Stadtmusik beim Umzug auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Dicht gedrängt stehen die Zuschauer*innen am Straßenrand und verfolgen den Narrenumzug. Warm eingepackt trotzen sie der winterlichen Kälte. Eine geschlossene Schneedecke liegt auf dem unteren Rathausplatz, auch die Dächer in der Demetriusstraße sind weiß. Selbst der Adler auf dem Kriegerdenkmal für den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 trägt eine Haube aus Schnee.

Vom Mailänder Tor kommend marschiert die Stadtmusik über den Rathausplatz. Vorneweg geht Dirigent Rupert Hepting. Unter den Musikern sind Franz Rosenstiel (Posaunist), [Ernst Heiler] (Hornist), Konrad Sibold und Hans Kaufmann (Hornist) zu erkennen.

Hinter der Stadtmusik folgen die weibliche Narrenpolizei und die Hanselegruppe. Weiter hinten ist eine Pferdekutsche zu erkennen, in der vermutlich die Ehrennarrenräte Platz genommen haben. Trotz Schnee und Kälte säumen zahlreiche Menschen die Umzugsstrecke.

Standort des Fotografen: 47.883714, 8.344179

Hochzeitszug beim Rathausportal, ca. 1951

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph Müller und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Eine festlich gekleidete Hochzeitsgesellschaft zieht am Rathaus entlang in Richtung unterer Rathausplatz. Am Portal steht ein geschmücktes Tännchen – ein sichtbares Zeichen dafür, dass im Rathaus eine standesamtliche Trauung stattfindet. Braut und Bräutigam befinden sich außerhalb des Bildausschnitts, sodass sich nur schwer bestimmen lässt, welches Paar hier heiratet.

Vielleicht ist die Gesellschaft auf dem Weg zur kirchlichen Trauung, vielleicht geht es bereits zum Gasthaus, in dem gefeiert wird. Neben dem Hochzeitszug läuft eine ganze Schar Kinder mit. Sie wollen einen Blick auf das Brautpaar erhaschen – und hoffen womöglich darauf, den Weg mit einem Seil versperren zu können. Erst gegen die Zahlung eines kleinen »Wegezolls« darf der Hochzeitszug dann weiterziehen.

Fast ebenso auffällig wie die Festgesellschaft sind die vier großen Zifferblätter, die an der Rathauswand lehnen. Offenbar wird die Rathausuhr gerade renoviert. Die Zeit steht gerade still.

Standort des Fotografen: 47.883718, 8.344233

NS-Veranstaltung der NSKOV in der Festhalle, 6. August 1939

Sammlung Familie Waßmer

Bis auf den letzten Platz ist die Festhalle gefüllt. Männer in Anzügen und Uniformen, Frauen und Kinder sitzen dicht gedrängt an langen Tischen. An den Wänden hängen Hakenkreuzfahnen, über der Bühne prangt das Emblem der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung (NSKOV) – bestehend aus einem Hakenkreuz, einem Eisernen Kreuz und einem vertikal nach unten gerichteten Schwert, das von einem Eichen- oder Lorbeerkranz eingerahmt wird. Flaschen und Gläser auf den Tischen vermitteln auf den ersten Blick den Eindruck eines geselligen Beisammenseins. Doch die Veranstaltung ist alles andere als unpolitisch.

Zum »Kameradschaftstreffen« der NSKOV im Kreis Neustadt kommen ehemalige Frontsoldaten, Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene. Sie sitzen nach den »Kameradschaften« ihrer jeweiligen Heimatorte geordnet an den Tischen. Im Vordergrund weist ein Schild aus, welche Ortskameradschaft hier ihren Platz hat. Unter den Ehrengästen befinden sich Funktionäre der NSDAP sowie Abordnungen von SA und SS. Die NSKOV ist keine unabhängige Interessenvertretung, sondern ein der NSDAP angeschlossener Verband. Fürsorge für Kriegsopfer verbindet sie mit der Propagierung der NS-Ideologie und der Forderung nach unbedingter Treue zum NS-Regime.

Ein Zeitungsartikel bezeichnet die Veranstaltung als »großes Ereignis« und »noch lange nachwirkendes Erlebnis«. Die Redner erinnern zwar an die Toten und Verwundeten des Ersten Weltkriegs, doch ihre Ansprachen richten den Blick auf die Gegenwart. Sie fordern »Dank, Opferbereitschaft und Treue zu Führer, Volk und Vaterland« und beschwören Pflichterfüllung, Kampf um »Lebensraum« und den »restlosen Einsatz« für das nationalsozialistische Deutschland.

Auch zahlreiche Löffinger Vereine gestalten das Programm mit. Die Jugend des Turnerbundes tritt auf, ebenso das Löffinger Quartett, der Zither-Verein und die Trachtengruppe. Der Zeitungsartikel hebt ausdrücklich hervor, dass sich »sämtliche Löffinger Vereine« für die Veranstaltung zur Verfügung stellen. Über die persönliche Haltung der einzelnen Mitwirkenden sagt dies nichts aus. Als Vereine tragen sie jedoch dazu bei, die nationalsozialistische Propaganda zu verbreiten.

Die Veranstaltung findet am 6. August 1939 statt. Deutschland rüstet seit Jahren zu einem neuen Krieg. Nur 26 Tage später überfällt die deutsche Wehrmacht Polen und beginnt damit den Zweiten Weltkrieg. Mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 wird die NSKOV durch die Alliierten als nationalsozialistische Organisation verboten.

Standort des Fotografen: 47.882868, 8.347849

Unterer Rathausplatz beim Hochwasser, 10. Juli 1975

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Matthias von Dungen zur Verfügung.

Ein VW Käfer steckt mitten auf dem unteren Rathausplatz im Wasser fest. Ein Mann versucht, den Wagen aus den Fluten zu bewegen. Ringsum stehen zahlreiche Schaulustige und beobachten das Geschehen. Das Unwetter ist vorüber, die Sonne scheint wieder – doch die Spuren des gewaltigen Wolkenbruchs sind unübersehbar.

Am Donnerstag, dem 10. Juli 1975, geht über Löffingen ein heftiges Sommergewitter nieder. Innerhalb von nur drei Stunden fallen 86 Liter Regen pro Quadratmeter. Der eingedolte Stettbach kann die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Was sonst unterirdisch durch das Städtchen fließt, schießt nun über die Straßen und strömt in mächtigen Wellen durch das Mailänder Tor.

Als der Regen nachlässt, kommen die Menschen aus den Häusern. Manche wollen den entstandenen Schaden in Augenschein nehmen, andere packen bei den Aufräumarbeiten mit an. Auf dem Rathausplatz bleiben viele zunächst in sicherer Entfernung stehen und beobachten, wie das Hochwasser langsam zurückgeht. Die kurze Dauer des Unwetters täuscht nicht darüber hinweg, welche Gewalt die Wassermassen innerhalb weniger Stunden entfalteten.

Standort des Fotografen: 47.883783, 8.343675

4 Fotos: Clowngruppe beim Umzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1987

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Manege frei für Clowns, Akrobaten und Musikanten« lautet das diesjährige Fasnachtsmotto. Diese Gruppe des Turnerbunds entscheidet sich nicht für eine der drei Varianten, sondern vereint gleich alles miteinander.

Bunt kostümiert und geschminkt, mit fröhlichen Gesichtern und farbigen Luftballons, treten sie als Clowns auf. Auf Hüpfbällen wird gesprungen, auf Stelzen marschiert – akrobatische Einlagen inklusive. Und dazu wird musiziert: auf Akkordeons und Blasinstrumenten aller Art, von der Tuba bis zur Kindertröte. Sogar Gartenschläuche und Gießkannen kommen zum Einsatz.

Die Gruppe zieht über den oberen Rathausplatz und passiert gerade das Rathaus. Das Wetter spielt allerdings nicht mit: Die aufgespannten Regenschirme sind keine bloßen Accessoires, sondern bitter nötig. Trotzdem harren die Zuschauer*innen am Straßenrand tapfer im Schmuddelwetter aus. So beteiligt sich die Gruppe als bunter Farbtupfer am närrischen Treiben – ein fröhlicher Kontrast zum grauen »Fasnet Mändig«, der für einen Moment fast vergessen lässt, wie ungemütlich das Wetter eigentlich ist.

erstes Foto: Birte Meder, Bruno Meder, Renate Meder

zweites Foto: 1 Josef (Jupp) Jäger, 2 ???, 3 Ottmar Heiler

drittes Foto: 1 Annemarie Hryzuniak, 2 Lydia Kaiser, 3 Gertrud Feser (auf dem Ball sitzend)

viertes Foto: 1 Lore Isele, 2 Irma Hasenfratz, 3 Lore Bächle, X Klaus Ruf

Standort des Fotografen: 47.883986, 8.344518

Festzug anlässlich der Einweihung der evangelischen Kirche, 27. Mai 1954

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Irmela und Fritz Herrenbrück zur Verfügung.

Am Himmelfahrtstag 1954 erlebt Löffingen ein besonderes Ereignis: Die neu erbaute evangelische Johanneskirche wird eingeweiht. Vom Städtchen aus setzt sich die Festgemeinde in Bewegung. Voran gehen die Schulkinder, dahinter folgt ein langer Zug von Gläubigen, der sich durch die Obere Hauptstraße und die Festhallenstraße zieht.

Die Feierlichkeiten haben bereits am frühen Nachmittag begonnen. Im bisherigen provisorischen Kirchenraum hält Pfarrer Herbert Wäldin (1912-1988) aus Bonndorf den Gottesdienst. Gegen 15 Uhr bricht die Gemeinde schließlich auf zur neuen Kirche, deren Grundstein erst im Juli 1953 gelegt worden war. Der Festzug wird vom Geläut der Glocken der katholischen Pfarrkirche St. Michael begleitet – ein schönes Zeichen des Miteinanders der Konfessionen. Gerade ziehen die Kinder am Haus Selb (Obere Hauptstr. 12) vorbei. Im Vordergrund ist die Miste des landwirtschaftlichen Anwesens zu sehen. Links öffnet sich die »Linden«-Wiese beim Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10).

Vor der Johanneskirche angekommen, findet die Schlüsselübergabe an Pfarrer Wäldin statt. Die Einweihung wird feierlich begleitet von der Stadtmusik, dem Männergesangsverein »Eintracht« und sogar dem katholischen Kirchenchor – keine Selbstverständlichkeit im mehrheitlich katholisch geprägten Städtchen. Die Festpredigt hält Oberkirchenrat Dr. Hans-Wolfgang Heidland (1912-1992) aus Karlsruhe. Damit auch die vielen Teilnehmer außerhalb des Kirchenraums folgen können, wird die Feier über Lautsprecher übertragen.

Ein Tag, der nicht nur für die evangelische Gemeinde, sondern für das ganze Städtchen von Bedeutung ist.

Standort des Fotografen: 47.884215, 8.347622

Umzug auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Eng gedrängt stehen die Zuschauer*innen auf dem oberen Rathausplatz. Kinder recken die Hälse oder werden auf den Arm genommen, Erwachsene blicken in Richtung Festumzug. Gerade zieht ein festlich geschmückter Wagen vorbei, gezogen von zwei Pferden. Tannenreisig und kleine Bäumchen verleihen ihm einen beinahe waldartigen Charakter. Der Reiter ist Hermann Fehrenbach.

Auch das Städtchen selbst hat sich herausgeputzt: Das Rathaus ist beflaggt, die »alte Sonne« mit Girlanden geschmückt. Ein Umzug, wie er nur zu besonderen Anlässen stattfindet.

Vermutlich wird das Foto anlässlich des Kreisfeuerwehrtages 1956 aufgenommen. Für den Festumzug zum 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr im Juni 1963 passt die warme Kleidung der Menschen nicht. Sicher ist die Datierung jedoch nicht.

Standort des Fotografen: 47.884073, 8.344932

2 Fotos: Fronleichnamsprozession in der Unteren Hauptstraße, 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Feierlich setzt sich die Prozession in Bewegung. Von der katholischen Pfarrkirche St. Michael kommend zieht sie durch die Untere Hauptstraße – langsam, geordnet, getragen von Gebet und Gesang. Soben kommt der Zug am Gasthaus »Sonne« vorbei. Voran schreitet die Feuerwehr, die den Zug begleitet und ihm einen würdigen Rahmen gibt. Es folgt der Kirchenchor. Die Sänger*innen halten Notenblätter in ihren Händen. Dahinter schreitet eine Schar Ministrant*innen, die Kirchenfahnen tragen.

Im Mittelpunkt der Prozession steht die Monstranz mit dem Allerheiligsten. Getragen wird sie von Tutilo (Heinz) Burger (geb. 1965), begleitet von Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013). Über allem liegt eine besondere Spannung – eine Mischung aus Andacht und öffentlichem Bekenntnis des Glaubens. Auffällig ist das Spalier der Feuerwehrmänner, die mit gezücktem Säbel neben der Monstranz schreiten. Ein durchaus martialisches Auftreten im Namen Jesu Christi, der Gewaltlosigkeit und Feindesliebe predigte. Zugleich ist es ein eindrucksvolles Bild, wie weltliche Ordnung und religiöse Tradition ineinandergreifen.

oberes Foto
Feuerwehr: 1 ???, 2 Albin Zepf, 3 Eugen Hasenfratz (Seppenhofen), 4 dahinter Elisabeth Benz- Keller
Kirchenchor: u.a. Luzia Vogelbacher, Bertel Burger, Alfons Beha, Renate Rosenfelder, Peter Schlegelberger, Margarete Senn, Regina Krupp (geb. Geisinger), Angelika Ganter, Elisabeth Keller (geb. Benz), Josef Burger, Elisabeth Burger, Josef Benitz, Emil Oschwald

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 ??? (Ministrant), 2 ???, 3 Gerhard Pfeifer (Feuerwehr), 4 Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013), 5 ??? (Feuerwehr), 6 Tutilo (Heinz) Burger (geb. 1965), 7 Hugo Satler (Feuerwehr, Seppenhofen), 8 Christel Kaiser (Gemeinderat)

Standort des Fotografen: 47.883129, 8.343821

Umzug beim Sängerfest auf dem oberen Rathausplatz, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Der obere Rathausplatz ist kaum wiederzuerkennen. Fahnen und Girlanden spannen sich zwischen den Häusern, aus allen Richtungen strömen Menschen herbei. Dicht gedrängt stehen die Zuschauer*innen am Straßenrand, während sich der Festzug langsam seinen Weg durch das Städtchen bahnt. Vorneweg zieht eine Musikkapelle – Trompeten, Hörner und Tuben glänzen im Licht. Dahinter folgen weitere Vereine und Festteilnehmer*innen. Männer in Anzügen und Hüten, Frauen in hellen Sommerkleidern, Kinder, die neugierig zwischen den Erwachsenen stehen oder sich am Rand des Geschehens durchschlängeln. Es ist ein lebendiges Bild voller Bewegung, Klang und Stimmengewirr.

An diesem Wochenende steht das Städtchen ganz im Zeichen des Schwarzwaldgau-Sängerbundesfestes. Rund 3.000 Sänger*innen sind angereist, dazu kommen viele hundert Besucher*innen. Bereits am Vorabend füllt ein Festbankett mit etwa 2.000 Teilnehmer*innen die Säle, am Sonntagvormittag folgt das Preiswettsingen mit anschließendem Konzert. Der Festumzug bildet den Höhepunkt der Feierlichkeiten. Schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Menschen beteiligen sich daran – eine beeindruckende Zahl, die zeigt, welche Bedeutung das Sängerwesen hat. Singen ist schließlich mehr als Musik: Es bildet auch Gemeinschaft und stiftet Identität.

Im Hintergrund ragt die Gewerbliche Fortbildungsschule (Demetriusstr. 1) auf. Von der Freitreppe aus bietet sich ein Blick auf das dichte Gedränge auf dem Rathausplatz.

Standort des Fotografen: 47.884024, 8.344913

5 Fotos: Drachentanz beim Sommerfest des Altenpflegeheims, August 1989

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein langer, schuppiger Leib windet sich über den Rasen vor dem Altenpflegeheim. Vorne reißt der Drache sein Maul auf, die Zähne gefletscht, die Augen weit aufgerissen. Mehrere Mitwirkende tragen die kunstvoll gestaltete Drachenfigur. Mit jedem Schritt hebt und senkt sich der Körper, als würde das Ungeheuer wirklich leben. Die Fotoserie zeigt, wie sich der Drachenzug über die Rasenfläche bewegt. Der Drache schlängelt sich, bäumt sich auf, senkt sich wieder ab.

Das Altenpflegeheim St. Martin (Seppenhofer Str. 7) feiert sein Sommerfest. Und ausgerechnet zum großen Finale – dem Drachentanz der Seniorengruppe unter der künstlerischen Leitung von Peter Bueb – kommt die Sonne heraus. Fast wie bestellt bricht sie durch die Wolken und taucht die Szene in warmes Licht. Zahlreiche Zuschauer*innen haben sich im Halbkreis aufgestellt. Bewohner*innen und ihre Angehörigen, Löffinger Bürger*innen – sie alle verfolgen gespannt das Schauspiel. Die aufgespannten Regenschirme werden nach und nach zusammengeklappt. Mit viel Fantasie, handwerklichem Geschick, ihren selbst gefertigten Kostümen und spürbarer Freude leistet die Seniorengruppe einen besonderen Beitrag zum Sommerfest: Der Drachentanz ist zweifelsohne der Höhepunkt.

Wegen der unsicheren Wetterlage wurden Fest- und Speisesaal vorsorglich vorbereitet, doch am Ende spielt auch das Wetter mit. Die Stadtmusik sorgt für den musikalischen Rahmen, die Rötenbacher Kindertrachtengruppe zeigt Schwarzwälder Folklore, es wird gesungen, versteigert und gelacht. Der Erlös des Festes kommt kleinen Ausflügen und geselligen Veranstaltungen der Bewohner*innen zugute.

Standort des Fotografen: 47.882014, 8.345711

Prozession der Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich zieht die Prozession die Seppenhofer Straße hinauf. Soeben ist der Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zu Ende gegangen, nun begleiten Familien, Verwandte und Gemeindemitglieder die Erstkommunionkinder bis zur Kaplanei. Der Zug wird von der Stadtmusik angeführt, dahinter schreiten drei Ministranten mit Kreuz und Fahnen. In geordneten Reihen folgen die Mädchen in ihren weißen Kleidern und die Jungen im dunklen Anzug – festlich gekleidet, ernst und zugleich ein wenig stolz.

Am Straßenrand drängen sich die Angehörigen. Man winkt, ruft leise Namen, versucht einen Blick auf die Kommunionkinder zu erhaschen. Für viele ist es ein bewegender Moment – nicht nur ein kirchliches Fest, sondern ein sichtbarer Schritt ins Heranwachsen.

Im Hintergrund steht das 1949 erbaute Haus Gwinner (Seppenhofer Straße 2). Das Mauerwerk liegt noch unverputzt offen, doch hinter den Fenstern hängen bereits Gardinen: Das Haus ist bezogen, der Alltag hat Einzug gehalten. Rechts im Bild ist das frühere Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) zu erkennen. Es wurde beim Bombenangriff am 22. Februar 1945 zerstört und steht seitdem leer.

Zu den Kommunionkindern zählt vermutlich Rita Hepting (verh. Zimmermann, geb. 1941).

Standort des Fotografen: 47.882098, 8.344373

2 Fotos: Narrengruppe beim Umzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1952

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Rathausplatz ist von einer dicken Schneeschicht überzogen. Die Zuschauer*innen des Narrenumzugs drängen sich dicht an dicht, Mäntel und Hüte bestimmen das Bild. Manche stehen auf Schneehaufen, um besser sehen zu können. Das Motto der Fasnacht 1952 lautet: »Als die Römer frech geworden«. Und so wird die Antike für einen Nachmittag närrisch lebendig.

Mitten im Zug bewegt sich diese Gruppe, die wohl Bauern aus römischer Zeit – vielleicht Germanen – verkörpert. In einfachen Tuniken mit breiten Gürteln, geschnürten Beinlingen und Fellmützen ziehen sie über den Platz. Einer trägt einen Hakenpflug geschultert, ein anderer schwingt einen Morgenstern. Wenn die Römer »frech« werden, weiß man sich zu wehren. Besonders ins Auge fällt die hölzerne Schaukel, an der ein Kind mitgeführt wird. Die Szene ist kein Geschichtsunterricht, sondern lebendige Fasnacht: Mit Fantasie, Improvisation und einem guten Schuss Ironie verwandelt sich der Rathausplatz in eine antike Bühne.

Zu der Narrengruppe gehören u.a. Ernst Krauß, Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994), Elise Göpper, Hildegard Bader (1911-?), Karl Bader (1902-1971), Ehefrau von Lehrer Willig oder Schlachter, Gerhard Bader (geb. 1943), ??? Weißer, August Kienzler (1914-?), Sofie Kienzler (1915-?), Werner Hepting (1928-2011), Josef Armbruster (1910-?), ??? Weißer, Tochter von Bernhard Strobel, Engelbert Müller, Erika Faller

Im Hintergrund erkennt man die Häuser am Rathausplatz und in der angrenzenden Demetriusstraße, darunter das Geschäft von Kaufmann Robert Sauter (1900-1945), das von seiner Witwe Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994) fortgeführt wird.

Standort des Fotografen: 47.883793, 8.344875