Blick vom Rathausbrunnen zum »Stadtbau«, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Bäume vor dem 1909 erbauten »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) sind groß geworden und spenden mittlerweile jede Menge Schatten. Auch vor dem Postamt (Rathausplatz 2) wachsen links und rechts von der Freitreppe zwei Bäume. Zusammen mit dem Blumenschmuck am Rathausbrunnen beleben sie den Rathausplatz.

Seit 1958 befindet sich das Postamt in der rechten Gebäudehälfte des früheren Fürstenbergischen Amtshauses. Zuvor hatte sich dort das kleine Kolonialwarengeschäft der Eheleute Robert Sauter (1900-1945) und Justina Sauter geb. Brett (1900-1994) befunden. Einige Jahre nach dem Tod ihres Ehemannes in sowjetischer Kriegsgefangenschaft gab Justina Sauter den Laden auf.

Standort des Fotografen: 47.883863, 8.344667

Rosenmontagsumzug mit dem Hexenwagen auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gaby Vogt zu Verfügung.

Einen regelrechten Logenplatz hat Familie Vogt an Fasnacht: Sie kann vom Balkon ihres Wohn- und Geschäftshauses (Rathausplatz 13) das närrische Treiben auf dem oberen Rathausplatz überblicken. Hunderte Fasnachtsnarren bevölkern den Platz bei strahlendem Sonnenschein. Eben fährt der Hexenwagen mit der Riesenhexe am Rathaus und am Postamt vorüber. Aus sicherer Entfernung können die Vogts das Treiben der Hexen unten auf der Straße beobachten, ohne fürchten zu müssen, dass der Fotograf von den Hexen überrascht und gestört werden könnte. 

Im Rathaus befindet sich im Erdgeschoss noch die Filiale der Volksbank, wie die Inschrift über dem Eingang verrät. Noch ist der Neubau der Volksbank (Rathausplatz 10) offenbar noch nicht gebaut.

Standort des Fotografen: 47.884159, 8.345337

Festumzug beim Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.

Von einem Fenster im Rathaus wird dieses Foto aufgenommen. Von hier oben bietet sich der beste Blick auf den Rathausplatz und den Festumzug anlässlich des Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest. Etwa 4.000 bis 5.000 Teilnehmer reihen sich in den Zug ein. Direkt hinter dem Radfahrverein folgen die Mitglieder des Turnerbunds. Die Turner tragen ihre weiße Sportkleidung. Schaulustige stehen links und rechts der Wegstrecke.  

Die Feierlichkeiten begannen bereits am Vorabend mit einem Festbankett, zu dem sich rund 2.000 Teilnehmer einfanden. Am Vormittag folgte dann ein Preiswettsingen und anschließendes Konzert. Zum Abschluss des Festes findet nun ein Festumzug durch das geschmückte Städtchen statt.

Standort des Fotografen: 47.883926, 8.344591

Rathausplatz mit den Gasthäusern »Ochsen« und »Löwe« aus der Luft, ca. 1960

Deutsche Luftbild KG, Hamburg-München / Sammlung Familie Waßmer

Vom Flugzeug aus fällt der Blick auf den oberen Rathausplatz, der vom 1832 errichteten Rathausgebäude, dem früheren Gasthaus »zur Sonne« und vom ehemaligen Fürstenbergischen Amtshaus (Rathausplatz 2 und 3) eingerahmt wird. Im Mittelpunkt des Bildes stehen die beiden traditionsreichen Gasthäuser »zum Ochsen« (Rathausplatz 12) und »zum Löwen« (Rathausplatz 11).

Vor allem der »Ochsen« wird wenige Jahre vollständig umgebaut, sodass sich sein Aussehen vollkommen verändert: 1968 wird der Zwerchgiebel beseitigt, das ganze Gebäude um ein Stockwerk aufgestockt und ein Staffelgiebel zum »Löwen« aufgemauert.

Blick auf den oberen Rathausplatz in Richtung Rathaus, ca. 1976

Stadtarchiv

Nach dem Abbruch der »alten Sonne«, die den oberen Rathausplatz bis 1973 dominierte, und dem Neubau des modernen Geschäfts- und Wohnhauses (Rathausplatz 9 und 10) hat sich das Aussehen des Platzes stark verändert.

Am Rathausgebäude wurde der Schriftzug »Volksbank« abmontiert, nur die Löcher in der Mauer künden noch von der früheren Nutzung der Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Die Volksbank hat ihre neuen Geschäftsräume in dem benachbarten Neubau bezogen. 

Es ist Weihnachtszeit. Ein Tannenbaum steht neben dem Rathausbrunnen. Über die Straßen ist die Weihnachtsdekoration gespannt. Am rechten Bildrand ist das Postamt (Rathausplatz 2) zu sehen. An der Ecke stehen ein Telefonhäuschen und eine Litfaßsäule, daneben parkt ein VW Käfer.

Standort des Fotografen: 47.884101, 8.345182

Oberer Rathausplatz mit Blick zum »Stadtbau«, 1976

Stadtarchiv

Am linken Bildrand ist das Postamt (Rathausplatz 2) zu sehen. An der Fassade hängt ein Schild mit dem Bundesadler, der das Postamt als untere Bundesbehörde ausweist. Noch ist die Post staatlich und nicht privatisiert.  Darunter hängt ein Briefkasten und ein Briefmarken-Automat. An der Einmündung zur Demetrisstraße steht ein gelbes Telefonhäuschen, das aber schon wenig später aus dem Stadtbild verschwinden wird. Infolge der flächendeckenden Einführung privater Haushaltstelefone verlieren öffentliche Telefonhäuschen an Bedeutung. Dahinter ist eine Litfaßsäule zu sehen, an der Werbung der Brauerei »Fürstenberg« und Zigarettenwerbung angebracht ist. Bereits seit 1974 durften Zigaretten im Hörfunk und Fernsehen der Bundesrepublik nicht mehr beworben werden.

Der Blick geht hinüber zum »Stadtbau« (Demetriusstr. 1), jenem stattlichen Gebäude, das nach dem Brand von 1907 errichtet wurde. Vor der repräsentativen Freitreppe steht eine Informationstafel mit dem Stadtplan des Städtchens. Daneben hängt an der Wand ein Anschlagskasten mit allerlei Ankündigungen der Stadtgemeinde. Im Erdgeschoss befindet sich der Friseursalon Studer, wie das Werbeschild unterhalb des Erkers verkündet.

Standort des Fotografen: 47.884042, 8.344801

Blick über den oberen Rathausplatz zum Rathaus, ca. 1936

Sammlung Familie Waßmer

Die Winteridylle auf dem Rathausplatz wird nur von den beiden Hakenkreuz-Fahnen getrübt, die am Rathaus wehen. Tief verschneit und friedlich liegt der Platz ansonsten da. Aus der weißen Pracht ragt der Rathausbrunnen mit der »Schnitterin« hervor, eine Erinnerung an die Zeit vor der Jahrhundertwende, als auf dem Platz und in der Markthalle des Rathauses noch Märkte abgehalten wurden. Die Funktion als Kaufhaus hat das Rathaus längst eingebüßt. Wie auf der Fassade zu entziffernt ist, dienen die Räumlichkeiten im Erdgeschoss mittlerweile als Geschäftsräume der »Vorschußbank« und der »Sparkasse«. Links neben dem Rathaus ist das frühere Gasthaus »zur Sonne« zu sehen. Im Vordergrund rechts ist der Erker des »Stadtbaus« (Demetriusstr. 1) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884239, 8.345229

Zwei Fotos vom Unfall des NSDAP-Parteiautos auf dem Rathausplatz, ca. 1933-1938

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv

Ganz offensichtlicht hat da jemand zu früh die Kurve nehmen wollen! In der Berichterstattung der Lokalzeitungen konnte bislang leider trotz intensiver Recherchen kein Hinweis auf diesen Verkehrsunfall gefunden werden. Vermutlich entschied man sich gegen eine Berichterstattung, da der Unfall etwas heikel erschien. Schließlich handelte es sich um ein NSDAP-Parteiauto, das mitten im Städtchen von der Straße abgekommen war. Wenn da mal nicht Alkohol am Steuer im Spiel war! 

Das Auto mit dem KFZ-Kennzeichen »IVB 153362« kam an der Hauswand vom Haus Riegger (Rathausplatz 3) zu stehen. Über der Eingangstür ist der Schriftzug »Metzgerei Johann Riegger Wursterei« zu lesen. 1938 übernahm Metzgermeister Max Rohrer das Haus und die dazugehörige Metzgerei. Rechts daneben ist der Laden von Buchbinder Anton Rebholz (Rathausplatz 2) zu sehen, der mit einer Hakenkreuz-Fahne geschmückt ist. Schaulustige stehen herum, die das Unfallgeschehen kommentieren.

Standort des Fotografen: 47.883981, 8.344419

Oberer Rathausplatz mit viel Schnee, März 1931

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Fußgänger stapfen durch den hohen Schnee. Der von Pferden gezogene Schneepflug bahnt sich seinen Weg. Über Nacht hat sich das Städtchen in eine Märchenlandschaft verwandelt. Und das im März! Der obere Rathausplatz ist komplett zugeschneit. Die Dächer der Häuser sind weiß. Auf den Ästen und Zweigen der Bäume, aber auch auf dem Rathausbrunnen liegt die weiße Pracht. Malerisch schön wirkt der Staffelgiebel des früheren Gasthauses »zur Sonne« auf der linken Seite, dessen Stufen von einer feinen Schneeschicht gekrönt sind. Auch der Telegraphenmast auf dem Dach des Postamtes auf der rechten Seite wirkt wie mit Puderzucker bestreut.

Standort des Fotografen: 47.884150, 8.345225

Rosenmontagsumzug auf dem Oberen Rathausplatz, 1929

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Hilda und Walter Köpfler zur Verfügung.

Aus einem Fenster des früheren Gasthauses »zur Sonne« wird das Narrentreiben auf dem Oberen Rathausplatz mit einem Foto festgehalten. Der Umzug ist vorüber, einige Motivwagen haben auf dem Platz angehalten. In der Demetriusstraße fährt vor dem »Stadtbau« gerade das Narrenschiff »Hamburg« (Bild) vorbei.

Standort des Fotografen: 47.883737, 8.344655

Drei Fotos von der Fasnetgruppe »Scherenschleifer« auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1930-1940

Diese Bilder stellte uns dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Die kostümierten Narren, die hier die Straßenfasnacht bereichern, nannten sich die »Scherenschleifer«. Das war die Bezeichnung für Handwerker, die durch das Land zogen und stumpfe Messer, Scheren und anderes Schneidwerkzeug schärften und reparierten. Das Scherenschleifen galt als typischer Beruf des fahrenden Volkes und zählte insbesondere zu den traditionellen Berufen der Jenischen. Die Mehrheitsbevölkerung betrachtete dieses Gewerbe in abwertender Weise: Scherenschleifer waren in ihren Augen Taugenichtse.

Die »Scherenschleifer« auf dem Foto führen das Hauptwerkzeug, einen Schleifstein, mit sich. Drei von ihnen haben auch Musikinstrumente bei sich, eine Geige, eine Querflöte und ein Akkordeon, auf denen sie musizieren. Julius Limb (1883-1968) fidelt gerade auf der Geige und Hermann Ganter (1895-1957) spielt die Flöte. Sie geben einen Bänkelgesang zum Besten, in dem sie politische, aber auch persönliche Anekdoten in Versform vortragen. Darauf deutet auch die Schnitzelbank hin, die im Hintergrund zu sehen ist. So hieß die Schautafel, auf der die Moritat szenisch dargstellt war. Um was für eine Geschichte es sich handelte, ist leider nicht ersichtlich. Die beiden Fotos entstanden auf dem oberen Rathausplatz vor dem ehemaligen Amtshaus und dem Postamt.

Standort des Fotografen: 47.884044, 8.344640

Früheres Fürstenbergisches Amtshaus mit Wappen, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 18 ist mit  »Oberer Platz, Haustor mit Wappen von Haus Nr. 2 von 1739« betitelt. Zu sehen ist der herrschaftliche Eingang am früheren Fürstenbergischen Amtshaus. Eine Freitreppe, die von zwei Bäumen eingerahmt wird, führt zu einer Rundbogentür empor, über der das »Allianzwappen« angebracht ist. Es erinnert an die Hochzeit von Graf Froben Ferdinand zu Fürstenberg  (1664-1741) mit Gräfin Maria Theresia Felicitas von Sulz (1671-1743) im Jahre 1690. Rechts sieht man das Wappen der Füstenberger, links das der Gräfin von Sulz.

Standort des Fotografen: 47.884104, 8.344832