Alte Frau in Tracht in der Kirchstraße, ca. 1950-1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Nach dem Kirchgang in der katholischen Pfarrkirche St. Michael geht diese alte Frau nach Hause. In der linken Hand umklammert sie ein »Magnificat«, also ein Gebet- und Gesangbuch. Sie ist in Tracht gekleidet und geht raschen Schrittes, so dass die Bänder ihrer Trachtenhaube flattern. Die alte Frau ist vermutlich Josefa Fürst geb. Bader (1867-1952), die Witwe des verstorbenen Schmiedemeisters Viktor Fürst.

Die alte Frau läuft die Kirchstraße entlang, vorbei an dem alten Laufbrunnen, der später zu den Aussiedlerhöfen nach Stettholz versetzt wird. Im Hintergrund sind das Kaufhaus Henzler (Kirchstr. 25) und das Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883177, 8.344708

Blick in die verschneite Kirchstraße, ca. 1969

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Drei von den sechs Häusern, die auf diesem Foto zu sehen sind, existieren heute nicht mehr. Abgerissen werden Anfang der 1970er Jahre das Haus Funk mit dem »Stinktörle« (Kirchstr. 10) und das Haus Hauser (Kirchstr. 8), in dessen Erdgeschoss sich ein kleines Schreibwarengeschäft befindet. Ende der 1980er Jahre fällt dann auch das Haus Fehrenbach (Kirchstr. 6) der Stadtsanierung zum Opfer.

Doch noch ist die alte Bausubstanz vorhanden. Da auf dieser Seite der Kirchstraße in der Vergangenheit keine Brände wüteten, handelt es sich wirklich um altehrwürdige Gemäuer. Tief verschneit liegt die Kirchstraße dar, ein einsamer Mensch bahnt sich seinen Weg.

Standort des Fotografen: 47.883053, 8.344340

Luftbild vom Städtchen (Ausschnitt), ca. 1925-1928

Verlag A. Rebholz

Unten im Bild ist das Dach des Bahnhofsgebäudes und des WC-Häuschens zu erkennen. Zwei Fußweg führen von der Ringstraße zum Bahnhof hinauf. Rechts erscheint im Bild der Garagenschuppen von Sägewerksbesitzer Josef Benz, dahinter der große Baukörper des »alten Benzbaus«. Von der Rückfront der Häuser in der Demetriusstraße sticht einmal der langgezogene Bau des Wagners Johann Fehrenbach hervor, bestehend aus einem zweigeteilten Wohnhaus und einer großen Scheune. Daran anschließend erhebt sich das schmale Wohnhaus von Gottlieb Mayer über das Nachbarhaus. Es schließt sich an die riesige Scheune des Gasthauses Adler.

Porträt von Johann Werne, ca. 1900

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Der Mann mit dem imposanten Schnurrbart ist Johann Werne (1853-1907). Er ist Metzger von Beruf und betreibt sein Geschäft in der Kirchstr. 12. Johann Werne, der mit zweitem Vornamen Evangelist heißt, wurde am 27. Mai 1853 geboren. Schon sein Vater, Johann Werne sen. (1819-1896) war Metzgermeister. Seine Mutter, Elisabeth geb. Wehrle (1828-1859), starb als der Junge gerade einmal sechs Jahre alt war. Der Vater heiratete daraufhin noch zwei Mal. Johann Werne übernahm später die Metzgerei des Vaters und verheiratete sich mit Maria geb. Freund (1852-1917) aus dem hessischen Groß-Umstadt.  Er starb am 20. Juni 1907 im Alter von 53 Jahren.

Sechs Jahre nach seinem Tod kauft sein Sohn, der in dritter Generation Johann Werne heißt, das Haus Demetriusstr. 15 und eröffnet dort die »Werne-Metzgerei«.

Standort des Fotografen: ???

Haus Benz in der Kirchstraße, vor 1914

Sammlung Familie Waßmer

Neugierig schauen Angehörige der Familie Benz aus den Fenstern hinunter auf die Straße. Der Seifensieder Anton Benz ist am Fenster über der Stalltür zu sehen. Er ist ein hochdekorierter Veteran aus dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71. Im Erdgeschoss betreibt er eine Seifensiederei mit dazu gehörendem Laden. Im Fenster neben der Eingangstür sind seine Produkte ausgestellt: Kernseife, Waschpulver, Bodenöl und Karrenschmiere.

Standort des Fotografen: 47.883097, 8.344373

Blick von der Kirche in die Hafnergasse, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 11 ist mit  »Blick von der Kirche in die Seitengasse« betitelt. Zu sehen sind die Häuser in der Hafnergasse (heute Kirchstraße). Im Vordergrund links steht das Haus von Seifensieder Anton Benz (Kirchstr. 12), vorne rechts das Haus von Sattlermeister Ernst Geisinger (Kirchstr. 21), das zusammen mit mehreren angrenzenden Gebäuden beim Großbrand 1929 abbrannte.

Wingenroth beschreibt die Ansicht mit den Worten: »Vom Kirchplatz, der hübsch mit Bäumen umstanden ist, und an dem uns nur der Drahtzaun an seiner Rückseite stört, werfen wir einen Blick nach rechts in ein langes gebogenes Gäßlein, wo uns einige der ältesten Häuser mit gotischen Gewänden auffallen und eine der erfreulichen Steinbrunnen, wie sie das Bild unserer Ortschaften beleben und wir bewundern die frühere Zeit, die solchen Brunnen so hübsch in die Straße setzte.«

Standort des Fotografen: 47.882911, 8.344179

Blick in die Kirchstraße, ca. 1923-1929

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Dieses Bild ist mit »Malerischer Winkel« beschriftet und zeigt die Kirchstraße, die damals noch Hafnergasse heißt. Der Blick ist so gewählt, dass die Häuserzeilen auf beiden Straßenseiten zu sehen sind. Da es auf der Rückseite der linken Häuserfront im »Eckeret« sehr beengt ist, wird der Straßenraum benutzt um Gerätschaften und Wagen abzustellen und Holz zu lagern. Links ist eine Mähmaschine abgestellt, in der Mitte steht ein Pritschen-Handwagen vor einem Sägebock und einem Stapel Äste.

Die Bewohner sind zum Abstellen und Lagern berechtigt, da die Grundstücksgrenzen mitten in der Straße verlaufen und die Straße nicht im Besitz der Gemeinde ist. Im hinteren Bereich der Straße befinden sich Misthaufen. Deshalb ist bei dem daneben abgestellten Heuwagen im Hintergrund nur eine schmale Durchfahrt. 1929 brennen mehrere Häuser auf der rechten Seite ab.

Standort des Fotografen: 47.882936, 8.344089

Großbrand in der Hafnergasse, 20. April 1929

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Helene Krauß zur Verfügung.

Am 20. April 1929 bricht in der Hafnergasse am Morgen um halb neun Uhr ein Brand im Haus des Sattlermeisters Ernst Geisinger aus (rechts vorne im Bild). Das Feuer springt von dem mit Schindeln gedeckten Haus auf die Nachbarhäuser über. Vier Anwesen brennen nieder. Auf dem Bild sind die Häuser bereits zusammen gebrochen. Heruntergestürzte Holzbalken liegen auf der Straße. Im Hintergrund bekämpft die Feuerwehr rauchende Glutnester. Das Wasser des Laufbrunnens in der Straße dient als Löschwasser, aber die herumliegenden Schläuche zeigen an, dass auch Wasser aus größerer Entfernung herbeigepumpt wird.

Zerstört wurden die Häuser von Sattlermeister Ernst Geisinger (Kirchstr. 21), Landwirt Adolf Sibold (Kirchstr. 19), Landwirt Johann Laufer (Kirchstr. 17) und Landwirt Otto Benz (Bittengasse). Die Brandgeschädigten sind kaum versichert. Auch der Farrenstall in der Bittengasse wurde in Mitleidenschaft gezogen. In großer Gefahr schwebte auch die katholische Pfarrkirche, deren Giebel schon Feuer gefangen hatte. Doch der Wind trieb das Feuer glücklicherweise in Richtung »Bittenwiesen«.

Standort des Fotografen: 47.882936, 8.344089

Brandstätte nach dem Großbrand in der Hafnergasse, 21. April 1929

Sammlung Familie Waßmer

Ein trostloses Bild bietet sich am Tag nach dem Großbrand im April 1929 in der heutigen Kirchstraße. Der weite Vordergrund erweckt den Eindruck, dass der Fotograf auf Abstand bleiben möchte von diesem grauenhaften Anblick. Noch immer steigt Rauch aus den Trümmern der abgebrannten Häuser auf. Dadurch, dass die Gebäude auf der linken Straßenseite bis an der oberen Bildrand reichen, betont der Fotograf die Leere auf der abgebrannten Straßenseite. Mitten im Städtchen klafft eine Lücke.

Zerstört wurden insgesamt vier Häuser, drei davon in der Kirchstraße und eins in der Bittengasse  beim Schlachthaus gelegen, nämlich die Häuser von Sattlermeister Ernst Geisinger (Kirchstr. 21), Landwirt Adolf Sibold (Nr. 19), Landwirt Johann Laufer (Nr. 17) und Landwirt Otto Benz (Bittengasse). Die Brandgeschädigten sind kaum versichert. Auch der Farrenstall in der Bittengasse wurde in Mitleidenschaft gezogen. Unter größter Mühe konnten die Farren aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. In großer Gefahr schwebte auch die katholische Pfarrkirche, deren Giebel schon Feuer gefangen hatte. Doch der Wind trieb das Feuer glücklicherweise in Richtung »Bittenwiesen«.

Standort des Fotografen: 47.883056, 8.343956

Eingangsbereich vom Haus Benz in der Hafnergasse, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Adolf Benz zur Verfügung.

In der Mitte die Haustür, links davon die Stalltür und rechts das Schaufenster des kleinen Ladens. Mit diesen Worten lässt sich das Foto kurz und knapp beschreiben. Mehr Details erkennt man bei genauerem Hinsehen. Bemerkenswert scheinen zunächst die Sandsteingewände der beiden Türen mit ihren Rundbögen. Sie sind sicherlich ein Relikt aus der Zeit, als das Haus Benz (Kirchstr. 12) zum Meyerhof des Klosters Friedenweiler gehörte. Der Schriftzug »Anton Benz« ist auf dem Rundbogen der Haustür noch zu erahnen und verweist auf den Landwirt und Seifensieder Anton Benz (1846-1936), der aus Seppenhofen stammte und das Gebäude nach seiner Eheschließung 1874 von seinen Schwiegereltern übernahm. Darüber ist die Hausnummer »17« angebracht, die das Haus trug, als die Straße noch nicht Kirchstraße, sondern noch Hafnergasse hieß.

Ein Mann steht mit einer Heugabel vor der Tür und wischt sich gerade den Schweiß aus dem Gesicht. Rechts von ihm befindet sich ein Sprossenfenster, das als Schaufenster dient: Das Scheuermittel »Ata« ist hinter der Glasscheibe zu sehen. Auf dem Fensterladen ist ein Werbeschild für Produkte der Firma »Seifix« angebracht. Daneben wächst ein Spalierbaum an der Fassade.

Standort des Fotografen: 47.883111, 8.344401

Narrengruppe des Kindererholungsheims in der Kirchstraße, Fasnacht 1955

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Baumann zur Verfügung.

Die kleinen Fasnachtsnarren auf dem Foto sind für ein paar Wochen zur Erholung in Löffingen. Sie wohnen im Kindererholungsheim Gugelberger, das sich in der Villa Maienlandstr. 6 befindet. Die Leiterin des Heims, Margarete Gugelberger (1912-???) schickte dieses Foto an die Eltern eines der Kinder, die in Frankfurt am Main lebten. Darauf heißt es: »Inge freut sich immer über die viele Post und lässt alle herzlich grüßen und danken. Inge hat einen guten Appetit, obwohl sie sehr langsam isst. Sie hat sich schon sehr nett erholt, hoffentlich geht es weiterhin so gut. Wir alle feiern Fasnacht, die Kinder sind schon ganz selig.«

Die kostümierten Kinder stehen mit der Kinderschwester Maria Frey in der Hafnergasse (heute Kirchstraße). Hinter ihnen ist das Haus des Landwirts Adolf Benz (Kirchstr. 12) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883127, 8.344435

Blick in die Kirchstraße, ca. 1955

Verlag A. Rebholz

Der Standort für die Aufnahme ist so gewählt, dass beide Häuserzeilen der Kirchstraße (damals Hafnergasse) ins Bild kommen. Die Straße, die im vorderen Bereich recht breit ist, da sie sich zur Kirche hin öffnet, verengt sich hinter dem Brunnen. Die Häuser rechts der Straße haben keine Hoffläche, während die zur linken vor ihren Anwesen Platz haben für Misthaufen, Fahrzeuge, zum Abstellen von Fahrzeugen und zur Lagerung von Holz.

Vorn links im Bild erhebt sich das Haus von Landwirt Emil Benz (Kirchstr. 12), in dem sich eine Waschmittelhandlung befand. Im Erdgeschoss umrahmen dicke Sandsteingewände mit einem Rundbogen als Abschluss die Scheuneneinfahrt, die Eingangstür und die Fenster. Staffelgiebel auf beiden Dachseiten grenzen das Dach zu den Nachbarhäusern ab. Aus dieser Perspektive wird deutlich sichtbar, wie windschief verschoben die Fassade des angrenzenden Hauses von Sägearbeiter Johann Funk (Kirchstr. 10) ist. Durch das kleine Tor, dem »Funketörle«, konnte man auf kurzem Weg ins »Eckeret« und zum unteren Rathausplatz gelangen.

Vorn rechts im Bild sind die nach dem Großbrand 1929 neu errichteten Gebäude von Sattler Karl Koch (Kirchstr. 21), von Landwirt Adolf Sibold (Kirchstr. 19) und von Antonie Laufer, der Witwe des 1951 verstorbenen Landwirts Johann Laufer (Kirchstr. 17), zu sehen. Alle drei Gebäude wurden mit Staffelgiebel errichtet. Daran an schließt sich das Haus mit der »Eisenhandlung« von Kaufmann Theodor Walz (Kirchstr. 15), dessen Laden im Erdgeschoss auf diesem Foto gerade modernisiert wird.

Standort des Fotografen: 47.882999, 8.344086