Blick vom »kleinen Brühl« auf das Städtchen, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Diese winterliche Aufnahme zeigt den Blick vom Gewann »Im kleinen Brühl« auf das Städtchen. Die Landschaft ist tief verschneit, die Dächer der Häuser liegen unter einer dicken Schneeschicht, und die Felder im Vordergrund sind vollständig vom Schnee bedeckt.

Links im Bild erhebt sich die katholische Pfarrkirche St. Michael mit ihrem markanten Turm über das Stadtbild. Ins Auge sticht auch das städtische Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7), das noch nicht modernisiert und erweitert wurde. Auch der Alenberg mit dem Alenbergwäldchen sind zu sehen. Und da die Bäume kahl sind, ist auch die Friedhofskapelle zu erkennen.

Im Vordergrund sind die neu erbauten Häuser in der Bonndorfer Straße zu sehen. Links das so genannte »Beamtenhaus« (Bonndorfer Str. 6), das 1936 erbaut wurde und in dem u.a. NS-Bürgermeister Heinrich Andris mit seiner Familie wohnt, und rechts eine der beiden Villen, die der Familie von Sägewerksbesitzer Josef Benz gehört.

Standort des Fotografen: 47.879972, 8.344231

Mehrbildkarte mit drei Ansichten, 1906

Verlag R. Märklin, Freiburg | Sammlung Familie Waßmer

Acht Jahre wird diese Ansichtskarte bereits vertrieben, als sie am 25. April 1914 von Löffingen nach Buchenbach versendet wird. Ein junger Mann, Josef Wehrle, schreibt einem Fräulein Lina: »Erlaube mir Ihnen von hier dies Kärtlein zu senden.«

»Hier«, das ist Löffingen. Drei Ansichten zeigt die colorierte Mehrbildkarte. Eine Gesamtansicht des Städtchens, vom Gewann »Im kleinen Brühl« aufgenommen. Zu sehen ist die Altstadt mit der katholischen Pfarrkirche St. Michael, das Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7) und die Bahnlinie im Vordergrund. Zu erkennen ist auch das landwirtschaftliche Anwesen von Familie Selb (Obere Hauptstr. 12), das keine vier Monate später einem Brand zum Opfer fällt. Am 15. August 1914 brennt das Wohnhaus und der Ökonomieteil bis auf die Grundmauern nieder. Das Alenbergwäldchen ist ebenfalls zu sehen und daneben sogar die Turmspitze der Friedhofskapelle.

In der unteren Hälfte zeigt die Mehrbildkarte zwei Detailaufnahmen. Links ist das Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) und rechts das Rathaus mit dem Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zu sehen. Das Rathaus wurde kurz zuvor umgebaut: Die Türen der ehemaligen Markthalle sind verschwunden und wurden zum unteren Rathausplatz hin durch Fenster ersetzt.

Mehrbildkarte mit Gewerbeschule und Gesamtansicht, ca. 1910

Stadtarchiv

Am 23. März 1907 waren bei einem Großbrand im Städtchen 15 Häuser eingeäschert worden. Wenige Jahre später wird diese Ansichtskarte vertrieben, die unten links eine Ansicht von zwei wiederaufgebauten Häusern zeigt: Die »Gewerbliche Fortbildungsschule« (Demetriusstr. 1), die den Straßenzug zum oberen Rathausplatz hin abschließt, und daneben das Haus von Sattlermeister Wilhelm Krauß (Demetriusstr. 2). Wie neu die beiden Gebäude und die Außenanlage sind, ist auch an den beiden frisch gepflanzten Bäumchen zu erkennen, die links und rechts der Freitreppe der Gewerbeschule stehen.

Auf die Mehrbildkarte ist außerdem eine Gesamtansicht des Städtchens zu sehen, die vom Gewann »Im kleinen Brühl« aufgenommen wird. Dass diese Perspektive gewählt wird, hängt sicherlich mit der 1901 eröffneten Bahnlinie zusammen, die man so bestens mit auf das Bild bekommt. Schließlich ist man Stolz darauf, dass das Städtchen Anschluss an das moderne und Fortschritt verheißende Transportmittel Eisenbahn hat. Außerdem bekommt der Fotograf aus dieser Perspektive auch die neu erbaute neoromanische Wallfahrtskirche Witterschneekreuz mit auf das Foto, die 1901 geweiht wurde, wenngleich sie nur aus der Ferne grüßt.

Auch das 1907 erbaute Großherzogliche Forstamt (Rötenbacher Str. 8) ist am linken Bildrand zu sehen. Daneben steht das Haus von Landwirt Karl Benz (Rötenbacher Str. 10).

Blick vom »Kleinen Brühl« auf das Städtchen, ca. 1910

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

Mit »unser Haus« ist diese Ansichtskarte beschriftet, die am 19. Juli 1913 von Löffingen nach St. Georgen geschickt wird. Markiert mit einem Pfeil ist das Haus von Schreiner Rupert Wehrle (Rötenbacher Str. 2), das direkt an der 1901 eröffneten Bahnlinie steht. Überhaupt ist letztere auf dieser Gesamtansicht gut zu erkennen.

Aufgenommen im Gewann »Im kleinen Brühl« fällt der Blick auf das unbebaute Gebiet, in dem heute die Häuser der Gartenstraße, der Bonndorfer Straße und der Göschweiler Straße stehen. Im Hintergrund sind die Häuser der Rötenbacher Straße zu sehen mit dem neu gebauten Forstamt (Rötenbacher Str. 8).

Dass vor dem Bahnbau die Göschweiler Straße geradewegs in den heutigen Pfarrweg überging, lässt sich auf dem Foto ebenfalls noch erahnen. Die beiden Häuser von Schreiner Viktor Heiler (Pfarrweg 1) und von Waldhüter Anton Maier (Pfarrweg 2) werden in alten Dokumenten denn auch als »am Göschweiler Weg« gelegen bezeichnet.

Standort des Fotografen: 47.880011, 8.343684

Blick vom »Kleinen Brühl« auf das Städtchen, ca. 1935

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

Am 30. März 1937 wird diese Ansichtskarte von Löffingen in das thüringische Meiningen versandt. »Aus dem noch sehr winterlichen Schwarzwald sende ich Dir die herzlichsten Grüße.« Mit diesen Worten beginnt die Postmitteilung.

Die Ansicht zeigt einen Blick auf das Städtchen, der vom Gewann »Im kleinen Brühl« aufgenommen ist. Auch auf dem Foto ist alles winterlich verschneit. Am linken Bildrand ist die katholische Pfarrkirche St. Michael zu sehen. Das Dach des Langhauses ist weiß, nur die Kirchturmspitze ist von der weißen Pracht befreit.

Bei den Häusern im Vordergrund handelt es sich um das 1934/35 erbaute Wohnhaus von Schreiner Josef Guth (Gartenstr. 21) und die beiden Villen der Firma Benz (Bonndorfer Str. 7-8). Rechts dahinter ist das landwirtschaftliche Anwesen von Karl Schreiber (Seppenhofer Str. 19) zu sehen: Er entschied sich nach dem Großbrand 1921 gegen einen Neubau am Brandplatz in der Demetriusstraße und baute stattdessen neu in der Seppenhofer Straße.

Standort des Fotografen: 47.879455, 8.345468

Gesamtansicht des Städtchens vom »kleinen Brühl« aus, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Weit und fast unverbaut liegt Löffingen in der Landschaft. Vom Gewann »Im kleinen Brühl« fällt der Blick über Wiesen und die Bahnlinie hinweg auf das Städtchen. Die Aufnahme entsteht ungefähr dort, wo später die Gartenstraße verläuft. Von einer geschlossenen Bebauung ist hier noch nichts zu sehen; auch entlang der Bonndorfer Straße stehen noch keine Häuser.

Jenseits der Bahnlinie beginnen die Häuser der Seppenhofer Straße und des heutigen Pfarrwegs. Dahinter verdichtet sich die Bebauung zum historischen Stadtkern. Über den Dächern ragt der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael auf und gibt der Silhouette ihren markantesten Akzent. Der freie Vordergrund macht besonders deutlich, wie kompakt Löffingen zu dieser Zeit noch inmitten der landwirtschaftlich genutzten Flächen liegt.

Die Gesamtansicht bildet als Foto Nr. 28 den Abschluss des neunseitigen Beitrags über Löffingen, der 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint. Der Kunsthistoriker und Schriftleiter Max Wingenroth (1872-1922) führt seine Leser*innen darin anhand von 28 Ansichten auf einem Rundgang durch das Städtchen. Herausgegeben wird die Zeitschrift vom 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e. V.«, der sich der Geschichte, Kunst, Landschaft und Volkskunde Badens widmet. Das Schlussbild trägt die Bildunterschrift »Löffingen von Seppenhofen aus«.

Zum Ende seines Rundgangs wird Wingenroth beinahe poetisch: »Da liegt das Städtlein sonnenbeglänzt, von sanften Hügelrücken umrahmt, vor uns, mit seinen freundlichen Häusern, ihren altersbraunen Dächern, dem schlichten Kirchturm ein echtes Kind der Baar, das sich seine stillen Reize noch lange unverdorben erhalten möge.« Mit seiner Ortsangabe liegt er allerdings daneben: Er verortet den Aussichtspunkt auf einer »Höhe bei Reiselfingen«. Tatsächlich entsteht die Aufnahme wesentlich näher am Städtchen, im Bereich des »kleinen Brühl«, in Richtung Seppenhofen gelegen.

Standort des Fotografen: 47.879723, 8.344469

Mehrbildkarte mit Kapelle und Kirche Witterschneekreuz sowie Gesamtansicht, 1901/02

Verlag Ludwig Fuchs, Freiburg | Stadtarchiv

»Herzliche Grüße« schickte der Versender dieser Ansichtskarte am 4. Mai 1902 aus Löffingen. Ob es sich um einen auswärtigen Pilger oder einen Einheimischen handelte, ist nicht bekannt. Im Mittelpunkt der Mehrbildkarte stehen zwei Ansichten vom Witterschnee, die einander gegenübergestellt werden: Links ist die »neue Wallfahrtskirche« zu sehen und rechts die »alte Witterschnee-Kapelle«.

Die Gesamtansicht darüber ist so gewählt, dass sie nicht nur das Städtchen mit der Pfarrkirche St. Michael zeigt, sondern im Hintergrund, ganz in der Ferne, die Wallfahrtskirche erkennen lässt. Im Vordergrund sind die Bahnlinie und der Bahnhof zu sehen. Ursprünglich sollte der Löffinger Bahnhof bei den Häusern des heutigen Oberwiesenwegs gebaut werden, in direkter Nähe zur Wallfahrtskirche. Doch 1895, als die Kirche bereits im Bau war, wurde die Planung für die Bahnlinie auf den heute bestehenden Verlauf geändert. 

Ansichtskarten vom Witterschneekreuz fanden insbesondere nach dem Bau der neuen Wallfahrtskirche 1898 und ihrer feierlichen Weihung 1901 Verbreitung in großer Zahl. Um die Jahrhundertwende waren Ansichtskarten mit verschiedenen Motiven im Umlauf: Auf ihnen waren entweder die alte Kapelle und die neue Kirche gemeinsam dargestellt, oder nur die neue Kirche, neben Außenaufnahmen gab es auch Innenaufnahmen des Gotteshauses, mehrfach wurde die Kirche auch in Kombination mit dem Gnadenkreuz abgebildet. Das »Schneekreuz« war auch auf zahlreichen Mehrbildkarten, die die wichtigsten Ansichten und Sehenswüdigkeiten Löffingens zeigten, vertreten.  

Gesamtansicht auf Porzellankörbchen, ca. 1900-1910

Sammlung Familie Waßmer

Historische Ansichten des Städtchens liegen nicht nur als Fotografien, Lithografien, als Gemälde oder Kupferstiche vor, sondern auch in Gestalt dieses kleinen Porzellankörbchens. Es handelt sich dabei um Nippes, also um Kunsthandwerk minderer Qualität, das als Andenken diente. »Gruss aus Löffingen«, steht darauf geschrieben. Zu sehen ist eine Gesamtansicht des Städtchens, die um die Jahrhundertwende entstanden sein dürfte.

Mondscheinkarte »Gruß aus Löffingen« mit drei Ansichten, ca. 1898

Verlag Karl Zanger, Freiburg | Stadtarchiv | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Mondscheinkarten sind um die Jahrhundertwende eine Modeerscheinung in der Ansichtskartenwelt. Es sind Karten, die eine Örtlichkeit im Mondschein zeigen. Die obere Mondscheinkarte wird am 2. November 1899 auf dem Postamt Löffingen abgestempelt und versandt, die untere am 16. September 1900.

Zu sehen ist eine Gesamtansicht des Städtchens vom Gewann »Im kleinen Brühl« aus. Auf dem Bild gibt es noch keine Bahnlinie, die die Wiesen und Felder zerschneidet. Darunter ist eine kleine Ansicht des Oberen Rathausplatzes mit dem Rathaus und den beiden Gasthäusern »Sonne« (Rathausplatz 9-10) und »Löwen« (Rathausplatz 11) abgebildet. Daneben ist eine weitere Ansicht mit Blick zur Pfarrkirche St. Michael und zum Kaufhaus von Heinrich Goebel zu sehen. Goebel vertreibt auch diese Mondscheinkarte, wie auf der Vorderseite angegeben ist.

Mehrbildkarte mit zwei Ansichten, ca. 1903-1905

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Diese colorierte Postkarte mit zwei Ansichten von Löffingen wird 1905 postalisch befördert. Geschrieben hat sie ein Urlauber, der sich, wie er schreibt, auf einer »Schwarzwaldreise« befindet und im Gasthaus »Löwen« übernachtete, das von Vinzenz Jäger betrieben wird.

Zu sehen ist oben eine Gesamtansicht des Städtchens vom Gewann »Im kleinen Brühl« (heute Göschweiler Straße) aus. Unten links ist die wichtigste neue Sehenswürdigkeit abgebildet: die »Wallfahrtskirche Witterschneee«, die 1898 geweiht wurde.