Sirene auf dem Rathausdach, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Sirene auf dem Rathausdach hat den Einwohnern in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gute Dienste erwiesen. Sei es beim Großbrand 1921, als auch mit dieser Sirene die Feuerwehren der umliegenden Dörfer alarmiert wurden, sei es im Zweiten Weltkrieg bei alliierten Fliegerangriffen.

Hinter der Sirne sind die Häuser des oberen Rathausplatzes zu erkennen: die Dächer derGasthäuser »Löwen« (Rathausplatz 11) und »Ochsen« (Rathausplatz 12) und das Wohn- und Geschäftshaus von Familie Vogt (Rathausplatz 13). Weiter im Hintergrund sind das Haus Heizmann (Festhallenstr. 1) und die neu erbauten Häuser der Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße bis hinauf zur Pension »Schönblick« (Stadionstr. 6) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883850, 8.344208

Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1929

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vom Postamt (Rathausplatz 3) aus fällt der Blick auf den oberen Rathausplatz. Von der erhöhten Position eines Fensters im zweiten Stockwerk ist die Fasnachtsbühne gut zu erkennen, die auf dem Platz aufgebaut ist. Auch die Menschenmenge, die den Platz bevölkert, lässt sich von ihr überblicken. Die Menschen stehen entlang der Umzugsstrecke, denn es ist »Fasnet Mändig« und der Narrenumzug ist gerade im Gange. Über den Platz fahren Umzugswagen, die von Pferden gezogen werden.

Im Hintergrund sind die beiden Gasthäuser »Ochsen« (Rathausplatz 12) und »Löwen« (Rathausplatz 11). Verglichen mit älteren Ansichten fällt auf, dass der »Ochsen« umgebaut und seine Fassade frisch verputzt und gestrichen ist.

Das Foto ist auf das Jahr »1929« datiert, wie die handschriftliche Notiz am unteren Bildrand zeigt. Im selben Jahr beginnt am 25. Oktober mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse die Weltwirtschaftskrise. Ihre Auswirkung ist auch in Löffingen in den nächsten Jahren spürbar. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Armut vieler Einwohner wird sehr drückend. 1931, 1932 und 1933 wird keine Fasnacht gefeiert, weil sie sich kaum jemand leisten kann.

Standort des Fotografen: 47.884117, 8.344642

Wehrmachtssoldaten auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1940-1943

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Silke Janz zur Verfügung.

Es ist wieder Krieg. Nur 21 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges beginnt das nationalsozialistische Deutschland mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg. Ein halbes Jahr später werden auch die vier westlichen Nachbarstaaten Niederlande, Belgien und Luxemburg sowie Frankreich von der Wehrmacht überfallen und anschließend besetzt. Der Westfeldzug dauert vom 10. Mai bis 25. Juni 1940.

Soldaten werden eingezogen. Truppen der Wehrmacht ziehen durch das Städtchen, das zu diesem Anlass mit Hakenkreuzfahnen beflaggt ist. Vermutlich werden die Wehrmachtssoldaten bei ihrem Zwischenstopp in Löffingen verpflegt. Vor den Gasthäusern »Ochsen« (Rathausplatz 12) und »Löwen« (Rathausplatz 11) steht eine lange Schlange Uniformierter mit Stahlhelm. Dass die Truppen nicht nur motorisiert unterwegs sind, sondern auch mit Pferden, ist unschwer an den Pferdeäpfeln zu erkennen, die auf dem Platz liegen.

Standort des Fotografen: 47.883865, 8.344701

Mehrbildkarte »Führer durch Löffingen« mit sechs Ansichten, ca. 1900-1910

Verlag H. Wahler, St. Johann (Saar)
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Sogenannte »Führerkarten« sind in den Jahren nach der Jahrhundertwende populär. Auch für Löffingen wird eine solche Mehrbildkarte vertrieben.

Abgebildet sind neben einer Gesamtansicht des Städtchens im Uhrzeigersinn: Das Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11), das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2), das Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26), das Kaufhaus »zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) und das Gasthaus »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24).

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen«, ca. 1896-1900

Verlag Theodor Mayer, Löffingen / Gebrüder Metz, Tübingen
Stadtarchiv

Diese colorierte Mehrbildkarte zeigt fünf lithografische Ansichten. Oben in der Mitte ist eine Gesamtansicht des Städtchens zu sehen. Darunter ist das Rathaus und daneben der obere Rathausplatz mit den beiden Gasthäusern »zum Löwen« und »zum Ochsen« abgebildet. In den Ecken oben links und rechts werden zwei neue Sehenswürdigkeiten gezeigt, die Löffingen damals zu bieten hatte: Das neue Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Kriegsteilnehmer 1870/71 und die neue Wallfahrtskirche Witterschnee.

Die Ansichtskarte wird laut rückseitigem Poststempel am 17. September 1908 versandt. Vertrieben wird sie aber bereits seit der Jahrhundertwende und die Ansichten datieren etwa aus den Jahren 1896 bis 1900.

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit fünf Ansichten, ca. 1898

Verlag Gebr. Metz, Tübingen / Verlag Th. Mayer Kaufmann, Löffingen

Diese lithografische Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« findet um die Jahrhundertwende Verbreitung. Die Lithografien werden von einer Kunstverlags-Anstalt in Tübingen gefertigt, die Ansichtskarte vom Löffinger Kaufmann Thomas Mayer vertrieben.

Zu sehen sind fünf Motive: Oben in der Mitte ist eine Gesamtansicht des Städtchens von der »Breiten« aus abgebildet. Darunter neben dem Löffinger Stadtwappen ist das »Rathaus« zu sehen. Links unten ist eine Ansicht des oberen Rathausplatzes zu sehen mit den beiden Gasthäusern »Löwen« (Rathausplatz 11) und »Sonne« (Rathausplatz 9-10).

Oben links und rechts sind zwei neue Sehenswürdigkeiten abgebildet, die erst kurze Zeit existieren und der ganze Stolz der Stadtgemeinde sind: Auf der einen Seite die 1898 geweihte Wallfahrtskirche »Schneekreuz«, auf der anderen Seite das überdimensional große »Kriegerdenkmal« zum Gedenken an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Die in das Bildchen hineinkopierten Menschen sind kleiner als der Gitterzaun, der das Denkmal umgibt.

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit sechs Ansichten, 1898

Verlag J. A. Binder Nachfolger, Bonndorf

Am 11. September 1898 wird diese lithografische Mehrbildkarte versendet. Sie zeigt sechs Motiven und ist mit »Gruß aus Löffingen« betitelt. Doch der Absender der Postkarte strich »Löffingen« einfach durch und ersetzte es durch »Göschweiler«.

Oben rechts ist eine Gesamtansicht zu sehen, die das Städtchen von der Rötenbacher Straße aus zeigt. Die Bahnlinie ist noch nicht gebaut. Zu erkennen sind neben der katholischen Pfarrkirche St. Michael die Häuser der Seppenhofer Straße und des heutigen Pfarrwegs. Links daneben ist der obere Rathausplatz abgebildet, mit dem Rathaus, dem Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9/10) und dem Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11). Vom angrenzenden Gasthaus »Ochsen« sind nur die Scheunentore zu sehen. Das kleine Bild oben links zeigt die neu erbaute Wallfahrtskirche Witterschneekreuz, die neue Hauptsehenswürdigkeit des Städtchens, auf die man stolz ist.

Darunter ist eine Ansicht der Unteren Hauptstraße zu sehen. Der Blick fällt in Richtung Mailänder Tor. Von Blumenranken eingerahmt ist daneben das 1894 errichtete Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 abgebildet. Unten links ist die Untere Hauptstraße mit der Einmündung der Kirchstraße zu sehen. Die markanten Gebäude sind das Kaufhaus »zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7), der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) und das Gasthaus »Lamm« (Kirchstr. 29).

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit drei Ansichten, ca. 1895-1900

Verlag J. A. Binder Nachfolger, Bonndorf
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

August Limb schreibt diese lithografische Ansichtskarte offenbar an seinen Bruder Julius Limb. Abgebildet sind auf der Mehrbildkarte drei Ansichten des Städtchens.

Über die gesamte Breite der Karte erstreckt sich im oberen Teil eine Gesamtansicht, wie sie sich dem Betrachter vom Gewann »Im kleinen Brühl« aus darbietet. Zu sehen ist die katholische Pfarrkirche St. Michael und die Häuser in der Altstadt sowie im Maienland und auf dem Alenberg. Im Vordergrund ist die Bahnlinie zu sehen, auf der eine Eisenbahn fährt, obwohl die Strecke erst 1901 in Betrieb genommen wird. Auch das Bahnhofsgebäude ist zu erkennen.

In einem runden Passpartout ist darunter der obere Rathausplatz abgebildet. Zu sehen sind das Rathaus und die drei Gasthäuser »Sonne« (Rathausplatz 9-10), »Löwe« (Rathausplatz 11) und »Ochsen« (Rathausplatz 12). Über den Platz fahren gerade eine Pferdekutsche und ein Fahrradfahrer. 

In dem rechteckigen Passpartout daneben ist das neu geschaffene Kriegerdenkmal zu sehen. Es wurde 1894 zum Gedenken an die Soldaten des deutsch-französischen Krieges 1870/71 eingeweiht. Die lithografische Darstellung ist in idealisierter Form wiedergegeben: Das Denkmal erscheint größer als in Wirklichkeit und es scheint frei in einer Grünanlage zu stehen. 

In der Mitte der Ansichtskarte ist der Schriftzug »Gruss aus Löffingen« zu lesen, von Blumen eingerahmt. 

Mehrbildkarte mit Gasthaus »Löwen« und Gesamtansicht, ca. 1901-1903

Verlag J. G. Fleig, Hornberg / Stadtarchiv

Auf dieser Mehrbildkarte sind zwei Ansichten zu sehen: Zum einen das Gasthaus »zum Löwen«, vor dem eine Pferdekutsche steht. Sie soll wohl an die ehemalige Poststation im »Löwen« erinnern. Auf dem zweiten Bild ist eine Gesamtansicht zu sehen. Sie wurde von der heutigen Göschweiler Straße aus aufgenommen. Der Blick geht über Wiesen und Felder zum Städtchen. Vor den ersten Häusern verläuft in einer Absenkung die neu erbaute Bahnlinie, die neue moderne Verbindung zur Welt.

Das Gasthaus »zum Löwen« trägt auf diesem Foto einen Namenszusatz, wie auf dem Wirtshausschild zu entziffern ist: »Hộtel de Lion d‘or«. Seit 1882 hatte das Gasthaus diesen französischen Zusatz, um offenbar französische Kundschaft anzusprechen.  Zur damaligen Zeit war dies durchaus bemerkenswert. Denn das Verhältnis zwischen den beiden »Erbfeinden« Deutschland und Frankreich war nach dem Krieg 1870/71 alles andere als freundschaftlich. Aber auf individueller Ebene sah das offenbar anders aus.

Ein französischer Gast sandte auf dieser Mehrbildkarte Grüße aus Löffingen und schrieb auf Französisch folgende Zeilen: »Voici un souvenir de notre séjour dans cette belle forêt noire…«. (Auf Deutsch: »Hier ein Gruß von unserem Aufenthalt in diesem schönen Schwarzwald…«).

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit sieben Ansichten, ca. 1909

Verlag Emil Rosenstiel, Löffingen / Sammlung Familie Waßmer

Auf dieser Mehrbildkarte, die nach der Jahrhundertwende gedruckt wird, sind gleich sieben Einzelbilder zu sehen. Sie sind in rechteckige, ovale oder runde Passpartouts gefasst. Abgebildet sind verschiedene öffentliche Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten, auf die man in Löffingen zu dieser Zeit stolz ist.

Oben link ist der untere Rathausplatz mit dem »Schulhaus« (Rathausplatz 1) zu sehen. Interessant dabei ist, dass das stattliche Gebäude weder als Rathaus noch als Kaufhaus bezeichnet wird, obwohl es seit seiner Erbauung 1831 alle drei Funktionen unter einem Dach vereinte. Der Blick auf das Rathaus hat Seltenheitswert: Im Vordergrund fehlt das Haus Schmutz (Rathausplatz 6), das bei einem Feuer 1909 zerstört wurde. Der Wiederaufbau hat zwar begonnen und die Bauarbeiten sind im Gange, aber noch ist der Blick frei auf das Rathausgebäude und die anderen Häuser am Platz. Sie werden beim Großbrand 1921 zerstört werden.

Oben mittig ist der 1901 eröffnete Bahnhof zu sehen, schließlich ist es eine große Errungenschaft, dass das Städtchen an die Eisenbahn angeschlossen ist. Die Ansichtspostkarte richtet sich wohl auch an potentielle Wallfahrer zum Witterschneekreuz, die mit einem Blick ersehen können, dass man nach Löffingen bequem reisen kann.

Oben rechts ist – quasi als Pendant zum ersten Bild – der obere Rathausplatz zu sehen, der als »Marktplatz« bezeichnet wird. Jahrhundertelang wurde hier der Kornmarkt abgehalten. Doch mit der Eröffnung der Bahnlinie 1901 war der Niedergang endgültig besiegelt. 1904 wurde er ganz eingestellt. Zu sehen sind die beiden Gasthäuser »zum Löwen« (Rathausplatz 11) und »zum Ochsen« (Rathausplatz 12). Aber die besondere Aufmerksamkeit des Fotografen galt wohl dem Neubau auf der anderen Seite des Platzes: Der »Stadtbau« mit der Gewerbeschule (Demetriusstr. 1) wurde 1909 erbaut. Das Vorgängergebäude und der gesamte Straßenzug waren bei einem Großbrand 1907 eingeäschert worden.

Unten links ist das »Krankenhaus« (Seppenhofer Str. 7) abgebildet, das in den Jahren 1890/91 erbaut wurde. Das kleine Haus daneben ist das alte Spital, in dem ursprünglich 1871 das Krankenhaus eröffnet wurde. 1955 wird es bei der Erweiterung des Krankenhausgebäudes schließlich abgerissen.

In der Kartenmitte unten sind zwei Ansichten des Witterschneekreuzes zu sehen: Die alte, holzverschindelte »Schneekreuz-Capelle« und die in den 1890er Jahren erbaute neuromanische »Wallfahrtskirche«.

Unten rechts ist eine junge Frau in Tracht zu sehen. Inwiefern die Frau einen Bezug zu Löffingen hat oder ob das Porträt aus rein dekorativen Gründen in die Mehrbildkarte montiert wurde, muss offen bleiben.

Blick auf den oberen Rathausplatz, ca. 1909/10

Atelier Eugen Felle, Isny / Stadtarchiv

Wo sich heute meist eine Blechlawine durch das Städtchen zieht und Autos parken, herrscht auf diesem Foto Leere. Ein Mann steht mitten auf der Straße, die noch nicht asphaltiert ist. Vor dem Gasthaus »zum Ochsen« scheinen ein paar Menschen zu sein. Der Platz diente damals noch nicht als Parkplatz, sondern als »Marktplatz«, wie auch der Titel der Ansichtskarte lautet. Buntes Markttreiben war allerdings seit der Jahrhundertwende selten geworden. 1904 war der Kornmarkt ganz eingestellt worden.

Rechts sind die Gasthäuser »zum Löwen« und »zum Ochsen« zu sehen. Der »Löwen« gehörte damals dem aus Grafenhausen stammenden Gastwirt Vinzenz Jäger (1852-1930), der mit Adelheid geb. Rogg verheiratet war. Der »Ochsen« wurde seit dem Tod von Gastwirt Martin Gromann (1866-1905) von seiner Witwe Josefa Gromann geb. Sibold (1863-1937) betrieben. Der Platz findet oben rechts seinen Abschluss in dem Haus von Kaufmann Wilhelm Vogt (1880-1964), der es 1906 erworben hatte. Deutlich ist das Schaufenster zu sehen. Vogt, in Bonndorf geboren, war mit Elisabeth Vogt geb. Martin (1877-1959) aus Hondingen bei Blumberg verheiratet.

Dominiert wird der obere Rathausplatz von einem dreistöckigen Neubau auf der linken Seite. Nach dem Brand von 1907 erwarb die Stadtgemeinde den Brandplatz von Handelsmann Heinrich Wertheimer. Sie errichtete darauf die »Industrie- und Gewerbeschule«. Das Gebäude wurde mehrere Meter zurückgesetzt und so eine breitere Durchfahrt für den Verkehr geschaffen. Das Gebäude verfügt über eine repräsentative Freitreppe und einen Erker zum Platz hin.

Standort des Fotografen: 47.883877, 8.344614

Fotoserie vom Ministerbesuch nach dem Großbrand, Juli 1921

Verlag A. Rebholz

Die beiden Fotos stammen aus einer Serie von insgesamt vier Bildern, wie man an der Nummerierung mit römischen Ziffern ersehen kann.

Nach dem Großbrand am 28. Juli 1921, bei dem 36 Häuser in Löffingen zerstört wurden, traf am 31. Juli der Innenminister des Landes Baden, Adam Remmele (1877-1951) ein. Er wollte sich ein Bild von dem Ausmaß der Katastrophe machen. Mittlerweile war ein Kontingent der Reichswehr eingetroffen, um bei den Aufräumungsarbeiten mitzuhelfen.

Auf dem oberen Bild schreitet der Innenminister die Front der angetretenen Soldaten ab.  In gebührendem Abstand stehen einige Erwachsene und Kinder. Sicherlich wurden sie angezogen von dem besonderen Ereignis eines Ministerbesuchs. Die meisten Löffinger hatten aber vier Tage nach dem schrecklichen Ereignis, bei dem sie ihr gesamtes Hab und Gut verloren, Wichtigeres zu tun, als nach einem Minister Ausschau zu halten. Links im Bild steht ein Bierlaster der Brauerei Rothaus.

Auf dem zweiten Bild  streben die Männer nach der Brandplatzbesichtigung der Gaststätte »zum goldenen Löwen« zu. Noch immer steht auf dem Wirtshausschild der französische Zusatz »Hôtel de Lion d‘or«.

Standort des Fotografen: 47.884091, 8.344647