3 Fotos: Prozession mit Primizant Franz Benitz vom Bahnhof zur Pfarrkirche, 6. April 1935

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein »großer Bahnhof« wird Franz Benitz (1908-1944) bei seiner Ankunft in Löffingen bereitet. Ministranten, Geistliche, Familienangehörige und zahlreiche Gemeindemitglieder holen den Neupriester am Bahnhof ab und begleiten ihn in feierlicher Prozession zur katholischen Pfarrkirche St. Michael. Franz Benitz ist erst wenige Tage zuvor, am 31. März 1935, durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht worden. Am folgenden Tag wird er in seiner Heimatgemeinde die Primiz feiern.

Obwohl es bereits April ist, liegt noch Schneematsch auf dem Boden. Die Häuser entlang des Weges sind festlich herausgeputzt: Reisiggirlanden und Fahnen schmücken die Fassaden. Kurz vor der Pfarrkirche entstehen mehrere Aufnahmen. Zu sehen sind das katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) und der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8). Am rechten Bildrand fällt der Blick auf die weniger repräsentative Rückseite der Ökonomie des Gasthauses »Sonne« (Kirchstr. 29). Vor dieser Kulisse ziehen Ministranten und Geistliche vorüber – ein feierlicher kirchlicher Zug mitten durch das vertraute Straßenbild.

Am Vorabend der eigentlichen Primiz findet in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zunächst eine Andacht statt. Erst am nächsten Tag steht Franz Benitz selbst am Altar, zelebriert erstmals in seiner Heimatgemeinde die Messe und erteilt den Primizsegen. Nicht nur für ihn, sondern auch für seine Familie und die katholische Gemeinde ist dies ein besonderes Ereignis – und die große Beteiligung beim Einzug zeigt, welche Bedeutung eine Heimatprimiz besitzt.

Bei den Zuschauer*innen am Straßenrand sind u.a. zu erkennen: Hilda Schultheiß (verh. Vögtle), Josefa Roth (verh. Rappenegger)

Standort des Fotografen: 47.882660, 8.343996

Hochzeitsgesellschaft Meßmer / Kaier, 22. November 1927

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Heute wird im Gasthaus »Linde« Hochzeit gefeiert – und diesmal ist der Wirt selbst der Bräutigam. Ernst Meßmer jr. (1897-1950), Sohn der Wirtsleute Ernst Meßmer sen. (1869-1943) und Josephine Meßmer (geb. Benitz, 1867-1932), heiratet Paula Kaier (1903-1984). Für das Erinnerungsfoto versammelt sich die Hochzeitsgesellschaft auf dem heutigen »Linden«-Parkplatz.

Braut und Bräutigam stehen in der Mitte der großen Gruppe. Die Braut trägt ein helles Brautkleid mit Schleier und hält einen üppigen Blumenstrauß in den Händen. Der Bräutigam ist in einen dunklen Anzug gekleidet. Um sie herum haben sich Angehörige beider Familien aufgestellt. Unter den Gästen befindet sich auch Stadtpfarrer Josef Schlitter (1877-1942), der das Paar in der Pfarrkirche getraut hat. Zwei weitere Geistliche sind ebenfalls auf dem Foto zu sehen. Ihre Anwesenheit verweist auf die enge Bindung der Familie Meßmer an die katholische Kirche und das katholische Milieu.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 »Linden«-Wirt Ernst Meßmer sen. (1869-1943), 4 ???, 5 ???, 6 »Linden«-Wirtin Josephine Meßmer (geb. Benitz. 1867-1932), 7 Stadtpfarrer Josef Schlitter (1877-1942), 8 ???, 9 ???, 10 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Braut Paula Meßmer (geb. Kaier, 1903-1984), 5 Bräutigam Ernst Meßmer jr. (1897-1950), 6 Joseph Benitz (1897-1981), 7 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 8 ???, 9 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Vikar ???, 2 Vikar ???, 3 ???, 4 Paul Benitz (1899-1979), 5 ???, 6 Albert Benitz (1905-1996), 7 ???, 8 ???, 9 Franz Benitz (1908-1944), 10 ???

Standort des Fotografen: 47.884299, 8.346942

4 Fotos: Abholung von Primizant Franz Benitz am Bahnhof, 6. April 1935

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Feierlich zieht eine große Prozession vom Bahnhof in Richtung Städtchen. Vorneweg gehen die Ministranten in ihren weißen Chorhemden, dahinter folgt eine Gruppe von Geistlichen. In ihrer Mitte steht derjenige, dem an diesem Tag die besondere Aufmerksamkeit gilt: Franz Benitz (1908-1944) in schwarzer Soutane. Am Vorabend seiner Heimatprimiz wird der Neupriester am Bahnhof abgeholt und von Familie, Geistlichkeit und Gemeinde zu einer Andacht in der katholische Pfarrkirche St. Michael begleitet.

Zahlreiche Löffinger*innen säumen die Bahnhofstraße. Auch aus den geöffneten Fenstern des »neuen Benzbaus« (Ringstr. 8) verfolgen Bewohner*innen den vorbeiziehenden Zug. Die Angehörigen der Familie Benitz haben sich festlich gekleidet.

Frühlingshaft ist das Wetter an diesem Apriltag allerdings nicht. Die Bäume sind noch kahl, auf der Straße liegt Schneematsch. Festtagskleidung, Chorhemden und Soutanen treffen auf nasses, kaltes Aprilwetter. Dennoch haben sich viele Menschen eingefunden, denn eine Primiz ist für eine katholisch geprägte Gemeinde ein besonderes Ereignis – auch in der NS-Zeit.

Franz Benitz wurde am 31. März 1935 durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Am 7. April feiert er in seiner Heimatgemeinde Löffingen seine erste Messe. Geboren wurde er am 2. April 1908 als Sohn des Weinhändlers Joseph Benitz und dessen Ehefrau Anna Benitz (geb. Glunk). Er wuchs in einer tief im katholischen Milieu verwurzelten Familie auf. Nach der Priesterweihe wirkt er als Vikar in Sinzheim bei Rastatt, Weingarten bei Karlsruhe, Schwetzingen und Mannheim. Am 5. Dezember 1940 wird Franz Benitz zur Wehrmacht eingezogen und verbringt als Sanitäts-Obergefreiter rund drei Jahre an der Ostfront in der Sowjetunion. Dort erkrankt er an Fleckfieber. Während eines Heimaturlaubs in Löffingen bricht die Krankheit aus. Er wird in das Lazarett nach Donaueschingen gebracht, wo er am 30. März 1944 stirbt – nur wenige Tage vor seinem 36. Geburtstag. Beigesetzt wird er auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde.

Bei den Familienangehörigen sind Joseph Benitz (1897-1981), Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), Paul Benitz (1899-1979) und Albert Benitz (1905-1996) zu erkennen.

Unter den Zuschauer*innen am Straßenrand stehen u.a. Hilda Schultheiß (verh. Schulz) und Josepha Roth (verh. Rappenegger, 1915-1993).

Standort des Fotografen: 47.883737, 8.342193

Familie Benitz vor ihrem Haus, April 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Familie Benitz hat sich vor ihrem Haus in der Alenbergstraße zum Gruppenfoto versammelt. Im Mittelpunkt sitzt Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), umgeben von ihren Kindern, Schwiegertöchtern und Enkelkindern. Die Haustür hinter ihnen ist mit Reisiggirlanden und weißen Papierblumen geschmückt, zwei Tännchen rahmen den Eingang ein. Der Anlass ist ein besonderer: Franz Benitz (1908-1944), rechts in der hinteren Reihe, feiert seine Heimatprimiz. Am 31. März 1935 wurde der 27-Jährige durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Eine Woche später, am 7. April, zelebriert er in seiner Heimatgemeinde Löffingen erstmals die Messe. Familie und katholische Kirchengemeinde feiern den Neupriester, und auch das Elternhaus wird für diesen Tag festlich geschmückt.

Für Anna Benitz ist es ein Familienfest nach Jahren, in denen sie bereits schwere Schicksalsschläge hinnehmen musste. Seit 1919 ist sie Witwe. Mit ihrem Mann, dem Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919), hatte sie sieben Kinder. Zwei von ihnen leben 1935 nicht mehr: Friedrich Benitz (1902-1908) starb bereits als Kind, die Tochter Anna (1896-1922) im Alter von 26 Jahren. Beim Großbrand von 1921 traf es die Familie besonders hart: Gleich vier ihrer Häuser wurden zerstört. Das Wohn- und Geschäftshaus in der Alenbergstraße, vor dem die Familie sich nun versammelt, entstand beim anschließenden Wiederaufbau.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1928-2012), 2 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 3 Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019), 4 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 5 Josefine Benitz (geb. Klaus, 1903-1991), 6 Anna Maria Benitz (1934-2021), 7 Maria Benitz (verh. Wiedemann, 1911-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Albert Benitz (1905-1996), 3 Paul Benitz (1899-1979), 4 Franz Benitz (1908-1944)

Franz Benitz ist der einzige der Söhne, der Priester wird, doch die gesamte Familie ist sehr religiös und tief im katholischen Milieu verwurzelt. Familienmitglieder engagieren sich im kirchlichen Leben, etwa im Kirchenchor und im Stiftungsrat, und politisch in der Zentrumspartei. Gerade deshalb geraten sie nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ins Visier der örtlichen Nationalsozialisten. Joseph Benitz (1897-1981) wurde im August 1933 für zwei Tage in sogenannte »Schutzhaft« genommen – eine willkürliche Inhaftierung, die der Einschüchterung politischer Gegner dient.

Als das Foto aufgenommen wird, ist es noch keine zehn Monate her, dass Stadtpfarrer Guido Andris am 23. Juni 1934 gewaltsam aus Löffingen vertrieben wurde. Joseph Benitz und Albert Benitz gehörten zu den mutigen Männern, die offen gegen das Vorgehen der Nationalsozialisten protestieren. Beide wurden daraufhin verhaftet. Vor diesem Hintergrund ist die Primiz von Franz Benitz im Frühjahr 1935 nicht nur ein Familienfest. Sie ist zugleich ein sichtbares Bekenntnis zum Katholizismus, der vom NS-Regime zunehmend unter Druck gesetzt wird.

Standort des Fotografen: 47.885270, 8.344131

Fronleichnamsprozession in der Demetriusstraße, 1939

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Der Kirchenchor biegt beim Haus Fürst (Demetriusstr. 5) in die Demetriusstraße ein. Frauen und Männer gehen in festlicher Kleidung, die Frauen tragen Hüte, die Männer schwarze Anzüge. Hinter ihnen folgen die Ministranten mit Kreuz und Fahnen sowie die Erstkommunikantinnen in ihren weißen Gewändern. Gemeinsam tragen sie eine Girlande aus Reisig.

Ende der 1930er Jahre ist die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession keine Selbstverständlichkeit mehr. Die kirchenfeindliche Haltung des NS-Regimes macht sich auch in Löffingen bemerkbar. Zwischen der katholischen Kirchengemeinde und der Stadtverwaltung kommt es zu Auseinandersetzungen über die Streckenführung. Die Prozession darf nicht mehr wie früher durch die Hauptstraße ziehen und wird auf Seitenstraßen verwiesen. Zugleich nimmt die Zahl der Teilnehmer*innen ab. Wer mitgeht, bekennt sich sichtbar zum katholischen Glauben und zum katholischen Milieu.

Auffällig ist, dass vor dem Haus Fürst jeder Festschmuck fehlt. Keine »Maien« sind in das Hofpflaster gesteckt, um den Weg der Prozession mit jungem Grün zu säumen. Das dürfte kein Zufall sein: Schmiedemeister Otto Fürst gilt als »alter Kämpfer« der nationalsozialistischen Bewegung. Bereits am 1. November 1930 trat er der Löffinger NSDAP-Ortsgruppe bei (Mitgliedsnummer 358.280). Aus seiner antiklerikalen Haltung macht Fürst keinen Hehl. Schon 1928 warf er die Fensterscheiben des Pfarrhauses ein. 1934 beteiligte er sich an der Vertreibung von Stadtpfarrer Guido Andris. Aus der katholischen Kirche trat er aus.

Bei den Mitgliedern des Kirchenchores sind u.a. zu sehen: Julius Limb, Hermann Ganter, Ernst Meßmer, Albert Benitz, Otto Ganter und Hedwig Limb (verh. Vogt).

Standort des Fotografen: 47.884332, 8.344581

3 Fotos: Konfirmanden mit Pfarrer Waßmer, 1977

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Festlich gekleidet stehen die 14 Konfirmand*innen vor dem Altar der evangelischen Johannes-Kirche. Dunkle Samtsakkos, Fliegen, Rollkragenpullover und knielange Kleider verraten unübersehbar den Zeitgeist der 1970er Jahre. In den Händen halten einige ihre Konfirmationsbibeln oder Mappen mit Erinnerungsfotos. Neben ihnen steht Pfarrer Dieter Waßmer (1940-2021), der die Jugendlichen auf ihrem Weg begleitet hat.

Die Konfirmation markiert für die Jugendlichen einen wichtigen Übergang: Im Gottesdienst bekennen sie sich öffentlich zum christlichen Glauben und bestätigen ihr Taufversprechen, das einst stellvertretend von ihren Eltern und Pat*innen abgelegt wurde. Jede*r von ihnen erhält einen persönlichen Konfirmationsspruch – ein Bibelvers, der Orientierung und Begleitung für den weiteren Lebensweg geben soll.

Nach dem feierlichen Gottesdienst versammelt sich die Gruppe noch einmal vor dem Altar zum Erinnerungsfoto – ein Moment zwischen Kindheit und Erwachsenwerden, festgehalten für das Familienalbum.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? Letz, 4 Pfarrer Dieter Waßmer,
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ??? Könnecke, 2 Sven Egle, 3 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? Jabs
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ??? Renz, 3 Rene Egle, 4 ???, 5 ???

Standort des Fotografen: 47.881398, 8.348664

Prozession der Stadtmusik und Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, ca. 1942

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich zieht die Prozession durch die Seppenhofer Straße. Vorneweg marschiert die Stadtmusik in dunklen Anzügen und mit Zylindern. Der Klang der Musikinstrumente hallt zwischen den Häusern wider. An der Spitze wird der prächtige Schellenbaum getragen, der um 1870 von den Löffinger Handwerkern gestiftet worden war. Mit seinen Verzierungen, Quasten und kleinen Glöckchen ist er der stolze Blickfang des Zuges. Bei den Musiker ist u.a. Konrad Sibold (Piccoloflöte) zu sehen.

Hinter der Stadtmusik folgen die Ministranten. Zwar sind sie auf dem Foto nicht zu erkennen, doch ihre Kirchenfahnen und das Prozessionskreuz ragen deutlich über den Zug hinaus. Dahinter schreiten die Kommunionkinder, die nach dem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael gemeinsam zur Kaplanei ziehen. Den Abschluss bildet der Stadtpfarrer.

Die Prozession wirkt auffallend zurückhaltend. Keine Menschenmengen säumen die Straße. Nur vereinzelt stehen Zuschauer*innen am Rand und beobachten den Zug. Es ist Kriegszeit. Zudem ist das öffentliche Bekenntnis zum katholischen Glauben im nationalsozialistischen Staat nicht erwünscht. Vielleicht erklärt das auch, weshalb vergleichsweise wenige Kinder zur Erstkommunion gehen.

Der Blick fällt zugleich auf die Bebauung am unteren Ende der Seppenhofer Straße an der Einmündung zur Unteren Hauptstraße. Dort steht noch das Haus Zepf (Untere Hauptstr. 9). 1945 wird es bei einem Bombenangriff vollständig zerstört. Der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) bleibt hingegen unbeschädigt.

Standort des Fotografen: 47.882303, 8.344076

7 Fotos: Prozession der Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, 1988

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist »Weißer Sonntag«. Die Kommunionkinder versammeln sich in der Kaplanei in der Seppenhofer Straße, bevor sie gemeinsam zur katholischen Pfarrkirche St. Michael ziehen. Für die Kinder ist es ein großer Festtag. Herausgeputzt stehen sie bereit: die Jungen in dunklen Anzügen mit Fliege oder Krawatte, die Mädchen in weißen Kleidern mit Schleiern, Spitzenhandschuhen. Sie alle tragen ihre Gebetbücher und kunstvoll verzierte Kommunionkerzen.

Angeführt wird die Prozession von der Stadtmusik. Dahinter marschieren die Ministranten in ihren roten Messgewändern. Mädchen als Ministrantinnen gibt es noch nicht. Die Kommunionkinder folgen paarweise und nach Geschlechtern getrennt. Für viele ist es der erste große öffentliche Auftritt im kirchlichen Leben. In diesem Jahr sind die Jungs klar in der Überzahl: 13 Jungs, aber nur acht Mädchen gehen heute zur ersten heiligen Kommunion.

Auffällig leer wirkt die Prozessionsstrecke. Nur wenige Passanten und einige Fotografen säumen die Seppenhofer Straße. Die meisten Angehörigen haben ihre Plätze bereits in der Kirche eingenommen und warten dort auf den feierlichen Einzug. So gehört die Straße für einen kurzen Moment ganz den Kindern, den Ministranten und den Klängen der Stadtmusik.

Am Ende des Zuges folgt Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013). In der Pfarrkirche wird er den Kindern später zum ersten Mal die heilige Kommunion spenden. Für die Familien ist es ein bedeutender Tag, der mit Festessen, Kaffee und Kuchen weitergehen wird. Viele der weißen Kleider und kleinen Anzüge werden danach sorgfältig aufbewahrt – als Andenken an einen Tag zwischen kindlicher Aufregung und katholischer Festtradition.

Bild 1
Bei der Stadtmusik sind u.a. Dirigent Bernhard Holzer (Bräunlingen), Bernhard Adrion (Trommel), ??? (Trommel), ??? Birkenberger (Trommel), Joe Kuttruff (Trommel), Mathias von Dungen, Paul Wolber zu sehen.

Bild 2
Bei den Ministranten sind u.a. Christoph Käfer zu sehen.

Bild 3
Zu sehen sind u.a. Thorsten Zahn, Matthias Effinger

Bild 4
Zu sehen sind u.a. Björn Wölfle, Frank Thoma, Andreas Köpfer, Nils Frei

Bild 5
Zu sehen sind u.a. Michael Bader, Volker Knöpfle

Bild 6
Zusehen sind u.a. Julia Willmann, Karin Bausch, Claudia Knöbel (verh. Oschwald).
Bei den Ministranten sind Andreas Feser und Sascha Knöpfle zu sehen.

Bild 7
Bei den Ministranten sind Michael Köpfer, Philipp Krämer, Konrad Isele und Christoph Wehrle zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882282, 8.344141

2 Fotos: Konfirmanden mit Pfarrer Waßmer, 1972

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Kirche haben sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden zu einem Gruppenfoto versammelt. Gemeinsam mit ihrem Pfarrer Dieter Waßmer (1940-2021) stehen sie im Altarraum und blicken in die Kamera. Die Jugendlichen tragen ihre festliche Kleidung: dunkle Anzüge mit Hemd und Krawatte bei den Jungen, schlichte Kleider bei den Mädchen. Viele halten ihre Gesangbücher oder Bibeln in den Händen, einige tragen ein Kreuz um den Hals.

Die Konfirmation markiert für die evangelischen Jugendlichen den Übergang ins kirchliche Erwachsenenleben. Nach der Einsegnung dürfen sie am Abendmahl teilnehmen und gelten fortan als vollwertige Mitglieder der Gemeinde.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Gabriele Studer, 2 Petra Letz (verh. Nobs), 3 Corneria Bürklin, 4 Jutta Schopferer, 5 Dorothea Ludwig (verh. Pfister)
2.Reihe: 1 Rüdiger Schmidt (Bachheim)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Barbara Ludwig (verh. Schuster), 2 Alwin Kirmeier, 3 Walter Kessler (Göschweiler), 4 Andreas Schopferer (Seppenhofen), 5 Kurt Dominke
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Pfarrer Dieter Waßmer (1940-2021)

Standort des Fotografen: 47.881352, 8.348744

2 Fotos: Fronleichnamsprozession in der Unteren Hauptstraße, 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Feierlich setzt sich die Prozession in Bewegung. Von der katholischen Pfarrkirche St. Michael kommend zieht sie durch die Untere Hauptstraße – langsam, geordnet, getragen von Gebet und Gesang. Soben kommt der Zug am Gasthaus »Sonne« vorbei. Voran schreitet die Feuerwehr, die den Zug begleitet und ihm einen würdigen Rahmen gibt. Es folgt der Kirchenchor. Die Sänger*innen halten Notenblätter in ihren Händen. Dahinter schreitet eine Schar Ministrant*innen, die Kirchenfahnen tragen.

Im Mittelpunkt der Prozession steht die Monstranz mit dem Allerheiligsten. Getragen wird sie von Tutilo (Heinz) Burger (geb. 1965), begleitet von Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013). Über allem liegt eine besondere Spannung – eine Mischung aus Andacht und öffentlichem Bekenntnis des Glaubens. Auffällig ist das Spalier der Feuerwehrmänner, die mit gezücktem Säbel neben der Monstranz schreiten. Ein durchaus martialisches Auftreten im Namen Jesu Christi, der Gewaltlosigkeit und Feindesliebe predigte. Zugleich ist es ein eindrucksvolles Bild, wie weltliche Ordnung und religiöse Tradition ineinandergreifen.

oberes Foto
Feuerwehr: 1 ???, 2 Albin Zepf, 3 Eugen Hasenfratz (Seppenhofen), 4 dahinter Elisabeth Benz- Keller
Kirchenchor: u.a. Luzia Vogelbacher, Bertel Burger, Alfons Beha, Renate Rosenfelder, Peter Schlegelberger, Margarete Senn, Regina Krupp (geb. Geisinger), Angelika Ganter, Elisabeth Keller (geb. Benz), Josef Burger, Elisabeth Burger, Josef Benitz, Emil Oschwald

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 ??? (Ministrant), 2 ???, 3 Gerhard Pfeifer (Feuerwehr), 4 Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013), 5 ??? (Feuerwehr), 6 Tutilo (Heinz) Burger (geb. 1965), 7 Hugo Satler (Feuerwehr, Seppenhofen), 8 Christel Kaiser (Gemeinderat)

Standort des Fotografen: 47.883129, 8.343821

Heimatprimiz von August Ganter in der katholischen Pfarrkirche, 7. Mai 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Die große Zahl der Priester und Ministranten vor dem Hochaltar sowie die vielen brennenden Kerzen lassen erkennen, dass an diesem Tag ein besonderer Festgottesdienst gefeiert wird. Die Kirchenbänke sind mit Gläubigen voll besetzt. Denn der frisch geweihte Priester August Ganter (1907-1970) begeht seine Heimatprimiz in der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Die Messe wird noch mit dem Rücken zur Gemeinde am Hochaltar zelebriert, die Liturgie erfolgt in lateinischer Sprache.

August Ganter wurde am 21. Juni 1907 gleich neben der Kirche in der Seppenhofer Straße geboren. Seine Eltern sind der Schneidermeister Edmund Ganter (1879-1956) und Maria Ganter (geb. Bader, 1881-1962). Nach dem Besuch des Bertholdgymnasiums und des Gymnasialkonvikts in Freiburg empfing er am 30. April 1933 die Priesterweihe. Am 7. Mai feiert der 25-jährige Neupriester nun seine Heimatprimiz.

Wenige Jahre später (1936) wird der Innenraum der Pfarrkirche grundlegend renoviert. Die Wände erhalten einen weißen Anstrich, die Wandgemälde werden übermalt, die Decke erneuert und die Kanzel vom Chorbogen in das nördliche Langhaus versetzt.

Standort des Fotografen: 47.882518, 8.344545

Kommunionkinder vor dem Hochaltar, 23. April 1995

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Vor dem Hochaltar der katholischen Pfarrkirche St. Michael haben sich die Kommunionkinder zum Gruppenfoto versammelt. In festlicher Kleidung – die Mädchen in weißen Kommunionkleidern, die Jungen überwiegend im dunklen Anzug – stehen sie gestaffelt auf den Stufen des Altars. In den Händen halten viele ihre Gebetbücher.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Julia Müller
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Bianca Straub (verh. Sigwarth), 2 ???, 3 ???, 4 Claudia Benz, 5 ???, 6 Sarah Egle oder Janine Egle, 7 Sarah Egle oder Janine Egle, 8 ???, 9 Tamara Gierloff
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Tilman Dilger (1985-2023), 9 Marco Burgbacher, 10 Matthias Wehrle
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ??? Trenkle, 2 André Olveira, 3 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Andreas Kirner, 3 Micha Bächle, 4 Tobias Runge, 5 Frank Bausch, 6 ???, 7 Patrick Marx, 8 Pfarrer Hermann Litterst (1929-2013)

Hinter den Kindern erhebt sich der reich geschmückte Hochaltar mit Kerzen und Figuren, der dem Foto einen feierlichen Rahmen gibt. Rechts am Rand steht Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013), der den Kindern das Sakrament der ersten heiligen Kommunion spendete. Das Bild wird an einem Tag aufgenommen, der den Kindern und ihren Familien lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Standort des Fotografen: 47.882408, 8.344676