Heinrich Fehrenbach als Soldat, ca. 1943/44

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Ernst blickt Heinrich Fehrenbach (1925-1944) in die Kamera. Der junge Soldat trägt Uniform und Feldmütze der Wehrmacht. Sein Gesicht wirkt noch sehr jugendlich – und tatsächlich ist er gerade einmal 18 oder 19 Jahre alt. Die Aufnahme entsteht während seiner Militärzeit bei den Gebirgsjägern.

Heinrich Fehrenbach wurde am 30. Juni 1925 als Sohn des Sägearbeiters Ernst Fehrenbach (1902-?) und seiner Ehefrau Anna Fehrenbach (geb. Leithold, 1902-?), geboren. Er wuchs in der Vorstadtstraße auf, besuchte die Volksschule und war Ministrant. Im Mai 1943 wird er zunächst zum Reichsarbeitsdienst (RAD) eingezogen, im August folgt die Einberufung zur Wehrmacht. Er kommt zu den Gebirgsjägern nach Garmisch und wird später in Südfrankreich und an der Ostfront in Russland eingesetzt.

Im März 1944 ist Heinrich Fehrenbach zum letzten Mal auf Heimaturlaub in Löffingen. Danach kehrt er an die Front zurück. Sein letzter Brief nach Hause datiert vom 26. September 1944. Nur wenige Tage später, am 2. Oktober, wird er bei Galambod schwer verwundet. Granatsplitter treffen ihn an Kopf, Brust und Oberarmen. Der 19-Jährige stirbt noch am selben Tag und wird dort beerdigt. Galambod gehört damals zu Ungarn, heute liegt der Ort in Rumanien (Porumbeni).

Im Totenbuch wird besonders seine Religiosität hervorgehoben. Heinrich Fehrenbach sei »eifrigster Ministrant« gewesen und habe in seinen Feldpostbriefen immer wieder darum gebeten, für ihn zu beten.

Standort des Fotografen: ???

Neo Vetter, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Ernst blickt der junge Mann in die Kamera. Er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine gestreifte Krawatte. Mit leicht gespreizten Beinen steht er vor einer gemalten Atelierkulisse, die einen See und eine idyllische Uferlandschaft zeigt. In beiden Händen hält er einen Gehstock, auf den er sich stützt.

Die sorgfältig arrangierte Aufnahme entsteht in einem Fotostudio. Der elegante Anzug und die romantische Landschaftskulisse verleihen dem Porträt einen feierlichen Charakter. Zugleich werden die beiden Gehstöcke nicht verborgen, sondern selbstverständlich in die Komposition einbezogen.

Unklar ist bislang, wer der junge Mann ist. Überliefert ist lediglich sein Familienname (Vetter) und sein Spitzname (»Neo«). Zu welcher Löffinger Familie Vetter er gehört, wissen wir nicht. Wer erkennt den jungen Mann und kann etwas über ihn erzählen?

Standort des Fotografen: ???

5 Fotos: Gewichtheber beim »Bunten Abend« in der Festhalle, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Mit erstaunlicher Leichtigkeit stemmt ein Gewichtheber die schwere Hantel über den Kopf. Wenig später hält sein Partner das mächtige Gerät sogar mit nur einer Hand in die Höhe. Beide treten beim traditionellen »Bunten Abend« des Turnerbundes in der Festhalle auf – allerdings nicht gerade im klassischen Sportdress, sondern gekleidet mit weißem Hemd, Krawatte und weiter Bundfaltenhose. Nur die Hosenträger und die unterschiedlich gebundenen Krawatten helfen dabei, die beiden Akteure auseinanderzuhalten. Zu sehen sind Ferdinand Schultheiß (geb. 1939) und Manfred Wagner (genannt »Bär», geb. 1939). Er ist aktiver Gewichtheber in Donaueschingen.

Die Darbietung lebt offensichtlich vom Gegensatz zwischen scheinbar ungeheuren Gewichten und müheloser Körperkraft. Dass hier ein wenig getrickst wird, darf wohl vermutet werden. Die großen Scheiben sehen jedenfalls beeindruckend schwer aus – und gerade darin liegt der Witz der Nummer.

Der »Bunte Abend« bietet ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm aus Sketchen und turnerischen Einlagen. Die beiden Gewichtheber verbinden Sport und Komik auf besonders wirkungsvolle Weise: das Publikum darf staunen, lachen und darüber rätseln, wie schwer diese Hanteln tatsächlich sind.

Standort des Fotografen: 47.882909, 8.347878

Helene Häusler als junge Frau, 1933

Fotograf: Alfred Leoni, Laufenburg | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Mit einem leichten Lächeln blickt Helene Häusler (verh. Krauss, 1912-2006) in die Kamera. Die 21-Jährige sitzt im Fotostudio des Fotografen Alfred Leoni in Laufenburg. Ihr Körper ist leicht zur Seite gedreht, während sie den Kopf dem Fotografen zuwendet. Eine Hand ruht auf der geflochtenen Sitzbank, die andere liegt locker auf ihrem Oberschenkel.

Die junge Frau trägt ein dunkles, langärmeliges Kleid mit weitem Ausschnitt – und dazu eine feine Halskette. Ihr dunkles Haar ist gescheitelt und seitlich in weichen Wellen zurückgenommen. Vor dem hellen Hintergrund hebt sich ihre Gestalt deutlich ab. Die sorgfältig gewählte Haltung wirkt elegant, aber nicht steif.

Helene Häusler wurde 1912 als Tochter des Schlossers Ludwig Häusler (1883-1935) und seiner Ehefrau Maria Häusler (geb. Mäder, 1888-1951), geboren. Der Vater stammt aus der Oberpfalz, die Mutter aus Löffingen. Helene Häusler wuchs in der Hintergasse auf. Sie heiratet spät: Am 13. Mai 1960 verehelicht sie sich mit dem Sattlermeister Ernst Krauss (1897-1978). Das Ehepaar wohnt zusammen in der Demetriusstraße. Helene Krauss stirbt 2006 im Alter von 94 Jahren.

Standort des Fotografen: Laufenburg

Narr beim Schießen, Fasnacht ca. 1950-1960

Stadtarchiv

Wenn da mal nicht scharfe Munition drin ist! Ein Fasnachtsnarr ist übermütig geworden und zielt mit seinem Revolver auf eine Kaffeetasse, die er mit ausgestrecktem Arm festhält. Natürlich handelt es sich nur um einen närrischen Spaß – aber die Szene ist so inszeniert, als gehe es um Leben und Tod. Der Mann grinst verschmitzt unter seinem angeklebten Schnurrbart hervor. Zur Verkleidung gehören außerdem eine künstliche Nase, eine auffällige Brille und eine karierte Schirmmütze.

Auf der Rückseite des Fotos steht handschriftlich notiert: »Noch ein Fasnetgruß. Eben schieß ich mit Revolver auf meine Kaffeeschüssel.« Die humorvolle Aufnahme entsteht in einer Gaststube oder einem Wohnzimmer. Vielleicht handelt es sich bei dem Mann um Lehrer Karl Ehret (1897-1974), der 23 Jahre lang als Pädagoge in Löffingen wirkte? Ganz sicher scheint nur: Zur Fasnacht darf man für einen Augenblick jemand anderes sein: auch ein Revolverheld.

Standort des Fotografen: ???

Schlafender Narr im Gasthaus »Ochsen«, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Oh, da hat es wohl jemand etwas zu wild getrieben! Mitten im närrischen Treiben im Gasthaus »Ochsen« übermannt diesen jungen Mann die Müdigkeit. Den Kopf nach hinten gelegt, die Arme verschränkt, liegt er ausgestreckt auf einer Bank oder einem Sofa und schläft tief und fest. Die Krawatte sitzt schon locker, das Hemd ist verrutscht – die langen Stunden der Fasnacht haben sichtbar ihre Spuren hinterlassen.

Dass dabei vermutlich auch Alkohol im Spiel war, liegt nahe. Besonders amüsant ist allerdings die kleine Streichholzschachtel, die auf seiner Nase steckt. Ob er sie sich selbst aufgesetzt hat oder ob andere Narren sich einen Scherz mit dem friedlich Schlafenden erlaubt haben, bleibt offen. Während ringsum weiter gelacht, musiziert und gefeiert wird, gönnt sich dieser Narr mitten im Trubel einen kurzen Schlaf – wenn auch unfreiwillig zur allgemeinen Belustigung.

Standort des Fotografen: 47.883944, 8.345250

Anton Beha als Soldat, ca. 1914-1918

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Der junge Anton Beha steht in Uniform vor der Kamera. Er ist Musketier im Infanterie-Regiment Nr. 170. Geboren am 1. April 1899 als Sohn des Landwirts Johann Beha und seiner Ehefrau Wilhelmine Beha (geb. Schultheiß), wächst er in der Vorstadtstraße im Haus Nr. 10 auf. Seine Kriegsstammrolle vermerkt seinen Einsatz an der Westfront: Vom 27. Mai bis 9. Juni 1918 nimmt er an den Kämpfen bei Soissons und Reims teil.

Am 28. Oktober 1918, nur wenige Tage vor dem Ende des Ersten Weltkriegs, wird Anton Beha in den Argonnen an beiden Beinen schwer verwundet. Er erliegt seinen Verletzungen im Alter von nur 19 Jahren, 7 Monaten und 3 Tagen. 1919 wird sein Leichnam geborgen und am 6. November 1919 auf dem Soldatenfriedhof in Froidos (Département Meuse) beigesetzt. Sein Name ist auf dem 1930 eingeweihten Gefallenendenkmal am Mailänder Tor verzeichnet.

Standort des Fotografen: ???

Johanna Ganter beim Wasserreservoir auf dem Alenberg, Frühjahr 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003) lässt sich im Frühjahr 1933 vor dem Wasserreservoir auf dem Alenberg fotografieren. Die 19-Jährige steht vor der schweren, schmiedeeisernen Tür, über der die Jahreszahl »1901« zu lesen ist – das Baujahr des Reservoirs.

Mit dem Bau der Anlage wurde ein drängendes Problem gelöst: Bis dahin war die Wasserversorgung im Städtchen häufig unzureichend. Erst die Hochdruckwasserleitung vom Waldgebiet bei der »Stierhütte«, verbunden mit Hausanschlüssen und dem Wasserbehälter auf dem Alenberg, brachte eine nachhaltige Verbesserung.

Für Johanna Ganter ist das Wasserreservoir auf dem Alenberg auch mit dem Beruf ihres Vaters verbunden, denn Blechnermeister Otto Ganter (1881-1960) ist auch als Wassermeister tätig. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Kontrolle des Wasserreservoirs. Gut möglich, dass er sie als kleines Mädchen einmal hierher mitgenommen hat – und sie das Reservoir sogar betreten durfte.

Standort des Fotografen: 47.886323, 8.344697

Sofie Hepting beim Wasserreservoir auf dem Alenberg, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Das Wasserreservoir auf dem Alenberg ist zwar kein architektonisches Schmuckstück – und doch wird es im Laufe der Zeit zu einem beliebten Fotomotiv. Spaziergänger*innen, die im Alenbergwäldchen unterwegs sind, lassen sich gerne vor der markanten Tür ablichten. So auch diese Frau, die mit Mantel und Tasche für einen Moment innehält. Es ist Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), die direkt neben dem Wasserreservoir in ihrem Elternhaus (Alemannenstr. 1) aufgewachsen ist.

Über der schweren Eisentür ist die Jahreszahl »1901« zu erkennen. Sie verweist auf das Baujahr des Reservoirs. Bis dahin war die Wasserversorgung im Städtchen oft unzureichend. Abhilfe schuf der Bau einer Hochdruckwasserleitung vom Waldgebiet bei der »Stierhütte« bis in den Ort – mit Hausanschlüssen und dem Wasserbehälter auf dem Alenberg. Ein aufwendiges Projekt: Die Kosten beliefen sich auf 100.400 Mark.

Standort des Fotografen: 47.886323, 8.344697

Manfred Lauble mit Computer in DRK-Rettungswache, November 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Computer hat Einzug in der DRK-Rettungswache (Bei der Kirche 3) gehalten: Ab jetzt wird hier mit moderner EDV gearbeitet. Am Bildschirm sitzt Manfred Lauble, Schriftführer des Ortsvereins, hauptamtlicher Rettungsassistent und Leiter der Rettungswache. Bestellungen, Inventar, Statistiken oder die Mitgliederverwaltung – all das wird nun am Computer erledigt. Die neue Technik erleichtert die Arbeit und bringt zugleich Ordnung in viele Abläufe.

Die DRK-Ortsgruppe versteht sich als Bindeglied zwischen Ehrenamt und hauptamtlichem Rettungsdienst, dessen Wache rund um die Uhr besetzt ist. Das Engagement ist vielfältig: vom Pflegedienst über Blutspenden und Altkleidersammlungen bis hin zur Seniorenarbeit oder den regelmäßig angebotenen Erste-Hilfe-Kursen.

Standort des Fotografen: 47.882336, 8.345100

Zwei Narren, Fasnacht 1914

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zwei Narren stehen nebeneinander, eng beieinander, fast kumpelhaft. Der linke trägt ein schillerndes, aus Taft gefertigtes Kostüm mit weiten Ärmeln und Flickenapplikationen. Dazu eine hohe, spitze Mütze. Sein Gefährte daneben gibt sich eleganter: kariertes Jackett mit großen Knöpfen, dunkle Weste, helle Hose mit seitlichem Streifen. Am Revers eine große Stoffblume, auf dem Kopf ein kleiner Hut mit auffälliger Feder. Unter dem Arm trägt er einen geschlossenen Regenschirm.

Die beiden Narren ergeben zusammen ein eingespieltes Duo – vielleicht Freunde, vielleicht Brüder, vielleicht einfach zwei, die wissen, dass Fasnacht der richtige Moment ist, um für die Kamera eine kleine Rolle zu spielen.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???

Und während sie hier lachend posieren, beginnt im selben Jahr der Erste Weltkrieg. Dieses Bild hält einen unbeschwerten Moment fest – Fasnacht, Humor, Freundschaft – unmittelbar vor einer Zeitenwende.

Standort des Fotografen: ???

Karl Guth als junger Mann auf einer Sitzbank, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Michael Guth zur Verfügung.

Lässig und mit einer gewissen Coolness sitzt ein junger Mann auf einer einfachen Holzbank, die Beine übereinandergeschlagen. In der rechten Hand hält er eine Zigarette, als wäre das Rauchen selbst Teil der Pose. Sein Blick ist selbstbewusst auf den Fotografen gerichtet. Hinter ihm ist dichtes Buschwerk zu sehen – vielleicht ist er in der »Hasle« unterwegs. Sein Jackett mit breitem Revers wirkt modisch, darunter trägt er Hemd und Krawatte. Die hellen Stoffhosen fallen weich über die Knie, die dunklen Lederschuhe sind sauber und glänzend. Alles an seiner Erscheinung zeigt: Hier sitzt kein Arbeiter in Arbeitskleidung, sondern ein junger Mann, der sich geschniegelt in Szene setzt.

Der junge Mann ist Karl Guth (1912–2002), hier noch ledig. Später wird er Adelheid Cäcilie Guth (1914–2001) heiraten. Sein Elternhaus steht »Bei des Mahlers Kreuz« in der Oberen Hauptstraße (Nr. 33). Seine Eltern sind der Landwirt Johann Guth (1869–1952) und dessen Ehefrau Maria Guth (geb. Rösch, 1882–1959), die das Anwesen 1911 erworben hatten.

Aus dem jungen Mann auf der Bank wird später eine feste Größe im Vereinsleben: Von 1968 bis 1982 steht Karl Guth dem Turnerbund als Vorstand vor. Viele Jahre engagiert er sich auch als Vorstand im Hasenverein Titisee-Neustadt. Er selbst ist leidenschaftlicher Züchter von Angorahasen. Er stirbt im Jahr 2002.

Standort des Fotografen: ???