6 Fotos: Hexengruppe beim Narrenumzug, Fasnacht 1994

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

60 Jahre sind sie mittlerweile alt – und immer noch für jede Dummheit zu haben. Beim Narrenumzug am »Fasnet Mändig« bewegen sich die Hexen nicht zu Fuß durch das Städtchen. Nach sechs Jahrzehnten sind sie wohl etwas fußlahm geworden. Also bewegen sie sich auf alle erdenkliche Weise fort. Leiterwagen, Seifenkisten und selbstgebastelte Skateboards verwandeln sich in null Komma nichts in kleine Hexenwagen. Rasant geht es darauf vom »scharfen Eck« hinunter zum Rathausplatz. Eine Hexe »fliegt« sogar auf ihrem Besen – allerdings mit Rädern darunter…

Und weil das so viel Spaß macht, lassen sich die Hexen gleich nochmal nach oben ziehen, um ein zweites Mal ins Städtchen sausen zu können.

Standort des Fotografen: 47.884413, 8.345388

Anna Zepf als junge Frau, 1948

Fotostudio Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Anna Zepf geb. Köpfler kam am 5. November 1920 zur Welt. Ihre Eltern waren die »Ochsen«-Wirte Alfred Köpfler (1880-1939) und Anna geb. Gromann (1897-?). Als ältestes Kind wuchs sie an der Seite von fünf Geschwistern auf. Als sie 18 Jahre alt war, starb ihr Vater.

Sie heiratete 1948 den zwei Jahre jüngeren Kraftfahrer Fritz Zepf (1923-1951). Auf dem Porträtfoto ist ihr Ehering am Ringfinger der rechten Hand zu sehen. Das Ehepaar Zepf hat drei Kinder: Der Sohn Walter (geb. 1946) wird nach Anna Zepfs 1944 gefallenem Bruder Walter (1927-1944) benannt. Es folgen die Töchter Marianne (geb. 1948) und Susanne.

Die Ehe währt nur kurz, denn Fritz Zepf verunglückt bei einem Verkehrsunfall am 15. August 1951 bei Neustadt tödlich. Auch Franz Egle (1924-1951), mit dem er unterwegs ist, kommt bei dem Unfall zu Tode. Er stirbt ein Tag später im Krankenhaus Neustadt. Beide werden am 19. August 1951 auf dem Friedhof in Löffingen beerdigt.

Anna Zepf zieht die Kinder groß und bleibt ihr weiteres Leben Witwe. Sie stirbt 2010.

Standort des Fotografen: Neustadt

Agathe Köpfler als junge Frau, 1943

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle und Christa Egle zur Verfügung.

Agathe Köpfler (1922-1982) wurde am 24. Februar 1922 als Tochter der »Ochsen«-Wirte Alfred Köpfler (1880-1939) und Anna geb. Gromann (1897-?) geboren. Sie wuchs an der Seite von fünf Geschwistern auf. Als sie 16 Jahre alt war, starb ihr Vater.

Hier ist sie als junge Frau zu sehen. Später heiratet sie Hans Jordan (1923-2002) und betreibt mit ihm das Café »Alenberg«. Sie stirbt am 23. März 1982 kurz nach ihrem 60. Geburtstag.

Standort des Fotografen: ???

4 Fotos: Hochzeitszug Thoma / Sibold auf dem oberen Rathauspatz, ca. 1960

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nach der Trauung zieht das frisch vermählte Brautpaar mit seiner Hochzeitsgesellschaft von der katholischen Pfarrkirche zum Gasthaus »Ochsen«, in dem die Hochzeitsfeier stattfindet. Die Braut Hanni Sibold (geb. 1930) hat sich bei ihrem Ehemann Herbert Thoma eingehakt.

Vor ihnen laufen zwei Blumenmädchen und zwei Brautjungfern. Hinter ihnen folgt die Verwandtschaft. Zu sehen sind u.a. die Brauteltern Karl Sibold (1899-1975) und Luise Sibold geb. Durler (1898-?), der Bruder Karl Sibold (1937-2016) und der Götti Konrad Sibold. Zu den Hochzeitsgästen gehören auch Antonie Sibold (Blumenmädchen), Erich Sibold (in Försteruniform) und Hedi Sibold, Theresia Sibold, Elisabeth Storz und Brunhilde Beha geb. Zepf (1934-2008).

Im Hintergrund sind das Gasthaus »Ochsen« und das Gasthaus »Löwe« zu sehen. Vor letzterem steht ein mächtiger Kastanienbaum, der gerade blüht. Von dem Baum halb verdeckt ist die »alte Sonne« zu sehen, die bis zur Jahrhundertwende ebenfalls als Gasthaus diente. Jetzt befinden sich darin Wohnungen und die Stadtmühle.

Standort des Fotografen: 47.884089, 8.345084

Josef Mäder vor dem Gasthaus »Ochsen«, ca. 1970

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Ein alter Mann steht auf dem oberen Rathausplatz in der Sonne. Er hält seine Arme hinter dem Rücken verschränkt und schmaucht gemütlich seine Pfeife, die im Mundwinkel hängt. Es ist Josef Mäder (1892-?), der viele Jahre als Bademeister im Waldbad tätig war.

Im Hintergrund ist der 1968 modernisierte Eingang zum Gasthaus »Ochsen« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884071, 8.345115

Ehrung von August Limb in der Stadtmusik, 1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Die Musik ist die große Leidenschaft von Schreinermeister August Limb (1884-1976). Als sein Haus beim Großbrand 1921 auf dem Alenberg Feuer fing, versuchte er noch verzweifelt, sein Klavier zu retten, kam damit aber nur bis zur Haustür, wo es feststeckte. Er musste sich selbst vor den Flammen in Sicherheit bringen und mit ansehen, wie Klavier und Haus verbrannten.

Später gehört er viele Jahre dem Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde, aber auch der Stadtmusik an. Hier wird er bei einer Zusammenkunft der Stadtmusik geehrt, vermutlich aus Anlass seines 70. Geburtstages. Aus den Händen von Dirigent Rupert Hepting (1905-1990) bekommt er einen Präsentkorb überreicht.

Durch das Fenster im Hintergrund lässt sich erahnen, in welchem Gasthaus die Zusammenkunft der Stadtmusik stattfindet. Da der Blick auf das gegenüber liegende Geschäft von Justina Sauter (Rathausplatz 2) fällt, muss das Foto im Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) aufgenommen worden sein.

Standort des Fotografen: 47.883961, 8.345112

7 Fotos: Hochzeitsgesellschaft des Brautpaares Fuß / Horn vor dem Rathaus, 1957

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die standesamtliche Trauung ist vorüber. Braut und Bräutigam stellen sich vor dem Rathaus mit ihren Gästen zum Hochzeitszug auf. Der Bäckermeister Walter Fuß (1933-1999) und Ingeborg geb. Horn (1932-1999) haben sich soeben auf dem Rathaus das Ja-Wort gegeben. Gleich folgt die kirchliche Trauung in der katholischen Pfarrkirche St. Michael.

Zu sehen ist das Eingangsportal des Rathauses und weiter im Hintergrund die beiden Gasthäuser »Löwen« und »Ochsen«.

Standort des Fotografen: 47.883672, 8.344189

Feuerwehrmänner auf dem oberen Rathausplatz, 6. Juni 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auf dem oberen Rathausplatz lässt sich eine Gruppe Feuerwehrmänner fotografieren. Sie tragen Uniform und Feuerwehrhelme. Außerdem führen sie Werkzeuge mit sich, wie z. B. einen Feuerwehrschlauch und ein Strahlrohr. Das Foto ist Teil einer Serie, denn es entstehen mehrere Gruppenfotos. Vermutlich wird am selben Tag auch eine Übung vor dem Rathaus veranstaltet, die ebenfalls fotografisch dokumentiert wird.

V.l.n.r.: Otto Schweizer, Fritz Adrion, Fritz Strobel, [August Fehrenbach?], Franz Vogt, Ernst Krauß

Im Hintergrund ist das Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884044, 8.345037

Frau mit Kinderwagen am Rathausplatz, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Frau steht mit einem Kinderwagen auf dem Rathausplatz. Es ist Winter: Schnee liegt am Straßenrand, die Straße ist mit Kies gestreut, die Frau trägt einen Wintermantel und über den Kinderwagen ist eine warme Decke geworfen, damit das Baby nicht friert.

Die Frau blickt am Rathausportal mit seinem hölzernen Vorbau vorbei in Richtung oberer Rathausplatz. Auf Höhe der »alten Sonne« verengt sich die Straße zu einer schmalen Durchfahrt. Vier Personen schlendern dort entlang. Im Hintergrund ist das Gasthaus »Löwe« und »Ochsen« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883709, 8.344216

Oberer Rathausplatz, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nach dem Großbrand 1907 wurde der »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) errichtet. Aber die anderen Gebäude auf dem Foto sind sehr viel älter. Der obere Rathausplatz hat weitestgehend sein früheres Aussehen bewahrt. Das Gebäude auf der linken Seite, in dem sich jetzt das Postamt befindet (Rathausplatz 2), war früher das Fürstenbergische Amtshaus. Die Gasthäuser »Ochsen« und »Löwen« auf der rechten Seite sind in ihrer ursprünglichen Bausubstanz noch erhalten. Bis zu seinem Abbruch 1819 stand das »Obere Tor« in der Durchfahrtsstraße und schloss den Stadtring in diese Richtung ab. Dass der obere Rathausplatz einst auch Marktplatz war, erinnert nur noch die Brunnenfigur der »Schnitterin«, die auf der Säule des Rathausbrunnens thront.

Standort des Fotografen: 47.883760, 8.344616

Närrisches Treiben auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1932

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Es ist Fasnacht, aber irgendwie doch nicht. Am linken Bildrand ist der Rathausbrunnen zu sehen: Anders als in den Jahren zuvor und danach ist er aber nicht von der Fasnachtsbühne überbaut. Aufgrund der Wirtschaftskrise findet in diesem Jahr offiziell keine Fasnacht statt. Aber so ganz ohne Narrentreiben kann es dann doch nicht sein.

Auf dem oberen Rathausplatz hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Die Erwachsenen sind nicht kostümiert, aber die Kinder, die vor den Gasthäusern »Ochsen« und »Löwe« in einem großen Kreis stehen und einen Tanz aufführen, sind verkleidet.

Und noch eine Attraktion ist zu sehen: Von der Freitreppe des »Stadtbaus« (Demetriusstr. 1) führt eine Rutsche hinunter auf den Rathausplatz. Ein Gaudi für Jung und Alt! Ob diese Rutsche später die Vorlage liefert für die mittlerweile legendäre Rutsche, die alljährlich beim Hexenball in der Festhalle aufgebaut wird?

Standort des Fotografen: 47.883775, 8.344661

2 Fotos: Aufführung auf der Fasnachtsbühne auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1927

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Georg Willmann zur Verfügung.

Aus einem Fenster des Rathauses fällt der Blick auf das närrische Treiben, das unten auf dem Rathausplatz stattfindet. Mit dem Rücken zum Fotografen ist die »Schnitterin« zu sehen, die Brunnenfigur, die auf dem Rathausbrunnen steht. Der Brunnen selbst ist nicht zu erkennen, da er mit der Fasnachtsbühne überbaut ist. Einige Narren haben die Bühne in Besitz genommen. Es handelt sich um die Gruppe, die ihren Umzugswagen mit dem Lied »Zu Mantua in Banden« betitelt hat. Die Zuschauer recken die Köpfe, um ihre Darbietung zur Tiroler Aufstandsbewegung 1809 zu verfolgen.

Bei dem bunten Treiben auf dem Platz werden die Details im Hintergrund leicht übersehen. Das Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) wurde kurz zuvor umgebaut. Der einstige Ökonomieteil mit seinem großen Scheunentor ist verschwunden. Statt dessen wurde die Gaststube erweitert und weitere Fenster in die Fassade hineingebrochen. Die Außenmauer ist noch nicht wieder verputzt, sodass in der rechten Gebäudehälfte deutlich das Mauerwerk zu erkennen ist.

Standort des Fotografen: 47.883910, 8.344587