Maimarkt auf dem oberen Rathausplatz, 1975

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

In der Kirchstraße und auf dem oberen Rathausplatz herrscht geschäftiges Treiben. Heute ist die Innenstadt in diesem Bereich für den Verkehr gesperrt, denn der Maimarkt findet statt. An der Engstelle zwischen der neugebauten »Volksbank« und dem Gasthaus »Löwe« ist kaum ein Durchkommen möglich. Die Buden reihen sich aneinander und davor steht eine Menschentraube, die die Waren in Augenschein nimmt.

Im Hintergrund ist das Rathaus zu sehen. Der Schriftzug »Volksbank«, der im letzten Jahr noch über dem Eingang prangte, ist mittlerweile abmontiert, da zwischenzeitlich der Neubau bezogen wurde.

Standort des Fotografen: 47.883559, 8.345216

Konzert der holländischen Musikkapelle auf dem Rathausplatz, August 1970

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

»Der Rathausplatz schien fast zu klein für alle die Zuhörer, die sich am Samstagmorgen zum Platzkonzert der holländischen Gäste eingefunden hatten.« So beschreibt die Lokalzeitung das Konzert, das die Kapelle »Harmonie St. Jozef« aus Kaalheide am Samstag, den 29. August im Städtchen gibt. Und tatsächlich stehen die Menschen dicht gedrängt und recken ihre Hälse. Nur die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen ragt aus der Menschenmenge hervor. Anlass für das Konzert und des Besuchs der niederländischen Gäste, die mit drei Bussen angereist sind, ist das 250. Gründungsjubiläum der Stadtmusik.

Im Anschluss an das Platzkonzert findet ein Empfang durch Bürgermeister Edmund Laufer im Rathaus statt. Am Abend findet dann ein Galakonzert in der Festhalle statt, bei der die Stadtmusik unter Leitung von Dirigent Artur Grübel und die holländische Kapelle unter Leitung von H. Brouwer ihr Können gemeinsam unter Beweis stellen.

Die »alte Sonne« (Rathausplatz 9/10), die im Hintergrund zu sehen ist, wird im Januar 1973 abgerissen. Auch der kleine, daran angebaute, Obst- und Gemüseladen von Monika Wehrle verschwindet dann vom Rathausplatz.

Standort des Fotografen: 47.884056, 8.344722

Ehrennarren der »Laternenbrüder«, Fasnacht 1972

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Beim Narrenumzug am »Fasnet Mändig« sind auch die Ehrennarren der »Laternenbrüder« mit dabei. Sie sitzen nicht auf dem »Fässlewagen«, sondern werden in einer Pferdekutsche chauffiert, wie es sich für verdiente Narren, die schon betagt sind, gehört. Sie tragen blaue Fuhrmannskittel und weiße Zipfelmützen. Auf dem Kutschbock sitzen links der Kutschführer Eugen Mayer und rechts Ernst Krauß. Dahinter sitzt (vermutlich) Karl Glunk.

Entlang der Umzugsstrecke stehen auf dem oberen Rathausplatz die Zuschauer*innen dicht gedrängt. Im Hintergrund ist das Rathaus zu sehen, in dessen Erdgeschoss sich noch die Volksbank befindet. Auch das Postamt befindet sich noch am Platz und ist rechts zu sehen. An der Ecke sind ein Telefonhäuschen und eine Litfaßsäule zu erkennen. Aus der Ferne grüßt der Narrenbaum, der am »Schmutzigen Dunschdig« von den 20-Jährigen auf dem unteren Rathausplatz aufgestellt wurde.

Standort des Fotografen: 47.884151, 8.345104

Dreharbeiten für die »Sesamstraße« auf dem unteren Rathausplatz, 1975

Archiv des SWR

Aus den USA war die »Sesamstraße« bereits 1972 nach Deutschland gekommen und seitdem im Fernsehprogramm für Kinder ausgestrahlt worden. Anfangs wurden die Folgen einfach nur synchronisiert. Doch Eltern, Pädagog*innen und Politiker*innen in der Bundesrepublik kritisierten immer vehementer, dass die US-amerikanischen Bezüge in der Serie zu stark seien.

Der SWR reagierte schließlich auf die Kritik: Die titelgebende Straße und die damit zusammenhängenden US-Großstadtszenen müssen weichen. Als neuer Drehort wird Löffingen gewählt, um Kindern die Möglichkeit zur Identifikation mit ihrer Heimat zu bieten. Außerdem wird eine neue Rahmengeschichte erfunden: Die Schauspieler*innen Liselotte Pulver (geb. 1929) und Henning Venske (geb. 1939) treten nun in Erscheinung – zusammen mit dem braunroten Bären Samson und dem rosa Vogelmädchen Tiffy. Gut abgeschirmt von der Öffentlichkeit finden die Dreharbeiten im Städtchen statt, wie hier auf dem unteren Rathausplatz.

Standort des Fotografen: 47.883757, 8.343672

Maimarkt auf dem oberen Rathausplatz, 1974

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Von altersher diente der Rathausplatz als Marktplatz. Diese Tradition wird heute nur noch an zwei Terminen im Jahr fortgeführt: mit dem Weihnachtsmarkt in der Adventszeit und dem Maimarkt.

Die Durchfahrt zwischen dem Gasthaus »Löwe« und dem Rohbau der neu erbauten »Volksbank« ist von Verkaufsbuden gesäumt: Hier werden Klamotten zum Verkauf angeboten. Weiter hinten auf dem Rathausplatz befindet sich ein Eisstand und darüber hinaus biete viele andere Händler ihre Waren an. Das Wetter scheint auch mitzuspielen: Laufkundschaft ist jedenfalls vorhanden. Bei den Passanten ist u.a. Albin Zepf (1934-2009) zu erkennen.

Noch befindet sich im Erdgeschoss des Rathauses die »Volksbank«. Wenige Monate später wird sie neue Räumlichkeiten im neu erbauten Geschäftshaus (Rathausplatz 10) beziehen.

Standort des Fotografen: 47.883700, 8.345044

Aufführung auf der Fasnachtsbühne, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Am Sonntag, den 3. März 1935 findet auf der Fasnachtsbühne auf dem oberen Rathausplatz das große Fasnachtsspiel statt. Passend zum Motto »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus« wimmelt es auf der Bühne nur so von »Indianern«, wie sie in den Büchern von Karl May beschrieben sind. Schon der Begriff der »Entdeckung« offenbart die europäische Perspektive, denn für die indigene Bevölkerung Amerikas war die Entdeckung eine feindliche Invasion.

Die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen schaut dem närrischen Treiben zu. Fast mutet die Brunnensäule wie ein Marterpfahl an. Die beste Sicht haben zweifelsohne die Zuschauer*innen, die im früheren Gasthaus »Sonne« im 1. und 2. Obergeschoss an den Fenstern stehen.

Standort des Fotografen: 47.884159, 8.344888

Telefonhäuschen am Rathaus, September 1994

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Telekom hat neue Telefonhäuschen im Städtchen aufgestellt, wie hier am Rathaus. Weitere Standorte der neuen Häuschen befinden sich am Bahnhof, beim Postamt (Bittengasse) und bei der »Scheffel-Apotheke« (Untere Hauptstr. 8). Neu ist nicht nur das Aussehen, sondern vor allem eine Kleinigkeit: Es handelt sich um Kartentelefone.

Bislang konnte man mit 30 Pfennig ein Telefonat führen, jetzt braucht man dafür eine Telefonkarte, die man auf dem Postamt und im Schreibwarengeschäft kaufen kann. Das gefällt nicht allen, auch Urlaubsgäste sind davon betroffen, wenn sie mal eben kurz zu Hause anrufen wollen und verwundert feststellen müssen, dass sie dafür plötzlich eine Karte benötigen. Oder sie weichen in die Wartenbergstraße oder in die Wachtbuckstraße aus, denn dort stehen auch weiterhin die beiden letzten verbliebenen Münzapparate.

Standort des Fotografen: 47.883837, 8.344727

Vereidigung von Bürgermeister Laufer, 1973

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Seit dem 1. April 1965 ist Edmund Laufer (1922-1990) Bürgermeister von Löffingen. Gewählt wurde er bei der Bürgermeisterwahl am 14. Februar 1965. 1973 wurde er wiedergewählt. Auf dem Foto nimmt ihm Bürgermeisterstellvertreter Walter Maier seinen Amtseid ab. Die Amtszeit endet aufgrund der Gemeindereform vorzeitig zum 31. Dezember 1974. Dann leitet Edmund Laufer als hauptamtlicher Amtsverweser vom 1. Januar bis 31. Mai 1975 die Geschicke der neugebildeten Stadt Löffingen mit den eingemeindeten Gemeinden. In seine Amtszeit fallen so wichtige Bauprojekte wie der Bau des Kindergartens und der Realschule, des Wildparks und die Modernisierung des Waldbads.

Geboren wurde er am 17. Mai 1922 als Sohn des Landwirts Johann Laufer (1888-1951) und dessen Ehefrau Antonie (geb. Schmidt, 1900-1972). Nach der Volksschulzeit absolvierte er von 1937 bis 1939 eine Banklehre bei der Vorschussbank. Zeitgleich besuchte er die höhere Handelsschule in Donaueschingen. Im August 1941 wurde der 19-Jährige zum Kriegsdienst eingezogen. 1944 wurde er verwundet und geriet in Kriegsgefangenschaft. Erst 1947 kehrte er nach Hause zurück. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Rudolf Laufer (1922-1944) fiel 1944. Zurück in Löffingen arbeitete Edmund Laufer in der elterlichen Landwirtschaft. 1949 heiratete er Henriette Laufer (geb. Metz, 1922-2004), mit der er einen Sohn (Rudolf, benannt nach dem gefallenen Bruder) bekam. 1950 übernahm er als Nachfolger seines Vaters die Geschäftsführung des Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzvereins. Von 1953 bis 1961 war er bereits als Stadtrat tätig. Er stirbt am 26. August 1990 im Alter von 68 Jahren.

Standort des Fotografen: 47.883866, 8.344416

2 Fotos: Schüler im Grundbuchamt, 1976

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Grundbücher sind wichtige Dokumente, die im Grundbuchamt auf dem Rathaus bewahrt werden. In ihnen sind die Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, die jeweiligen Eigentumsverhältnisse und die damit verbundenen Rechte und Belastungen verzeichnet. Zusammen mit ihrer Lehrerin Ingeborg Oeser besuchen einige Schüler das Grundbuchamt. Sie studieren die Akten und forschen in Gemarkungsplänen. Betreut werden sie bei ihrem Besuch von Gertrud Heitzmann (geb. Brugger, 1921-2005), die im Rathaus arbeitet.

Die beiden Schüler heißen v.l.n.r. Martin Suhm und Clemens Jordan. Links hinten sitzt Jutta Wehner (verh. Straub).

Standort des Fotografen: 47.883873, 8.344385

4 Fotos: Realschulklasse zu Besuch im Rathaus bei Bürgermeister Schmitt, 2003

Archiv Realschule

Um das Interesse der Schüler*innen für Kommunalpolitik zu wecken, besuchen sie das Rathaus und treffen Bürgermeister Dr. Frank Schmitt (1963-2005). Er wurde 1999 in das Amt gewählt und löste Bürgermeister Dr. Dieter Mellert (1941-2019) ab. Die Schüler*innen dürfen sich im Sitzungssaal auf den Plätzen der Gemeinderäte hinsetzen, die hier ihre – meist öffentlichen – Sitzungen abhalten, beraten und abstimmen. Die Entscheidungen, die hier getroffen werden, wirken sich ganz konkret auf das Leben aller Einwohner*innen des Kernorts und der sechs Ortsteile aus. Vielleicht kandidiert ja der eine oder die andere später mal selbst bei der Gemeinderatswahl?

Rasch kommen die Schüler*innen mit Bürgermeister Dr. Schmitt ins Gespräch. Am Ende wird ein obligatorisches Gruppenfoto aufgenommen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Jochen Schmid, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Dr. Frank Schmitt, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???

Standort des Fotografen: 47.883855, 8.344345

Weihnachtsmarkt auf dem oberen Rathausplatz, Dezember 1973

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Nur der Schnee fehlt noch, damit so richtig Weihnachtsstimmung aufkommt. Aber auf dem Rathausplatz steht schon ein großer Weihnachtsbaum. Und am Rande des Platzes erstreckt sich der Weihnachtsmarkt vor den Gasthäusern »Ochsen« und »Löwe«. Dahinter ragt ein Rohbau in die Höhe: Anstelle der abgerissenen »alten Sonne« entsteht ein modernes Wohn- und Geschäftshaus, in dem auch die »Volksbank« ein neues Domizil finden wird.

Standort des Fotografen: 47.884144, 8.345136

Mehrbildkarte mit acht Ansichten, ca. 1973

Verlag Schöning & Co
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Willi Pütz zur Verfügung.

Mit diesen acht Ansichten auf einer Mehrbildkarte stellt sich »Löffingen im Schwarzwald« vor. Ein Image soll damit geprägt werden. In der oberen Reihe sind drei Ansichten des Städtchens zu sehen: In der Mitte eine Gesamtansicht, die vom Neubaugebiet »Breite« aus aufgenommen ist, links und rechts zwei Ansichten vom unteren Rathausplatz, das die markanten Gebäude des Rathauses, des Mailänder Tores und des Café Fuß zeigt. Die neue Sparkasse ist bereits gebaut – und am oberen Rathausplatz ist eine Baustelle eingerichtet, wie am Bildrand zu erkennen ist: Der Neubau der Volksbank wird gerade errichtet.

In der unteren Reihe werden einzelne Bauwerke und Sehenswüdigkeiten beworben: Die Festhalle und Schule an der »Hasle«, die neoromanische Witterschneekirche und schließlich das Waldbad, in dem sich augenscheinlich vor allem Kinder und Jugendliche tummeln. In der mittleren Reihe ist die – immer noch – recht neue Attraktion zu sehen, die sich mehr und mehr zu einem Ausflugsziel für die weitere Umgebung entwickelt: der »Wildpark«. Noch werden gar keine Fahrgeschäfte beworben, sondern einzig und allein die Tiere, die die Besucher*innen dort sehen können.

Über sechs Ansichten sticht ein leuchtend hellblauer Himmel in die Augen. Er ist genauso retuschiert wie die pittoresken Wölkchen, die ihm eine lebendige Struktur geben.