Ehepaar Schmid mit Kindern und Enkeln, 1938

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Bernhard Adrion und Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Im Jahre 1904 hatten der Malermeister Karl Schmid (1878-1955) und seine Ehefrau Ernestine geb. Link (1884-1958) in Unterbränd geheiratet. Das junge Paar war dann nach Löffingen gezogen und hatte 12 Kinder miteinander bekommen, sechs Söhne und sechs Töchter. Geboren zwischen 1903 und 1924 liegen zwischen dem ältesten und dem jüngsten Kind rund 20 Jahre Altersunterschied.

Mittlerweile sind die meisten Kinder erwachsen, einige haben ihrerseits schon wieder Kinder. Dass die ganze Familie zusammen gekommen ist, lässt vermuten, dass ein Familienfest, vermutlich der 60. Geburtstag von Karl Schmid, gefeiert wird. Geboren wurde er am 12. Dezember 1878 in Unterbränd. Zeit also für ein Familienfoto! Und wo könnte sich die Familie besser aufstellen als auf den Treppenstufen vor dem Schuleingang?

1.Reihe, v.l.n.r.: Veronika Schmid, Erna Schmid (verh. (1) Kuhlmann, (2) Biethinger), Gertrud Schmid (verh. Faller, 1925-2005), Liesel Schmid (verh. Wider, geb. 1931), Hedwig Schmid (verh. Bayer, 1924-1996), ??? Schmid, Friedel Schmid, Irma Schmid (verh. Adrion, 1927-2018), Marie Schmid geb. ???
2.Reihe, v.l.n.r.: Theodor Kuhlmann (?-1942), Ernestine Schmid (geb. Link, 1884-1958), Karl Schmid (1878-1955), Berta Schmid
3.Reihe, v.l.n.r.: Hugo Schmid (1920-1941), Christian Schmid (1916-1940), Alfred Schmid, Karl Schmid, Timotheus Schmid (1903-1984), Simon Schmid (1905-1956)

Nicht auf dem Foto zu sehen ist die Tochter Helene (1907-1908), die bereits im Alter von zehn Monaten starb.

Standort des Fotografen: 47.882331, 8.347860

Personengruppe vor dem Haus Bader in der Talstraße, 1943

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Familie Bader (Talstraße 1) haben Urlauber zu Gast: Familie Harmsen posiert für ein Foto, zusammen mit Adolf Isele (1903-1961), der ganz rechts steht. Herr Harmsen trägt eine Wehrmachtsunifom, denn es ist Kriegszeit.

Interessant ist das Foto vor allem wegen des Hintergrunds, denn zu sehen sind die Häuser der Dittishauser Straße, von denen nur wenige Bilder bekannt sind: Links steht das Haus Welte (Dittishauser Str. 3), das dem Kraftfahrer Gerhard Welte (1911-1944) und seiner Ehefrau Frieda geb. Effinger (1910-?) gehört. Er ist Soldat und gilt seit dem 24. April 1944 als vermisst.

Rechts steht das Haus Mogel (Dittishauser Str. 5) von Landwirt und Zimmermann Max Mogel (1876-1948), der gebürtig aus Opferdingen stammt. In erster Ehe ist er mit Rosina Mogel geb. Schropp (?-?) und in zweiter Ehe mit Amalie Mogel geb. Held (1883-1962) aus Döggingen verheiratet. Ein Sohn der Mogels, Willi Mogel (1922-1942), der Panzerpionier war, starb am 14. März 1942 im Lazarett Ulm im Alter von 19 Jahren.

Hinter den Bäumen schaut außerdem die 1862 erbaute Friedhofskapelle hindurch. Sie war als Ersatz für die 1842 abgebrochene St. Antoniuskapelle, die an der Rötenbacher Straße gestanden hatte, errichtet worden. Das Glöcklein wurde von der alten Kapelle übernommen.

Standort des Fotografen: 47.884736, 8.349016

Anselm und Else Egle, ca. 1915

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise René Egle zur Verfügung.

Ein junger Mann in Soldatenuniform lässt sich im Fotostudio mit einer jungen Frau fotografieren. Er trägt eine feldgraue Uniformjacke, die einreihig geknöpft ist. Auf der Schulterklappe ist ein Monogramm eingestickt. Offenbar gehört er dem Telegraphen-Bataillon Nr. 4, einem Truppenteil der Königlich-Preußischen Armee, an. Seine Feldmütze liegt neben ihm auf einem Tischchen.

Der Soldat ist Anselm Egle, der am 10. Juli 1887 als Sohn von Sebastian und Rosalia Egle geboren wurde und in seinem Elternhaus in der Rötengasse aufwuchs. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er das Glaserhandwerk. Am 22. Oktober 1915 heiratete er in Karlsruhe Else Hauser, die aus Zienken im Markgräflerland stammte. In dieser Zeit dürfte auch das Foto entstanden sein.

Nach dem Krieg übernimmt Anselm Egle in der Seppenhofer Straße ein 1907 erbautes Wohnhaus (Seppenhofer Str. 15), in dem er auch seine Glaserwerkstätte betreibt.

Standort des Fotografen: [Karlsruhe?]

Wilhelm Fehrenbach als Soldat, ca. 1942

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt 
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Im Alter von nur 34 Jahren stirbt Wilhelm Fehrenbach (1908-1943) am 5. Februar 1943 durch einen Kopfschuss in der Sowjetunion. Die Porträtaufnahme dürfte das letzte Foto von ihm sein, aufgenommen vermutlich während seines letzten Heimaturlaubs im Juni 1942.

Geboren wurde er am 31. Oktober 1908 als Sohn des Briefträgers Josef Fehrenbach und dessen Ehefrau Luise geb. Rendler. Er wuchs in seinem Elternhaus in der Bahnhofstraße auf, das den Hausnamen »s’Postseppels« trägt. 1938 heiratete er Frieda geb. Blattert, die aus Dillendorf stammt. Gemeinsam bekamen sie zwei Kinder. Der Landwirt kam im Dezember 1940 zur Wehrmacht. Längere Zeit war er in Frankreich eingesetzt, später im Osten bei Leningrad und schließlich im Kaukasus. Er hinterlässt seine Witwe und zwei kleine Kinder.

Standort des Fotografen: Neustadt

August Limb als Soldat, ca. 1906-1908

Fotograf: Anton Kuttruff, Konstanz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Im Fotoatelier von Anton Kuttruff in Konstanz (Untere Laube 13) lässt sich August Limb (1884-1976) fotografieren. Er dient von 1906 bis 1908 im badischen Infanterie-Regiment Nr. 114. Auf der schwarz-weiß-Aufnahme ist nicht zu erkennen, dass die Schulterstücke seiner Soldatenuniform grün und mit einem roten Monogramm »FR III« (für Kaiser Friedrich III.) sowie mit einem gelben badischen Emblem verziert sind. Das Fotoatelier retouchiert in das Porträt eine Trommel und Fanfare und eine Fahne hinein.

Nach seinem Militärdienst kehrt August Limb nach Löffingen zurück. Er schließt seine Schreinerlehre ab und legt 1910 in Freiburg die Meisterprüfung ab. 1911 gründet er in Löffingen sein eigenes Schreinergeschäft.

Standort des Fotografen: Konstanz

2 Fotos: Wehrmachtssoldaten in der Unteren Hauptstraße, 9. März 1940

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

Vor dem Friseursalon Limb (Untere Hauptstr. 4) steht der Fotograf und hält den Moment mit der Kamera fest, in dem Wehrmachtssoldaten durch das Städtchen ziehen. Sie marschieren in Kolonnen und haben Pferdefuhrwerke mit sich. Obwohl schon der 9. März ist, herrscht winterliches Wetter.

Der Blick fällt auf die Häuser der anderen Straßenseite, das Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29), das Kaufhaus A. Zimmermann (Untere Hauptstr. 7) , das Uhrengeschäft von Wilhelm Maier (Untere Hauptstr. 5) und die Metzgerei von Friedrich Seilnacht (Untere Hauptstr. 3).

Noch ist es die Zeit der »Blitzkriege« und »-siege«. Am 1. September 1939 hat Deutschland mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg begonnen. In genau einem Monat, am 9. April 1940, wird die Wehrmacht Dänemark und Norwegen überfallen. Am 10. Mai 1940 wird der Überfall auf die Niederlande, Belgien und Luxemburg folgen, um die Voraussetzung zur Invasion Frankreichs zu schaffen.

Standort des Fotografen: 47.883500, 8.343771

Brautpaare Bader / Schupp und Obert / Bader, 22. Juni 1943

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Doppelhochzeiten sind selten. Aber am 22. Juni 1943 geben sich gleich zwei Brautpaare das Ja-Wort. Denn die beiden Geschwister Karl Bader (1902-1971) und Elisabeth Bader (1909-1997) heiraten am selben Tag. Es ist Krieg – und beide Bräutigame sind Soldaten, da bleibt nicht viel Zeit, um während eines Heimaturlaubs zu heiraten. Statt eines dunklen Anzugs tragen beide ihre Wehrmachtsuniform.

V.l.n.r.: Maria Bader geb. Schupp (1906-1973) und Karl Bader (1902-1971) sowie Elisabeth Obert geb. Bader (1909-1997) und Adelbert Obert (1912-1998)

Beide Paare haben Glück: Die Männer kehren aus dem Krieg nach Hause und die Frauen werden nicht schon in jungen Jahren zu Kriegerwitwen.

Standort des Fotografen: 47.884987, 8.348850

Aufräumarbeiten in der Alenbergstraße nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Hundertschaft mit Polizisten der Gruppe V aus Müllheim ist nach dem Großbrand nach Löffingen zu Aufräumarbeiten abkommandiert. Sie werden bei ihrem Einsatz in sechs bis sieben Arbeitstruppen unterteilt. Jeder Trupp, bestehend aus einem Wachtmeister als Führer und ca. 15 Männern, arbeitet auf einem eigenen Brandplatz. In der Alenbergstraße sind gerade diese Polizisten damit beschäftigt, Mauerreste mit Spitzhacken abzubrechen. Am linken Bildrand ist die Stromleitung zu erkennen, die vom Städtchen auf den Alenberg hinaufführt.

Am 9. August 1921 heißt es in einem Tätigkeitsbericht über die Aufräumarbeiten: „In den ersten Tagen wurde die ganze Brandstätte von brennenden Holzteilen, Blech und Eisen und der zerstörten Starkstromleitung gesäubert, die Feldbahngeleise abmontiert und angefahren und zahlreiche Sprengungen und Einreißen gefahrdrohender Giebel, Mauern und Schornsteine vorgenommen. Da und dort mußten dauernd Brandherde, die in Verbindung mit dem herrschenden Wirbelwind immer wieder aufloderten, gelöscht werden, besonders auch zur Nachtzeit.“

Im Hintergrund des Fotos sind das Forstamt (Rötenbacher Str. 8) und das Sägewerk Benz zu sehen. Letzteres verfügt noch über zwei Kamine, die in den Himmel ragen.

Standort des Fotografen: 47.884967, 8.344816

3 Fotos: Hochzeitsgesellschaft Familie Bader, 22. Juni 1943

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Luzia Bader und Elke Moser zur Verfügung.

Eine Hochzeitsgesellschaft steht am 22. Juni 1943 vor dem Gärtchen beim »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11). Doch hält man nach Braut und Bräutigam Ausschau, dann sitzt man allzuschnell einer Täuschung auf. Denn es handelt sich hier um eine Doppelhochzeit von Bruder und Schwester: Karl Bader (1902-1971, 2.v.r.) und Elisabeth Obert geb. Bader (1909-1997, 3.v.l.) heiraten. Die Braut trägt ein weißes Brautkleid, der Bräutigam seine Wehrmachtsuniform. Die Braut Maria Bader geb. Schupp (1906-1973) und der Bräutigam Adelbert Obert (1912-1998) sind hingegen nicht mit auf dem Foto.

Die beiden Geschwister lassen sich stattdessen mit ihren Geschwistern und ihrem seit 1918 verwitweten Vater Konrad Bader (1868-1958) fotografieren. Und da zwei Fotografen gleichzeitig ihre Kameras auf die Hochzeitsgesellschaft halten, blicken einige Familienmitglieder in unterschiedliche Richtungen.

1.Reihe, sitzend: Konrad Bader sen. (1868-1958)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Konrad Bader jun. (1915-1946), Franz Bader (1901-1986), Braut Elisabeth Obert geb. Bader (1909-1997), Anna Isele geb. Bader (1903-1959), Agnes Bader (verh. Vetter, 1907-1998), Sophie Gremper geb. Bader (1905-1984), Bräutigam Karl Bader (1902-1971) und Josef Bader (1900-1988)

Für ein drittes Foto gesellt sich die nächste Generation dazu. Die Kinder umrahmen ihren Großvater Konrad Bader sen. Zu sehen sind v.l.n.r.: Lore Isele (geb. 1933), Dietmar Bader (geb. 1937), Elmar Bader (1940-2017), Siegfried Bader (geb. 1940), Brunhilde Bader (1938-2006). Dahinter stehen Gerda Bader (geb. 1934) und Annemarie Bader (geb. 1931).

Standort des Fotografen: 47.884455, 8.346880

Tumba eines Kriegsgefallenen in der Pfarrkirche, ca. 1943

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Und wieder ist ein »Sohn der Stadt« im Krieg gefallen und wieder trauern die hinterbliebenen Familienangehörige. In der katholische Pfarrkirche St. Michael findet eine Trauerfeier statt. Im Chor ist eine so genannte Tumba, eine Sargattrappe aufgebaut, die von einem Feldkreuz aus Birken gekrönt wird. Der Leichnam des Soldaten ist aber nicht in seine Heimatstadt überführt worden, sondern wurde irgendwo auf einem entfernten Kriegsschauplatz beerdigt.

Vermutlich handelt es sich bei dem Kriegsgefallenen um Wilhelm Fehrenbach (1908-1943). Geboren am 31. Oktober 1908, verbrachte er seine Kindheit und Jugend in seinem Elternhaus in der Bahnhofstraße, das mit dem Hausnamen »Postseppel’s« bezeichnet wird. Seit Dezember 1940 ist der Landwirt Soldat, zunächst in Frankreich, später im Osten, u.a. in Leningrad. Er wird am 5. Februar 1943 im südrussischen Schendskij durch einen Kopfschuss tödlich verwundet. Der 34-Jährige hinterlässt seine Witwe Frieda Fehrenbach geb. Blattert und zwei kleine Kinder.

Standort des Fotografen: 47.882524, 8.344542

Karl Benz als junger Soldat, ca. 1893-1895

Fotograf: A. Dilger & Sohn, Freiburg
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Am 17. Oktober 1893 kommt Karl Benz als »Zweijährig-Freiwilliger« zum Badischen Infanterie-Regiment Nr. 113. Er gehört der 1. Kompanie an, die in Freiburg stationiert ist. Während seines zweijährigen Militärdienstes entsteht diese Atelieraufnahme des jungen Mannes.

Geboren wurde er am 29. Januar 1875 als Sohn des Sattlers Michael Benz und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Marx. Am 19. September 1895 wird der 20-Jährige zur Reserve entlassen. Er heiratet ein Jahr später, am 20. Oktober 1896, Anna geb. Bader (1870-1951) und bekommt mit ihr sechs Kinder.

20 Jahre nach seiner Entlassung aus dem Militär muss der Landwirt wieder die Soldatenuniform anziehen. Denn mittlerweile tobt der Erste Weltkrieg und Karl Benz kommt am 19. Januar 1915 zum 4. Landsturm-Infanterie-Ersatzbataillon Heidelberg XIV/27. Er überlebt seinen Kriegsdienst nicht: Im Lazarett in Freiburg stirbt er am 29. März 1916 an Lungen- und Kehlkopftuberkulose. Beerdigt wird er am 1. April 1916 auf dem Friedhof in Löffingen. Seine Witwe steht mit den sechs Kindern und der Landwirtschaft alleine da.

Standort des Fotografen: Freiburg

Wehrmachtssoldaten auf dem unteren Rathausplatz, 9. März 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

Noch ist es die Zeit der »Blitzkriege« und »-siege«. Am 1. September 1939 hat Deutschland mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg begonnen. In genau einem Monat, am 9. April 1940, wird die Wehrmacht Dänemark und Norwegen überfallen. Am 10. Mai 1940 wird der Überfall auf die Niederlande, Belgien und Luxemburg folgen, um die Voraussetzung zur Invasion Frankreichs zu schaffen.

Die Wehrmachtssoldaten, die am 9. März 1940 bei winterlichem Wetter durch das Städtchen ziehen, werden vermutlich auf einem dieser Kriegsschauplätze zum Einsatz kommen. Sie versammeln sich bei ihrem Durchmarsch auf dem Rathausplatz. Auch Löffinger Soldaten werden am Westfeldzug beteiligt sein. Der erste gefallene Soldat ist Eugen Ernst Bader (1913-1940). Er stirbt am 11. Juni 1940 in Frankreich im Alter von nur 27 Jahren.

Standort des Fotografen: 47.883656, 8.343678