Ehepaar mit Kind, ca. 1914-1918

Fotograf: Richard Marth vorm. Ohlenschläger, Donaueschingen
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.

Vor einem Atelierhintergrund steht eine Familie – Vater, Mutter und Sohn – und blickt ernst in die Kamera. Der Vater trägt die Uniform eines Soldaten des Ersten Weltkriegs, mit Stehkragen, Knopfreihe und Schirmmütze. Seine Haltung ist aufrecht, die Hand ruht auf der Koppel und Uniformjacke. Neben ihm steht die Ehefrau in einem dunklen, hochgeschlossenen Kleid mit Spitzenbesatz und Kreuzanhänger. Zwischen den beiden Eltern steht der Sohn, schlicht gekleidet in Jacke, Knickerbockerhose und Stiefel.

Das Foto zeigt eine Familie, die in den Kriegsjahren zusammenhält, während der Vater vermutlich kurz vor dem Fronteinsatz steht oder sich im Heimaturlaub befindet. Solche Atelieraufnahmen werden häufig als Erinnerung für die Daheimgebliebenen oder als Andenken für den Soldaten selbst angefertigt.

Wer erkennt die Familie?

Standort des Fotografen: Donaueschingen

Turnernachwuchs bei einem Ausflug, 1936

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Der Nachwuchs des Turnerbundes hat sich zu einem gemeinsamen Ausflug versammelt. Rund 60 Kinder, Mädchen und Jungen, posieren dicht gedrängt für das Gruppenfoto. Die Sonne fällt durch das Blätterdach der Bäume, das Licht zeichnet helle Flecken auf die weißen Sommerkleider der Mädchen und die Hemden der Jungen. Vorn sitzen die Kleinsten, dahinter reihen sich die älteren Kinder auf, zwei Betreuer*innen rahmen die Gruppe links und rechts ein.

Zwei Fahnen werden mitgeführt – ein sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zum Turnerbund. Solche Ausflüge gehörten fest zum Vereinsleben: Neben dem sportlichen Training stehen auch Wanderungen auf dem Programm. 1936, im Jahr der Olympischen Spiele in Berlin, ist das Turnen bereits stark vom Zeitgeist geprägt. Die nationalsozialistische Ideologie hat längst auch das Vereinswesen erfasst, und sportliche Aktivitäten werden zunehmend in den Dienst der »Volksgemeinschaft« gestellt. Einige der älteren Jungen (besonders in der mittleren und oberen Reihe) scheinen hellbraune Hemden mit dunklen Halstüchern zu tragen – typische Merkmale der Uniformen der Hitlerjugend.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Franz Rosenstiel (1927-2006)
2.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 Irma Schmid (verh. Adrion, 1927-2019), 3 ???, 4 ???, 5 Gertrud Schmid (verh. Faller, 1925-2005)
3.Reihe, v.l.n.r.:
4.Reihe, v.l.n.r.:
5.Reihe, v.l.n.r.:
6.Reihe, v.l.n.r.:
7.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: ???

Familie Fehrenbach mit zwei Hunden im Gras, ca. 1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ein Sommertag, irgendwo am Waldrand oder auf einer Wiese. Familie Fehrenbach hat sich für ein Erinnerungsfoto niedergelassen – nicht steif wie im Atelier, sondern ganz entspannt unter freiem Himmel. Zu sehen ist ganz rechts eine Frau, die wohl die Mutter der anderen ist. Neben ihr sitzen zwei junge Frauen, die sich aneinander lehnen und ihre Vertrautheit zeigen, sowie ein junger Mann, der einen Hund fest im Arm hält, ein struppiges Tier, das freundlich in die Kamera schaut. Dahinter ist ein kleiner Junge zu erkennen, der einen zweiten kleineren Hund in den Armen hält – offenbar das jüngste Familienmitglied auf vier Beinen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anna Fehrenbach (verh. Jordan, 1907-1982), 2 ???, 3 ??? Fehrenbach, 4 Sofie Fehrenbach (geb. Tritschler, 1879-1959)
2.Reihe: 1 August Fehrenbach (1906-2000)

Ehemann und Vater Adolf Fehrenbach (1879-1918), Landwirt von Beruf, ist nicht auf dem Foto zu sehen. Er fiel als Soldat im Ersten Weltkrieg am 27. April 1918 im Alter von 39 Jahren. Die Familie wohnt in der Maienlandstr. 39.

Standort des Fotografen: ???

Fünf Mädchen auf der Treppe beim Gasthaus »Pilgerhof«, ca. 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Strobel zur Verfügung.

Neben dem Gasthaus »Pilgerhof« in der Maienlandstraße zieht sich eine lange Treppe hinauf zum Alenberg. Über grobe Steinstufen und einfache Holzstufen führt der Weg nach oben. Doch an diesem Sommertag interessiert die fünf Mädchen weniger der Aufstieg – sie haben es sich auf den unteren Stufen gemütlich gemacht.

In ihren Kleidern und Schürzen, mit geflochtenen Zöpfen und weißen Söckchen strahlen sie in die Kamera. Manche lachen verschmitzt, andere schauen ein wenig ernster. Sie alle sind Nachbarskinder, spielen Tag für Tag miteinander und haben ein gemeinsames Ritual: Sie erwarten eine Kurgästin, die jedes Jahr ihren Urlaub in Löffingen verbringt und im »Pilgerhof« logiert. Die Mädchen haben die Dame längst ins Herz geschlossen – und wenn sie anreist, gibt es immer ein großes Hallo beim Wiedersehen!

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elvira Heizmann (geb. 1953), 2 Erika Geisinger (geb. 1951), 3 Hedwig Trenkle (geb. 1953)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anni Kühn (verh. Hauger, geb. 1952), 2 Christa Rogg (verh. Strobel, geb. 1952)

Standort des Fotografen: 47.886768, 8.341758

Franz und Erna Bader mit ihren Kindern, 1949

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Hinter ihrem Haus (Talstr. 1) hat sich Familie Bader zu einem Familienfoto versammelt. Der Schotterwerksbesitzer Franz Bader (1901-1986) und seine Ehefrau Erna Bader (geb. Mutterer, 1908-1969) haben auf der weiß gestrichenen Holzbank Platz genommen. Er trägt Anzug und Krawatte, sie ein dunkles Kleid mit Perlenkette. Eingerahmt werden sie von ihren vier Kindern Egon, Gerda, Brunhilde und Elmar, die neben und hinter ihnen stehen.

1.Reihe, v.l.n.r.: Brunhilde Bader (verh. Stockmar, 1938-2006), Erna Bader (geb. Mutterer, 1908-1969), Franz Bader (1901-1986), Elmar Bader (1940-2017)
2.Reihe, v.l.n.r.: Egon Bader (1933-1999), Gerda Bader (geb. 1934)

Standort des Fotografen: 47.884782, 8.349306

Mopedfahrerin mit Kind auf dem Gepäckträger, ca. 1955

Dieses Foto stellten dankenwerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Die Fahrerin hat beide Hände fest am Lenker – hinten auf dem Gepäckträger klammert sich ein Kind an sie. Helga Stöhr (verh. Küßner, geb. 1938) sitzt auf einem Moped, mitten auf einem Feldweg hinter der »Hasle«, während der kleine Daniel Fehrenbach (geb. 1951) sich hinter ihr festklammert.

Eine junge Frau auf einem Moped ist Mitte der 1950er-Jahre noch keine alltägliche Erscheinung, die Straßen sind männlich dominiert. Und die Frage der Sicherheit wird weit weniger ernst genommen als in späteren Zeiten: kein Helm, keine Schutzausrüstung – und ein Kleinkind einfach hinten drauf.

Vielleicht aber ist die Szene auch weniger riskant, als sie wirkt. Gut möglich, dass das Foto nur gestellt ist, dass Helga Stöhr einfach für die Kamera posiert. Das genaue Fabrikat des Mopeds lässt sich auf dem Foto nicht eindeutig erkennen. Aber der historische Kontext ist klar: 1953 wird in der Bundesrepublik die neue Fahrzeugklasse »Moped« eingeführt. Mit bis zu 50 ccm Hubraum, günstig in Anschaffung und Unterhalt, ermöglichen sie erstmals breiten Bevölkerungsschichten individuelle Mobilität. Der »Mopedboom« prägt die 1950er-Jahre.

Standort des Fotografen: 47.880802, 8.350894

Junge mit Schaukelpferd beim Kindergarten, ca. 1931

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Der kleine Junge sitzt auf dem kleinen Schaukelpferd, die Hände umklammern die Griffe, der ernste Blick geht direkt in die Kamera. Vor dem hölzernen Lattenzaun soll ein Erinnerungsfoto aufgenommen werden. Denn heute ist im Kindergarten in der Bahnhofstraße ein Fotograf zu Besuch. Für die Kinder ist das ein besonderes Ereignis: Sie dürfen sich einzeln oder zu mehreren porträtieren lassen. Als Requisiten steht ein Puppenwagen bereit, ein kleiner Blumenstrauß – und eben dieses Schaukelpferd.

So entsteht eine ganze Serie von Aufnahmen, die verschiedene Mädchen und Jungen zeigen, wie sie nacheinander dieselben Gegenstände in Szene setzen. Auch Walter Maier (1927-?) sitzt für die Dauer des Fotografierens auf dem Pferdchen. Seine kurze Hose und gestrickten Strümpfe sind typisch für die Kinderkleidung der Zeit. Während er unbewegt in die Kamera schaut, hält der Fotograf den Moment fest.

Standort des Fotografen: 47.885576, 8.340810

Drei Mädchen vor dem Rathaus, ca. 1910-1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Karl Schreiber zur Verfügung.

Drei Mädchen posieren vor dem Rathaus, das damals noch die Volksschule beherbergt. Herausgeputzt sind sie alle drei – in schlichten Kleidern, mit dunklen Strümpfen und großen Schleifen im Haar. Ernst blicken sie in die Kamera – so wie es üblich ist, schließlich gilt Lächeln auf Bildern als unpassend. Vielleicht ist an diesem Tag der Schulfotograf zu Besuch, und die Kinder dürfen sich im Sonntagsstaat ablichten lassen.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Die Mädchen sind evtl. Franziska Schreiber (verh. Braunigger, 1908-1971), Frida Schreiber (verh. Frenzle, 1914-2005) und Anna Schreiber (verh. Greinwald).

Standort des Fotografen: 47.883707, 8.344363

Klassenausflug auf den Feldberg, ca. 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Brigitte Mayer zur Verfügung.

Fröhlich drängen sich sechs Schüler um zwei Pferde, die geduldig stehen bleiben. Die Jungen tragen teils lange und teils kurze Hosen und Strickjacken – schließlich unternehmen sie einen Schulausflug auf den Feldberg, den höchsten Berg des Schwarzwaldes. Lachend legen die Kinder ihre Hände auf das Fell der Pferde, manche vorsichtig, andere ganz selbstverständlich.

V.l.n.r.: 1 Herbert Frei (geb. 1950), 2 Herbert Kienzler (geb. 1950), 3 Heinz Hauger, 4 Alexander Rogg (geb. 1950), 5 Lothar Hall (geb. 1951), [Wolfgang Lüdemann-Ravit?]

Standort des Fotografen: Feldberg

Kinder mit Ziege vor dem Haus Rosenstiel in der Oberen Hauptstraße, 1937

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Ein Schnappschuss, festgehalten im Sommer 1937: Eine Ziege läuft durchs Bild – und zieht dabei ungewollt alle Aufmerksamkeit auf sich. Dabei ist sie nichts Ungewöhnliches. Die Ziege gehört wie Kühe, Pferd, Hühner oder Hund selbstverständlich zum landwirtschaftlichen Anwesen von Familie Rosenstiel (Obere Hauptstr. 45).

Auf den Treppenstufen des wenige Jahre zuvor neu errichteten Hauses sitzt eine Gruppe von Kindern: Franz Rosenstiel (1927-2006) und Friedhilde Rosenstiel (geb. 1932) sowie Nachbarskinder und Freund*innen. Sie schauen teils amüsiert, teils abgelenkt der Ziege hinterher, die direkt vor ihnen durch’s Bild huscht. Aus der Nähe und in Bewegung erscheint das Tier fast übergroß.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franz-Rudi Buss, 2 Franz Rosenstiel (1927-2006), 3 Riggi Buss
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Friedhilde Rosenstiel (geb. 1932)

Standort des Fotografen: 47.885223, 8.352700

2 Fotos: »Tante Molly« mit Kindern in der Touristinformation, Dezember 1994

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Im Veranstaltungssaal in der Touristinformation herrscht gespannte Stille. Alle Kinder sitzen konzentriert auf ihren Stühle im Halbkreis um »Tante Molly« herum. Elisabeth Irtenkauf (geb. Eichhorn, 1931-2017), so ihr bürgerlicher Name, hat gerade zur 100. Vorlesestunde geladen – ein kleines Jubiläum, das sie selbst bescheiden übergeht, während sich alle Augen auf das aufgeschlagene Buch vor ihr richten. Es ist die Erzählung vom Lama, das nicht mehr spucken wollte.

Die Kinder sind nicht nur still, sie sind mitgerissen. Einige umklammern ihre mitgebrachten Stofftiere, als seien diese auch Zuhörer. Manche lächeln, andere schauen mit leicht geöffnetem Mund gebannt zur Vorleserin. Die kleine Julia Bader, die später als »Lauschkönigin« geehrt wird, sitzt auch im Publikum. Nur die Stimme von Elisabeth Irtenkauf füllt den Raum, eine Stimme, die den Kindern seit über vier Jahren Geschichten nahebringt, ohne jemals dieselbe zweimal zu erzählen.

Im Anschluss an die Lesung wird Elisabeth Irtenkauf für ihr Engagement gedankt. Einige Kinder überreichen ihr als Dankeschön kleine Geschenke. Bürgermeister Dr. Dieter Mellert und Mechthild Großmann, die Leiterin der Stadtbücherei, danken ihr. Großmann hält eine kleine Laudatio und betont die Bedeutung des Lesens und der Welt der Bücher.

Standort des Fotografen: 47.884059, 8.345640

Kindergruppe im Garten der Bäckerei Willmann in der Unteren Hauptstraße, ca. 1952

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Irmgard Timm zur Verfügung.

Es ist Fronleichnam. Im Garten der Bäckerei Willmann vormals Straub (Untere Hauptstr. 6) steht eine Schar Kinder. Sie sind miteinander verwandt, da sie die Kinder der Straub-Töchter Maria Willmann (geb. Straub, 1911-2001) und Luise Bader (geb. Straub, 1914-2019), also Cousins und Cousinen sind. Drei der Mädchen tragen weiße Kleidchen und Haarkränze. Vielleicht handelt es sich um Kommunionkleider, die anlässlich des Fronleichnamsfestes noch einmal angezogen werden?

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Cäcilia (Cilla) Bader (geb. 1946), 2 Georg Willmann, 3 Conrad Bader (geb. 1945)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Irmgard Bader (verh. Timm, geb. 1942), 3 ???, 4 ???, 5 Gisela Willmann (geb. 1943)

Standort des Fotografen: 47.883275, 8.343584