Maimarkt auf dem oberen Rathausplatz, 1974

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Von altersher diente der Rathausplatz als Marktplatz. Diese Tradition wird heute nur noch an zwei Terminen im Jahr fortgeführt: mit dem Weihnachtsmarkt in der Adventszeit und dem Maimarkt.

Die Durchfahrt zwischen dem Gasthaus »Löwe« und dem Rohbau der neu erbauten »Volksbank« ist von Verkaufsbuden gesäumt: Hier werden Klamotten zum Verkauf angeboten. Weiter hinten auf dem Rathausplatz befindet sich ein Eisstand und darüber hinaus biete viele andere Händler ihre Waren an. Das Wetter scheint auch mitzuspielen: Laufkundschaft ist jedenfalls vorhanden. Bei den Passanten ist u.a. Albin Zepf (1934-2009) zu erkennen.

Noch befindet sich im Erdgeschoss des Rathauses die »Volksbank«. Wenige Monate später wird sie neue Räumlichkeiten im neu erbauten Geschäftshaus (Rathausplatz 10) beziehen.

Standort des Fotografen: 47.883700, 8.345044

Hochzeitsgäste bei der Hochzeit Burger / Benitz am Rathausbrunnen, 1957

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die drei Frauen und drei Männer haben sich auf den Rand des Rathausbrunnens niedergelassen. Sie sind chic angezogen, da heute die Hochzeit von Schmiedemeister Willi Burger (1928-2021) und Elisabeth Benitz (1930-2019) stattfindet. Während das Paar im Rathaus standesamtlich getraut wird, warten die sechs auf dem Rathausplatz. Es sind Klassenkamerad*innen der Braut.

V.l.n.r.: 1 Johann Glunk (1930-2017), 2 Marlies Fritsche (verh. Kaiser), 3 Adolf Benz, 4 Lotte Groß (verh. Ratzer), 5 Hans Kaufmann (1930-2003), 6 Brunhilde Hofmaier (verh. Heiler, 1931-2004)

Im Hintergrund ist ein parkendes Postauto zu sehen, denn das Postamt (Rathausplatz 2) befindet sich in der rechten Gebäudehälfte, die nicht mehr im Foto zu sehen ist. Das kleine Geschäft (Rathausplatz 3), das hinter der Personengruppe zu erkennen ist, gehört Heinrich Frank. Der Laden wird »De Heinrech Frank« genannt. Er verkauft Schreibwaren, Groschenromane und Comics sowie anderen Krimskrams. Im Nachbarhaus links befindet sich die Metzgerei Rohrer (Rathausplatz 4). Sie wurde bis zu seinem Tod 1954 von Metzgermeister Max Rohrer (1901-1954) betrieben, der aus St. Peter stammte. Der Betrieb wird jetzt von seiner Ehefrau Maria Rohrer (geb. Saile, 1901-1990) fortgeführt.

Standort des Fotografen: 47.883908, 8.344811

3 Fotos: Elektrogeschäft Litfin am Rathausplatz, Oktober 1984

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Am oberen Rathausplatz eröffnet ein neues Geschäft: der »Elektro-Litfin« (Rathausplatz 3). Inhaber des Fernseh- und Elektrohauses ist Horst Litfin, der für den Fotografen der Lokalpresse in den Verkaufsräumen posiert. Stolz lässt er sich neben Schreibmaschinen, Druckern und Kopierern sowie einem Computer fotografieren. Im Zeitungsartikel wird denn auch das breite Sortiment gerühmt: »Die Produktpalette umfaßt Büromaschinen verschiedener Arten, wie Bürorechner, Tischrechner, Taschenrechner und druckende Rechner. Auf dem Schreibmaschinensektor werden Maschinen jeglicher Art angeboten, angefangen bei der mechanischen Schreibmaschine, über die elektronischen Schreibmaschinen mit Typenrad bis hin zum Schreibautomaten.«

Standort des Fotografen: 47.884083, 8.344538

3 Fotos: Hochzeitszug Fehrenbach / Ganter über den oberen Rathausplatz, 1950

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Der Reichsbahnsekretär Albert Fehrenbach (1919-2008) und Maria Ganter (1920-1998) heiraten. Über den Rathausplatz zieht der Hochzeitszug mit dem Brautpaar und den Familienangehörigen. Direkt vor dem frischvermählten Ehepaar schreiten die beiden Brautjungfern Hedwig Kaltenbrunner (1922-1999) und Franziska Fritsche (verh. Heiler, 1925-2021).

Am Straßenrand bleiben Passanten stehen, Erwachsene, aber auch viele neugierige Kinder schauen sich den fröhlichen Zug an, der an ihnen vorüberzieht. Es geht zum Gasthaus, wo die Hochzeitsfeier stattfinden wird.

Erstes Bild und Zweites Bild
1.Reihe: Blumenmädchen Monika Bader (geb. 1948), ???, Blumenmädchen Christa Schneider (verh. Holl); 2.Reihe: ???, 3.Reihe: Willi Fehrenbach (1941-2018)

Drittes Bild
Rosa Kaltenbrunner (geb. Fehrenbach, 1896-1977) und Heinrich Kaltenbrunner (1892-1976), Else Bader (geb. Fehrenbach, 1915-?) und Hermann Bader (1911-?)

Standort des Fotografen: 47.884167, 8.345105

Narrengruppe auf der Bühne, Fasnacht 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Genoveva Kienast zur Verfügung.

Da sind sie, die Schützen! Denn an der diesjährigen Fasnacht steht Löffingen ganz im Zeichen eines »Schützengildenfestes im 15. Jahrhundert«. Und da dürfen natürlich die Schützen nicht fehlen! Sie werden gleich auf der Fasnachtsbühne auf dem oberen Rathausplatz aus einem riesigen Geschütz feuern. Das Rohr ist am rechten Bildrand gerade noch zu sehen. Das wird einen ohrenbetäubenden Knall geben!

1.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, [Ernst Krauß?], ???
2.Reihe, v.l.n.r.:

Im Hintergrund sieht man die weibliche Narrenpolizei (u.a. Helene Häusler verh. Krauß) und den Narrenvater.

Standort des Fotografen: 47.883957, 8.344846

Umzug beim Sängerfest vor dem Rathaus, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Else Egle, Hermann Egle, Maria Kuster und Maria Wider zur Verfügung.

Das Rathaus und die anderen Häuser sind festlich geschmückt. Fahnen flattern im Wind und an den Fassaden sind Reisigkränze und -girlanden angebracht. Ein langer Zug von Männern, in Anzügen und – entsprechend der Mode der Zeit – mit Hüten, marschiert vorüber. Es handelt sich weder um einen Narrenumzug an Fasnacht noch um eine Prozession an Fronleichnam, soviel ist auf den ersten Blick klar.

In Löffingen wird das Gausängerfest veranstaltet. Drei Tage steht das Städtchen ganz im Zeichen des Gesangs. Einer der Höhepunkte des Festes stellt der Festumzug am Sonntag, den 31. Juli 1927 dar. In den Zug reihen sich ca. 4.000-5.000 Sänger ein. »Der Festzug war etwas sehr Sehenswertes und eigentlich der Höhepunkt des Festes«, urteilt am nächsten Tag die Lokalzeitung. 

Das Erdgeschoss des Rathauses ist noch nicht umgebaut. Noch befinden sich hier nicht die Geschäftsräume der Volksbank. Die drei Türen, die mit Holzläden verschlossen sind, lassen noch die Nutzung des Rathausgebäudes als Kaufhaus erahnen. Denn das Marktgeschehen spielte sich bis zur Einstellung des Kornmarktes nicht nur draußen auf dem Rathausplatz, sondern auch in der Markthalle im Erdgeschoss ab. Die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen, die schon so manchen Handel gesehen hat, blickt heute stumm auf den Festumzug hernieder.

Standort des Fotografen: 47.883958, 8.344895

»Gottlieb« und Postamt am oberen Rathausplatz, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zwischen dem Gasthaus »Löwen« und der »alten Sonne« steht der Fotograf und richtet seine Kamera frontal auf die gegenüberliegende Häuserzeile, während er das Rathaus am linken Bildrand anschneidet. Das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 3) ist links zu sehen, erkennbar an seinem breiten Schaufenster und der gestreiften Markise, über der der Schriftzug »Gottlieb« prangt. Rechts steht das Postamt (Rathausplatz 2), was von dieser Perspektive aus nur der Briefkasten an der Hausecke verrät.

Nur noch wenige Menschen werden vermutlich wissen, dass die beiden Häuser einst eine Einheit bildeten, damals, als sich darin noch das Fürstenbergische Amtshaus befand. Im linken Gebäudeteil war der Ökonomiebereich. Nach Auflösung des Fürstentums Fürstenberg kam Löffingen 1806 zum neu gegründeten Großherzogtum Baden. Auch das ist längst schon wieder Geschichte: Jetzt gehört Löffingen zum 1952 geschaffenen Bundesland Baden-Württemberg.

Auf dem oberen Rathausplatz steht der Rathausbrunnen, mit der Brunnenfigur der »Schnitterin«. Auf dem Platz und auch im Rathaus, dessen Erdgeschoss als Markthalle diente, wurden bis zur Jahrhundertwende die regional bedeutsamen Kornmärkte abgehalten. Jetzt befinden sich hier Geschäftsräume der Volksbank.

Standort des Fotografen: 47.883801, 8.344839

Leitermannschaft beim Festumzug, 16. Juni 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Als die Feuerwehr 1963 ihr 100. Gründungsjubiläum feiert, findet am Sonntag, den 16. Juni, ein großer Festumzug durch das Städtchen statt. Mit dabei ist die Leitermannschaft. Sie wurde 1953 gegründet, Ideengeber waren August Fehrenbach (1906-2000) und Anselm Zepf (1898-1989). Doch bereits 1955 kamen ihre Aktivitäten zum Erliegen. In Vorbereitung der 100-Jahr-Feier wurde die Leitermannschaft schließlich wiedergegründet. Beim Umzug stellen die Männer ihr akrobatisches Können unter Beweis.

Die Zuschauer*innen entlang der Umzugsstrecke staunen nicht schlecht. In den Fenstern über dem Supermarkt »Gottlieb« (Rathausplatz 3) drängen sich die Menschen. Sie haben den besten Blick auf das Geschehen.

Die Mitglieder der Leitermannschaft auf dem Foto sind u.a. Malermeister Werner Hepting (1928-2011).

Standort des Fotografen: 47.884009, 8.344695

Feuerspritze beim Festumzug, 16. Juni 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Als 1863 die Freiwillige Feuerwehr Löffingen gegründet wurde, erhielt sie diese Feuerspritze aus dem Jahr 1806. Sie ist kunstvoll gefertigt und bemalt. 100 Jahre sind seitdem vergangen und die Spritze längst ein Museumsstück. Seit 1935 ist sie als größtes Exponat im Heimatmuseum zu bewundern.

Beim 100-jährigen Jubiläum der Feuerwehr 1963 wird sie nochmal für einen kurzen Moment ans Tageslicht geholt. Dafür muss sie zerlegt werden, weil sie anders nicht durch die schmale Tür des Museums passt, das sich im Mitteltrakt zwischen Festhalle und Volksschule befindet. Beim Festumzug am Sonntag, den 16. Juni 1963 wird sie schließlich mitgeführt. Sie ist ein echter Hingucker! Eben fährt sie am Supermarkt »Gottlieb« (Rathausplatz 3) vorüber, von einem Pferd gezogen. Schaulustige stehen entlang der Umzugsstrecke. Ob sie wohl auch nass gespritzt werden?

Hinter der Feuerspritze folgt der Männergesangsverein, der zwei Jahre zuvor sein 100-jähriges Gründungsjubiläum gefeiert hat. Zu sehen sind Alfred Geisinger und Gerhard Scholz.

Standort des Fotografen: 47.884009, 8.344695

Rathaus mit Weihnachtsbaum und viel Schnee, ca. 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswertweise Elke Moser zur Verfügung.

Ein echtes Weihnachtsmotiv, ist auf dieser Ansichtskarte zu sehen! Der obere Rathausplatz ist tief verschneit. Die Schneeberge verdecken den Rathausbrunnen fast vollständig, nur die Brunnenfigur auf der Säule ist noch zu sehen. Aber auch die »Schnitterin« ist ganz in weiß gehüllt. Daneben steht ein Weihnachtsbaum, dessen Äste und Zweige sich unter der Last des Schnees nach unten biegen. Er scheint riesig zu sein und ragt bis zum Dach des Rathauses empor. Es wird von einer Sirene und natürlich vom Rathausturm gekrönt.

Im Erdgeschoss des Rathauses hat die »Volksbank« ihre Filiale, denn noch ist der Neubau am oberen Rathausplatz nicht gebaut. Ein VW »Käfer« parkt davor. Das Foto wird vom Gasthaus »Löwen« aus aufgenommen, das Mäuerchen im Vordergrund links gehört zu dessen Vorgarten. Der geräumte Trampelpfad führt geradewegs zum Eingang des Gasthauses.

Standort des Fotografen: 47.883903, 8.345021

Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»»» Trigger-Warnung

Die Fasnacht dient traditionell auch dazu, innerhalb der närrischen Tage gegen die herrschende Ordnung zu rebellieren und sich über die Obrigkeit lustig zu machen. Häufig legen sich die Närrinnen und Narren jedoch nicht etwa mit den Mächtigen aus Staat, Gesellschaft und Kirche an, um sie zu karikieren, sondern sie machen sich über Minderheiten und Randgruppen lustig. Teilweise ist die Darstellung der »Anderen« und »Fremden« sogar gehässig.

Hier ist eine Narrengruppe zu sehen, die hinter der Werkstatt des Buchbinders Anton Rebholz in der Demetriusstraße steht. Die Narren sind komplett schwarz gekleidet und geschminkt, einer trägt sogar eine schwarze Perücke auf dem Kopf. Über ihren schwarzen Kostümen tragen sie stilisierte Baströckchen und haben sich Ketten umgehängt. In den Händen halten sie Speere. Einige sind auch mit Messern bewaffnet.

Natürlich sind diese Narren, die sich als unzivilisierte Schwarze präsentieren, »Kinder ihrer Zeit«. Wie sehr die Zeit Mitte der 1920er Jahre noch von kolonialrassistischen Vorstellungen geprägt ist, lässt sich an diesem Gruppenfoto deutlich erkennen.

Standort des Fotografen: 47.884230, 8.344436

Oberer Rathausplatz, ca. 1969

Sammlung Familie Waßmer

Der Fotograf steht auf dem oberen Rathausplatz, vis-à-vis vom Rathaus, in dessen Erdgeschoss sich die »Volksbank« befindet. Noch steht die »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10), wie am linken Bildrand zu erkennen ist. Sie wird 1973 abgerissen. An ihrer Stelle wird ein Neubau errichtet, in dem auch die »Volksbank« neue moderne Geschäftsräume beziehen wird.

Am rechten Bildrand ist das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 3) zu sehen, über dessen Schaufenster eine gestreifte Markise angebracht ist. Das Geschäft scheint geschlossen, obgleich die Uhr am Rathaus 9.45 Uhr anzeigt. Vermutlich wird das Foto an einem Sonntag aufgenommen.

Der Rathausplatz ist noch nicht gepflastert und er ist auch nicht von der umgebenden Straßenfahrbahn abgesetzt. Der Rathausbrunnen steht mittig auf dem Platz. Nur direkt um sein Becken herum findet sich ein Stück Pflaster. Bäume, die Schatten spenden, sucht man auf diesem Teil des Rathausplatzes vergebens.

Standort des Fotografen: 47.884062, 8.345049