Tragen des Ehrennarrenbaums über den Rathausplatz, Fasnacht 1974

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Für 20-Jährige sind die Männer auf dem Foto etwas zu alt. Aber sie sind nicht zu alt, um einen (Ehren-)Narrenbaum durch das Städtchen zu tragen und gleich auf dem oberen Rathausplatz vor dem Gasthaus »Löwe« aufzustellen. Es handelt sich um die aktiven Mitglieder der Hexengruppe. Herbert Kienzler marschiert vorneweg.

Zu sehen sind u.a. in alphabetischer Reihenfolge: Egon Bader, Oskar Baader, Johann Glunk, Heinz Hauger, Albert Jonner, Herbert Kienzler, Karl Koch, Walter Müller, Franz Rosenstiel, Gottfried Vogelbacher.

Im Hintergrund ist das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu sehen und dahinter die »Adler«-Scheune. Sie wird im Frühjahr 1980 abgerissen.

Standort des Fotografen: 47.883704, 8.344009

Narrengruppe vor dem Gasthaus »Adler«, Fasnacht 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Die Chronik der »Laternenbrüder« berichtet, dass 1928 die Fasnacht ausfiel, weil man »keine Lust, keine Ideen« hatte. Aber echte Fasnachtsnarren haben natürlich immer Lust und auch jederzeit Ideen! Und die Kinder haben sowieso Freude an der Verkleidung – egal ob als Clown oder Trachtenmädchen!

1.Reihe, v.l.n.r.: ???, Eugen Hepting (1921-2011), Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), ???, ???

2.Reihe, v.l.n.r.: ???, Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), ???, Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), Anna Ganter geb. Hepting (1900-?)

Standort des Fotografen: 47.883588, 8.343783

20-Jährige unter dem Narrenbaum, Fasnacht 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Narrenbaum steht! Die 20-Jährigen sind »auf die Laterne« der Laternenbrüder vereinigt. Ausgelassen feiernd stehen sie neben dem Baum auf dem unteren Rathausplatz, zwei von ihnen haben ihre Hand an den Stamm gelegt.

1.Reihe, knieend, v.l.n.r.: Karl Götz (geb. 1934), Rosemarie Fehrenbach (verh. Götz)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Anneliese Vogelbacher (verh. Rappenegger, 1933-1992), Horst Gaede (geb. 1934), Egon Zimmermann, Martha Schreiber (verh. Seidenberg, 1933-1994), ???, ???, ???, Albin Zepf (1934-2009)
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Egon Frei (1933-2019), Ernst Mayer (1934-2009)

Im Hintergrund ist das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu sehen. Der (neue) Demetriusbrunnen ist noch nicht gebaut, sodass auf dem Platz eine Lücke klafft. Der Blick fällt die Untere Hauptstraße hinunter.

Standort des Fotografen: 47.883943, 8.343895

Blick vom Alenberg auf das niedergebrannte Städtchen, Juli 1921

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 liegen große Teile des Städtchens in Trümmern. Der Fotograf verschafft sich vom Alenberg einen Blick auf die Trümmerstätte. Am linken Bildrand ist das Rathaus und der Giebel des Postamtes (Rathausplatz 3) zu sehen. Beide Gebäude konnte die Feuerwehr retten und damit ein Übergreifen des Feuers auf weitere Straßenzüge verhindern. Das Foto zeigt, dass zahlreiche Gebäude am unteren Rathausplatz, in der Demetriusstraße, der Ringstraße und der Alenbergstraße vollkommen zerstört wurden.

Im einzelnen sind auf dem Foto die niedergebrannten Anwesen zu erkennen von Johann Riegger, Anton Brunner und Emil Fürst (am Rathausplatz), von Wilhelm Werne, Julius Heer, Anton Frei, Karl Schreiber, Peter Rombach, Ernst Ritter, Karl Wölfle und Emil Fürst (in der Demetriusstraße), von Alois Fritsche, Anton Kuster, Martin Mayer, Karl Diesberger, Andreas Maier, Heinrich Thoma und Katharina Mäder (in der Ringstraße) sowie von Leopold Geisinger und Julius Zürcher (in der Alenbergstraße). Insgesamt brannten 36 Anwesen ab und mehr als 200 Menschen wurden obdachlos.

Im Bildhintergrund ist der Bahnhof und das Sägewerk Benz sowie die Häuser der Rötenbacher Straße zu erkennen. Der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) ist noch nicht gebaut.

Standort des Fotografen: 47°53’06.5″N 8°20’42.3″E

Narrengruppe vor dem Gasthaus »Adler«, Fasnacht 1928

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Diese Narren lassen es sich nicht nehmen und ziehen verkleidet durch das Städtchen, obwohl 1928 offiziell gar keine Fasnacht stattfindet. Man hatte keine rechte Lust und keine zündenden Ideen, so dass sie einfach ausfällt. Inakzeptabel für die Narren auf dem Foto. Sie haben Lust und sie haben Ideen.

In weiße Kittel gekleidet, mit weißen Zipfelmützen auf dem Kopf, die Gesichter mit Mehl weiß gepudert, wie beim »Hemdglunkerumzug« üblich, stehen sie vor dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Sie haben sich Holzbottiche um den Hals gehängt, die sich wunderbar als Trommeln eignen, wenn man mit Stöcken auf sie schlägt.

V.l.n.r.: »Ochsen«-Wirt Alfred Köpfler, Gipsermeister Franz Schweizer (1899-1971), »Adler«-Wirt Fritz Seilnacht (1901-1987), Malermeister Karl Schmid (1878-1955), Zimmermeister Eugen Fehrenbach, »Linden«-Wirt Ernst Meßmer, Weinhändler Paul Benitz (1899-1979)

Standort des Fotografen: 47.883581, 8.343780

Gaststube im Gasthaus »Adler«, ca. 1960-1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Charlotte Smidt zur Verfügung.

Die Gaststube im »Adler« (Untere Hauptstr. 2) befindet sich seit altersher im ersten Obergeschoss. Im hintersten Winkel steht dieser runde Tisch, mit Tischecke, frischen Blumen und einem Aschenbecher, denn natürlich darf im Lokal geraucht werden. Die Eckback und der Stuhl laden zum Hinsitzen ein. Das Fenster führt auf die Untere Hauptstraße hinaus. Von der Kassettendecke hängt eine weiße Lampe hinab.

Standort des Fotografen: 47.883578, 8.343649

Blick vom Mailänder Tor in die Untere Hauptstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Aus dem Torbogen des Mailänder Tores fällt der Blick auf den unteren Rathausplatz und die Untere Hauptstraße entlang in Richtung katholischer Pfarrkirche St. Michael. Weitgehend unverändert ist der Straßenzug bis heute geblieben, die Bausubstanz bliebt erhalten, da keines der Gebäude in der Zwischenzeit abgebrannt ist oder abgerissen wurde. Aber modernisiert und umgebaut wurden die meisten Häuser doch seitdem.

Über den Rathausplatz schlendern zwei Frauen, vorbei am 1954 neu geschaffenen Demetriusbrunnen. Ansonsten ist kein Mensch zu sehen. Die Straßen wirken wie ausgestorben. Es scheint Sonntag zu sein, denn alle Ladengeschäfte sind geschlossen und die Rolläden herunter gelassen. Obwohl die B31 mitten durch das Städtchen führt, gibt es im Augenblick auch keinen Durchgangsverkehr.

Auf der linken Straßenseite ist das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 6) zu sehen. Daran schließen sich das Haus des Kaufmanns Franz Xaver Geiger (Untere Hauptstr. 1), das Haus des Metzgermeisters Fritz Seilnacht (Untere Hauptstr. 3), das Haus von Uhrmachermeister Wilhelm Maier (Untere Hauptstr. 5) und schließlich das Kaufhaus von Alfred Zimmermann (Untere Hauptstr. 7) an. Am Ende der Straße ist das Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) zu sehen, das vor den 1930er Jahren noch Gasthaus »Lamm« hieß.

Auf der rechten Straßenseite steht ein weiteres traditionsreiches Wirtshaus, der »Adler« (Untere Hauptstr. 2), erkennbar an seinem schmiedeeisernen Wirtshausschild. Während sich die Gaststube im ersten Obergeschoss befindet, ist im Erdgeschoss seit Kurzem eine Filiale der Sparkasse untergebracht.

Standort des Fotografen: 47.883954, 8.343705

2 Fotos: Unterer Rathausplatz mit Kriegerdenkmal, ca. 1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurde 1894 auf dem unteren Rathausplatz aufgestellt. Seitdem wurde die Fläche um das Denkmal mehrfach umgestaltet. Ursprünglich war es durch ein schmuckes Eisengitter und vier Koniferen eingefasst. Das Gitter verschwand im Zweiten Weltkrieg, da es für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen wurde. Die Nationalsozialisten legten stattdessen einen Ehrenhain um das Denkmal an.

In der Nachkriegszeit fristet die Fläche ein trauriges Dasein. Eingehegt von einem Maschendrahtzahn, wächst Unkraut, drumherum ist nur Schotter und Asphalt. Erst in den 1960er Jahren, als die Stadtwaage vom Rathausplatz in die Rötengasse verlegt wird, verschwindet der Zaun und die Fläche wird aufgewertet. Rasen wird gesät und Blumenrabatte angelegt.

Im Hintergrund ist das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 6) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu sehen. In dessen Erdgeschoss befindet sich eine Filiale der »Sparkasse Neustadt«. Autos parken den Rathausplatz zu. Ganz rechts ist der 1954 neu geschaffene Demetriusbrunnen zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883814, 8.344056

NS-Aufmarsch in der Unteren Hauptstraße, ca. 1937

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Zwischen all den Hakenkreuzfahnen und der schwarz-weiß-roten Reichskriegsflagge, die in der Unteren Hauptstraße im Wind flattern, sticht ein Transparent ins Auge, das über die Straße gespannt ist. Es handelt sich dabei nicht um NS-Propaganda mit einer politischen Losung, sondern um ein Werbebanner der Tankstelle von Julius Limb: »Essolub« ist in großen Buchstaben darauf zu lesen und wirbt für ein bekannte Motoröl.

Derweil marschiert eine Kolonne des »Bund deutscher Mädel« (BdM) durch die Straße und passiert gerade das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Am »Adler« sind noch keine Fensterläden zu sehen, sie werden erst in der Nachkriegszeit angebracht. Im Hintergrund marschiert eine Musikkapelle heran. Am linken Bildrand ist ein Gendarmeriebeamter zu sehen.

An welchem nationalsozialistischen Feiertag das Foto aufgenommen wird, ist unbekannt. Die Passanten, die am Straßenrand stehen, tragen warme Mäntel und Mützen. Die Straße ist nass vom Regen. Denkbar wäre daher der »Heldengedenktag«, der im Februar/März begangen wurde, oder der »Gedenktag für die Bewegung«, an dem alljährlich am 9. November des gescheiterten Hitler-Putsches von 1923 gedacht wurde.

Standort des Fotografen: 47.883726, 8.343856

Blick vom unteren Rathausplatz in die Untere Hauptstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Blick fällt vom unteren Rathausplatz in die Untere Hauptstraße. Im Mittelpunkt steht der »Adler« (Untere Hauptstr. 2), der seit Generationen als Gasthaus betrieben wird und in dessen Erdgeschoss seit kurzem eine Filiale der »Sparkasse Neustadt« eingerichtet ist. Neu sind die Holzläden an den Fenstern im ersten und zweiten Obergeschoss, die auf früheren Ansichten noch nicht angebracht waren. Rechts hinter dem Gasthaus ist die ehemalige »Adler«-Scheune (Demetriusstr. 17) zu sehen. Das bislang holzverschindelte Dach ist erst kürzlich mit Ziegelsteinen eingedeckt worden.

Auf dem Rathausplatz sticht der 1954 neu geschaffene Demetriusbrunnen ins Auge. Daneben parkt ein VW Käfer. Das Straßenschild, das die Richtung nach Freiburg und Donaueschingen zeigt sowie den Weg zum Waldbad weist, signalisiert, dass Löffingen verkehrsgünstig gelegen ist.

Der Blick wandert dann die Untere Hauptstraße hinunter, vorbei am Haus Limb (Untere Hauptstr. 4), vor dem sich eine »Esso«-Tankstelle befindet, und an der Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6), vor der eine Markise herausgerollt ist. Der Blick fängt sich schließlich beim »alten Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) und dem Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29).

Standort des Fotografen: 47.883905, 8.343917

2 Fotos: Narrengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht ca. 1934

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Hermann Egle sowie Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Ein Automobil kommt die Untere Hauptstraße entlang gefahren. Es parkt auf dem unteren Rathausplatz. Im Hintergrund sind die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6), das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) sowie die ehemalige »Adler«-Scheune (Demetriusstr. 16-17) zu erkennen. Am rechten Bildrand ist der (alte) Demetriusbrunnen zu sehen, der beim Bombenangriff 1945 zerstört wird.

In dem Automobil sitzen mehrere Narren. Sie werden von Neugierigen umringt. An die Beifahrertür ist ein Flugblatt geklebt. Ein Mann mit Zylinder erhebt sich und verliest eine Bekanntmachtung. Möglicherweise ist er der »Zirkusdirektor«, denn das Fasnachtsmotto 1934 lautet »Internationaler Zirkus«. Kündigt er an, dass der Zirkus in das Städtchen kommt und welche Darbietungen es geben wird?

Standort des Fotografen: 47.883794, 8.343753

Schneeberge auf dem unteren Rathausplatz, 2008

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Fast könnte man meinen, das Städtchen sei von der Außenwelt abgeschnitten, wenn man die Schneeberge betrachtet, die sich auf dem unteren Rathausplatz in die Höhe türmen. Aber keine Sorge, die Straße wird noch freigeräumt und der Schnee nach und nach abtransportiert.

Bald geht es dem Winter ohnehin an den Kragen. Die Fasnachtsbändel, die in der Unteren Hauptstraße gespannt sind, künden schon von der fünften Jahreszeit. Und in der wird der Winter bekanntlich ausgetrieben.

Standort des Fotografen: 47.883798, 8.343915