Fasnachtsbändel in der Kirchstraße, 1984

Sammlung Familie Waßmer

Die »Löffinger Hexen« feiern Geburtstag, seit 50 Jahren gibt es sie. Klar fällt die Fasnachtsdekoration in diesem Jahr üppiger als sonst aus. Schließlich wird der Geburtstag mit einem großen Narrentreffen gefeiert. Aus dem Wirrwarr an Girlanden mit Bändeln und Fransen ragt die Hexe auf dem Hexenbrunnen heraus.

Standort des Fotografen: 47.883034, 8.344032

Fasnachtsgruppe auf der Bühne in der Kirchstraße, ca. 1960

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Andrea Wörner-Schießel und Klaus-Peter Wörner zur Verfügung.

Fünf Paare sind auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße angetreten. Die Männer sind wie richtige Gentlemen gekleidet, im Anzug, mit Glacéehandschuhen und mit Zylinder, die Frauen so richtig aufgebretzelt, in Kleidern und mit ausladenden Damenhüten.

Wer weiß, wie die Fasnachts-Paare heißen?

Standort des Fotografen: 47.883058, 8.344463

Kirchstraße mit Hexenbrunnen bei starkem Schneefall, ca. 1988-1992

Sammlung Familie Waßmer

»Löffingen, vor dem Klimawandel«, werden vielleicht nachfolgende Generationen beim Betrachten dieses Fotos denken, das Ende der 1980er Jahre aufgenommen wurde. Starker Schneefall verwandelt die Kirchstraße in eine Märchenlandschaft. Auch die Hexe auf dem Hexenbrunnen wird mehr und mehr zugeschneit.

Die – noch kleinen – Bäume in der Straße zeigen an, dass das Foto relativ kurze Zeit nach der Sanierung der Kirchstraße entstanden ist. Am linken Bildrand ist außerdem das Haus Freund zu sehen, bevor es 1992 grundlegend saniert und umgebaut wird.

Standort des Fotografen: 47.882990, 8.344207

Zwei Fotos von der Fasnetbühne in der Hafnergasse, ca. 1956/57

Diese Fotos stellten uns Hilda und Walter Köpfler zur Verfügung.

In der Hafnergasse ist vor den Häusern Sibold und Koch die Fasnachtsbühne aufgebaut. Auf der Bühne steht die Narrenpolizei und die Laternenbrüder. Auch einige Kinder sind nach oben geklettert, um das beginnende Bühnenprogramm aus nächster Nähe sehen zu können.

Standort des Fotografen: 47.883060, 8.344550

Sonntagskonzert der Stadtmusik in der Kirchstraße, 1976

Dieses Foto stellte uns dankenwerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Es ist Sonntag. Nach dem Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael gibt die Stadtmusik in der Kirchstraße ein Konzert. Im Hintergrund ist das Haus Stephani (Kirchstr. 21) zu erkennen. Auf den Markisen wird für »Spielwaren« und »Lederwaren« geworben.

Standort des Fotografen: 47.883055, 8.344562

Blick von der Kirche in die Hafnergasse, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 11 ist mit  »Blick von der Kirche in die Seitengasse« betitelt. Zu sehen sind die Häuser in der Hafnergasse (heute Kirchstraße). Im Vordergrund links steht das Haus von Seifensieder Anton Benz (Kirchstr. 12), vorne rechts das Haus von Sattlermeister Ernst Geisinger (Kirchstr. 21), das zusammen mit mehreren angrenzenden Gebäuden beim Großbrand 1929 abbrannte.

Wingenroth beschreibt die Ansicht mit den Worten: »Vom Kirchplatz, der hübsch mit Bäumen umstanden ist, und an dem uns nur der Drahtzaun an seiner Rückseite stört, werfen wir einen Blick nach rechts in ein langes gebogenes Gäßlein, wo uns einige der ältesten Häuser mit gotischen Gewänden auffallen und eine der erfreulichen Steinbrunnen, wie sie das Bild unserer Ortschaften beleben und wir bewundern die frühere Zeit, die solchen Brunnen so hübsch in die Straße setzte.«

Standort des Fotografen: 47.882911, 8.344179

Gästehaus Koch in der Kirchstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

Ende der 1950er, als Löffingen ein attraktiver Urlaubsort für Kurgäste war, warb Familie Koch mit diesem Faltblatt für ihr »Gästehaus«. Im Innern des Faltblatts waren weitere Fotos mit Innenansichten der Gästezimmer, des Frühstückzimmers und der Dachterrasse abgedruckt. Für die Titelseite war eine Ansicht des Hauses gewählt, das nicht die Vorderseite an der Kirchstraße, sondern die Rückseite an der Bittengasse zeigt. Dadurch konnte das Gärtchen und die Dachterrasse auf den Garagen in den Blick genommen werden. Die Aussicht von der Terrasse hin »zum Haslachwald« wurde im Faltblatt beworben.

Weiter hieß es in dem Werbeprospekt: »Löffingen ist ein althistorisches Städtchen im Hochschwarzwald, in nächster Nähe der Weltkulturorte Titisee und Feldberg. Das Stadtbild wird besonders durch die hübschen Häuser mit den altertümlichen Zinnengiebeln bestimmt.« Auch das Haus Koch auf dem Faltblatt zeigt einen solchen Staffengiebel.

Standort des Fotografen: 47.882796, 8.344790

Rückseite der Häuser Koch und Sibold, ca. 1970-1975

Landesdenkmalamt Freiburg

Das Foto wurde von der Bittengasse aus aufgenommen und zeigt die Rückansichten der beiden Häuser von Karl Koch (Kirchstraße 21) und Landwirt Adolf Sibold (Nr. 19). Das Haus Koch, an das Garagen angebaut sind, wurde 1980 grundlegend renoviert und in diesem Zuge auch der Nadelbaum gefällt. Das Haus Sibold brannte 1982 ab.

Das Foto ist dem Bildarchiv Foto Marburg entnommen.

Standort des Fotografen: 47.882784, 8.344856

Blick in die Hafnergasse, ca. 1923-1929

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Dieses Bild ist mit »Malerischer Winkel« beschriftet und zeigt die Kirchstraße, die damals noch Hafnergasse hieß. Der Blick ist so gewählt, dass die Häuserzeilen auf beiden Straßenseiten zu sehen sind. Da es auf der Rückseite der linken Häuserfront im »Eckeret« sehr beengt ist, wird der Straßenraum benutzt um Gerätschaften und Wagen abzustellen und Holz zu lagern. Die Bewohner sind dazu berechtigt, da die Grundstücksgrenzen mitten in der Straße verlaufen und die Straße nicht im Besitz der Gemeinde ist. Im hinteren Bereich der Hafnergasse befinden sich Misthaufen. Deshalb ist bei dem daneben abgestellten Heuwagen im Hintergrund nur eine schmale Durchfahrt. 1929 brannten mehrere Häuser auf der rechten Seite ab.

Standort des Fotografen: 47.882936, 8.344089

Gemälde mit einer Ansicht des Hauses Geisinger in der Hafnergasse, vor 1929

Sammlung Familie Waßmer

1954 schuf der Maler Erwin Baumgart dieses Ölbild des Hauses von Sattlermeister Ernst Geisinger. Er malte den baulichen Zustand vor dem Großbrand 1929 nach der Vorlage einer alten Fotografie (siehe Foto) und nach der Beschreibung von Familie Geisinger.

Auffallend an dem Haus ist das hochaufragende riesige Dach. Mitte des 19. Jahrhunderts wohnte ein Rotgerber darin. Die vielen kleinen Fenster im Giebel dienten als Lüftungsfenster für die gegerbten Felle, die im Speicher hingen. Hinter dem Haus schloss sich ein Garten in der heutigen Bittengasse an. Die übrigen Häuser in der Hafnergasse sind nicht detailliert ausgearbeitet, sondern nur angedeutet.

Standort des Malers: 47.882989, 8.344221

Brandstätte nach dem Großbrand in der Hafnergasse, 21. April 1929

Sammlung Familie Waßmer

Ein trostloses Bild bietet sich am Tag nach dem Großbrand im April 1929 in der heutigen Kirchstraße. Der weite Vordergrund erweckt den Eindruck, dass der Fotograf auf Abstand bleiben möchte von diesem grauenhaften Anblick. Noch immer steigt Rauch aus den Trümmern der abgebrannten Häuser auf. Dadurch, dass die Gebäude auf der linken Straßenseite bis an der oberen Bildrand reichen, betont der Fotograf die Leere auf der abgebrannten Straßenseite. Mitten im Städtchen klafft eine Lücke.

Zerstört wurden insgesamt vier Häuser, drei davon in der Kirchstraße und eins in der Bittengasse  beim Schlachthaus gelegen, nämlich die Häuser von Sattlermeister Ernst Geisinger (Kirchstr. 21), Landwirt Adolf Sibold (Nr. 19), Landwirt Johann Laufer (Nr. 17) und Landwirt Otto Benz (Bittengasse). Die Brandgeschädigten sind kaum versichert. Auch der Farrenstall in der Bittengasse wurde in Mitleidenschaft gezogen. Unter größter Mühe konnten die Farren aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. In großer Gefahr schwebte auch die katholische Pfarrkirche, deren Giebel schon Feuer gefangen hatte. Doch der Wind trieb das Feuer glücklicherweise in Richtung »Bittenwiesen«.

Standort des Fotografen: 47.883056, 8.343956