Langholztransport vor dem Haus Mayer in der Hohlgasse, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Matthias Frank zur Verfügung.

Auch der Enkel von Fuhrunternehmer Martin Mayer transportiert Holz, denn Willi Mayer (1947-1970) ist Lastzugkraftfahrer. Transporte mit Pferdegespannen sind längst Geschichte, heute stehen motorisierte Fahrzeuge zur Verfügung. Willi Mayer stirbt am 21. Mai 1970 bei einem tragischen Unfall beim Langholzführen in Döggingen.

Standort des Fotografen: 47.885266, 8.335511

Haus Mayer in der Hohlgasse, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Matthias Frank zur Verfügung.

Das Haus Mayer in der Hohlgasse wurde nach dem Großbrand 1921 erbaut. Darin wohnen der Fuhrunternehmer Willy Mayer (1907-1994), der seine Kindheit und Jugend in seinem Elternhaus in der Ringstraße verlebte, und seine Ehefrau Frieda Mayer geb. Dietsche (1918-1979), die aus Dillendorf stammt.

Das kleine Häuschen, das im Garten steht, gehört zum Nachbargrundstück von Familie Göpper (Hohlgasse 2). Es wird als »Henkerhaus« bezeichnet, stand hier doch einst das Scharfrichterhaus. Das Haus des Löffinger Scharfrichters (und Abdeckers) stand außerhalb der Stadt, da es sich um einen so genannten »unehrlichen Beruf« handelte. 1796 brannte das Henkerhaus ab, nachdem es durchziehende französische Truppen angezündet hatten. 1816 erbaute der letzte Scharfrichter Josef Seidel (1783-1844) dann das heutige Haus Hohlgasse 2. Insofern kann es sich bei dem kleinen Häuschen im Garten nicht um das Henkerhaus handeln, wohl aber um den Hundezwinger, der zu dem Anwesen gehörte.

Haus Mayer in der Hohlgasse, 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Matthias Frank zur Verfügung.

»Hohlgasse 130«, so lautet in den 1950er Jahren die Adresse des Hauses Mayer. Gebaut wurde das Anwesen nach dem Großbrand 1921: Familie Julius Heer, in deren Haus in der Demetriusstraße das Brandunglück ausgebrochen war, beschloss im Zuge des Wiederaufbaus, aus dem Altstadtring zu ziehen und ihren Neubau als letztes Haus in der Hohlgasse zu erbauen.

Auf den Plänen der Wiederaufbaukommission unter Leitung des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938) ist das Gebäude deutlich kleiner gezeichnet: Es gibt nur ein Scheunentor, was darauf hindeutet, dass der Ökonomiebereich in späteren Jahrzehnten erheblich erweitert wurde. Auf dem Foto sind bereits drei Scheunentore zu erkennen.

Laut Feuerversicherungsbuch erwirbt Familie Mayer 1937 das landwirtschaftliche Anwesen. Als das Luftbild aufgenommen wird, lebt in dem Haus der Fuhrunternehmer Willy Mayer (1907-1994) mit seiner Ehefrau Frieda Mayer geb. Dietsche (1918-1979) und den vier Kindern: Annelis (geb. 1941), Gerda (geb. 1943), Hedwig (geb. 1944) und Willi (1947-1970).

Blick vom Kirchturm in Richtung Bahnhof und Sägewerk Benz, ca. 1927

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Inge Benitz und Georg Willmann zur Verfügung.

Vom Kirchturm herunter fällt der Blick auf den Bahnhof, die Bahnlinie und das Firmenareal der Holzindustriewerke Josef Benz AG. Das ab 1911/12 errichtete Werk besteht aus einem Holzgroßhandel, aus Dampfsäge- und Hobelwerken, einer Kistenfabrik, einer Imprägnieranstalt und einer Kyanisieranstalt. Rund 350 Arbeiter und Angestellte sind zu dieser Zeit in dem Werk beschäftigt. Der rauchende Kamin gehört zur »Skyline« von Löffingen.

Wenige Monate nach der Aufnahme dieses Fotos wird das Sägewerk bei zwei Bränden im Juli 1928 weitgehend zerstört. Am 7. Juli 1928 bricht ein Feuer im Späneturm aus und breitet sich in rasender Geschwindigkeit aus. In kürzester Zeit stehen die drei Maschinenhäuser, die Sägerei, das Hobelwerk, mehrere Schuppen, die Kantine, die Schlosserei, die Kistenmacherei und weitere Gebäude lichterloh in Flammen. Der gegenüberliegende Bahnhof ist lange Zeit stark gefährdet, kann von den Feuerwehren aber gerettet werden. Die Hitze und Glut ist so groß, dass die Schienen der Anschlussgleise, die in das Werk führen, schmelzen, sodass sie vollkommen verbogen sind. Am 23. Juli 1928 kommt es zu einem weiteren Brand, bei dem auch die – bislang verschont gebliebene – Kyanisieranstalt eingeäschert wird. Damit verlieren weitere 130 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Beim Wiederaufbau werden die Holzgebäude durch massive Steinbauten ersetzt.

Standort des Fotografen: 47.882620, 8.344027

Schuppen im Garten des Hauses Göpper in der Hohlgasse, 2000

Sammlung Familie Waßmer

In der heutigen Hohlgasse standen früher auf einer kleinen Anhöhe das 1606 erbaute Siechenhaus und das benachbarte Henkerhaus. Auf dem Ölgemälde von Martin Menrad aus dem Jahre 1680 sind beide Gebäude deutlich zu erkennen. Sie standen vermutlich im Bereich des Hauses Göpper (Hohlgasse 2) mit seinem großen Garten. Am 13. Oktober 1796 steckten französische Soldaten das Henkerhaus und das Siechenhaus in Brand. Beide Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder und wurden nicht wieder aufgebaut. Im Garten des Hauses Göpper steht bis heute ein alter, aus Steinen erbauter Schuppen, der noch aus dieser Zeit stammen könnte.  

Nicht zufällig standen das Siechenhaus und das Henkerhaus außerhalb des Städtchens an der Ausfallstraße. Das Siechenhaus (oder auch Leprosenhaus genannt) diente vor allem zur Versorgung von Leprakranken. Aus Furcht vor einer möglichen Ansteckung wurden sie aus der Gemeinschaft verstoßen. Für sie war kein Platz innerhalb der Stadtmauern. Sie mussten sich zum Siechenhaus begeben, wo sie Obdach fanden.

Auch der Scharfrichter lebte mit seiner Familie abseits der übrigen Bevölkerung. Für diese Isolation gab es zwei Gründe: Zum einen galt der Scharfrichter als nicht ehrsam, zum anderen übte er zugleich das Gewerbe des Wasenmeisters (Abdeckers) aus. Er zog toten Tieren die Haut ab, trocknete diese, sottete das Fett aus und vergrub anschließend die Tierkadaver. Da die verendeten Tiere oftmals stanken und zudem die Gefahr bestand, dass sie ansteckende Krankheiten übertrugen, durfte der Abdecker sein Gewerbe nur außerhalb des Städtchens ausüben.

Standort des Fotografen: 47.885654, 8.336301

Haus Trenkle in der Hohlgasse, 2000

Sammlung Familie Waßmer

Von Bäumen und Sträuchern zugewachsen steht es da, das Haus Trenkle in der Hohlgasse. Ein bisschen verwunschen mutet es fast an. Seine Tage sind allerdings gezählt, denn bald soll es abgebrochen werden.

Nach dem Tod des Landwirts und Bahnarbeiters Ferdinand Trenkle im Jahre 1955 hatte sein Sohn Hermann Trenkle (geb. 1912) und dessen Ehefrau Karoline geb. Brunner (geb. 1923) das Anwesen übernommen. Fast 50 Jahre später war das Haus dringend renovierungsbedürftig. Es wurde abgerissen und machte einem Neubau Platz.

Standort des Fotografen: 47.885132, 8.340352

Haus Trenkle in der Hohlgasse, ca. 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Andreas Trenkle zur Verfügung.

1916 erwarb der Landwirt und Bahnarbeiter Ferdinand Trenkle (1878-1955) aus Beha und seine Ehefrau Josefa geb. Bender (1885-1950), gebürtig aus Seppenhofen, das Haus Hohlgasse 1. Es war ein zweistöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung, Holz- und Wagenschopf und lag direkt an der Bahnlinie. Im Vordergrund ist eine rot-weiß-gestreifte Bahnschranke und das alte Stellwerkhäuschen zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.885357, 8.340259

Haus Göpper in der Hohlgasse, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Willi Göpper zur Verfügung.

Das Haus Göpper in der Hohlgasse ist seit 1938 im Besitz der Familie Göpper. In diesem Jahr kaufte der Landwirt und Elektriker Fritz Göpper (1900-?) und seine Ehefrau Elisabeth geb. Storz (1905-?) das Anwesen. 1971 übernahm es ihr Sohn, der Zimmermann Wilhelm Göpper (geb. 1930). Die Geschichte des Hauses reicht allerdings viel weiter zurück.

Dort, wo heute das Gebäude Hohlgasse 2 auf einer kleinen Anhöhe steht, stand früher, außerhalb des Städtchens gelegen, das Henkerhaus. Auf dem Ölgemälde von Martin Menrad aus dem Jahre 1680 ist es deutlich zu erkennen. Der Scharfrichter lebte mit seiner Familie abseits der übrigen Bevölkerung. Für diese Isolation gab es zwei Gründe: Zum einen galt der Scharfrichter als nicht ehrsam, zum anderen übte er zugleich das Gewerbe des Wasenmeisters (Abdeckers) aus. Er zog toten Tieren die Haut ab, trocknete diese, sottete das Fett aus und vergrub anschließend die Tierkadaver.

Am 13. Oktober 1796 steckten französische Soldaten das Henkerhaus und das benachbarte Siechenhaus in Brand. Beide Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Anstelle des Henkerhauses wurde 1816 das Haus Hohlgasse 2 erbaut.

Blick von der Hohlgasse auf das Städtchen, ca. 1911/12

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Diese Gesamtansicht des Städtchens wurde von der Hohlgasse aufgenommen. Über eine unbebaute Wiese geht der Blick in Richtung Bahnlinie. Jenseits der Gleise sind in der Bahnhofstraße der 1901 eröffnete Bahnhof, das Haus des Briefträgers Josef Fehrenbach (Bahnhofstr. 2) und das Dienstwohnungsgebäude der Großherzoglichen Eisenbahnverwaltung (Bahnhofstr. 4) zu sehen. Das Haus des Drehers Christian Faller (Bahnhofstr. 3) wird kurze Zeit später 1913 gebaut. Auch der »Benzbau« in der Ringstraße wird erst später 1923/24 errichtet.

Durch die fehlende Bebauung sind die Häuser des Altstadtrings kaum verdeckt. Da sie aber im Tal liegen, ist nicht viel mehr als die Dächerlandschaft zu erkennen. Staffelgiebel gibt es kaum, da diese erst beim Wiederaufbau nach dem Großbrand 1921 Verwendung fanden. Aus der Altstadt ragen der Rathausturm und der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael empor.  

Im Vordergrund rechts ist eine Lagerfläche zu erkennen, die zum Sägewerk gehört. 1911/12 entstand das Werksgelände der Holzindustriewerke Josef Benz AG im Bereich der heutigen Güter- und Kesselstraße. Es bestand zunächst aus einem zweigattrigen Sägewerk mit einer Kistenfabrik, wurde dann aber rasch weiter ausgebaut.

Standort des Fotografen: 47.885179, 8.339647

Blick vom Kirchturm in Richtung »Benzbau«, Bahnhof und Sägewerk Benz, ca. 1930

Verlag A. Rebholz

Als das Foto vom Kirchturm aus aufgenommen wurde, war der »Benzbau« noch neu: Erbaut 1923/24 von den Holzindustriewerken Josef Benz AG, bot das Mietshaus rund 20 Familien ein Zuhause. Auf dem Foto ist die Fassade noch leuchtend weiß, auch der Holzlattenzaun ist frisch gestrichen, der das dazugehörige Grundstück einrahmt.

Auf dem angrenzenden Grundstück, getrennt nur durch einen schmalen Fußweg, der zur Bahnhofstraße hinaufführt, wurde nach dem Großbrand 1921 Trümmerschutt abgeladen und damit der Hang aufgeschüttet. Deutlich zu sehen ist das Bahnhofsgebäude von 1901, das bei den Fliegerangriffen im Februar 1945 komplett zerstört wurde. Auch der »Benzbau« wurde damals beschädigt. Auf der anderen Seite der Bahngleise ist das Sägewerk Benz zu sehen sowie einige Häuser der Hohlgasse. 

Standort des Fotografen: 47°52’57.5″N 8°20’38.8″E