

Fotograf: Carl Gehl, Neustadt | Diese Fotos stellte dankenswerterweise Dieter Vierlinger zur Verfügung.
Dichter Rauch steigt aus dem Kohlenmeiler auf und zieht zwischen den Tannen hindurch. Auf dem mit Erde und Rasensoden abgedeckten Meiler steht Konrad Nägele (1885-1960) und überwacht den Brand. Eine Leiter führt hinauf auf den mächtigen Hügel. Das Holz im Innern darf nicht offen verbrennen, sondern muss langsam und unter möglichst geringer Luftzufuhr verkohlen. Immer wieder muss der Köhler deshalb kontrollieren, ob der Meiler gleichmäßig glimmt und gegebenenfalls Öffnungen regulieren.
In der Luft liegt der schwere, beißende Geruch von Rauch, glimmendem Holz und frischer Holzkohle. Der Rauch setzt sich in Kleidung und Haaren fest. Dazu kommen die Hitze des Meilers und das Knacken des Holzes im Innern. Für Konrad Nägele ist dies Arbeitsalltag. Die Familie betreibt das Köhlerhandwerk bereits seit mehreren Generationen und ist deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Konrad Nägele gilt als letzter Köhler der Familie.
Einen auffälligen Kontrast zur rußigen Arbeit bilden die drei Frauen, die sich für den Fotografen vor dem Meiler aufgestellt haben. Sie tragen keine Arbeitskleidung, sondern lange, elegante dunkle Kleider und wirken für den Besuch im Wald regelrecht herausgeputzt. Offenbar ist der brennende Meiler selbst eine Sehenswürdigkeit, die man sich anschaut und bei der man sich fotografieren lässt.
Im Hintergrund steht ein Pferdefuhrwerk, das für die schwere Arbeit im Wald unverzichtbar ist. Damit werden Holz und Arbeitsgerät herangeschafft und später die fertige Holzkohle abtransportiert.
Standort des Fotografen: 47.909612, 8.323702















