Wahlkampf zur Gemeinderatswahl, 1957

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Wahlkampf zur Gemeinderatswahl ist in die heiße Phase getreten. Über die Straße beim Rathaus ist ein Seil gespannt, an das Wahlaufrufe verschiedener Kandidaten geheftet sind. Mit kurzen knappen Slogans werben sie für ihre Wahl: »Ohne Bosheit: ???«, »Der rechte Mann am rechten Platz: ??? Heiler«, »Schluß mit Benitz: Alfred Egle«, »Für Fortschritt: Ed. Laufer«, »Wählt recht nach Bürgerrecht: ???«, »In der Heimat«, »Mit voller Fahrt voraus«, »Strebe zum Ganzen«, »Jetzt oder nie«; »Immer aktiv: August Fehrenbach«, »In dieser Zeit«, »Wacht endlich auf: Paul Bugger« und »Dann kommt ihr zum Zug!«

Standort des Fotografen: 47.884006, 8.344534

Lastwagen auf dem Rathausplatz, Fronleichnam 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Agfa PHOTO«, steht in Großbuchstaben am Haus Rebholz (Rathausplatz 8). Darin befindet sich die Druckerei und das Schreibwarengeschäft von Albert Rebholz. Die Jalousie am Schaufenster ist heruntergelassen, denn heute bleibt das Geschäft geschlossen. Es ist Fronleichnam. Anlässlich des Feiertages ist die Fassade des Hauses mit Girlanden geschmückt.

Vor dem Haus parkt ein riesiger Lastwagen der Berliner Firma Wilken. Immerhin blockert er den Gläubigen nicht den Weg, denn die Fronleichnamsprozession führt nicht durch diese Straße. Vor dem Haus Siefert (Rathausplatz 6) ragt ein Nadelbaum in die Höhe. Am rechten Bildrand ist der Demetriusbrunnen zu erkennen, und dahinter die Metzgerei Werne (Demetriusstr. 15), die mit einer Fahne geschmückt ist.

Standort des Fotografen: 47.883724, 8.344396

Blick auf den unteren Rathausplatz, Fronleichnam 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Balkon des Hauses Rebholz (Rathausplatz 8) wird dieses Foto aufgenommen. Es ist Fronleichnam. Die Häuser im Städtchen sind festlich mit Tannenzweigen, Girlanden und Fahnen geschmückt. Links neben dem Demetriusbrunnen sind einige Maien gesteckt, vielleicht um die dort parkenden Autos zu verdecken. Eine Personengruppe steht neben dem kleinen Gärtchen vor dem Haus Siefert (Rathausplatz 6) und unterhält sich. Daneben parkt ein riesiger Lastwagen der Berliner Firma Wilken. Er ist bereits entladen. Werbung für »Eternit« ist am Anhänger angebracht, ein versteckter Hinweis darauf, was er vielleicht geladen hatte.

Standort des Fotografen: 47.883648, 8.344273

Blick auf den Unteren Rathausplatz mit dem Kriegerdenkmal, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Tritt man aus dem Schatten des mächtigen Rathausbaus heraus, dann öffnet sich die Straße zum unteren Rathausplatz. Links ist das Kriegerdenkmal vom Jahr 1896 zu sehen. Während der NS-Zeit war das schmiedeeiserne Gitter, das es umfasste, für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen und stattdessen drumherum ein Ehrenhain angelegt worden. Dieser wiederum verschwand in der Nachkriegszeit. Mit einem schmucklosen Maschendrahtzahn ist das Kriegerdenkmal jetzt einhegt. Mächtig ragt das  Doppelhaus von Friseurmeister Julius Limb (Untere Hauptstr. 4) und vom Gasthaus »zum Adler« (Untere Hauptstr. 2) aus der umgebenden Bebauung heraus. Im Erdgeschoss des »Adlers« befindet sich unterdessen eine Filiale der Bezirkssparkasse Neustadt.

Neben dem Demetriusbrunnen ist das Haus Butsch (Demetriusstr. 15) zu erkennen. Metzgermeister Willy Butsch übernahm 1955 die Metzgerei von der Familie Werne. Es folgt das Haus Egle mit dem »Modewaren«-Laden von Klara Egle (Demetriusstr. 14). Am rechten Bildrand ragt die Werbung vom Café Fuß (Rathausplatz 5) ins Bild, die am Fallrohr der Dachrinne angebracht ist. Dargestellt ist eine Tasse Kaffee und darunter steht geschrieben: »BÄCKEREI Wein Bier«. Eine kleine Stofffahne darunter wirbt darüber hinaus für »Eis«. Die Kugel dürfte vermutlich nicht mehr als 10 Pfennig kosten.

Standort des Fotografen: 47.883966, 8.344112

Hochzeitszug mit der Stadtmusik auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luzia Heiler zur Verfügung.

Ernst Heiler (1923-1990) und Rosa Laufer (1928-2013) heiraten. Unter lautem Tschingderassabum der Stadtmusik zieht der Hochzeitszug mitten durch das Städtchen. Eine Schar von Kindern folgt aufgeregt. Vielleicht fallen für sie ein paar Münzen ab, um sich Süßigkeiten kaufen zu können?

Im Hintergrund ist das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zu sehen, mit dem Ehrenhain, der im Zweiten Weltkrieg angelegt wurde, als das Eisengitter für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen wurde. Kriegsschäden sind deutlich am Dach des Mailänder Tores zu erkennen, das ausgeflickt werden musste. Daneben stehen das Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13), das Modewaren-Geschäft von Klara Egle (Demetriusstr. 14) und die Metzgerei von Johann Werne (Demetriusstr. 15).  Der Demetriusbrunnen fehlt auf dem Bild: Der alte Brunnen wurde bei einem Fliegerangriff zerstört und der neue Demetriusbrunnen wird erst 1954 errichtet.

Standort des Fotografen: 47.883700, 8.344169

Rauchfahne vom Benz-Kamin über dem Städtchen, ca. 1965-1969

Stadtarchiv

Jahrzehntelang gehörte dieser Anblick zum Städtchen: Der rauchende Schornstein der Holzindustriewerke Josef Benz A.G., kurz Sägewerk Benz genannt. Dieses Foto wird vom Rathausplatz aus aufgenommen. Zu sehen sind die Dächer der Häuser Müller (Demetriusstr. 13), Egle (Demetriusstr. 14) und Butsch (Demetriusstr. 15). Am 24. Juli 1970 vernichtet ein Großfeuer die Platten- und Kistenfabrikation. Im Herbst 1972 stellt das Sägewerk die Produktion schließlich ganz ein. Der Schornstein raucht fortan nicht mehr. Im Oktober 1984 wird der 1928 erbaute Benz-Kamin gesprengt.

Standort des Fotografen: 47.883833, 8.344187

2 Fotos: Närrisches Treiben der Lehrer, Fasnacht 1970

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nicht nur die Schüler*innen werden am Schmutzigen Dunschdig befreit, sondern auch die Lehrer*innen. Sie ziehen danach durch die Straßen und kehren auch in der ein oder anderen Wirtschaft ein. Auf dem unteren Rathausplatz entstehen diese beiden Gruppenfotos, die nicht nur wegen des bunten Treibens im Vordergrund, sondern auch wegen eines Details im Hintergrund interessant sind. Das – direkt neben dem Mailänder Tor gelegene – Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13) hat kurz vorher gebrannt. Nur noch die Brandruine steht. Sie wird später abgetragen und dann der Neubau der Bezirkssparkasse Neustadt errichtet.

Auf den beiden Fotos sind zu sehen: Hannelore Cremer, Siegfried Dieterle, Gertrud Dom, Gudrun Ewert, Siegfried Ewert, ? Glaser, Karl Hauger, Theo Herbstritt, Gundula Hoede, ? Krusekamp, Günter Leber, ? Noller-Fürstenberg, Sabine Reichhardt? Venatier, Helene Waßmer, Maria Waßmer.

Standort des Fotografen: 47.883711, 8.344253

2 Fotos: Modell des neuen Demetriusbrunnens aus Schnee, 1953/54

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Neun Jahre nach der Zerstörung des alten Demetriusbrunnens bei einem Fliegerangriff im Zweiten Weltkrieg steht wieder ein Brunnen auf dem unteren Rathausplatz. Er ist allerdings sehr vergänglich, denn er besteht vorerst nur aus Schnee und Eis. Es ist ein Modell des neuen Brunnens, den der Steinmetzmeister Josef Weiß (1913-?) schaffen wird. Weiß ist der Schwiegersohn des Bildhauers und Steinmetzmeisters Karl Häusle (1878-1956). Am 22. August 1954 wird dann der neue Brunnen mit der Statue des heiligen Demetrius eingeweiht und die Leerstelle im Städtchen verschwindet dauerhaft.

Im Hintergrund ist die Metzgerei von Johann Werne (Demetriusstr. 15) zu sehen. 1955 kaufen Willi und Emma Butsch geb. Maier die »Werne-Metzgerei«.

Standort des Fotografen: 47.883769, 8.343838

Festumzug beim Gausängerfest auf dem unteren Rathausplatz, 1927

Sammlung Familie Waßmer

Festlich geschmückt sind die Häuserfassaden der Metzgerei von Johann Werne (Demetriusstr. 15), des Wohn- und Geschäftshauses von Korbmacher August Egle und von Modistin Klara Egle (Demetriusstr. 14) und der Flaschnerei von Ferdinand Willmann (Demetriusstr. 13). Kränze und Girlanden sind zu sehen, Fahnen flattern im Wind, ein Nadelbaum ist als Dekoration aufgebaut.

Das Städtchen hat sich herausgeputzt, denn Löffingen ist vom 30. Juli bis 1. August 1927 Gastgeber des dreitägigen Schwarzwaldgausängerfestes, an dem mehrere Tausend Sänger aus Nah und Fern teilnehmen.

Der Festumzug bewegt sich gerade über den unteren Rathausplatz, vorbei am Demetriusbrunnen und den geschmückten Häusern der Demetriusstraße. Eine Musikkapelle spielt auf, Frauen in Tracht stehen am Straßenrand, mit ihrem Rücken zum Fotografen.

Standort des Fotografen: 47.883724, 8.344184

Unterer Rathausplatz mit Gasthaus »Adler« und Scheune, ca. 1965-1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Dieter Butsch zur Verfügung.

Aus einem Fenster des Hauses Fuß (Rathausplatz 5) fällt der Blick, halb verdeckt durch den Baum im Vordergrund, auf den unteren Rathausplatz. In seiner Mitte steht der 1954 errichtete neue Demetriusbrunnen. Der asphaltierte Platz dient darüber hinaus vor allem als Parkplatz. Mitten auf der Kreuzung steht eine große Straßenlaterne und ein Wegweiser mit holzgeschnitzten Schildern, aber auch standardisierten Hinweisschildern zum (neu gegründeten) »Wildpark« und zum »Waldbad«.

Im Gasthaus »Adler« befinden sich im Erdgeschoss noch die Geschäftsräume der Bezirkssparkasse Neustadt. 1970 wird die Sparkasse in den gegenüberliegenden Neubau (Demetriusstr. 13) umziehen. Hinter dem »Adler« ist die »Adler«-Scheune zu sehen, die im Frühjahr 1980 abgerissen wird. Daran schließt sich rechts die Metzgerei Butsch (Demetriusstr. 15) an.

Standort des Fotografen: 47.884001, 8.344020

Kranzniederlegung bei der Totenehrung am Demetriusbrunnen, 16. Juni 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Ein Doppeljubiläum wird im Juni 1963 mit einem dreitägigen Fest gefeiert: »100 Jahre Freiwillige Feuerwehr« und »50 Jahre Rotes Kreuz«. Nach dem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche versammelt man sich am Demetriusbrunnen zur Totenehrung. Mitglieder der Feuerwehr legen vor dem Demetriusbrunnen einen Kranz nieder.

Der 1954 geschaffene Brunnen ist »Den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges«, »Den Vermissten des Zweiten Weltkrieges« und »Den Opfern der Heimat« gewidmet. Die Totenehrung findet am 16. Juni 1963 statt, einen Tag vor dem jährlich begangenen »Tag der deutschen Einheit«. Der gesetzliche Feiertag am 17. Juni erinnerte an den »Volksaufstand« in der DDR zehn Jahre zuvor.

Standort des Fotografen: 47.883779, 8.343892

Totenehrung am Demetriusbrunnen, 16. Juni 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

»100 Jahre Freiwillige Feuerwehr« und »50 Jahre Rotes Kreuz« werden im Juni 1963 mit einem dreitägigen Fest gefeiert. Am Sonntag, 16. Juni 1963 wird in der katholischen Pfarrkirche ein Festgottesdient gefeiert. Anschließend versammelt man sich am Demetriusbrunnen zur Totenehrung.

Das Foto wurde aus einem Rathausfenster aufgenommen. Im Vordergrund ist der Adler zu sehen, der auf dem Kriegerdenkmal von 1870/71 thront. Auf dem unteren Rathausplatz sind die Vertreter der Stadtgemeinde, die Männer der Freiwilligen Feuerwehr und die Mitglieder anderer Vereine, aber auch Einwohner*innen des Städtchens angetreten. Im Gasthaus »zum Adler« (links) befindet sich eine Filiale der Sparkasse Neustadt, wie an dem Schaufenster im Erdgeschoss zu erkennen ist. Im Hintergrund ist die »Adler«-Scheune zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883840, 8.344159