Pfarrer hinter dem Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Sechs katholische Geistliche haben sich im Garten hinter dem Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) für ein Gruppenfoto aufgestellt. Alle tragen die schwarze Soutane, einer zusätzlich einen breitkrempigen schwarzen Hut. Die Stimmung wirkt ungezwungen: Mehrere der Männer lächeln, zwei haben die Arme verschränkt. Für einen kurzen Moment scheint die Förmlichkeit des geistlichen Amtes in den Hintergrund zu treten.

Wer die sechs Männer sind und aus welchem Anlass sie sich in Löffingen aufhalten, ist bislang nicht bekannt. Auffällig ist, dass kein Löffinger Stadtpfarrer unter ihnen zu erkennen ist: weder Guido Andris, der von 1929 bis zu seiner Vertreibung 1934 in Löffingen wirkt, noch Robert Winkel, der die Pfarrei ab 1935 leitet. Vielleicht handelt es sich um Pfarrer aus anderen Gemeinden des Dekanats Neustadt. Denkbar wäre auch, dass die Geistlichen zu einem besonderen kirchlichen Ereignis nach Löffingen gekommen sind – etwa zu einer Primiz oder zu einer Wallfahrt des Dekanats zum Witterschneekreuz.

V. l. n. r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Im Hintergrund ist rechts ein Teil des katholischen Pfarrhauses zu sehen, das bei einem Bombenangriff im Frühjahr 1945 schwer beschädigt wird. Links steht der sogenannte »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8).

Standort des Fotografen: 47.882746, 8.342978

Investitur von Pfarrer Winkel vor dem Pfarrhaus, 26. April 1936

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Festlich ist der Eingang des katholischen Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) geschmückt. Eine Reisiggirlande mit weißen Papierblüten rahmt die Haustür ein, links und rechts des Treppenaufgangs stehen junge Tännchen. Davor hat sich der Kirchenchor versammelt. Die Sänger halten ihre aufgeschlagenen Liederbücher in den Händen, während Stadtpfarrer Robert Winkel (1897-1972) erhöht vor dem Eingang steht und den musikalischen Gruß entgegennimmt.

Der Anlass ist die feierliche Investitur des bisherigen Pfarrverwesers als Stadtpfarrer der katholischen Kirchengemeinde Löffingen. Passender könnte der Tag kaum gewählt sein: Es ist der Sonntag vom Guten Hirten. In der Chronik des Kirchenchores heißt es: »Da das Fest gerade auf den Sonntag des guten Hirten fiel, begrüßte der Kirchenchor den hochwürdigen Herrn Stadtpfarrer am Eingang seines Hauses bei der Abholung mit dem 32. Psalm ›Der Herr ist mein Hirt‹.« Geleitet wird der Chor von Hauptlehrer Emil Willig. Auch die anschließende Festmesse umrahmt der Kirchenchor musikalisch.

Hinter der feierlichen Zeremonie liegt eine dramatische Vorgeschichte. Am 23. Juni 1934 war Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974) von den Nationalsozialisten gewaltsam aus Löffingen vertrieben worden. Danach blieb die Pfarrstelle zunächst unbesetzt. Erst am 17. Januar 1935 übernahm Robert Winkel als Pfarrverweser die Leitung der Gemeinde. Mehr als ein Jahr später, am 3. April 1936, ernannte ihn Erzbischof Conrad Gröber zum Stadtpfarrer. Am 26. April wird er schließlich durch Dekan Bernhard Kromer aus Friedenweiler feierlich in sein Amt eingeführt.

Robert Winkel wurde am 31. August 1897 in Gernsbach bei Rastatt geboren und wuchs seit 1904 in Freiburg auf. Am 18. Juni 1922 empfing er durch Erzbischof Karl Fritz die Priesterweihe. Seine erste Stelle führte ihn nach Kirrlach bei Waghäusel, anschließend war er von 1923 bis 1931 Kaplan der Herz-Jesu-Gemeinde in Mannheim. Es folgten Stationen als Pfarrverweser in Kappel am Rhein, Spechbach bei Heidelberg und Steinbach bei Bühl, bevor er nach Löffingen kam.

Bei den Mitgliedern des Kirchenchores sind u.a. Joseph Benitz und Eugen Steidlinger zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882621, 8.343363

3 Fotos: Prozession mit Primizant Franz Benitz vom Bahnhof zur Pfarrkirche, 6. April 1935

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein »großer Bahnhof« wird Franz Benitz (1908-1944) bei seiner Ankunft in Löffingen bereitet. Ministranten, Geistliche, Familienangehörige und zahlreiche Gemeindemitglieder holen den Neupriester am Bahnhof ab und begleiten ihn in feierlicher Prozession zur katholischen Pfarrkirche St. Michael. Franz Benitz ist erst wenige Tage zuvor, am 31. März 1935, durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht worden. Am folgenden Tag wird er in seiner Heimatgemeinde die Primiz feiern.

Obwohl es bereits April ist, liegt noch Schneematsch auf dem Boden. Die Häuser entlang des Weges sind festlich herausgeputzt: Reisiggirlanden und Fahnen schmücken die Fassaden. Kurz vor der Pfarrkirche entstehen mehrere Aufnahmen. Zu sehen sind das katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) und der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8). Am rechten Bildrand fällt der Blick auf die weniger repräsentative Rückseite der Ökonomie des Gasthauses »Sonne« (Kirchstr. 29). Vor dieser Kulisse ziehen Ministranten und Geistliche vorüber – ein feierlicher kirchlicher Zug mitten durch das vertraute Straßenbild.

Am Vorabend der eigentlichen Primiz findet in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zunächst eine Andacht statt. Erst am nächsten Tag steht Franz Benitz selbst am Altar, zelebriert erstmals in seiner Heimatgemeinde die Messe und erteilt den Primizsegen. Nicht nur für ihn, sondern auch für seine Familie und die katholische Gemeinde ist dies ein besonderes Ereignis – und die große Beteiligung beim Einzug zeigt, welche Bedeutung eine Heimatprimiz besitzt.

Bei den Zuschauer*innen am Straßenrand sind u.a. zu erkennen: Hilda Schultheiß (verh. Vögtle), Josefa Roth (verh. Rappenegger)

Standort des Fotografen: 47.882660, 8.343996

Stadtmusik beim Umzug in der Bahnhofstraße anlässlich des Sängerfestes, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Die Bahnhofstraße ist festlich herausgeputzt. Girlanden aus Reisig sind entlang der Straße gespannt, an hohen Masten wehen Fahnen. Zwei Radfahrer sind am Straßenrand stehen geblieben und schauen dem herannahenden Festzug entgegen. Die Stadtmusik ist im Anmarsch. Vorneweg wird der Schellenbaum getragen, dahinter folgen die Musiker.

Anlass ist das große Sängerfest des Schwarzwaldgau-Sängerbundes, das drei Tage lang in Löffingen gefeiert wird. Zahlreiche Gesangvereine reisen dafür an. Beim großen Festumzug am 31. Juli 1927 ziehen schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Teilnehmer*innen durch das Städtchen – für Löffingen ein außergewöhnliches Großereignis. Für drei Tage wird Löffingen damit zum Treffpunkt zahlreicher Sänger und Vereine aus der Region.

Die Aufnahme entsteht in der Bahnhofstraße beim Bahnübergang. Am rechten Bildrand ist ein Teil des katholischen Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) angeschnitten. Weiter hinten ist der sogenannte »neue Benzbau« (Ringstr. 8) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882438, 8.343013

Prozession der Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich zieht die Prozession die Seppenhofer Straße hinauf. Soeben ist der Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zu Ende gegangen, nun begleiten Familien, Verwandte und Gemeindemitglieder die Erstkommunionkinder bis zur Kaplanei. Der Zug wird von der Stadtmusik angeführt, dahinter schreiten drei Ministranten mit Kreuz und Fahnen. In geordneten Reihen folgen die Mädchen in ihren weißen Kleidern und die Jungen im dunklen Anzug – festlich gekleidet, ernst und zugleich ein wenig stolz.

Am Straßenrand drängen sich die Angehörigen. Man winkt, ruft leise Namen, versucht einen Blick auf die Kommunionkinder zu erhaschen. Für viele ist es ein bewegender Moment – nicht nur ein kirchliches Fest, sondern ein sichtbarer Schritt ins Heranwachsen.

Im Hintergrund steht das 1949 erbaute Haus Gwinner (Seppenhofer Straße 2). Das Mauerwerk liegt noch unverputzt offen, doch hinter den Fenstern hängen bereits Gardinen: Das Haus ist bezogen, der Alltag hat Einzug gehalten. Rechts im Bild ist das frühere Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) zu erkennen. Es wurde beim Bombenangriff am 22. Februar 1945 zerstört und steht seitdem leer.

Zu den Kommunionkindern zählt vermutlich Rita Hepting (verh. Zimmermann, geb. 1941).

Standort des Fotografen: 47.882098, 8.344373

Kommunionkinder vor dem Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Susanne Obergfell zur Verfügung.

Die Prozession mit den Kommunionkindern bewegt sich in Richtung katholischer Pfarrkirche. Sieben Mädchen in ihren weißen Kleidern kommen gerade an einem Fotografen vorbei und blicken gar nicht ernst gradeaus, sondern lächeln prompt in die Kamera. Interessant ist der Hintergrund des Fotos: Zu sehen ist das katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10), das am 22. Februar 1945 bei einem alliierten Luftangriff ausgebombt wurde. Noch sind die Kriegsschäden deutlich erkennbar. Aber auch beim Nachbargebäude fehlen auch fünf Jahre nach Kriegsende noch immer die Fenster. Zu sehen ist die Rückseite des »alten Benzbau« bzw. des Gebäudeteils, der zur Ringstraße reicht.

V.l.n.r.: 1 Gerda Schlachter, 2 [Brigitte Schweizer (verh. Saar, geb. 1941)], 3 [Anneliese Mayer (verh. Heizmann)], 4 Erika Kienzle (verh. Schweizer), 5 Siegrid Heinrich, 5 Renate Hirt, 7 [Margret Kaltenbrunner (geb. 1941)]

Standort des Fotografen: 47.882599, 8.343330

2 Fotos: Ehemaliges Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, ca. 1950

Erzbischöfliches Archiv Freiburg, EAF S24/561

In einem desolaten Zustand zeigt sich das ehemalige katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10), das am 22. Februar 1945 bei einem alliierten Luftangriff ausgebombt wurde. Schon über fünf Jahre sind seitdem vergangen, aber die Kriegsschäden immer noch unübersehbar.

Das altehrwürdige Gebäude wurde 1788 als Barockhaus erbaut. Hier hatte seitdem der katholische Stadtpfarrer seinen Amtssitz. Die Pfarrscheuer, die ursprünglich daneben stand, musste dem Bahnbau weichen. Seit der Bombardierung ist das Gebäude unbewohnbar. Stadtpfarrer und Vikare fanden in der Kaplanei eine neue Bleibe. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden bei den Luftangriffen zwei weitere Gebäude sogar komplett zerstört: das Haus Kaus, ebenfalls ein Barockhaus, und das Haus Zepf (Untere Hauptstr. 9), dessen Grundmauern am linken Bildrand zu erkennen sind.

Die Fotos entstehen kurz vor der Renovierung des Gebäudes, in dessen Zuge auch das Dach ausgebaut wird. 1952 eröffnet der Landkreis Neustadt hier die »Kreislandwirtschaftsschule«. Aufgenommen werden die Bilder von Hermann Ginter, der von 1949 bis 1966 Konservator der kirchlichen Kunstdenkmäler der Erzdiözese Freiburg ist und verschiedene kirchliche Gebäude in der Erzdiözese fotografisch dokumentiert.

Standort des Fotografen: 47.882692, 8.343594

Rene Egle und Jeanette Egle in den Bittenwiesen, 1980

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rene Egle zur Verfügung.

Die Geschwister Rene Egle und Jeanette Egle (1965-1981) werden in einem unbeschwerten Moment fotografiert. Jeanette sitzt lachend auf Renes Schultern, während er mit herausgestreckter Zunge in die Kamera schaut. Die Geschwister albern auf der »Bittenwiese« hinter ihrem Elternhaus (Seppenhofer Str. 15) herum. Ein Jahr später wird Jeanette Egle bei einem Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen. Sie wird nur 16 Jahre alt.

Im Hintergrund ist eine weitere Person zu erkennen, die die Wiese recht. Es ist vermutlich die Mutter der beiden: Helga Egle (geb. Klaiber) stammt aus dem bayerischen Erbendorf. Vor der »Hasle« steht das 1969/70 erbaute evangelische Pfarrhaus.

Standort des Fotografen: 47.881269, 8.346553

Stadtmusik vor dem Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, ca. 1935/36

Archiv der Stadtmusik Löffingen

Die Stadtmusik ist vor dem katholischen Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) aufmarschiert. Die Mitglieder tragen schwarze Anzüge und Zylinder. Rupert Hepting (1905-1990), der seit 1933 als Dirigent amtiert, und Leo Münzer (1871-1952), der den Schellenbaum trägt, führen die Musiker an. Ein paar Kinder stehen am Wegrand. Neben den Treppenstufen, die zum Pfarrhaus hinaufführen, steht ein geschmücktes Tännchen. Offenbar wird ein Fest der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael begangen, sei es eine Investitur oder die Primiz eines Neupriesters.

Gut möglich, dass Robert Winkel (1897-1972) als neuer Pfarrerverweser begrüßt oder als Stadtpfarrer investiert wird. Nach der gewaltsamen Vertreibung von Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974) durch die Nationalsozialisten am 23. Juni 1934 war die Pfarrei zunächst verwaist, bis sie im Januar 1935 nachbesetzt wird. Am 17. Januar 1935 nimmt Robert Winkel seine Tätigkeit als Pfarrverweser auf. Winkel, 1897 in Gernsbach bei Rastatt geboren, wurde 1922 zum Priester geweiht. Am 26. April 1936 wird er schließlich vom Erzbischof als Stadtpfarrer eingesetzt.

Bei den Musikern der Stadtmusik sind zu sehen: Robert Rosenstiel, Franz Faller (1916-1986), August Limb, Heinrich (Heiner) Thoma, Franz Zepf, Konrad Sibold, Karl Heizmann, Josef Kienzler, Wilhelm Brugger und Franz Rappenegger.

Das Mädchen links mit dem karierten Kleid ist Irma Schmid (verh. Adrion, 1927-2019).

Standort des Fotografen: 47.882627, 8.343422

Verschneite Bahnhofstraße, ca. 1930-1940

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Es hat geschneit! Vom »neuen Benzbau« (Ringstr. 8) bietet sich ein guter Blick auf die Winterlandschaft. Die Bahnhofstraße ist verschneit, ebenso der Hang, der zum Städtchen hinabführt. Er lädt regelrecht zum Rodeln und Skifahren ein und wird sich sicherlich im Laufe des Tages zum beliebten Wintersportort der Kinder verwandeln!

Am linken Bildrand sind die Garagen der Holzindustriewerke Josef Benz AG (Ringstr. 10) und dahinter das katholische Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883880, 8.342709

Aufmarsch des BDM in der Unteren Hauptstraße, 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rosel Konhäuser zur Verfügung.

Zu welchem Anlass im nationalsozialistischen Festkalender dieser Aufmarsch durch das Städtchen zieht, ist unklar. Der 1. Mai, der seit 1933 als »Tag der nationalen Arbeit« groß begangen wird, scheidet aus: Zu warm sind die Menschen auf dem Foto angezogen und zu wenig frühlingshaft sind die Bäume und Gärten im Hintergrund.

Denkbar wäre der »Heldengedenktag«, der am 5. Sonntag vor Ostern begangen wird, oder der »Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung« am 9. November, mit dem das NS-Regime alljährlich an den gescheiterten Hitler-Putsch in München 1923 erinnert.

Das Foto zeigt den Aufmarsch des »Bund Deutscher Mädel« (BDM), des weiblichen Zweiges der »Hitlerjugend« (HJ). Darin sind im Sinne der totalitären Ziele des NS-Regimes die Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren organisiert. Zu diesem Zeitpunkt ist die Mitgliedschaft noch freiwillig, verpflichtend wird sie ab 1. Dezember 1936. Die Mädchen ziehen gerade am katholischen Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) vorüber, aus dem im Vorjahr Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974) gewaltsam vertrieben wurde. Hinter dem BDM folgt eine Musikkapelle.

Standort des Fotografen: 47.882782, 8.343563

Luftbild auf das Städtchen, 1972

Sammlung Familie Waßmer

Diese Ansichtskarte wird am 23. Juli 1973 versendet. Ein kleines Mädchen namens Sabine schreibt mit ihrer krakligen Kinderschrift: »Heute war ich im Wildpark. Da war ein großer Bär.« Der 1968 eröffnete Wildpark ist auf dem Luftbild leider nicht zu sehen, aber dafür viele andere Details, die darüber hinaus dabei helfen, das Foto ziemlich genau zu datieren.

Besonders ins Auge sticht die riesige Baustelle in der Festhallenstraße. Dort wurde im Mai 1971 mit dem Bau der Sporthalle begonnen. Von 1972 bis 1974 wird gleich nebenan der Rohbau des Realschulgebäudes erstellt. Weitere Neubauten im Städtchen sind bereits errichtet oder befinden sich gerade im Bau: Neben dem Farrenstall und Bauhof werden 1971 zwei Mehrfamilienhäuser erbaut (Bei der Kirche 1 und 2), die hier bereits weitgehend fertiggestellt sind. Der Supermarkt »Gottlieb« (Demetriusstr. 18) wird ebenfalls gerade gebaut, sein Dach ist noch nicht mit Ziegeln gedeckt und ein Kran in der rückseitigen Ringstraße zeugt noch von den Bauarbeiten. In der Bahnhofstraße ist derweil das 1968 erbaute Fabrikgebäude der Firma Prause & Unger (Bahnhofstr. 13) zu erkennen, in der Maienlandstraße steht bereits das 1970 erbaute Haus Müller (Maienlandstr. 5). Mitten im Städtchen ist die »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10) noch zu sehen, die 1973 abgerissen wird. Wer gute Augen hat, kann auch die rege Bautätigkeit im Neubaugebiet Am Kurpark, in der Wartenbergstraße und in der Fürstenbergstraße genauer unter die Lupe nehmen.