2 Fotos: Kommunionkind Else Ganter, 1934

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Die Kerze in der rechten Hand, das »Magnificat« und den Rosenkranz in der linken. So steht die Zehnjährige Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011) da, festlich im weißen Kleid, denn sie feiert heute ihre erste heilige Kommunion. Für die beiden Fotos posiert sie hinter ihrem Elternhaus.

Auf dem zweiten Foto steht sie an der Seite ihres Cousin Hugo Hepting (1924-1943), der am selben Tag die erste heilige Kommunion empfängt. Er ist der Sohn von Malermeister Karl Hepting und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Münzer. Hugo Hepting wird nur 19 Jahre alt, denn er fällt als Soldat im Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion.

Standort des Fotografen: 47.885158, 8.342903

Trachtengruppe im Garten von Familie Ganter, ca. 1935

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Die Mitglieder der neu gegründeten Trachtengruppe posieren an verschiedenen Orten im Städtchen für Gruppenfotos. Für dieses Bild wählen sie den Garten von Familie Ganter als Kulisse. Sie stehen auf dem Gartenweg, die Blumen- und Gemüsebeete sind von Buchshecken eingefasst. Im Hintergrund ist ein hölzernes Gartentürchen zu erkennen, das zur Rötengasse führt.

V.l.n.r.: Maria Faller (verh. Selb, 1919-1967), Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Helene Häusler (verh. Krauß, 1912-2006), Landwirt Johann Laufer (1888-1951), Alma Egle

Das Bild ist Teil einer Fotoserie. Weitere Fotos werden u.a. in der Stube von Familie Ganter am Kachelofen aufgenommen.

Standort des Fotografen: 47.885198, 8.342985

Hermann Ganter mit seiner Tochter Else, 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Mit »September 1925« ist dieses Foto datiert. Das zweijährige Mädchen, das mit einem weißen Hemdchen bekleidet ist, ist Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011). Sie sitzt auf der Fensterbank ihres Elternhauses neben ihrem Vater, dem Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957).

Das Fenster geht in Richtung Städtchen, zum Nachbargrundstück hinüber, das noch unbebaut ist und auf dem erst Mitte der 1930er Jahre von dem Arzt Dr. Gugelberger eine Villa erbaut wird.

Standort des Fotografen: 47.885127, 8.342709

Narrengruppe vor dem Haus Ganter in der Maienlandstraße, Fasnacht 1938

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

»H. Ganter – Damen- u. Herrenschneiderei« steht über der Werkstatt im Hintergrund. Fünf Damen stehen in wallenden weißen Gewändern, die mit schwarzen Ornamenten verziert sind, auf dem Gehweg vor dem Haus von Schneidermeister Hermann Ganter (Maienlandstr. 8). Es ist Fasnacht. Die Frauengruppe führt ein Löffinger Wappen mit sich.

V.l.n.r.: ???, ???, Luise Strobel (verh. Trescher, 1914-?), Elisabeth Strobel (1920-?), Rosa Adrion (verh. Heiler)

Standort des Fotografen: 47.885065, 8.342751

Blick über die Bahngleise zum Kindergarten, ca. 1953

Verlag A. Rebholz / Sammlung Familie Waßmer

»   -Kindergarten« lautet die Inschrift auf dem Schild an dem Gebäude Bahnhofstr. 9. Es wurde 1907 erbaut und diente von Anfang an als »Kinderschule«. Das Schild ist deshalb interessant, weil es die Entnazifizierung nach dem Ende der NS-Herrschaft zeigt. Bis 1945 hatte auf dem Schild »NSV-Kindergarten« gestanden, da der Kindergarten der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) unterstand. Damit war bei Kriegsende Schluß und die Buchstaben »NSV« wurden auf dem Schild weiß übermalt. Zurück blieb eine leere weiße Stelle.

Im Vordergrund sind die Bahngleise zu sehen. Holzbiegen sind aufgeschichtet. Schuppen stehen entlang der Bahnhofstraße. Sie dienen als Lager der Kohlenhandlung von Wilhelm Siefert. Hier werden Kohle und Briketts von Bahnwaggons zwischengelagert, daher auch die Klappen.

Der Giebel, der über die Schuppen ragt, gehört zum Haus Bahnhofstr. 11. Darin wohnt die Witwe Emma Willman geb. Gratwohl (1880-?). Sie ist eine Kriegerwitwe: Ihr Ehemann, der Bauunternehmer Robert Willmann (1874-1917), ist 1917 im Kriegslazarett Freiburg an den Folgen einer Gasvergiftung verstorben. 

Dahinter sind die Häuser im Maienland zu erkennen. Oben auf dem Alenberg stechen am linken Bildrand besonders gut die Häuser Jonner (Alemannenstr. 1), Adrion (Alenbergstr. 21) und Kuster (Alenbergstr. 18) ins Auge. Es folgen die Häuser Münzer (Alenbergstr. 15) und Fehrenbach (Alenbergstr. 13). Über ihnen erhebt sich das Alenbergwäldchen. Am rechten Bildrand fällt der Blick die Rötengasse hinunter zum Haus Ganter (Maienlandstr. 8), zum Kindererholungsheim Gugelberger (Maienlandstr. 6) und darüber zum Haus Benitz, dem »hohen Haus« (Alenbergstr. 7-9).

Standort des Fotografen: 47.885528, 8.340140

Spielende Kinder im Garten von Familie Kuster in der Maienlandstraße, ca. 1928

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Kinder spielen im Garten von Landwirt August Kuster (1883-?) und seiner Ehefrau Anna geb. Selb (1883-1963). Zwei Kinder halten sich an den Händen, die anderen schlupfen darunter hindurch. Das Mädchen rechts ist Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), die auf der anderen Straßenseite zu Hause ist. Rechts steht ein Puppenwagen mit einem geflochtenen Körbchen.

Die Kinder singen beim Spielen ein Lied: »Schlupfet alle gleich durch, / Schlupfet alle gleich durch, / durch die goldene Brücke… / Sie bricht entzwei, / sie bricht entzwei. / Wer soll sie wieder bauen! / Mit einer Hand, mit zweiter Hand / Der letzte muss gefangen sein!«

Im Hintergrund ist das Haus Ganter (Maienlandstr. 8) und die Häuser in der Alenbergstraße zu erkennen. Das Haus von Arzt Dr. Gugelberger (Maienlandstr. 6) ist noch nicht gebaut.

Standort des Fotografen: 47.885071, 8.342398

Blick vom Maienland zum Alenberg, ca. 1950

Verlag A. Rebholz / Sammlung Familie Waßmer

Der Blick fällt über Gärten im Maienland hinweg in Richtung Alenberg. Obstbäume in voller Blüte stehen im Vordergrund, denn es ist ein sonniger Frühlingstag. Am linken Bildrand ist der Hof vom Haus Kuster (Maienlandtstr. 7) zu sehen. An der Einmündung zur Rötengasse steht das Haus Egle (Maienlandstr. 8). Die Rötengasse ist noch nicht begradigt. Am linken Bildrand ist die alte Bruchsteinmauer erkennbar. Auf dem Nachbargrundstück steht das Kindererholungsheim Gugelberger (Maienlandstr. 6). Darüber thronen die Häuser der Alenberstraße, die größtenteils nach dem Großbrand 1921 neu erbaut wurden. Besonders ins Auge sticht das Haus Benitz (Alenbergstr. 7-9), das nicht zu unrecht den Beinamen das »Hohe Haus« trägt. Ganz oben auf dem Alenberg ist der Kurpark zu erkennen. Noch steht dort ein hölzerner Pavillon.

Das Foto wird von einem erhöhten Standort aus aufgenommen, vermutlich aus einem Fenster des Hauses Faller (Bahnhofstr. 3) heraus.

Standort des Fotografen: 47.884661, 8.341677

Täufling vor dem Haus Honold in der Maienlandstraße, ca. 1925

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Emma Kienzle und Gerda Isele zur Verfügung.

Die Hebamme Veronika Geisinger steht vor dem Haus Honold (Maienlandstr. 2) und hält einen Täufling auf dem Arm. Neben ihr stehen Fräulein Beha und Herr Glunk. Das kleine Mädchen ist vermutlich Maria Honold (verh. Göhry, 1921-1997).

Das Haus Honold war nach dem Großbrand 1921 neu erbaut worden. Neben der Eingangstreppe ist ein Steintrog, der als Brunnen dient. Im Hintergrund ist das Haus Ganter (Maienlandstr. 8) zu sehen. Seine Fassade ist noch nicht begrünt.

Wer weiß, wer das Baby ist, das getauft werden soll?

Standort des Fotografen: 47.884398, 8.343380

Haus Ganter in der Maienlandstraße, ca. 1935-1940

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Dicht zugewachsen präsentiert sich das Haus des Schneidermeisters Hermann Ganter (1895-1957) und seiner Ehefrau Anna geb. Hepting (1900-?). An der der Straßenseite zugewandten Hauswand ist der Eingang zur Werkstatt zu erkennen: Über der kleinen Holztür mit zwei Fenstern links und rechts, stehen die Worte geschrieben: »H. Ganter- Damen- & Herrenschneiderei«. 

Hermann Ganter ist nach der Befreiung vom NS-Regime für kurze Zeit Bürgermeister. Die französische Besatzungsmacht überträgt ihm dieses Amt in dem Wissen, dass er Distanz zum NS-Regime gewahrt hatte. So hatte er beispielsweise auch noch dann geschäftliche Kontakte zu Juden gepflegt, als dies nicht mehr opportun war und er dafür öffentlich angefeindet wurde. Während des Krieges versammelte man sich bei Ganters, um den verbotenen englischen Sender zu hören.

Am oberen rechten Bildrand ist das Haus Kuster (Alenbergstr. 18) zu sehen. Der Hausname lautet: »s’Bürgermoasters«, weil zwei Generationen der Familie Kuster über viele Jahre als Bürgermeister die Geschicke des Städtchens bestimmten: Karl Kuster (1847-1925) war Bürgermeister von 1890 bis 1920, sein Sohn Adolf Kuster (1874-1946) amtierte von 1920 bis zu seiner Absetzung durch die Nationalsozialisten 1933.

Standort des Fotografen: 47.885018, 8.342702

4 Fotos: Kommunionkind Else Ganter Familienangehörigen in der Rötengasse, 1934

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Ein besonderer Tag im Leben von Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011): Das Mädchen empfängt in der katholischen Pfarrkirche St. Michael die erste heilige Kommunion. An ihrem Ehrentag wird die Zehnjährige zusammen mit ihren nächsten Familienangehörigen neben ihrem Elternhaus (Maienlandstr. 8) fotografiert. Zwei Stühle werden auf die Rötengasse herausgestellt, auf denen zunächst Elses Eltern und dann ihre beiden Großmütter Platz neben.

Zu sehen sind auf dem ersten Foto ihr Vater, der Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), und ihre Mutter, Anna Ganter geb. Hepting (1900-?). Auf dem zweiten Foto posiert Else mit ihren beiden Großmüttern Amalia Ganter geb. Fahrer (1855-1936) und Agatha Hepting geb. Bader (1865-1939). Auf dem dritten und vierten Foto ist sie mit ihrer jüngeren Schwester Lore Ganter (verh. Echtle, 1926-2014) und mit ihrem Cousin Ewald Hepting (1933-2010) zu sehen.

Die Rötengasse ist eine schmale Schotterpiste, die den Alenberg hinaufführt. Links verläuft die Stützmauer zu den Obstbaumgärten der Familie Benitz. Rechts steht ein Karren und ein hölzerner Gartenzaun zieht sich den Hang hinauf.

Standort des Fotografen: 47.885264, 8.342692

Pferdefuhrwerk vor dem Haus Ganter in der Maienlandstraße, 1936

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Vor dem Haus von Schneidermeister Hermann Ganter (Maienlandstr. 8) steht ein Pferdefuhrwerk. Vier Pferde sind vorgespannt, um einen massiven Baumstamm zu transportieren.

Im ersten Stock schaut Amalie Ganter geb. Fahrer (1855-1936) aus dem geöffneten Fenster heraus. Sie ist die Witwe von Schneidermeister Karl Ganter, der bereits 1917 starb, und Mutter von acht Kindern. Es ist vermutlich das letzte Foto, auf dem sie zu sehen ist, denn sie stirbt am 6. Dezember 1936 im Alter von 81 Jahren.

Standort des Fotografen: 47.885184, 8.342636

2 Fotos: Trachtengruppe bei Ganters in der Maienlandstraße, ca. 1935

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Else Egle, Hermann Egle und Helene Krauß zur Verfügung

Urgemütlich geht es bei Familie Ganter in der Stube mit ihrer niedrigen Holzbalkendecke zu. Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Pfeife rauchend, sitzt mit vier anderen Personen zusammen. Alle tragen Tracht. Sie sitzen am warmen Kachelofen auf der Kuscht und auf dazugestellten Holzstühlen. Eine Schwarzwalduhr und ein Kruzifix hängen im Herrgottswinkel an der Wand. Die Frauen gehen Hausarbeiten nach: Die Frau links sitzt am Spinnrad (das offenbar extra vom Speicher geholt worden ist), eine andere strickt. 

V. l.n.r. Maria Faller (verh. Selb, 1919-1967), Alma Egle, Landwirt Johann Laufer (1888-1951), Helene Häusler (verh. Krauß, 1912-2006) und Hermann Ganter (1895-1957). 

Die gestellten Fotos entstehen in den 1930er Jahre, als Brauchtumspflege in der NS-Zeit groß geschrieben wird. Dies findet auch seinen Ausdruck in der Eröffnung des Löffinger Heimatmuseums im Dezember 1935. Die beiden Fotos werden als Ansichtskarten mit dem Titel »Löffinger Schwarzwaldtrachten« postalisch verbreitet. 

Standort des Fotografen: 47.885173, 8.342784