Weibliche Narrenpolizei in der Maienlandstraße, ca. 1936

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Conrad Bader zur Verfügung.

Die weibliche Narrenpolizei gehört seit 1936 zur Löffinger Fasnacht. Bei Narrentreffen steht sie immer an der Spitze des Narrenaufgebots. Auf diesem Foto sind fünf Polizistinnen in ihren Uniformen zu sehen. Sie stehen in der Maienlandstraße stramm, vor dem schmiedeeisernen Gartenzaun von Gugelbergers (Maienlandstr. 6). Im Hintergrund ist das Haus Ganter (Maienlandstr. 8) zu sehen.  

Wer weiß, wie die Angehörigen der Narrenpolizei auf dem Foto heißen?
Handelt es sich um Anna Beha, Anna Fehrenbach, Sophie Hepting, Hilde Schultheiss und Elise Oschwald?

Standort des Fotografen: 47.885002, 8.342826

Hochwasser vor dem Haus Egle in der Maienlandstraße, 1. Juli 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Beim Hochwasser am 1. Juli 1958 bahnt sich das Wasser des sonst beschaulich dahinfließenden Stettbaches seinen Weg durch das Städtchen. Das Foto zeigt die Situation an der Einmündung der Rötengasse in die Maienlandstraße. Am Haus Egle (Maienlandstr. 8) fließt ein reißender Strom vorbei. Die Stromschnellen, die zu erkennen sind, lassen die Wucht der Wassermassen erahnen.

Standort des Fotografen: 47.885176, 8.342557

Fronleichnamsprozession in der Maienlandstraße, 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Es ist Fronleichnam oder »Herrgottstag«. Nach der heiligen Messe in der katholischen Pfarrkirche St. Michael, deren Kirchturm im Hintergrund zu sehen ist, schließt sich eine lange Prozession durch das Städtchen an. Der Stadtpfarrer trägt die Monstranz mit dem Allerheiligsten in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen. Die Monstranz wird dabei von einem »Himmel« genannten Stoffbaldachin beschirmt. Der Pfarrer wird von den Gläubigen begleitet. Vorneweg laufen Ministranten mit Fahnen, dahinter folgen die Erstkommunionkinder.

Schier endlos mutet die Prozession an, die vom Haus Egle (Maienlandstr. 8) bis weit hinter das Mailänder Tor reicht. In den Jahren der nationalsoziaistischen Herrschaft waren Fronleichnamsprozessionen nur eingeschränkt möglich gewesen, weil die Stadtgemeinde der Kirchengemeinde immer wieder die Benutzung öffentlicher Straßen untersagt hatte. Auch die Anzahl der Gläubigen, die an der Prozession teilnahmen, war in der NS-Zeit zurück gegangen. In der Nachkriegszeit gab es nun eine Renaissance des Religiösen. Obwohl die katholische Kirche eine Mitschuld auf sich geladen  hatte, wurde sie von vielen als eine Institution angesehen, die moralisch unbeschädigt aus Diktatur, Krieg und Massenmord hervorgegangen war.

Auf dem Prozessionsweg sind mehrere Altäre aufgebaut; bei jeder Station wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt erteilt. Auch in der Maienlandstraße steht traditionell einer der Altäre. Die Straße selbst ist geschmückt. Zwar sind auf dem Foto keine Fahnen und auch kein Blumenteppich zu sehen, aber beiderseits der Straße sind Birkenzweige in das Straßenpflaster gesteckt, sodass sich die Prozession durch junges Grün bewegt. Vorne rechts ist der Laufbrunnen vor dem Garten von Familie Kuster zu sehen, der wenige Jahre später entfernt wurde. Er musste der Stadtwaage weichen.

Standort des Fotografen: 47.885416, 8.342254

Verschneite Maienlandstraße, ca. 1970-1975

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Andrea und Hajo Hoffmann zur Verfügung.

Als im Winter noch richtig Schnee lag, entstand dieses Foto von der verschneiten Maienlandstraße. Links sind die Häuser von Otto Lehmann und Ludwig Storz und jenseits der Rötengasse das Haus von Alfred und Else Egle zu sehen. Ein Kind rodelt gerade auf seinem Schlitten die Straße hinunter.

Standort des Fotografen: 47.885596, 8.342288

Erstkommunionkantin mit ihren Großmüttern in der Rötengasse, ca. 1932

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Else Egle zur Verfügung.

Ein besonderer Tag im Leben von Else Ganter, später verheiratete Egle (1923-?): Das Mädchen empfängt in der katholischen Pfarrkirche St. Michael die erste heilige Kommunion. An ihrem Ehrentag wird die Zehnjährige zusammen mit ihren beiden Großmüttern Amalia Ganter geb. Fahrer (1855-1936) und Agatha Hepting geb. Bader (1865-1939) hinter dem Elternhaus in der Rötengasse fotografiert.

Standort des Fotografen: 47.885264, 8.342692

Haus Ganter in der Maienlandstraße, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Else Egle zur Verfügung.

Dicht zugewachsen präsentierte sich das Haus des Schneidermeisters Hermann Ganter (1895-1957) und seiner Ehefrau Anna geb. Hepting (1900-?), wenn man in den 1930er Jahren vom Städtchen in Richtung Maienland ging. An der der Straßenseite zugewandten Hauswand ist der Eingang zur Werkstatt zu erkennen: Über der kleinen Holztür mit zwei Fenstern links und rechts, stehen die (nicht komplett zu entziffernden) Worte geschrieben: »Damen- & Herrenschneider«. 

Hermann Ganter war nach der Befreiung vom NS-Regime für kurze Zeit Bürgermeister. Die französische Besatzungsmacht hatte ihm dieses Amt in dem Wissen übertragen, dass er Distanz zum NS-Regime gewahrt hatte. So hatte er beispielsweise auch noch dann geschäftliche Kontakte zu Juden gepflegt, als dies nicht mehr opportun war und er dafür öffentlich angefeindet wurde. Während des Krieges versammelte man sich bei Ganters, um den verbotenen englischen Sender zu hören.

Standort des Fotografen: 47.885018, 8.342702

2 Fotos: Trachtengruppe bei Ganters in der Maienlandstraße, ca. 1935

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Else Egle und Helene Krauß zur Verfügung

Urgemütlich geht es bei Familie Ganter in der Stube mit ihrer niedrigen Holzbalkendecke zu. Schneidermeister Hermann Ganter, Pfeife rauchend, sitzt mit vier anderen Personen zusammen: V. l.n.r. Maria Faller, Alma Egle, der Landwirt Johann Laufer (1888-1951), Helene Krauß geb. Häusler (1912-2006) und Hermann Ganter (1895-1957)Alle tragen Tracht. Sie sitzen am warmen Kachelofen auf der Kuscht und auf dazugestellten Holzstühlen. Eine Schwarzwalduhr und ein Kruzifix hängen im Herrgottswinkel an der Wand. Die Frauen gehen Hausarbeiten nach: Maria Faller sitzt am Spinnrad (das offenbar extra vom Speicher geholt worden ist), eine andere strickt. 

Die gestellten Fotos entstanden in den 1930er Jahre, als Brauchtumspflege in der NS-Zeit groß geschrieben wurde. Dies fand auch seinen Ausdruck in der Eröffnung des Löffinger Heimatmuseums im Dezember 1935. Die beiden Fotos fanden als Ansichtskarten mit dem Titel »Löffinger Schwarzwaldtrachten« Verbreitung. 

Standort des Fotografen: 47.885173, 8.342784

Fasnachtsgruppe vor dem Haus Ganter in der Maienlandstraße, 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Isele zur Verfügung.

Diese fröhliche Schar zieht an Fasnacht durch die verschneite Maienlandstraße. Aus dem Haus Ganter im Bildhintergrund schauen mehrere Personen neugierig aus den Fenstern. Bei den verkleideten Narren handelt es sich v.l.n.r. um Hermann Fehrenbach (1925-?), Karl Keller (1920-?), Fritz Zepf (?), Franz Isele (1930-?) in der weißen Toga und mit Lorbeekranz auf dem Kopf, Toni Schmied, Elisabeth Schmied (?), Elisabeth Baader (1925-?), Oskar Baader (1922-?), Hans Wehrle (1919-?), Franz Mürb (1928-?), Helmut Winkler (1929-?), Adolf Isele (1903-?) und Luise Winkler (1930-?).

Standort des Fotografen: 47°53’07.0″N 8°20’32.9″E

Kinder auf der Kreuzung Maienlandstraße / Rötengasse, 1944

Dieses Foto wurde uns dankenswerterweise von Paula Veith zur Verfügung gestellt.

von links: Brigitte Schweizer (*1941) und Paula Schweizer (*1934), ….. Laufer, Anni Selb, …..

Der Brunnen im Maienland (Waage) existiert noch. Wann war die Verlagerung der Waage vom Rathaus in die Rötengasse?