Rückseite von den Häusern Welte und Vogt in der Bittengasse, ca. 1976

Stadtarchiv

Auf dieser seltenen Ansicht ist die Rückseite der Häuser Welte (Rathausplatz 14) und Vogt (Rathausplatz 13) in der Bittengasse zu sehen. Vom Haus Vogt, in dem sich seit Jahrzehnten ein Zigarren-Geschäft befindet, sind zahlreiche Fotos überliefert. Diese zeigen aber immer die repräsentative Vorderansicht am Rathausplatz mit dem Ladeneingang und dem Schaufenster. Das angrenzende Haus Welte, das zu den mittelalterlichen Gebäuden zählte, die die Stadtmauer bildeten, wurde hingegen kaum fotografiert. Es fristete, versteckt hinter dem Gasthaus »Ochsen«, ein Schattendasein. Erst durch Überlegungen, das Haus abzureißen und an seiner Stelle das »Kultur- und Fremdenverkehrszentrum« (KFZ) zu errichten, rückte es ins öffentliche Bewusstsein.

Die Stadtgemeinde verhandelte seit 1977 über einen Kauf des Hauses Welte. 1982 erwarb sie es schließlich. Die Bausubstanz war zu diesem Zeitpunkt bereits so schlecht, dass eine Sanierung teuer geworden wäre.  Nachdem der Denkmalschutz Neubauplänen zugestimmt hatte, erfolgte 1987 der Abbruch des alten Gemäuers.

Standort des Fotografen: 47.884205, 8.345727

Fronleichnamsprozession auf dem oberen Rathausplatz, 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Cindy Küßner zur Verfügung.

Langsam bewegt sich die Fronleichnamsprozession über den oberen Rathausplatz. Der Zug steuert das frühere Gasthaus »zur Sonne« an, vor dem ein Stationenaltar aufgebaut ist. Eine Gruppe Frauen, die vermutlich dem katholischen Frauenverein angehört, trägt eine Marienfigur auf dem Prozessionsweg durch das Städtchen. Im Hintergrund ist das Gasthaus »zum Ochsen« (Rathausplatz 12) und das Haus vom »Zigarren-Vogt« (Rathausplatz 13) zu sehen. Der Kaufmann Wilhelm Vogt betreibt die Tabakwaren-Großhandlung.

Standort des Fotografen: 47.883974, 8.344918

Festumzug anlässlich des Schwarzwaldgau-Sängerbundesfestes, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Johanna und Walter Nägele zur Verfügung.

Von einem Fenster im Rathaus wird dieses Foto aufgenommen. Von hier oben bietet sich der beste Blick auf den Rathausplatz und den Festumzug anlässlich des Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest.

Die Feierlichkeiten begannen am Vorabend mit einem Festbankett, zu dem sich rund 2.000 Teilnehmer einfanden. Am Vormittag folgte dann ein Preiswettsingen und anschließendes Konzert. Zum Abschluss des Festes findet nun ein Festumzug durch das geschmückte Städtchen statt.

Viele Schaulustige säumen den Weg. Eine Gruppe Radfahrer, die vermutlich dem Radfahrerverein angehören, eröffnen den Zug. Am rechten Bildrand ist das Gasthaus »zum Ochsen« zu sehen. Vor dem Wirtshaus sind Bierbänke aufgebaut, um die angereisten Gäste bewirten zu können.

Standort des Fotografen: 47.883925, 8.344624

Oberer Rathausplatz mit Gewerbeschule, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 12 ist mit  »Oberer Platz mit Gewerbeschule« betitelt. Zu sehen ist der Obere Rathausplatz mit dem Rathausbrunnen und den einrahmenden Häusern. 

Wingenroth beschreibt die Ansicht mit den Worten: »Wir kehren zum Mittelpunkt des Städtchens, zum Rathaus zurück und blicken von seiner Nordseite aus den ansteigenden Platz hinan, der wieder an richtiger Stelle durch einen guten Steinbrunnen mit der Figur einer Ährenleserin auf gebauchter Säule geziert ist und dessen Platzwände in ihrer unregelmäßigen Führung ein sehr gutes Bild abgeben. Das Bild erhält einen vorzüglichen Abschluss durch die vorspringenden Häuser im Norden und den Blick in die Straße, die nach kurzer Führung durch zwei Giebelfronten geschlossen ist. Von den die Straße flankierenden Häusern ist das linke die neue Gewerbeschule, die alles in allem mit ihrer Freitreppe und Portal dem ansteigenden Platz einen guten Akzent gibt und sich in Höhe und Dächern trefflich einfügt. Das Haus rechts hat leider durch einen unglücklichen Ladeneinbau gelitten, wie ein solcher auch das mit einer hübschen Freitreppe, Rundbogentür und Wappen gezierte Haus auf der Westseite des Platzes entstellt.«

Standort des Fotografen: 47.883875, 8.344645

Fasnachtsgruppe der Stadtmusik vor dem Gasthaus »Ochsen«, 1930/31

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Neun Narren der Stadtmusik stellen sich vor dem Gasthaus »zum Ochsen« zu einem Gruppenfoto auf. Sie haben Notenblätter bei sich. Welches Fasnachtslied sie gleich spielen werden, wissen wir nicht.

Den Narrenmarsch »Alt und jung gon uff d’Stroß« können sie jedenfalls nicht spielen, denn das Lied entstand erst 30 Jahre später, 1961. Die Melodie komponierte Dr. Hermann Regner (1928-2008), der damals Dozent an der Hochschule für Musik in Trossingen war. Den Text schrieb Josef Bayer.

V.l.n.r.: ???, ???, Franz Zepf (1905-?), Josef Hasenfratz (1899-1967), ???, Timotheus Schmid (1903-1984), Rupert Hepting (1905-?), Edmund Jordan (1907-1970), ???.

Standort des Fotografen: 47.884049, 8.345088

Feuerwehrmannschaft mit Spritzenwagen auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1937/38

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Richard Zepf zur Verfügung.

Vor dem  Gasthaus »zum Ochsen« stellt sich die Steigermannschaft der Freiwilligen Feuerwehr mit ihrem Spritzenwagen zu einem Gruppenfoto auf. Das Foto soll am 6. Juni 1937 aufgenommen worden sein. Denkbar ist aber auch, dass es ein Jahr später anlässlich der Feierlichkeiten zum 75. Gründungsfest entstanden ist.

V. l. n. r. Fritz Adrion sen., Anselm Zepf, Johann Beha, Rudolf Selb, Wilhelm Maier, Josef Fritsche, August Fehrenbach, Josef Fehrenbach, ?, Fritz Adrion jun., Wilhelm Krauß, Franz Heizmann.

Standort des Fotografen: 47.884004, 8.344877

Fotoserie zum Fasnachtsumzug auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1930

Verlag A. Rebholz
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Emma Binder zur Verfügung.

Von der Oberen Hauptstraße kommend bewegt sich der Rosenmontagsumzug über den oberen Rathausplatz. Dank der Fotoserie, die Anton Rebholz von den Fenstern des Rathauses aus aufnahm, entsteht eine Filmsequenz und der Betrachter vermag den närrischen Zug an sich vorüber ziehen lassen. Zu erkennen ist etwa eine Schar Kinder, die als Harlekins verkleidet, mitläuft. Von Pferden gezogene Motivwagen rumpeln über die Straße. Die weiß gekleideten Turner des Turnerbundes sind mit einem Wagen vertreten. Die Guggenmusik heizt mit ihrer »schräg« gespielten Blasmusik ein.

Bei dem bunten Treiben auf dem Platz dürfen die Gebäude im Hintergrund nicht übersehen werden: Das Gasthaus »zum Ochsen« wurde kurz zuvor umgebaut. Der einstige Ökonomieteil mit seinem großen Scheunentor ist verschwunden. Statt dessen wurde die Gaststube erweitert und weitere Fenster in die Fassade hineingebrochen. Die Außenmauer wurde noch nicht wieder verputzt, sodass in der rechten Gebäudehälfte deutlich das Mauerwerk zu erkennen ist. An den »Ochsen« grenzt der »Löwe« an, der auf dem Wirtshausschild noch »zum goldenen Löwen« heißt. Auch an diesem Gebäude wurden erst kürzlich bauliche Veränderungen im Erdgeschoss vorgenommen.

Standort des Fotografen: 47.884006, 8.344528

Fasnachtsumzug auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1926

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Lore Sibold zur Verfügung.

Der Fasnachtsumzug ist in vollem Gange: Eine Blaskapelle im Vordergrund schmettert gerade einen Marsch. Beiderseits der Hauptstraße stehen Schaulustige, um den bunten Zug zu sehen, der auf den oberen Rathausplatz einzieht. Auch auf der Freitreppe vor dem »Stadtbau« drängen sich Menschen, um von dieser erhöhten Position alles sehen zu können. Vor dem Gasthaus »zum Ochsen«, dessen Ökonomieteil noch nicht umgebaut wurde, stehen Stände aufgebaut. Über einem Stand hängt das Spruchband: »Spielhöhle Monte Carlo Spielhöhle«. Eigentlich müsste es korrekt »Spielhölle« heißen, aber wen stört das schon an Fasnacht?

Standort des Fotografen: 47.883993, 8.344532

Begrüßung des Großherzoges Friedrich I. von Baden auf dem oberen Rathausplatz, 30. August 1894

Sammlung Familie Waßmer

Hohen Besuch bekam das Baarstädtchen am 30. August 1894: Der badische Großherzog Friedrich I. (Bildmitte, mit Pickelhaube und hellem Mantel) kam nach Löffingen, um das Manöver einer gemischten Kavalleriedivision zu besuchen. Böllerschüsse kündigten am Morgen seine Ankunft an. Honoratioren Löffingens und der umliegenden Gemeinden sowie die Feuerwehr begrüßten »Seine Königliche Hoheit« auf dem oberen Rathausplatz. Die Gebäude, wie hier das Gasthaus »Ochsen« und das Haus von Kaufmann Wilhelm Kohler, waren »vaterländisch beflaggt. Auf dem Foto ist zu erkennen, dass auch einige Frauen in den hinteren Reihen angetreten sind. Ein paar neugierige Jungen drängen rechts ins Bild, um das seltene Schauspiel zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884014, 8.344865

Blick auf den oberen Rathausplatz, 1960

Verlag A. Rebholz / Sammlung Familie Waßmer

Das Foto entstand am gleichen Tag wie die Einzelaufnahme vom Gasthaus »zum Ochsen« (siehe Foto). Die Perspektive ist so gewählt, dass die Brunnenfigur mit dem Blumenschmuck im Vordergrund zu sehen ist. Der Blick geht an der »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen vorbei zum Gasthaus »Ochsen« und zum Haus Vogt. »Zigarrenhaus Vogt – Groß- u. Kleinverkauf« steht groß auf einem Werbeschild über dem Schaufenster. 

Das Haus Vogt, das den Rathausplatz oben abschließt, weist eine Besonderheit auf. Das Zigarrengeschäft Wilhelm Vogt verfügt über einen imposanten Eingang. Vier Holzsäulen rahmen die Eingangstür und die zwei Fenster ein. Ein mit Schnitzereien versehener Querbalken bildet den oberen Abschluss des Eingangsportals. Im zweiten Stockwerk bietet ein Balkon einen herrschaftlichen Blick auf den Platz. Der Laden kann auch durch einen seitlichen Eingang von der Durchfahrtstraße betreten werden. Oben am Giebel ragt ein Balken heraus, über den mit einem Seilzug Lasten in den Speicher befördert werden können.

Standort des Fotografen: 47.883944, 8.344567

Blick auf den oberen Rathausplatz, ca. 1909/10

Atelier Eugen Felle, Isny / Stadtarchiv

Wo sich heute meist eine Blechlawine durch das Städtchen zieht und Autos parken, herrscht auf diesem Foto Leere. Ein Mann steht mitten auf der Straße, die noch nicht asphaltiert ist. Vor dem Gasthaus »zum Ochsen« scheinen ein paar Menschen zu sein. Der Platz diente damals noch nicht als Parkplatz, sondern als »Marktplatz«, wie auch der Titel der Ansichtskarte lautet. Buntes Markttreiben war allerdings seit der Jahrhundertwende selten geworden. 1904 war der Kornmarkt ganz eingestellt worden.

Rechts sind die Gasthäuser »zum Löwen« und »zum Ochsen« zu sehen. Der »Löwen« gehörte damals dem aus Grafenhausen stammenden Gastwirt Vinzenz Jäger (1852-1930), der mit Adelheid geb. Rogg verheiratet war. Der »Ochsen« wurde seit dem Tod von Gastwirt Martin Gromann (1866-1905) von seiner Witwe Josefa Gromann geb. Sibold (1863-1937) betrieben. Der Platz findet oben rechts seinen Abschluss in dem Haus von Kaufmann Wilhelm Vogt (1880-1964), der es 1906 erworben hatte. Deutlich ist das Schaufenster zu sehen. Vogt, in Bonndorf geboren, war mit Elisabeth Vogt geb. Martin (1877-1959) aus Hondingen bei Blumberg verheiratet.

Dominiert wird der obere Rathausplatz von einem dreistöckigen Neubau auf der linken Seite. Nach dem Brand von 1907 erwarb die Stadtgemeinde den Brandplatz von Handelsmann Heinrich Wertheimer. Sie errichtete darauf die »Industrie- und Gewerbeschule«. Das Gebäude wurde mehrere Meter zurückgesetzt und so eine breitere Durchfahrt für den Verkehr geschaffen. Das Gebäude verfügte über eine repräsentative Freitreppe und einen Erker zum Platz hin.

Standort des Fotografen: 47.883877, 8.344614