Große Hexe vor dem Mailänder Tor, Fasnacht ca. 1960-1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Die Zuschauer stehen dicht gerdrängt auf dem unteren Rathausplatz. Und auch auf dem Balkon vom Haus Kopp (Demetriusstr. 10) recken die Zuschauer ihre Köpfe. Der Narrenumzug bewegt sich am »Fasnet Mändig« vom Maienland kommend in das Städtchen. Wie jedes Jahr ist auch die Hexengruppe mit dabei. Die Hexen tragen bereits ihr erstes einheitliches Häs, das sich freilich noch vom heutigen unterscheidet. Mit dabei ist auch bereits seit 1958 der Hexenwagen mit der großen Hexe. Im ersten Jahr war sie mit ihren 5,80 Meter so groß, dass sie zunächst nicht durch das Mailänder Tor passte.

Standort des Fotografen: 47.883971, 8.343728

Blick durch das Mailänder Tor zum Rathaus, ca. 1925-1930

Stadtarchiv

»Durchblick auf Rathaus und Kriegerdenkmal« lautet der Titel dieses Fotos, das in den 1930er und 40er Jahre als Ansichtskarte Verbreitung findet. Der Fotograf steht auf der Rückseite des Mailänder Tores und nimmt den großen Torbogen und einen der beiden kleinen Bögen in den Blick. Sie sind nicht komplett zu sehen, sondern angeschnitten. Aber sie geben den Blick frei zum unteren Rathausplatz. Vor dem Rathaus steht das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, das noch mit einem schmiedeeisernen Gitter eingefasst ist. Ein Automobil parkt daneben.

Standort des Fotografen: 47.884021, 8.343576

Narrengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Auf das Mailänder Tor und das angrenzende Haus Werne ist das Datum gestempelt, als dieses Foto aufgenommen wurde: »3. März 1935«, also am »Fasnet Sundig«. Kostümierte Narren treiben sich auf dem unteren Rathausplatz herum. Vom eigentlichen Motto der diesjährigen Fasnacht, der »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus«, ist nichts zu sehen.

Der Clown mit Sternen-Häs, der einen Hund mit sich führt, ist vermutlich Friseurmeister Julius Limb. Er hält die Laterne in seiner rechten Hand, auf die die 20-Jährigen vereidigt werden. Der Narr links ist Zimmermeister Eugen Fehrenbach (1901-1974).

Standort des Fotografen: 47.883894, 8.343842

2 Fotos: Else Egle mit Mädchen auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1955

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Dem Fotografen geht es nicht um den unteren Rathausplatz, als er mit seiner Kamera fotografiert. Stattdessen liegt sein Fokus auf der Frau und dem Mädchen: Else Egle geb. Ganter (1923-2011), die im Maienland wohnt, ist im Städtchen unterwegs. An sie gelehnt steht Rosemarie Hauser (geb. 1949), die Tochter ihrer ehemaligen Schulfreundin Rosa Hauser geb. Rebholz.

Am rechten Bildrand ist ein VW Käfer zu sehen, der vor dem Kriegerdenkmal geparkt ist. Das Denkmal selbst ist auf den Fotos nicht zu sehen, nur der Maschendrahtzaun, mit dem es eingerahmt ist. Im Hintergrund ist das Mailänder Tor und das Haus Müller (Demetriusstr. 13) zu erkennen, vor dem Fahrräder und Mopeds zum Verkauf angeboten werden.

Standort des Fotografen: 47.883746, 8.344065

Unterer Rathausplatz, ca. 1968

Sammlung Familie Waßmer

Dieser Blick zählt alle Jahrzehnte hindurch zu den beliebtesten Motiven für Ansichtskarten: Von der Unteren Hauptstraße fällt der Blick zum unteren Rathausplatz in Richtung Mailänder Tor. Die Perspektive ist so gewählt, dass am linken Bildrand das schmiedeeiserne Wirtshausschild vom Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) in das Foto ragt. Darunter hängen weitaus weniger schmuckvolle Werbeschilder, die für »Fürstenberg«-Bier und »Fremdenzimmer« werben. Auch die »Bezirks-Sparkasse« wirbt für ihre Filiale, die sich im Erdgeschoss des »Adlers« befindet. Am rechten Bildrand schließt das Foto mit dem Giebel vom Café Fuß (Rathausplatz 5) ab, das markant am Platz aufragt.

Im Mittelpunkt des Bildes steht das Mailänder Tor mit seinem Glockentürmchen und Staffelgiebeln sowie die angrenzenden Häuser der Demetriusstraße, die den Stadtring bilden. Obgleich die Staffelgiebel auf dem Foto erst im Rahmen des Wiederaufbauprogramms nach dem Großbrand 1921 erbaut wurden, geben sie dem Straßenzug ein mittelalterliches Gepräge. Und der Demetriusbrunnen im Vordergrund sorgt dafür, dass auch der Platz für die Ansichtskarte belebt ist.

Das Foto wird in den späten 1960er Jahre aufgenommen. Denn das Haus des Mechanikermeisters Karl Müller (Demetriusstr. 13) steht noch: Es brennt am 17. Oktober 1969 ab. Auf der Verkehrsinsel auf der Platzmitte ist ein Wegweiser zum 1968 eröffneten »Wildpark« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883553, 8.343779

Grab von Soldat Ernst Brugger in Frankreich, ca. 1917

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

»Hier ruht in Gott«, lautet die obere Inschrift auf dem Holzkreuz, das auf dem Grab des Soldaten Ernst Brugger steht. Er starb am 17. April 1917 im Alter von 32 Jahren. Er gehörte dem Infanterie-Regiment 112 (12. Kompanie) an und kämpfte im Ersten Weltkrieg an der Westfront.

Schwer verletzt wurde er bereits zwei Jahre zuvor zum ersten Mal: Am 25. Mai 1915 traf ihn in der Schlacht bei La Bassée und Arras ein Artilleriegeschoss am rechten Oberschenkel, sodass er bis Dezember 1915 im Reservelazarett in Dortmund zubringen musste. Zurück an der Westfront war er an den Stellungskämpfen in der Champagne und an der Somme beteiligt. Am 17. April 1917 wurde er in der Schlacht an der Aisne bei Nauroy durch einen »Granatsplitter im Oberkörper« tödlich verwundet. Beerdigt wurde er »an der Baumgruppe, 1 km östlich Epoyé, an der Straße nach Pontfaverger«, wie es in der Kriegsstammrolle heißt. Ob das Foto dort oder nach einer späteren Umbettung auf einen Soldatenfriedhof aufgenommen wurde, ist unbekannt. »Ruhe in Frieden« steht unterhalb des Kreuzbalkens.

Geboren wurde er am 14. Juli 1884 in Löffingen als Sohn des Uhrkastenschreiners Matthias Brugger und dessen Ehefrau Adelheid geb. Schwarz. Ernst Brugger war Landwirt von Beruf und ledig. Zusammen mit seinen Geschwistern wohnte er im Mailänder Tor. Seit 1930 steht sein Name eingemeißelt auf den Gedenktafeln, die am Tor angebracht sind, um an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges zu erinnern.

Standort des Fotografen: evtl. Epoyé (Départment Marne, Frankreich).

Schneeberge auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1960-1969

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Das Foto des verschneiten Rathausplatzes sieht nicht nur so aus, wie eine hübsche Ansichtskarte, sondern es ist auch eine. Löffingen empfiehlt sich als Reiseziel im Winter. Rings um den Demetriusbrunnen türmen sich die Schneeberge. Es muss die ganze Nacht geschneit haben, denn die Dächer und Staffelgiebel der Häuser des Altstadtrings sind alle weiß. Auch die beiden Bäumchen links und rechts des Eingangs zur Bäckerei und zum Café Fuß (Rathausplatz 5) wirken wie mit Puderzucker bestäubt.

Standort des Fotografen: 47.883723, 8.343686

Spielmannszug vor dem Mailänder Tor, Fasnacht 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Vor dem Mailänder Tor ist am »Fasnet Mändig« der Spielmannszug aufmarschiert. Kräftig wird auf die Trommel geschlagen und den am Straßenrand wartenden Schaulustigen eingeheizt.

V.l.n.r.: Alfred Fehrenbach, Karl Götz, Gottfried Vogelbacher (1933-2008), Oswald Laufer, Albin Zepf, Klaus Allinger, Fritz Egle (1929-2017)

Standort des Fotografen: 47.883904, 8.343820

Klassentreffen des Jahrgangs 1927/28 am Demetriusbrunnen, 1977

Dieses Foto stellte und dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

50 Jahre alt sind die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Volksschule. Zu einem Klassentreffen sind sie zusammengekommen. Und da darf kein Erinnerungsfoto fehlen. Also stellt man sich vor dem Demetriusbrunnen auf und bittet Rita Willmann vom Schreibwaren- und Fotogeschäft ein schönes Gruppenfoto aufzunehmen.

1.Reihe, v.l.n.r.: Hermann Maier, Irma Adrion (geb. Schmid), Elisabeth Müller (geb. Egle), Hedwig Rappenegger, Lina Hörner (geb. Kirner), Hildegard Münzer, Walter Selb

2.Reihe, v.l.n.r.: Otto Selb, Hilda Bader (geb. Hermann, 1928-2010), Walter Maier, Maria Benz, Werner Zepf, Lore Sibold (geb. Hahn)

3.Reihe, v.l.n.r.: Berthold Ganter, Waldemar Vetter, Eugen Mayer

4.Reihe, v.l.n.r.: Eugen Schreiber, Walter Hörtner, Theo Walz (1927-2015)

Standort des Fotografen: 47.883743, 8.343751

Unterer Rathausplatz mit Kriegerdenkmal und Mailänder Tor, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Platz um das Kriegerdenkmal, der ursprünglich aufwändig gestaltet war, ist zu einer kleinen Verkehrsinsel verkommen. Das schmiedeeiserne Geländer wurde bereits in der NS-Zeit entfernt. Jetzt ist das Denkmal zur Erinnerung an die Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 von einem Maschendrahtzaun eingefasst.

Im Hintergrund ist das Mailänder Tor und die beiden Nachbarhäuser zu sehen, links das Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13) und rechts das Haus von Metzgermeister Karl Sibold (Demetriusstr. 11). An der Eindeckung sind noch die Spuren der Kriegsschäden von 1945 zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883738, 8.344082

Blick zum Mailänder Tor, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Maier zur Verfügung.

Mit »Strassenpartie« ist diese Ansichtskarte betitelt, die 1943 postalisch versandt wird. Die Ansicht, die darauf abgebildet ist, ist freilich schon ein paar Jahre älter und stammt aus den späten 1920er Jahren.

Der Blick fällt von der Unteren Hauptstraße in Richtung Rathausplatz, vorbei am Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) mit seinem schmiedeeisernen Wirtshausschild auf der linken und vorbei am Haus des Kaufmanns Paul Guth (Rathausplatz 6) auf der rechten Straßenseite. Dahinter öffnet sich die Straße zum Platz und der Blick fällt auf das Mailänder Tor und seine Nachbarhäuser. Der gesamte Straßenzug der Demetriusstraße wurde nur wenige Jahre zuvor, nach dem Großbrand 1921 wiederaufgebaut. Charakteristisch für die Neubauten sind die Staffelgiebel. Im Türmchen des Mailänder Tores fehlt noch das Glöckchen und über dem Torbogen klafft noch eine weitere Lücke: Die Madonna mit dem Jesuskind wird zusammen mit den Gedenktafeln zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges im Jahr 1930 angebracht. Damit ist die Datierung des Fotos ziemlich klar.

Standort des Fotografen: 47.883455, 8.343800

Umzug vor dem Mailänder Tor, Fasnacht 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Dicht gesäumt von Närrinnen und Narren ist die Umzugsstrecke durch das Städtchen am »Fasnet Mändig«. Im Vordergrund marschiert in einer Soldatenuniform Maria Göpper. Dahinter folgt mit lautem »Tschingderassabum« die Stadtmusik. Rechts steht der Narrenbaum, der am »Schmutzigen Dunschdig« von den 20-Jähringen aufgestellt wurde.

Im Hintergrund sind die Metzgerei Butsch (Demetriusstr. 15), die Häuser Egle (Demetriusstr. 14) und Müller (Demetriusstr. 13) sowie das Mailänder Tor zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883931, 8.344040