4 Fotos: Clowngruppe beim Umzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1987

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Manege frei für Clowns, Akrobaten und Musikanten« lautet das diesjährige Fasnachtsmotto. Diese Gruppe – vermutlich aus dem Turnerbund – entscheidet sich nicht für eine der drei Varianten, sondern vereint gleich alles miteinander.

Bunt kostümiert und geschminkt, mit fröhlichen Gesichtern und farbigen Luftballons, treten sie als Clowns auf. Auf Hüpfbällen wird gesprungen, auf Stelzen marschiert – akrobatische Einlagen inklusive. Und dazu wird musiziert: auf Akkordeons und Blasinstrumenten aller Art, von der Tuba bis zur Kindertröte. Sogar Gartenschläuche und Gießkannen kommen zum Einsatz.

Die Gruppe zieht über den oberen Rathausplatz und passiert gerade das Rathaus. Das Wetter spielt allerdings nicht mit: Die aufgespannten Regenschirme sind keine bloßen Accessoires, sondern bitter nötig. Trotzdem harren die Zuschauer*innen am Straßenrand tapfer im Schmuddelwetter aus. So beteiligt sich die Gruppe als bunter Farbtupfer am närrischen Treiben – ein fröhlicher Kontrast zum grauen »Fasnet Mändig«, der für einen Moment fast vergessen lässt, wie ungemütlich das Wetter eigentlich ist.

erstes Foto: Birte Meder

zweites Foto

drittes Foto

viertes Foto

Standort des Fotografen: 47.883986, 8.344518

Narrengruppe beim Umzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1987

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Manege frei für Clowns, Akrobaten und Musikanten« – unter diesem Motto steht die diesjährige Fasnacht. Diese Gruppe hat sich ganz offensichtlich für die dritte Variante entschieden: die Musik. Als Köche verkleidet ziehen die Musikant*innen durch die Straßen. Weiße Kochjacken und hohe Mützen bestimmen das Bild, dazu kommt ein besonderes Detail: Die Gesichter sind je zur Hälfte silbern und golden geschminkt. Die Schminke harmoniert mit den glänzenden Blechinstrumente, die sie mit sich führen.

Mit Tuba, Posaune, Saxophon und Schlagzeug sorgen sie für Stimmung im Narrenumzug am »Fasnet Mäntig«. Gerade passieren sie das Rathaus, während sich am Straßenrand zahlreiche Zuschauer*innen versammelt haben. Es ist der erste Auftritt des »Flädlesuppen-Clubs«. Die Musiker*innen gehören zur Stadtmusik. Ihr Name rührt daher, dass die »Flädler« bei Festlichkeiten der Stadtmusik große Mengen Flädlesuppe zubereiten und diese zugunsten der Vereinskasse verkaufen.

V.l.n.r.: 1 Fridolin Benz, 2 Karl Binder, 3 Klaus Baader, 4 Edwin Kuttruff, 5 Jolanda ???, 6 Lothar Baader

Standort des Fotografen: 47.883962, 8.344399

Walpurgisnacht auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1939

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Ein gleißender Feuerschein zerreißt die Dunkelheit über dem Rathausplatz. Rauch zieht in Schwaden durch die Nacht, Funken stieben in die Höhe. Es ist Fasnacht 1939 – und seit wenigen Jahren gehört die »Walpurgisnacht« zum festen Bestandteil des närrischen Programms. Seit 1934 führt die Hexengruppe dieses schaurige Spiel auf. Den Text verfasste Leo Ratzer (1881-1948). Was hier geboten wird, ist ein schaurig-schönes Spektakel.

Der Blick fällt über den oberen Rathausplatz in Richtung des Gasthauses »Löwe« (Rathausplatz 11). Details verschwimmen im Halbdunkel, doch gerade das macht den Reiz der Aufnahme aus. Schemenhaft sind Figuren zu erkennen – vielleicht der Teufel mit erhobenem Arm, vielleicht Hexen, die um das Feuer tanzen. Das Licht der Flammen wirft flackernde Schatten auf die Fassaden, während sich die Menge im Vordergrund dicht um die Fasnachtsbühne drängt.

Solche Fotografien sind selten. Die »Walpurgisnacht« findet in der Dunkelheit statt, und die technischen Möglichkeiten der 1930er Jahre machen Nachtaufnahmen zu einer Herausforderung. Umso kostbarer ist dieses Bild. Eine echte Rarität!

Erst rund zwei Jahrzehnte später entsteht jene Musik, die seither alljährlich bei der »Walpurgisnacht« von der Stadtmusik gespielt wird. Komponiert wird sie vom Musikpädagogen und Komponisten Dr. Hermann Regner (1928-2008). Von 1958 bis 1964 wirkt er als Dozent an der Hochschule für Musik in Trossingen. In dieser Zeit – vermutlich 1961 – kommt es auf Initiative von Rupert Hepting (1905-1990), dem Dirigenten der Stadtmusik, zur Zusammenarbeit: Regner komponiert die Musik zur »Walpurgisnacht« – und nebenbei auch den Löffinger Narrenmarsch, der bis heute zum festen Repertoire gehört.

Standort des Fotografen: 47.884084, 8.344622

Musikkapelle im Gasthaus »Löwe«, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte dankenwerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Wenn an Fasnacht in den Gasthäusern gefeiert wird, darf Livemusik nicht fehlen. Im Gasthaus »Löwe« spielt heute diese Musikkapelle auf.

Auf der kleinen Bühne sitzen drei Musiker mit ihren Instrumenten – eine Posaune und ein Saxophon sind zu sehen. Neben ihnen steht ein Schlagzeug, an dem wohl der vierte Musiker spielt, der auf dem Foto fehlt. Zwischen Notenständern und Bierflaschen herrscht ausgelassene Stimmung. Zwei Frauen haben sich zu den Musikern auf die Bühne gesetzt; eine von ihnen trägt ein auffälliges weißes Kleid mit aufgemalten Noten und einem Violinschlüssel – ganz im Zeichen der Musik. Ihr Lächeln und die lockere Haltung der Gruppe zeigen, dass hier nicht nur musiziert, sondern auch gefeiert wird.

V.l.n.r.: 1 Waldemar Zepf (1937-2024), 2 ???, 3 Lothar Zepf, 4 ???, 5 [Werner Zepf]

Standort des Fotografen: 47.883830, 8.345087

Narrengruppe »Loipenspurgerät« beim Gasthaus »Löwe«, Fasnacht 1975

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Narren des Skiclubs zeigen beim Narrenumzug, was ihrem Verein dringend fehlt: ein eigenes Loipenspurgerät. Sie griffen kurzerhand selbst zur Säge und zum Hammer – und zimmerten ihr ganz persönliches »Pist-Spur-und Walzgerät«. Heraus kam ein Gefährt, das eher an die Steinzeittechnik der Familie Flintstone erinnert als an moderne Wintersportgeräte. Vornedran sind ein paar Langlaufski geschnallt, damit die Spur wenigstens symbolisch gezogen werden kann. Vorne prangt der Name »Schneewiesel« auf dem Gefährt und verweist damit auf den österreichischen Hersteller Kahlbacher, der das Spezialfahrzeug Schneewiesel K2000 auf dem Markt vertreibt. Auf den Seiten ist zu lesen: »Langläufer leben länger ohne Schnee« – wobei die Narren das »leben« durch einen eingefüngten Buchstaben zu »lieben« veränderten.

Als der Umzug am »Fasnet Mändig« durchs Städtchen zieht, ist allerdings weit und breit kein Schnee zu sehen. Da könnte selbst ein echtes Loipenspurgerät nichts ausrichten.

Standort des Fotografen: 47.883709, 8.344991

»Löwen«-Wirtin Elisabeth Jordan (?), 1984

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Elisabeth Jordan (1907-?), die langjährige Wirtin des Gasthauses »Löwen«, einmal nicht im Arbeitsalltag – sondern als Jubilarin. Heute steht sie nicht hinter der Theke, zapft kein Bier und bewirtet niemanden. Stattdessen trägt sie Festtagskleidung und genießt ihren Ehrentag. Denn heute steht das Geburtstagskind selbst im Mittelpunkt.

Geboren wurde sie am 28. August 1907. Verheiratet mit dem Gastwirt Wilhelm Jordan (1902-?) betrieb sie seit 1933 den »Löwen«. Seit 1953 wird das Gasthaus von Tochter Elisabeth Zepf (geb. Jordan) und ihrem Ehemann Walter Zepf weitergeführt.

Standort des Fotografen: ???

Neubau der Volksbank am oberen Rathausplatz, 1973

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Von der Eggertenstraße aus wird der Baufortschritt am oberen Rathausplatz fotografisch festgehalten. Die gähnende Leere, die nach dem Abbruch der »alten Sonne« im Januar 1973 mitten im Städtchen klaffte, ist jetzt reger Bautätigkeit gewichen. Hier entsteht ein modernes Wohn- und Geschäftshaus, in dem auch die »Volksbank« Räumlichkeiten beziehen wird.

Die Pläne für den Neubau stammen von der Architektengruppe 4 aus Freiburg. Sie versucht, den Stil des Neubaus der Altstadt anzupassen. Die Bauausführung liegt bei dem Freiburger Architekten Arno Rudel. Das Gebäude wird eine Nutzfläche von rund 1.100 m² haben. Rund 6.000 m³ Raum werden insgesamt umbaut. Bauherren sind zum einen die »Volksbank«, zum anderen Monika Wehrle (1910-?), die ihren bisherigen Obst- und Gemüsemarkt fortführen möchte. Im November 1973 wird bereits Richtfest gefeiert.

Standort des Fotografen: 47.883405, 8.344480

Vorstand der Landfrauen im Gasthaus »Löwen«, 1991

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Bei der Generalversammlung des Landfrauenvereins im Gasthaus »Löwen« finden Vorstandswahlen statt, die von der Bezirksvorsitzenden Adelheid Ketterer aus Breitnau und deren Vorgängerin Erika Ketterer aus Bachheim geleitet werden. Nicht mehr zur Wahl stellen sich die Zweite Vorsitzende Marianne Egle und die Schriftführerin Lydia Zepf.

Die 50 anwesenden Mitglieder bestätigen die Vorsitzende Hedwig Zepf für weitere drei Jahre in ihrem Amt. Neue Zweite Vorsitzende wird Stadträtin Christel Kaiser. Neu im Amt der Schriftführerin ist Gabi Maier. Als Kassiererin wird Josefa Geisinger wiedergewählt. In ihren Ämtern bestätigt werden die Beisitzerinnen Inge Mayer und Emma Selb.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Josefa Geisinger, 2 Christel Kaiser, 3 Hedwig Zepf
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Gabi Maier, 2 Emma Selb, 3 Inge Mayer

Der Verein besteht seit sieben Jahren und verfügt über 111 Mitglieder.

Standort des Fotografen: 47.883846, 8.345099

Närrinnengruppe beim Umzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1987

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willman zur Verfügung.

Die Straßen des Städtchens sind gefüllt mit Zuschauer*innen, die begeistert den Narrenumzug am »Fasnet Mändig« verfolgen. Kinder in bunten Kostümen säumen die Wege und bringen zusätzliches Leben in die Szenerie. Gerade läuft eine fröhliche Gruppe Närrinnen vorüber und interagiert mit den Zuschauer*innen. Es sind die Frauen der »Alt-Hexen«. Auch sie bringen sich in das närrische Treiben ein und füllen die alemannische Fasnacht mit Leben.

V.l.n.r.: 1 ??? Vogelbacher, 2 Albertina Glunk, 3 Hedwig Bayer (geb. Schmid, 1924-1996), 4 Maria Kaufmann (geb. Vogelbacher, 1931-2022)
Das kleine Mädchen ist Michaela Andris.

Im Hintergrund sind die farbenfrohen Häuserfassaden der Gasthäuser »Ochsen« (Rathausplatz 12) und »Löwen« (Rathausplatz 11) zu sehen. Ganz links steht das Haus Vogt (Rathausplatz 13), als »Zigarren-Vogt« bekannt.

Standort des Fotografen: 47.884011, 8.344590

Narrengruppe auf der Fasnachtsbühne, Fasnacht 1974

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Eine Narrengruppe hat sich auf der schneebedeckten Fasnachtsbühne auf dem oberen Rathausplatz versammelt. Links stehen zwei uniformierte Mitglieder der Narrenpolizei, während sich rechts eine bunt kostümierte Gruppe präsentiert. Männer in orientalischen Gewändern, Sonnenbrillen und mit Fächern symbolisieren die ölreichen Staaten, eine Person in buntem Hawaiihemd und Sombrero und ein Cowboy ergänzen das Ensemble und stellen wohl die westlichen Staaten dar.

Das Motto dieser Fasnacht lautete »Närrisch kritisch« und die Narren nehmen die gegenwärtige Ölkrise aufs Korn. Diese Krise sorgt in den 1970er Jahren für autofreie Sonntage, steigende Preise und weltweite Diskussionen über die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die Gruppe greift das Thema auf, indem sie humorvoll die Rolle der erdölproduzierenden Länder und die westliche Abhängigkeit vom Öl darstellt.

Die Narren sind die »Dilldappen«, eine Stammtischrunde, die im Gasthaus »Sonne« zusammenkommt. Sie treten alljährlich am »Fasnet Mändig« in Erscheinung und haben sogar eine eigene Fahne, die sie mit sich führen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Narrenpolizist Christian Winter, 3 ??? (verdeckt), 4 Franz Bader (1901-1986), 5 ???, 6 Fritz Frei (Seppenhofen), 7 ???, 8 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Klaus Allinger, 2 Wilhelm Jonner, 3 Erich Adrion (verdeckt, 1926-2001), Heinrich Frei (Reiselfingen)

Im Hintergrund ist Hans Riedlinger zu sehen.

Zu den »Dilldappen« gehören in alphabetischer Reihenfolge: Erich Adrion, Klaus Allinger, Franz Bader, Ernst Frei, Fritz Frei, Ernst Fritsche, [Hubert Fuß ?], Kurt Hattler, Hans Heckle, Wilhelm Jonner, Karl Koch sen., Fritz Löscher, Walter Maier, Hans Müller, Leonard Vergut, Jakob Zahn

Im Hintergrund sind links das Gasthaus »Löwe« (Rathausplatz 11) und rechts die neu erbaute und noch nicht verputzte Volksbank (Rathausplatz 10) zu sehen. Dazwischen kann man einen Blick auf das Haus Schelling (Kirchstr. 13) werfen. Zu erkennen sind aber nur das Dach und die Dachgaube.

Standort des Fotografen: 47.883955, 8.344831

Weihnachtsmarkt beim Gasthaus »Löwen«, Dezember 1974

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Gut besucht scheint der Weihnachtsmarkt. Beim Gasthaus »Löwen« reiht sich in Richtung Kirchstraße Verkaufsbude an Verkaufsbude. Vorne links werden »Gardinen zu Mini-Preisen« angeboten. Ein paar interessierte Kund*innen begutachten die Ware.

Im Hintergrund sind die »Löwenschier« im Besitz von Karl Krieg (Kirchstr. 9) und das Haus Schelling (Kirchstr. 11) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883802, 8.344854

Weihnachtsmarkt auf dem oberen Rathausplatz, 1974

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Sehr weihnachtlich sieht es zwar noch nicht aus. Schnee ist weit und breit nicht zu sehen. Aber vielleicht kann ja der Weihnachtsmarkt bei den Besucher*innen eine weihnachtliche Stimmung hervorrufen? Die Buden stehen eng an eng auf dem oberen Rathausplatz.

Zu sehen sind die Gasthäuser »Löwen-Post« (Rathausplatz 11) und »Ochsen« (Rathausplatz 12) sowie das Zigarrengeschäft Vogt (Rathausplatz 13). Zwischen dem »Zigarren-Vogt« und dem »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) ist Weihnachtsdekoration über die Straße gespannt.

Standort des Fotografen: 47.883823, 8.344850