Fronleichnamsprozession in der Unteren Hauptstraße mit Bombenkrater, 1946

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.

Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Aber die Kriegsschäden sind auch noch ein Jahr später im Städtchen sichtbar. Auf dem unteren Rathausplatz klafft ein großer Bombentrichter. Ein Volltreffer im Frühjahr 1945 hatte den (alten) Demetriusbrunnen zerstört und Teile der Bachüberdeckung aufgerissen. Inzwischen ist wieder Normalität eingekehrt. Die Fronleichnamsprozession zieht durch die Untere Hauptstraße in Richtung Maienland. Vom Mailänder Tor aus hat der Fotograf einen guten Blick auf die Gläubigen der katholischen Pfarrgemeinde, die vorüber ziehen.

Standort des Fotografen: 47.883960, 8.343670

Blick auf den unteren Rathausplatz und in die Untere Hauptstraße, ca. 1950

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Aus dem Torbogen des Mailänder Tores fällt der Blick auf den unteren Rathausplatz und in die Untere Hauptstraße. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das Haus Siefert (Rathausplatz 6), in dem sich eine »Gottlieb«-Filiale befindet. Links und rechts vom Ladeneingang werden Waren dargeboten. Vor dem Laden stehen ein paar Leute, die einkaufen gehen und ein Schwätzchen halten. Mitten auf der Kreuzung steht ein Junge mit seinem Fahrrad, was die Straßenszene zusätzlich belebt.  In den Himmel ragt die Tanne vor dem Haus Siefert, aber auch der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael.  Da der Demetriusbrunnen auf dem Foto fehlt, muss das Foto in der Nachkriegszeit entstanden sein, bevor 1954 der neue Brunnen errichtet wurde.

Standort des Fotografen: 47.883990, 8.343660

Hochzeitszug des Ehepaares Konhäuser in der Unteren Hauptstraße, 2. Mai 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung. 

Die Modistin Rosel Egle (1917-2014) und Willi Konhäuser (1920-?) aus Amorbach im Odenwald wurden soeben in der katholischen Pfarrkirche St. Michael von Stadtpfarrer Karl Weickhard getraut. Zusammen mit den Hochzeitsgästen ziehen Braut und Bräutigam durch das Städtchen zur Hochzeitsfeier, die im Elternhaus der Braut in der Demetriusstraße stattfinden wird.

Schaulustige säumen die Untere Hauptstraße, darunter viele Kinder. Manches Mädchen träumt bestimmt insgeheim schon von einer Hochzeit in weiß. Gleichzeitig spekulieren die Kinder darauf, dass ihnen die Konhäusers vielleicht ein paar Münzen zuwerfen werden. Im Hintergrund sind das »Warengeschäft« von Franz X. Geiger, die Metzgerei von Friedrich Seilnacht, das Uhrengeschäft von Wilhelm Maier und das »Kaufhaus zum Kasten« von Alfred Zimmermann zu sehen.  Am Ende der Straße steht das Gasthaus »zur Sonne« (Kirchstr. 29).

Standort des Fotografen: 47.883494, 8.343854

Fronleichnamsschmuck am Haus Maier in der Unteren Haupstraße, ca. 1930

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Emilie und Heinz Albrecht zur Verfügung.

Das Schaufenster von Uhrmachermeister Wilhelm Maier (1889-1954) in der Unteren Hauptstraße ist für Fronleichnam aufwändig geschmückt. Ein Kruzifix ist aufgebaut, darunter befindet sich eine Kugel aus Reisig, auf der ein Spruchband angebracht ist. Es verkündet: »Christus, Herr der neuen Zeit«. In das Straßenpflaster sind Maien gesteckt, die das deokrierte Schaufenster einrahmen.

Wilhelm Maier gehörte dem katholischen Stiftungsrat an. Er war auch einer der vier »Himmelträger«, die bei der Fronleichnamsprozession den Stoffbaldachin für den Pfarrer trugen.

Standort des Fotografen: 47.883287, 8.343867

Metzgerei Bank, Oktober 2009

Sammlung Familie Waßmer

Während das tradtionsreiche Uhrmachergeschäft Maier (später Lorang) seit einigen Jahren zu existieren aufgehört hat und der Laden seitdem leer steht, wurde die Metzgerei Bank im Nachbarhaus bis in die jüngste Gegenwart weiterbetrieben. Seit 1963 waren der Metzgermeister Karl Bank und seine Ehefrau Hermine geb. Eckert die Eigentümer. Nach dem frühen Tod ihres Mannes stand Hermine Bank (1929-2017) bis ins hohe Alter in ihrem Laden und verkaufte Fleisch- und Wurstwaren.

Standort des Fotografen: 47.883289, 8.343764

Hochzeitspaar vor der Metzgerei Seilnacht, Februar 1940

Sammlung Familie Waßmer

Auch in Kriegszeiten wird geheiratet. Vor dem Haus der Metzgere Seilnacht (Untere Hauptstr. 3) stehen Braut und Bräutigam und weitere Personen. Mehrere Männer tragen Wehrmachtsuniformen.

Das Nachbarhaus (Untere Hauptstr. 5) gehört dem Uhrmachermeister Wilhelm Maier. Darin befindet sich nicht nur sein Uhrengeschäft, sondern auch eine »Annahmestelle der Bezirkssparkasse Neustadt i. Schw.«, wie auf dem Emailleschild neben der Haustür zu lesen ist.

Wie heißt das Brautpaar? Wann genau fand die Hochzeit statt?

Standort des Fotografen: 47.883344, 8.343860

Uhrmachermeister Wilhelm Maier vor seinem Geschäft, ca. 1930-1940

In einem weißem Arbeitskittel steht der Optiker und Uhrmachermeister Wilhelm Maier vor seiner Ladentür, über der die Hausnummer 14 prangt. Maier wurde 1889 in Rötenbach geboren und betrieb seit 1919 seinen Laden in der Unteren Hauptstraße (heute Nr. 5). Ein liebevoll gestaltetes Reklameschild zeigt zwei Reisende, die mit einem Koffer zum Bahnhof eilen. Es weist darauf hin, dass das Geschäft neben Uhren und Schmuck auch »Reiseandenken« im Angebot hatte. Die Kunden kamen aber noch aus einem weiteren Grund zu Maiers: Auf dem Emailleschild links vom Eingang ist zu lesen, dass sich in den Geschäftsräumen auch eine »Annahmestelle der Bezirkssparkasse Neustadt/Schw.« befand. Im Nachbarhaus betrieb Friedrich Seilnacht seine Metzgerei und Wursterei.

Standort des Fotografen: 47.883303, 8.343788

Uhrengeschäft W. Maier, ca. 1976

Stadtarchiv

So präsentierte sich das Uhrengeschäft W. Maier viele Jahrzehnte lang. Seit dem Umbau 1962 befand sich im Erdgeschoss eine breite Schaufensterfront. Auf der Markise darüber wurde das Warensortiment angepriesen: »Uhren – Schmuck – WMF Erzeugnisse – Kuckuckuhren – Reiseandenken – Kunstgewerbe«.  Emilie Albrecht geb. Maier und ihr Ehemann Heinz betrieben bis zu ihrem Ruhestand das seit 1919 existierende Geschäft.

Standort des Fotografen: 47.883318, 8.343797

Umbau der Geschäftsräume im Haus Maier, 1959

Nach dem Tod von Uhrmachermeister Wilhelm Maier 1954 führte zunächst dessen Witwe Luise Maier geb. Manock das Geschäft weiter. 1959 wurden die Geschäftsräume modernisiert und breite Schaufenster in die Fassade gebrochen, um die Uhren und den Schmuck der Kundschaft zeitgemäß präsentieren zu können. Ab 1962 führte die Maier-Tochter Emilie zusammen mit ihrem Ehemann Heinz Albrecht den Familienbetrieb weiter.

Standort des Fotografen: 47.883318, 8.343797

Demetriusstraße hinter dem Gasthaus »Adler«, 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Die Demetriusstraße verengt sich hinter dem Gasthaus »Adler«. Vom Gasthaus führt ein Übergang hinüber zu der ehemaligen Tanzlaube und zu den Stallungen, links im Bild. Im rechten Teil des Bildes sieht man die Rückansicht der Bäckerei Straub. In der Enge der Altstadt musste auch der kleinste Platz als Lagermöglichkeit genutzt werden. Auch ein Misthaufen hatte seinen Platz zu finden.

Standort des Fotografen: 47.883402, 8.343482

Giebelwand der Bäckerei Straub, ca. 1940

Am Giebel der Bäckerei Straub sind die Spalierbäume zu stattlicher Größe herangewachsen. Vor dem Haus erstreckt sich ein geräumiger Garten, der mit einem hell gestrichenen Lattenzaun umschlossen ist. Auf dem Platz davor steht ein Heuwender mit zwei Deichselhölzern, damit ein Tier eingespannt werden kann. Eine Frau sitzt mit zwei kleinen Kindern vor dem Zaun auf dem dort lagernden Holz.

Standort des Fotografen: 47.883215, 8.343615