Lastwagen auf dem Rathausplatz, Fronleichnam 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Agfa PHOTO«, steht in Großbuchstaben am Haus Rebholz (Rathausplatz 8). Darin befindet sich die Druckerei und das Schreibwarengeschäft von Albert Rebholz. Die Jalousie am Schaufenster ist heruntergelassen, denn heute bleibt das Geschäft geschlossen. Es ist Fronleichnam. Anlässlich des Feiertages ist die Fassade des Hauses mit Girlanden geschmückt.

Vor dem Haus parkt ein riesiger Lastwagen der Berliner Firma Wilken. Immerhin blockert er den Gläubigen nicht den Weg, denn die Fronleichnamsprozession führt nicht durch diese Straße. Vor dem Haus Siefert (Rathausplatz 6) ragt ein Nadelbaum in die Höhe. Am rechten Bildrand ist der Demetriusbrunnen zu erkennen, und dahinter die Metzgerei Werne (Demetriusstr. 15), die mit einer Fahne geschmückt ist.

Standort des Fotografen: 47.883724, 8.344396

Blick auf den unteren Rathausplatz, Fronleichnam 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Balkon des Hauses Rebholz (Rathausplatz 8) wird dieses Foto aufgenommen. Es ist Fronleichnam. Die Häuser im Städtchen sind festlich mit Tannenzweigen, Girlanden und Fahnen geschmückt. Links neben dem Demetriusbrunnen sind einige Maien gesteckt, vielleicht um die dort parkenden Autos zu verdecken. Eine Personengruppe steht neben dem kleinen Gärtchen vor dem Haus Siefert (Rathausplatz 6) und unterhält sich. Daneben parkt ein riesiger Lastwagen der Berliner Firma Wilken. Er ist bereits entladen. Werbung für »Eternit« ist am Anhänger angebracht, ein versteckter Hinweis darauf, was er vielleicht geladen hatte.

Standort des Fotografen: 47.883648, 8.344273

Fronleichnamsprozession in der Unteren Hauptstraße mit Bombenkrater, 1946

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.

Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Aber die Kriegsschäden sind auch noch ein Jahr später im Städtchen sichtbar. Auf dem unteren Rathausplatz klafft ein großer Bombentrichter. Ein Volltreffer im Frühjahr 1945 hatte den (alten) Demetriusbrunnen zerstört und Teile der Bachüberdeckung aufgerissen. Inzwischen ist wieder Normalität eingekehrt. Die Fronleichnamsprozession zieht durch die Untere Hauptstraße in Richtung Maienland. Vom Mailänder Tor aus hat der Fotograf einen guten Blick auf die Gläubigen der katholischen Pfarrgemeinde, die vorüber ziehen.

Standort des Fotografen: 47.883960, 8.343670

Blick auf den unteren Rathausplatz und in die Untere Hauptstraße, ca. 1950

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Aus dem Torbogen des Mailänder Tores fällt der Blick auf den unteren Rathausplatz und in die Untere Hauptstraße. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das Haus Siefert (Rathausplatz 6), in dem sich eine »Gottlieb«-Filiale befindet. Links und rechts vom Ladeneingang werden Waren dargeboten. Vor dem Laden stehen ein paar Leute, die einkaufen gehen und ein Schwätzchen halten. Mitten auf der Kreuzung steht ein Junge mit seinem Fahrrad, was die Straßenszene zusätzlich belebt.  In den Himmel ragt die Tanne vor dem Haus Siefert, aber auch der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael.  Da der Demetriusbrunnen auf dem Foto fehlt, muss das Foto in der Nachkriegszeit entstanden sein, bevor 1954 der neue Brunnen errichtet wurde.

Standort des Fotografen: 47.883990, 8.343660

2 Fotos: Weibliche Narrenpolizei auf dem unteren Rathausplatz, 1951

Dieses Fotos stellte uns dankenswerterweise Beatrix Russo zur Verfügung.

Vor dem Haus Siefert (Rathausplatz 6) marschiert die weibliche Narrenpolizei vorbei. Vornweg laufen zwei Kinder, ein Clown und ein kleiner Scheich. Die weibliche Narrenpolizei wurde 1937 ins Leben gerufen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde keine Fasnacht veranstaltet, erst 1948 gibt es wieder eine »fünfte Jahreszeit«. Die Kommandantin Liesel Schmid (verh. Wider) führt das Kommando.

Wer weiß, wie die jungen Polizistinnen heißen?

V.l.n.r.: Kommandantin Marie Luise (Liesel) Schmid (verh. Wider ), ???, ???, Genofeva Adrion (verh. Kinast), ???.

Im Haus Siefert im Bildhintergrund befindet sich nicht nur die Kohlehandlung von Wilhelm Siefert, sondern auch ein Modegeschäft seiner Ehefrau Anna Siefert geb. Guth sowie eine »Gottlieb«-Filiale. Vor dem Haus ist ein Gärtchen mit einer großen Tanne, die das Gebäude überragt.

Standort des Fotografen: 47.883746, 8.343869

Festumzug beim Gausängerfest auf dem unteren Rathausplatz, 1927

Sammlung Familie Waßmer

»Willkommen am  Gau-Fest des Schwarzwaldgau-Sängerbundes«, lautet am 30. Juli 1927 die Überschrift der in Neustadt herausgegebenen Lokalzeitung »Echo vom Hochfirst«. Und weiter: »Löffingen, das Kleinod der Baar, steht geschmückt wie eine in Jugendfrische strahlende Braut und entbietet den Tausenden von Sängern und Sangesfreunden herzlichsten Willkomm! In einem vielfarbigen Schmuck von Blumen, Kränzen und Fahnen prangend, huldigt Löffingen dem deutschen Liede, huldigt allen jenen, die zum Gaufest des Schwarzwaldgausängerbundes pilgern werden, um in stolzen Chören die Schönheiten des deutschen Liedes zu preisen.«

Auf dem Foto, das aus dem Mailänder Tor heraus aufgenommen ist, ist ein Zug von Sängern zu sehen, die, vielleicht vom Bahnhof kommend, über den unteren Rathausplatz in Richtung Festhalle marschieren. Vornweg wird die Vereinsfahne getragen. Die Häuser am Rathausplatz sind allesamt geschmückt. Neben dem Kriegerdenkmal, das noch von einem schmiedeeisernen Gitter eingefasst wird, flattert die badische Fahne. Zwischen Denkmal und Rathaus ist die Gemeindewaage zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883952, 8.343692

3 Fotos: Fasnachtsumzug auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1960-1965

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Regina und Rudi van den Heuvel zur Verfügung.

Der Rosenmontagsumzug bewegt sich durch das Städtchen. Von einem Fenster in der Demetriusstraße lässt sich aus erhöhter Perspektive das närrische Treiben verfolgen. Der Blick fällt auf das schräg gegenüberliegende Eckhaus mit dem Geschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 6). Es sieht so aus, als ob der Laden zur Zeit leer steht. Die Fichte, die Jahrzehntelang vor dem Haus wuchs, ist aus dem Stadtbild verschwunden. Das Nachbarhaus Guth (Rathausplatz 7) ist modernisiert, ein großes Schaufenster erstreckt sich über das gesamte Erdgeschoss. Das Haus von Buchbinder Albert Rebholz (Rathausplatz 8) wird gerade umgebaut.

Doch dem Fotografen geht es nicht um die Häuser im Hintergrund, sondern vielmehr um den Fasnachtsumzug. Die Stadtmusik marschiert zu den Klängen des Narrenmarsches durch das Städtchen, gefolgt von den Hexen, die ihren Hexenwagen mit der großen Hexe mitführen. Ein »Cirkus«-Wagen fährt über den Rathausplatz. Mit sicherem Abstand lässt sich vom Fenster aus das Treiben unten auf der Straße beobachten, ohne dass man fürchten muss, dass gleich die Hexen zu einem kommen und ihr Unwesen treiben.

Standort des Fotografen: 47.883816, 8.343615

Blick auf den unteren Rathausplatz und das Haus Siefert, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns  dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Es nieselt. Der Rathausplatz und die Untere Hauptstraße sind nass. Ein Paar spaziert um die Ecke und sucht unter einem aufgespannten Regenschirm Schutz gegen den Nieselregen. Vor dem Eingang zum »Gottlieb« im Haus Siefert (Rathausplatz 6) stehen mehrere Passanten und unterhalten sich. Ein Fahrradfahrer radelt herbei, Autos fahren vorüber bzw. sind am Straßenrand geparkt.

Aus einer ungewöhnlichen Perspektive nimmt der Fotograf dieses Bild auf. Vermutlich steht er in einem oberen Stockwerk des Hauses Fuß (Rathausplatz 5), denn nur von dort hat man diesen Blick auf das gegenüberliegende Haus Siefert und das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Der Adler, der auf der Spitze des Denkmals thront, ist am unteren Bildrand zu sehen.

Das 1909 erbaute Haus Siefert verfügt noch über ein kleines Gärtchen, das mit einem weißen Holzzaun eingefasst ist. Darin steht eine mächtige Fichte, die das Dach überragt. Im Hintergrund ist in der Unteren Hauptstraße das Friseurgeschäft Limb mit angeschlossener »Esso«-Tankstelle sowie die Bäckerei Straub zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883765, 8.344236

Festumzug anlässlich des Kreisfeuerwehrfestes, 6./7. Juni 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Vier Zwerge mit Zipfelmütze und rauschendem Bart tragen ein Schild, auf dem »Die Feuerwehr als Beschützerin der Heimat« geschrieben steht. Dahinter schließt sich der Festumzug mit der Musikkapelle an. Im Hintergrund sind die geschmückten Häuser der Unteren Hauptstraße mit dem Haus Geiger (Untere Hauptstr. 1) und dem Gasthaus »zum Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu erkennen.

Das Bild entstand anlässlich des Kreisfeuerwehrfestes, das im Juni 1953 in Löffingen veranstaltet wurde. Gleichzeitig feierte man das 90. Gründungsjubiläum der Löffinger Wehr.

Standort des Fotografen: 47.883741, 8.343743

Fenster des Ladengeschäftes »Gottlieb«, 1936

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Das Schaufenster der »Gottlieb«-Filiale am Rathausplatz ist anlässlich des Firmenjubiläums dekoriert. »65 Jahre gute Ware 1871-1936 Gottlieb« ist auf dem runden Schild zu lesen. Weinflaschen und ein Weinfass werden im Schaufenster präsentiert. Darunter ist der Schriftzug »Trinkt deutschen Wein« auf die Scheibe geschrieben. Der Slogan wird seit den 1920er Jahren bei Werbekampagnen verwendet.

1871 war der erste »Gottlieb«-Laden in Saarbrücken durch den Drechsler Ludwig Gottlieb gegründet worden. In den Folgejahren eröffnete er unter Beteiligung seiner Söhne und seines Schwiegersohns weitere Lebensmittelgeschäfte. Vor dem Ersten Weltkrieg verfügte das Unternehmen L. Gottlieb bereits über 300 Filialen. Die Löffinger Filiale befand sich im Haus von Kaufmann Paul Guth.

Standort des Fotografen: 47.883599, 8.343932

Haus Siefert mit Ladengeschäft »Gottlieb« auf dem unteren Rathausplatz, 1936

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Die Jugendstilelemente sind deutlich am Wohn- und Geschäftshaus Rathausplatz 6 zu erkennen. Erbaut wurde es 1911 nach Plänen des Architekten Fr. Kopp. Bauherr war der Apotheker Otto Buisson (1868-?). Als er 1920 nach Pforzheim zog, um dort die »Adler-Apotheke« zu betreiben, verkaufte er das Gebäude an den Kaufmann Paul Guth (1881-1924). Guth starb 1924 im Alter von nur 43 Jahren. Seine Witwe Maria Guth geb. Sibold (1886-?) übernahm das Geschäft und übergab es schließlich an ihrer Tochter Anna (1903-?) und deren Ehemann Wilhelm Siefert (?-?).

Im Erdgeschoss befindet sich eine Filiale der Lebensmittelkette »L. Gottlieb«. Anna Siefert führt außerdem ein kleines Modegeschäft. In einer Glasvitrine neben dem Eingang sind Hüte ausgestellt. Ihr Ehemann Wilhelm Siefert besitzt eine Kohlenhandlung und vertreibt Kohle, Koks und Briketts. Außerdem betreibt er eine »Aral«-Tankstelle, die verkehrsgünstig an der Landstraße liegt, die durch das Städtchen führt. Die Zapfsäule steht unmittelbar neben dem kleinen Gärtchen mit der hochaufragenden Tanne.

Standort des Fotografen: 47.883797, 8.343835

Unterer Rathausplatz mit viel Schnee, März 1931

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

In eine Märchenlandschaft hat sich das Städtchen verwandelt. Hoch liegt der Schnee, und das im März! Der untere Rathausplatz ist komplett zugeschneit. Die Dächer der Häuser sind weiß. Auf den Ästen und Zweigen der Bäume, aber auch auf dem Demetriusbrunnen und dem Kriegerdenkmal liegt die weiße Pracht. Malerisch schön wirkt der Staffelgiebel des früheren Gasthauses »zur Sonne« im Hintergrund, dessen Stufen von einer feinen Schneeschicht gekrönt sind.

Standort des Fotografen: 47.883747, 8.343670