinragt.

Zu Besuch ist auch die Nichte Margret Bammert, Tochter von Adolf Bammert und Agathe Bammert (geb. Jonner), die mit ihrer Familie in Neustadt lebt. Noch nicht identifiziert sind Else ??? und Hermann ???.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Margret Bammert, 2 Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939), 3 Ewald Hepting (1933-2010)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rupert Hepting (1905-1990), 2 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 3 Katharina Jonner (geb. Thoma, 1875-1955), 4 Else ???, 5 Hermann ???

Im Hintergrund steht das Anwesen des Landwirts Otto Benz (Obere Hauptstr. 14). Bis 1929 bewirtschaftet er einen Hof in der Bittengasse. Nachdem dieser beim Großbrand in der Kirchstraße zerstört worden ist, errichtet er hier in der Oberen Hauptstraße einen Neubau. Links daneben ist das Haus Berger (Obere Hauptstr. 16) zu erkennen. Ein großes Werbeschild an der Fassade wirbt für Autoreifen – ein kleines Detail, das auf das Geschäft von Schlossermeister und Automechaniker Leopold Berger hinweist.

Standort des Fotografen: 47.884618, 8.348240

Heinrich Fehrenbach als Soldat, ca. 1943/44

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Ernst blickt Heinrich Fehrenbach (1925-1944) in die Kamera. Der junge Soldat trägt Uniform und Feldmütze der Wehrmacht. Sein Gesicht wirkt noch sehr jugendlich – und tatsächlich ist er gerade einmal 18 oder 19 Jahre alt. Die Aufnahme entsteht während seiner Militärzeit bei den Gebirgsjägern.

Heinrich Fehrenbach wurde am 30. Juni 1925 als Sohn des Sägearbeiters Ernst Fehrenbach (1902-?) und seiner Ehefrau Anna Fehrenbach (geb. Leithold, 1902-?), geboren. Er wuchs in der Vorstadtstraße auf, besuchte die Volksschule und war Ministrant. Im Mai 1943 wird er zunächst zum Reichsarbeitsdienst (RAD) eingezogen, im August folgt die Einberufung zur Wehrmacht. Er kommt zu den Gebirgsjägern nach Garmisch und wird später in Südfrankreich und an der Ostfront in Russland eingesetzt.

Im März 1944 ist Heinrich Fehrenbach zum letzten Mal auf Heimaturlaub in Löffingen. Danach kehrt er an die Front zurück. Sein letzter Brief nach Hause datiert vom 26. September 1944. Nur wenige Tage später, am 2. Oktober, wird er bei Galambod schwer verwundet. Granatsplitter treffen ihn an Kopf, Brust und Oberarmen. Der 19-Jährige stirbt noch am selben Tag und wird dort beerdigt. Galambod gehört damals zu Ungarn, heute liegt der Ort in Rumanien (Porumbeni).

Im Totenbuch wird besonders seine Religiosität hervorgehoben. Heinrich Fehrenbach sei »eifrigster Ministrant« gewesen und habe in seinen Feldpostbriefen immer wieder darum gebeten, für ihn zu beten.

Standort des Fotografen: ???

Neo Vetter, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Ernst blickt der junge Mann in die Kamera. Er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine gestreifte Krawatte. Mit leicht gespreizten Beinen steht er vor einer gemalten Atelierkulisse, die einen See und eine idyllische Uferlandschaft zeigt. In beiden Händen hält er einen Gehstock, auf den er sich stützt.

Die sorgfältig arrangierte Aufnahme entsteht in einem Fotostudio. Der elegante Anzug und die romantische Landschaftskulisse verleihen dem Porträt einen feierlichen Charakter. Zugleich werden die beiden Gehstöcke nicht verborgen, sondern selbstverständlich in die Komposition einbezogen.

Unklar ist bislang, wer der junge Mann ist. Überliefert ist lediglich sein Familienname (Vetter) und sein Spitzname (»Neo«). Zu welcher Löffinger Familie Vetter er gehört, wissen wir nicht. Wer erkennt den jungen Mann und kann etwas über ihn erzählen?

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Wegkreuz bei der »Ziegelhütte«, ca. 1990-2000

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Regina Hasenfratz zur Verfügung.

Neben der »Ziegelhütte« steht ein altes Wegkreuz. Das steinerne Kreuz trägt eine vergoldete Christusfigur. In den Sockel ist die Inschrift eingemeißelt: »Madhias / Langenbacher / Hafner / Maria Heizmenin / Sein Haus Frau / 1777«. Das Kreuz ist damit bereits mehr als 200 Jahre alt.

Mathias Langenbacher war allerdings nicht, wie man wegen des Standorts vermuten könnte, Pächter der »Ziegelhütte«. Diese hat 1775 der Ziegler Josef Karle (1743-?) für neun Jahre von der Stadt übernommen. Als jährlichen Pachtzins zahlte er 100 Gulden. Unmittelbar gegenüber der Ziegelhütte stand damals jedoch eine Hafnerhütte mit eigenem Brennofen. Hier ließ sich 1766 der aus Wolterdingen stammende Hafner Mathias Langenbacher (1731-1785) nieder. Er war mit Maria Durst (geb. Heitzmann, 1731-1806), verheiratet, der Witwe des zuvor dort tätigen Hafners Christian Durst (1695-1766).

Damit lässt sich die Inschrift von 1777 heute ziemlich genau einordnen: Das Wegkreuz erinnert an das Ehepaar Mathias Langenbacher und Maria Heitzmann – und zugleich an ein fast vergessenes Handwerk, das einst unmittelbar neben der »Ziegelhütte« betrieben wurde. Der Standort außerhalb des Stadtrings war dabei kein Zufall: Wegen der Feuergefahr durften sich Hafner mit ihren Brennöfen nicht innerhalb des Städtchens ansiedeln.

Standort des Fotografen: 47.897399, 8.336661

Männergruppe im Pavillon auf dem Alenberg, März 1944

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Eigentlich sind es noch keine Männer. Gerade einmal 16 oder 17 Jahre alt, drängen sich die Jugendlichen im Eingang des hölzernen Pavillons auf dem Alenberg zusammen. Einer legt seinem Freund den Arm um die Schulter, ein anderer verbirgt lachend das Gesicht in den Händen. Sie hängen miteinander herum und genießen einen unbeschwerten Moment. Doch schon am nächsten Tag beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt: Ihre Einberufung zum Reichsarbeitsdienst steht an.

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) ist keineswegs nur ein Arbeitseinsatz. Seit 1935 ist er für junge Männer verpflichtend und streng militärisch organisiert. Neben körperlicher Arbeit gehören Drill, Lagerleben und nationalsozialistische Erziehung dazu. Im Krieg wird der RAD immer stärker für militärische Aufgaben herangezogen und dient zugleich als Vorbereitung auf den anschließenden Kriegsdienst. 1944 werden angesichts des wachsenden Soldatenbedarfs auch die jüngeren Jahrgänge immer früher eingezogen.

Für die Jugendlichen auf dem Foto ist der RAD deshalb meist nur eine Zwischenstation. Danach folgt die Einberufung zur Wehrmacht. Walter Köpfler (1927-1944) meldet sich freiwillig zur Waffen-SS und wird SS-Panzergrenadier. Noch im selben Jahr wird der 17-Jährige schwer verwundet und stirbt in Belgien an seinen Verletzungen. Die anderen überleben den Kriegsdienst. Bis sie aber alle wieder zurück in Löffingen sind, vergehen Jahre. Rudolf Egle (1927-1992) gerät in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kehrt erst 1954 nach Hause zurück. Ein Wiedersehen dieser Runde, so wie sie hier im Frühjahr 1944 zusammensitzt, wird es nach dem Krieg nicht mehr geben.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Walter Maier (1927-?), 2 Ernst Egle (1927-1947), 3 Rudolf Egle (1927-1992), 4 Walter Köpfler (1927-1944)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franz Rosenstiel (1927-2006), 2 Ernst Egy

Standort des Fotografen: 47.885695, 8.344761

Familie Hepting beim Gräberbesuch auf dem Friedhof, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Still stehen drei Angehörige der Familie Hepting vor einem Grab. Der Mann links hat seinen Hut abgenommen und hält ihn vor sich in den Händen, die Frau in der Mitte blickt zu Boden. Auch der jüngere Mann rechts verharrt schweigend. Für einen Moment wird ein sehr persönlicher Augenblick des Gedenkens fotografisch festgehalten – Aufnahmen auf dem Friedhof sind eher selten.

Um welches Grab es sich handelt und wem der Besuch gilt, ist bislang nicht bekannt. Frisch angelegt scheint es nicht zu sein. Auch an Allerheiligen entsteht das Foto nicht: Die Bäume tragen noch dichtes Laub, und auf den Gräbern blühen Blumen. Alle drei sind dunkel gekleidet. Ob dies Ausdruck der Trauer ist oder ihrer gewöhnlichen sonntäglichen Kleidung entspricht, lässt sich nicht entscheiden.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Im Hintergrund steht die Friedhofskapelle. Sie wurde 1862 errichtet – als Ersatz der Antoniuskapelle an der Landstraße nach Rötenbach, die bereits 1842 abgebrochen worden war. Sogar deren Glöcklein fand in der neuen Kapelle eine weitere Verwendung.

Standort des Fotografen: 47.885312, 8.347165

Luftbild vom Neubaugebiet Reichberg, 18. Mai 1992

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Regina Hasenfratz zur Verfügung.

Haus reiht sich an Haus auf dem Reichberg. Aus der Luft lässt sich besonders gut erkennen, wie weit sich das Neubaugebiet inzwischen ausgedehnt hat. Zwischen den Einfamilienhäusern liegen Straßen, Gärten, Garagen und Fußwege. Manche Grundstücke sind noch frisch angelegt, auf anderen sind Büsche, Sträucher und Bäume bereits kräftig gewachsen.

Auch an den Dächern lassen sich unterschiedliche Bauphasen ablesen. Viele der älteren Häuser aus den 1970er- und frühen 1980er-Jahren tragen dunkle Dächer, während bei jüngeren Neubauten rote Dachziegel das Bild bestimmen. Zu sehen sind die Häuser in der Wachtbuckstraße, der Martinstraße und einem kleinen Teil der Gallusstraße. Am unteren Bildrand beginnt bereits wieder die freie Landschaft. Noch reichen hier Wiesen und Felder bis unmittelbar an die Bebauung heran. Doch auch diese Flächen werden in den kommenden Jahren teilweise zu Baugrundstücken.

Der Fotograf betrachtet diese Entwicklung aus ungewöhnlicher Perspektive. Er ist mit einem Segelflugzeug vom Flugplatz Reiselfingen gestartet und zieht seine Kreise über Löffingen. Dabei hält er das Städtchen und seine Neubaugebiete aus der Luft fest.

5 Fotos: Gewichtheber beim »Bunten Abend« in der Festhalle, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Mit erstaunlicher Leichtigkeit stemmt ein Gewichtheber die schwere Hantel über den Kopf. Wenig später hält sein Partner das mächtige Gerät sogar mit nur einer Hand in die Höhe. Beide treten beim traditionellen »Bunten Abend« des Turnerbundes in der Festhalle auf – allerdings nicht gerade im klassischen Sportdress, sondern gekleidet mit weißem Hemd, Krawatte und weiter Bundfaltenhose. Nur die Hosenträger und die unterschiedlich gebundenen Krawatten helfen dabei, die beiden Akteure auseinanderzuhalten. Zu sehen sind Ferdinand Schultheiß (geb. 1939) und Manfred Wagner (genannt »Bär», geb. 1939). Er ist aktiver Gewichtheber in Donaueschingen.

Die Darbietung lebt offensichtlich vom Gegensatz zwischen scheinbar ungeheuren Gewichten und müheloser Körperkraft. Dass hier ein wenig getrickst wird, darf wohl vermutet werden. Die großen Scheiben sehen jedenfalls beeindruckend schwer aus – und gerade darin liegt der Witz der Nummer.

Der »Bunte Abend« bietet ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm aus Sketchen und turnerischen Einlagen. Die beiden Gewichtheber verbinden Sport und Komik auf besonders wirkungsvolle Weise: das Publikum darf staunen, lachen und darüber rätseln, wie schwer diese Hanteln tatsächlich sind.

Standort des Fotografen: 47.882909, 8.347878

5 Fotos: »Wieberfasnet« im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1962

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Für einen Abend verwandelt sich die Wirtsstube des Gasthauses »Linde« in ein Klassenzimmer. Sechs »Schülerinnen« haben auf einfachen Bänken Platz genommen und breiten ihre Hefte und Bücher vor sich aus. Dann betritt die »Lehrerin« den Raum – heute in Gestalt von Maria Hall. Die Klasse erhebt sich und der Unterricht kann beginnen.

Doch mit einer gewöhnlichen Schulstunde hat das Ganze natürlich wenig zu tun. Die Frauen führen einen Sketch bei der »Wieberfasnet« auf, die seit 1954 stattfindet und damit bereits zum neunten Mal gefeiert wird. Das Programm wird von Frauen für Frauen gestaltet. Der Mimik der Lehrerin nach zu urteilen, erweist sich ihre Klasse als ausgesprochen anstrengend: Mal scheinen die Schülerinnen begriffsstutzig, mal bringen sie ihre Lehrerin mit Fragen an den Rand des Nervenzusammenbruchs.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Marta Adrion, 2 Ursula Kopp, 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Margret Adrion, 2 Luise? Kienzler, 3 Olga Streit

Auch die Ausstattung der Wirtsstube fällt ins Auge. In der Ecke stehen ein großer Radioapparat und darüber ein Fernsehgerät. Radio und Fernsehen halten damit längst Einzug in die Gaststube – zu einer Zeit, in der noch keineswegs jeder Haushalt einen eigenen Fernseher besitzt. Bei besonderen Übertragungen kann das Gasthaus so zum gemeinschaftlichen Fernsehraum werden. Fußballspiele, Unterhaltungssendungen oder aktuelle Nachrichten lassen sich gemeinsam verfolgen. Ob auf diesem Bildschirm im Jahr zuvor etwa die Bilder vom Bau der Berliner Mauer zu sehen waren, wissen wir nicht – möglich wäre es jedenfalls.

Für die »Wieberfasnet« bleibt der Fernseher an diesem Abend jedoch dunkel. Das Unterhaltungsprogramm findet unmittelbar davor statt – und wird von den Frauen selbst bestritten.

Standort des Fotografen: 47.884277, 8.346539

Hochzeitszug beim Rathausportal, ca. 1951

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph Müller und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Eine festlich gekleidete Hochzeitsgesellschaft zieht am Rathaus entlang in Richtung unterer Rathausplatz. Am Portal steht ein geschmücktes Tännchen – ein sichtbares Zeichen dafür, dass im Rathaus eine standesamtliche Trauung stattfindet. Braut und Bräutigam befinden sich außerhalb des Bildausschnitts, sodass sich nur schwer bestimmen lässt, welches Paar hier heiratet.

Vielleicht ist die Gesellschaft auf dem Weg zur kirchlichen Trauung, vielleicht geht es bereits zum Gasthaus, in dem gefeiert wird. Neben dem Hochzeitszug läuft eine ganze Schar Kinder mit. Sie wollen einen Blick auf das Brautpaar erhaschen – und hoffen womöglich darauf, den Weg mit einem Seil versperren zu können. Erst gegen die Zahlung eines kleinen »Wegezolls« darf der Hochzeitszug dann weiterziehen.

Fast ebenso auffällig wie die Festgesellschaft sind die vier großen Zifferblätter, die an der Rathauswand lehnen. Offenbar wird die Rathausuhr gerade renoviert. Die Zeit steht gerade still.

Standort des Fotografen: 47.883718, 8.344233

20-Jährige, Fasnacht 1947

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph Müller und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Dicht gedrängt stellen sich die jungen Frauen und Männer des Jahrgangs 1927 zum Gruppenfoto auf. In der Mitte sitzt ein junger Mann mit dem Akkordeon. Schnee liegt auf der Straße, doch die Stimmung ist fröhlich. Die 20-Jährigen feiern, obwohl die Fasnacht von der französischen Besatzungsmacht noch nicht wieder erlaubt ist.

Nach den Kriegsjahren wollen die 20-Jährigen nicht länger auf das närrische Treiben verzichten. Statt bei der französischen Kommandantur um Erlaubnis zu bitten, suchen sie Stadtpfarrer Karl Weickhardt auf. Der Geistliche gibt ihnen seinen Segen und beruhigt sie: Sollten die Franzosen Schwierigkeiten machen, könnten sie diese zu ihm schicken.

Ganz ohne politischen Spott geht es nicht. Die Gruppe schmückt einen Leiterwagen mit Heu und einem Holzfass und nimmt damit den verbreiteten Tauschhandel sowie das Ernährungsamt aufs Korn. Dessen Mitarbeiter sollen nach einer feuchtfröhlichen Dienstfahrt mit ihrem Opel an mehreren Hausecken angeeckt und schließlich im Bombentrichter auf dem unteren Rathausplatz gelandet sein. Auf dem Wagen steht der doppeldeutige Spruch: »Helfet und schmieret, hilft es nicht bei den Karren, so hilft es bei den Herren.«

Am »alten Fasnetsuntig« ziehen die 20-Jährigen außerdem mit einem Heuwagen durch das Städtchen und sammeln Stroh für den Fasnetfunken. Ihr Ruf lautet: »Strauh, Strauh, Fasnetkiechle au!« Stroh bekommen sie reichlich, Fasnetküchle dagegen kaum. Am Abend feiern sie gemeinsam im Gasthaus »Hirschen« in Seppenhofen – heimlich hinter zugezogenen Vorhängen. Wie es der Löffinger Brauch verlangt, werden sie als 20-Jährige vereidigt.

Erst 1948 erlaubt die französische Besatzungsmacht wieder offiziell närrische Aktivitäten und die Wiedergründung der Narrenzunft.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Walter Maier (1927-?), 3 Theo Walz (1927-2015), 4 ???, 5 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Berthold Ganter (1928-2006), 2 Irma Schmid (verh. Adrion, 1927-2019), 3 Eugen Schreiber, 4 ???, 5 Lina Kirner (verh. Hörner), 6 Maria Benz (verh. Benz), 7 Lore Hahn (verh. Sibold, 1928-2022)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Eugen Mayer, 2 ??? Längin, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Zum Jahrgang gehören u.a. Otto Selb (1927-2021), Elisabeth Egle (verh. Müller, 1927-2020)

Standort des Fotografen: evtl. Seppenhofen

Frauengruppe in der Alemannenstraße, ca. 1943

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph Müller und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Eng zusammengerückt stehen sieben junge Frauen in der Alemannenstraße vor der Kamera. Einige haben sich untergehakt, andere legen einander den Arm um die Schulter. Die Sonne scheint ihnen ins Gesicht, sie lachen und wenden sich einander zu. Die Aufnahme entsteht vermutlich auf Höhe des »Alemannengrabes«; hinter der Gruppe steigen eine Bruchsteinmauer und der Hang empor.

Die jungen Frauen gehören alle dem Geburtsjahrgang 1924/25 an. Vermutlich haben sie gemeinsam die Schulbank gedrückt und sind Freundinnen. So ungezwungen die Szene wirkt, entsteht sie doch mitten im Zweiten Weltkrieg.

Wer erkennt die jungen Frauen?

V.l.n.r.: 1 Elisabeth Kaltenbrunner (verh. Roth, 1925-?), 2 Frieda Heckle (verh. Fehrenbach, 1925-2013), 3 [Johanna Egle (verh. Theiler, 1924-2014)???], 4 Maria Egle (verh. Geisinger), 5 [Hedwig Schmid (verh. Bayer, 1924-1996)???], 6 Anna Kuster (verh. Karrer), 7 Elvira Egle (verh. Fischer, 1925-2020)

Standort des Fotografen: 47.885109, 8.346196