Idealisierte Ansicht vom unteren Rathausplatz, ca. 1930

Sammlung Familie Waßmer

Ein Pferdefuhrwerk holpert zwischen der Bäckerei Ritter und dem Rathaus hindurch. Ein weiteres Gespann fährt die Demetriusstraße hinunter, zwei Schuljungen tollen mit einem Hund am Brunnen herum, ein Briefträger geht am Haus Willmann vorüber. Frauen stehen beieinander und unterhalten sich. Alles wirkt beschaulich und fügt sich zum Bild einer vermeintlich »guten alten Zeit«.

Geschaffen wird die Radierung von dem Berliner Grafiker und Maler Heinz Wehlisch (1925-?), der sich auf historische Stadt- und Ortsansichten spezialisiert. Als Vorlage dienen ihm offenbar ältere Postkarten oder Fotografien. Seine Beschriftung »Löffingen um 1910« führt jedoch in die Irre: Zu sehen ist das Städtchen nach dem Wiederaufbau infolge des Großbrandes von 1921. Auch die 1930 am Mailänder Tor angebrachten Gefallenentafeln und die Madonnenfigur über dem Torbogen sind bereits dargestellt.

Mit der historischen Wirklichkeit nimmt es der Künstler ohnehin nicht allzu genau. Die Straßenszene ist stark idealisiert, die Figuren dienen vor allem der Belebung des Platzes. Auch der Demetriusbrunnen entspricht in seinen Einzelheiten weder dem 1912 errichteten und 1945 zerstörten Brunnen noch seinem 1954 geschaffenen Nachfolger. Wehlisch entwirft keine genaue Momentaufnahme, sondern ein nostalgisches Bild des alten Löffingen.

Später findet die Ansicht weite Verbreitung. 1986 schmückt sie das Titelblatt der Festschrift des Männergesangvereins »Eintracht«. Auch Emil Ketter verwendet sie zur Illustration seiner Stadtchronik. Dort wird sie um 1930 datiert, ihr Schöpfer jedoch nur als »unbekannter Maler« bezeichnet.

Standort des Künstlers: 47.883736, 8.343648

4 Fotos: Schneeberge bei der Ziegelhütte, 1952

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Die Ziegelhütte liegt weit außerhalb des Städtchens, hinter der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz im Tal in Richtung Stadtwald. Benachbarte Höfe gibt es nicht. Nur die Jungviehweide, die Stadtsäge und das Waldbad befinden sich in der Nähe. Wer hier lebt, führt ein beinahe abgeschiedenes Dasein – erst recht in einer Zeit ohne Auto, in der man nicht einfach schnell für Besorgungen ins Städtchen fährt.

Der Winter 1952 zeigt diese Abgeschiedenheit besonders eindrücklich. Rund um die Ziegelhütte türmen sich gewaltige Schneemassen. Schon beim Öffnen der Haustür wird klar, wie tief der Schnee liegt: Wege sind kaum gebahnt, Zäune und Geländekanten verschwinden unter einer geschlossenen weißen Decke. Selbst Gebäude und Holzstapel sind nur noch als sanfte Erhebungen im Schnee zu erkennen.

Unter diesen Bedingungen sind Ski das wohl praktischste Fortbewegungsmittel – nicht nur für Wintersport und Freizeitvergnügen, sondern vermutlich auch für ganz alltägliche Wege. Auf zwei der Fotos werden Ski und Stöcke demonstrativ im Schnee aufgestellt, fast wie ein stilles Denkmal dieses Ausnahme-Winters. Offenbar ist der Schneefall in diesem Jahr so außergewöhnlich, dass man ihn für die Nachwelt festhalten will. Interessant sind dabei auch die alten Skibindungen, die von der damaligen Ausrüstung erzählen.

Und mitten in dieser winterlichen Einsamkeit steht ein Hund in der offenen Tür – wachsam, ruhig und offenbar bestens an die Schneemassen gewöhnt.

Standort des Fotografen: 47.897690, 8.336010

Sofie Hepting mit ihren Kindern bei einer Schafherde, ca. 1943

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Ein Sommertag irgendwo außerhalb des Städtchens. Das Gras steht hoch auf der Weide, darüber spannt sich ein weiter Himmel mit einzelnen Wolken. Mitten in der Landschaft zieht eine große Schafherde gemächlich über die Wiese. Die Tiere grasen friedlich, nur der Hütehund bleibt aufmerksam. Selbst als der zehnjährige Ewald Hepting (1933-2010) ihn streichelt, lässt er die Herde nicht aus den Augen. Wachsam sitzt er im Gras und erfüllt seine Aufgabe mit stoischer Ruhe.

Weiter hinten zwischen den Schafen stehen Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) und ihre kleine Tochter Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939). Vielleicht handelt es sich um einen Sonntagsspaziergang oder einen kleinen Ausflug hinaus aufs Feld. Möglicherweise entsteht die Aufnahme im »Schlempental«.

Standort des Fotografen: ???

4 Fotos: Jäger nach der Treibjagd am Ochsenberg, 1974

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Ein kalter Wintertag im Jahr 1974 am »Ochsenberg«. Der Schnee liegt flächendeckend auf der Anhöhe, die Luft ist klar, die Schritte knirschen unter den Stiefeln. Die Treibjagd ist beendet, und die Jäger haben sich um die Strecke versammelt. In der Mitte liegen die erlegten Tiere, sorgfältig ausgelegt und mit Fichtenzweigen eingerahmt – ein stiller Moment, auch des Respekts vor den getöteten Tieren, nach der Anspannung des Jagdtages.

Ringsum stehen die Männer dicht beisammen, in schweren Mänteln, mit Hüten und Gewehren. Viele sind mit ihren Autos vorgefahren, wie der Fuhrpark im Hintergrund zeigt. Die Treibjagd dient der Bestandsregulierung und dem Schutz von Wald und Flur. Gleichzeitig ist sie eingebettet in feste Regeln und Bräuche – und auch ein gesellschaftliches Ereignis.

Zur Jagdgesellschaft gehören u.a. Ludwig Storz (1902-1987), Heinz Hauger (Treiber), Ernst Rudigier (1922-1981, Göschweiler), Karl Sibold (1937-2016), Gerhard Raufer (Göschweiler), Klaus Allinger, Rudolf Heer (Treiber, Göschweiler), Hermann Reichert und Rudolf Jordan (1942-2024).

Standort des Fotografen: 47.883285, 8.326631

Familie Fehrenbach mit zwei Hunden im Gras, ca. 1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ein Sommertag, irgendwo am Waldrand oder auf einer Wiese. Familie Fehrenbach hat sich für ein Erinnerungsfoto niedergelassen – nicht steif wie im Atelier, sondern ganz entspannt unter freiem Himmel. Zu sehen ist ganz rechts eine Frau, die wohl die Mutter der anderen ist. Neben ihr sitzen zwei junge Frauen, die sich aneinander lehnen und ihre Vertrautheit zeigen, sowie ein junger Mann, der einen Hund fest im Arm hält, ein struppiges Tier, das freundlich in die Kamera schaut. Dahinter ist ein kleiner Junge zu erkennen, der einen zweiten kleineren Hund in den Armen hält – offenbar das jüngste Familienmitglied auf vier Beinen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anna Fehrenbach (verh. Jordan, 1907-1982), 2 ???, 3 ??? Fehrenbach, 4 Sofie Fehrenbach (geb. Tritschler, 1879-1959)
2.Reihe: 1 August Fehrenbach (1906-2000)

Ehemann und Vater Adolf Fehrenbach (1879-1918), Landwirt von Beruf, ist nicht auf dem Foto zu sehen. Er fiel als Soldat im Ersten Weltkrieg am 27. April 1918 im Alter von 39 Jahren. Die Familie wohnt in der Maienlandstr. 39.

Standort des Fotografen: ???

Familie Rosenstiel mit Stofftieren vor ihrem Haus in der Oberen Hauptstraße, 1954

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Familie Rosenstiel ist vor ihrem Haus in der Oberen Hauptstraße versammelt. Sie lässt sich mit einer Vielzahl von Stofftieren fotografieren – darunter Bären und sogar Giraffen. Es handelt sich um Geschenke, die Fritz [Seilnacht?] an Losbuden erwarb und zu Festen aller Art schenkte. Die Stofftiere sind offenbar nicht nur für Kinder ein Highlight, sondern bringen auch Erwachsenen Freude.

Ein Mann in einem Hemd mit Weste sitzt auf den Treppenstufen, die zur Haustür hinaufführen. Er hält gleich zwei Stofftiere auf seinem Schoß. Neben der Stalltür sitzen ein Mann und zwei Frauen. Auch sie halten Stofftiere in den Händen. Ganz rechts hockt ein weiterer Mann in einem Anzug, Hemd und Krawatte. In der einen Hand hält er lässig eine Zigarette, während er auf seinem Schoß eine Puppe sitzen hat.

Und noch ein Familienmitglied ist auf dem Foto zu entdecken: Ganz rechts liegt ein Hund entspannt am Boden und beobachtet stumm die Szene. Er versteht nicht den Rummel um die Stofftiere.

Wer erkennt die Familienmitglieder?
V.l.n.r.: 1 Robert Rosenstiel (1900-?), 2 ???, 3 ???, 4 Lina Rosenstiel (geb. Winterhalder, 1901-?), 5 Franz Rosenstiel (1927-2006), 6 Hund Asta

Standort des Fotografen: 47.885242, 8.352717

Franz Rosenstiel als Kind mit Hund, September 1928

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Ein Jahr und neun Monate ist Franz Rosenstiel (1927-2006) alt, als er mit dem Hund Asta fotografiert wird. Vermutlich wird das Foto hinter seinem Elternhaus (Obere Hauptstr. 45) oder in der näheren Umgebung aufgenommen. Franz Rosenstiel ist der Sohn von Landwirt Robert Rosenstiel (1900-?) und dessen Ehefrau Lina Rosenstiel (geb. Winterhalder, 1901-?). Das Haus brennt im April 1930 ab und an der Brandstätte errichten die Rosenstiels einen Neubau.

Standort des Fotografen: 47.885229, 8.352674

Cäcilie Rosenstiel mit Hunden vor der Haustür in der Oberen Hauptstraße, 1946

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Die beiden haarigsten Mitglieder der Familie Rosenstiel posieren mit ihrem Frauchen vor der Haustür. Die Hunde Dorle und Karo werden zusammen mit Cäcilie Rosenstiel fotografiert. Den Befehl »Sitz!« scheinen die beiden jedenfalls aus dem Effeff zu beherrschen.

Cäcilie Rosenstiel (geb. Winterhalder, 1901-?) ist mit dem Landwirt Robert Rosenstiel (1900-?) verheiratet. Das Haus hat sie von ihren Eltern übernommen.

Standort des Fotografen: 47.885238, 8.352759

Kinder in der Hohlgasse, ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Matthias von Dungen zur Verfügung.

Vier Kinder werden mit ihrem Hund auf einer kleinen Anhöhe neben der Hohlgasse fotografiert. Drei Spielzeuge führen sie mit sich: ein Dreirad und einen Holzreifen – sowie ein Stöckchen, auf dem der Hund herumbeißt. Die Kinder wohnen alle in der Hohlgasse und treffen sich zum Spielen.

V.l.n.r.: 1 Gerhard Göpper, 2 Karlheinz Strobel, 3 Erwin Strobel (geb. 1950), 4 Renate Adrion (verh. Schelb, geb. 1952)

Im Hintergrund ist der Giebel und das Dach des Kindergartens (Bahnhofstr. 11) und einige Häuser auf dem Alenberg zu sehen. Zu erkennen sind die Häuser Münzer (Alenbergstr. 15) und Fehrenbach (Alenbergstr. 13) sowie das Alenbergwäldchen.

Standort des Fotografen: 47.885053, 8.338287

3 Fotos: Lehrer Petelka in der Stadtbücherei, 1976

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

In der neu gebauten Sporthalle neben der Realschule, in der eigentlich ein Hallenbad eingebaut werden sollte, hat jetzt die Stadtbücherei ihr Domizil gefunden. Betreut wird sie ehrenamtlich von Lehrer Willibald Petelka (1931-2016), der seit 1962 an der Volksschule Löffingen unterrichtet. 27 Jahre lang leitet er die Bücherei und baut ihren Buchbestand kontinuierlich aus – auf rund 10.000 Bücher im Jahr 1987. Aber es geht hier nicht nur um Bücher und um’s Lesen, sondern die Bibliothek ist auch ein sozialer Ort der Begegnung und des Austausches.

Noch erfolgt das Entleihen und das Zurückgeben der Bücher nicht mit Hilfe des Computers, sondern mit Karteikarte und Stempel. Gertrud Heitzmann (geb. Brugger, 1921-2005) steht gerade am Tresen, um ein Buch auszuleihen. Den Geldbeutel hat sie gezückt, um die fällige Gebühr zu bezahlen.

Nach dem Bau des Kultur- und Fremdenverkehrszentrums (KFZ) in der Kirchstraße bezieht die Bücherei schließlich dort 1989 neue und größere Räumlichkeiten. Neue Bibliothekarin wird Mechthild Großmann, die aus der DDR übergesiedelt ist und bereits seit Dezember 1988 Willibald Petelka bei der Arbeit unterstützt.

Standort des Fotografen: 47.883875, 8.347063

Schäfer mit Schafherde, ca. 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Schafherde zieht (vermutlich) über den Ochsenberg, behütet von ihrem Hirten und dessen Hund. Sie sucht sich ihren Weg durch offenes, allgemein zugängliches Land. Der Beruf des Schäfers beschränkt sich nicht nur darauf, Produzent von Schaffleisch und Schafswolle zu sein. Er ist gleichzeitig auch eine Art Landschaftspfleger, denn er verhindert, dass die landwirtschaftlich genutzen Flächen mit Sträuchern und Bäumen zuwachsen.

Es handelt sich vermutlich um einen auswärtigen Schäfer, denn im Adressbuch von Löffingen aus dem Jahr 1928/29 ist kein Schäfer als Einwohner verzeichnet.

Standort des Fotografen: ???

Familie Hepting vor einem Haus, ca. 1933

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Eine Personengruppe steht vor einem Haus. Man hat sich für das Gruppenfoto untergehakt. In der Mitte steht die Jüngste, ein etwa 10-jähriges Mädchen. Vor ihr sitzt ein Hund.

V.l.n.r.: 1 Sophie Hepting geb. Jonner (1909-?), 2 Rupert Hepting (1905-1990), 3 ???, 4 ???, 5 Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), 6 Mathilde Hepting (verh. Bacher), 7 Friseur ???, 8 ???

Unbekannt ist auch, wo das Foto aufgenommen wird. In Löffingen oder bei einem Ausflug in der Umgebung?

Standort des Fotografen: ???