Luftbild auf das Städtchen, ca. 1960

Foto: Cramer, Kunstanstalt K.G., Dortmund / Stadtarchiv

Aus ungewohnter Perspektive zeigt dieses Luftbild das Städtchen. Das Flugzeug, aus dem das Foto aufgenommen wird, kreist über dem Maienland. Der Blick fällt aus westlicher Richtung auf die Häuser am Alenberg, in der Maienland- und in der Bahnhofstraße. Der 1957 fertiggestellte neue Bahnhof steht bereits. Aber das Anfang der 1960er Jahre im Pfarrweg neu erbaute katholische Pfarrhaus ist noch nicht gebaut, wodurch sich das Foto recht genau datieren lässt. Auch der Kirchturm ist noch nicht verputzt.

Im Hintergrund ist der Altstadtring zu erkennen. Vor der »Hasle« stechen die Festhalle und Schule sowie die 1954 geweihte evangelische Kirche ins Auge.

Mehrbildkarte »Führer durch Löffingen« mit sechs Ansichten, ca. 1900-1910

Verlag H. Wahler, St. Johann (Saar)
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Sogenannte »Führerkarten« sind in den Jahren nach der Jahrhundertwende populär. Auch für Löffingen wird eine solche Mehrbildkarte vertrieben.

Abgebildet sind neben einer Gesamtansicht des Städtchens im Uhrzeigersinn: Das Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11), das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2), das Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26), das Kaufhaus »zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) und das Gasthaus »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24).

Gasthaus »Witterschnee« in der Maienlandstraße, Ausschnitt, ca. 1908

Sammlung Familie Waßmer

Das Bild ist ein Ausschnitt aus einer Mehrbildkarte, die nach der Jahrhundertwende verbreitet wurde. Sie zeigt das Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26). Betrieben wird es von dem Gast- und Landwirt Robert Rosenstiel (1873-1932), der aus Unadingen stammt, und von seiner Ehefrau Maria geb. Selb (1879-1959).

Bereits seit 1877 gibt es die Gastwirtschaft. Betrieben wurde sie zunächst von der Witwe Maria Anna Wider geb. Duttlinger (1823-1895). Zwei Jahre später führte ihre Tochter Josefa Schönle geb. Wider (1851-1915) zusammen mit ihrem Ehemann Fidel Schönle (1850-1904) das Gasthaus und die dazugehörige Landwirtschaft weiter. 1904 übernimmt beides schließlich das Ehepaar Rosenstiel.

Standort des Fotografen: 47.887052, 8.341541

Gasthäuser »Pilgerhof« und »Witterschnee« in der Maienlandstraße, ca. 1920

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Helene Krauß zur Verfügung.

Fünf Damen sitzen an dem kleinen Tischchen vor dem Gasthaus »Pilgerhof« in der Sonne und schwatzen miteinander. Ein Fahrrad ist neben sie an die Wand gelehnt. Ein Junge mit einem Schubkarren läuft in Richtung Fotografen. Sorge, dass ein Auto kommen wird, müssen sich die Frauen nicht machen. Die Maienlandstraße ist bereits elektrifiziert, denn über die Straße ist ein Kabel gespannt, an der eine Lampe hängt.

»Kaffee & Gasthaus zum Pilgerhof« steht in großen Buchstaben auf dem Emailleschild, das an der Fassade vom Haus Maienlandstr. 24 angebracht ist. Betrieben wird der »Pilgerhof« von dem Gast- und Landwirt Otto Vogel (1871-1940) und seiner Ehefrau Rosa geb. Faller (1870-1934).

Auch im Nachbarhaus befindet sich ein Gasthaus: Das »Witterschnee« im Haus Maienlandstr. 26 wird betrieben von dem Gast- und Landwirt Robert Rosenstiel (1873-1932) und seiner Ehefrau Maria geb. Selb (1879-1959).

Standort des Fotografen: 47.886725, 8.341701

Mehrbildkarte mit Gasthaus »Pilgerhof«, ca. 1925

Sammlung Familie Waßmer
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Die Wirtsleute des Café und Gasthauses »zum Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) vertreiben ab Mitte der 1920er Jahre diese Mehrbildkarte für Werbezwecke. Unten links ist der »Pilgerhof« zu sehen, der gleich neben dem Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26) liegt. Beide Lokale profitieren insbesondere von den Wallfahrern, die zur Wallfahrtskirche Witterschneekreuz pilgern, die unten rechts zu sehen ist. Daher rührt auch der Name »Pilgerhof«.

Die Gesamtansicht in der oberen Hälfte der Ansichtskarte zeigt das Städtchen vom Gewann »Im kleinen Brühl« aus. Hinter der Bahnlinie sind die beiden Barockhäuser am Ortseingang zu erkennen. Der »neue Benz-Bau« (Ringstr. 8) ist als Mehrfamilienhaus für die Arbeiter des Sägewerks und ihre Familien neu gebaut. Auch am Alenberg sind mehrere Neubauten errichtet, die die beim Großbrand 1921 zerstörten Häuser ersetzt haben.

Grundstück von Familie Rosenstiel in der Maienlandstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Schreinermeister Johann Rosenstiel (1917-2007) und der Landwirt Franz Rosenstiel (1901-1978) betreiben in ihrem Anwesen in der Maienlandstraße eine Schreinerei und  Landwirtschaft. Der Misthaufen ist, leicht versteckt, hinter einer Mauer zu erkennen. 

Ca. 1973 errichtet der Sohn Robert Rosenstiel (geb. 1946) auf dem Grundstück einen Neubau für die heutige Werkstatt.

Standort des Fotografen: 47.887547, 8.341318

Laternenbrüder vor dem Gasthaus »Pilgerhof«, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im blauen Fuhrmannskittel und mit schwarzem Rundhut stehen sie da, die Laternenbrüder, erkennbar auch und vor allem an der Laterne, die sie mit sich führen. Mit ihrem Narrenvater Karl Koch sen. an der Spitze haben sie sich im Gasthaus »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) mit einem Mittagessen gestärkt. Denn der Tag ist lang. Es ist »Schmutziger Dunschdig«. Gleich wird der Narrenbaum im Städtchen aufgestellt. Dann folgt die Straßenfasnacht und das Herumziehen durch die Lokale. Und am Abend findet dann noch der »Hemdglunkerumzug« statt.

Die Laternenbrüder sind v.l.n.r.: Edmund Laufer, Hermann Geisinger, Karl Koch sen. Der Musiker, der als Holländerin verkleidet ist und ganz rechts steht, ist Anton Maier. Hinter den Laternenbrüdern sind einige 20- Jährige zu sehen, u.a. Walter Zeller, Hans Streit, Heinz Egle und Rita Willmann.

Standort des Fotografen: 47.886804, 8.341696

Haus Rosenstiel in der Maienlandstraße, ca. 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ein Gasthaus, das heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist, war das Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26), direkt neben dem »Pilgerhof« gelegen. Das Gasthaus hatte 1939 seinen Betrieb eingestellt. Aber der Name stand noch Ende der 1950er Jahre groß und deutlich lesbar an der Hausfassade. Als das Foto aufgenommen wird, befindet sich im Erdgeschoss auf der rechten Seite die Schreinerwerkstatt von Johann Rosenstiel (1917-2007). Zusammen mit seiner Ehefrau Hedwig Rosenstiel (1921-2002) betreibt er außerdem eine Landwirtschaft. 

1904 hatte seine Eltern, der Gast- und Landwirt Robert Rosenstiel (1873-1932) und Maria Rosenstiel geb. Selb (1879-1959) das Anwesen erworben. Es war ein zweistöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stall und Schopf. Die Rosenstiels fügten einen Eiskeller hinzu und führten das 1877 eröffnete Ladenlokal fort. Einige Jahre nach dem Tod von Robert Rosenstiel 1932 gab die Witwe die Gastwirtschaft auf.

Standort des Fotografen: 47.887051, 8.341538

Haus Rosenstiel in der Maienlandstraße, ca. 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Weitgehend in Vergessenheit geraten ist das Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26), direkt neben dem »Pilgerhof« gelegen. Das Gasthaus hatte bereits 1939 seinen Betrieb eingestellt. Aber der Name steht noch Ende der 1950er Jahre groß und deutlich lesbar an der Hausfassade, wie auf dem Foto zu sehen ist. In dem Haus führt der Schreinermeister Johann Rosenstiel (1917-2007) seine Werkstatt. Zusammen mit seiner Ehefrau Hedwig Rosenstiel (1921-2002) betreibt er außerdem eine Landwirtschaft. 

Offenbar soll der Ökonomiebereich mit Scheuer, Stall und Schopf umgebaut werden. Jedenfalls ist über dem Scheunentor ein Loch in die Mauer gebrochen.

Standort des Fotografen: 47.887539, 8.341229