Familie Kopp mit zwei Zugtieren, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maximilian Isele zur Verfügung.

Das junge Ehepaar Heinrich Kopp (1930-2015) und Ursula Kopp (geb. Rosenstiel, 1930-2018), die gebürtig aus Unadingen stammt, lassen sich mich zwei Zugtieren fotografieren. 1954 haben die beiden geheiratet. Sie wohnen in Heinrich Kopps Elternhaus im Oberwiesenweg und bekommen zusammen sieben Kinder. Im Haushalt leben außerdem drei ledige Geschwister und die Mutter Elisabeth Kopp (geb. Eichkorn, 1890-1975), die Witwe von Emil Kopp (1875-1949). Sie ist ebenfalls auf dem Foto zu sehen.

Die Kopps betreiben eine Landwirtschaft. Außerdem ist Heinrich Kopp zusätzlich Waldarbeiter. Später arbeitet er viele Jahre auf dem Bau. Außerdem betreut er 26 Jahre lang den Farrenstall.

Standort des Fotografen: 47.887667, 8.340554

2 Fotos: »Hexensamen« mit Hexenwagen und Ochse, Fasnacht 1975

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Wenn die kleinen Hexen beim Umzug am »Fasnet Mäntig« fußfaul sind, dann fahren sie einfach auf dem Hexenwagen mit, statt die Umzugsstrecke zu laufen. Besonders begehrt sind immer die Arme der großen Hexe, auf denen man wunderbar schaukeln kann.

Der Hexen-Nachwuchs auf dem zweiten Foto hat eine andere Fortbewegungsart gewählt: Die Kleinen reiten auf einem Ochsen. Ob das allerdings ebenso bequem ist?

Aufgenommen werden die Fotos an der Einmündung der Kirchstraße auf den oberen Rathausplatz. Rechts ist die Fassade vom Gasthaus »Löwe« zu sehen. Über der Fasnachtsbühne auf dem Rathausplatz ist ein regelrechtes Knäuel an Fasnachtsbändel gespannt. In diesem Jahr feiern die Hexen ihr 40. Gründungsjubiläum.

Den Traktor mit dem Hexenwagen fährt Albert Jonner (1929-2014). Die kleinen Hexen auf dem zweiten Foto sind v.r.n.l. Edith Fehrenbach (verh. Mühlbauer), Axel Fehrenbach, Sven Egle und Heiko Fehrenbach.

Standort des Fotografen: 47.883681, 8.345081

3 Fotos: Hexengruppe mit großer Hexe beim Narrenumzug in der Oberen Hauptstraße, Fasnacht ca. 1958

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Neuheit in der Löffinger Fasnacht ist der Hexenwagen mit der »großen Hexe«, der 1958 erstmals beim Narrenumzug mitgeführt wird. Noch wird der Wagen nicht von einem Traktor gezogen, sondern von einem eingespannten Stier. Die Hexen tragen ihr erstes einheitliches, mit Karos übersätes »Häs«. Es wird wenige Jahre später durch das von Schneider Hans Kaufmann gestaltetete »Häs« ersetzt.

Bei regnerischem Schmuddelwetter zieht die Hexengruppe durch die Obere Hauptstraße, gerade am Haus von Franz Heizmann (Obere Hauptstr. 15) und dem »Gebertsaal« vorüber. Auf der rechten Straßenseite ist im Hintergrund eine »BP«-Tankstelle (Obere Hauptstr. 16) zu erkennen. Sie wurde zunächst von Leopold Berger und mittlerweile in zweiter Generation von Familie Laufer betrieben.

Auf den Fotos ist u.a. Emil Schmid zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884401, 8.347137

Umzugswagen »Römerwache« in der Dittishauser Straße bei der Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Noch steht der Festzug in der Dittishauser Straße und wartet darauf, sich in Bewegung zu setzen. Zwei mächtige Ochsen sind vor einen aufwendig gestalteten Umzugswagen gespannt. Darauf erhebt sich ein »römischer Wachturm« aus dem 3. Jahrhundert, besetzt mit einer ganzen »Römerwache«. Mit Helmen, Schilden und einheitlichen Gewändern posieren die Beteiligten für den Fotografen.

Vorn: 1 Adolf Sibold
1.Reihe, unten, v.l.n.r.: 1 Bernhard Jonner, 2 Magret Müller, 3 Gottfried Vogelbacher, 4 ???
2.Reihe, oben, v.l.n.r.: 1 Roland Laufer, 2 Maria Wetter, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???

Anlass für den großen Festumzug ist die Wiederverleihung der Stadtrechte am 27. Mai 1951. Das Städtchen hat sich für diesen besonderen Tag herausgeputzt. Auch an den Häusern in der Dittishauser Straße hängen Reisiggirlanden, aus den Fenstern schauen Zuschauer*innen auf das Geschehen.

Nach diesem einen Auftritt verschwindet die aufwendige »Römerwache« übrigens nicht im Müll. Bereits bei der Fasnacht 1952 werden Wagen und Kostüme wieder hervorgeholt. Unter dem Motto »Als die Römer frech geworden« erhält der Festwagen ein närrisches zweites Leben.

Standort des Fotografen: 47.884835, 8.348446

Umzugswagen vor dem Bahnhof, Fasnacht 1936

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Genoveva Kinast und Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Vorbei am Bahnhof schlängelt sich der Narrenumzug. Das diesjährige Motto lautet »Märchen und Sagen«. Und da die Nazis seit drei Jahren an der Macht sind, sind nicht mehr nur alte Volksmärchen, etwa der Gebrüder Grimm, angesagt, sondern auch die germanische Mythologie. Schließlich muss das Fasnachtsmotto von den Behörden vorab genehmigt werden. Dieser Umzugswagen widmet sich dem nordischen Gott Thor. Das Schild am Wagen informiert in Sütterlinschrift, was genau dargestellt wird: »Im Zwergenreich ward Thors Hammer geschmiedet«. Auf dem Wagen steht Fritz Adrion sen. Der Mann neben dem Zugvieh ist ??? Rappenegger, neben dem Wagen geht Karl Glunk.

Der Umzugswagen, der dahinter zu erkennen ist, widmet sich dem »Schlaraffenland«, einem Grimm’schen Märchen.

Standort des Fotografen: 47.883338, 8.342447

Narrengruppe vor dem Rathauseingang, Fasnacht 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Eine Gruppe »Bauern« hat sich an Fasnacht vor dem Eingang zum Rathaus versammelt. Sie führen einen Ochsen aus Pappmaché bei sich, der vor einen Pflug gespannt ist. Weitere landwirtschaftliche Geräte werden präsentiert.

Das Foto ist vermutlich in den 1930er Jahren entstanden, möglicherweise an der Fasnacht 1939: Das Motto lautet: »Im Schatten der Vorzeit – Bilder aus der Frühzeit unserer Heimat«.

Wer erkennt die Narren? Der Mann im schwarzen Anzug und mit Zylinder, der ganz offensichtlich keinen »Bauer« darstellt, sondern sich mich auf das Bild mogelt, ist Friseurmeister Julius Limb.

Standort des Fotografen: 47.883696, 8.344260

3 Fotos: Narrenumzug »Rote Fasnacht« am Bahnübergang, Fasnacht 1938

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig« 1938 findet kein normaler Narrenumzug durch das Städtchen statt, sondern es wird ein Fasnachtsspiel mit drei Akten dargeboten. Der Titel des Spiels lautet: »Die rote Fasnacht 1525« und hat den Bauernkrieg zum Thema.

Für diese Fotoserie hat der Fotograf am Bahnübergang zur Rötenbacher Straße Position bezogen. Der Blick fällt auf die »Musik Göserswill«, die »Steinschleuder Seppenhofen« und schließlich den »Bauernsturmtrupp«.

Im Hintergrund sind die Häuser des Pfarrwegs und der Bonndorfer Straße zu erkennen. Eine Eisenkonstruktion überspannt die Bahnlinie. Sie dient vermutlich als Rohr- oder Leitungsüberführung.

Standort des Fotografen: 47.881996, 8.342737

Umzugswagen beim »Gebertsaal«, Fasnacht 1936

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Im Jahr 1936 sind »Märchen und Sagen« das Motto der Fasnacht. Und da die Nazis seit drei Jahren an der Macht sind, sind nicht mehr nur alte Volksmärchen, etwa der Gebrüder Grimm, angesagt, sondern auch die germanische Mythologie. Dieser Umzugswagen widmet sich dem nordischen Gott Thor. Das Schild am Wagen informiert in reinster Sütterlinschrift, was genau dargestellt wird: »Im Zwergenreich ward Thors Hammer geschmiedet«. Der von Kühen gezogene Wagen fährt gerade am »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) vorbei.

Standort des Fotografen: 47.884421, 8.347110

Umzugswagen in der Rötengasse, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Als die Römer frech geworden«. In der verschneiten Rötengasse stehen zwei Umzugswagen, der vordere wird von zwei Kühen gezogen. Auf und neben dem Wagen tümmeln sich verkleidete Römerinnen und Römer und offenbar einige Sklaven. Es handelt sich um den Umzugswagen der 20-Jährigen.

Zu erkennen sind u.a. Alfred Fehrenbach, Richard Funk, Joachim Laufer (1932-2014), Edeltraud Rohrer (verh. Nickel), Friedhilde Rosenstiel (verh. Wörner, 1932-2004) und Otto Schwanz (1932-2008).

Links im Hintergrund ist der Schopf von Pflästermeister Ludwig Storz (Maienlandstr. 10) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.885302, 8.342650

Umzugswagen in der Maienlandstraße, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Franz Hofmeier zur Verfügung.

Richtig viel Schnee liegt zu Fasnacht, als diese Aufnahme eines Umzugswagens 1952 aufgenommen wird. Ein von zwei Kühen gezogener Karren bewegt sich durch das Maienland. Bewaffnete Soldaten flankieren den Wagen. Auf ihm steht eine junge Frau, die gefesselt ist. Was könnte die Gruppe darstellen? Vielleicht die »Johanna von Orléans«, bevor sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird?

Im Hintergrund sind die Häuser von Bahnarbeiter Otto Lehmann (Maienlandstr. 12), von Malermeister Karl Sibold (Maienlandstr. 14) und am linken Bildrand von Gipsermeister Franz Schweizer (Maienlandstr. 9) zu sehen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Beha, 2 Fritz Fehrenbach, 3 Emil Kopp, 4 ???
Auf dem Wagen, v.l.n.r.: 1 Hilda Hepting (geb, Fehrenbach), 2 ???

    Standort des Fotografen: 47.885331, 8.342380

    Letzter Bulle vor dem Farrenstall in der Bittengasse, 1996

    Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maximilian Isele zur Verfügung.

    Am 27. Juni 1996 endet die Geschichte des Farrenstalls in der Bittengasse. Im Foto ist der letzte Bulle zu sehen. Wenige Stunden später ist der Farrenstall aufgelöst und damit Geschichte. Links im Bild steht Heinrich Kopp, der den Farrenstall viele Jahrzehnte leitete. 2019 soll das Gebäude abgerissen werden.

    Standort des Fotografen: 47.882817, 8.345234

    Vieh am Brunnen in der Alenbergstraße, ca. 1948

    Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.

    Während das Vieh am Laufbrunnen steht und trinkt, gibt es für Hilda Hepting und Hans-Peter Fehrenbach (geb. 1939) ein Verschnaufspäuschen. Sie stehen in der Alenbergstraße an einem Holzzaun und lächeln in die Kamera. Der Junge hält einen Holzbengel in der Hand, mit dem er das Vieh durch die Straße treibt.

    Der holzverschindelte Giebel am rechten Bildrand gehört zum Haus vom Landwirt Rudolf Selb und seiner Ehefrau Anna geb. Maier (Alenbergstr. 34). Wo noch die Obstbäume stehen, wird später die Fürstenbergstraße gebaut. 

    Standort des Fotografen: 47.888391, 8.341742