Unterer Rathausplatz mit Gasthaus »Adler« und Scheune, ca. 1965-1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Dieter Butsch zur Verfügung.

Aus einem Fenster des Hauses Fuß (Rathausplatz 5) fällt der Blick, halb verdeckt durch den Baum im Vordergrund, auf den unteren Rathausplatz. In seiner Mitte steht der 1954 errichtete neue Demetriusbrunnen. Der asphaltierte Platz dient darüber hinaus vor allem als Parkplatz. Mitten auf der Kreuzung steht eine große Straßenlaterne und ein Wegweiser mit holzgeschnitzten Schildern, aber auch standardisierten Hinweisschildern zum (neu gegründeten) »Wildpark« und zum »Waldbad«.

Im Gasthaus »Adler« befinden sich im Erdgeschoss noch die Geschäftsräume der Bezirkssparkasse Neustadt. 1970 wird die Sparkasse in den gegenüberliegenden Neubau (Demetriusstr. 13) umziehen. Hinter dem »Adler« ist die »Adler«-Scheune zu sehen, die etwa 1980 abgerissen wird. Daran schließt sich rechts die Metzgerei Butsch (Demetriusstr. 15) an.

Standort des Fotografen: 47.884001, 8.344020

Kranzniederlegung bei der Totenehrung am Demetriusbrunnen, 16. Juni 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Ein Doppeljubiläum wird im Juni 1963 mit einem dreitägigen Fest gefeiert: »100 Jahre Freiwillige Feuerwehr« und »50 Jahre Rotes Kreuz«. Nach dem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche versammelt man sich am Demetriusbrunnen zur Totenehrung. Mitglieder der Feuerwehr legen vor dem Demetriusbrunnen einen Kranz nieder.

Der 1954 geschaffene Brunnen ist »Den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges«, »Den Vermissten des Zweiten Weltkrieges« und »Den Opfern der Heimat« gewidmet. Die Totenehrung findet am 16. Juni 1963 statt, einen Tag vor dem jährlich begangenen »Tag der deutschen Einheit«. Der gesetzliche Feiertag am 17. Juni erinnerte an den »Volksaufstand« in der DDR zehn Jahre zuvor.

Standort des Fotografen: 47.883779, 8.343892

Totenehrung am Demetriusbrunnen, 16. Juni 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

»100 Jahre Freiwillige Feuerwehr« und »50 Jahre Rotes Kreuz« werden im Juni 1963 mit einem dreitägigen Fest gefeiert. Am Sonntag, 16. Juni 1963 wird in der katholischen Pfarrkirche ein Festgottesdient gefeiert. Anschließend versammelt man sich am Demetriusbrunnen zur Totenehrung.

Das Foto wurde aus einem Rathausfenster aufgenommen. Im Vordergrund ist der Adler zu sehen, der auf dem Kriegerdenkmal von 1870/71 thront. Auf dem unteren Rathausplatz sind die Vertreter der Stadtgemeinde, die Männer der Freiwilligen Feuerwehr und die Mitglieder anderer Vereine, aber auch Einwohner*innen des Städtchens angetreten. Im Gasthaus »zum Adler« (links) befindet sich eine Filiale der Sparkasse Neustadt, wie an dem Schaufenster im Erdgeschoss zu erkennen ist. Im Hintergrund ist die »Adler«-Scheune zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883840, 8.344159

Blick vom Rathausturm in Richtung Bahnhof und Sägewerk, 1977

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.

Der Rathausturm ist zur Zeit für Renovierungsarbeiten eingerüstet. Eine ideale Gelegenheit, um hinaufzuklettern und aus ungewöhnlicher Perspektive einen Blick auf das Städtchen zu erhaschen.

Hier fällt der Blick auf den Stadtring in der Demetriusstraße. Neben dem Neubau der Sparkasse (Demetriusstr. 13) stehen das Wohn- und Geschäftshaus »Mode-Egle« (Demetriusstr. 14) und die Metzgerei Butsch (Demetriusstr. 15). Am linken Bildrand ist zu erkennen, dass sich daran noch die alte »Adler«-Scheune anschließt. Sie wird 1980 abgerissen und weicht einem Neubau.

In der außerhalb der Altstadt liegenden Ringstraße steht das Mehrfamilienhaus Ringstr. 8, das seit seiner Erbauung in den 1920er Jahren »neuer Benzbau« genannt wird. Es diente ursprünglich vor allem für Beschäftigte der Holzindustriewerke Josef Benz AG als Werkswohnungen. Hinter dem Bahnhofsgebäude und der Bahnlinie ist das Areal des früheren Sägewerks zu erkennen, das zu diesem Zeitpunkt bereits stillgelegt ist. 1972 schloß es seine Pforten. Noch erinnert aber der Benz-Kamin unübersehbar an diesen wichtigen Industriebetrieb, der für mehrere Generationen Arbeitsplatz vieler Menschen in Löffingen und Umgebung war.

Standort des Fotografen: 47.883852, 8.344345

Hexengruppe mit Ferienkindern des Kindererholungsheims, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Baumann zur Verfügung.

Die Löffinger Hexen stellen sich mit einer Schar kleiner Teufel am Demetriusbrunnen zu einem Gruppenfoto auf. Die Hexen tragen ihr erstes einheiliches Häs. Anders als heute tragen sie aber noch keinen braunen, mit schwarzen Karos versehenen Rock und noch keine gelbe Schürze darüber. Zu ihrem Häs gehört auch noch kein dunkelgrüner Kittel mit rotem Halstuch. Die Kinder auf dem Foto sind nur für ein paar Wochen in Löffingen. Sie sind aus dem Bundesgebiet angereist, um sich im Kindererholunsgheim Gugelberger (Maienlandstr. 6) zu erholen.

Im Hintergrund ist das Haus Butsch (Demetriusstr. 15) zu sehen. Der Metzgermeister Willy Butsch aus Furtwangen hatte 1955 die Metzgerei Werne übernommen. An der Fassade ist bereits sein Name angebracht.

Standort des Fotografen: 47.883770, 8.343804

Unterer Rathausplatz mit Mailänder Tor, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 15 ist mit »Unterer Platz, Mailänder Tor und Laden A. Egle« betitelt. Zu sehen ist die Häuserzeile am Unteren Rathausplatz mit dem Mailänder Tor, das nach dem Großbrand 1921 abgerissen wurde, um Platz für eine breitere Tordurchfahrt zu schaffen. Links daneben stehen die Häuser des Flaschnermeisters Ferdinand Willmann, des Korbmachers August Egle und die Metzgerei Werne.

Wingenroth beschreibt die Ansicht mit den Worten: »Ebenso aber erfüllt uns die andere Seite des Platzes neben dem Mailänder Tor mit Genugtuung; wie hier die Läden eingebaut sind, kann als gutes Gegenbeispiel gegen die vorhin erwähnten gelten.«

Standort des Fotografen: 47.883675, 8.344068

Hochzeitszug durch das Städtchen, 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luzia Heiler zur Verfügung.

Ein Hochzeitszug bewegt sich von der Trauung in der Kirche kommend durch das Städtchen. Die Braut trägt traditionell ein weißes Brautkleid, der Bräutigam einen schwarzen Anzug und einen Zylinder. Eine große Schar von Kindern begleitet die Jungvermählten und ihre Verwandtschaft. Vor dem Betreten der Gaststätte werden sie den Weg mit gespannten Seilen versperren bis der Bräutigam ihnen Münzen zuwirft und so den Weg freimacht.

Werner Adrion hat im untenstehenden Kommentar das Hochzeitspaar und die Verwandten benannt.

Blick vom Unteren Rathausplatz auf das Haus Walz, das Gasthaus Adler und das Haus Limb, ca. 1912

Verlag Anton Rebholz

Als dieses Bild entstand war der Demetriusbrunnen neu errichtet. Die Gaslaterne befindet sich jetzt auf einem freistehenden Masten. Die Schilder am Haus von Heinrich Walz nennen das Warensortiment des Geschäftes. Rechts im Bild steht das Scheunentor vom Haus Egle offen. Links an das Haus Walz ist das Ökonomiegebäude des Gasthauses Adler mit Stallungen und Scheune angebaut. Der Mann mit der Dienstmütze im Vordergrund, entweder der Gendarm oder der Ortsdiener, verhielt sich nicht still. Es steht deshalb unscharf im Vordergrund. Der Adler hat im Erdgeschoss keine Fenster, nur zwei Kellerfenster auf der Giebelseite und die Eingangstüre auf der Straßenseite. Hinter den Wänden, die durch die dunkle Färbung zeigen, dass die Nässe in den Wänden sitzt, befindet sich der Keller des Gasthauses. Im Bereich des Unteren Rathausplatzes und der Unteren Hauptstraße haben die Häuser keine Erdkeller, weil der Grundwasserstand hoch ist. Den linken Teil des  mächtigen Gebäudes kaufte 1907 Julius Limb. Er eröffnete Jahre zuvor im Erdgeschoss ein Friseurgeschäft. Die Landstraße, die durch Löffingen führt, ist noch nicht geteert. Auf der Fahrbahn und am Rande der Straße liegen Gesteinsbrocken.

Trachtengruppe am Demetriusbrunnen vor dem Haus Werne, ca. 1935-1940

Verlag A. Rebholz

1913 erwarb der Metzgermeister Johann Werne das Gebäude und eröffnete darin eine »Metzgerei« und »Wursterei«, wie auf der Fassade steht. Die Hakenkreuz-Fahne zeigt, dass die Fotografie in der NS-Zeit entstanden ist.

Im Vordergrund steht die Trachtengruppe vor dem Demetriusbrunnen. Damals gehörten der Trachtengruppe vier Tanzpaare an: Josefa Gebert und Engelbert Müller (1896-?), Karolina Auer (1907-?) und Karl Beha (1901-?), Frieda und Wilhelm Fehrenbach sowie Lina Rosenstiel und Josef Wölfle (1909-91).

Standort des Fotografen: 47.883759, 8.343787

Haus Walz mit dem Demetriusbrunnen, 1912/13

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.

Nachdem 1912 der schmucke Demetriusbrunnen errichtet worden war, entstand diese Aufnahme. Ein Pferd wurde für das Foto zum Brunnen geführt, um das Bild zu beleben. Die Ansicht fand als Karte Verbreitung. »Löffingen, Demetriusbrunnen« ist am unteren Bildrand zu lesen.

Im Hintergrund ist das Haus Demetriusstraße 15 zu sehen. Von 1903 bis 1913 betrieb der Kaufmann Heinrich Walz (1876-?) darin ein Kolonial- und Kleineisenwarengeschäft. Ein Teil des Warenangebots ist zu Werbezwecken in großen Buchstaben auf die Fassade geschrieben: »Col-Waren«, »Farben«, »Öle«, »Eisenwaren«, »landw. Maschinen und Geräte«.

Die Ehefrau von Heinrich Walz, Anna Maria geb. Mayer (1875-1913), starb am 5. September 1913 im Wochenbett im Alter von nur 38 Jahren. Auch das Baby verstarb 17 Tage nach der Geburt. Heinrich Walz verlegte kurze Zeit später sein Wohn- und Geschäftshaus von der Demetriusstraße in die Kirchstraße. 1922 heiratete der Witwer die aus Schonach stammende Frida geb. Kirner (1894-?).

Standort des Fotografen: 47.883759, 8.343787

Unterer Rathausplatz, ca. 1950-1953

Verlag A. Rebholz

In den Kriegsjahren während der NS-Zeit wurde der Platz um das Kriegerdenkmal von 1870/71 umgestaltet. Das schmiedeeiserne Gitter, das das Denkmal urprünglich umrahmt hatte, wurde entfernt, da es für die Kriegsindustrie eingeschmolzen werden sollte. Statt dessen wurde ein kleiner Ehrenhain um das Denkmal angelegt.

Diese Ansicht datiert bereits aus der Nachkriegszeit: Die Dacheindeckung des Mailänder Tores zeigt deutlich die reparierten Spuren der Kriegsschäden. Der im Krieg zerstörte alte Demetriusbrunnen fehlt auf dem Foto. Erst 1954 wurde der neue Demetriusbrunnen errichtet und den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges gewidmet.

Bei den Häusern im Hintergrund handelt es sich von links um die Metzgerei Werne, die 1955 von dem Metzgermeister Willy Butsch aus Furtwangen übernommen wird. Danaben steht das Haus von Korbmacher August Egle und seiner Ehefrau Klara geb. Wintermantel, die eine Modegeschäft betreibt. Das Nachbarhaus gehört ab 1950 dem Mechanikermeister Karl Müller. Neben dem Mailänder Tor steht das Haus von Metzger Wilhelm Werne.

Standort des Fotografen: 47.883714, 8.344191

Unterer Rathausplatz, ca. 1930-1939

Verlag A. Rebholz

Nach dem Wiederaufbau des Städtchens infolge des Großbrandes von 1921 hatte der Untere Rathausplatz für viele Jahre dieses Aussehen. Der Platz um das Kriegerdenkmal 1870/71 im Vordergrund erfuhr im Laufe der Jahrzehnte allerdings verschiedene Umgestaltungen. Ursprünglich war er mit Koniferen bepflanzt und das Denkmal von einem schmiedeeisernen Gitter umrahmt, das im Zweiten Weltkrieg demontiert und für Zwecke der Rüstungsindustrie eingeschmolzen wurde.

Diese Ansicht datiert aus den 1930er Jahren, da am Mailänder Tor bereits die Gedenktafeln mit den Namen der Kriegsgefallenen des Ersten Weltkrieges angebracht sind. Beim Demetriusbrunnen auf dem Platz handelt es sich noch um den alten Brunnen, der bei einem Fliegerangriff 1945 zerstört wurde.

Standort des Fotografen: 47.883714, 8.344191