Drei Männer im Wald, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Drei junge Männer stehen auf einem schmalen Waldweg und blicken ernst in die Kamera. Die Szene ist zweifelsohne inszeniert: Die Arme sind verschränkt, die Körperhaltung selbstbewusst, beinahe herausfordernd. Es ist, als wollten sie für einen Moment zeigen, wie sie sich selbst sehen – als entschlossene junge Männer.

Sie werden in der Natur aufgenommen, vielleicht im Wäldchen auf dem Alenberg, da man am Ende des Weges einen Hausgiebel zu erkennen meint. Der unebene Boden, das Gestrüpp und die dicht stehenden Nadelbäume bilden den Hintergrund. Umso stärker hebt sich die Kleidung der drei ab: Anzüge, saubere Hemden, Fliegen und Einstecktüchern. Besonders auffällig ist der Mann in der Mitte, der mit Weste und Taschenuhrkette fast geschniegelt wirkt.

V.l.n.r.: 1 Rupert Hepting (1905-1990), 2 ??? Straub, 3 Ernst Schilling (1903-1973)

Standort des Fotografen: ???

Narrengruppe im Gasthaus, Fasnacht ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Fasnacht im Gasthaus – und mittendrin diese kleine Runde, die es sich an einem Tisch in der Ecke gemütlich gemacht hat. Die Stimmung ist ausgelassen, man lacht, prostet sich zu und blödelt herum. Der Gastraum ist festlich geschmückt: Hinter der Gruppe hängen dichte, herabfallende Lamettafäden, die im Licht schimmern und dem Raum eine beinahe bühnenartige Kulisse verleihen. Dahinter verbirgt sich ein breites Fenster. Draußen herrscht noch Tageslicht.

Die Gruppe ist kaum kostümiert, nur ein Hut da und ein paar Accessoires dort. Einer der Männer beugt sich zu seiner Nachbarin und zündet ihr eine Zigarette an. Auf dem Tisch stehen Gläser und Flaschen – typische Begleiter des närrischen Treibens. Ein Schnappschuss aus dem Moment heraus.

V.l.n.r.: 1 Paula Veith (geb. Schweizer, 1934-2020), 2 Walter Obergfell (geb. 1936), 3 ???, 4 ???, 5 ???

Standort des Fotografen: ???

Rückseite von Benz-Villa in der Bonndorfer Straße, ca. 1925-1930

Stadtarchiv

Die Villa wurde in den 1920er Jahren vom Sägewerksbesitzer Josef Benz (1882-1932) erbaut. Es handelt sich um zwei nahezu identische Villen, die nebeneinander stehen. Zu sehen ist hier nicht die Straßenfront, sondern die Rückseite der Villa Bonndorfer Straße 8, die (später) dem Sohn Hans Benz (1914-1957) gehört.

Der Bau zeichnet sich durch ein breit gelagertes, leicht geschwungenes Walmdach aus, das dem Haus eine weiche, fast organische Form verleiht. Aus dem Dach treten mehrere Gauben mit steilen Giebeln hervor, die zusätzlichen Wohnraum im Dachgeschoss schaffen und die Dachfläche gliedern. Zwei helle Kamine durchstoßen die Dachfläche und setzen vertikale Akzente.

Die Fassade ist zweigeteilt: Während das Erdgeschoss hell verputzt ist, ist das Obergeschoss mit Holzschindeln verkleidet – ein Gestaltungselement, das auch die Nähe zur Holzindustrie widerspiegelt. Die regelmäßig angeordneten Fenster sind mit Klappläden versehen. Auffällig sind zudem zwei spitz zulaufende Fenster, die dem Bau einen leicht historisierenden Charakter verleiht.

Im Hintergrund ist das Schrankenwärterhaus an der Seppenhofer Straße zu erkennen. Die Bonndorfer Straße existiert zu diesem Zeitpunkt noch nicht; der Verkehr verläuft stattdessen über die Seppenhofer Straße in Richtung Seppenhofen.

Standort des Fotografen: 47.880013, 8.345410

2 Fotos: Kinder-Sketch bei Hochzeitsfeier, ca. 1958

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Ob in einem Gasthaus (im »Pilgerhof«?) oder im großen Wohnzimmer einer Privatwohnung – hier wird Hochzeit gefeiert. Die Gäste sitzen dicht beieinander an festlich gedeckten Tischen, während sich der Blick auf eine kleine »Bühne« richtet: Eine Gruppe von Kindern hat sich aufgestellt, leicht erhöht, damit alle sie gut sehen können.

Kinder, v.l.n.r.: 1 Cäcilia Rebholz (verh. Runge), 2 Walter Hauser (geb. 1951), 3 Rosmarie Hauser (verh. Mezger, geb. 1949), 4 Klemens Rebholz (geb. 1949)

Offenbar gehört der Auftritt zum Unterhaltungsprogramm des Abends. Die Kinder, vermutlich Nichten und Neffen des Brautpaares, führen einen kleinen Sketch auf. In ihren Armen halten sie Puppen, die sie wie echte Babys präsentieren. Die Szene ist unschwer zu deuten: augenzwinkernd wird auf den erhofften Nachwuchs des frisch vermählten Paares angespielt. Die Erwachsenen verfolgen das Geschehen aufmerksam und amüsiert – die Darbietung ist ein liebevoller Beitrag zur Feier.

Erwachsene, 1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Wilhelmine Rebholz (geb. Kaiser, 1880-1966), 5 ???

Im Hintergrund vor der Tür stehen u.a. Johanna Rebholz (geb. Ganter, 1913-2003), Rosa Hauser (geb. Rebholz, 1923-1999) und Marie Rebholz (1904-1984).

Standort des Fotografen: ???

Turnerbund beim Wandern im Mauchachtal, ca. 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine größere Gruppe hat sich am Rand einer Wiese versammelt, vermutlich im Mauchachtal in der Nähe der »Öle«. Für ein Gruppenfoto legt man einen kurzen Zwischenstopp ein: Man stellt sich zusammen, rückt ein wenig enger, einige setzen sich ins Gras, andere stützen sich auf ihre Wanderstöcke.

Die Mitglieder des Turnerbundes unternehmen einen gemeinsamen Ausflug. Solche Wanderungen gehören selbstverständlich zum Vereinsleben dazu – sie stärken nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch den Zusammenhalt.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Edmund Kaltenbrunner, 2 ???, 3 ???, 4 Hans Streit, 5 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Ernst Göhry, 10 Brunhilde Zepf, 11 Margarete Zepf (verh. Senn, 1932-2021), 12 Hilda Hepting (geb. Fehrenbach), 13 Ewald Hepting (1933-2010)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Anselm Zepf (1898-1989), 6 Hermann Jordan (geb. 1935), 7 ???, 8 ???

Standort des Fotografen: 47.896470, 8.349946

Frauengruppe mit Ewald Hepting, ca. 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine Gruppe von Frauen hat einen Ausflug ins Grüne unternommen. Am Rand einer Weide, vor dem dunklen Hintergrund des Waldes, stellen sie sich für ein gemeinsames Foto auf. Einige der Frauen haben sich untergehakt, man steht eng beieinander.

Mitten unter ihnen steht ein kleiner Junge: Ewald Hepting (1933-2010). Er ist gewissermaßen der »Hahn im Korb«. Seine Mutter Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) steht hinter ihm und legt ihm die Hand auf die Schulter. Aufmerksam blickt er in die Kamera. Vielleicht nicht ganz freiwillig Teil dieser Frauenrunde, so ganz ohne gleichaltrige Spielkameraden – und doch sichtbar in ihrer Mitte aufgehoben.

V.l.n.r.: 1 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), 2 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 3 Ewald Hepting (1933-2010), 4 ???, 5 ???, 6 Mathilde Keller (verh. Kranzer), 7 ???, 8 Elisabeth Obert (geb. Bader, 1909-1997), 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: ???

Albert und Katharina Jonner, ca. 1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Der Landwirt Albert Jonner (ca. 1873-1926) lässt sich zusammen mit seiner Ehefrau Katharina Jonner (geb. Thoma, 1875-1955) fotografieren. Die beiden stehen nebeneinander im Freien, ernst und aufrecht, wie es für solche Aufnahmen der Zeit typisch ist. Vermutlich ist das Foto in der Nähe ihres Anwesens am Alenberg entstanden.

Um 1905 heirateten Albert und Katharina Jonner und übernahmen das Elternhaus der Ehefrau (Alemannenstr. 1). Das landwirtschaftliche Anwesen wird beim Großbrand am 28. Juli 1921 zerstört, anschließend jedoch am selben Standort wieder aufgebaut. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das 1901 angelegte Wasserreservoir auf dem Alenberg – möglicherweise wird hier das Foto des Ehepaares aufgenommen.

Katharina Jonner wurde am 25. Oktober 1875 als Tochter des Maurers Albert Thoma und dessen Ehefrau Maria Thoma (geb. Gromann) in Löffingen geboren. Ihr Ehemann stirbt am 25. Mai 1926 im Alter von nur 53 Jahren. Katharina Jonner überlebt ihn um fast drei Jahrzehnte und stirbt am 16. Februar 1955.

Standort des Fotografen: 47.886368, 8.344709

Männergruppe bei einem Ausflug, ca. 1910

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine große Schar Männer hat sich vor einem Gebäude zu einem Gruppenfoto versammelt. In fünf Reihen liegen und stehen sie dicht beieinander, geschniegelt in Anzügen und mit Hüten – einheitlich im Auftreten und doch individuell in Haltung und Ausdruck. Einige rauchen, andere halten Spazierstöcke in den Händen. Ein Mann in der zweiten Reihe hat ein Buch aufgeschlagen, als wolle er dem Moment eine besondere Bedeutung verleihen.

Auffällig ist, dass das Foto nur fragmentarisch überliefert ist: Die Anordnung der Gruppe deutet auf eine ursprünglich ausgewogene, wohl symmetrische Komposition hin. Am rechten Bildrand bricht diese jedoch ab – mehrere Personen sind angeschnitten, sodass anzunehmen ist, dass dort mindestens eine Handvoll Personen verloren gegangen ist.

Im Hintergrund sind an den Fenstern weitere Personen zu sehen, darunter auch Frauen und Kinder, die sich neugierig zum Fotografen wenden. Das Gebäude selbst wirkt wie ein Ausflugslokal. Vielleicht entsteht die Aufnahme bei einem Vereinsausflug, möglicherweise zum Titisee?

Wer weiß, wo das Foto aufgenommen wird? Wer erkennt die Männer? Sind sie Mitglieder der 1846 gegründeten Museumsgesellschaft?

1.Reihe, liegend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 [Eugen Hepting (1891-1915)], 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 [Hans Scheuregger], 8 ???, 9 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Pfarrer ???, 4 [??? Thoma], 5 Alfred Köpfler (1880-1939) (mit Buch), 6 ???, 7 [Ferdinand Eggert], 8 ???, 9 ???, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Konrad Bader (1868-1958), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Rupert Hepting (1866-1932), 9 ???, 10 ???, 11 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 [Karl Ritter (1850-1927)], 5 [Johann Preuß???], 6 ???, 7 ???, 8 Leo Münzer (1871-1952), 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: ???

Sofie Hepting beim Wasserreservoir auf dem Alenberg, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Das Wasserreservoir auf dem Alenberg ist zwar kein architektonisches Schmuckstück – und doch wird es im Laufe der Zeit zu einem beliebten Fotomotiv. Spaziergänger*innen, die im Alenbergwäldchen unterwegs sind, lassen sich gerne vor der markanten Tür ablichten. So auch diese Frau, die mit Mantel und Tasche für einen Moment innehält. Es ist Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), die direkt neben dem Wasserreservoir in ihrem Elternhaus (Alemannenstr. 1) aufgewachsen ist.

Über der schweren Eisentür ist die Jahreszahl »1901« zu erkennen. Sie verweist auf das Baujahr des Reservoirs. Bis dahin war die Wasserversorgung im Städtchen oft unzureichend. Abhilfe schuf der Bau einer Hochdruckwasserleitung vom Waldgebiet bei der »Stierhütte« bis in den Ort – mit Hausanschlüssen und dem Wasserbehälter auf dem Alenberg. Ein aufwendiges Projekt: Die Kosten beliefen sich auf 100.400 Mark.

Standort des Fotografen: 47.886323, 8.344697

Musikkapelle im »Gebertsaal«, ca. 1926-1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Die Musikkapelle hat ihren großen Auftritt. Auf einer provisorisch wirkenden Bühne haben die Musiker Platz genommen – dicht nebeneinander, die Instrumente bereit. Einige heben ihre Gläser, als wäre der Auftritt bereits zu Ende. Vor der Bühne stehen Tische und Stühle, auf denen Flaschen und Gläser stehen. Menschen im Publikum sind in diesem fotografischen Moment aber nicht zu sehen.

Wo genau die Aufnahme entstanden ist, lässt sich nicht sicher sagen. Vieles spricht jedoch dafür, dass sie im 1925/26 neu erbauten »Gebertsaal« aufgenommen wurde. In den Jahren vor der Fertigstellung der Festhalle diente er als zentraler Veranstaltungsort des Städtchens – für Fasnacht, Theater und Konzerte. Ab 1927 verlagern sich größere Veranstaltungen dann zunehmend in die Festhalle.

V.l.n.r.: 1 August Strobel, 2 Franz Zepf, 3 Heinrich Thoma, 4 Karl Sibold, 5 Johann Maier, 6 Karl Hepting, 7 Rupert Hepting

Standort des Fotografen: vermutlich 47.884497, 8.347049

Umzug auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Eng gedrängt stehen die Zuschauer*innen auf dem oberen Rathausplatz. Kinder recken die Hälse oder werden auf den Arm genommen, Erwachsene blicken in Richtung Festumzug. Gerade zieht ein festlich geschmückter Wagen vorbei, gezogen von zwei Pferden. Tannenreisig und kleine Bäumchen verleihen ihm einen beinahe waldartigen Charakter. Der Reiter ist Hermann Fehrenbach.

Auch das Städtchen selbst hat sich herausgeputzt: Das Rathaus ist beflaggt, die »alte Sonne« mit Girlanden geschmückt. Ein Umzug, wie er nur zu besonderen Anlässen stattfindet.

Vermutlich wird das Foto anlässlich des Kreisfeuerwehrtages 1956 aufgenommen. Für den Festumzug zum 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr im Juni 1963 passt die warme Kleidung der Menschen nicht. Sicher ist die Datierung jedoch nicht.

Standort des Fotografen: 47.884073, 8.344932

Fünf Festteilnehmerinnen vor dem »Gebertsaal«, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Vor dem 1925/26 gebauten »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) stehen fünf junge Frauen. Sie stehen dicht nebeneinander, die Arme eingehakt, und blicken selbstbewusst in die Kamera. Ihre Kleider sind sorgfältig gewählt – modisch, mit Volants und leichten Stoffen, dazu passende Schuhe und kleine Handtaschen. An der Brust tragen sie Anstecknadeln, ein weiteres Zeichen, dass hier ein Fest gefeiert wird.

Links und rechts des Eingangs stehen kleine Tannenbäumchen, geschmückt mit Papierstreifen. Offensichtlich wird heute Hochzeit gefeiert! Der »Gebertsaal« bildet den passenden Rahmen für solche Feiern. Er ist Treffpunkt und Festsaal.

V.l.n.r.: 1 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 2 ???, 3 Agathe Beha (verh. Geisinger, 1906-1972), 4 Anna Benz (verh. Strobel, 1906-1986), 5 Maria Beha (verh. Maier)

Standort des Fotografen: 47.884471, 8.346889