Badende Kinder im Waldbad, ca. 1942

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Die Kinder stehen im flachen Wasser und haben sich für ein Erinnerungsfoto versammelt. Vorne sitzt Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) als einzige Erwachsene im Wasser. Sie trägt einen Badeanzug und eine Badekappe. Bei ihr sind mehrere Kinder, darunter ihre kleine Tochter Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939) und ihr Sohn Ewald Hepting (1933-2010).

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lisel Vogt, 2 Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939), 3 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Ewald Hepting (1933-2010), 3 ???

Das Wasserbecken des Waldbades wirkt auf der Aufnahme erstaunlich groß. Das dürfte an der Perspektive liegen: Der Fotograf befindet sich dicht über der Wasseroberfläche, während sich das Becken weit in den Hintergrund erstreckt. Dahinter beginnt unmittelbar die offene Landschaft mit Wiesen und dem Waldrand am Horizont.

So unbeschwert die sommerliche Szene erscheint, entsteht sie mitten im Zweiten Weltkrieg. Für Sofie Hepting und ihre Kinder gehört die Trennung von ihrem Ehemann und Vater zum Alltag, denn Rupert Hepting (1905-1990) ist Soldat bei der Wehrmacht. Auf dem Foto ist davon jedoch nichts zu spüren: Für einen Moment zählen nur Wasser, Sonne und ein gemeinsamer Sommertag im Waldbad.

Standort des Fotografen: 47.899667, 8.332308

Familie Hepting mit Verwandten vor dem Haus Benz in der Oberen Hauptstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Hepting zur Verfügung.

Für das Familienfoto rücken mehrere Generationen zusammen. Rupert und Sofie Hepting stehen mit ihren Kindern Ewald und Inge vor dem Haus Benz in der Oberen Hauptstraße. Mit dabei sind Sofies Mutter Katharina Jonner sowie weitere Verwandte.

Dass inzwischen Krieg herrscht, ist auf dem Familienbild unübersehbar. Rupert Hepting (links) trägt ebenso wie der rechts stehende Hermann ??? Wehrmachtsuniform. Zwischen den beiden Soldaten stehen die Frauen und Kinder in ihrer Alltags- und Sonntagskleidung – eine familiäre Momentaufnahme, in die der Zweite Weltkrieg hineinragt.

Zu Besuch ist auch die Nichte Margret Bammert, Tochter von Adolf Bammert und Agathe Bammert (geb. Jonner), die mit ihrer Familie in Neustadt lebt. Noch nicht identifiziert sind Else ??? und Hermann ???.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Margret Bammert, 2 Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939), 3 Ewald Hepting (1933-2010)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rupert Hepting (1905-1990), 2 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 3 Katharina Jonner (geb. Thoma, 1875-1955), 4 Else ???, 5 Hermann ???

Im Hintergrund steht das Anwesen des Landwirts Otto Benz (Obere Hauptstr. 14). Bis 1929 bewirtschaftet er einen Hof in der Bittengasse. Nachdem dieser beim Großbrand in der Kirchstraße zerstört worden ist, errichtet er hier in der Oberen Hauptstraße einen Neubau. Links daneben ist das Haus Berger (Obere Hauptstr. 16) zu erkennen. Ein großes Werbeschild an der Fassade wirbt für Autoreifen – ein kleines Detail, das auf das Geschäft von Schlossermeister und Automechaniker Leopold Berger hinweist.

Standort des Fotografen: 47.884618, 8.348240

2 Fotos: Schulausflug zum Feldberg mit Lehrer Schlachter, 1949

Sammlung Familie Waßmer

Auf einer Wiese am Feldberg rücken die Schüler*innen für die Erinnerungsfotos eng zusammen. Einige sitzen im Gras, andere suchen weiter oben am Hang noch einen Platz. Mittendrin sind Lehrer Emil Schlachter und weitere erwachsene Begleitpersonen zu sehen. Die große Zahl der Kinder und ihre unterschiedlichen Altersstufen lassen vermuten, dass mehrere Schulklassen gemeinsam unterwegs sind. Mit dabei ist der Jahrgang 1936/37.

Für die Mädchen und Jungen ist der Ausflug in den Hochschwarzwald sicherlich ein besonderes Erlebnis. Gemeinsam geht es hinauf auf den Feldberg, wo Zeit zum Wandern, Spielen und Ausruhen bleibt. Dass beim Gruppenfoto nicht alle stillhalten, versteht sich beinahe von selbst: Manche blicken ernst in die Kamera, andere lachen, reden miteinander oder schneiden Grimassen.

Wo genau die beiden Aufnahmen entstehen, ist nicht sicher. Das geschindelte Gebäude im Hintergrund ist weder der »Feldberger Hof« noch das Caritas-Haus. Fest steht nur: Für einen Augenblick versammelt sich hier eine große Löffinger Schülerschar – und bewahrt die Erinnerung an einen gemeinsamen Ausflugstag im Sommer 1949.

oberes Bild
Zu sehen sind u.a.

unteres Bild
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Inge Sauter (verh. Benitz), 2 Lotte Seilnacht (verh. Smith), 3 Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule), 4 Irmgard Guth (verh. Zepf)
2.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 Vroni Krauß (verh. Klose), 4 Irma Zepf (verh. Hasenfratz, 1937-2026), 5 Anneliese Heizmann (verh. Scholl), 6 Helga Fuß, 7 ???, 8 Ernst Fritsche (1937-2005)
3.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 Bruno Schwanz (1936-2918)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hermann Beha (1937-2021), 2 Karl Sibold (1937-2016), 3 Bruno Nägele (1937-2010), 4 Hermann Zahn
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ferdi Hasenfratz (1937-2018), 2 ??? Glunk, 3 Waldemar Zepf (1937-2024), 4 Bernd Schmid (1937-2022)

Zum Jahrgang 1936/37 gehören auch u.a. Helga Fuss, Irmgard Stolzer, Friedegard Faller (verh. Sibold), Manuela Werne, Alban Keller, Alfons Schlenker, Gottfried Dorer, Berthold Fehrenbach, Emil Benz, Paul Straub, Egon Voigt, Siegfried Nüssle und Ernst Messmer

Standort des Fotografen: Feldberg


Narrengruppe vor dem Gasthaus »Löwe«, Fasnacht 1934

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Am »Fasnet Mändig«, dem 12. Februar 1934, stellt sich eine bunt zusammengewürfelte Narrengruppe vor dem Gasthaus »Löwe« zum Erinnerungsfoto auf. Die Fasnacht steht in diesem Jahr unter dem Motto »Internationaler Zirkus«. Dazu passen die drei Clowns, die vorne in gemusterten Gewändern mit großen weißen Rüschenkragen hocken.

Dahinter stehen vier erwachsene Männer. Zwei von ihnen tragen Frauenkleidung – ein bei der Fasnacht beliebtes Spiel mit Rollen und Geschlechterbildern, das man heute als »Cross-Dressing« bezeichnen würde. Auch zwei Kinder gehören zur Gruppe: Eines sitzt auf einem Schaukelpferd, das andere schiebt einen Kinderwagen.

1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? (Kind), 4 Engelbert Müller, 5 ??? (Kind), 6 ???

Am linken Bildrand lehnt ein abenteuerlich anmutendes Gefährt mit zwei großen Rädern an der Hauswand. Vielleicht wurde es eigens für eine akrobatische Darbietung im »Internationalen Zirkus« gebaut. Welche Kunststücke damit vorgeführt werden, ist leider nicht überliefert.

Standort des Fotografen: 47.883856, 8.344957

2 Fotos: Kindergruppe auf der Fasnachtsbühne, Fasnacht 1965

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Mitten auf der Fasnachtsbühne ist eine Schar Kinder in die Hocke gegangen. Sie sind als Mäuse verkleidet. Offenbar führen sie gerade einen Tanz oder ein kleines Spiel auf. Vor ihnen steht Marta Adrion, die ein getigertes Kostüm trägt und als Katze verkleidet ist. Auf dem oberen Rathausplatz wird heute »Kinderfasnet« gefeiert.

Im Hintergrund verfolgen erwachsene Närrinnen und Narren in ihren Kostümen die Darbietung. Über allem wacht die »große Hexe«. Der Hexenwagen ist neben der Bühne abgestellt. Für die Kinder dürfte sie zugleich furchteinflößend und faszinierend wirken.

V.l.n.r.: 1 Veronika Streit, 2 Karin Streit, 3 Doris Sevecke, 4 Regina Adrion, 5 Brigitte Sevecke
Im Hintergrund stehen v.l.n.r. die Narrenräte Julius Limb, Engelbert Müller, Fritz Adrion sen., Josef Guth und Joseph Benitz jun.

Am linken Bildrand ist die »alte Sonne« zu erkennen. Das frühere Gasthaus ist zum Rathausplatz hin eingerüstet, seine Fassade wird gerade renoviert. Doch das Gebäude hat keine lange Zukunft mehr: Wenige Jahre später fällt die Entscheidung für den Abbruch. Im Januar 1973 wird die »alte Sonne« abgerissen.

Standort des Fotografen: 47.883873, 8.344745

Johanna Ganter mit drei Mädchen in der Alenbergstraße, Fronleichnam 1943

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Festlich gekleidet stehen Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003) und drei Mädchen in der Alenbergstraße. Hinter ihnen ist der Blumenteppich zu erkennen, der anlässlich der Fronleichnamsfeier gelegt wird. Für das Erinnerungsfoto haben sich die vier am Straßenrand aufgestellt.

Die Mädchen tragen helle Kleider. Bei den beiden älteren könnte es sich um Erstkommunikantinnen handeln, die an der Prozession teilnehmen. Es sind Kinder aus der Nachbarschaft.

V.l.n.r.: 1 Luise Vogelbacher (verh. Winkler, 1930-2010) mit 2 ???, 3 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), 4 Maria Vogelbacher (verh. Kaufmann, 1931-2022)

Standort des Fotografen: 47.885877, 8.343557

Jugendspieler des Fußballclub auf dem oberen Rathausplatz, 1993

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Dicht gedrängt stellen sich die Jugendspieler des Fußballclubs mit ihren Trainern auf dem oberen Rathausplatz zum Gruppenfoto auf. Statt Fußballtrikots tragen sie Freizeitkleidung. Sporttaschen sind keine zu sehen. Im Hintergrund steht das Gasthaus »Ochse«.

Offenbar geht es heute nicht auf den grünen Rasen, sondern auf Reisen. Die Jungen warten auf die Busse, die sie zu einer gemeinsamen Ausflugsfahrt abholen. Für viele gehört eine solche Unternehmung zu den Höhepunkten des Vereinsjahres: Gemeinsam unterwegs zu sein, stärkt den Zusammenhalt mindestens ebenso wie Training und Wettkampf. Wohin die Reise führt, ist leider nicht überliefert.

1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Nils Frei, 4 ??? Ganter, 5 Torsten Zahn, 6 ???, 7 ???, 8 Konrad Krämer, 9 ???, 10 Fritz Autenrieth (Dittishausen)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Thomas Pfaff, 3 ???, 4 Dominik Ikic, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Daniel Egy, 9 Denis Leber, 10 Martin Lauble (Reiselfingen), 11 ???, 12 Bertil Weißenberger, 13 Volker Egy
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.883917, 8.344833

Klasse 1b der Grundschule mit Lehrerin Waßmer, 2006

Sammlung Familie Waßmer

Die Klasse 1b stellt sich für den Schulfotografen auf. Diesmal entsteht das Klassenfoto nicht im Schulhof und auch nicht im Foyer der Grundschule, sondern im Treppenhaus der benachbarten Festhalle. Die Kinder stehen in drei Reihen auf den Stufen, eingerahmt von den Geländern des symetrisch angeordneten Treppenaufgangs. Bunte Pullover, Jeans, Latzkleidchen und Turnschuhe verraten den Modegeschmack der frühen 2000er Jahre.

Links steht ihre Klassenlehrerin Maria Waßmer (geb. 1947). Seit 1969 unterrichtet sie an der Grund- und Hauptschule Löffingen – und kennt die Schule noch aus eigener Erfahrung: 1954 wurde sie selbst in die damalige Volksschule eingeschult. Mehr als 50 Jahre später begleitet sie nun diese Erstklässler*innen durch ihr erstes Schuljahr.

Für die Kinder ist das Klassenfoto ein besonderer Moment. Alle sollen stillstehen, nach vorne schauen und möglichst freundlich in die Kamera blicken. Gar nicht so einfach, wenn man gerade erst dabei ist, sich als neue Klasse zusammenzufinden. Doch genau dafür sind solche Fotos da: Sie halten den Anfang fest – die ersten Mitschüler*innen, die erste Lehrerin, das erste Schuljahr.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lea Sattler, 2 Lara Albrecht, 3 Christiana Haak, 4 Erik Schreiner, 5 Melina Kumkum, 6 Annabell Kuttruff, 7 Malin Reiser, 8 Robin Zoller, 9 Katharina Knöller
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Klassenlehrerin Maria Waßmer, 2 Floriana Sulja, 3 Linus Bächle, 4 Lisa Schreiber, 5 Lea Ketterer, 6 Diana Belakin, 7 Chiara Köpfler, 8 Juri Staudt, 9 Anna Blatter
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Vanessa Curcic, 2 Malin Bader, 3 Marco Kietruschat, 4 Laura Hoheisel, 5 Elias Gauger, 6 Elisabeth Zurjuk, 7 Marcel Klann, 8 Elias Sidi-Yakoub, 9 Markus Schlatter

    Standort des Fotografen: 47.882910, 8.347862

    Kinderumzug mit »Schneewittchen und die sieben Zwerge«, Fasnacht ca. 1965

    Dieses Foto stellte dankenswerterweise Susanne Obergfell zur Verfügung.

    Es ist »Fasnet Zieschdig«. Traditionell findet am Dienstag der Kinderumzug statt, der vom Bahnhof aus durch das Städtchen in Richtung Festhalle führt. An der Hans-Thoma-Schule (Untere Hauptstr. 10) ziehen gerade diese kleinen Fasnachtsnarren vorüber. Sie gehören zum Jahrgang 1957 und haben sich als »Schneewittchen und die sieben Zwerge« verkleidet.

    Das einzige Mädchen der Gruppe ist Susanne Obergfell. Mit Kleid und Krone ist sie unschwer als Schneewittchen zu erkennen. Um sie herum marschieren die Zwerge mit ihren Zipfelmützen, die in ganz unterschiedlichen Formen und Größen geraten sind. Einer trägt einen Hobel in der Hand.

    Ausgerechnet jetzt beim Kinderumzug schneit es. Die Straße ist nass und rutschig, am Rand liegt eine geschlossene Schneedecke. Einige Kinder kneifen die Augen zusammen, weil ihnen die Flocken ins Gesicht wehen. Doch tapfer ziehen sie weiter – Hand in Hand, dicht beieinander, mitten durch das winterliche Städtchen.

    1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Susanne Obergfell, 2 Karl-Heinz Götz
    2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Scholz, 2 ???
    3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Harald Seidenberg, 2 ???

    Standort des Fotografen: 47.882667, 8.343417

    Badegäste im Waldbad, ca. 1935

    Sammlung Familie Waßmer

    Das Liegewiese ist gut gefüllt, im Wasser wird geplanscht, geschwommen und getobt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene genießen einen warmen Sommertag im neu eröffneten Waldbad. Dass sich die Anlage schon kurz nach ihrer Eröffnung großer Beliebtheit erfreut, ist auf diesem Foto unübersehbar.

    Das Gras lädt zum Sonnenbaden ein, das kühle Wasser zur willkommenen Erfrischung. Manche sitzen plaudernd am Beckenrand, andere wagen den Sprung ins Wasser. Noch wirkt alles neu: das Schwimmbecken, die Umkleidekabinen und die gesamte Anlage, die erst 1935 fertiggestellt wurde.

    Der Nadelbaum im Vordergrund zeigt, dass sich das Waldbad direkt am Waldrand befindet. Im Hintergrund öffnet sich der Blick in Richtung des Gewanns »Burg« – auf Hügel, Wiesen und vereinzelte Bäume. Die idyllische Szenerie lässt beinahe vergessen, in welcher Zeit das Bad eröffnet wurde: Das Waldbad ist auch ein Prestigeprojekt des nationalsozialistischen Bürgermeisters Heinrich Andris und dient der NS-Propaganda als sichtbarer Beleg angeblicher Aufbauleistung im »Dritten Reich«. Zur propagierten »Volksgemeinschaft« gehören allerdings nicht alle — Juden und Jüdinnen z.B. bleibt der Zugang, wie andernorts auch, verwehrt.

    Standort des Fotografen: 47.899706, 8.331935

    Sofie Hepting mit ihren Kindern in der verschneiten Dittishauser Straße, ca. 1943

    Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

    Der Schnee knirscht unter den Schuhen, die Straße ist weiß bedeckt, und mitten im Wintervergnügen hat Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909–1995) ihre drei Kinder auf einen Schlitten gesetzt. Noch einen kleinen Schubs — dann kann die Fahrt losgehen. Trotz Kriegszeit fängt das Foto einen unbeschwerten Moment ein. Es ist ein echtes Alltagsfoto. Sofie Hepting trägt Kittelschürze und Kopftuch — Kleidung, die verrät, dass sie eigentlich mitten in der Arbeit steckt. Neben Haushalt gehört auch die Landwirtschaft zum Alltag der Familie.

    V.l.n.r.: 1 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 2 Ewald Hepting (1933-2010), 3 Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939), 4 Rita Hepting (geb. 1941)

    In der Dittishauser Straße säumen hohe Schneewälle den Straßenrand, Autos gibt es kaum, und der Schlitten gehört im Winter ganz selbstverständlich zum Alltag. Neben dem Haus Hepting (Dittishauser Str. 7) ist das Nachbarhaus Sperer (Dittishauser Str. 9) zu erkennen.

    Standort des Fotografen: 47.885212, 8.348863

    3 Fotos: Badegäste im Waldbad, ca. 1955

    Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

    Kinderstimmen hallen über das Wasser. Es wird geplanscht, getaucht, gesprungen und gelacht. Das Waldbad ist an einem warmen Sommertag fest in Kinderhand. Überall tummeln sich junge Badegäste im Wasser oder am Beckenrand, während Erwachsene eher selten zu sehen sind. Nur auf einem der Fotos steht ein Mann am Rand des Beckens. Sommerlich gekleidet ist er nicht — er trägt einen schwarzen Anzug und wirkt fast fehl am Platz zwischen all den Badenden.

    Erst 1955 ist das Waldbad wieder öffentlich zugänglich. Während des Zweiten Weltkriegs verwahrloste das 1935 eröffnete Bad. Zehn Jahre nach Kriegsende kann hier nun endlich wieder geschwommen, gespielt und die Freizeit genossen werden. Das Becken wird vom dunklen Tannenwald eingerahmt, der dem Bad seinen Namen gibt.

    Noch wirkt die Anlage schlicht. Liegewiesen, Beckenrand und Umkleidegebäude sind funktional gehalten — Luxus sucht man hier vergeblich. Doch genau das scheint niemanden zu stören. Entscheidend ist vor allem eines: Das Becken ist wieder mit Wasser und das Bad mit Leben gefüllt. 1969/70 wird die Anlage dann grundlegend modernisiert; dabei erhält das Waldbad auch eine Wasserheizung.

    Standort des Fotografen: 47.899808, 8.332274