Hilde Selb vor ihrem Haus in der Vorstadtstraße, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Lachend schaut Hilde Selb geb. Laufer (1887-1969) zum Fotografen hinüber. Sie trägt ihre Kittelschürze und hält eine Einkaufstasche in der Hand. Mit der rechten Hand scheint sie nach dem Haustürschlüssel zu fingern. Denn sie steht auf dem Treppchen, das zu ihrem Haus (Vorstadtstr. 8) hinaufführt. Vor ihr auf der Straße steht ein Kinderwagen, in dem ein Kleinkind zu sehen ist. Sie selbst ist kinderlos, aber sehr kinderlieb und kümmert sich gerne um ihre Großnichten und -neffen.

Hilde Selb, geboren am 1. November 1887 in Löffingen, ist die Ehefrau von Uhrmacher Fritz (Friedrich Wilhelm) Selb (1875-1956). Sie stirbt am 14. März 1969 im Krankenhaus Neustadt im Alter von 81 Jahren. Ihre letzte Ruhe findet sie auf dem Friedhof in Löffingen. Der Weg dorthin führt direkt an ihrem Haus und Garten vorbei.

Standort des Fotografen: 47.884700, 8.346254

3 Fotos: Sofie Stöhr beim Großreinemachen in der Rötengasse, ca. 1942

Diese Fotos stellten uns dankenwerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Es ist ein warmer Sommertag. Die Sonne scheint am wolkenlosen Himmel und es herrscht ideales Wetter, um Matratzen und Federbetten vor die Haustür zu schleppen, um sie zu lüften und zu »sonnen«. Sofie Stöhr, die mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in der Rötengasse 4 wohnt, ist mit Großreinemachen beschäftigt.

Die beiden älteren Kinder, Martin Stöhr (geb. 1935) und Helga Stöhr (verh. Küßner, geb. 1938) springen um sie herum und helfen ein wenig mit. Das Bett, das gegen das Scheunentor gelehnt ist, auszuklopfen, macht nämlich riesigen Spaß! Die Dritte im Reigen, Gerda Stöhr (geb. 1941), ist noch zu klein, beobachtet aber neugierig vom Kinderwagen aus, was ihre Mutter und Geschwister da treiben. Für ein Gruppenfoto wird sie aus dem Wagen genommen.

Standort des Fotografen: 47.885327, 8.341914

Narrengruppe vor dem »Gebertsaal«, Fasnacht 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Es ist Fasnacht und wieder einmal haben sich Närrinnen und Narren zu einer Gruppen zusammengetan und als »Zigeuner« verkleidet, wie die Minderheit der Sinti und Roma 1959 noch genannt wird. Es ist ein beliebtes Sujet, das auch in den Jahren zuvor immer wieder an Fasnacht bemüht wurde. Ein gesellschaftliches Bewußtsein, dass dies angesichts der Jahrhundertelangen Diskriminierung und Verfolgung dieser Bevölkerungsgruppe, die in der NS-Zeit sogar in einem Völkermord gipfelte, zumindest unpassend sein könnte, besteht in den 1950er Jahren (noch) nicht.

Das Foto ist eine Rarität – nicht etwa wegen der Narrengruppe und des Sujets, sondern aus einem ganz anderen Grund: »Lichtspiel Theater« lautet der Schriftzug, der über dem Eingang des »Gebertsaals« (Obere Hauptstr. 11) prangt. Es ist das einzige bislang bekannte Foto, auf dem die zeitweilige Nutzung des 1925/26 erbauten Saalbaus als Kino erkennbar ist.

Wer erkennt die Närrinnen und Narren auf dem Foto?

1.Reihe, v.l.n.r.: Renate Adrion verh. Schelb, Bärbel Benz, ???
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, Gretel Jordan verh. Ganter (Mitte), ???, ???, ???
3.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, Gertrud Schmid verh. Faller, Elise Hepting, Anni Jordan verh. Kaiser, Ernst Krauß, Maria Schweizer, Otto Schweizer (mit Schellenbaum), Olga Geisinger
4.Reihe, v.l.n.r.: Henriette Laufer, Irma Adrion, Hedwig Geisinger verh. Amann, ???, ???, Anna Jordan

Standort des Fotografen: 47.884460, 8.346886

Personengruppe vor dem Haus Häusle, ca. 1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»An der Haslach« lautet die Adresse dieses Hauses in alten Unterlagen. Die Haslachstraße wird erst Jahrzehnte später angelegt. Auch die Festhallenstraße existiert noch nicht. Abgeschieden steht das eineinhalbstöckige Haus lange Zeit außerhalb des Städtchens. Gebaut wurde es 1895, nachdem das Vorgängergebäude abgebrannt war.

In den 1920er Jahren gehört es den vier ledigen Kindern des Schlossers Alois Häusle (1841-1903) und dessen Ehefrau Wilhelmine geb. Schnabel (1837-1919): Maria Häusle, Wilhelmine Häusle, Theresia Häusle und Emil Häusle. Sie verkaufen es 1929 an einen Landwirt aus Waldau, der es aber bereits fünf Jahre später seinerseits an die Witwe Johanna Hogg (geb. Maier, 1852-1943) veräußert. Sie stammt aus Döggingen, wohnte früher in Rötenbach, wo sie mit dem Schneider Mathäus Hogg verheiratet war. Am 28. Februar 1943 stirbt sie im Alter von 90 Jahren.

Wer erkennt die Frauen und Mädchen, die vor dem Haus posieren?

Standort des Fotografen: 47.883785, 8.348435

2 Fotos: Familie Sibold am Bahnhof, 1958

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Laut Zeiger der Bahnhofsuhr ist es gleich 9.40 Uhr. Hinter dem neu erbauten Bahnhof steht Familie Sibold versammelt. Es heißt Abschied nehmen, denn gleich werden Familienmitglieder verreisen. Wann man sich wiedersehen wird, ist völlig ungewiss, denn die Reise geht nach Australien, wohin die Tochter Agnes Vahldieck geb. Sibold mit ihrem Ehemann Hans J. Vahldieck und ihrem kleinen Sohn auswandern. Die Fahrkarte ist bereits am Schalter gekauft. Zu einem Abschiedsfoto stellt man sich auf dem Bahnsteig auf. Und da nicht alle beim ersten Foto in die Kamera blicken, wird gleich noch ein zweites Foto aufgenommen.

V.ln.r.: Hanspeter Sibold (geb. 1946), Josef Sibold (?-1972), Agnes Vahldieck geb. Sibold und Hans J. Vahldieck (?-2014), Leonie Sibold geb. Krause (1918-2006) mit Thomas Sibold (geb. 1954), Theresia Sibold, Regina Sibold (geb. 1946), Klara Kreischer geb. Sibold

Im Kinderwagen liegt Volker Vahldieck.

Von Bremerhaven schiffen sich die Vahldiecks an Bord der M.S. Skaubryn ein. Australischen Boden werden sie am 17. Januar 1958 in Fremantle betreten.

Standort des Fotografen: 47.883510, 8.342029

Frau mit Kinderwagen am Rathausplatz, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Frau steht mit einem Kinderwagen auf dem Rathausplatz. Es ist Winter: Schnee liegt am Straßenrand, die Straße ist mit Kies gestreut, die Frau trägt einen Wintermantel und über den Kinderwagen ist eine warme Decke geworfen, damit das Baby nicht friert.

Die Frau blickt am Rathausportal mit seinem hölzernen Vorbau vorbei in Richtung oberer Rathausplatz. Auf Höhe der »alten Sonne« verengt sich die Straße zu einer schmalen Durchfahrt. Vier Personen schlendern dort entlang. Im Hintergrund ist das Gasthaus »Löwe« und »Ochsen« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883709, 8.344216

Frau mit Kinderwagen in der Alemannenstraße, 1965

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Es ist Frühling. Die strahlende Sonne und die Maiblüte locken zu einem Spaziergang nach draußen. Helga Küßner geb. Stöhr (geb. 1938) geht mit ihrem Sohn Armin Küßner durch die Alemannenstraße, einen Kinderwagen schiebend.

Über die Dächer der Alenbergstraße schweift der Blick hinüber zum neuen »Benz-Bau« (Ringstr. 8) und den Häusern in der Bahnhofstraße und der Rötenbacher Straße. Die »Breite« und der Reichberg in der Ferne sind noch unbebaut.

Standort des Fotografen: 47.885517, 8.344732

Clowngruppe auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1977

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor dem Rathaus posiert eine Gruppe Clowns für ein Gruppenfoto. Die fröhliche Schar besticht durch ihre Buntheit. Neben den Kostümen, den geschminkten Gesichtern und den Perücken sind es vor allem die beiden Regenschirme und ein hellblauer Luftballon, die Farbe ins Städtchen bringen. Auf zwei Akkordeons wird musiziert. Auch ein Kinderwagen wird mitgeführt.

Wer erkennt die Narren und Närrinnen? Zu sehen sind u.a. Lydia Flößer (mit Akkordeon), Helga Hoch und Uschi Janz.

An der Rathausfassade ist ein Schaukasten angebracht, in dem das Busunternehmen Scherer für seine Reisen wirbt. Von der Gruppe fast vollständig verdeckt steht ein gelbes Telefonhäuschen.

Standort des Fotografen: 47.883703, 8.344157

Kinderwagen in der Haslachstraße, 1951/52

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Das Baby im Kinderwagen ist die kleine Marlies Müller (geb. 1951). Noch ist die Haslachstraße keine befestigte Straße, denn man ist gerade erst dabei das Neubaugebiet zu erschließen. Die Siedlung »Neue Heimat« entsteht hier. Nur das Haus von Waldmeister Adolf Heizmann (Haslachstr. 3) steht bereits, wie am rechten Bildrand zu erkennen ist.

Rechts neben dem Kinderwagen ist der Bauplatz von Marlies’ Großeltern: Der Kraftfahrer Engelbert Müller (1896-?) und dessen Ehefrau Luise Müller geb. Vogel (1900-?) werden hier ihr Wohnhaus (Haslachstr. 7) errichten. Im Hintergrund ist die »Hasle«, das Haus Rombach (Haslachstr. 2) und in Ferne das Städtische Krankenhaus in der Seppenhofer Straße zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883998, 8.349107

Narrengruppe in der Bahnhofstraße, Fasnacht ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sonja Schwörer geb. Vogt zur Verfügung.

Die Bahnhofstraße entlang spaziert eine Gruppe Närrinen und Narren. Sie führen einen alten Kinderwagen mit sich. Ob darin wirklich ein Kind liegt? Oder vielleicht doch eher ein paar Waren, um sie zu verhökern? Hinter der Gruppe ist der Seitengiebel des Hauses Fehrenbach (Bahnhofstr. 2) und der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) zu erkennen.

V.l.n.r.: ???, Franz Vogt (1920-1971), ???, Elisabeth Vogt (1929-1969), Christel Jordan (verh. Kaiser, geb. 1941)

Standort des Fotografen: 47.883772, 8.342175

Umzug am »Scharfen Eck« beim Kreisfeuerwehrfest, 6./7. Juni 1953

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

In Löffingen findet das Kreisfeuerwehrfest statt und zugleich feiert die Freiwillige Feuerwehr ihr 90. Gründungsjubiläum. Der Festumzug scheint gerade zu beginnen: Schaulustige stehen am Straßenrand und eine Pferdekutsche fährt gerade am »Scharfen Eck« um die Kurve. Elisabeth Müller (geb. Egle, 1927-2020) lässt sich in diesem Moment zusammen mit ihren Kindern Marlies (geb. 1951) und Franz (geb. 1952) fotografieren.

Im Hintergrund sind das »Eichhäusle« (Obere Hauptstr. 1), das Haus von Landwirt Georg Waibel (Obere Hauptstr. 3), das Haus von Küfer Karl Jordan (Obere Hauptstr. 5) und die Apotheke (Obere Hauptstr. 7), die von Sofie Himmelseher betrieben wird, zu sehen. Die Fassaden sind mit Reisiggirlanden geschmückt.

Standort des Fotografen: 47.884466, 8.345550

Blick zum Rathaus und zur »alten Sonne«, 1969

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Ein kleines Detail hilft, dieses Foto sehr genau zu datieren. Links neben dem Kriegerdenkmal lehnen an der Mauer des Rathauses zwei Wahlplakate von politischen Parteien. Das Plakat der FDP ist deutlich zu erkennen. Der Bundestagswahlkampf 1969 läuft auf Hochtouren. Trotz nur hauchdünner Mehrheit wird die FDP eine Koalition mit der SPD eingehen und Willy Brandt (SPD) wird neuer Bundeskanzler.

Das Foto zeigt den unteren Rathausplatz. Links ist der Demetriusbrunnen von 1954 zu sehen. In der Mitte thront das mächtige Rathausgebäude. Rechts steht die »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10), die 1973 abgerissen wird. Daran angrenzend ist der kleine Gemüseladen von Monika Wehrle zu sehen. Die 1960er Jahre sind die »kinderreichen« Jahre, was sich auf dem Foto – Zufall oder nicht – insofern widerspiegelt, dass gleich zwei Frauen ihre Kinderwagen über den Rathausplatz schieben.

Standort des Fotografen: 47.883735, 8.343682