Oberer Rathausplatz, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Seit dem Bau des Rathauses 1831 hat sich das Aussehen des oberen Rathausplatzes wenig verändert. Das Erdgeschoss des Rathauses diente einst als Markthalle, jetzt befindet sich die »Volksbank« in den Räumlichkeiten, die zum Platz hin liegen. Davor steht der Rathausbrunnen, auf dem seit 1869 die Brunnenfigur der »Schnitterin« thront.

Rechts steht das ehemalige Fürstenbergische Amtshaus. Während die linke Gebäudehälfte (Rathausplatz 3) mittlerweile vom Supermarkt »Gottlieb« genutzt wird, befindet sich in der rechten Hälfte das Postamt (Rathausplatz 2). An der Hausecke hängt ein gelber Briefkasten. Daneben steht eine Litfasssäule.

Passanten spazieren über den Rathausplatz. Auffallend ist der Mann mit einem amputierten Bein, der an zwei Krücken geht. Möglicherweise handelt es sich um einen Kriegsinvaliden, denn der Zweite Weltkrieg liegt erst 15 Jahre zurück.

Standort des Fotografen: 47.884161, 8.345161

2 Fotos: Blick vom Alenberg nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv
Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Inge Benitz und Franz Scholz zur Verfügung.

Hoch oben vom Alenberg zeigt sich das Ausmaß des Großbrandes, dem innerhalb weniger Stunden 36 Häuser zum Opfer fielen. Das Feuer ist mittlerweile gelöscht. Die vermeintlichen Rauchschwaden, die über dem Städtchen hängen, sind in Wirklichkeit Staubwolken, die von den Aufräumarbeiten herrühren. Nach und nach werden einsturzgefährdete Giebel abgebrochen – teilweise auch gesprengt. Der Giebel vom Haus Fürst (Rathausplatz 5) zählt zu den ersten Mauerresten, die abgebrochen werden. Sobald die Staubwolke sich wieder verzieht, sind auch die geretteten Häuser in der Unteren Hauptstraße zu erkennen.

Die Schneise der Verwüstung zieht sich vom Rathaus und dem Mailänder Tor die Demetriusstraße und Ringstraße hinauf zum Alenberg. Im Vordergrund sind links die Grundmauern des Ökonomiegebäudes (Alenbergstr. 8) und rechts des Wohnhauses von Familie Benitz (Alenbergstr. 9) zu sehen. Gut zu erkennen ist außerdem, dass der Hang, der von der Ringstraße zum Bahnhof hinaufführt, noch nicht mit dem Trümmerschutt des Großbrandes aufgeschüttet ist. Der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) ist noch nicht gebaut, er wird erst 1923/24 errichtet. Im Hintergrund ist die Allee gut zu sehen, die Richtung Göschweiler führt.

Die Fotos finden als Ansichtskarten Verbreitung, um auf die Not der rund 200 Brandgeschädigten aufmerksam zu machen. Die Beschriftung auf der Rückseite lautet: »Teilansicht der Trümmerstätte«.

Standort des Fotografen: 47.885809, 8.344505

Blick vom Alenberg nach dem Großbrand, 1921

Fotograf: August Simon, Donaueschingen
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Inge Benitz zur Verfügung.

Die meisten Fotos, die nach dem Großbrand von der Trümmerstätte aufgenommen wurden, stammen von dem Löffinger Buchbinder Anton Rebholz. Darüber hinaus sind aber Fotos von mindestens drei anderen Fotografen überliefert, die aus der Umgebung nach Löffingen kamen, um hier das Ausmaß der Zerstörung fotografisch zu dokumentieren: Engelhard Baumgartner aus Freiburg, Georg Jung aus Lenzkirch und – wie hier – August Simon aus Donaueschingen.

Die gewählten Motive sind häufig identisch. Sowohl Jung als auch Simon fotografieren den Blick, der sich ihnen nach dem Großbrand vom Alenberg aus bietet. Die Gesamtansicht zeigt das Ausmaß der Zerstörung. In den nächsten Wochen werden die Trümmer abgebrochen bzw. gesprengt. Bereits im Herbst wird mit dem Wiederaufbau des Städtchens begonnen.

Standort des Fotografen: 47.885714, 8.344572

Hexenwagen auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1966

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Hexenwagen mit der großen Hexe ist mittlerweile fester Bestandteil der Fasnacht, denn bereits zum neunten Mal reiht sich der Wagen in den Umzug ein. Es ist »Fasnet Zieschdig« und der Kinderumzug vom Bahnhof in Richtung Festhalle bewegt sich durch das Städtchen. Fußlahme Kinder bevölkern den Wagen, denn von hier oben lässt sich alles überblicken und man muss dabei keinen Meter zu Fuß tun. Der Fahrer des Hexenwagens ist Albin Zepf. Die sitzende Hexe auf der Motorhaube ist Karl Koch.

Zuschauer stehen am Rande der Umzugsstrecke, teils nicht verkleidet, teils kostümiert. Ein »Indianer« und ein »Cowboy« stehen mit dem Rücken zum Fotografen. Links vorne mit heller Jacke ist Oberlehrer Dieterle zu erkennen.

Das Foto wird am oberen Rathausplatz aufgenommen. Im Hintergrund ist das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 3) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883990, 8.344710

Rathaus und Geschäft »Gottlieb«, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Von der Ecke am Gasthaus »Löwe« wird dieses Foto aufgenommen, der Kastanienbaum, der dort steht, ragt noch ins Bild. Der Blick fällt auf das Rathaus, in dessen Erdgeschoss die Volksbank ihre Räumlichkeiten hat. Auf dem Platz steht der Rathausbrunnen mit der »Schnitterin«. Früher herrschte auf dem Platz reges Markttreiben. Jetzt erinnert nur noch die Brunnenfigur an den bedeutenden Kornmarkt, der Löffingen vor der Jahrhundertwende war. Eine schmucklose Straßenlaterne ragt daneben in die Höhe. Im Hintergrund ist das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 3) zu sehen. 1958 verlegte das Freiburger Einzelhandelsunternehmen seine Filiale vom unteren Rathausplatz an den oberen.

Standort des Fotografen: 47.883863, 8.344891

Angestellte vor dem Geschäft »Gottlieb« am oberen Rathausplatz, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Tanja Raufer zur Verfügung.

Das Haus Rathausplatz 3 hat eine bewegte Geschichte. Früher war hier einmal der Ökonomiebereich des Fürstenbergischen Amtshauses. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert befand sich hier das Geschäft des Buchbinders Anton Rebholz und das Postamt. Seit 1958 unterhält das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« hier eine Filiale.

In die Fassade im Erdgeschoss ist ein breites Schaufenster hineingebrochen worden, über das ein Flachdach gezogen ist. Vor dem Fenster sowie links und rechts des Eingangs werden frisches Obst und Gemüse dargeboten. Werbetafeln stechen ins Auge: »Landcervelatwurst« gibt es gerade zu einem »Sonderpreis« von 88 Pfennig à 100 Gramm. Vor dem Eingang stehen fünf Angestellte des »Gottlieb«-Marktes, die in weiße Kittel gekleidet sind.

V.l.n.r.: Marktleiter Karl Heiler (1921-2007), Ernst Keller, ???, Gisela Spar (geb. 1941, Dittishausen), Traudel Raufer (Göschweiler)

Einige Jahre später zieht der »Gottlieb«-Markt um und eröffnet eine neue Filiale in dem neu erbauten Haus Demetriusstr. 18.

Standort des Fotografen: 47.884026, 8.344530

Stadtmusik beim Narrenumzug, Fasnacht 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Genoveva Kienast zur Verfügung.

Im Schneegestöber zieht die Stadtmusik über den Rathausplatz. Gerade kommt sie am Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 3) vorbei. Es ist Fasnacht und der Narrenumzug bewegt sich durch das Städtchen. Vielleicht spielen die Musiker gleich den Narrenmarsch?

Wer erkennt die Musiker?
1.Reihe: Rolf Bank
2. Reihe, v.l.n.r.: Jutta Adrion verh. Knöpfle, Werner Hepting
3.Reihe: Karlheinz Götz, Jürgen Zepf
4.Reihe: Karl Bank
5.Reihe:
6. Reihe: Lothar Zepf (mit Flügelhorn)

Hinter der Stadtmusik folgen die Laternenbrüder, erkennbar an der Standarte mit der Laterne, die über den Köpfen emporragt.

Standort des Fotografen: 47.884017, 8.344533

Aufführung auf der Fasnachtsbühne auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Auf dem oberen Rathausplatz ist die Fasnachtsbühne aufgebaut. Die Zuschauer auf dem Platz stehen eng an eng und recken ihre Köpfe, um der Darbietung auf der Bühne folgen zu können. Eine Gruppe Uniformierter steht auf den Bühnenbrettern, sie tragen unterschiedliche Soldatenuniformen, auch eine Pickelhaube ist zu erkennen. Schließlich lautet das Fasnachtsmotto in diesem Jahr: »Generalmusterung und Besuch seiner Majestät des Kaisers«. Der musste zwar vor 12 Jahren nach dem verlorenen Krieg in der Novemberrevolution abdanken und ging ins Exil in die Niederlande. Aber heute ist Wilhelm II. zurück in Löffingen!

Im Hintergrund ist das Rathaus zu sehen. Das Erdgeschoss ist noch nicht umgebaut, denn noch sind die alten Türen vorhanden, die einst in die Markthalle führten. Wenige Jahre später wird die Vorschussbank in die Räumlichkeiten einziehen und die Türen werden durch Fensteröffnungen ersetzt. In den Häusern dahinter befindet sich rechts das Postamt und das Geschäft von Buchbinder Anton Rebholz (Rathausplatz 3) und links die Metzgerei von Johann Riegger (Rathausplatz 4). Das letztere Gebäude wurde nach dem Großbrand 1921 neu erbaut.

Standort des Fotografen: 47.883937, 8.344948

Aufhängen der Weihnachtsdekoration am Rathausplatz, ca. 1995

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.

»Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!« Im Korb der Feuerwehrleiter steht Gerhard Pfeifer (geb. 1947) und hat alle Hände voll zu tun, um die Weihnachtsdekoration vom Haus Burghard (Rathausplatz 3) zum Rathaus hinüber zu spannen. Ein kurzer Test zeigt, dass die Glühbirnen tatsächlich funktionieren und die Lichterkette wunderbar leuchtet. Sobald es dunkel wird, heißt es: »Allüberall auf den Tannenspitzen / Sah ich goldene Lichtlein blitzen«.

Standort des Fotografen: 47.883997, 8.344438

2 Fotos: Fasnachtsspiel »Die rote Fasnacht« auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1938

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Carola Hannes sowie Michael und Dorothea Kasprowicz zur Verfügung.

Mit »Steinschleuder Seppenhofen« und »28. FEB. 1938« ist das obere Foto auf seiner Vorderseite beschriftet. Es ist »Fasnet Mändig« und auf der Fasnachtsbühne auf dem Rathausplatz wird ein ganz besonderes Schauspiel dargeboten. Der Dreiakter, der aufgeführt wird, heißt: »Die rote Fasnacht«. Es geht darin um das Jahr 1525, den Höhepunkt im Deutschen Bauernkrieg. Aufgenommen wird das Foto vermutlich von einem Fenster das Gasthauses »Löwen« (Rathausplatz 11) aus.

In einem 2017 veröffentlichten Aufsatz fasst Matthias Wider die Handlung des aufgeführten Fasnachtsspiels wie folgt zusammen:

»Die Aufführung begann um 13 Uhr mit der Szene „Erbhuldigung“ der Löffinger an die Grafen Friedrich und Wilhelm zu Fürstenberg. In diesem Bild ziehen 14 verschiedene Gruppen, darunter etwa die „Stadtknechte“ oder die „Zünfte“ durch die Stadt vor das Rathaus, wo sie Aufstellung nehmen und den Huldigungseid vor der Herrschaft ableisten. In diese Situation stürzen nun plötzlich ganz aufgeregte Bauern aus „Ewattingen, Bachen und Neuenburg“ heran und bringen die beunruhigende Nachricht vom „Wüten“ eines aufständischen Bauernhaufens. Helles Chaos bricht aus, die Szene gerät in Unordnung, man tritt den Rückzug nach „Armutshofen“ (Maienland) und „Schlampeia“ (Schlempental) an, womit der erste Akt endet. Um 14.30 Uhr schlägt die Sturmglocke Alarm, der zweite Akt beginnt. Ein Bote kündigt das Anrücken des Bauernhaufens an. Der kommt und rückt mit klingendem Spiel nach Löffingen ein. Aufgeteilt auf 17 Gruppen verteilen sich die Aufständischen nun in der Stadt, darunter die „Bauernreiterei“, ein Feldprediger mit den „12 Artikeln“, sogar eine „Feldschlange“ (Geschütz), die sogenannte „Brummerin“, fährt auf, und auch ein „Beutewagen mit gefangenem Ritter“ ist dabei. An der Spitze des Zuges: der Bauerngeneral „Hans Müller von Bulgenbach“. Vom Schultheißen fordert er die Übergabe der Stadt, die Löffinger beugen sich der angedrohten Gewalt und händigen ihm die Schlüssel aus. Danach hält er eine „große Rede“ an das Volk. Der Sieg der Bauern scheint vollständig. Doch schon droht der Bauernherrschaft Unheil: Ein „verwundeter Bauer“ bringt die Nachricht vom Aufmarsch des landgräflichen Heeres. Sofort fällt den Bauern „das Herz in die Hose, sie wollen nimmer“ – alles flieht, der zweite Akt endet. Im dritten Akt geht es dann ums Ganze. Der Bauerngeneral ruft zum Kampf auf, die Schlacht um Löffingen entbrennt, sie tobt schwerpunktmäßig in „Armutshofen“. Das Drehbuch will aber weder Sieger noch Verlierer und so ordnet es entgegen der Geschichte am Ende „Versöhnung und Friedensschluss“ an.«

Standort des Fotografen: 47.883896, 8.345003

Umzug beim Sängerfest auf dem oberen Rathausplatz, 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Einer der Höhepunkte des dreitätigen Gausängerfestes, das in Löffingen veranstaltet wird, ist der Festumzug am Sonntag, den 31. Juli 1927. In den Zug reihen sich ca. 4.000-5.000 Teilnehmer ein. Ein Schilderbub marschiert vorneweg, eben bewegt sich der Zug am Rathaus vorbei in Richtung oberer Rathausplatz.

Die Lokalzeitung ist am nächsten Tag voll des Lobes: »Auch hierbei leuchtete die glänzende Organisation der Löffinger, die anderwärts eifrigste Nachahmung finden sollte, wenn man will, dass die Teilnehmer den ganzen Tag bei guter Laune bleiben. Also auch der Festzug war etwas sehr Sehenswertes und eigentlich der Höhepunkt des Festes.« 

Standort des Fotografen: 47.884026, 8.344862

3 Fotos: Aufführung auf der Fasnachtsbühne, Fasnacht 1936

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig« wird auf der Fasnachtsbühne auf dem oberen Rathausplatz ein buntes Programm geboten. Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet: »Sagen und Märchen des Deutschen Volkes.« Insofern überrascht es nicht, dass vor den zahlreichen Zuschauern gerade eine Gruppe – auf Stelzen marschierender – Riesen und eine Schar kleiner Zwerge ihren Auftritt haben. Es handelt sich um Mitglieder des Turnerbundes. Zu sehen ist u.a. August Fehrenbach.

Hinter der Brunnenfigur der »Schnitterin« das Rathaus zu sehen. In dessen Erdgeschoss befindet sich seit kurzem eine Filiale der »Vorschussbank« und »Sparkasse«. Die Häuser auf der rechten Seite sind die Metzgerei von Johann Riegger (Rathausplatz 3) und das Postamt (Rathausplatz 2).

Standort des Fotografen: 47.883937, 8.344806