Pferdewagen vor dem Gasthaus Fritsche in der Oberen Hauptstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Der Pferdewagen steht am »scharfen Eck« neben dem Scheunentor vom Haus Fritsche (Obere Hauptstr. 4). Auf einem Schild, das an dem Karren befestigt ist, steht geschrieben: »Josef Fritsche Löffingen«. Der Gast- und Landwirt Josef Fritsche (1891-1939) ist zu diesem Zeitpunkt (vermutlich) bereits tot. Seine Witwe Maria Fritsche (geb. Ganter, 1893-1965) führt die Gastwirtschaft und Landwirtschaft – zusammen mit ihren drei Kindern.

V.l.n.r: ???, ???, Maria Fehrenbach geb. Ganter (1920-1998), ???

Standort des Fotografen: 47.884443, 8.345648

Feuerwehrkommandant Josef Fritsche, ca. 1933-1939

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Von 1928 bis zu seinem Tod 1939 ist Josef Fritsche (1891-1939) der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. Auf dem Porträtfoto ist er in Uniform zu sehen. An seiner Schirmmütze ist ein Polizeiadler und eine Kokarde angebracht, was darauf hindeutet, dass das Foto in der NS-Zeit aufgenommen wird.

Josef Fritsche wurde am 10. Januar 1891 in Löffingen geboren. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat (Feldartillerie-Regiment 30) und kämpfte an der Front. Dabei zog er sich eine Gasvergiftung zu. Für seine militärischen Verdienste wurde er mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Nachdem er in die Heimat zurückgekehrt war, heiratete er 1921 Maria geb. Ganter (1893-1965), mit der er drei Kinder bekam.

Gemeinsam betreiben die Fritsches das Gasthaus der verstorbenen Schwiegereltern Heinrich und Franziska Ganter geb. Frey (Obere Hauptstr. 4). Außerdem führen sie eine Landwirtschaft. Nach schwerer Krankheit infolge seiner Kriegsverletzung stirbt Josef Fritsche am 2. Januar 1939 im Alter von 48 Jahren im Krankenhaus in Donaueschingen. Die Beerdigung findet auf dem Friedhof in Löffingen statt.

Sein Nachfolger als Feuerwehrkommandant wird Uhrmachermeister Wilhelm Maier (1896-1953).

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: 20-Jährige beim Narrenumzug, Fasnacht 1995

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Name »Daniel Düsentrieb« ist heute im deutschsprachigen Raum ein Synonym für den genialen, etwas schusseligen Erfinder. Bereits 1952 erblickte das vermenschlichte Huhn als Comicfigur das Licht der Welt. 43 Jahre später schlüpfen die 20-Jährigen beim Narrenumzug am »Fasnet Mändig« in seine Rolle. Schließlich lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht: »Talente, Erfinder, Tüftler und Patente«. Und da darf der berühmte Erfinder aus den Walt Disney Comics nicht fehlen, der seinen Einfallsreichtum immer wieder unter Beweis gestellt hat, auch wenn ihm dabei manches Missgeschick passiert.

Beim Gasthaus »Ganterbräu« posiert ein Teil der 20-Jährigen für den Fotografen, während der andere Teil mit dem Umzugswagen im Hintergrund folgt. Qualm steigt auf. Es bumst und kracht.

1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: Thomas Hofmeier, Isabell Meßmer, Sora Obalski, Ulla van den Heuvel, Stefan Fritsche, Kerstin Hasenfratz (verh. Beck), Monika Heizmann
2.Reihe, v.l.n.r.: ??? Koch, Rainer Ganter, Markus Mauthe (hockend), Marita Beha

Standort des Fotografen: 47.884355, 8.345392

3 Fotos: Närrische Frauengruppe im Gasthaus »Ganterbräu«, Fasnacht 1979

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die eigentliche »Wieberfasnet« findet traditionell im Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) statt. Aber diese Närrinnen haben ihr Domizil im Gasthaus »Ganterbräu« (Obere Hauptstr. 4) gefunden. Wenn also auch die Lokalität anders ist, so ist die Stimmung doch dieselbe und wie eh und je fröhlich ausgelassen.

Oberes Bild
V.l.n.r.: ??? (abgeschnitten), »Fritsche«-Wirtin Franziska Heiler, Margaretha Adrion (geb. Bierle, 1926-2021), Margret Senn (geb. Zepf, 1932-2021), Marta Adrion (geb. Fehrenbach, 1928-2019), Inge Maier, Mathilde Schmid (geb. Geisinger, 1926-1989), Olga Streit (geb. Fehrenbach)

Mittleres Bild
V.l.n.r.: Irmgard Gnädinger (verdeckt), Inge Sibold, ???, Jutta Knöpfle (?), Renate Meder, Heide Kromer, Ella Petelka

Unteres Bild
Elvira Fischer geb. Egle (1925-2020) und Lotte Ratzer (am Akkordeon)

Standort des Fotografen: 47.884377, 8.345562

Abbruch vom Haus Welte in der Kirchstraße, 1988

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im mittelalterlichen Altstadtring klafft eine große Lücke, sodass man von der Kirchstraße aus auf die Häuser der Oberen Hauptstraße blicken kann: In der Bildmitte ist die Rückseite vom Gasthaus »Ganterbräu« (Obere Hauptstr. 4) zu sehen. Durch den Abbruch vom Haus Welte (Kirchstr. 3) ist dieser Blick möglich geworden, der allerdings nicht von Dauer sein wird, da die Lücke im Stadtring bald mit einem Neubau bebaut werden wird.

Die Stadt hatte das abgebrochene Haus Welte 1982 nach langen Kaufverhandlungen erworben. Anfangs war noch eine Sanierung im Gespräch, doch 1987 erteilte die Denkmalschutzbehörde schließlich die Genehmigung zum Abbruch des spätmittelalterlichen Gebäudes. Die Bausubstanz war bereits sehr schlecht und eine Sanierung wäre daher sehr kostenintensiv geworden. Außerdem wären die geplanten neuen Funktionen des Gebäudes als Kultur- und Fremdenverkehrszentrum (KFZ) in dem alten Gemäuer nur mit großem Aufwand realisierbar gewesen.

1987 erfolgt der Abbruch. Dann wird auf dem 790 m² großen Grundstück ein Neubau errichtet. Als Reminiszenz an das »Obere Tor«, das einst nur wenige Meter entfernt stand, wird das Kultur- und Fremdenverkehrszentrum mit einem Turm erbaut. Nach zweijähriger Bauzeit wird es am 22. April 1989 eröffnet.

Standort des Fotografen: 47.883926, 8.345445

6 Fotos: Hexengruppe beim Narrenumzug, Fasnacht 1994

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

60 Jahre sind sie mittlerweile alt – und immer noch für jede Dummheit zu haben. Beim Narrenumzug am »Fasnet Mändig« bewegen sich die Hexen nicht zu Fuß durch das Städtchen. Nach sechs Jahrzehnten sind sie wohl etwas fußlahm geworden. Also bewegen sie sich auf alle erdenkliche Weise fort. Leiterwagen, Seifenkisten und selbstgebastelte Skateboards verwandeln sich in null Komma nichts in kleine Hexenwagen. Rasant geht es darauf vom »scharfen Eck« hinunter zum Rathausplatz. Eine Hexe »fliegt« sogar auf ihrem Besen – allerdings mit Rädern darunter…

Und weil das so viel Spaß macht, lassen sich die Hexen gleich nochmal nach oben ziehen, um ein zweites Mal ins Städtchen sausen zu können.

Standort des Fotografen: 47.884413, 8.345388

4 Fotos: Dirigent Willy Burger mit dem Kirchenchor im Gasthaus »Ganterbräu«, 1973

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Von 1967 bis 1993 ist Willy Burger (1928-2021) Dirigent des Kirchenchores der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael. 26 Jahre lang. Als Mitglied gehört er dem Kirchenchor sogar 48 Jahre an. Daneben ist er auch im Männergesangsverein Seppenhofen, seinem Geburtsort, aktiv, und im Kirchenchor der Pfarrgemeinde St. Fridolin in Reiselfingen. Musik ist seine große Leidenschaft.

Auf dieser Fotoserie sieht man Willy Burger als Dirigent in Aktion. Im Mittelpunkt steht aber eigentlich jemand anderes: Denn vermutlich feiert man geraden den 80. Geburtstag von Karl Hepting (1893-1979), der vor Willy Burger den Kirchenchor dirigierte. Geboren wurde er am 23. Oktober 1893. Man ist im Gasthaus »Ganterbräu« zusammengekommen und singt ein Ständchen, während der Jubilar gerührt zuhört.

V.l.n.r.: Schreinermeister Josef Guth, Hermann Wider (aus Seppenhofen, 1925-?), Willy Burger, Karl Hepting (ehemaliger Dirigent, 1893-?), Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), Josephina Saier (geb. Münzer, 1907-2006), Joseph Benitz (1928-2012)

Im Hintergrund ist die neueste technische Errungenschaft des Gasthauses »Ganterbräu« zu sehen: ein moderner Röhrenfernseher. Drei Sender gibt es zu dieser Zeit. Ausgestrahlt wird seit 1952 »Das Erste« (ARD) und seit 1963 das »Zweite Deutsche Fernsehen« (ZDF). Es folgt 1969 das dritte Fernsehprogramm »Südwest 3«. 

Standort des Fotografen: 47.884344, 8.345681

Klassentreffen des Jahrgangs 1905/06 im Gasthaus »Ganterbräu«, ca. 1985

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Im Gasthaus »Ganterbräu« sind die ehemaligen Klassenkamerad*innen des Geburtsjahrgangs 1905/06 zu einem Klassentreffen zusammengekommen. Von den 37 Kindern, die die Schulbank zusammen drückten, nehmen zehn am Klassentreffen teil. Erinnerungen an früher werden ausgetauscht, an ihren Lehrer Ferdinand Eggert (1851-1927), frühere Erziehungsmethoden, an verstorbene Klassenkamerad*innen, an Ausflüge und Lausbubstreiche.

1.Reihe, v.l.n.r.: Otto Schweizer (1906-1992), Karolina Vogelbacher (geb. Fehrenbach, 1906-1993), Rupert Hepting (1905-1990), Josefine Waibel, Mathilde Schmitt, Elise Göpper, Heiner (?) Thoma
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, Franz Zepf, Albert Benitz (1905-1996)

Standort des Fotografen: 47.884389, 8.345583

Klassentreffen des Jahrgangs 1927/28 im Gasthaus »Ganterbräu«, 1999

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Theo Walz zur Verfügung.

Bei ihrer Schulentlassung aus der Volksschule 1942 versammelten sich für ein Klassenfoto 26 Schülerinnen und Schüler mit ihrem Lehrer Eugen Katzenmayer. 57 Jahre später kommen beim Klassentreffen immerhin noch zehn Ehemalige zusammen.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: Elisabeth Müller (geb. Egle, 1927-2020), Lina Hörner (geb. Kirner), Irma Adrion (geb. Schmid, 1927-2019), Lore Sibold (geb. Hahn)

2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Theo Walz (1927-2015), Maria Benz, Eugen Mayer, Hildegard Münzer, Berthold Ganter, Otto Selb (1927-2021)

Man trifft sich im Gasthaus »Ganterbräu«, wie nicht nur an der Inneneinrichtung im Hintergrund zu erkennen ist, sondern auch an dem Schild »Turnerbund Löffingen«, das an der Wand hängt. Schließlich ist das »Ganterbräu« sein 1908 Vereinlokal des drei Jahre zuvor gegründeten Vereins.

Standort des Fotografen: 47.884365, 8.345616

5 Fotos: Hexen beim Narrenumzug am »Scharfen Eck«, Fasnacht 1995

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Hexengruppe hat sich vom diesjährigen Fasnachtsmotto inspirieren lassen: »Talente, Erfinder, Tüftler und Patente«. Der traditionelle Hexenwagen mit der großen Hexe bleibt in der Scheune stehen. Stattdessen bewegen sich die Hexen auf Fahrzeugen aller Art fort, auf dem Fahrrad, dem Schlitten, dem Tretroller, dem Motorrad und einem steinzeitlich anmutenden Gefährt.

Der Fotograf hat am »Scharfen Eck« Position bezogen und fängt hier ein, wie die Hexen rasant um die Ecke biegen.

Standort des Fotografen: 47.884438, 8.345433

Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Der Narrenumzug bewegt sich durch das Städtchen. Eine Schar uniformierter »Polizisten« oder »Soldaten« marschiert über den oberen Rathausplatz, vorbei an den Schaulustigen, die rechts und links der Umzugsstrecke stehen und allesamt nicht kostümiert sind.

Im Hintergrund sind der »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) und das Haus Vogt (Rathausplatz 13) zu sehen. Letzteres ist frisch renoviert. Der Blick fällt auch in die Obere Hauptstraße bis zum »Scharfen Eck«.

Das Foto wird in den frühen 1930er Jahren aufgenommen. Da 1931 und 1932 keine Fasnacht veranstaltet wird, scheint Fasnacht 1930 plausibel. Auch das Motto passt: »Generalmusterung und Besuch Seiner Majestät des Kaisers«.

Standort des Fotografen: 47.884129, 8.345066

3 Fotos: Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1926

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Lore Sibold zur Verfügung.

Der Narrenumzug ist in vollem Gange: Beiderseits der Hauptstraße stehen Schaulustige, um den bunten Zug zu sehen, der auf den oberen Rathausplatz einzieht. Auch auf der Freitreppe vor dem »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) drängen sich Menschen, um von dieser erhöhten Position alles sehen zu können. Eine Blaskapelle im Vordergrund schmettert gerade einen Marsch.

»Löffinger Vieh- und Krämermarkt im 17. Jahrhundert«, so lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Und wen wundert es da, dass der Narrenumzug von Marktbuden gesäumt ist? Schließlich diente der obere Rathausplatz traditionell als Marktplatz! Nicht alle Buden passen freilich ins 17. Jahrhundert. So steht vor dem Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) z. B. eine Bude, die auf einem Banner als »Spielhöhle Monte Carlo« bezeichnet wird. Eigentlich müsste es korrekt »Spielhölle« heißen, aber wen stört das schon an Fasnacht?

Das Foto wird von einem Fenster des Rathauses aufgenommen, dessen Erdgeschoss bis zur Jahrhundertwende auch als Markthalle diente.

Standort des Fotografen: 47.883930, 8.344500