Kaminfeger auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1924

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Acht Paare haben sich auf dem oberen Rathausplatz versammelt, die identisch gekleidet sind: Die Männer sind als Schornsteinfeger verkleidet, die Frauen an ihrer Seite tragen Kleider und halten einen Kaminbesen in ihren Händen.

Der Platz selbst ist verschneit. Im Hintergrund sind die Gasthäuser »zum Löwen« (Rathausplatz 11) und »zum Ochsen« (Rathausplatz 12) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883922, 8.344824

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit drei Ansichten, ca. 1895-1900

Verlag J. A. Binder Nachfolger, Bonndorf
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

August Limb schreibt diese lithografische Ansichtskarte offenbar an seinen Bruder Julius Limb. Abgebildet sind auf der Mehrbildkarte drei Ansichten des Städtchens.

Über die gesamte Breite der Karte erstreckt sich im oberen Teil eine Gesamtansicht, wie sie sich dem Betrachter vom Gewann »Im kleinen Brühl« aus darbietet. Zu sehen ist die katholische Pfarrkirche St. Michael und die Häuser in der Altstadt sowie im Maienland und auf dem Alenberg. Im Vordergrund ist die Bahnlinie zu sehen, auf der eine Eisenbahn fährt, obwohl die Strecke erst 1901 in Betrieb genommen wird. Auch das Bahnhofsgebäude ist zu erkennen.

In einem runden Passpartout ist darunter der obere Rathausplatz abgebildet. Zu sehen sind das Rathaus und die drei Gasthäuser »Sonne« (Rathausplatz 9-10), »Löwe« (Rathausplatz 11) und »Ochsen« (Rathausplatz 12). Über den Platz fahren gerade eine Pferdekutsche und ein Fahrradfahrer. 

In dem rechteckigen Passpartout daneben ist das neu geschaffene Kriegerdenkmal zu sehen. Es wurde 1894 zum Gedenken an die Soldaten des deutsch-französischen Krieges 1870/71 eingeweiht. Die lithografische Darstellung ist in idealisierter Form wiedergegeben: Das Denkmal erscheint größer als in Wirklichkeit und es scheint frei in einer Grünanlage zu stehen. 

In der Mitte der Ansichtskarte ist der Schriftzug »Gruss aus Löffingen« zu lesen, von Blumen eingerahmt. 

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit sieben Ansichten, ca. 1909

Verlag Emil Rosenstiel, Löffingen / Sammlung Familie Waßmer

Auf dieser Mehrbildkarte, die nach der Jahrhundertwende gedruckt wird, sind gleich sieben Einzelbilder zu sehen. Sie sind in rechteckige, ovale oder runde Passpartouts gefasst. Abgebildet sind verschiedene öffentliche Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten, auf die man in Löffingen zu dieser Zeit stolz ist.

Oben link ist der untere Rathausplatz mit dem »Schulhaus« (Rathausplatz 1) zu sehen. Interessant dabei ist, dass das stattliche Gebäude weder als Rathaus noch als Kaufhaus bezeichnet wird, obwohl es seit seiner Erbauung 1831 alle drei Funktionen unter einem Dach vereinte. Der Blick auf das Rathaus hat Seltenheitswert: Im Vordergrund fehlt das Haus Schmutz (Rathausplatz 6), das bei einem Feuer 1909 zerstört wurde. Der Wiederaufbau hat zwar begonnen und die Bauarbeiten sind im Gange, aber noch ist der Blick frei auf das Rathausgebäude und die anderen Häuser am Platz. Sie werden beim Großbrand 1921 zerstört werden.

Oben mittig ist der 1901 eröffnete Bahnhof zu sehen, schließlich ist es eine große Errungenschaft, dass das Städtchen an die Eisenbahn angeschlossen ist. Die Ansichtspostkarte richtet sich wohl auch an potentielle Wallfahrer zum Witterschneekreuz, die mit einem Blick ersehen können, dass man nach Löffingen bequem reisen kann.

Oben rechts ist – quasi als Pendant zum ersten Bild – der obere Rathausplatz zu sehen, der als »Marktplatz« bezeichnet wird. Jahrhundertelang wurde hier der Kornmarkt abgehalten. Doch mit der Eröffnung der Bahnlinie 1901 war der Niedergang endgültig besiegelt. 1904 wurde er ganz eingestellt. Zu sehen sind die beiden Gasthäuser »zum Löwen« (Rathausplatz 11) und »zum Ochsen« (Rathausplatz 12). Aber die besondere Aufmerksamkeit des Fotografen galt wohl dem Neubau auf der anderen Seite des Platzes: Der »Stadtbau« mit der Gewerbeschule (Demetriusstr. 1) wurde 1909 erbaut. Das Vorgängergebäude und der gesamte Straßenzug waren bei einem Großbrand 1907 eingeäschert worden.

Unten links ist das »Krankenhaus« (Seppenhofer Str. 7) abgebildet, das in den Jahren 1890/91 erbaut wurde. Das kleine Haus daneben ist das alte Spital, in dem ursprünglich 1871 das Krankenhaus eröffnet wurde. 1955 wird es bei der Erweiterung des Krankenhausgebäudes schließlich abgerissen.

In der Kartenmitte unten sind zwei Ansichten des Witterschneekreuzes zu sehen: Die alte, holzverschindelte »Schneekreuz-Capelle« und die in den 1890er Jahren erbaute neuromanische »Wallfahrtskirche«.

Unten rechts ist eine junge Frau in Tracht zu sehen. Inwiefern die Frau einen Bezug zu Löffingen hat oder ob das Porträt aus rein dekorativen Gründen in die Mehrbildkarte montiert wurde, muss offen bleiben.

Wahlkampf zur Gemeinderatswahl, 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Über die Straße beim Rathaus ist ein Seil gespannt, an das Wahlaufrufe verschiedener Kandidaten geheftet sind. Die Gemeindesratswahl steht kurz bevor und der Wahlkampf ist in die heiße Phase getreten. Mit kurzen knappen Slogans werben die Kandidaten für ihre Wahl: »Endlich Industrie: Paul Bugger«, »???: Eugen Hepting«, »So muß es sein: W. Maier«, »Beruf und Scholle: Eugen Fehrenbach«, »Ohne Knechtschaft«, »in der Zukunft!« und »Jetzt!! oder? Nie!« 

Im Hintergrund ist das Gasthaus »zum Ochsen« (Rathausplatz 12) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884006, 8.344534

Oberer Rathausplatz mit Gasthaus »Ochsen«, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ruhig und beschaulich geht es auf dem oberen Rathausplatz zu, als dieses Foto aufgenommen wird. Neben dem Rathausbrunnen steht ein geparktes Auto, in das ein Mann gerade einsteigt, um wegzufahren. Störenden Durchgangsverkehr gibt es ansonsten gerade keinen. Vor dem Gasthaus »zum Ochsen« (Rathausplatz 11) sind ein Mann und eine Frau zu erkennen. Ob sie gleich an den Tischen unter den Sonnenschirmen Platz nehmen werden?

Standort des Fotografen: 47.884035, 8.344642

4 Fotos: Stammtisch im Gasthaus »Ochsen«, 1957

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Beim Stammtisch im Gasthaus »Ochsen« geht es feucht-fröhlich zu. Man sitzt beisammen, unterhält sich, trinkt, raucht und amüsiert sich. An der Wand im Hintergrund hängt eine Zeichnung, die den »Ochsen« zeigt. Daneben hängt ein Porträtfoto von Walter Köpfler (1927-1945), dem Sohn der Wirtsleute, der im Zweiten Weltkrieg in Belgien gefallen ist. Er war SS-Panzergrenadier und starb im Alter von nur 17 Jahren.

Wer erkennt die Männer, die in der Runde beisammen sitzen? Zu ihren gesellt hat sich die Wirtstochter Agathe Köpfler (verh. Jordan, 1922-1982).

Standort des Fotografen: 47.883947, 8.345205

Szenenbilder der TV-Serie »Schwarzwaldklinik« mit dem Löwen am Rathaus, 1985

Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)

Das Städtchen dient Mitte der 1980er Jahre mehrfach als Drehort für die Fernsehserie »Die Schwarzwaldklinik«. Die Folge 13 der ersten Staffel mit dem Titel »Die fromme Lüge« wird am 4. Januar 1986 ausgestrahlt.

Darin freundet sich Katarinas Tochter Angie mit einem Zirkusmitglied an. Eines Tages reißt ein Löwe aus, erschreckt die Leute in der Umgebung zu Tode. Passanten, dargestellt von Löffingern, suchen in Panik das Weite. Bei einem Kameraschwenk ist im Hintergrund kurz das Gasthaus »zum Löwen« (Rathausplatz 12) zu sehen. Oberschwester Hildegard, gespielt von Eva Maria Bauer (1923-2006) flüchtet vor dem Löwen in eine Telefonzelle, die extra beim Rathaus aufgebaut wurde. Der Löwe wandert schließlich weiter und macht es sich schließlich beim »Hüsli« im Garten der Brinkmanns gemütlich, wo Angie ohne jede Angst mit ihm spielt. Haushälterin Käti stirbt fast vor Schreck. Mischa nähert sich dem Tier vorsichtig, um das Leben von Angie zu retten, trägt davon aber einen schmerzhaften langen Kratzer auf seinem Hintern davon.

Bei den Dreharbeiten am 12. Juli 1985 war es hingegen der Regisseur Hans Jürgen Tögel, der von dem Löwen mit Namen Ken verletzt wurde. Wegen einer Fleischwunde in der linken Wade musste er in das Kreiskrankenhaus Titisee-Neustadt eingeliefert werden. Die Dreharbeiten wurden abgebrochen und erst am 3. August 1985 wieder aufgenommen. Dabei entsteht auch die Filmszene mit Oberschwester Hildegard in der Telefonzelle. Auch dabei passierte Unvorhergesehenes, wie die Lokalzeitung berichtet: »Daß eine Telefonzelle nur bedingt Schutz vor Löwen bietet, zeigte sich, als Ken, nicht nur um die Telefonzelle schlich, sondern plötzlich Männchen machte und sich an die Scheibe der Telefonkabine lehnte. Ein bisschen mehr Druck und Anna Maria Bauer wäre der Löwe mitsamt der Glasscheibe entgegen gekommen. Ein einziges Mal wurde diese Szene gedreht.«

Standort des Fotografen: 47.883757, 8.344254

Gasthaus »Löwen« mit Rathausbrunnen, ca. 1959

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Viele Betrunkene hat die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen im Laufe der Zeit nach Hause wanken sehen. Schließlich befanden sich über lange Zeit hinweg gleich drei Gastwirtschaften am oberen Rathausplatz: das Gasthaus »zur Sonne«, das auf dem Foto bereits als Stadtmühle genutzt wird, das Gasthaus »zum Löwen« und das Gasthaus »zum Ochsen«.

Im Mittelpunkt dieses Fotos steht das Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11), dessen offizieller Name »Goldener Löwe Post« lautet. Betrieben wird es seit 1953 von dem Gastwirt Walter Zepf und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Jordan, der Tochter der früheren Wirtsleute. »Saal«, »Garage«, »Fremdenzimmer«, steht an die Hausfassade geschrieben.

In einem Werbeprospekt, das Mitte der 1950er Jahre gedruckt wurde, wirbt das Ehepaar Zepf für ihr Lokal: »gemütliche Gaststube« mit »erstklassiger, guter, bürgerlicher Küche«, »reele Weine«, »bestbekannte Rothaus- und Rogg-Biere«. Die »schönen, geräumigen Fremdenzimmer« hätten »fließendes kaltes und warmes Wasser«, die Pensionspreise für eine Übernachtung mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen belaufen sich auf »DM 8,-«. Desweiteren verfüge das Gasthaus über einen »schönen, großen Saal für Gesellschaften und Konferenzen«, nebst »Tanzfläche mit Parkett«.

Standort des Fotografen: 47.884001, 8.344679

Hochzeitszug von Walter Fuß und Inge Horn auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1958

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Gudrun Wörner zur Verfügung.

Braut und Bräutigam bewegen sich mit ihrer Hochzeitsgesellschaft durch das Städtchen. Der Bäckermeister Walter Fuß (1933-1999) und Ingeborg geb. Horn (1932-1999) haben sich soeben in der katholischen Pfarrkirche St. Michael das Ja-Wort gegeben. Jetzt sind sie mit ihren Verwandten und Freunden auf dem Weg zum Gasthaus »Linde«, wo die Hochzeitsfeier stattfinden wird. Auf dem Foto zieht der Hochzeitszug gerade über den oberen Rathausplatz, vorbei an den Gasthäusern »Löwe« und »Ochsen«.

Standort des Fotografen: 47.884177, 8.345128

Festzug beim Rathaus anlässlich der Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luise Trescher zur Verfügung.

Löffingen feiert die Wiederverleihung der Stadtrechte. Die Teilnehmer des Festumzuges ziehen am Rathaus vorüber. Vorneweg marschiert Bürgermeister Paul Benitz (1899-1979), gefolgt von den Gemeinderäten und von den Mitgliedern des Männergesangsvereins. Sie sind alle in schwarze Anzüge gekleidet und tragen Zylinder. Ihre Vereinsfahne wird mitgeführt.

Im Hintergrund ist der Eingang zum Rathaus zu erkennen, der bis in die 1930er Jahre zugleich als Eingang zur Volksschule diente. Seit dem Rathausumbau 1906 ist das Portal umrahmt von einer geschnitzten Holzkonstruktion, die auch als Vordach dient, stilistisch aber nicht zu dem Bauwerk von 1831 passt. Am rechten Bildrand ist das Gasthaus »zum Ochsen« (Rathausplatz 12) zu sehen, das wie die übrigen Häuser festlich geschmückt ist.

Standort des Fotografen: 47.883706, 8.344146

Omnibus vor dem Gasthaus »Ochsen«, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Vor dem Gasthaus »zum Ochsen« steht ein Reisebus mit dem Namen »Monika«. Der Bus gehört zur Busflotte der Firma Scherer in Rötenbach. Fast das gesamte Erdgeschoss des Gebäudes wird durch das Fahrzeug verdeckt. Links ist gerade noch der Schriftzug mit dem Namen des Wirtshauses und rechts die Garage zu sehen. Freundlich wirken die Fenster im ersten Stockwerk, mit ihren Sprossen, den Gardinen, den Fensterläden und dem Blumenschmuck. Hoch oben im Giebel steht der Werbespruch: »Trinkt Laufener«. Aber ein Fürstenberg oder ein Rothaus darf es natürlich auch sein!   

Standort des Fotografen: 47.884062, 8.345051

Nachkommen von Matthias und Luzia Sibold vor dem Gasthaus »Ochsen«, 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Der Schuhmacher Matthias Sibold (1840-1916) hatte am 22. Oktober 1863 seine Ehefrau Luzia Bader (1841-1908) aus Seppenhofen geheiratet. Die beiden bekamen mehrere Söhne und Töchter, die ihrerseits heirateten, Familien gründeten und Kinder und später Enkelkinder bekamen. 64 Jahre nach der Eheschließung ihrer Vorfahren kommen die Sibolds zu einem Familientreffen zusammen. Vor dem Gasthaus »zum Ochsen« wird dieses Gruppenfoto aufgenommen, das drei Generationen umfasst.

  1. Reihe, v.l.n.r. (Nr. 1-10): Ewald Sibold (1), Klara Sibold (2), Frieda Sibold (3), Sophie Sibold (4), Helmut Köpfler (5), Anna Köpfler (6), Alfred Köpfler (7), Agathe Köpfler (8), Hans Laufer (9) und Wilhelm Laufer (10).
  2. Reihe, v.l.n.r. (Nr. 11-24): Eugen Münzer (11), Emma Münzer geb. Hirt (12), Franz Münzer (13), Viktor Sibold (14), ??? (15), Viktor Sibold (16, 1878-1936), Julius Sibold (17, aus den USA),  Johann Preuß (18), Agathe Preuß geb. Sibold (19, 1882-1967), Anna Hummel geb. Sibold (20, verw. Hirt, 1868-?),  Josefa Gromann geb. Sibold (21, 1863-1937), Anna Köpfler geb. Gromann (22), Josef Köpfler (23) und Maria Laufer geb. Sibold (24).
    3. Reihe, v.l.n.r. (Nr. 25-40): Elisabeth Sibold (25), Matthias Sibold (26), Maria Sibold geb. Göhry (27, 1874-?), Josef Sibold (28),  Johann Sibold (29), Franz Sibold (30),  Luise Sibold geb. Zepf (31), Karl Sibold (32), Luise Sibold (33), Maria Hummel (34), Alfred Köpfler (35), Franz Sibold (36), Franz Sibold (37), Hugo Sibold (38), Anna Sibold (39) und Wilhelm Laufer (40).
    4. Reihe, v.l.n.r. (Nr. 41-46): Karl Sibold (41, 1867-?), Luise Sibold geb. ? (42), Erich Sibold (43), Josefa Sibold geb. ? (44), Eugen Sibold (45) und Konrad Sibold (46).

Standort des Fotografen: 47.884016, 8.345087