Joseph Benitz als Soldat, 1917

Fotograf: Georg Jung, Lenzkirch | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Noch ist Joseph Benitz (1897-1981) ein sehr junger Mann, als er sich für dieses Porträt fotografieren lässt. In Uniform blickt er ernst in die Kamera. An seiner Brust trägt er die Ordensspange mit dem Band des Eisernen Kreuzes II. Klasse – eine Auszeichnung, die er am 31. Oktober 1917 erhalten hat. Das Foto dürfte während eines Heimaturlaubs entstanden sein.

Als im August 1914 der Erste Weltkrieg begann, war Joseph Benitz gerade einmal 16 Jahre alt. Der Sohn des Weinhändlers Joseph Benitz sen. und seiner Ehefrau Anna Benitz (geb. Glunk) lebte damals in Freiburg und absolvierte eine Ausbildung im Bankwesen. Am 12. September 1916 wurde er selbst Soldat. Zunächst kam er zum Infanterie-Regiment 111, einen Monat später zum Infanterie-Regiment 112. Am 14. Mai 1917 rückte er schließlich mit dem Infanterie-Regiment 114 ins Feld.

Vom 2. bis 15. September 1917 kann er für kurze Zeit auf Heimaturlaub zurückkehren. Wenige Wochen später wird er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Doch schon am 10. November 1917 wird er nördlich von Passchendaele in Westflandern verwundet. Nach einer ersten Versorgung im Revier kommt er in das Feldlazarett 200 im belgischen Pittem, wo er bis zum 5. Dezember bleibt. Während seiner Genesung wird er wegen seiner, wie es in den Militärunterlagen heißt, »hervorragenden Tapferkeit vor dem Feind« zum Gefreiten befördert.

Seine militärische Laufbahn setzt sich fort. Vom 11. März bis zum 31. Mai 1918 besucht Benitz einen Lehrgang für Offiziers-Aspiranten und besteht die Reserveoffiziersprüfung. Im April wird er zum überzähligen Unteroffizier, im Mai zum Vizefeldwebel befördert. Am 9. Juli 1918 kehrt er erneut an die Front zurück.

Am 2. Oktober 1918 wird Joseph Benitz ein zweites Mal verwundet, diesmal in den Ardennen südwestlich von Liry auf dem Höhenzug »Der breite Rücken«. Über das Kriegslazarett »Macdonald« in Sedan gelangt er schließlich in das Vereinslazarett nach Emmendingen. Dort bleibt er bis zum 4. November. Nur wenige Tage später endet der Erste Weltkrieg.

Für Joseph Benitz ist damit die Geschichte als Soldat allerdings noch nicht zu Ende. Er gehört zu jener Generation, deren Lebensweg von beiden Weltkriegen geprägt wird: Mehr als zwanzig Jahre später trägt er erneut Uniform und wird auch im Zweiten Weltkrieg zum Militärdienst herangezogen. Die Kriegserlebnisse aus beiden Weltkriegen lassen ihn bis ins hohe Alter nicht los

Standort des Fotografen: Lenzkirch

Haus Benitz in der Alenbergstraße, ca. 1923-1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Noch ist das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9) ein Neubau. Nach dem verheerenden Großbrand vom 28. Juli 1921, bei dem Familie Benitz gleich drei Häuser verliert, entsteht das stattliche Doppelhaus nach Plänen der Wiederaufbaukommission unter Leitung des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938). Anfang 1923 werden die Wohn- und Geschäftsräume nach und nach bezogen.

Das Gebäude überragt die benachbarten Häuser der Alenbergstraße deutlich. Für den Fotografen ist die Familie auf beide Balkone getreten. Unten stehen mehrere Angehörige um Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), oben haben die beiden erwachsenen Söhne Joseph Benitz und Paul Benitz Platz genommen. So wird aus der Aufnahme zugleich ein Familienfoto und ein stolzes Bild des gerade erst wiederaufgebauten Hauses.

Unterer Balkon, v.l.n.r.: 1 Albert Benitz (1905-1996), 2 ???, 3 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 4 ???
Oberes Balkon, v.l.n.r.:
1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Paul Benitz (1899-1979)

Besonders interessant ist eine handschriftliche Ergänzung auf dem Abzug. Quer über die Fassade steht in blauer Schrift: »Weinkellerei – Joseph Hogg – Branntweine«. Offenbar dient das Foto als eine Art Entwurf: Familie Benitz plant, mit einer großen Werbeschrift auf die im Haus betriebene Weinhandlung aufmerksam zu machen. Noch existiert die Beschriftung nur auf dem Foto – auf Aufnahmen von 1927 ist sie dann tatsächlich an der Fassade angebracht.

Standort des Fotografen: 47.885040, 8.344570

Kinder im Hof vom Haus Benitz in der Alenbergstraße, 1942

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Fünf Kinder haben sich im gepflasterten Hof des Hauses Benitz zum Erinnerungsfoto aufgestellt. Zwei der Mädchen halten ihre Puppen fest im Arm – natürlich müssen auch sie mit aufs Bild. Die Kinder stehen fein säuberlich nebeneinander und blicken gut gelaunt in die Kamera. Zu sehen sind die Benitz-Geschwister Elisabeth Benitz, Joseph Benitz und Lioba Benitz sowie ihr Cousin Klaus Benitz und ein weiteres, bislang nicht identifiziertes Kind. Die Aufnahme entsteht mitten im Zweiten Weltkrieg. Davon ist in diesem Augenblick nichts zu spüren: Für einen kurzen Moment bestimmen Kindheit, Spielzeug und familiäre Nähe die Szene.

V.l.n.r.: 1 Lioba Benitz (verh. Andritzke, geb. 1936), 2 Anna Benitz (1934-2021), 3 Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019), 4 Joseph Benitz jun. (1928-2012), 5 Klaus Benitz (1938-2015)

Rechts hinter den Kindern steht das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9). Es wurde nach dem Großbrand von 1921 als Doppelhaus neu errichtet. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind die ebenfalls nach dem Brand entstandene Ökonomie Benitz (Alenbergstr. 8) und das Haus Kienzle (Alenbergstr. 6) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.885256, 8.344184

Blick zum Haus Benitz mit der Weinhandlung Hogg, ca. 1940-1950

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Mächtig erhebt sich das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9) über die umstehenden Häuser und den Gärten am Hang. Nicht nur wegen seiner exponierten Lage trägt das Doppelhaus den Beinamen »Hohes Haus«. Nach dem Großbrand von 1921 wurde es nach Plänen der Wiederaufbaukommission neu errichtet. Unübersehbar wirbt die große Aufschrift an der linken Gebäudehälfte für »Joseph Hogg / Weingrosshandlung / Branntweinbrennerei«.

Die Weinhandlung kann zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken. Sie besteht seit 1824 und wurde von dem Gastwirt Joseph Hogg (1796-1857) gegründet. Nach seinem Tod verkaufte seine Witwe das Geschäft an ihren Neffen, den Weinhändler Josef Eggert (1831-1888). Da dieser kinderlos war, übernahmen 1895 der Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919) und Josef Paul Thoma (1868-?) die Firma. Thoma schied 1902 wieder aus, die Weinhandlung blieb bei Familie Benitz – der traditionsreiche Name Hogg wird jedoch weitergeführt.

Im Vordergrund erstreckt sich eine Streuobstwiese der Familie Benitz entlang der Maienlandstraße. Zwischen den Obstbäumen sind ganz links noch Mauerreste zu erkennen. Sie gehören zum früheren Wohnhaus Thoma (Rötengasse), das ebenfalls beim Großbrand von 1921 zerstört wurde. Unmittelbar daneben steht die Mitte der 1930er-Jahre errichtete Villa des Arztes Dr. Gugelberger (Maienlandstr. 6), von der am linken Bildrand nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen ist.

Noch prägen Obstbäume und Gärten den Hang unterhalb des »Hohen Hauses«. Doch auch dieses Bild wird sich verändern: Etwa 1960 wird die Streuobstwiese bebaut. An ihrer Stelle entsteht das Wohn- und Geschäftshaus des Malermeisters Karl Sibold (Maienlandstr. 4).

Standort des Fotografen: 47.884563, 8.343059

Familie Benitz vor ihrem Haus, April 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Familie Benitz hat sich vor ihrem Haus in der Alenbergstraße zum Gruppenfoto versammelt. Im Mittelpunkt sitzt Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), umgeben von ihren Kindern, Schwiegertöchtern und Enkelkindern. Die Haustür hinter ihnen ist mit Reisiggirlanden und weißen Papierblumen geschmückt, zwei Tännchen rahmen den Eingang ein. Der Anlass ist ein besonderer: Franz Benitz (1908-1944), rechts in der hinteren Reihe, feiert seine Heimatprimiz. Am 31. März 1935 wurde der 27-Jährige durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Eine Woche später, am 7. April, zelebriert er in seiner Heimatgemeinde Löffingen erstmals die Messe. Familie und katholische Kirchengemeinde feiern den Neupriester, und auch das Elternhaus wird für diesen Tag festlich geschmückt.

Für Anna Benitz ist es ein Familienfest nach Jahren, in denen sie bereits schwere Schicksalsschläge hinnehmen musste. Seit 1919 ist sie Witwe. Mit ihrem Mann, dem Weinhändler Joseph Benitz (1859-1919), hatte sie sieben Kinder. Zwei von ihnen leben 1935 nicht mehr: Friedrich Benitz (1902-1908) starb bereits als Kind, die Tochter Anna (1896-1922) im Alter von 26 Jahren. Beim Großbrand von 1921 traf es die Familie besonders hart: Gleich vier ihrer Häuser wurden zerstört. Das Wohn- und Geschäftshaus in der Alenbergstraße, vor dem die Familie sich nun versammelt, entstand beim anschließenden Wiederaufbau.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1928-2012), 2 Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), 3 Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019), 4 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 5 Josefine Benitz (geb. Klaus, 1903-1991), 6 Anna Maria Benitz (1934-2021), 7 Maria Benitz (verh. Wiedemann, 1911-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Albert Benitz (1905-1996), 3 Paul Benitz (1899-1979), 4 Franz Benitz (1908-1944)

Franz Benitz ist der einzige der Söhne, der Priester wird, doch die gesamte Familie ist sehr religiös und tief im katholischen Milieu verwurzelt. Familienmitglieder engagieren sich im kirchlichen Leben, etwa im Kirchenchor und im Stiftungsrat, und politisch in der Zentrumspartei. Gerade deshalb geraten sie nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ins Visier der örtlichen Nationalsozialisten. Joseph Benitz (1897-1981) wurde im August 1933 für zwei Tage in sogenannte »Schutzhaft« genommen – eine willkürliche Inhaftierung, die der Einschüchterung politischer Gegner dient.

Als das Foto aufgenommen wird, ist es noch keine zehn Monate her, dass Stadtpfarrer Guido Andris am 23. Juni 1934 gewaltsam aus Löffingen vertrieben wurde. Joseph Benitz und Albert Benitz gehörten zu den mutigen Männern, die offen gegen das Vorgehen der Nationalsozialisten protestieren. Beide wurden daraufhin verhaftet. Vor diesem Hintergrund ist die Primiz von Franz Benitz im Frühjahr 1935 nicht nur ein Familienfest. Sie ist zugleich ein sichtbares Bekenntnis zum Katholizismus, der vom NS-Regime zunehmend unter Druck gesetzt wird.

Standort des Fotografen: 47.885270, 8.344131

2 Fotos: Werkstatt der Küferei Benitz in der Alenbergstraße, 2008

Sammlung Familie Waßmer

Das Werkzeug hängt ordentlich an seinem Platz, Hobel und Beitel liegen griffbereit auf der Werkbank, als würde die Arbeit gleich weitergehen. Doch hier rührt sich nichts mehr. In der Werkstatt der Küferei Benitz scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Dabei wird die Werkbank schon seit Jahren nicht mehr benutzt. Die Weinhandlung und Küferei haben ihren Betrieb eingestellt. Und doch ist alles noch da: die abgenutzte Holzplatte, die Spuren zahlloser Arbeitsgänge, das sorgfältig sortierte Werkzeug.

Besitzer Klaus Benitz (1938-2015) zeigt dem Fotografen die Kellerräume des Hauses Benitz (Alenbergstr. 7/9). Es ist ein seltener Blick hinter die Kulissen eines Handwerks, das längst zur Vergangenheit gehört. Küfer stellten Fässer her, reparierten sie, hielten sie dicht – unverzichtbar für Weinhandel und Landwirtschaft. Heute ist die Werkstatt still. Doch gerade diese Stille macht den Raum so eindrucksvoll.

Standort des Fotografen: 47.885140, 8.344038

Weinhändler Josef Eggert, ca. 1895-1900

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Emma Binder zur Verfügung.

In einem Fotoatelier in Freiburg lässt sich der Weinhändler Josef Eggert (1831-1901) fotografieren. Das Atelier von Alexander Dilger in der Rheinstr. 30 existiert von 1889 bis 1906, seit ca. 1894 führt Dilger den Titel »Hof-Photograph«. Doch hier geht es nicht um den Fotografen, sondern um den Mann, der auf dem Porträt abgebildet ist. Es ist der Besitzer der Weinhandlung Josef Hogg in Löffingen.

Josef Eggert wurde am 2. Mai 1831 als Sohn des Landwirts und Ölers Johann Eggert (1804-1871) und dessen Ehefrau Maria Agatha Eggert (geb. Waldvogel, 1806-1887) geboren. Er hatte elf Geschwister, von denen sieben im Kleinkindalter starben. 1862 kaufte Josef Eggert die Weinhandlung Hogg. Er heiratete 1874 in Freiburg Karolina Eggert (geb. Löw, 1841-1876), die aus Heiligenberg stammte. Das Paar blieb kinderlos. 1895 verkauft Josef Eggert die Weinhandlung an Joseph Benitz (1859-1919) und Josef Paul Thoma. Im Alter von 70 Jahren stirbt er am 7. August 1901 und wird auf dem Friedhof in Löffingen beerdigt.

Standort des Fotografen: Freiburg

Blick zum Haus Benitz in der Alenbergstraße, ca. 1960

Deutsche Luftbild K.G. | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst sowie Veronika Leber zur Verfügung.

Im Mittelpunkt dieser Luftaufnahme steht das Haus Benitz (Alenbergstr. 7/9), das von den Einwohner*innen das »Hohe Haus« genannt wird. Das stattliche Gebäude überragt die umliegenden Häuser der Alenbergstraße deutlich. Es ist aber nicht nur wegen seiner Größe ein »Hohes Haus«, sondern auch, weil aus der Familie Benitz zwei herausragende »Söhne der Stadt« hervorgegangen sind: Paul Benitz (1899-1979) amtiert als Bürgermeister, während sein Bruder Joseph Benitz (1897-1981) sich als Kreisrat politisch engagiert und einen Namen macht. Die Luftaufnahme findet als Ansichtskarte Verbreitung, die als Werbemittel des Geschäfts der Familie Benitz dient. Auf der Rückseite findet sich der Aufdruck: »Weinkellerei Joseph Hogg (Familie Benitz)«.

Alle Häuser, die auf dem Luftbild zu sehen sind, wurden nach dem Großbrand 1921 neu erbaut. Sie wurden damals von der Wiederaufbaukommission nach einem Masterplan errichtet und verfügen über einheitliche architektonische Merkmale. Nur ganz am rechten Bildrand, das Haus Nobs (Alenbergstr. 2), das angeschnitten zu sehen ist, wurde beim Großbrand nicht zerstört und ist wesentlich älter.

Gesamtansicht von der »Breiten«, ca. 1930-1935

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

Am 4. Juli 1936 wird diese Ansichtskarte in Löffingen geschrieben und nach Altenheim im Amt Offenburg versendet. Vertrieben wird die Karte vom Verlag A. Rebholz. Darauf zu sehen ist eine Gesamtansicht des Städtchens vom Gewann »Breiten« aus. Es ist anzunehmen, dass die Fotografie schon ein paar Jahre zuvor aufgenommen wurde und seitdem als Karte vertrieben wird. Zu sehen ist im Vordergrund das Sägewerk Benz – oder, wie das Unternehmen offiziell heißt, die Holzindustriewerke Josef Benz AG. Zwei Schornsteine ragen in den Himmel. Der Späneturm an der Rötenbacher Straße ist bereits gebaut, aber noch nicht verputzt. Auch die Maschinenhallen sind neu gebaut, denn das Foto wird nach den beiden Großbränden im Sägewerk 1928 aufgenommen, als große Teile des Werkgeländes zerstört wurden. Der Wiederaufbau ist bereits weitgehend abgeschlossen.

Auch die Häuser am Alenberg zeigen die Neubauten, die nach dem Großbrand 1921 errichtet wurden. Neben dem Kirchturm ist die Festhalle an der »Hasle« zu sehen, die eingerüstet zu schein scheint. Mit ihrem Bau war1923 begonnen worden. Beim »Sängerfest« 1927 war der Rohbau immerhin soweit fertiggestellt, dass er für die Feierlichkeiten genutzt werden konnte. Das Gebäude war aber noch nicht verputzt.

Standort des Fotografen: 47.883194, 8.333500

2 Fotos: 20-Jährige in der Maienlandstraße, Fasnacht 1950

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Luzia und Dieter Vierlinger zur Verfügung.

Zum zweiten Mal nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird wieder Fasnacht gefeiert! Die 20-Jährigen des Jahrgangs hatten Glück im Unglück: Die Männer waren im Zweiten Weltkrieg noch zu jung, sodass sie nicht Soldaten waren. Die NS-Gewaltherrschaft und der Krieg sind überstanden und man feiert ausgelassen. Veranstaltet wird ein »Völkertreffen in Löffingen, der Zentrale Europas«, so das diesjährige Fasnachtsmotto.

In der Maienlandstraße stellen sich die 20-Jährigen zu einem Gruppenfoto auf. Sie haben sich als »Indianer« verkleidet, wie sie in Karl Mays Romanen beschrieben sind – wobei sie natürlich kein Klischee auslassen! Zu erkennen sind u.a. Johann Glunk, Elisabeth Zepf (verh. Isele) und Heinrich Kopp.

Hinter ihnen ist ein Teil des Gartens der Villa Gugelberger zu sehen. Auf diesem Bereich des Grundstücks wird Malermeister Karl Sibold in den 1960er Jahren ein Wohn- und Geschäftshaus (Maienlandstr. 4) neu errichten. Oben auf dem Alenberg sind die Häuser Benitz (Alenbergstr. 7-9), das Haus der Witwe Sofie Himmelseher (Alenbergstr. 12) und das Haus von Blechnermeister Otto Ganter (Alenbergstr. 14) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884657, 8.343159

2 Fotos: Klaus Benitz mit Jubilar Christian Wolber, Dezember 1987

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Weinkellerei, Branntweinbrennerei und Obstweinkelterei Joseph Hogg existiert bereits seit 1824. Ganz so viele Jahre hat Christian Wolber nicht auf dem Buckel. Aber er arbeitet immerhin schon ein Vierteljahrundert für die Firma! Inhaber Klaus Benitz (1938-2015) ehrt den Jubilar deshalb für seine Treue und seine stets gewissenhafte Arbeit in den vergangenen 25 Jahren. Wolber ist bei allen anfallenden Arbeiten im Lager, in der Küferei, beim Mosten und bei der Instandhaltung und Pflege zur Stelle. Seine Zuverlässigkeit stellt er auch beim Transport des edlen Tropfens bis in den Hegau und in den Kreis Waldshut unter Beweis. Benitz dankt ihm und hofft auf viele weitere Jahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit.

Standort des Fotografen: 47.885272, 8.344225

Blick vom Haus Fehrenbach zum Alenberg, 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Vom Haus Fehrenbach (Bahnhofstr. 2) fällt der Blick in Richtung Alenberg. Auch wenn die Aufnahme verwackelt ist, so bietet sich doch eine schöne Aussicht. Im Vordergrund sind das landwirtschaftliche Anwesen von Franz Guth (Weberweg 2) und die Rückseite des Hauses Strobel (Maienlandstr. 3) zu sehen. Dahinter erhebt sich das »hohe Haus« (Alenbergstr. 7-9), wie die Löffinger das stattliche Wohn- und Geschäftshaus der Familie Benitz respektvoll nennen.

Die Häuserzeile in der Alenbergstraße ist wiederaufgebaut. Sie war größtenteils beim Großbrand 1921 abgebrannt, das Feuer hatte nur das Haus von Blechnermeister Otto Ganter (Alenbergstr. 14) und das Anwesen von Landwirt Josef Fehrenbach (Alenbergstr. 13) übersprungen. Auch das Alenbergwäldchen hatte damals durch Funkenflug Feuer gefangen.

Wandert man mit den Augen vom Haus Benitz die Rötengasse hinunter, dann erkennt man einen Teil des Daches von der Villa des Arztes Dr. Franz Gugelberger (Maienlandstr. 6), die ansonsten verdeckt ist. Das Dach scheint noch nicht mit Ziegeln eingedeckt zu sein, weshalb das Foto 1935 aufgenommen sein muss, als die Villa gebaut wird.

Standort des Fotografen: 47.884159, 8.342197